[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Aufsetzen von Hülsen
auf ein Transportband einer Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine, bei welcher das Band
mit zum Positionieren der Hülsen dienenden Zapfen versehen ist und das Zuführen der
Hülsen zum Band an einer festen Aufsetzstelle stattfindet.
[0002] Bei Ringspinn- oder Ringzwirnmaschinen wird zum Aufstecken der Hülsen auf die Spindeln
eine Vielzahl von sich auf einem Transportband befindlichen Hülsen gleichzeitig erfasst
und werden daraufhin diese Hülsen ebenfalls gleichzeitig auf die Spindeln aufgesteckt.
Es ist dabei wichtig, dass die Hülsen auf dem Transportband genau positioniert sind.
Eine nicht vollständig auf ihren Zapfen aufgesteckte Hülse kann beim Erfassen durch
den Greiferbalken zerstört werden. Unter Umständen kann auch der Greiferbalken verbogen
oder das Transportband beschädigt werden. Ein fehlerhaftes Aufstecken der Hülsen wird
im allgemeinen durch beschädigte Hülsen, insbesondere durch beschädigte Hülsenfüsse,
verursacht. Es ist deshalb wichtig, dass beschädigte Hülsen aus dem Arbeitsprozess
der Maschinen entfernt werden.
[0003] Durch die US-Patentschrift Nr. 3 410 452 ist es bekannt, Hülsen einem Behälter einzeln
zu entnehmen und an einer Uebergabestelle einzeln auf ein Transportband aufzustecken.
In dieser Patentschrift sind keine Mittel zur Ueberwachung der Korrektheit der Positionierung
der Hülsen auf dem Transportband gezeigt.
[0004] Die deutsche Auslegeschrift 1 121 514 betrifft eine Maschine zum Sortieren von Hülsen.
Die Hülsen sind mit Kennringen versehen. Gemäss diesen erfolgt die Sortierung mit
Hilfe von Photozellen und einer Detektoreinrichtung. Das Auswerfen der Spulen erfolgt
mittels Auswerfern, wie waagrecht verschiebbaren Schlagorganen. Eine Auslese beschädigter
Hülsen ist nicht vorgesehen.
[0005] Gemäss vorliegender Erfindung soll unter Vermeiden der obenerwähnten Nachteile ein
Entfernen von beschädigten Hülsen aus dem Arbeitsprozess erreicht werden. Die Erfindung
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen Stab umfasst, welcher aus einer
horizontalen Ausgangslage heraus schwenkbar und einer ihn in diese Ausgangslage zurücktreibenden
Federkraft ausgesetzt ist, dass zum Auswerfen von nicht vollständig über einen Zapfen
gestülpten Hülsen der Stab an einer, in bezug auf die Bewegung des Transportbandes,
der Aufsetzstelle nachfolgend angeordneten Kontrollstelle auf- und abwärts bewegbar
ist und bei seiner Abwärtsbewegung mit einem Endteil zum Hülsenkopf der jeweils an
der Kontrollstelle befindlichen Hülse hin bewegbar ist, um bei nicht vollständig über
einen Zapfen gestülpten Hülsen deren Auswerfen durch den sich abwärts bewegenden Stab,
unter Verschwenken desselben zu einem spitzen Winkel mit der Hülse, zu erzielen.
[0006] Die erfindungsgemässe Vorrichtung besitzt somit den Vorteil der Einfachheit und damit
grosser Zuverlässigkeit. Sie vermittelt eine automatische Sortierung beschädigter
Hülsen von den übrigen Hülsen, was im Spinnereibetrieb Einsparungen bringt.
[0007] Im folgenden sei die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und der Zeichnung
näher erläutert. In der letzteren ist
Fig. 1 ein Querschnitt einer Vorrichtung zum Aufsetzen von Hülsen auf ein Transportband
und
Fig. 2 eine Seitenansicht gemäss der Linie II ... II der Fig. l eines Beispiels mit
einer erfindungsgemässen Anordnung.
[0008] In beiden Figuren sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0009] In einem Behälter 11 befindet sich ein Vorrat von Hülsen 12. Eine Fördereinrichtung
umfasst zwei Walzen 13, welche mit Mulden 14 versehen sind. Ueber die Walzen 13 läuft
ein mit muldenförmigen Taschen 15 ausgestattetes Förderband 16. Der Antrieb erfolgt
mittels eines Motors 17.
[0010] Auf einem Transportband 19 für Hülsen 12 sind in vorgegebenen Abständen voneinander
Zapfen 20 angebracht. Auf die letzteren werden die Hülsen 12 aufgesetzt. Der gegenseitige
Abstand zweier benachbarter Zapfen 20 ist gleich der Spindelteilung, d.h. gleich dem
Abstand benachbarter Spindeln auf der zugehörigen Spinn- bzw. Zwirnmaschine. Mittels
eines Tisches 21 werden die aufzusetzenden Hülsen 12 einzeln vom Förderband 16 abgehoben.
Ein Stift 22 dient zum Lenken der in einen Fallkanal-23 fallenden Hülsen 12. Das Transportband
19 wird von einem Antrieb 24 angetrieben.
[0011] Der Fallkanal befindet sich am Ort der Aufsetzstelle, an welcher das Aufsetzen der
Hülsen 12 auf das Band 19 stattfindet. Gemäss der Erfindung ist zusätzlich eine Kontrollstelle
vorgesehen, an welcher nicht vollständig auf das Band 19 bzw. auf einen Zapfen 20
aufgesetzte Hülsen 12 ausgeworfen werden. In Fig. 1 befindet sich die Kontrollstelle
am Ort der mittleren der drei sich über dem Band 19 befindlichen Hülsen 12. Pfeile
18 geben die Richtung der Bewegungen an.
[0012] Die Fig. 2 ist in einem grösseren Massstab als die Fig. 1 gezeichnet. Sie zeigt wiederum
eine Hülse 12, das Transportband 19 und Zapfen 20. Dabei ist angenommen, dass die
Hülse 12 an ihrer Fusspartie eingedrückt, d.h. beschädigt sei und nicht ordnungsgemäss
auf ihrem Zapfen 20 aufgesetzt sei, wie dies auch in Fig. 1 gezeichnet ist. Ein Stab
25 ist um eine Schwenkachse 26 schwenkbar. Die letztere ist auf einer Stange 27 gelagert.
Da die letztere auf- und abwärts bewegbar ist, so ist dies auch für den Stab 25 der
Fall. Die Stange 27 ist im gezeigten Beispiel mittels eines in einem Zylinder 28 bewegbaren
Kolbens 29 bewegbar. Mittels einer Zugfeder 30 ist der Stab 25 vorgespannt.
[0013] In seiner Ruhe- oder Ausgangslage liegt er horizontal und an einem Anschlag 31 an.
Der Anschlag 31 ist mit der Stange 27 fest. Um ein freies Schwenken des Stabes um
die Achse 26 zu ermöglichen, ist er mit einer strichliert gezeichneten Oeffnung 32
versehen.
[0014] Zum Aufsetzen der Hülsen 12 auf das Transportband 19 wird dieses durch den Antrieb
24 und wird das Förderband 16 durch den Motor 17 in Betrieb gesetzt. Die auf den Tisch
21 gelangenden Hülsen 12 rollen gegen den Stift 22 und werden durch diesen veranlasst,
mit dem Hülsenfuss nach unten gerichtet durch den Fallkanal 23 zu fallen. Das Förderband
16 und das Transportband 19 sind in der Weise synchronisiert, dass jede herunterfallende
Hülse 12 auf einen Zapfen 20 auftrifft. Im gezeigten Beispiel liegt eine Arbeitsweise
vor, gemäss welcher sich das Band 19 schrittweise bewegt. Dabei befindet sich während
den Stillständen des Bandes 19 zwischen den einzelnen Schritten jeweils ein Zapfen
20 an der Aufsetzstelle, d.h. unterhalb des Fallkanals 23. Es ist aus Fig. 1 ersichtlich,
dass, da der Abstand benachbarter Zapfen der Spindelteilung der Maschine gleich ist,
die Kontrollstelle um eine Distanz von der Aufsetzstelle entfernt ist, welche der
Spindelteilung gleich ist. Sie kann aber auch dem zwei- oder dreifachen der Spindelteilung,
d.h. einem ganzzahligen Vielfachen derselben, gleich sein.
[0015] Während des Stillstandes des Transportbandes 19 wird der Kolben 29, mit diesem die
Stange 27 und damit auch der Stab 25 nach unten bewegt. Diese Bewegung erfolgt um
mindestens eine solche Strecke, bei welcher der in Fig. 2 linke Endteil des Stabes
25 eine ordnungsgemäss auf dem Band 19 aufgesetzte Hülse 12 am Hülsenkopf mindestens
noch berührt. Eine ordnungsgemäss aufgesetzte Hülse 12 ist eine solche, welche vollständig
über ihren Zapfen 20 gestülpt ist.
[0016] In Fig. 2 ist eine Hülse 12 gezeigt, deren Fuss eingedrückt ist und welche sich nicht
in einer, einer korrekt aufgesteckten Hülse entsprechenden Position befindet. In diesem
Fall drückt der Stab 25 schon bei Beginn seiner Abwärtsbewegungen gegen den Kopf der
Hülse 22. Da die letztere am Zapfen 20 anstösst, wird der Stab 25 bei der gezeigten
Anordnung im Uhrzeigersinn um seine Achse 26 gedreht und bildet dabei mit der Hülse
12 einen spitzen Winkeldv, wie dies strichliert angedeutet ist. Dadurch wird der Hülsenkopf
in Fig. 2 nach links weggedrückt und damit die Hülse 12 ausgeworfen.
[0017] Es kann vorkommen, dass die Beschädigung der Hülse 12 nur unbedeutend ist, so dass
diese beim beschriebenen Vorgang nicht ausgeworfen, sondern durch den Stab 25 in eine
korrekt auf dem Zapfen 20 aufsitzende Position gedrückt wird. In diesem Fall ist eine
korrekte Wegnahme dieser Hülse beim Aufsetzen derselben auf die Spindeln gewährleistet.
Ein solches nachträgliches Andrücken der Hülsen 12 in ihre ordnungsgemäss aufgesetzte
Lage ist erwünscht, da dadurch die Genauigkeit der Positionierung der Hülsen 12 verbessert
wird. Diese Arbeitsweise stellt somit einen weiteren Vorteil vorliegender Erfindung
dar.
[0018] Der spitze Winkel α zwischen dem Stab 25 und der Längsachse einer ordnungsgemäss
aufgesteckten Hülse 12 hängt vom gegenseitigen Abstand der Schwenkachse 26 von der
Hülsenlängsachse 33 der sich jeweils an der Kontrollstelle befindlichen Hülse 12 ab;
je näher diese beieinander sind, um so grösser wird, bei konstant bleibender Grösse
der Abwärtsbewegung des Stabes 25, der Winkel α. Der Winkel α kann in der Praxis über
45° betragen. Ein minimaler Wert für ein sicheres Auswerfen bei bequemen Dimensionen
der das Auswerfen bewirkenden Teile liegt bei ungefähr 25°.
1. Vorrichtung zum Aufsetzen von Hülsen auf ein Transportband einer Ringspinn- oder
Ringzwirnmaschine, bei welcher das Band mit zum Positionieren der Hülsen dienenden
Zapfen versehen ist und das Zuführen der Hülsen zum Band an einer festen Aufsetzstelle
stattfindet, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen Stab (25) umfasst,
welcher (um eine senkrecht zu seiner Längsrichtung angeordnete, horizontale Schwenkachse
(26)) aus einer horizontalen Ausgangslage heraus schwenkbar und einer ihn in diese
Ausgangslage zurücktreibenden Federkraft (30) ausgesetzt ist, dass zum Auswerfen von
nicht vollständig über einen Zapfen (20) gestülpten Hülsen (12) der Stab (25) an einer,
in bezug auf die Bewegung des Transportbandes (19), der Aufsetzstelle nachfolgend
angeordneten Kontrollstelle auf-und abwärts bewegbar ist und bei seiner Abwärtsbewegung
mit einem Endteil zum Hülsenkopf der jeweils an der Kontrollstelle befindlichen Hülse
(12) hin bewegbar ist, um bei nicht vollständig über einen Zapfen (20) gestülpten
Hülsen (12) deren Auswerfen durch den sich abwärts bewegenden Stab (25), unter Verschwenken
desselben zu einem spitzen Winkel gj mit der Hülse (12), zu erzielen.
2. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stab (25) (A)
schwenkbar und von einer mit der Schwenkachse (26) koaxialen Welle getragen ist, welche
auf einer durch ein Antriebsmittel auf- und abwärts bewegbaren Stange (27) gelagert
ist.
3. Vorrichtung nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stab (25) durch
eine Feder (30) vorgespannt ist und in seiner Ausgangslage gegen einen Anschlag (31)
anliegt.
4. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, bei welcher die Zapfen in Abständen, welche
der Spindelteilung der Maschine gleich sind, angeordnet sind und das Transportband
schrittweise Transportbewegungen ausführt, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand
der Kontrollstelle von der Aufsetzstelle einem ganzzahligen Vielfachen der Spindelteilung
gleich ist.
5. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abwärtsbewegung
des Stabes (25) um mindestens die Strecke erfolgt, bei welcher bei ordnungsgemäss
aufgesetzten Hülsen (12) eine Berührung des Stabes (25) mit dem Hülsenkopf stattfindet.
6. Vorrichtung nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass am Ort der Kontrollstelle
die Entfernung der Schwenkachse (26) des Stabes (25) von der Längsachse (33) einer
dort ordnungsgemäss aufgesteckten Hülse (12) in der Weise gewählt ist, dass beim Auswerfen
von Hülsen (12) die Verschwenkung des Stabes (25) mindestens ungefähr 25° beträgt.