[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbereiten von fließfähigen Materialien
mit einem um seine zum Lot geneigte Mittelachse umlaufenden Behälter, mit einer bezüglich
der zylindrischen Innenwandung des Behälters im wesentlichen feststehend angeordneten
Wand- und/oder Bodenabstreiferplatte, mit einer sich im Boden des Behälters befindenden
Austragsöffnung und mit einem in das Material eingreifenden, rotierenden Werkzeug.
[0002] In der DE-PS 20 03 201 ist eine Aufbereitungsvorrichtung der vorstehend beschriebenen
Art bereits bekannt. Dort wird der umlaufende Behälter jedoch mit überkritischer Drehzahl
angetrieben. Es handelt sich hierbei um eine solche Drehzahl, daß die auf die Teile
des Materials einwirkenden Fliehkräfte größer sind als das Eigengewicht der Materialteile.
Durch die so definierte überkritische Drehzahl werden Zentrifugalkräfte auf das Mischgut
derart ausgeübt, daß eine Anhaftung an der zylindrischen Innenwandung des Behälters
erfolgt. Deshalb ist in dem bekannten Mischbehälter ein Umlenker stationär angeordnet,
der die Wand abreinigt und das Behandlungsmaterial der Einwirkung der Zentrifugalkräfte
dadurch entzieht, daß er das Material von der Innenwandung des Behälters ablöst und
auf schnellaufende Mischwerkzeuge lenkt. Der bekannte Umlenker hat auch einen niederen
Teil, der von der äußeren Umfangswandung bis in den Bereich der Austragsöffnung verläuft.
[0003] Mit Nachteil ist es bei einer solchen Aufbereitungsmaschine zur Erzielung eines guten
Mischeffektes erforderlieh, daß die zu inischen den Materialpartikel möglichst intensiv
und häufig gegeneinander verschobenverden. Durch Anwendung der Fliehkraft wird das
Aufbereitungsmaterial jedoch fest an die Innenwandung des Mischbehälters gepreßt,
so daß eine erhöhte innere Reibung entsteht. Dadurch wird die Verschiebbarkeit und
mithin die Mischbarkeit des Materials verringert.
[0004] Der erwähnte Umlenker ist auch für die Umwälzung des Mischgutes vorgesehen. Weil
er das an der Innenwand des Behälters haftende Material unter Überwindung der Fliehkraft
abziehen und zur Behältermitte umlenken·muB, wirkt er gleichzeitig als Bremse für
den drehenden Behälter, welcher einerseits das angepreßte Aufbereitun
gsmaterial gegen den Umlenker transportiert. Der Energieaufwand für den Antrieb des
Behälters wird hierdurch verhältnismäßig groß.
[0005] Das schnellaufende Mischwerkzeug befindet sich bei schrägstehender Mittelachse des
Behälters in dessen III. oder IV. Quadranten, also auch im Bereich des aufsteigenden
Materialstromes. Durch diese Anordnung wird der Materialfluß im Behälter nach oben
gestört mit dem Ergebnis, daß sich im unteren Bereich des Behälters wesentlich mehr
Material als im oberen Bereich des Behälters befindet. Durch diese ungleiche Behälterfüllung
wird der verfügbare Mischraum im oberen Teil des Behälters nicht ausgenutzt, so daß
die Aufbereitungsmaschine im Verhältnis zu dem zur Verfügung stehenden Volumen nur
eine geringe Füllkapazität und damit eine kleinere Aufbereitungsleistung besitzt.
[0006] Bei Mischgütern bzw. Aufbereitungsmaterialien mit geringer innerer Reibung, wie z.B.
Pulvern oder Flüssigkeiten, ist es recht schwierig, das Behandlungsmaterial durch
die Behälterbewegung so zu beschleunigen, daß trotz des zusätzlich entgegengesetzt
wirkenden schnellaufenden Mischwerkzeuges das erwünschte Strömen des Materials im
Aufbereitungsbehälter und der damit verbundene Misch- bzw. Aufbereitungseffekt damit
erzielt wird.
[0007] Durch die ungleiche Schicht des Aufbereitungsmaterials im Behälter ergeben sich außerdem
Probleme bei der Einleitung von Dampf oder Gasen in die Mischgutschicht mittels Rohrlanzen.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist daher die Verbesserung einer Vorrichtung der eingangs bezeichneten
Art dahingehend, daß der Energieeinsatz bei guten
Aufbereitungseffekten verringert wird und bezüglich des verfügbaren Volumens der Maschine
durch eine höhere Füllung eine Leistungsverbesserung erreicht wird.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Behälter mit unterkritischer
Drehzahl angetrieben ist, das rotierende Werkzeug ausschließlich abstromseitig vom
Scheitelpunkt angeordnet ist, der aufstromseitige Raum folglich von Einbauten frei
ist und daß die Abstreiferplattmin der Nähe des Scheitelpunktes des Behälters angeordnet
sind.
[0010] Der Antrieb eines Mischbehälters mit unterkritischer Drehzahl ist selbstverständlich
an sich schon bekannt. Der Aufbau solcher Mischer unterschiedet sich aber von der
Aufbereitungsvorrichtung gemäß der Erfindung erheblich hinsichtlich Gestaltung der
Maschine, Anordnung der Behältermittelachse im Raum, Anordnung von Einbauwerkzeugen
und Bearbeitungswirkung. Man hat bei der bekannten Aufbereitungs-und Mischmaschine
die überkritische Drehzahl des Mischgutbehälters als unabdingbare Forderung zur Erreichung
günstiger Aufbereitungsergebnisse angesehen. Durch die geschickte Kombination der
neuen, vorstehend genannten Merkmale dieser Erfindung kann jedoch unter Einsatz geringerer
Leistung ein besserer Wirkungsgrad erreicht werden. Durch die Anordnung der rotierenden
Werkzeuge in der Abstromseite, d.h.im I. und II. Quadranten des drehenden Behälters
kann das Mischmaterial ungehindert auf der Aufstromseite nach oben in Richtung Scheitelpunkt
steigen und sich gleichmäßig im Behälter verteilen.
[0011] Durch die gleichmäßige Materialverteilun
g ihrerseits erreicht man mit Vorteil eine wesentlich höhere Füllung des Behälters
und kann dadurch die Leistung der Maschine steigern.
[0012] Wenn man die rotierenden Werkzeuge im II. Quadranten plaziert, werden sie immer gleichmäßig
mit Mischgut beaufschlagt, unabhängig von der Tatsache, ob das Mischgut auf Grund
höherer innerer Reibung eine starke Förderung durch den Teller erfährt (Beaufschlagung
von oben) oder ob das Aufbereitungsmaterial auf Grund geringerer innerer Reibung in
der Anfangsphase weniger durch den Behälter gefördert wird.
[0013] Das jeweilige rotierende Werkzeug, welches vorzugsweise im II. Quadranten angeordnet
ist, wird durch die erfindungsgemäße Anordnung in Verbindung mit der unterkritischen
Drehzahl des Behälters sehr effektiv mit Aufbereitungsmaterial versorgt, weil nämlich
die kinetische Energie des auf das rotierende Werkzeug auftreffenden Aufbereitungsmaterials
nicht nur durch die Rotationsenergie des Behälters aufgebracht wird, welcher das Aufbereitungsmaterial
im aufsteigenden Bereich beschleunigt und mit entsprechender Rotationsenergie auftreffen
läßt, sondern es kommt noch die Schwerkraft bzw. das Eigengewicht des Aufbereitungsmaterials
hinzu.
[0014] Im Gegensatz zu der bekannten Aufbereitungsmaschine wirkt es sich mit Vorteil im
Falle der erfinderischen Maßnahmen positiv aus, wenn das Aufbereitungsmaterial nicht
von den Abstreiferplatten unter Überwindung der Fliehkraftanpressung des Gutes an
der Behälterinnenwand vom Behälter abgelöst werden muß. Durch das Abfließen des Materials
durch seine eigene Schwerkraft hat die wie ein Umlenker wirkende Abstreiferplatte
im Prinzip nur noch die Aufgabe, Behälterwand und -boden zu reinigen und vorzugsweise
während der Entleerungsphase das Material zur Austragsöffnung zu leiten. Während bei
der bekannten Aufbereitungsmaschine das zu verarbeitende Material einer scharfen Umlenkung
unterworfen und unter Kraftaufwand in das im III. oder IV. Quadranten befindliche
rotierende Werkzeug gedrückt werden mußte, braucht erfindungsgemäß die Umlenkung nicht
mehr vergleichsweise scharf zu erfolgen. Das Umlenken wird mit anderen Worten nicht
mehr zur Aufbereitung des Füllgutes sondern in erster Linie nur noch zum Entleeren
eingesetzt. Der Widerstand, den das Aufbereitungsmaterial am Vorbeiströmen der Abstreiferplatte
erfährt, ist dadurch ersichtlich geringer. Dadurch wird wesentlich weniger Energie
verbraucht und weniger Verschleiß erzeugt.
[0015] Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich besonders günstig bei der Aufbereitung
von Schüttgütern, wie sie beispielsweise in der Baustoffindustrie, der keramischen
und der chemischen Industrie verarbeitet werden. Es gibt bei diesen Einsatzgebieten
häufig Mischgüter, die während des Mischvorganges ihr Fließverhalten wesentlich verändern.
In der keramischen Industrie ist es z.B. üblich, aus feinem, windgesichtetem Tonpulver
und Wasser eine plastische Masse zu kneten. Bei Beginn der Mischung sind die beiden
aufgegebenen Mischungskomponenten sehr fließfähig, während sie am Ende der Mischzeit
eine klebrige, plastische Masse darstellen können.
[0016] In der Vergangenheit war.es häufig üblich, für solche Aufgaben unterschiedliche Misch-
und Aufbereitungsvorrichtungen einzusetzen, insbesondere zum Vormischen und Nachmischen.
[0017] Durch die Maßnahmen der Erfindung ist es hingegen möglich, alle Mischgutkonsistenzen
problemlos zu verarbeiten.
[0018] Bei vorteilhafter weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist mindestens ein Teil, vorzugsweise
der untere Abschnitt der Abstreiferplatte um eine zur Behältermittelachse parallele
Achse schwenkbar und arretierbar. Auf diese Weise ist sozusagen ein schwenkbar angeordneter
Umlenker geschaffen, der während des Mischvorganges beispielsweise in Laufrichtung
des drehenden Behälters gestellt und erst zum Entleeren eingeschwenkt wird. Dies hat
den Vorteil, daß der Mischgutstrom während der Mischzeit nicht vom Umlenker gebremst
wird.
[0019] Statt eine feste Stellung der Abstreiferplatte zu Beginn und eine andere feste zum
Entleeren vorzusehen und die Platte zu arretieren, kann der schwenkbare Teil der Abstreiferplatte
auch während der gesamten Aufbereitun
gs-zeit geregelt verstellt werden. Damit kann beispielsweise Mischgut nach Wunsch mehr
oder weniger stark auf die Mischwerkzeuge, beispielsweise die rotierenden Werkzeuge,
gelenkt werden. Somit kann man automatisch den Mischgutstrom immer so stark auf das
Mischwerkzeug lenken, daß dieses stetig mit einer vorher gewählten Motorbelastung
arbeitet.
[0020] Vorteilhaft ist es gemäß der Erfindung auch, wenn zwei rotierende Werkzeuge in Strömungsrichtung
des Materialflusses hintereinander und versetzt derart im I. und II. Quadranten angeordnet
sind, daß das nachgeschaltete Werkzeug den Materialfreiraum des vorgeschalteten Werkzeuges
beaufschlagt. Ob nun das zweite rotierende Werkzeug gegenüber dem ersten in Strömungsrichtung
und/oder auch quer dazu versetzt ist oder nicht, in jedem Falle ist es durch die Anordnung
von zwei rotierenden Werkzeugen, die vorzugsweise jeweils etwas kleiner ausgebildet
werden, als wenn nur ein einziges rotierendes Werkzeug eingesetzt wird, möglich, die
gesamte Behälterbodenfläche zu bestreichen, ohne daß aufwendige maschinentechnische
Maßnahmen zur Erfassung des gesamten Behandlungsmaterials getroffen werden müssen.
[0021] Ordnet man zwei rotierende Werkzeuge verstellbar an, dann kann man das Behandlungsmaterial
zwischen den Werkzeugen wunschgemäß einer harten Aufbereitung unterwerfen, oder man
kann das eine Werkzeug das Aufbereitungsmaterial in den vom anderen Werkzeug geschaffenen
Freiraum transportieren lassen.
[0022] Erfindungsgemäß ist es auch zweckmäßig, wenn bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform
das rotierende Werkzeug im unteren Bereich nahe dem Behälterboden in radialer Richtung
kürzere Schaufeln als im oberen Bereich aufweist. Für die Definition des Begriffes
"unten" wird angenommen, daß der Betrachter bei abgenommenem Deckel von oben in den
Behälter hineinblickt und den Boden mit Entleerungsöffnung unten und die Eingabeöffnung
"oben" annimmt. Die Entleerungsöffnung soll mit den anderen im Behälter eingebauten
Werkzeugen zur Erreichung eines schnellen Entleerens zusammenwirken, so daß die Leistung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung verbessert werden kann. In einem solchen Falle ist
es zweckmäßig, wenn nicht die unteren Schaufeln des rotierenden Werkzeuges ganz oder
zu einem großen Teil die Entleerungsöffnung überstreichen, weil dadurch in der Entleerun
gsphase das aufbereitete GutbeimAustritt aus dem Behälter behinösrt wird. Die vorstehenden
Maßnahmen der in radialer Richtung kürzeren Schaufeln unten fördern diesen Zweck.
[0023] Es hat sich gezeigt, daß durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen, insbesondere den
Einsatz der unterkritischen Drehzahl in Verbindung mit der höheren Füllung der Einsatz
wirkungsvollerer, rotierender Werkzeuge möglich ist als bei den bekannten Vorrichtungen
der eingangs bezeichneten Art. Die rotierenden Werkzeuge der bekannten Vorrichtung
waren als einziger Kranz von in axialer Richtung aufragenden Schaufeln am Ende einer
Welle ausgestaltet, wobei der Schaufelkranz am Ende der Welle im Bereich des Behälterbodens
angeordnet war, ggf. auch in gewissem Abstand vom Behälterboden. Jedenfalls war es
nur unter erheblichem konstruktivem und ener
getischem Aufwand möglich, Werkzeuge mit mehreren Schaufelkränzen einzusetzen, weil
der Leistungsverbrauch eines solchen rotierenden Werkzeuges unverhältnismäßig groß
gewesen wäre; wenn nicht sogar Beschädigungen der rotierenden Werkzeuge zu befürchten
wären.
[0024] Die günstige Kombination von unterkritischer Drehzahl, Anstellung von Abstreiferplatte
und Ausgestaltung von rotierendem Werkzeug mit seiner zweckmäßigen Anordnung im abstromseitigen
Bereich des Behälters erlauben jedoch in unerwarteter Weise die Ausgestaltung rotierender
Werkzeuge mit mehr als einem Schaufelkranz, vorzugsweise 3 bis 6. In Achsrichtung
der Welle des rotierenden Werkzeuges sind demnach 2 bis 5 Schaufelkränze übereinander
angeordnet zu denken, wobei die Schaufeln vorzugsweise in radialer Richtung ragen,
ggf. schräg angestellt sind, so daß deren Ebene zu einer zur Wellenachse senkrechten
Ebene unter einem Winkel angestellt ist. Der Behälter ist erfindungsgemäß mit einer
beachtlich hohen Füllung versehen, so daß alle Schaufelkränze im Füllgut arbeiten
können und dadurch sehr effektiv wirken. Beispielsweise erreicht man auch eine gute
vertikale Mischwirkung, d.h. eine Bewegungskomponente des Behandlungsmaterials in
Richtung der Wellenachse des rotierenden Werkzeuges.
[0025] Durch die Verkürzung der Schaufeln in radialer Richtung zum Behälterboden hin kann
aber nicht nur die Entleerungsöffnung freigehalten werden, so daß das Behandlungsgut
schneller entleert werden kann, sondern man erreicht auch eine bessere Energieverteilung
durch das rotierende Werkzeug auf das Behandlungsmaterial. Durch dessen Eigengewicht
besteht nämlich im unteren Bereich eine größere Materialpressung als im oberen Bereich.
Die kürzere Ausbildung der Schaufeln unten als oben wirkt sich sozusagen umgekehrt
proportional aus, so daß sowohl unten wie oben im Behälter etwa gleicher Energieverbrauch
herrscht, damit gleicher Verschleiß und gleiche Standzeit der Werkzeuge.
[0026] Die kürzere Ausgestaltung der Schaufeln im unteren Bereich des Behälters schafft
weiterhin mit Vorteil die Möglichkeit, daß der umlenkende Teil der Abstreiferplatte,
welcher sich in der Nähe des Behälterbodens befindet, einen größeren Bestreichungsbereich
erhält. Vorzugsweise kann dieser Umlenkerteil der Abstreiferplatte länger ausgebildet
sein, denn er hat durch die Verkleinerung des radialen Wirkbereiches des rotierenden
Werkzeuges in der Nähe des Behälterbodens mehr Platz. Dadurch kann wiederum eine Entleerung
auch dann günstig eingeleitet durchgeführt werden, wenn der umlenkende Teil der Abstreiferplatte
bis an den hinteren Rand (in Drehrichtung des Behälters gesehen) der Entleerungsöffnung
heranreicht, weil das gesamte Be- handlun
gsgut ergriffen wird und doch eine zu scharfe Umlenkung des Materialstromes vermieden
wird (diese Position des Umlenkers ist im I. Quadranten in Figur 1 gezeigt). Hat man
einen besseren Materialfluß zur Entleerungsöffnung hin, dann ergibt sich im Entleerungsfalle
weniger Stau, eine schnellere Entleerung und folglich der Vorteil, daß man bei gleicher
Mischerspielzeit (oder Chargenzeit) eine kürzere Entleerzeit und eine größere Aufbereitungszeit
verfügbar hat und damit die Leistung wunschgemäß verbessert ist.
[0027] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen. Es
zeigen:
Fig. 1 schematisch die Draufsicht auf einen als Kreis gezeigten Aufbereitungsbehälter
zur Definition der Quadranten und der Uhrzeigerpositionen, wobei unter Aufbereitung
in Verbindung mit den Ausführungsbeispielen das Mischen verstanden wird,
Fig. 2 eine ebenfalls schematische Seitenansicht der .Fig. zur Definition der Uhrzeigerpositionen,
Fig. 3 eine Draufsicht auf eine erste Ausführungsform einer Mischmaschine mit einem
rotierenden Werkzeug und stationärer Abstreiferplatte,
Fig. 4 eine ähnliche Draufsicht wie Fig. 3, jedoch von einer zweiten Ausführungsform
mit zwei rotierenden Werkzeugen, deren Drehachsen im wesentlichen auf der Trennungslinie
zwischen dem I. und II. Quadranten nebeneinander angeordnet sind,
Fig. 5 die teilweise aufgebrochen gezeigte Seitenansicht der Vorrichtung der Fig.
3 von links,
Fig. 6 eine teilweise aufgebrochene Seitenansicht der Vorrichtung der Fig. 4 von links,
Fig. 7 eine ähnliche schematische Darstellung wie in Fig. 1, wobei zwei rotierende
Werkzeuge in Strömungsrichtung des Materialflusses hintereinander und versetzt angeordnet
sind,
Fig. 8 die Draufsicht auf eine weitere andere Ausführungsform einer Mischmaschine
ähnlich der der Fig. 4 mit verstellbarer Abstreiferplatte und
Fig. 9 eine weitere schematische Darstellung ähnlich den Fig. 1 und 7, jedoch mit
anders angestellter Abstreiferplatte unter Darstellung des Materialflusses in einer
Mischmaschine der ersten Ausführungsform gemäß Fig. 3 und 5.
[0028] Zur Verbesserung der Beschreibungsmöglichkeit der in den Fig. 3 bis 8 gezeigten Vorrichtungen
und zur Definition der einzelnen Lagen von Maschinenelementen werden zunächst die
Fig. 1 und 2 betrachtet.
[0029] In Fig. 1 blickt der Betrachter in Richtung der Mittelachse 5 des Aufbereitungsbehälters
1, der sich mithin als Kreis um den Mittelpunkt 5 darstellt. Dreht sich der Behälter
1 in Richtung der dargestellten Kreispfeile, wobei die Mittelachse 5 gegen das Lot
in einem Winkel von 20° bis 80°, vorzugsweise 45° bis 75° angestellt ist, dann ergibt
sich bei 24 in der 12 Uhr-Stellung der Scheitelpunkt, der gemäß Fig. 2 rechts den
oberen Teil darstellt.
[0030] i diesem Bereich setzt auch die Abstreiferplatte 2 an, die im wesentlichen aus zwei
Plattenteilen besteht, wie in Fig. 2 ersichtlich ist. Der eine Plattenteil ist ebenso
schmal ausgebildet wie der andere, verläuft aber auf der Innenseite der zylindrischen
Behälterwand parallel zur Mittelachse 5; während der andere Plattenteil senkrecht
dazu bis in den Bereich der Austragsöffnung 3 reichend verläuft. Bei der schematischen
Darstellung der Fig. 1, 2 und 7 ist die Abstreiferplatte 2 einstückig dargestellt.
Es kann sich aber auch um zwei aneinander befestigte oder sogar gegeneinander verschwenkbare
Plattenteile handeln, wie z.B. anhand der Fig. 8 und 9 zu sehen ist.
[0031] In Fig. 1 liegen rechts von der. Linie 6 Uhr bis 12 Uhr der I. und II. Quadrant,
wobei es sich hier um die Abstromseite vom Scheitelpunkt 24 handelt; und auf der gegenüberliegenden
Seite der Linie von 6 Uhr bis 12 Uhr befinden sich folglich der III. und IV Quadrant,
wobei die jeweiligen Grenzlinien zwischen dem I. und II. sowie zwischen dem III. und
IV. Quadranten die Linie von 3 Uhr bis 9 Uhr ist.
[0032] Mit diesem Denkmodell versteht man die Darstellung der Fig. 3 und 4 besser. In Fig.
3 ist eine erste Ausführungsform einer Mischmaschine gezeigt, deren umlaufender Behälter
1 über Lager 17 (Fig. 5) im Maschinenrahmen 9 gelagert und vom Reibrad 8 angetrieben
wird. Am Haltearm 4 als Befestigungspunkt für den Umlenker ist die Abstreiferplatte
2 angeordnet. Im II. Quadranten liegt die parallel zur Mittelachse 5 des Behälters
1 verlaufende Mittelachse 5' des großen rotierenden Werkzeuges 6. Aus der strichpunktierten
Kreislinie 6 mit dem Pfeil erkennt man die Drehrichtung des rotierenden Werkzeuges
6, die an der der Innenwandung des Behälters 1 nächstliegenden Stelle entgegengesetzt
der Behälterdrehrichtung ist. Das rotierende Werkzeug 6 wird über einen Arm 25 gehaltert,
der sich ebenso wie der Antriebsmotor 7 des rotierenden Werkzeugs 6 am Maschinenständer
26 abstützt.
[0033] In der Seitenansicht sieht man die Vorrichtung gemäß Fig. 5. Ein unterer Maschinenraum
19 stellt die allgemeine Halterung für den Behälter 1 und seine Antriebe dar. Der
Motor 27 treibt das Reibrad 8, und die Abstreiferplatte 2 ist über den Haltearm 4
verstellbar vorgesehen.
[0034] Das rotierende Werkzeug 6 besteht aus einer zusammengesetzten Welle 18, längs der
jeweils im Abstand voneinander Misch- bzw. Zerkleinerungsschaufeln 28 übereinander
angeordnet sind, so daß praktisch das gesamte Füllvolumen des Behälters 1 bestrichen
werden kann. Bei der in Fig. 5 gezeigten Ausführungsform sind die am unteren freien
Ende der Welle 18 angeordneten Schaufeln radial gesehen kürzer als die mittlere und
diese wiederum radial kürzer als die oberen.
[0035] Die Austragsöffnung 3 wird durch einen Verschlußdeckel 16 verschlossen, der in der
gestrichelten Position die geschlossene Stellung und in der strichpunktierten Position
die geöffnete Stellung zeigt. Der Drehpunkt zum öffnen und Schließen dieses Verschlußdeckels
16 ist mit 29 bezeichnet.
[0036] Die Ausführungsform der Fig. 4 und 6 ist sehr ähnlich der der Fig. 3 und 5, es sind
jedoch statt einem großen rotierenden Werkzeug 6 zwei kleine Werkzeuge 14 und 15 verwendet,
deren Mittelachsen 10 und 11 auf der Trennlinie zwischen dem I. und II. Quadranten,
d.h. in Strömungsrichtung des Materials im Behälter 1 nebeneinander angeordnet sind.
Anstelle eines Gestelles sind hier für die Anordnung der beiden rotierenden Werkzeuge
14 und 15 zwei Gestelle 26 und 30 gezeigt; entsprechend auch zwei Antriebsmotore 12
und 13.
[0037] Auch bei der Ausführungsform der Fig. 6 besteht das kleinere rotierende Werkzeug
14 bzw. 15 aus einigen längs der Welle 18' im Abstand angeordneten Radialschaufeln
31, deren Radialabmessung im Verhältnis zu der der Schaufeln 28 der Fig. 5 kleiner
und untereinander gleich ist.
[0038] In der Fig. 4 soll hauptsächlich eine andere Anordnung der beiden rotierenden Werkzeuge
mit den Mittelachsen 21 und 22 veranschaulicht werden. In Strömungsrichtung des Behandlungsmaterials
ist das eine rotierende Werkzeug A vorgeschaltet und das andere Werkzeug B nachgeschaltet.
Die Mittelachse 21 des ersten Werkzeuges A befindet sich im I. Quadranten, die Mittelachse
22 des zweiten Werkzeuges B im II. Quadranten. Im Bereich der Austragsöffnung 3 ist
ein gestrichelter Freiraum 23 eingezeichnet, in welchen das nachgeschaltete und auch
versetzte zweite Werkzeug B hineinarbeitet.
[0039] Der schematisch gezeigte Umlenker 2 ist in Richtung des Materialflusses quer angestellt,
wie beispielsweise beim Entleeren gewünscht ist.
[0040] In Fig. 8 ist eine Vorrichtung ähnlich der Fig. 4 gezeigt, bei welcher die beiden
Werkzeuge A und B jedoch etwas anders bezüglich der Strömungsrichtung des Materialflusses
eingestellt sind. Hier erkennt man deutlich den als Antrieb des Umlenkers wirkenden
Hydraulikzylinder 20 für die Bewegung der Abstreiferplatten 2. Der Haltearm 4 ist
sozusagen ein Drehpunkt zwischen einem unbeweglichen Teil der Abstreiferplatte 2,
welcher sich nämlich im wesentlichen parallel zur Mittelachse 5 des Behälters 1 erstreckt,
d.h. der aufragende Teil des L-förmigen Umlenkers. Der andere und bei dieser Ausführungsform
der Fig. 8 gebogen gezeichnete Teil der Abstreiferplatte 2 ist in Richtung der Mittelachse
5 klein, erstreckt sich als der andere Schenkel des L der Abstreiferplatte 2 längs
des mit 32 bezeichneten Bodens des Behälters 1. Diese bogenförmige Abstreiferplatte
ist über den Winkel α aus der strichpunktierten in die gestrichelt gezeichnete Position
und zurück verschwenkbar. Je nach der Ansteuerung des Hydraulikzylinders 20 kann eine
laufende Regelung im Betrieb oder eine fixe Position voreingestellt werden.
[0041] Im Betrieb ergeben sich beispielsweise die Strömungsverhältnisse der Fig. 9. Das
Mischgut wird ohne weitere Störung durch den niederen, bogenförmigen Teil der Abstreiferplatte
2 vom Scheitelpunkt 24 in Uhrzeigerrichtung in den I. Quadranten gefördert. Ein Teil
des Aufbereitungsmateriales wird umgelenkt, während ein anderer Teil, insbesondere
in den oberen Materialschichten, den Umlenker 2 in Richtung Tellerwand überströmt.
Der im Quadranten I in Uhrzeigerrichtung ablaufende Materialstrom wird durch das rotierende
Werkzeug 6 quer geschnitten. Ein Teil des Mischgutes wird von dem Werkzeug 6 nicht
erfasst und setzt seinen Weg entsprechend der Drehrichtung des Behälters 1 fort, wie
z.B. durch die beiden Pfeile 33 angedeutet ist. Diese Materialströme setzen ihren
Weg entsprechend der Behälterdrehrichtung in den Quadranten 11 hin und durch diesen
hindurch zum Quadranten III hin fort. Die verschiedenen geteilten Mischgutströme treffen
sich dann im Grenzbereich zwischen den Quadranten II und III wiederum, so daß sich
ein Materialfluß entsprechend der gebogenen Pfeile 34 ergibt.
[0042] Da die Quadranten III und IV von Einbauten frei sind, kann das Material in Richtung
der Pfeile 35 nach oben strömen, bis der Zyklus wieder erneut beginnt.
[0043] Durch die unterschiedliche Positionierung des bogenförmigen Teils der Abstreiferplatte
2 gemäß Fig. 8 kann mehr oder weniger Mischgut den im Falle der Fig. 8 vorgesehenen
zwei rotierenden Werkzeugen 14 bzw. A und 15 bzw. B oder der Entleerungsöffnung 3
zugeführt werden.