Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Beschleunigungsgrenzwertschalter mit einem kugelförmigen
Trägheitskörper aus ferromagnetischem Material, der von einem Magnetsystem in Ruhestellung
gehalten ist und dem zwei voneinander isolierte Kontaktelemente gegenüberstehen, die
beim Auftreffen des Trägheitskörpers durch elastische Verformung einer Membran kontaktierbar
sind.
Stand der Technik
[0002] Aus der DE-OS 30 22 878 ist ein Beschleunigungsgrenzwertschalter bekannt geworden,
der im wesentlichen aus einem Dauermagneten, einer von diesem gehaltenen ferromagnetischen
Kugel, einer Leiterplatte mit kammartig ineinandergreifenden Kontaktfingern und einer
elastischen, leitfähigen Membran besteht, die zwischen Kugel und Leiterplatte angeordnet
ist. Beim Auftreten einer über dem Grenzwert liegenden Beschleunigung reißt die Kugel
vom Magneten ab und fliegt dabei infolge ihrer Trägheit gegen die Membran, so daß
diese unter Kontaktgabe kurzzeitig die Leiterplatte berührt. Die leitfähige oder mit
einem leitfähigen Bereich ausgestattete Membran muß durch die besondere Ausgestaltung
eines zweiteiligen Gehäuses gehalten werden. Die Leiterplatte wird in dem Gehäusedeckel
durch Kontaktstifte gehalten.
[0003] Es hat sich herausgestellt, daß die Fertigung der Gehäuse-und Funktionsteile des
bekannten Beschleunigungsgrenzwertschalters noch zu lohnintensiv ist. So ist es beispielsweise
erforderlich, die Kontaktbahnen der Leiterplatte zu vergolden, damit auch noch nach
Jahren der Nichtbeanspruchung unter klimatisch ungünstigen Bedingungen ein sicheres
Ansprechen gewährleistet ist.
Darstellung der Erfindung
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Zahl der Einzelteile zu verringern,
die Gehäuseform zu vereinfachen und die Kontaktflächen mit geringstem Aufwand gegen
Korrosion zu sichern.
[0005] Es ist weiterhin Aufgabe der Erfindung, die Steuerbarkeit des Grenzwertschalters
noch stärker auszubauen, um aufeinanderfolgende Kontaktschließungen zur Steuerung
von Rückhalteeinrichtungen, Warnsystemen oder zur Unfallanalyse elektronisch auszuwerten.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Membran aus einer mit einer Kontaktmater
belegten Isolierstoffolie besteht, die durch einen Isolierstoffring im Ruhezustand
von einer zweiten Kontaktmater getrennt ist.
Beschreibung der Zeichnungen
[0007] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand von Fig. 1 - 9 der Zeichnung dargestellt.
[0008]
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch den neuartigen Beschleunigungsgrenzwertschalter,
Fig. 2 den oberen Teil des Kontaktsystems,
Fig. 3 einen Klebefolienring,
Fig. 4 den unteren Teil des Kontaktsystems,
Fig. 5 einen Längsschnitt durch das Kontaktsystem,
Fig. 6 eine perspektivische Gesamtansicht,
Fig. 7 einen Längsschnitt durch eine abgewandelte Bauform,
Fig. 8 stellt einen Längsschnitt durch eine andere Bauform eines Beschleunigungsgrenzwertschalters
dar,
Fig. 9 einen Querschnitt entlang der Linie AB in Fig. 8.
[0009] In Fig. 1 ist mit 1 ein quaderförmiges oder zylindrisches Gehäuse bezeichnet, das
im oberen Teil eine trichterförmige Aussparung 1a aufweist. In dieser Aussparung ist
eine ferromagnetische Kugel 2 gelagert, die von einem Dauermagneten 3 festgehalten
wird. Der vorzugsweise zylindrische und in Achsrichtung gepolte Magnet 3 wird in einer
bodenseitigen öffnung des aus Kunststoff bestehenden Gehäuses befestigt. Vorzugsweise
benutzt man einen Thermoplast, der den Magnet durch Verformung der Kante 1b arretiert.
Der Boden der trichterförmigen Aussparung 1a ist als Kugelkalotte ausgebildet, so
daß die Kugel 2 vom Magneten 3 durch eine gewisse Wandstärke getrennt ist, die als
magnetischer Luftspalt wirkt. Die Kugel 2 wird in ihrer Ruheposition lediglich durch
die Inhomogenität des magnetischen Streufeldes gehalten. Der mechanische Teil des
Schalters besteht somit nur aus Magnet, Kugel und Gehäuse. Mit 9, 10, 11, 12 sind
eingepreßte Metallstifte bezeichnet, die der alternativen Befestigung auf einer Leiterplatte
dienen.
[0010] Der elektrische Teil des Schalters wird durch eine teilweise metallisierte Doppelfolie
4 gebildet, die durch den Deckel 5 geschützt ist. Der vorzugsweise als Isolierstoffstanzteil
ausgebildete Deckel 5 weist ebenso wie die Doppelfolie 4 Durchbrüche auf, durch die
angeformte Niete 1c, 1d, bestehend aus dem Werkstoff des Gehäuses, hindurchragen.
Diese Niete werden bei der Montage des Schalters thermisch oder mittels Ultraschall
verformt.
[0011] Der Aufbau des elektrischen Teiles des Schalters ergibt sich aus Fig. 2 - 5. Fig.
2 zeigt eine kreisförmige Kunststoffolie 4a mit einer seitlichen Anschlußfahne 4a1
und einer Kontaktmater 4a2.
[0012] In Fig. 3 ist ein Kreisring 4b dargestellt, der aus zweiseitig klebender Kunststoffolie
besteht.
[0013] In Fig. 4 ist als Gegenstück zu Fig. 2 die Folie mit 4c bezeichnet, die eine seitliche
Anschlußfahne 4c1 und eine Kontaktmater 4c2 trägt. Nach dem Verkleben der Teile 4a,
4b und 4c erhält man ein Kontaktelement 4, wie es überhöht gezeichnet in Fig. 5 dargestellt
ist.
[0014] Zwischen den Teilen 4a und 4c bildet sich ein mit Luft gefüllter Hohlraum 6 aus,
der durch den Ring 4b gegen die Außenluft völlig abgedichtet ist. In dem Hohlraum
6 stehen sich die Metallschichten in einem Abstand von einigen Zehntel Millimetern
gegenüber, so daß eine ausreichende Isolationsstrecke vorliegt. Beim Aufschlag der
Kugel wird die untere Folie so weit elastisch verformt, daß kurzzeitig der Kontakt
geschlossen wird. Die Teile 4a, 4b und 4c sind ohne Nietlöcher dargestellt. Ihr Durchmesser
kann auch kleiner sein als der Nietlochkreis.
[0015] Die Verformungskennlinie der Folie wird so gewählt, daß lediglich das Gewicht der
Kugel noch nicht zur Kontaktgabe führt. Damit wird verhindert, daß der Schalter bei
einem auf dem Dach liegenden Fahrzeug Dauerkontakt gibt, was z.B. zur Dauerblockierung
des Gurtschlosses führen könnte.
[0016] Da die Kugel 2 in ihrem Lager durch die Folien 4a, 4b und 4c sowie den Deckel 5 völlig
gegen den Außenraum abgedichtet ist und nicht mit ihrer Metalloberfläche an der elektrischen
Kontaktierung beteiligt ist, benötigt ihre Oberfläche keine Edelmetallschicht.
[0017] Abweichend von Fig. 1 - 5 kann man die Kontaktmater 4a2 unmittelbar auf den Deckel
5 aufbringen, so daß dieser als Leiterplatte ausgebildet ist.
[0018] Der Ansprechwert im Bereich von einigen g hängt stark von der Entfernung zwischen
Magnet und Kugel ab. Wenn man die Aufnahmeöffnung für den Dauermagneten als Preßsitz
ausbildet, kann man den Magneten in mehreren Stufen einpressen und dabei den Grenzwert
messen. Hierdurch läßt sich der Ansprechwert in engen Toleranzen einhalten.
[0019] Fig. 6 zeigt den kompletten Schalter nach Fig. 1 in der Perspektive. Das Gehäuse 1
besteht aus einem Quader, der in einen Halbzylinder übergeht. Damit steht in allen
drei Koordinatenrichtungen mindestens eine ebene Fläche zur Montage auf einer Leiterplatte
oder einem Gehäuse zur Verfügung. Das Kontaktsystem 4 hat, abweichend von Fig. 2 -
5, die Form eines Rechtecks mit anschließender Halbkreisfläche.
[0020] Mit 11, 12, 13, 14 sind eingepreßte Stifte bezeichnet, die durch Einlöten oder Umknicken
an einer Leiterplatte oder Gehäusewand fixierbar sind. Die Stifte, von denen in aller
Regel nur ein Paar benötigt wird, können aber auch durch angeformte Bolzen aus dem
Gehäusewerkstoff ersetzt werden, die nach der Montage zu einem Nietkopf umgeformt
werden. Der Deckel 5 ist mit Hilfe der angeformten Nieten 1c, 1d, 1e, 1f so befestigt,
daß er nicht schadlos demontiert werden kann. Die Nieten können so verteilt sein,
daß sie die Anschlußfahnen 4a1 und 4c1 oder das gesamte Kontaktsystem 4 nicht durchdringen.
Im letzteren Fall wäre dann im Gehäuse 1 eine ringförmige Aussparung für das Kontaktsystem
4 vorzusehen, so daß der Deckel 5 unmittelbar auf dem Rand des Gehäuses 1 aufläge.
[0021] Eine alternative Bauform zeigt Fig. 7. Sie unterscheidet sich von Fig. 1 lediglich
dadurch, daß der untere Teil des Gehäuses 1 eine Spule 7 trägt und ein Weicheisenkern
8 an die Stelle des Dauermagneten tritt. Die Spule 7 wird mit dem Einschalten der
Zündung des Kraftfahrzeuges an das Bordnetz angeschlossen. Der Auslöse- oder Grenzwert
des Schalters kann dann mit Hilfe eines Vorwiderstandes werksseitig leicht eingestellt
werden. Es wäre aber auch denkbar, daß man dem Fahrer eine gewisse Einstellmöglichkeit
anheimstellt, so daß er z.B. zwischen "Autobahn" und "Geländefahrt" umstellen kann.
Dies kann dazu beitragen, eine teure Fehlauslösung eines Aufprallschutzes (Airbag)
zu vermeiden.
[0022] In Fig. 8 ist mit 21 ein vorzugsweise zylindrisches Kunststoffgehäuse bezeichnet,
das einen zur Achse CD symmetrischen und trichter- oder kegelstumpfartigen Hohlraum
21a umschließt. In diesem Hohlraum ist ein ferromagnetischer, kugelförmiger Trägheitskörper
22 gelagert. Unter dem Trägheitskörper 22 gelagert. Unter dem Trägheitskörper 22 ist
ein zylindrischer ferromagnetischer Kern 23 angeordnet, der von einer Magnetspule
24 umgeben ist. Ober die Spule 24 ist ein-topfartiger ferromagnetischer Rückschluß
25 geschoben, der zur Einstellung des Beschleunigungsgrenzwertes bei bestimmtem Magnetisierungsstrom
variierbar sein kann. Kern 23 und Rückschluß 25 sind durch einen aus dem Kernmaterial
gebildeten angeformten Niet 23a dauerhaft verbunden. Der Rückschlußtopf 25 stellt
zugleich einen mechanischen Schutz für die Spule 24 dar. Der Hohlraum 21a wird nach
oben hin durch eine gummielastische Membran 26 mit leitfähiger Mittelzone 26a und
eine Leiterplatte 27 abgeschbssen. Die Leiterplatte 27 weist zwei Anschlußstifte 27a
und 27b auf, die mit kammartig ineinandergreifenden Leiterstrukturen verbunden sind.
Die Membran 26 ist in der Randzone 26b verstärkt, so daß die leitfähige Mittelzone
die Leiterplatte im Ruhezustand nicht berührt. Membran 26 und Leiterplatte 27 sind
durch den "umgebördelten" Kragen 21h unverlierbar und abdichtend mit dem Gehäuse 21
verbunden. Bei Verwendung eines thermoplastischen Gehäusewerkstoffes kann die Verformung
der Randzone 21h mittels Ultraschall erfolgen.
[0023] Die Membran 26 ist in ihrer Federkennlinie vorzugsweise so steif ausgebildet, daß
allein vom Gewicht des Trägheitskörpers 22 noch keine Kontaktgabe ausgelöst wird.
Wenn nun das Fahrzeug nach einem Primärstoß auf der Seite oder dem Dach über die Fahrbahnrutscht,
erhält man eine Serie von auswertbaren Sekundärimpulsen, nicht jedoch in der Ruhelage
einen Dauerkontakt.
[0024] Im Bereich der Schnittebene AB weist das Gehäuse 21 zwei auf einer optischen Achse
liegende Bohrungen 21c, 21d auf. In diese Bohrungen sind Sender 28 und Empfänger 29
einer Lichtschranke eingesetzt, deren optische Achse den kugelförmigen Trägheitskörper
22 in seiner Ruhelage schneidet. Vorzugsweise geht der kegelstumpfartige Hohlraum
21a in eine Kugelkalotte 21b über. Die Bohrungen 21c, 21d können den Bereich der Kugelkalotte
21b durchbrechen, um bei dem benutzten sichtbaren oder infraroten Licht Reflexionsverluste
zu vermeiden.
[0025] Wenn man als Gehäusewerkstoff einen glasklaren Thermoplast verwendet, können die
Bohrungen 21c, 21d am Übergang zur Kalotte 21b mit eingeformten optischen Fenstern
abgeschlossen sein. Die in sehr kleinen Abmessungen lieferbaren zylindrischen Leucht-
und Empfängerdioden werden in den Bohrungen durch Gießharztropfen oder dauerplastische
Kittmasse abdichtend befestigt. Die herausgeführten Anschlußdrähte sind mit 28a, 29a
bezeichnet.
[0026] Um zu vermeiden, daß der kugelförmige Trägheitskörper 22 bei tangentialen Stößen
in dem Hohlraum 21a auf einer kegelmantelförmigen Spirale umläuft, sind in den Kegelmantel
prismenartige Rippen 21e, 21f, 21g eingearbeitet, die ein Trudeln des Trägheitskörpers
22 verhindern oder zumindest stark abbremsen. Eine ähnliche Wirkung wäre durch entsprechende
Vertiefungen erzielbar.
[0027] Der gesamte Beschleunigungsgrenzwertschalter kann mittels der Anschlußstifte 27a,
27b hängend auf einer größeren Leiterplatte befestigt werden. Mit dieser Leiterplatte
sind dann auch die Anschlußdrähte 28a, 29a zu verlöten.
[0028] Fig. 9 zeigt den Querschnitt des Gehäuses 21 und des Trägheitskörpers 22 sowie die
Draufsicht auf den Rückschluß 25. In die Bohrungen 21c, 21d sind Sender 28 und Empfänger
29 eingesetzt. Die optische Achse ist mit der Linie EF angedeutet.
[0029] Die Gebrauchslage des Schalters entspricht der Darstellung, in der die Symmetrieachse
CD mit der Vertikalen, also der Schwerkraftrichtung zusammenfällt. Infolge der rotationssymmetrischen
Gestaltung des Hohlraumes 21a und des Haltemagneten 23, 24, 25 ist der Ansprechwert
für alle auf der Achse CD senkrecht stehenden Beschleunigungsrichtungen gleich. Es
hat also - mit anderen Worten - auf den Ansprechwert keinen Einfluß, ob das mit dem
Schalter ausgerüstete Fahrzeug von vorn, von hinten oder von der Seite angestoßen
wird. Bei Stößen in Richtung der Achse CD ist die Empfindlichkeit allerdings wesentlich
größer.
[0030] Der beschriebene Schalter weist zwei voneinander unabhängige Kontaktsysteme auf.
Bei überschreitung der über die Spule 24 einstellbaren magnetischen Haltekraft reißt
der Körper 22 ab, so daß nach sehr kurzem Laufweg die Schranke 28, 29 anspricht. Am
Ende des Roll- oder Flugweges wird der Kontakt zwischen den Stiften 27a, 27b geschlossen.
Der zeitliche Abstand zwischen den Signalen ist beschleunigungsabhängig und liegt
in der Größenordnung von Millisekunden.
[0031] In einer besonders preiswerten Version kann der Elektromagnet 23, 24, 25 durch einen
Dauermagneten ersetzt werden. In diesem Falle ist dann die kritische Abreißkraft des
Trägheitskörpers für Primär- und Sekundärstöße gleich groß.
[0032] Die nachgeschaltete Elektronik ist bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der
Erfindung so ausgebildet, daß ein Ausgangssignal erscheint, wenn die Beschleunigung
des Primärstoßes größer ist als 6 g und die Lichtschranke 28, 29 länger als 20 ms
anspricht. Die Messung dieser Beschleunigungs-Zeit-Fläche ist aber auch über das Kontaktsystem
26, 27 oder über ein Zusammenwirken beider Kontaktsysteme möglich. Durch diese Mindestanforderung
an Größe und Zeitdauer einer Beschleunigung wird verhindert, daß z.B. der sehr teure
Airbag aufgrund eines sehr harten und kurzen Fahrbahnstoßes auslöst.
[0033] Während die Lichtschranke den Primärstoß zum frühestmöglichen Zeitpunkt erfaßt, können
weitere Ausgangssignale über die Sekundär- und Tertiärstöße von dem Membran-Leiterplatten-Kontakt
26, -27 abgeleitet werden. Damit der Trägheitskörper 22 nach dem Primärstoß nicht
sofort wieder vom Magnetsystem eingefangen wird, soll vorzugsweise über die Lichtschranke
28, 29 die Spule 24 abgeschaltet werden. Es kann aber auch zweckmäßig sein, mit Hilfe
dieser Lichtschranke den Abreißpunkt des Elektromagneten auf 3, 4 oder 5 g zu reduzieren.
[0034] Mit einer der Aufgabe angepaßten Auswerteeinrichtung kann man folgendes messen:
a) Die absolute mittlere Beschleunigung während der Zeit zwischen dem Lichtschranken-
und dem Leiterplattenkontakt,
b) die Verweildauer des Körpers 22 an der Membran 26, die Aufschluß über das Bestehen
und die Dauer einer gewissen Mindestbeschleunigung gibt,
c) die Zahl der Beschleunigungsstöße vom Primärstoß über Sekundär- und Tertiärstöße
bis zum völligen Stillstand des Fahrzeuges, wobei die erste oder zweite Kontaktstrecke
zur einmaligen oder mehrfachen Reduzierung des Spulenstromes und damit des Grenzwertes
benutzt werden kann,
d) den Abreißzeitpunkt unabhängig vom Aufschlagzeitpunkt.
[0035] Nicht zu unterschätzen ist der Vorteil, daß selbst bei Versagen eines der beiden
Kontaktsysteme noch alle Notmaßnahmen einleitbar sind. Das System ist also zweifach
redundant.
[0036] Im übrigen kann der Grenzwertschalter infolge seiner elektromagnetisch geregelten
Haltekraft leicht auf die Funktion aller Komponenten geprüft werden. Dazu wird im
Rahmen eines Testprogrammes der Haltestrom unterbrochen und der Schalter leicht angestoßen.
Damit ist feststellbar, ob beide Kontaktsysteme ansprechen. Zugleich wird hierdurch
die Beweglichkeit des Trägheitskörpers und die Funktion des Elektromagneten geprüft.
[0037] In der vereinfachten Form nach Fig. 1 - 7 hat der Beschleunigungsgrenzwertschalter
folgende Aufgaben:
Automatische Einschaltung der Warnblinkanlage, weil der Fahrer u.U. dazu nicht in
der Lage ist.
Auslöser für eine Türentriegelung,
Aktivierung eines Aufprallschutzes, insbesondere eines Airbags,
Einsatz elektromotorischer Mittel, die sofort nach einer abnormen Beschleunigung das
Gurtsystem strammziehen,
Verwendung automatischer Gurtlösesysteme, die das Aussteigen oder Bergen der Unfallopfer
erleichtern sollen.
[0038] Der optimale Zeitpunkt des Gurtlösebefehls hängt stark vom Hergang des Unfalles ab.
Nur bei dem klassischen Auffahrunfall, bei dem das Fahrzeug unmittelbar am Aufprallort
zum Stillstand kommt, darf der Gurt etwa 2 - 3 Skunden nach dem Aufprall gelöst werden.
Falls das Fahrzeug aber mehrfach aufprallt oder nach dem ersten Stoß schleudert, sich
überschlägt oder auf dem Dach weiterrutscht, darf sich der Gurt nicht zu früh öffnen.
Der Grenzwertschalter muß somit in der Lage sein, nach dem ersten Ansprechen bei beispielsweise
8 g in den nachfolgenden Sekunden zusätzliche kleinere Beschleunigungen, z.B. zwischen
2 und 4 g zu signalisieren. Dies ist möglich, wenn die Ansprechempfindlichkeit nach
der ersten Kontaktgabe vergrößert wird. Hierzu wird in der Bauart nach Fig. 7 der
Strom des Elektromagneten reduziert oder abgeschaltet, so daß es bis zum absoluten
Fahrzeugstillstand zu mehrfachen Kontaktschließungen kommt. Der Gurtlösebefehl wird
erst dann weitergegeben, wenn für eine Mindestzeit von z.B. 2 - 3 Sekunden keine Kontaktgabe
erfolgte. Damit wird sicher erreicht, daß die Gurte weder zu früh noch zu spät entriegelt
werden.
Bester Weg zur Ausführung der Erfindung
[0039] Der beste Weg zur Verwirklichung der Erfindung ist in der Anordnung nach Fig. 8 und
9 zu sehen, weil man mit diesem Sensor ein jedem Fahrzeugtyp optimal angepaßtes Überwachungs-
programm aufstellen kann.
Gewerbliche Verwertbarkeit
[0040] Der Gegenstand der Erfindung ist dazu bestimmt, serienmäßig in alle Typen von Personenkraftwagen
eingebaut zu werden. Aus Kostengründen dürften aber die kompletten überwachungsprogramme
den Fahrzeugen der oberen und mittleren Klasse vorbehalten bleiben.
Bezugszeichenliste
[0041]
1 Gehäuse
1a Aussparung
1b Kante
1c, 1d Niete
2 Kugel
3 Dauermagnet
4 Doppelfolie
4a Kunststoffolie
4a1 Anschlußfahne
4a2 Kontaktmater
4b Kreisring
4c Folie
4c1 Anschlußfahne
4c2 Kontaktmater
5 Deckel
6 Hohlraum
7 Spule
8 Weicheisenkern
9, 10, 11, 12 Metallstifte
13, 14 Stifte
21 Kunststoffgehäuse
21a Hohlraum
21b Kugelkalotte
21c, 21d Bohrungen
21e, 21f,21g Rippen
21h Kragen
22 Trägheitskörper
23 ferromagn. Kern
23a Niet
24 Magnetspule
25 Rückschluß
26 Membran
26a Leitf. Mittelzone
26b Randzone
27 Leiterplatte
27a, 27b Anschlußstife
28 Sender
28a Anschlußdrähte
29 Empfänger
29a Anschlußdrähte
1. Beschleunigungsgrenzwertschalter mit einem kugelförmigen Trägheitskörper aus ferromagnetischem
Material, der von einem Magnetsystem in Ruhestellung gehalten ist und dem zwei voneinander
isolierte Kontaktelemente gegenüberstehen, die beim Auftreffen des Trägheitskörpers
durch elastische Verformung einer Membran kontaktierbar sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Membran (4c) aus einer mit einer Kontaktmater (4c2) belegten Isolierstoffolie
besteht, die durch einen Isolierstoffring (4b) im Ruhezustand von einer zweiten Kontaktmater
(4a2) getrennt ist.
2. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
zweite Kontaktmater (4a2) auf eine zweite Membran oder Folie (4a) aufgebracht ist'und
daß beide Membranen oder Folien mittels eines zweiseitig klebenden Isolierstoffringes
(4b) luftdicht verbunden sind.
3. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite
Membran oder Folie (4a) durch einen Deckel (5) abgestützt ist, der die trichterförmige
Gehäuseöffnung (1a) mit dem Trägheitskörper (2) verschließt.
4. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
zweite Kontaktmater auf eine als Deckel dienende Leiterplatte aufgebracht ist, die
über einen zweiseitig klebenden Isolierstoffring luftdicht mit der elastischen Membran
verbunden ist.
5. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 1 - 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (5) und die Membran oder Membranen abdichtend mit dem aus Thermoplast
bestehenden Gehäuse (1) über angeformte Nieten (1c, 1d, 1e, 1f) verbunden sind.
6. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Magnetsystem zwecks Steuerbarkeit des Ansprechwertes als Elektromagnet (7, 8) ausgebildet
ist.
7. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
den Trägheitskörper (22) aufnehmende Hohlraum (21a) quer zur Symmetrieachse (CD) im
Bereich der Trägheitskörperruhelage von einer aus Sender (28) und Empfänger (29) bestehenden
Lichtschranke (28, 29) überwacht ist.
8. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
kegelstumpfartige Hohlraum (21a) im Bereich der Trägheitskörperruhelage in eine Kugelkalotte
(21b) übergeht und daß die Lichtschranke (28, 29) die Kugelkalotte (21b) durchstrahlt.
9. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gehäuse (1) im Bereich der optischen Achse (E, F) durchgehende Bohrungen (21c, 21d)
aufweist.
10. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
in die Bohrungen (21c, 21d) eine Leuchtdiode (28) und eine Empfängerdiode (29) eingesetzt
sind und daß diese Bauteile nach außen abgedichtet sind.
11. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gehäuse (21) aus lichtdurchlässigem Kunststoff besteht und zur Aufnahme der
Lichtschranke (28, 29) Sacklöcher vorgesehen sind, die zur Kugelkalotte (21b) hin
in optische Fenster übergehen.
12. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Trägheitskörper (22) durch einen zur Kegelachse (CD) symmetrischen Elektromagneten
(23, 24, 25) gehalten ist, dessen Spule (24) von einem einstellbaren Rückschlußkörper
(25) umgeben ist.
13. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Trägheitskörper (22) durch einen Dauermagneten gehalten ist.
14. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Membran (26) infolge ihrer Federkennlinie unter dem Gewicht des Trägheitskörpers
(22) keinen Kontakt gibt.
15. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
in den kegelstumpfartigen Hohlraum (21a) prismenartige Rippen (21e, 21f, 21g) eingearbeitet
sind, die ein Trudeln des Trägheitskörpers (22) abbremsen.
16. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Lichtschranke (28, 29) und dem Leiterplattenkontakt (26, 27) eine Auswerteelektronik
nachgeschaltet ist, die das Abheben des Trägheitskörpers (22), seinen Aufschlag auf
die Leiterplatte (27) und seine Rückkehr in die Ruhelage im Zeitablauf erfaßt und
daraus Steuerbefehle ableitet.
17. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7 und 16, dadurch gekennzeichnet,
daß bei Überschreitung einer bestimmten Beschleunigungs-Zeit-Fläche ein Ausgangskontakt
erfolgt.
18. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7 und 16, gekennzeichnet durch
eine Auswerteschaltung, die den Erregerstrom der Spule (24) nach dem Primärstoß abschaltet
oder erheblich reduziert.
19. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 7 und 16, dadurch gekennzeichnet,
daß der Leiterplattenkontakt (26, 27) Sekundärstöße signalisiert, die in Seiten-oder
Dachlage des Fahrzeuges entstehen.
20. Beschleunigungsgrenzwertschalter nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß
mit Hilfe der verschiedenen Kontaktsysteme (26, 27, 28, 29) die Flugzeit des Trägheitskörpers
(22) erfaßt und einem Beschleunigungsrechner zugeführt ist.