(19)
(11) EP 0 125 509 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.11.1984  Patentblatt  1984/47

(21) Anmeldenummer: 84104204.7

(22) Anmeldetag:  13.04.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B22D 11/04, C25D 3/12, C25D 5/48, C25D 15/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT NL

(30) Priorität: 14.04.1983 DE 3313503

(71) Anmelder: Evertz, Egon
D-42659 Solingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Evertz, Egon
    D-5650 Solingen (DE)
  • Seybold, Rolf, Prof. Dr.-Ing.
    D-5650 Solingen (DE)

(74) Vertreter: Plöger, Ulrich, Dipl.-Ing. 
Benrather Schlossallee 89
40597 Düsseldorf
40597 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Einteilige Durchlaufstranggiesskokille und Verfahren zu ihrer Herstellung


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf eine einteilige Durchlaufstrang-gießkokille. Üblicherweise werden derartige Durchlaufstranggießkokillen aus dünnwandigem, gezogenen Kupferrohr hergestellt. Zur Verbesserung der Standzeit von derartigen Kokillen, der Vermeidung von Längs-, Quer- und Kreuzrissen bei den Strängen und auch zur Herabsetzung der Gefahr von Beschädigungen durch den Kaltstrang wird erfindungsgemäß die Durchlaufstrang- gießkokille aus galvanoplatisch abgeschiedenen Schichten (1, 2) hergestellt, deren innere (1) aus verschleißfestem Metall, wie Nickel, besteht, und von denen die äußere (2) insbesondere aus Kupfer hergestellt ist. Nach der Herstellung der Kokille läßt sich letztere, während sie noch auf dem Kern (6) angeordnet ist, noch durch eine oberflächliche Druckbeaufschlagung verbessern. Die Verschleißfestigkeit ist beträchlich erhöht, so daß die Standzeit entsprechend zunimmt. Zugleich erhöht sich die Qualität der ausgebrachten Metallstränge. Dabei ist die innere, vorzugsweise aus Nickel bestehende Schicht (1) besonders widerstandsfähig gegenüber Beschädigungen. Wahlweise läßt sich die gal- .vanoplastisch hergestellte Kokille auch einer Behandlung durch Kugelstrahlumformung unterziehen, wobei diese behandlung auf die in der Regel aus Kupfer bestehende äußere Oberfläche einwirkt. Man kommt hierdurch zu einer beträchtlichen Verfestigung der Randschicht der äußeren Oberfläche.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine einteilige Durchlaufstranggießkokille mit einer geometrisch genauen sowie glatten Innenfläche und einer für den Anschluß an einen Wasserkühlkasten gestalteten Außenfläche, bestehend aus einem für die Strangerstarrung ausreichend wärmeleitfähigen Metall, insbesondere aus Kupfer, sowie von einer für die Abstützung des Stranges bei der Betriebstemperatur ausreichenden Wandstärke. Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Durchlaufstranggießkokille, insbesondere für Stahl.

    [0002] Einteilige Stranggießkokillen finden in der Regel für Knüppelformate bis 160 mm Kantenlänge sowie auch für kleinemVorblockformate Anwendung. Während sie früher aus einem geschmiedeten Vorblock mit Kühlbohrungen bestanden, werden sie heute in der Regel aus einem gezogenen Kupferrohr dünnwandig hergestellt, das im Wasserkühlkasten befestigt ist, so daß die Kokille darin von einemwassermantel umgeben ist, der im Gegenstrom zum durchgesetzten flüssigen Stahl fließt und die Kokillenfläche gleichmäßig umströmt. Derartige Kokillen sind nach "Handbuch des Stranggießens", 1958, Seite 395, bekannt.

    [0003] Von geteilten Durchlaufstranggießkokillen, wie sie für größere Querschnittsformate und insbesondere für Brammen Anwendung finden, ist es auch bekannt, innenseitig Metallschichten aus Nickel aus elektrolytischen Lösungen abzuscheiden, um die Standzeiten der Kokillen zu verbessern, die Anfälligkeit des Stranges bezüglich Längs-, Quer- und Kreuzrissen herabzusetzen und gleichfalls Beschädigungen durch den Kaltstrang in ihren Auswirkungen zu vermindern. Hierfür sieht beispielsweise die DE-0 S 30 38 289 sowohl eine strömführende als auch stromlose Nickelabscheidung vor, der noch Hartstoffpartikel beigemengt sind. Demgegenüber hat sich bei den einteiligen Durchlaufstranggießkokillen die innenseitige galvanische Beschichtung nicht ermöglichen lassen, da die 1/100 mm betragende Maßgenauigkeit nur durch sehr aufwendige Innenbearbeitung möglich ist. Die aus gezogenem Kupferrohr bestehenden einteiligen Kokillen weisen daher eine verhältnismäßig geringe Standzeit auf, im Anschluß an welche sie üblicherweise verschrottet werden.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabenstellung zugrunde, einteilige Durchlaufstranggießkokillen der als bekannt vorausgesetzten Art dahingehend zu verbessern, daß sie eine höhere Standzeit aufweisen sowie weniger empfindlich gegenüber Beschädigungen durch den Kaltstrang sind. Auch sollen die verschiedenen Rißerscheinungen an den hergestellten Knüppeln herabgesetzt werden.

    [0005] Diese Aufgabenstellung wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kokille aus galvanoplastisch abgeschiedenen Schichten besteht, in denen die innere aus einem verschleißfesten Metall, wie Nickel, in einer Schichtdicke von bis zu 35% der gesamten Wandstärke auf einem die geometrisch exakte Form vorgebenden sowie glatten Kern abgeschieden ist, und daß ihre beiden Stirnseiten durch mechanische Bearbeitung auf Lage- und Maßgenauigkeit für den Anschluß des Wasserkühlkastens gebracht sind.

    [0006] Die neue Durchlaufstranggießkokille unterscheidet sich von den bekannt gewesenen Ausführungsformen grundsätzlich durch einen anderen Gefügebau sowie durch die Art der Oberflächenbearbeitung. Sie erfordert nämlich im Innern keinerlei Feinbearbeitung; vielmehr wird das Innenmaß in gleicher Weise wie die erforderliche innere Glattheit am Kern vorgegeben, der oberflächlich so gestaltet und bearbeitet wird, wie man die Innenfläche der Kokille wünscht. Darüber hinaus besteht gegenüber den bekannten, für Brammen-Kokillen verwendeten Beschichtungen des Kupfers mit Nickel der Vorteil, daß durch die galvanoplastische Abscheidung ein Stoffschluß zustande kommt, der eine Loslösung der einen Schicht von der anderen Schicht mit Sicherheit vermeidet. Durch das dichte, metallische Gefüge ist der Wärmefluß auch im Bereich des überganges von der inneren Schicht in die äußere Schicht ungehindert möglich, so daß auch die Kühlleistung einer derartigen Kokille sehr gut ist.

    [0007] Die auch äußerlich durch Riefen erkennbare Bearbeitung findet bei der neuen Kokille bei ihren beiden Stirnseiten statt, die nach dem Ausmaß und der Oberfläche des Wasserkastens im Bereich seiner Anschlußstellen gestaltet sind. Es kommt also darauf an, die Lage und die Maßgenauigkeit für den Anschluß des Wasserkühlkastens zu schaffen. Insbesondere wird dabei auch den ergänzend anzuwendenden Dichtungsmitteln Rechnung getragen; so läßt sich zum Beispiel eine Nut für das Einlegen einer Dichtungsschnur vorsehen.

    [0008] Die oberflächliche Druckbeaufschlagung hat bei der neuen Kokille insofern besondere Bedeutung, als es dadurch gelingt, die während der galvanoplastischen Abscheidung sich aufbauenden Zugspannungen zum Verschwinden zu bringen. Darüber hinaus führt die Druckbeaufschlagung zu einer Verfestigung an der Kokillenaußenfläche und zu einem leichteren Lösen der fertigen Kokille vom Kern. Es besteht nach dem erfindunnsqemäßen Verfahren mit Vorteil auch ein aus Metall gefertigter Kern, der eine Trennschicht und darauf eine Leitschicht aufweist, so daß man die Druckbeaufschlagung auf dem Kern vornehmen kann. Der ganze Kern ist nach dem erfindungsgemäß vorgeschlagenen Verfahren weiterhin zweckmäßig von größerer Länge als die Kokille. Dies hat zur Folge, daß sie an ihren Stirnseiten mit einem gewissen Obermaß hergestellt wird. Somit besteht die Möglichkeit, durch eine mechanische Bearbeitung das genaue Maß der Kokille zwischen ihren beiden Stirnseiten einzustellen.

    [0009] Die Druckbeaufschlagung kann im übrigen in unterschiedlicher Weise aufgebracht werden. Hierzu zählt gleichfalls die spanende Bearbeitung Insbesondere kommt hierfür auch das Kaltziehen in Frage, wenngleich hierbei noch gewisse Einschränkungen im Hinblick auf die Krümmung des Kokillenhohlraumes berücksichtigt werden müssen. Im übrigen unterliegt die Gestaltung des Kokillenhohlraums weder in Bezug auf seine Krümmung noch in Bezug auf seine Konizität Einschränkungen, wenn die Kokille erfindungsgemäß ausgeführt ist.

    [0010] Die innere, insbesondere aus Nickel bestehende Schicht weist zweckmäßig eine Dicke bis zu etwa 2 mm auf. Die erwähnte Begrenzung der inneren Schicht ist deshalb vorteilhaft, weil sich je nach zur Anwendung gelangenden Werkstoffen und vorgesehener Gesamtdicke die Wärmeableitbedingungen dann noch nicht nennenswert verändern. Hinzu kommt, daß gerade bei aus Gründen der Härte, der mechanischen Festigkeit sowie Korrosionsbeständigkeit vorteilhaft vorgeseheneni Nickel die Zug-Eigenspannungen mit zunehmender Dicke sehr qroß werden können. Man kann zwar durch Zusatz beispielsweise organischer Schwefelverbindungen die Zug-Eigenspannungen bis auf Null herabsetzen, jedoch führt dies dazu, daß dann die entsprechenden organischen Verbindungen auch in der Schicht anwesend sind und deren übrigen Eigenschaftswerte nachteilig verändern. Deshalb ist es von Vorteil, elektrolytische Lösungen ohne derartige Zusätze zu verwenden. Als Anhalt der elektrolytischen Lösungen können dabei diejenigen sowohl für die elektrolytische als auch für die stromlose Nickelabscheidung dienen, wie sie nach der DE-OS 30 38 289 benannt sind. Bei der bis etwa 2 mm betragenden Schichtstärke läßt sich die Innenschicht nicht nur hinreichend spannungsfrei, sondern zugleich auch hinreichend frei von störenden Beimengungen herstellen.

    [0011] Grundsätzlich kann die neue Kokille aus galvanoplastisch abgeschiedenen Schichten nur eines einzigen Werkstoffes, wie Kupfer oder Nickel bestehen. Von besonderem Vorteil ist jedoch die Gestaltung der inneren Schicht aus Nickel und die Gestaltung der äußeren Schicht aus Kupfer. Man kommt hierbei in der bereits dargestellten Weise zu einem Verbundwerkstoffkörper mit für den Verwendungszweck optimal angepaßten Eigenschaftswerten.

    [0012] Die Einhaltung einer möglichst dünnen inneren Schicht setzt voraus, daß für letztere die Dicke im gesamten Abscheidungsbereich möglichst gleich ist. Diesem Erfordernis wird durch eine entsprechende Streufähigkeit des Elektrolyten Rechnung getragen. Insbesondere wird dies durch den Vorschlag zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erreicht, nach welchem für die innere Schicht die Abscheidebedingungen ge-genüber der äußeren Schicht verschieden sind. So wird für die innere Schicht die Stromdichte, sofern sie stromführend abgeschieden wird, auf etwa nur 1 A dm2 herabgesetzt, während sie sonst bei etwa 3 A dm2 liegt. Unabhängig davon, ob stromlos oder stromführend abgeschieden wird, wird weiterhin der Metallgehalt der Lösung und deren Temperatur herabgesetzt und/oder der pH-Gehalt der Lösung erhöht, um die Streufähigkeit zu verbessern.

    [0013] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform sieht das erfindungsgemäße Verfahren vor, die Schichten der Kokille auf einen aus Metall bestehenden, mit einer Trennschicht und darauf mit einer Leitschicht versehenen Kern abzuscheiden und dann die Oberfläche und die Druckbeaufschlagung der Kokille auf dem gleichen Kern vorzunehmen. Diese Druckbeaufschlagung läßt sich bei geraden, also ungekrümmten Durchlaufstranggießkokillen auch noch mit einer weitergehenden Verformung verbinden.

    [0014] Zur weitergehenden Veranschaulichung der Erfindung sei auf die sich auf ein schematisches Ausführungsbeispiel beziehende Zeichnung Bezug genommen.

    [0015] Die Durchlaufstranggießkokille besteht aus der inneren Schicht 1, die auf dem durch gestrichelte Linien angedeuteten, leicht konischen Kern 6 abgeschieden wurde. Zuvor wurde der konische Kern 6, der aus einem Nichtmetall, wie beispielsweise Kunststoff, sowie in besonderen Fällen, wie sie vorstehend beschrieben_wurden, auch aus Metall, wie Stahl, bestehen kann, mit einer Trennschicht versehen. Hierfür eigenen sich vom galvanoplastischen Verfahren her bekannte Trennschichtmittel. Als solche eigenen sich nicht nur isolierende organische Stoffe, wie öl oder Wachs, sondern unter dem Gesichtspunkt einer besonders guten Maßhaltigkeit, die erfindungsgemäß angestrebt wird, auch dünnste Metallsalzschichten, wie bei aus Metall bestehendem Kern in der Behandlung desselben in Borat-, Chromat-, Oxalat-, Sulfid- und Jodit-Lösungen erzielt werden. Auch aufgebürsteterGraphit-Staub eignet sich nicht nur als Leitschicht, sondern gleichfalls als Trennschicht. In bekannter Weise kann der Kern auch eine chemische Versilberung tragen, um leicht vom galvanoplastisch aufgebrachten Erzeugnis getrennt zu werden. Bei einigen, dünne Oxydschichten ausbildenden Metallen, wie bei Chrom-Nickelstählen, ist eine Trennschicht oft sogar entbehrlich. Die Leitschicht wird anschließend in bekannter Weise aufgebracht. Auf Kunststoffkernen kann dies durch die chemische Versilberung geschehen. Das Einbürsten von Graphit zählt zu den bekanntesten Mitteln, eine leitende Schicht zu verwirklichen.

    [0016] Auf dem in der vorbeschriebenen Weise behandelten Kern 6 wird zunächst die aus Nickel bestehende Schicht 1 abgeschieden, im Anschluß an welche die erheblich dickere, aus Kupfer bestehende Schicht ? folgt. Wenngleich die Streufähigkeit der Nickelabscheidung sehr gut ist, ist die Oberfläche der abgeschiedenen Schicht noch unebener als eine mechanisch bearbeitete Schicht. Gerade diese Unebenheit führt zu einer besonders festen Verbindung mit der Kupferschicht. Es kommt, insbesondere bei längerer Benutzung, noch in der Randzone der beiden Schichten zu Diffusionsvorgängen, die einen engen stoffschlüssigen Verbund begünstigen.

    [0017] Die oben und unten befindlichen Stirnseiten 3 und 4 sind mechanisch bearbeitet, so daß sie sich für eine dichtende Verbindung mit dem Wasserkühlkasten 5 eignen. In letzteren führen Zuflussrohre 7, so daß dasWasser im Gegenstrom den Wassermantel durchströmt und aus den Abflussrohren 8 austritt. Die Behandlung des Kerns beginnt erfindungsgemäß mit der Aufbringung einer mikro-rissigen Chromschicht in einer Dicke von etwa 1 p. Die Abscheidung erfolgt hierbei aus einer Lösung, bei welcher 240 bis 320 Gramm Chromsäure-Anhydrid (Cr03) je Liter Wasser gelöst wird. Zu dieser Lösung wird noch 0,1% Schwefelsäure (H2S04) zugesetzt. Danach wird die Chromschicht mit einer verhältnismäßig hohen Stromdichte von 15 bis 24 A/dm2 abgeschieden. Diese Schicht erfährt anschließend eine Behandlung mit heißem Wasser. Es kommt dadurch zum Aufreißen und zur Entstehung der Mikro-Risse. Zugleich wird die Chromschicht durch die Behandlung mit heißem Wasser besonders zuverlässig passiviert, so daß sie eine gute Voraussetzung für eine Trennung bietet.

    [0018] Die erwähnte Chromschicht erfährt anschließend eine Behandlung mit einer schwefelsauren Kupfersulfat-Lösung, bei welcher etwa 240 Gramm CuS04 und 60 Gramm H2SO4, jeweils je Liter gelöst sind. Zusätzlich werden noch 90 bis 100 mg Cl- je Liter zugesetzt. Bei einer Stromdichte von 4 bis 6 A/dm2 kommt es zur Abscheidung eines sehr dünnen Kupferbelages, der die Mikro-Risse auffüllt und eine dünne Schicht etwa von 1,5 µ ausbildet.

    [0019] Die Aufbringung der eigentlichen Innenschicht findet aus einem Nickel-Sulfamat-Bad statt, bei welchem etwa 80 Gramm Nickel-Sulfamat/L, 3 Gramm Cl-/Liter und 40 Gramm H3B03/Liter vorliegen.

    [0020] Die Stromdichte beträgt hierbei 1 bis 2 A/dm Z, um eine feine Abscheidung zu erzielen. Nachdem die Schicht etwa 2 mm stark ist, wird die Kupferschicht aus dem vorerwähnten, sauren Kupferbad abgeschieden, jedoch in diesem Falle nur mit einer Stromdichte von 1 bis 1,5 A/dm2.

    [0021] Die Kokille befindet sich dann noch auf dem zweckmäßig aus Stahl bestehenden Kern. Sie erfährt auf dem Kern eine Behandlung mittels einer dünnen, durch eine stärkere Rolle abgestützten Rolle, deren Dicke kleiner als die Wanddicke der Kokille ist. Dadurch wird erreicht, daß bei der Rollbehandlung eine Gesamtreduzierung der Wanddicke von etwa 0,5% vornehmlich in Nähe der unmittelbar mit der Rolle behandelten äußeren Kupferschicht stattfindet. Dies führt in besonderem Maße zu einer Verfestigung der äußeren Kupferschicht, so daß letztere nicht nur nach der Behandlung weitgehend glatt ist, sondern darüber hinaus auch von erhöhter Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischer Belastung ist. Die Druckbehandlung der galvanoplastisch erzeugten Kokille läßt sich erfolgreich auch noch durch eine Kaltverfestigung der kupfernen Außenschicht im Bereich ihrer Randzone derart vornehmen, daß die Außenfläche der Kokille einer Kugelstrahbehandlung unterzogen wird. Hierdurch tritt eine dem Hämmern oder Oberflächenwalzen ähnliche Wirkung ein. Man kann damit die Festigkeitseigenschaften der Oberfläche und ihrer Randzone in beträchtlichem Maße steigern, ohne daß nennenswert große Verformungskräfte aufgebracht werden müssen. Für eine derartige Kugelstrahlbehandlung finden zweckmäßig kleine Glas- oder Stahlkugeln Anwendung, deren Durchmesser bei etwa 1 mm liegen,und die die zu bearbeitenden Oberflächen im freien Fall beaufschlagen. Es ist ausreichend, sie aus einer Höhe von 1 bis 4 m auf die Fläche fallen zu lassen, welch-letztere vorteilhaft zuvor mit einer flüssigen Substanz bedeckt wird, wie öl oder Wasser. Da bei diesem Verfahren nur sehr geringe Kräfte auf die Kokille einwirken, ist es hierbei nicht zwingend, daß sie sich auf dem aus Stahl bestehenden Kern während der Behandlung befindet. Die Technologie der Kugelstrahlung ist im übrigen bekannt, so zum Beispiel aus der Veröffentlichung von R. Kopp "Ein analytischer Beitrag zum Kugelstrahl-Umformen" in der Zeitschrift "Bänder, Bleche, Rohre", 1974, Seiten 512 bis 514.


    Ansprüche

    1. Einteilige Durchlaufstranggießkokille mit einer geometrisch genauen sowie glatten Innenfläche und einer für den Anschluß an einen Wasserkühlkasten gestalteten Außenfläche, bestehend aus einem für die Strangerstarrung ausreichend wärmeleitfähigen Metall, insbesondere aus Kupfer, sowie von einer für die Abstützung des Stranges bei der Betriebstemperatur ausreichenden Wandstärke, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus galvanoplastisch abgeschiedenen Schichten (1, 2) besteht, von denen die innere (1) aus einem verschleißfesten Metall, wie Nickel, in einer Schichtdicke von bis zu 35% der gesamten Wandstärke auf einem die geometrisch exakte Form vorgebenden sowie glatten Kern (6) abgeschieden ist, und daß ihre beiden Stirnseiten (3, 4) durch mechanische Bearbeitung auf Lage- und Maßgenauigkeit für den Anschluß des Wasserkühlkastens (5) gebracht sind.
     
    2. Einteilige Durchlaufstranggießkokille nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche durch Druckbeaufschlagung verfestigt ist.
     
    3. Einteilige Durchlaufstranggießkokille nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche spanend bearbeitet ist.
     
    4. Einteilige Durchlaufstranggießkokille nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie durch einen auf ihre Außenfläche einwirkenden Kaltziehvorgang bearbeitet ist.
     
    5. Einteilige Durchlaufstranggießkokille nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die innere Schicht (1) bis etwa 2 mm stark ist.
     
    6. Einteilige Durchlaufstranggießkokille nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie als ein Verbundwerkstoffkörper aus Nickel und Kupfer hergestellt ist.
     
    7. Linteilige Durchlaufstranggießkokille nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die innere, galvanoplastisch abgeschiedene Schicht (1) mit Hartstoffpartikeln abgeschieden ist.
     
    8. Verfahren zur Herstellung einer Durchlaufstranggießkokille nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die innere Schicht bei einer gegenüber der äußeren Schicht herbgesetzten Stromdichte von etwa 1 A/dm2, herabgesetztem Metallgehalt und herabgesetzter Temperatur des Elektrolyten und/oder höherem pH-Gehalt desselben abgeschieden wird.
     
    9. Verfahren zur Herstellung einer Durchlaufstranggießkokille nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichten der Kokille auf einem aus Metall bestehenden, mit einer Trennschicht und darauf mit einer Leitschicht versehenen Kern abgeschieden werden, der länger als die vorgesehene Kokille ist.
     
    10. Verfahren zur Herstellung einer Durchlaufstranggießkokille nach den Ansprüchen 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Abscheidung der Schichten der Kokille auf einem aus Metall bestehenden, mit einer Trennschicht und darauf mit einer Leitschicht versehenen Kern abgeschieden werden, und daß dann auf dem gleichen Kern eine oberflächliche Druckbeaufschlagung erfolgt.
     
    11. Verfahren nach den Ansprüchen 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennschicht auf dem Kern in Form einer etwa 1 p dicken Schicht aus Chrom abgeschieden wird, bei welcher nach der Abscheidung durch Behandlung in heißem Wasser Mikro-Risse erzeugt werden. und daß dann als Leitschicht ein die Mikro-Risse schliessender. leichter Kupferbelag abgeschieden wird, auf den dann Nickel in etwa 2 mm Dicke als Innenschicht abgeschieden wird, auf dem abschließend die Außenschicht aus Kupfer in etwa doppelter Dicke wie die Nickelschicht abgeschieden wird.
     
    12. Verfahren nach den Ansprüchen 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die auf dem Kern befindliche Kokille nach Abscheidung der galvanoplastischen Schichten durch Einwirkung auf ihre Außenfläche eine Druckbehandlung erfährt, indem mittels Rollen die Dicke der Kokillenwand reduziert wird.
     
    13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollen von kleinerem Durchmesser als die Dicke der Kokillenwände sind und bei der Druckbeaufschlagung durch wesentlich dickere Stützrollen unterstützt sind, und daß die Dicke der Kokillenwände um etwa 0,5% bei der Druckbeaufschlagung reduziert sind.
     
    14. Verfahren nach den Ansprüchen 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Kokille nach Abscheidung in der galvanoplastischen Schicht durch Einwirkung ihrer Außenfläche eine Druckbehandlung erfährt, indem die Außenfläche einer Kugelstrahlbehandlung unterzogen wird.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht