[0001] Die Erfindung betrifft einen Mehrstoffbrenner, insbesondere für die Brennkammer einer
Gasturbine, mit Auslaßstellen für mehrere Brennstoffe, die jeweils an einen zugeordneten,
am Brennerkopf angeordneten Brennstoff-Zufuhrraum angeschlossen sind, wobei jede Auslaßstelle
eine Vielzahl von Auslaßdüsen umfaßt, die ringförmig in einem Düsenkopf angeordnet
sind.
[0002] Ein bekannter Mehrstoffbrenner dieser Art weist eine zentrische Auslaßstelle in Form
einer Zerstäuberdüse für flüssige Brennstoffe auf, die von Auslaßstellen für zwei
verschiedene Brenngase umgeben ist (DE-PS 953 551). Hierdurch ist zwar ein gleichzeitiger
Betrieb mit den vorgenannten Brennstoffen möglich, ein alternativer Betrieb mit einem
der Brenngase bei gleichzeitiger voller Brennerleistung ist jedoch nicht vorgesehen.
Hierdurch ist eine Anpassung des Brenners an eine der gerade vorhandenen oder lieferbaren
Brenngassorten bei voller Brennerleistung nicht möglich. Darüber hinaus führt die
starre Ausbildung des Brenners zu hohen thermisch ausgelösten Beanspruchungen.
[0003] Desweiteren zeigt die GB-Patentschrift 985 739 eine Brennstoffdüse für eine Gasturbine.
Diese Brennstoffdüse ist für die Verbrennung von Brenngas oder flüssigem Brennstoff
geeignet, die gleichzeitige Verbrennung von zwei Brenngasen ist dort nicht offenbart.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Mehrstoffbrenner der eingangs
genannten Art anzugeben, der für die problemlose gleichzeitige oder wechselweise Verfeuerung
von verschiedenen Brenngasen bei Brennernennleistung und gutem Wirkungsgrad geeignet
ist und dabei einen einfachen, kostengünstigen Aufbau aufweist. Darüberhinaus soll
der Mehrstoffbrenner gleichzeitig den im Betrieb auftretenden thermischen Belastungen
voll gewachsen sein.
[0005] Ein Mehrstoffbrenner der eingangs genannten Art, der diese Aufgabe löst, ist erfindungsgemäß
durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
a) jede der Auslaßstellen für Brenngase ist bezüglich der Anzahl und/oder des Auslaßquerschnittes
der zugehörigen Auslaßdüsen für den Durchtritt eines solchen Brenngasstromes dimensioniert,
welcher für das Erreichen der Brennernennleistung erforderlich ist,
b) die Auslaßdüsen sind durch Rohrleitungen mit den zugeordneten Brennstoff-Zufuhrräumen
verbunden,
c) die Rohrleitungen, welche die Auslaßdüsen wenigstens einer Auslaßstelle mit dem
zugeordneten Brennstoff-Zufuhrraum verbinden, sind mit Dehnungsausgleichern versehen,
d) die Ausmündungen der Auslaßdüsen sämtlicher Auslaßstellen sind unter einem Winkel
von 200 bis 800, vorzugsweise 50o bis 700, zur Längsachse des Mehrstoffbrenners nach außen gerichtet,
e) der Düsenkopf weist die Form eines Ringzylinders auf und
f) die Ausmündungen der Auslaßdüsen sind an einer Anfasung der äußeren Kante des ringzylindrischen
Düsenkopfes mit möglichst geringem radialen Abstand vorgesehen.
[0006] Durch die Anordnung von mehreren Auslaßstellen, deren Anzahl und Dimensionierung
auf die zu verfeuernden verschiedenen Brenngassorten abgestimmt ist, können gleichzeitig
oder wechselweise verschiedene Brenngassorten, gegebenfalls zusammen mit flüssigen
Brennstoffen, mit gutem Wirkungsgrad und mit voller Brennerleistung verfeuert werden.
Insbesondere ist es möglich, ein minderwertiges, für sich allein nicht brennfähiges
Gas zusammen mit einem hochwertigeren Brenngas zu verfeuern. Darüberhinaus kann bei
der alleinigen Verfeuerung eines Brenngases, das schlecht zündet, während des Zündvorganges
durch die andere Auslaßstellle kurzzeitig ein zündwilliges Brenngas zugeführt werden,
Hierbei erweist sich die Unterteilung der Auslaßstellen in eine Vielzahl von kreisförmigen
Auslaßdüsen sowie deren Ausrichtung als sehr günstig für die gewünschte gute Vermischung
der Brenngase mit der zugeführten Verbrennungsluft. Es sind daher die an einen solchen
Mehrstoffbrenner zu stellenden feuerungstechnischen Anforderungen, wie vollständige
und rußfreie Verbrennung sowie Anpassungsfähigkeit an verschiedene Brenngase, vollauf
erfüllt. Die ringförmige Anordnung der Auslaßdüsen in einem gemeinsamen ringzylindrischen
Düsenkopf ergibt einen einfachen, kostengünstigen und kompakten Aufbau. Durch den
möglichst geringen gegenseitigen Abstand der Auslaßstellen für Brenngase in radialer
Richtung wird erreicht, daß die Mischung zwischen Brenngas und Verbrennungsluft sowohl
beim alleinigen Betrieb der einen Auslaßstelle als auch beim alleinigen Betrieb der
anderen Auslaßstelle weitgehend unverändert gute Verbrennungsergebnisse aufweist.
Dies wirkt sich auch dann in gleicher Weise vorteilhaft aus, wenn beide Auslaßstellen
und gegebenenfalls zusätzlich die Auslaßstelle für flüssige Brennstoffe in Betrieb
sind. Die Verbindung der Auslaßdüsen mit den zugeordneten Brennstoff-Zufuhrräumen
durch Rohrleitungen erlaubt einerseits eine konstruktiv einfache Gasversorgung der
Auslaßdüsen und ermöglicht andererseits die Anordnung von Dehnungsausgleichern, um
thermische Spannungen abzubauen, die in den Rohrleitungen, welche im Verhältnis zum
Durchmesser des Mehrstoffbrenners lang sind, durch Brenngase mit verschiedener Temperatur
auftreten können. Dies ist besonders dann der Fall, wenn in den einen Rohrleitungen
Erdgas mit Raumtemperatur, in den anderen Rohrleitungen dagegen Gase aus einer Brennstoff-Vergasungsanlage
mit Temperaturen zwischen 100 und 350
0 C dem Düsenkopf zuströmen. Der Mehrstoffbrenner gemäß der Erfindung erfüllt somit
die wesentlichen, an einen solchen Brenner zu stellenden Anforderungen.
[0007] Um die Herstellung zu vereinfachen, ist es empfehlenswert, daß sämtliche Auslaßdüsen
gleichbleibenden Querschnitt aufweisen und demnach aus zylindrischen Kanälen, zum
Beispiel in Form von Bohrungen, bestehen oder aus zylindrischen Kanalstücken gleichen
Durchmessers zusammengesetzt sind.
[0008] In vielen Fällen können die Auslaßdüsen vorteilhaft einzeln durch Rohrleitungen direkt
mit den zugeordneten Brennstoff-Zufuhrräumen verbunden sein. Um unterschiedliche Brenngasströme
in den Rohrleitungen auszugleichen und somit eine gleichmäßige Brenngaszufuhr zu den
Auslaßdüsen zu gewährleisten, ist es ratsam, daß die Auslaßdüsen der einzelnen Auslaßstellen
jeweils unter Zwischenschaltung eines vorzugsweise im Düsenkopf angeordneten Sammlers
durch die Rohrleitungen mit den zugeordneten Brennstoff-Zufuhrräumen verbunden sind.
[0009] Als Dehnungsausgleicher für die Rohrleitungen sind verschiedene, an sich bekannte
Systeme denkbar, der geringste Aufwand in Verbindung mit absoluter Dichtheit der Dehnungsausgleicher
ist jedoch vorteilhaft dann gegeben, wenn diese jeweils aus mindestens einer Richtungsänderung
der Rohrleitung bestehen.
[0010] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit den schematischen Zeichnungen hervor.
[0011] Hierbei zeigen:
Fig. 1 einen vertikalen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Mehrstoffbrenner
gemäß der Schnittlinie I-I der Fig. 2,
Fig. 2 eine Ansicht des Gegenstands der Fig. 1 aus Richtung II
Fig. 3 eine Anzahl von Rohrleitungen, welche die Auslaßdüsen mit den Brennstoff-Zufuhrräumen
verbinden, in Ansicht aus Richtung III der Fig. 1, wobei die ringförmige Anordnung
der Rohrleitungen als Abwicklung in eine Ebene dargestellt ist,
Fig. 4 die Einzelheit IV der Fig. 1 als Ausführungsvariante und in vergrößerter Darstellung
und
Fig. 5 einen Schnitt durch den Gegenstand der Fig. 4' gemäß der Schnittlinie V-V als
Abwicklung in die Zeichenebene,
Fig. 6 eine mit einem Dehnungsausgleicher versehene Rohrleitung gemäß Fig. 3 als Einzelheit
und in Ansicht,
Fig. 7 die Ansicht des Gegenstandes der Fig. 6 aus Richtung VII und
Fig. 8 einen Vertikalschnitt durch den Bereich der Brennkammer einer Gasturbine mit
dem Mehrstoffbrenner gemäß Fig. 1.
[0012] Gleiche Teile sind in den einzelnen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0013] Der in Fig. 1 gezeigte Mehrstoffbrenner weist einen Düsenkopf 10 in Form eines Ringzylinders
11 auf, in dem die erste Auslaßstelle 12 und die zweite Auslaßstelle 14 jeweils für
ein Brenngas angeordnet ist. Beide Auslaßstellen 12, 14 bestehen jeweils aus einer
Vielzahl von Auslaßdüsen 16 beziehungsweise 18. Wie hauptsächlich aus Fig. 2 zu erkennen
ist, sind die Auslaßdüsen jeder Auslaßstelle 12, 14 kreisringförmig und gleichmäßig
verteilt im Düsenkopf 10 angeordnet, wobei die Auslaßdüsen 16 der ersten Auslaßstelle
konzentrisch von den Auslaßdüsen 18 der zweiten Auslaßstelle umgeben und, in radialer
Richtung gesehen, gegenüber den Auslaßdüsen 18 versetzt angeordnet sind. Hierbei ist
besonders wichtig, daß der radiale Abstand d zwischen den Auslaßdüsen 16 und 18 möglichst
klein ist für einen kompakten Aufbau.
[0014] Die Ausmündungen der Auslaßdüsen 16, 18 sind gegenüber der Längsachse 20 des Mehrstoffbrenners
unter einem Winkelolvon 200 bis 800 nach außen gerichtet. Hierzu ist die vordere äußere
Kante des ringzylindrischen Düsenkopfes 10 mit einer Anfasung 22 oder einer zur Längsachse
20 geneigten umlaufenden Fläche versehen, die derart ausgerichtet ist, daß die Achsen
der Ausmündungen diese Anfasung 22 senkrecht durchdringen. An den zur Längsachse 20
geneigten Ausmündungsbereich der Auslaßdüsen 16, 18 schließt sich im Düsenkopf jeweils
ein Bereich 23 an, der parallel zur Längsachse 20 des Mehrstoffbrenners verläuft.
Die axiale Länge des Ausmündungsbereiches ist kurz gegenüber der Gesamtlänge des Düsenkopfes
10 (Verhältnis 1:4 bis 1:6) wie dies aus Figur 1 deutlich zu erkennen ist. Die Auslaßdüsen
16, 18 sind im Düsenkopf 10 als zylindrische Bohrungen eingearbeitet.
[0015] An jede der ringförmig angeordneten Auslaßdüsen 16 der ersten Auslaßstelle 12 ist
am oberen Ende des Düsenkopfes eine gerade Rohrleitung 24 angeschlossen, die jeweils
parallel zur Längsachse 20 des Mehrstoffbrenners verläuft und deren anderes Ende in
den im wesentlichen ringzylindrischen und zum Düsenkopf koaxialen Brennerkopf 26 mündet.
Hierzu sind im Brennerkopf 26 in Richtung der Längsachse 20 verlaufende zylindrische
Bohrungen 28 vorgesehen, die in einen am oberen Ende des Brennerkopfes angeordneten,
kreisringförmigen und konzentrischen ersten Brennstoff-Zufuhrraum 30 münden. Dieser
ist mit einem in der Schnittebene-der Figur 1 nach links zeigenden und radial verlaufenden
ersten Anschlußstutzen 32 versehen. Der Anschlußstutzen 32 kann auch senkrecht zur
Zeichnungsebene verlaufen, also zum Betrachter zeigen. Gegebenenfalls können mehrere
Anschlußstutzen vorgesehen sein.
[0016] Auf die gleiche Weise sind auch die'Auslaßdüsen 18 der zweiten Auslaßstelle 14 durch
weitere Rohrleitungen 34 mit einem koaxialen zweiten Brennstoff-Zufuhrraum 36 verbunden.
Dieser ist ebenfalls ringförmig ausgebildet und unterhalb des ersten Brennstoff-Zufuhrraumes
30 im Brennerkopf 26 eingearbeitet. An den zweiten Brennstoff-Zufuhrraum 36 ist ein
in der Schnittebene der Figur 1 nach rechts zeigender, radial verlaufender zweiter
Anschlußstutzen 38 angeschlossen. Die weiteren Rohrleitungen 34 umgeben die Rohrleitungen
24.
[0017] Die weiteren Rohrleitungen 34, welche an die zweite Auslaßstelle 14 angeschlossen
sind, sind jeweils mit einem Dehnungsausgleicher 40 versehen. In Figur 3, welche eine
Abwicklung einiger der ringförmig angeordneten Rohre 24, 34 in die Zeichenebene zeigt,
ist die Ausbildung dieser Dehnungsausgleicher 40 deutlich zu erkennen. Danach sind
die weiteren Rohre 34 mit zwei Richtungsänderungen derart versehen, daß diese Rohre
- ausgehend vom Düsenkopf 10 - zunächst geradlinig und parallel zur Längsachse 20
verlaufen, dann abgewinkelt und unter einem Winkelo(von 300 bis 60° zur Längsachse
20 beziehungsweise zur jeweiligen Rohrlängsachse ausgerichtet sind und durch eine
weitere Abwinkelung schließlich wieder in Richtung der Längsachse 20 gebracht sind.
Vorzugsweise wird die Abwinkelung mit möglichst großem Winkel zur jeweiligen Längsachse
der Rohrleitung ausgeführt, um die Wirksamkeit des so gebildeten Dehnungsausgleichers
zu erhöhen. Andererseits ist zu beachten, daß sämtliche Rohrleitungen unter dem gleichen
Winkel abgewinkelt sind und bei der einbaumäßigen Anordnung auf einer zylindrischen
Fläche keine Überschneidungen dieser Rohrleitungen auftreten, sondern daß diese nebeneinanderliegend
verlaufen. Dies ist sehr deutlich aus Figur 3 zu erkennen, auf die ausdrücklich Bezug
genommen wird. Die Dehnungsausgleicher sind vorzugsweise ungefähr in der Mitte des
Abstands zwischen Brennerkopf 26 und Düsenkopf 10 angeordnet. Den Fig. 6 und 7 sowie
der zugehörenden Beschreibung können weitere Einzelheiten entnommen werden.
[0018] Wie weiter aus den Figuren 1 und 2 zu erkennen, ist im Zentrum des Mehrstoffbrenners
ein koaxial verlaufender und sich bis in den Innenraum des Düsenkopfes 10 erstreckender
zylindrischer Düsenstock 42 angeordnet, dessen unteres Ende eine Auslaßstelle 44 für
flüssige Brennstoffe, zum Beispiel Brennöl, in Form einer Zerstäuberdüse 46 bildet.
Das obere Ende des Düsenstockes 42 kann in einen Zufuhrraum für flüssige Brennstoffe
münden, der in der Zeichnung nicht dargestellt ist. Im Ringspalt, der zwischen dem
Düsenkopf 10 und dem Düsenstock beziehungsweise der Zerstäuberdüse 46 gebildet ist,
sind im Bereich der Zerstäuberdüse mehrere radial verlaufende Luftleit- oder Wirbelbleche
48 vorgesehen. Die Luftleitbleche 48 haben die Form von Kreisringsegmenten. Auch ist
am unteren Ende des Brennerkopfes 26 ein äußerer Flansch 50 mit Befestigungsbohrungen
52 - angeordnet zur Festlegung des Mehrstoffbrenners zum Beispiel an der Brennkammer.
Die zu einem Mehrstoffbrenner gehörenden oder einen Teil des Mehrstoffbrenners bildenden,
Zufuhr- und/oder Leitvorrichtungen für die Verbrennungsluft sind in Fig. 8 dargestellt.
[0019] Während des Betriebs werden durch die Anschlußstutzen 32 und 38 sowie die Rohrleitungen
24, 34 Brenngase den Auslaßdüsen 16, 18 zur Verbrennung zugeführt. Gleichzeitig kann
durch den Düsenstock 42 flüssiger Brennstoff zugeführt und mit Hilfe der Zerstäuberdüse
46 verbrannt werden. Durch entsprechende Dimensionierung von Zerstäuberdüse 46 und
Auslaßdüsen 16, 18 samt zugehörigen Brenngas-Zufuhreinrichtungen wie Rohrleitungen
24, 34 sowie Zufuhrräumen 30, 36 ist es möglich, die volle Brennernennleistung durch
den Betrieb jeweils einer der Auslaßstellen 12, 14, 44 zu erreichen, selbstverständlich
sind auch beliebige Kombinationen denkbar und möglich. Soll hierbei auf eine Verfeuerung
von flüssigen Brennstoffen vollständig verzichtet werden, so kann der Düsenstock 42
entfernt und durch eine gleichgeformte Attrappe ersetzt werden, so daß die Strömungsverhältnisse
am Düsenkopf unverändert sind. Die Summe der freien Strömungsquerschnitte der Rohrleitungen
24 bzw. der zugehörigen Auslaßdüsen 16 ist vorzugsweise gleich dem 0,8 bis 1-fachen
des freien Querschnitts des zugehörigen Anschlußstutzens 32. Entsprechendes gilt für
die Rohrleitungen 34, die Auslaßdüsen 18 und den zugehörigen Anschlußstutzen 38.
[0020] Da die gasförmigen Brennstoffe, die den Auslaßstellen 12 und 14 zugeführt werden,
meistens unterschiedliche Temperaturen haben, ergeben sich bei den üblicherweise vorgegebenen
Abständen zwischen Brennerkopf und Düsenkopf von ca. 0,5 bis 1,5 m Ausdehnungsdifferenzen
der Rohre 24, 34 von ca. 0,5 bis 1,5mm, die durch die Dehnungsausgleicher 40 aufgenommen
und ausgeglichen werden. Ausdehnungsdifferenzen treten auch dann auf, wenn die im
Zwischenraum 76 strömende Verbrennungsluft vorgewärmt ist (vergleiche Fig. 8).
[0021] Figur 4 zeigt die Einzelheit IV der Figur 1 in größerer Darstellung als Ausführungsvariante.
Während beim Ausführungsbeispiel nach den Figuren 1 bis 3 jede der Auslaßdüsen 16,
18 durch eine Rohrleitung 24, 34 unmittelbar mit dem zugeordneten Brennstoff-Zufuhrraum
30, 36 verbunden ist, sind im Ausführungsbeispiel nach den Figuren 4 und 5 Sammler
54, 56 zwischen die Auslaßdüsen 18, 16 und die Rohrleitungen 34, 24 eingeschaltet.
Die Auslaßdüsen 16, 18 jeder einzelnen Auslaßstelle 12, 14 münden hierbei jeweils
in einen Sammler 56 beziehungsweise 54. An die Sammler 54, 56 sind die Rohrleitungen
34, 24 angeschlossen, die zu den Brennstoff-Zufuhrräumen führen. Die Anzahl dieser
Rohrleitungen 24, 34 kann geringer sein als die Anzahl der Auslaßdüsen 16, 1&, falls
vorteilhaft die dann noch verbleibenden Rohrleitungen gleichmäßig verteilt an die
Sammler 54, 56 angeschlossen sind und einen für den Brenngastransport ausreichenden
Querschnitt aufweisen, beziehungsweise für einen ausreichenden Brenngastransport dimensioniert
sind.
[0022] Wie aus den Figuren 4 und 5 ersichtlich, sind die Sammler 54, 56 in dem Düsenkopf
10 als kreisringförmige Hohlräume mit rechteckförmigem Querschnitt ausgebildet. Dies
kann bei Düsenköpfen, die unter Zuhilfenahme eines Gießverfahrens hergestellt werden,
leicht erreicht werden.
[0023] Auf die vorbeschriebene Weise lassen sich selbstverständlich auch mehr als zwei Auslaßstellen
für gasförmige Brennstoffe vorsehen, wobei gegebenenfalls in den zugehörigen Rohrleitungen
Dehnungsausgleicher vorgesehen sein müssen.
[0024] Für die Dimensionierung des erfindungsgemäßen Mehrstoffbrenners gelten folgende Richtwerte.
Der Durchmesser des Düsenkopfes und seine Dicke in radialer Richtung ist so zu wählen,
daß die Anzahl der Auslaßdüsen, die zur Erreichung der vorgesehenen Brennernennleistung
erforderlich sind, untergebracht werden kann. Auch ist hierbei gegebenenfalls die
Unterbringung einer zentrischen Auslaßstelle für flüssige Brennstoffe und/oder die
zentrisehe Zufuhr von Verbrennungsluft und die Anordnung von Leitblechen zu beachten.
In axialer Richtung ist der Düsenkopf nur mit Rücksicht auf die Ausbildung der Auslaßdüsen
und gegebenenfalls mit Rücksicht auf die Anordnung der Sammler zu bemessen.
[0025] In Fig. 6 ist eine weitere Rohrleitung 34 als Einzelheit und in Ansicht dargestellt.
Man erkennt den Dehnungsausgleicher 40 in Form der Abwinkelung der weiteren Rohrleitung
34. Die Richtung der Abwinkelung mit einem Winkelet von 200 bis 800, vorzugsweise
300 bis 70
0 zur Längsachse 20, ist deutlich zu ersehen. Die Abwinkelung nimmt Längenänderungen
der Rohrleitung federnd auf, wobei zu beachten ist, daß die Abwinkelung eine solche
ausreichende Länge quer zur Längsachse 20 aufweist, die eine Federung der Abwinkelung
ermöglicht.
[0026] Fig. 7 zeigt eine Ansicht der weiteren Rohrleitung 34 aus Richtung VII der Fig. 6
in einbaufertigem Zustand. Man erkennt, daß jede weitere Rohrleitung 34, insbesondere
der Bereich der Abwinkelung (Dehnungsausgleicher 40), kreisbogenförmig ausgeführt
ist. Dies ist erforderlich, um die kreisringförmig angeordneten Auslaßdüsen 14 mit
den ebenfalls kreisringförmig angeordneten Bohrungen im Brennerkopf 26 verbinden zu
können.
[0027] Fig. 8 zeigt einen Ausschnitt aus einer Gasturbinenanlage im Vertikalschnitt mit
einem Mehrstoffbrenner gemäß der Erfindung. Auf der Turbinenwelle 60 sind mehrere
Reihen von Laufschaufeln 62 befestigt, die zwischen zugeordneten Reihen von Leitschaufeln
64 umlaufen können. Vor der ersten Reihe der Leitschaufeln mündet ein Überströmgehäuse
66 und bildet einen Treibgaseinlaß 68. Dieser ist kreisringförmig ausgebildet, so
daß die Leit- und Laufschaufelreihen auf ihrem gesamten Umfang durch Treibgase beaufschlagbar
sind. Hierzu ist das Überströmgehäuse 66 in jenem Bereich, der den Laufschaufeln benachbart
ist, ungefähr in Form eines Torus ausgebildet, der eine ringförmige Öffnung aufweist,
welche den Treibgaseinlaß 68 bildet.
[0028] An den torusartigen Bereich des Überströmgehäuses 66 schließt sich eine radial verlaufende
zylindrische Brennkammer 74 an. Die Brennkammer 74 ist glockenartig ausgebildet und
an ihrem unteren Ende mit dem Überströmgehäuse 66 verbunden. Im oberen verschlossenen
Endbereich der Brennkammer 74 ist der Mehrstoffbrenner zentrisch angeordnet. Die Brennkammer
74 sowie das Überströmgehäuse 66 sind unter Bildung eines Zwischenraums 76 von einem
Mantel 78 umgeben. In diesen Zwischenraum 76 wird die Verbrennungsluft eingeleitet.
Im Ausführungsbeispiel wird die Verbrennungsluft in einem in die Gasturbinenanlage
integrierten Axialkompressor 80 mit Leitschaufeln 81 und Laufschaufeln 83, der mit
der Turbine die gemeinsame Welle 60 besitzt, verdichtet und über einen Diffusor 82
dem Zwischenraum 76 zugeführt.
[0029] Der Düsenkopf 10 des Mehrstoffbrenners ragt in die Brennkammer 74 und ist von radial
verlaufenden und gleichmäßig verteilten Leitschaufeln 84 aus Blech für die Verbrennungsluft
umgeben. Die Leitschaufeln 84 sind jeweils proppellerartig ausgebildet und mit derartigem
gegenseitigem Abstand angeordnet, daß Verbrennungsluft zwischen den Leitschaufeln
84 vom Zwischenraum 76 in die Brennkammer 74 eintreten kann. Der Umriß der Leitschaufeln
ist deutlich aus Fig. 8 zu erkennen. Die Anzahl der Leitschaufeln liegt zwischen 8
und 16 Stück. Weitere Verbrennungsluft kann durch die radialen,Öffnungen 88 der Brennkammerwand
eintreten. Die Strömung der Verbrennungsluft ist durch Pfeile angedeutet.
[0030] Der Mehrstoffbrenner durchdringt den Zwischenraum 76 in vertikaler Richtung bis zum
Außenraum 86, und der Flansch 50 des Brennerkopfes 26 ist auf der Außenseite des oberen
horizontalen Bereichs des Mantels 78 befestigt. Der erste Anschlußstutzen 32 ist mit
einer Rohrleitung 90 versehen, durch die ein Brenngas, z. B. ein Brenngas mit einem
niedrigen Heizwert, zugeführt werden kann. An den zweiten Anschlußstutzen 38 ist eine
Rohrleitung 92 angeschlossen, durch die ein anderes Brenngas, z. B. ein Brenngas mit
höherem Heizwert, zugeführt werden kann. Das obere Ende des Brennkopfes 26 ist durch
einen Deckel 94 verschlossen, der vom Düsenstock 42 durchdrungen wird. Das obere Ende
des Düsenstockes 42 ist ebenfalls mit einem Deckel 96 verschlossen und mit einer Rohrleitung
98 versehen, durch die ein flüssiger Brennstoff, z. B. Brennöl zugeführt werden kann.
Das obere Ende des Düsenstockes 42 bildet den Brennstoff-Zufuhrraum für flüssigen
Brennstoff.
[0031] Während des Betriebes wird durch den Diffusor 82 Luft in den Zwischenraum 76 geleitet,
die durch die seitlichen Öffnungen 88 in die Brennkammer 74 eintritt. Gleichzeitig
strömt Luft zwischen den Leitschaufeln 84 in die Brennkammer 74 und vermischt sich
mit den aus dem Düsenkopf 10 austretenden Brennstoffen. Da die Ausmündungen der Auslaßdüsen
16, 18 nach außen gerichtet sind, ergibt sich eine besonders gute Durchmischung der
Brenngase mit der Luft, die zwischen den Leitschaufeln 84 in die Brennkammer 74 eintritt
(vergleiche hierzu auch Fig. 1).
[0032] Weitere Verbrennungsluft strömt durch den Ringraum 100, der zwischen dem Düsenstock
42 und den Rohrleitungen 24 vorhanden ist, in die Brennkammer 74, die kreisförmigen
Querschnitt aufweist (vergl. Fig. 1). Die Verbrennungsluft fließt hierbei vom Zwischenraum
76 durch "die Spalte, die zwischen den Rohrleitungen 24 und 34 gebildet sind, in den
Ringraum 100 und von hier durch die Wirbelbleche 48 in die Brennkammer. Diese Luft
dient in erster Linie zur Verbrennung des flüssigen Brennstoffes, der unter Druck
durch die Zerstäuberdüse 46 in die Brennkammer eintritt. Die Wirbelbleche 4ß verlaufen
in radialer Richtung und sind in größerer Anzahl, z. B. 8 bis 12 Stück, gleichmäßig
um die Zerstäuberdüse 48 angeodnet. Die Form der Wirbelbleche 48 ist in Fig. 1 deutlich
dargestellt.
[0033] Während des Betriebes werden die Brennstoffe einzeln oder in beliebiger Kombination
durch den Mehrstoffbrenner in der Brennkammer 74 verbrannt, die hierbei entstandenen
heißen Treibgase strömen zum Treibgaseinlaß 68. Von hier fließen die Treibgase nach
links zu den Leit- und Laufschaueln 64, 62 der Gasturbine, so daß die Turbinenwelle
60 angetrieben wird. Die Brennernennleistung kann bereits durch den Betrieb einer
einzigen Auslaßstelle 12, 14, 44 erreicht werden. Unter Brennernennleistung ist jene
Leistung zu verstehen, für die der Brenner vorgesehen und gebaut ist.
1. Mehrstoffbrenner, insbesondere für die Brennkammer einer Gasturbine, mit Auslaßstellen
(12, 14, 44) für mehrere Brennstoffe, die jeweils an einem zugeordneten, am Brennerkopf
(26) angeordneten Brennstoff-Zufuhrraum (30, 36) angeschlossen sind, wobei jede Auslaßstelle
(12, 14) für Brenngase eine Vielzahl von Auslaßdüsen (16, 18) umfaßt, die ringförmig
in einem Düsenkopf (10) angeordnet sind, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) jede der Auslaßstellen (12, 14) für Brenngase ist bezüglich der Anzahl und/oder
des Auslaßquerschnittes der zugehörigen Auslaßdüsen (16, 18) für den Durchtritt eines
solchen Brenngasstromes dimensioniert, welcher für das Erreichen der Brennernennleistung
erforderlich ist,
b) die Auslaßdüsen (16, 18) für die gasförmigen Brennstoffe sind durch Rohrleitungen
(24, 34) mit den zugeordneten Brennstoff-Zufuhrräumen (30, 36) verbunden,
c) die Rohrleitungen (34), welche die Auslaßdüsen (18) wenigstens einer Auslaßstelle
(14) für Brenngase mit dem zugeordneten Brennstoff-Zufuhrraum (36) verbinden, sind
mit Dehnungsausgleichern (40) versehen,
d) die Ausmündungen der Auslaßdüsen (16, 18) sind unter einem Winkel von 200 bis 800, vorzugsweise 500 bis 700, zur Längsachse (20) des Mehrstoffbrenners nach außen gerichtet,
e) der Düsenkopf (10) weist die Form eines Ringzylinders (11) auf, und
f) die Ausmündungen der Auslaßdüsen (16, 18) sind an einer Anfasung (22) des äußeren
Randes des ringzylindrischen Düsenkopfes (10) mit möglichst geringem gegenseitigem
Abstand (d) angeordnet.
2. Mehrstoffbrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaßdüsen (16,
18) aus zylindrischen Kanälen bestehen.
3. Mehrstoffbrenner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaßdüsen
(16, 18) wenigstens einer Auslaßstelle (12) bzw. (14) einzeln und direkt durch die
Rohrleitungen (24) bzw. (34) mit den zugeord- neten Brennstoff-Zufuhrräumen (30) bzw. (36) verbunden sind (Fig. 1).
4. Mehrstoffbrenner nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Auslaßdüsen (16, 18) wenigstens einer Auslaßstelle (12, 14) unter Zwischenschaltung
jeweils eines Sammelraumes (54, 56) durch die Rohrleitungen (34, 24) mit den zugeordneten
Brennstoff-Zufuhrräumen verbunden sind (Fig. 4 und 5).
5. Mehrstoffbrenner nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Brennstoff-Zufuhrräume (30, 36), in Richtung der Längsachse (20) gesehen, hintereinander
angeordnet sind.
6. Mehrstoffbrenner nach einem der Ansprüche 1. bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Dehnungsausgleicher (40) jeweils aus mindestens einer Richtungsänderung der Rohrleitungen
(34) bestehen.