(19)
(11) EP 0 125 667 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.11.1984  Patentblatt  1984/47

(21) Anmeldenummer: 84105389.5

(22) Anmeldetag:  12.05.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B26F 1/44
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 16.05.1983 DE 3317777

(71) Anmelder:
  • R + S Stanzformen GmbH
    D-6000 Frankfurt 64 (DE)
  • Karl Stursberg KG
    D-5600 Wuppertal 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Röder, Walter
    D-6000 Frankfurt 60 (DE)

(74) Vertreter: Oppermann, Ewald, Dipl.-Ing. 
Am Wiesengrund 35
63075 Offenbach
63075 Offenbach (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Bandstahlstanzwerkzeug für Zuschnitte aus Karton od. dgl.


    (57) Bei einem Bandstahlstanzwerkzeug sind Bandstahlstanzmesser (1) und ggf. Bandstahlfalzlineale (2) in Schlitzen (3, 4) einer Trägerplatte (5) vorgesehen, aus welcher die Bandstahlstanzmesser und ggf. Bandstahlfalzlineale nach unten zum Zusammenarbeiten mit einer Gegenstanzplatte (7) vorstehen. Die Rücken der Bandstahlstanzmesser (1) und ggf. der Bandstahlfalzlineale (2) sind einer gehärteten Druckplatte (9) zugekehrt. Zur Erzielung einer selbsttätigen Höhenjustierung der Bandstahlstanzmesser (1) und ggf. Bandstahlfalzlineale (2) sind die Rücken der Bandstahlstanzmesser und ggf. der Bandstahlfalzlineale ebenfalls als gehärtete Schneide (11, 12) ausgebildet, wobei zwischen der Trägerplatte (5) und der Druckplatte (9) eine Zwischenplatte (10) eingelegt ist, deren Härte geringer als die ihr zugekehrten Schneiden (11, 12) der Bandstahlstanzmesser (1) und ggf. der Bandstahlfalzlineale (2) ist, so daß beim Höhenausgleich diese Schneiden in die Zwischenplatte eindringen können.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Bandstahlstanzwerkzeug für Zuschnitte aus Karton od. dgl., insbesondere Faltschachtelzuschnitte, mit mindestens einem in einen Schlitz einer Trägerplatte eingelassenen und mit einer gehärteten Schneide daraus vorstehenden Bandstahlstanzmesser, dessen Rücken einer Zwischenplatte und einer gehärteten Druckplatte zugekehrt ist.

    [0002] Derartige Bandstahlwerkzeuge (EP-OS 0 017 179) werden am Obertisch einer Stanze befestigt und arbeiten gegen eine planparallel ausgerichtete Gegenstanzplatte am Untertisch der Stanze. In der Praxis kommt es darauf an, daß die aus der Trägerplatte vorstehenden Schneiden, die sog. Bandstahlstanzlinien, die gleiche Höhenlage haben, damit das der Gegenstanzplatte flächenförmig aufliegende zu stanzende Material an allen Schneiden gleichmäßig durchtrennt wird, weil sonst ein störungsfreies Ausbrechen der Zuschnitte aus dem flächenförmigen Material nicht möglich ist.

    [0003] Die Erzielung einer gleichen Höhenlage der Schneiden bei der Einrichtung der Stanzen ist ein der Fachwelt seit langem bekanntes und bisher nicht befriedigend gelöstes Problem. Zum Ausgleich der an sich unvermeidbaren Höhentoleranzen, die bis zu mehrere Zehntel Millimeter betragen können, ist es üblich, die Rücken der nicht durchtrennenden Bandstahlstanzmesser mit Ausgleichsstreifen zu hinterlegen. Diese Einrichtungsarbeiten sind jedoch sehr zeitaufwendig und müssen zudem wiederholt werden, wenn das Bandstahlwerkzeug in zeitlichen Abständen mehrfach verwendet wird, was in der Praxis bei Wiederholungsaufträgen häufig vorkommt.

    [0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bandstahlstanzwerkzeug bereitzustellen, mit dessen Hilfe einwandfreie Schnitte ohne zusätzliche Justierarbeiten durchführbar sind, auch wenn das Bandstahlstanzwerkzeug wiederholt verwendet wird.

    [0005] Diese Aufgabe wird ausgehend von der eingangs bezeichneten Gattung dadurch gelöst, daß der Rücken des Bandstahlstanzmessers ebenfalls als gehärtete Schneide ausgebildet ist.

    [0006] Wird das zunächst noch keine Höhenjustierung aufweisende erfindungsgemäße Bandstahlstanzwerkzeug zum Stanzen verwendet, so treffen die am weitesten aus der Trägerplatte vorstehenden Schneiden bzw. Schneidenbereiche zuerst auf das zu stanzende Material bzw. auf die Gegenstanzplatte auf, wodurch an diesen Schneiden bzw. Schneidenbereichen erhöhte Druckkräfte auftreten. Diese führen dazu, daß sich die betreffenden Bandstahlstanzmesser geringfügig in ihren Schlitzen in der Trägerplatte in der Höhenrichtung verlagern, wobei die rückwärtigen Schneiden der Bandstahlstanzmesser in die weichere Zwischenplatte eingedrückt werden, bis im weiteren Ablauf der Stanzbewegung alle Bandstahlstanzlinien gleichmäßig belastet werden. Dieser einer gleichmäßigen Höhenlage entsprechende Zustand läßt sich bereits bei den ersten Probeschnitten herbeiführen, ohne daß dazu besondere Höhenjustierarbeiten erforderlich sind. Die angestrebte gleiche Höhenlage tritt somit im Zusammenwirken der rückwärtigen Schneiden mit der weicheren Zwischenplatte selbsttätig ein.

    [0007] Das erfindungsgemäße Stanzwerkzeug kann wiederholt verwendet werden, wobei lediglich dafür zu sorgen ist, daß den rückwärtigen Schneiden der Bandstahlstanzmesser neue Bereiche der Zwischenplatte gegenüberstehen. Dieses kann erreicht werden durch geringfügiges Verschieben der Zwischenplatte in x- und y-Richtung. Außerdem kann die Zwischenplatte auch noch gewendet werden, wodurch auch die Zwischenplatte einer Mehrfachverwendung zugeführt werden kann. Selbst wenn bei jeder erneuten Einrichtung des betreffenden Bandstahlstanzwerkzeuges eine neue Zwischenplatte verwendet wird, so ist der dadurch hervorgerufene Aufwand gering, weil die Zwischenplatte nur einen geringen Anteil an den Gesamtkosten des Bandstahlstanzwerkzeuges hat.

    [0008] Da die erwähnten Höhentoleranzen auch bei ungünstiger Addition aller Toleranzen nur wenige Zehntel Millimeter betragen, ist es ausreichend, wenn die Zwischenplatte dünn und einschichtig ausgebildet ist. Ihre Dicke sollte um weniges größer sein als die zu erwartende maximale Toleranzsumme, um Durchtrennungen der Zwischenplatte an den Eindrückstellen der rückwärtigen Schneiden möglichst zu vermeiden. Dementsprechend reichen für die Dicke der Zwischenplatte wenige Zehntel Millimeter aus. Gute Erfahrungen wurden beispielsweise mit einer 0,3 mm dicken Zwischenplatte erzielt.

    [0009] In Weiterführung des Erfindungsgedankens besteht die Zwischenplatte aus einem kerbschlagzähen Material, dessen Rockwellhärte etwa bis zu 50% der Rockwellhärte der gehärteten Schneiden des Bandstahlstanzmessers beträgt. Die Rockwellhärte der gehärteten Schneiden der Bandstahlstanzmesser beträgt üblicherweise etwa 50. Dementsprechend sollte die geringere Rockwellhärte der Zwischenplatte etwa zwischen 40 und 25 betragen.

    [0010] Bei entsprechender Ausbildung der rückwärtigen Schneide des Bandstahlmessers kann die Rockwellhärte des Materials der Zwischenplatte sogar unterhalb 25 liegen, weil beispielsweise bei einer keilförmigen Schneidenform der Eindringwiderstand entsprechend der zunehmenden Flächengröße der eindringenden Schneidenbereiche wächst.

    [0011] Zweckmäßig besteht die Zwischenplatte aus einem gegenüber der Härte der Schneide weicheren Metall. Aber auch Kunststoffe sind als Zwischenplatte verwendbar, beispielsweise Polytetrafluorethylen.

    [0012] Die rückwärtige Schneide des Bandstahlstanzmessers kann im Rahmen des Erfindungsgedankens eine unterschiedliche Ausbildung erfahren. Sie kann beispielsweise mit der vorderen den Stanzschnitt herbeiführenden Schneide identisch sein, wodurch die Herstellung des Bandstahlstanzmessers wesentlich erleichtert ist. Die Anordnung kann mit Vorteil aber auch so getroffen sein, daß der Rücken des Bandstahlstanzmessers durch Hohlschliff zu einer gehärteten Doppelschneide ausgestaltet ist. Im Zusammenwirken mit bestimmten Materialien für die Zwischenplatte kann der Rücken des Bandstahlmessers auch als gehärtete Sägezahnschneide ausgebildet sein. Je nach Ausbildung der Sägezähne kann dabei eine Schneide entstehen, die aus kurzen, mit Abstand zueinander angeordneten Einzelschneiden zusammengesetzt ist (z. B. Rechtecksägezähne) oder im Extremfall aus einer Reihe von in gleichen Abständen angeordneten Punkten bzw. Spitzen (Dreiecksägezähne) besteht. Da die Flächenpressung bei vergleichbarer Belastung an einer derartigen Sägezahnschneide größer ist, kann der Zwischenplattenwerkstoff eine größere Härte aufweisen, als bei einer ununterbrochen durchgehenden rückwärtigen Schneide.

    [0013] Im Rahmen des Erfindungsgedankens kann bei einem Bandstahlstanzwerkzeug mit zusätzlich mindestens einem in einen Schlitz der Trägerplatte eingelassenen weniger weit als das Bandstahlstanzmesser aus der Tragplatte vorstehenden Bandstahlfalzlineal die Anordnung so getroffen sein, daß auch der Rücken des Bandstahlfalzlineals als gehärtete Schneide ausgebildet ist. Bei dieser Ausgestaltung stellen sich nach den Bandstahlstanzmessern auch die Bandstahlfalzlineale selbsttätig auf eine gleiche Höhenlage ein, indem beim Stanz- und Falzvorgang die rückwärtigen Schneiden der Bandstahlfalzlineale entsprechend den vorhandenen Höhentoleranzen mehr oder weniger tief in die Zwischenplatte eingedrückt werden.

    [0014] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend anhand der Ausführungsbeispiele darstellenden Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigt:

    Fig. 1 einen Teilschnitt durch ein Bandstahlstanzwerkzeug vor dem selbsttätigen Höhendifferenzausgleich,

    Fig. 2 einen Teilschnitt durch ein Bandstahlstanzwerkzeug nach dem selbsttätigen Höhendifferenzausgleich,

    Fig. 3 einen Schnitt durch ein Bandstahlstanzmesser mit einer von den Beispielen gemäß der Fig. 1 und 2 abweichenden Gestaltung des Messerrückens,

    Fig. 4 einen Schnitt und eine seitliche Teilansicht eines anderen Ausführungsbeispiels des Bandstahlstanzmessers und

    Fig. 5 ebenfalls einen Schnitt und eine seitliche Teilansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Bandstahlstanzmessers.



    [0015] In den Fig. 1 bis 3 ist das Bandstahlstanzwerkzeug in einem gegenüber der Wirklichkeit erheblich größeren Maßstab dargestellt, während in den Fig. 4 und 5 lediglich die Dicke der Bandstahlstanzmesser zur Verdeutlichung übertrieben groß gezeichnet ist.

    [0016] Das aus Fig. 1 ersichtliche Bandstahlstanzwerkzeug zeigt zwei Bandstahlstanzmesser 1 und ein dazwischen befindliches Bandstahlfalzlineal 2, jeweils eingelassen in Schlitze 3 bzw. 4 der üblicherweise aus Schichtholz bestehenden Trägerplatte 5. Die aus der Trägerplatte 5 nach unten vorstehenden Bandstahlstanzmesser 1 besitzen jeweils eine keilförmig zugeschliffene gehärtete Schneide 6, die mit einer Gegenstanzplatte zum Stanzen eines der Gegenstanzplatte 7 aufzulegenden flächenförmigen Materials, z. B. Karton, zusammenarbeitet.

    [0017] Das Bandstahlfalzlineal 2 ist zur Erzeugung einer Falz-oder Nutlinie an seinem äußeren Ende 8 abgerundet und steht weniger weit als die Schneiden 6 aus der Trägerplatte nach unten heraus.

    [0018] Dem Bandstahlstanzwerkzeug ist eine gehärtete Druckplatte 9 zugeordnet, an welcher es sich abstützt. Zwischen der Druckplatte 9 und der Trägerplatte 5 befindet sich eine dünne einschichtige Zwischenplatte 10.

    [0019] Die Bandstahlstanzmesser 1 und, falls vorhanden, die Bandstahlfalzlineale 2 sind an ihrem Rücken ebenfalls als keilförmig geschliffene gehärtete Schneiden 11 bzw. 12 ausgebildet, die vor dem ersten Stanz- bzw. Prägevorgang an der zugekehrten Fläche der Zwischenplatte 10 anliegen. Die Zwischenplatte 10 besteht aus einem Werkstoff, der eine geringere Härte besitzt, als die der Zwischenplatte 10 zugekehrten Schneiden 11, 12.

    [0020] Aufgrund dieser Härtedifferenz können die Schneiden 11, 12 zum Ausgleich von Höhentoleranzen in die Zwischenplatte 10 eindringen, wie das in Fig. 2 am Beispiel der Schneide 11 eines Bandstahlstanzmessers 1 dargestellt ist.

    [0021] Das in Fig. 3 gezeigte Bandstahlstanzmesser 13 besitzt an seinem Rücken eine Hohlschliffnute 14, wodurch eine Doppelschneide entsteht, deren beiden Schneiden 15 sich in gleicher Höhe befinden.

    [0022] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 ist die rückwärtige Schneide eines Bandstahlstanzmessers 16 als Sägezahnschneide 17 bestehend aus einzelnen Sägezähnen 18 ausgebildet. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 ist das Bandstahlstanzmesser 19 ebenfalls mit einer rückwärtigen Sägezahnschneide 20 ausgerüstet, deren Sägezähne 21 dreieckförmig gestaltet sind. Bei beiden Ausführungsbeispielen entsprechend den Fig. 4 und 5 liegen die rückwärtigen Schneiden 17 bzw. 20 der Zwischenplatte mit einer erheblich verringerten Auflagefläche an, wodurch beim selbsttätigen Höhenausgleich Flächenpressungen erheblicher Größe auftreten, die das Eindringen der Zähne 18 bzw. 21 in das Material der Zwischenplatte 10 erleichtern. Hierbei kann die Härte der Zwischenplatte 10 größer gewählt werden als bei dem Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 1 und 2, wobei jedoch die Härte der Zwischenplatte 10 stets unterhalb der Härte der Schneiden 17 bzw. 20 bleibt.


    Ansprüche

    1. Bandstahlstanzwerkzeug für Zuschnitte aus Karton od. dgl., insbesondere Faltschachtelzuschnitte, mit mindestens einem in einen Schlitz einer Trägerplatte eingelassenen und mit einer gehärteten Schneide daraus vorstehenden Bandstahlstanzmesser, dessen Rücken einer Zwischenplatte und einer gehärteten Druckplatte zugekehrt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Rücken des Bandstahlstanzmessers (1) ebenfalls als gehärtete Schneide (11) ausgebildet ist.
     
    2. Bandstahlstanzwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenplatte (10) aus einem kerbschlagzähen Material besteht, dessen Rockwellhärte etwa bis zu 50 % der Rockwellhärte der gehärteten Schneiden (6, 11) des Bandstahlstanzmessers (1) beträgt.
     
    3. Bandstahlstanzwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenplatte (10) aus einem gegenüber der Härte der Schneide (11) weicheren Metall besteht.
     
    4. Bandstahlstanzwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenplatte aus Polytetrafluorethylen besteht.
     
    5. Bandstahlstanzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Rücken des Bandstahlstanzmessers (13) durch Hohlschliff (14) zu einer gehärteten Doppelschneide (15) ausgestaltet ist.
     
    6. Bandstahlstanzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Rücken des Bandstahlstanzmessers (T6, 19) als gehärtete Sägezahnschneide (17, 20) ausgebildet ist.
     
    7. Bandstahlstanzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, mit zusätzlich mindestens einem in einen Schlitz der Trägerplatte eingelassenen weniger weit als das Bandstahlstanzmesser aus der Trägerplatte vorstehenden Bandstahlfalzlineal, dadurch gekennzeichnet, daß auch der Rücken des Bandstahlfalzlineals (2) als gehärtete Schneide (12) ausgebildet ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht