[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stauen eines schwitzwassergefährdeten Gutes
in einem Laderaum eines Schiffes, in dessen Inneren Luft bestimmbarer Feuchtigkeit
und Temperatur eingeschlossen ist, die mit den Wandungen in Berührung kommt, an denen
das Gut anliegt und eine Kondensation stattfinden kann.
[0002] In einem Laderaum gestautes schwitzwassergefährdetes Gut ist von Luft bestimmbarer
Feuchtigkeit und Temperaturen umgeben. Sobald das Schiff durch Zonen niedriger Außentemperatur
fährt, muß damit gerechnet werden, daß die Temperatur im Laderaum absinkt und damit
die im Laderaum eingeschlossene Luft ihr Vermögen verliert, die in ihr gelöste Feuchtigkeit
in Lösung zu halten. Vielmehr kondensiert die Feuchtigkeit, sobald eine bestimmte
Lösungstemperatur unterschritten wird. Bei dieser Temperatur besitzt das im Laderaum
eingeschlossene Luftgemisch seinen Kondensationspunkt.
[0003] Da im Regelfall die Temperatur der Ladung in Richtung auf die kühlen Wandungen nur
langsam absinkt , wird im Regelfall die Kondensationstemperatur zuerst an den kühlen
Wandungen unterschritten. An diesen bildet sich Feuchtigkeit, die schließlich Wassertröpfchen
bildet. Diese laufen an den Wandungen in Richtung auf einen den Laderaum nach unten
begrenzenden Boden ab. Dort sammelt sich das Wasser und zerstört die Ladung, soweit
sie feuchtigkeitsempfindlich ist. 11
[0004] Um derartige Schäden möglichst gering zu halten, wird die Ladung belüftet. Eine ausreichende
Belüftung ist nur dann möglich, wenn die Ladung in einer Weise gestaut ist, daß zwischen
einzelnen Ladungsteilen genügend Zwischenräume vorhanden sind, durch die ein Luftstrom
hindurch geleitet werden kann. Derartige Zwischenräume fehlen insbesondere bei einer
dicht gepackt liegenden Ladung, insbesondere bei einer solchen, die als Massengut
(bulk) in Massengutfrachtern gefahren wird. Aus diesem Grunde konnten als Massengut
bisher nur solche Güter gefahren werden, die nicht schwitzwasserempfindlich sind.
Viele andere Güter, wie beispielsweise Kaffee, dessen Tranport als Massengut sich
grundsätzlich anbieten würde, konnten bisher als Massengut in Massengutfrachtern nicht
gefahren werden. Vielmehr mußten sie in kleine Einheiten, beispielsweise Säcke verpackt
werden. Zwischen diesen kleinen Einheiten befand sich genügend Raum, durch den Luft
geleitet werden konnte.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, das Verfahren der einleitend genannten
Art so zu verbessern, daß auch schwitzwassergefährdete Güter als Massengut transportiert
werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Temperaturen sowohl der
Luft als auch der Wandungen auf einem Niveau geregelt werden, auf dem eine Kondensation
der Feuchtigkeit an den Wandungen verhindert wird.
[0007] Durch dieses Verfahren ist es möglich, einerseits die Temperatur der Wandungen auf
einem Niveau zu halten, auf dem die Kondensation der im Laderaum befindlichen Luftfeuchtigkeit
verhindert wird und andererseits Wärme von den Wandungen iniRichtung auf die Ladung
abzustrahlen. Diese Wärme reicht aus, um die Temperatur im gesamten Laderaum oberhalb
der Kondensationstemperatur zu halten. Auch im Bereich weiterEntfernungen der Ladung
von den die Wärme abstrahlenden Wandungen wird die Kondensationstemperatur nicht unterschritten,
so daß auch in diesen Bereichen keine Feuchtigkeit ausfaller kann. Sollte der Laderaum
durch Längs- bzw. Querschotten in kleine Einheiten unterteilt sein, so muß dafür Sorge
getragen werden, daß auch diese den Laderaum unterteilenden Wandungen eine die Kondensation
verhinderte Temperatur aufweisen. Durch entsprechende Zufuhr von Wärme, die über einen
Wärmeträger auch den den Laderaum unterteilenden Wandungen zugeführt werden kann,
können diese Längs- und Querschotten auf einer oberhalb des Kondensationspunktes liegenden
Temperatur gehalten werden. Schließlich kann die Wärme auch mit Hilfe warmer Luft
zugeführt werden. Diese kann die Wandungen umspülen, soweit sie von der Ladung nicht
bedeckt sind. Insbesondere eignet sich diese mit warmer Luft erfolgende Wärmezufuhr
in solchen Fällen, in denen einzelne Ladungseinheiten durch Wandungen voneinander
abgetrennt sind, beispielsweise im Falle eines in Containern gestauten Gutes.
[0008] Die bisher in der Massengutfahrt verwendeten Schiffe waren nicht in der Lage, in
ihren Laderäumen eine schwitzwassergefährdete Ladung zu stauen, wenn diese als Massengut
gefahren werden sollte. Aus diesem Grunde konnten die billigen Verlademöglichkeiten,
die diese Schiffe bieten, nicht genutzt werden. Vielmehr mußten schwitzwassergefährdete
Güter zunächst in kleine Verpackungseinheiten, beispielsweise Säcke verpackt werden,
bevor sie im Laderaum eines Frachters gestaut werden konnten. Dieses Einfüllen des
Gutes in kleine Verpackungseinheiten verursacht erhebliche Kosten.
[0009] Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher, ein Schiff mit mindestens einem
Laderaum, in dessen Inneren Luft bestimmbarer Feuchtigkeit und Temperatur eingeschlossen
ist, die mit Wandungen in Berührung kommt,an denen ein schwitzwassergefährdetes Gut
anliegt und eine Kondensation stattfinden kann, so zu gestalten, daß die Ausbildung
von Schwitzwasser verhindert wird.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine die Temperatur sowohl
der Luft als auch der Wandungen auf eine
m die Kondensation verhindernden Niveau haltende Regelung vorgesehen ist.
[0011] Mit einer derartigen Regelung wird dafür gesorgt, daß die Temperatur weder im Laderaum
noch an den Wandungen auf ein Niveau absinkt, auf dem die Feuchtigkeit kondensiert.
Die Regelung kann mit relativ einfachen Mitteln vorgesehen werden, so daß sie sich
in der technischen Durchführung als relativ billig herausstellt. Im einfachsten Fall
genügt dazu die Anbringung von Temperaturfühlern im Laderaum und an den Wandungen.
Die von diesen Temperaturfühlern gemessene Temperatur wird auf einem Niveau gehalten,das
demjenigen der in den Laderaum eingefüllten Ladung entspricht. Diese Konstanthaltung
der Temperatur erfolgt mit Hilfe eines Regelkreises, der mit einfachen elektronischen
Bauteilen im Schiff installiert werden kann. Darüber hinaus ist es jedoch auch denkbar,
sowohl die Feuchtigkeit als auch die Temperatur im Laderaum und an den Wandungen zu
messen. Die bei der Feuchtigkeitsmessung gemessene Luftfeuchtigkeit gibt einen Temperaturwert
vor, bei dem die Feuchtigkeit
lin der Luft gelöst bleibt, ohne im Laderaum zu kondensieren. Gegebenenfalls kann mit
relativ einfachen technischen Mitteln dafür gesorgt werden, daß im Laderaum eine relativ
trockene Luftatmosphäre herrscht, so daß deren Feuchtigkeitsgehalt entsprechend der
im Laderaum herrschenden Temperatur festgelegt und eingehalten wird.
[0012] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden ausführlichen
Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung beispielsweise veranschaulicht ist.
[0013] In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 Einen Querschnitt durch einen Schiffskörper mit einem erfindungsgemäßen Laderaum,
Fig. 2 einen Schnitt durch einen Laderaum entlang der Linie II-II in Fig. 1.
[0014] Ein Schiff besteht aus einem Schiffskörper 1, der mindestens einen Laderaum 2 aufweist.
Dieser Laderaum 2 ist allseits von Wandungen 3 umschlossen. Die Wandungen 3 bestehen
aus einem Boden 4, zwei in Schiffslängsrichtung verlaufenden Seitenwänden 5, 6, zwei
in Schiffsquerrichtung verlaufenden Querwänden 7, 8 und aus einer Abdeckung 9, die
den Laderaum 2 auf seiner dem Boden 4 abgewandten Seite abschließt und als Lukendeckel
ausgebildet ist.
[0015] Der Schiffskörper 1 ist zweischalig ausgebildet, so daß jeweils parallel zu den Seitenwänden
5, 6 und dem Boden 4 sich Außenwände 10, 11, 12 erstrecken, zwischen denen und den
Seitenwänden 5, 6 und dem Boden 4 jeweils Hohlräume 13, 14, 15 ausgebildet sind. Auch
die Abdeckung 9 ist zweischalig ausgebildet und weist eine parallel zu ihr verlaufenden
Außenwand 16 auf, die gemeinsam mit ihr einen Hohlraum 17 umschließt. Die Querwände
7, 8 weisen ebenfalls an ihren den Laderaum abgewandten Seiten parallel zu ihnen verlaufende
Außenwände 18, 19 auf, die gemeinsam mit ihnen jeweils Hohlräume 20, 21 umschließen.
[0016] Sämtliche Hohlräume 13, 14, 15, 17, 20, 21 erstrecken sich jeweils auf der dem Laderaum
2 abgewandten Seite 28 einer Wandung 3 über deren gesamten Flächenausdehnung. Die
Hohlräume 13, 14, 15, 17, 20, 21 sind über Verbindungen 22 jeweils mit mindestens
einem benachbarten Hohlraum 13, 14, 15, 17, 20, 21 verbunden. Die Hohlräume 13, 14,
15, 17, 20, 21 sind von einem als Wärmemittel verwendeten Heizmedium durchströmt,
das vorzugsweise aus warmem Wasser besteht. Als Wasser kann Kühlwasser verwendet werden,
das von einer das Schiff antreibenden Schiffsmaschine 32 erwärmt wurde und über Zuleitungen
33 gleichmäßig über die Hohlräume 13, 14, 15, 17, 20, 21 verteilt wird und von dort
über Ableitungen 34 wieder zur Schiffsmaschine zurückgeführt wird. An mindestens einer
Verbindung 22 zwischen zwei Hohlräumen 13, 14, 15, 17, 20, 21 ist mindestens eine
Umwälzpumpe 23 vorgesehen, mit deren Hilfe das in den Hohlräumen 13, 14, 15, 17, 20,
21 befindliche warme Wasser ständig in Bewegung gehalten wird und zwischen den einzelnen
Hohlräumen 13, 14, 15, 17, 20, 21 ausgetauscht wird, um Temperaturdifferenzen an den
Wandungen 3 zu vermeiden. Die Umwälzpumpe 23 sowie die Warmwasserzuführung wird von
einer Termostatsteuerung 31 gesteuert, die Temperaturfühler 29, 30 im Laderaum 2 aufweist
und über die die Zuführung und Umwälzung des warmen Wassers in der Weise gesteuert
wird, daß die Temperatur der Luft im Laderaum 2 während des gesamten Transportes konstant
gehalten wird.
[0017] Schwitzwassergefährdete Ladung wird in einem Verladehafen in den Laderaum 2 eingefüllt.
Dabei dringt gleichzeitig die im Verladehafen vorhandene Umgebungsluft in den Laderaum
2 ein. Sie ist insbesondere in überseeischen Häfen von relativ hoher Temperatur und
Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus besitzt auch die Ladung eine relativ hohe Temperatur.
Sie wird als Schüttgut in den Laderaum 2 eingefüllt.
[0018] Nach dem der Laderaum 2 gefüllt worden ist, wird die als Lukendeckel ausgebildete
Laderaumabdeckung 9 geschlossen. Sodann kann das Schiff auslaufen. Auf nördlicher
Fahrtroute wird das Schiff in Seegebiete gelangen, in denen sowohl die Luft- als auch
die Wassertemperatur erheblich unter derjenigen im Verladehafen lieg
en.Insbesondere die Außenwände 10, 11, 12 des Schiffes kühlen sich stark ab. Die im
Laderaum 2 enthaltene Luft kommt mit den Außenwänden 10, 11, 12 in Berührung, kühlt
sich dort stark ab, so daß sie sich dem Kondensationspunkt der in ihr gelösten Flüssigkeit
nähert. Um die Kondensation der Feuchtigkeit zu verhindern, wird das Wärmemedium durch
die Hohlräume 13, 14, 15, 17, 20, 21 mit Hilfe der Umwälzpumpen 23 bewegt. Das Wärmemedium
besitzt die Temperatur der im Laderaum 2 eingeschlossenen Luft, so daß diese sich
an den Wandungen 3 nicht abkühlen kann. Sie ist in der Lage, die in ihr enthaltene
Feuchtigkeit gelöst zu halten, ohne daß an irgendeiner Stelle Kondensationserscheinungen
zu Tage treten.
[0019] Um die Temperatur auf. dem vorgegebenen Niveau zu halten, tasten die Termostate die
Temperatur an den Wandungen 3 ab. Die Meßergebnisse werden in die Termostatsteuerung
31 eingegeben. Diese steuert die Umwälzpumpe 23, mit deren Hilfe eine den jeweiligen
Temperaturverhältnissen entsprechenden Menge Kühlwasser umgepumpt wird, das im heißen
Zustand an einem Ausgang 35 die Schiffsmaschine verläßt und im abgekühlten Zustand
über die Ableitungen 34 an einem Eingang 36 wieder in die Schiffsmaschine 32 eintritt.
[0020] Dabei ist es auch möglich, nicht unmittelbar das Kühlwasser über die Umwälzpumpe
23 durch die Hohlräume 13, 14, 15, 17, 20, 21 hindurch zu pumpen. Vielmehr kann zwischen
dem Ausgang 35 und dem Eingang 36 der Schiffsmaschine 32 ein vom Kühlwasser durchflossener
Wärmeübertrager angeordnet sein, der im Beispiel nicht dargestellt ist. Innerhalb
dieses Wärmeübertragers wird das Wärmemedium soweit aufgeheizt, daß es in der Lage
ist, sowohl die Wandungen 3 als auch das Innere des Laderaums 2 auf einer Temperatur
zu halten, bei der eine Kondensation der in der Luft gelösten Feuchtigkeit vermieden
wird.
[0021] Die Wärme kann von den Wandungen 3 unmittelbar in das Innere des Laderaums 2 abgeleitet
werden. Es ist jedoch auch möglich, im Inneren des Laderaums 2 vom Wärmemedium durchflossene
Heizaggregate aufzustellen, die die Wärme unmittelbar an die Ladung und an die sie
umgebende Luft abgeben. Schließlich ist es denkbar, daß sich im Inneren des Laderaumes
2 Längsschotten 37 und Querschotten 38 erstrecken, die über Verbindungen 22 mit den
Hohlräumen 13, 14, 15, 21 in Verbindung stehen. Auch von diesen Längsschotten 37 und
Querschotten 38 kann Wärme an das Innere des Laderaums 2 abgegeben werden.
[0022] 1 Darüber hinaus ist es auch denkbar, im Inneren des Laderaums 2 einen Meßfühler
39 zu installieren, der dazu geeignet ist, die Feuchtigkeit der im Laderaum 2 eingeschlossenen
Luft zu messen. Dieser Meßfühler 39 ist über eine Meßleitung 40 mit einem Rechner
41 verbunden. Gleichzeitig werden über eine weitere Leitung 42 Steuerungsimpulse der
Termostatsteuerung 31 in den Rechner 41 eingespeist. Dieser Rechner 41 besitzt ein
Programm, mit dessen Hilfe der Kondensationspunkt von Feuchtigkeit berechnet werden
kann, die in der im Laderaum 2 eingeschlossenen Luft gelöst ist. Entsprechend dem
vom Rechner 41 festgestellten Feuchtigkeitswert wird die Termostatsteuerung 31 auf
ein Temperaturniveau gesteuert, bei dem die Kondensation der Feuchtigkeit im Laderaum
2 gerade vermieden wird. Auf diese Weise ist es denkbar, die Temperatur im Laderaum
2 auf ein Niveau abzusenken, das unterhalb des Temperaturniveaus liegt, bei dem sich
die im Verladehafen in den Laderaum 2 eingedrungene Luft befindet. Die Absenkung der
im Laderaum 2 befindlichen Temperatur kann jedoch nur soweit erfolgen, daß die Ausbildung
von Schwitzwasser insbesondere im Bereich der Wandungen 3 zuverlässig vermieden wird.
Um insoweit über die notwendige Sicherheit zu verfügen, 'können mehrere Meßfühler
39 im Laderaum 2 und an den Wandungen 3 verteilt sein.
[0023] Schließlich ist es denkbar, die Feuchtigkeit der im Laderaum 2 eingeschlossenen Luft
abzusenken..Je trockener
5die Luft ist, umso weiter kann die Temperatur im Laderaum 2 abgesenkt werden. Die
Trocknung der Luft kann mit Hilfe von En tfeuchtern vorgenommen werden. Zu diesem
Zwecke wird die feuchte Luft aus dem Laderaum 2 abgesaugt und im getrockneten Zustand
dem Laderaum 2 wieder zugeführt.
[0024] Bei der Erwärmung der Luft ist darauf zu achten, daß das Temperaturniveau im gesamten
Laderaum 2 nicht unter den Kondensationspunkt fällt. Da die Wärme von den Wandungen
3 in den Laderaum 2 eingeleitet wird, ist es denkbar, daß die Temperatur im Inneren
des Laderaumes 2 niedriger als an den Wandungen 3. Diese Möglichkeit ist umso mehr
gegeben, als die Ladung einen schlechten Wärmeleiter bildet. Dabei ist insbesondere
zu berücksichtigen, daß die außer der Ladung im Laderaum 2 befindliche Luft einen
schlechten Wärmeleiter darstellt. Je schlechter die die Ladung und die Luft die Wärme
leiten umso höher müssen die Wandungen 3 aufgeheizt werden. Für eine gleichmäßige
Verteilung der Wärme sorgen darüber hinaus die Längsschotten 37 und Querschotten 38.
[0025] Die Wärme kann auch mit Hilfe warmer Luft in den Laderaum 2 eingeleitet werden. Diese
warme Luft wird möglichst gleichmäßig über den Laderaum 2 verteilt. Diese Beheizung
des Laderaumes 2 hat darüber hinaus den Vorteil, daß die Feuchtigkeit der zum Aufheizen
verwendeten Luft bestimmt werden kann. Je nach dem zu betreibenden technischen Aufwand
kann relativ trockene Luft zur Beheizung des Laderaumes 2 Verwendung finden. Diese
trockene Luft kann allerdings nur sehr schwer aufgeheizt werden, so daß sie als Wärmemedium
keine idealen Voraussetzungen mit sich bringt. Es ist aber denkbar, den Laderaum 2
zum Teil über die Wandungen 3 und zu einem weiteren Teil mit Hilfe aufgewärmter Luft
zu beheizen. Bei dieser Mischheizung kann einerseits für )einen guten Wärmeübergang
im Bereich der Wandungen 3 gesorgt werden und andererseits die Trocknung der Wandungen
3 mit Hilfe der in den Laderaum 2 einströmenden Luft vorgenommen werden. Dabei kann
zur Verteilung der Luft ein Ventilator 25 vorgesehen sein.
[0026] Um eine übermäßige Wärmeabstrahlung nach Außenbord während des Tranportes zu vermeiden,
sind sämtliche Außenwände 10, 11, 12λ 16, 18, 19 mit Isolierungen 24 versehen, die
sich jeweils über die gesamten Flächen der Außenwände 10, 11, 12, 16, 18, 19 jeweils
an den den Hohlräumen 13, 14, 15, 17, 20, 21 zugekehrten Seiten erstrecken. Darüber
hinaus können in den Hohlräumen 13, 14, 15, 17, 20, 21 Rippen 43 oder andere den Wärmeübergang
verbessernde Maßnahmen vorgesehen sein. An diesen Rippen 43 findet ein guter Wärmeübergang
von dem durch die Hohlräume 13, 14, 15, 17, 20, 21 strömenden Wärmemedium an die Wandungen
3 statt. Darüber hinaus ist es denkbar, ähnliche Maßnahmen innerhalb des Laderaumes
2 vorzusehen. Da derartige Maßnahmen aber möglicherweise das Stauen und Entladen der
Ladunge er-schweren, wird in den meisten Fällen wohl innerhalb des Laderaumes 2 von
derartigen Maßnahmen abzusehen sein. Da sich geringfügige Temperaturunterschiede zwischen
den Wandungen nicht werden vermeiden lassen, sorgt der Ventilator
25, der
zweckn
iißig
erweise im Bereich der Lukenabdeckung 9 vorgesehen ist, dafür, daß ein möglichst idealer
Temperaturausgleich stattfindet. Zu diesen Zweck hält er die im Laderaum 2 eingeschlossene
Luft in Bewegung und vermeidet auf diese Weise die Schwitzwasserbildung.
[0027] Bei Verwendung von einem Gas als Wärmeträger ist darüber hinaus denkbar, die in den
Laderaum 2 mündenden Auslaßöffnungen als Düsen auszubilden. Diese können auch in einem
Teil der Wandungen 3 vorgesehen sein, die von der Ladung bedeckt sind. In diesem Falle
nuß durch eine Vergrößerung des in den Laderaum 2 eintretenden Druckes dafür Sorge
getragen, daß der wärmende Luftstrom durch die Ladung hindurch tritt.
[0028] Die als zweischalige Lukendeckel ausgebildete Laderaumabdeckung 9 weist im Bereich
ihrer Verbindungen 22 mit einem benachbarten Hohlraum 13, 14, 20, 21 Ansatzstellen
26 auf, an denen die Verbindungen 22 lösbar angesetzt sind, damit der Lukendeckel
zum Be- und Entladen abgenommen werden kann. An den Ansatzstellen 26 der Laderaumabdeckung
9 sind vorzugsweise Verschlußglieder 27 vorgesehen, mit denen die Ansatzstellen 26
an der Laderaumabdeckung 9 verschlossen werden können, damit das in dem Hohlraum 17
enthaltene Wasser nicht ausströmt. Dieses Wasser kann jedoch vor Abnahme der Laderaumabdeckung
9 abgelassen werden, um deren Gewicht zu verringern.
[0029] Es ist auch möglich, die Wandungen 3 nicht durch parallel zu ihnen verlaufende, mit
Warmwasser gefüllte Hohlräume zu beheizen sondern Heizschlangen entlang der Wandungen
3 vorzugsweise auf den dem Laderaum 2 abgewandten Seiten entlang zu führen. Die Heizschlangen
können dabei ebenfalls mit warmen Wasser durchströmt sein.
[0030] Für den Fall, daß die Abwärmeleistung der Schiffsmaschine nicht ausreicht, genügend
warmes Wasser für die Beheizung eines Laderaumes 2 zur Verfügung zu stellen, kann
eine weitere Warmwasserquelle vorgesehen sein. Es ist auch möglich, anstelle einer
Warmwasserheizung eine elektrische Heizung vorzusehen, beispielsweise in Form von
Heizelementen, die sich gleichmäßig über die Wandungen 3 ebenfalls vorzugsweise auf
ihren dem Laderaum 2 abgewandten Seiten erstrecken.
1. Verfahren zum Stauen eines schwitzwassergefährdeten Gutes in einem Laderaum eines
Schiffes, in dessen Inneren Luft bestimmbarer Feuchtigkeit und Temperatur eingeschlossen
ist, die mit Wandungen in Berührung kommt, an denen das Gut anliegt und eine Kondensation
stattfinden kann, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperaturen sowohl der Luft als
auch der Wandungen (3) auf einem Niveau geregelt werden, auf dem eine Kondensation
der Feuchtigkeit verhindert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Feuchtigkeit der Luft
auf einem Niveau geregelt wird, auf dem ihre Kondensation an den Wandungen verhindert
wird.
.3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperaturen
sowohl einer während einer öffnung des Laderaumes (2) in ihn eingedrungenden Luftmenge
als auch der Wandungen (3) konstant gehalten werden.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Feuchtigkeit
und Temperatur der Luftmenge gemessen, deren Kondensationspunkt berechnet und die
Luftmenge und Wandungen (3) auf einer oberhalb des Kondensationspunktes liegenden
Temperatur gehalten werden.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftmenge Feuchtigkeit
entzogen wird.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftmenge über
die Wandungen (3) beheizt wird.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der
Luftmenge an ausgewählten Stellen des Laderaumes (2) und an den Wandungen (3) gemessen
wird.
8. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandungen (3)
von Abwärme einer Schiffsmaschine (32) erwärmt wird.
9. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Abwärme der
Schiffsmaschine (32) an einen Wärmeträger abgegeben wird, mit dessen Hilfe die Luftmenge
aufgewärmt wird.
10. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Wärmeträger
eine Flüssigkeit verwendet wird, die auf einer dem Gut abgewandten Seite der Wandungen
(3) entlang geführt wird.
11. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmeträger
auf konstanter Temperatur gehalten und permanent umgewälzt wird.
12. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmeträger
oberhalb der Kondensationstemperatur gehalten wird und seine Umwälzungen in Abhängigkeit
von den Temperaturen der Luft und der Wandungen (3) gesteuert wird.
13. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Wärmeträger
ein Gas verwendet wird, das auf einer dem Gut zugewandten Seite der Wandungen (3)
geführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Gas das Gut umspült
wird.
15. Verfahren nach Ansprüchen 13 und 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur
des Gases auf einer die Kondensation der Feuchtigkeit verhindernden Höhe geregelt
wird.
ll 16. Verfahren nach Ansprüchen 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Feuchtigkeit
des Gases gesteuert wird.
17. Schiff mit mindestens einem Laderaum, in dessen Inneren Luft bestimmbarer Feuchtigkeit
und Temperatur eingeschlossen ist, die mit Wandungen in Berührung kommt, an denen
ein schwitzwassergefährdetes Gut anliegt und eine Kondensation stattfinden kann, dadurch
gekennzeichnet, daß eine die Temperatur sowohl der Luft als auch der Wandungen (3)
auf einem die Kondensation verhindernden Niveau haltende Regelung vorgesehen ist.
18. Schiff nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß eine die Feuchtigkeit der
Luft beeinflussende Steuerung vorgesehen ist.
19. Schiff nach Anspruch 17 und 18, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Wandungen
(3) Temperaturfühler (29) angeordnet sind.
20. Schiff nach Anspruch 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß im Laderaum (2) Temperaturfühler
(29) angeordnet sind.
21. Schiff nach Anspruch 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Wandungen
(3) Meßfühler (39) zur Messung der Feuchtigkeit angeordnet sind.
22. Schiff nach Anspruch 17 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß im Laderaum (3) ein
Wärmeübertrager zur Übertragung von Wärme vom Wärmeträger auf die Luft vorgesehen
ist.
23. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandungen (3)
als Wärmeübertrager ausgebildet sind.
24. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die den Laderaum
(3) seitlich begrenzenden Wandungen (5, 6, 7, 8) als auch ein den Laderaum (3) in
Schiffshochachse unten begrenzender Boden (4) und eine diesem gegenüberliegende Laderaumabdeckung
(9) als Wärmeübertrager ausgebildet sind.
25. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Laderaumabdeckung
(9) als Lukendeckel ausgebildet ist, der vom Wärmeträger durchflossen ist.
26. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die Wandungen
(3) als eine vom Wärmeträger durchflossene Doppelschale ausgebildet sind.
27. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Laderaumabdeckung
(9) als auch der Lukendeckel als eine vom Wärmeträger durchflossene Doppelschale ausgebildet
sind.
28. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (4) als
eine vom Wärmeträger durchflossene. Doppelschale ausgebildet ist.
29. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Doppelschale
in ihrem vom Wärmeträger durchflossenen Hohlraum (13, 14, 15, 17, 20, 21) die Wärmeübertragung
begünstigende Einbauten (43) aufweist. 1
30. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 29, dadurch gekenndaß in der Doppelschale eine vom
Wärmeträger durchflossene Heizschlange vorgesehen ist.
31. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizschlange
auf einer dem Laderaum (2) zugewandten Schale der Doppelschale befestigt ist.
32. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 31, dadurch gekennzeichnet, daß im Hohlraum (13,
14, 15, 17, 20, 21) der Doppelschale eine Isolierung (24) vorgesehen ist, die auf
einer dem Laderaum (2) abgewandten Außenschale der Doppelschale befestigt ist.
33. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 32, dadurch gekennzeichnet, daß als Wärmeträger
das Kühlwasser der Schiffsmaschine (32) vorgesehen ist.
34. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 32, dadurch gekennzeichnet, daß ein Wärmeübertrager
vorgesehen ist, der primärseitig vom Kühlwasser der Schiffsmaschine (32) und sekundärseitig
von einem als Wärmeträger zu verwendenden Medium beaufschlagt ist.
35. Schiff nach Anspruch 34, dadurch gekennzeichnet, daß als Medium ein Gas vorgesehen
ist.
36. Schiff nach Anspruch 35, dadurch gekennzeichnet, daß in den Wandungen (3) Düsen
zum Einlaß des Gases in den Laderaum (2) vorgesehen sind.
37. Schiff nach Anspruch 35 und 36, dadurch gekennzeichnet, daß im Boden (4) Düsen
vorgesehen sind.
38. Schiff nach Ansprüchen 35 bis 37, dadurch gekennzeichnet, daß in der Laderaumabdeckung
(9) Düsen vorgesehen sind.
39. Schiff nach Ansprüchen 35 bis 38, dadurch gekennzeichnet, daß im Laderaum (2)
ein die im Laderaum (2) enthaltene Luft umwälzender Ventilator (25) vorgesehen ist.
40. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 39, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizungen als
regelbare elektrische Heizungen ausgebildet sind.
41. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 40, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Doppelschalen
Verbindungen (22) für den Wärmeträger vorgesehen sind.
42. Schiff nach Ansprüchen 17 bis 41, dadurch gekennzeichnet, daß der Lukendeckel
über mindestens zwei Verbindungen (22) mit mindestens einem benachbarten Hohlraum
(13, 14) verbunden ist.
43. Schiff nach Anspruch 42, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungen (22) an
Ansatzstellen (26) lösbar ausgebildet sind.
44. Schiff nach Ansprüchen 42 und 43, dadurch gekennzeichnet, daß an den Ansatzstellen
(26) Verschlußglieder (27) zum Verschluß der Ansatzstellen (26) bei gelösten Verbindungen
(22) angeordnet sind.