[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Phosphatieren von Gegenständen mit Hohlräumen,
welche durch Zusammenfügen von Stahlblechen und verzinkten Stahlblechen oder durch
teilweises Verzinken von Stahlblechen erhalten worden sind (Verbundmetalle), unter
Verwendung von Phosphatierungslösungen auf Basis Zinkphosphat im Tauchen.
[0002] In der industriellen Serienfertigung finden oberflächenveredelte, insbesondere verzinkte,
Stahlbleche, sogenannte Verbundmetalle, zunehmend an Bedeutung. Derartige Verbundmetalle
werden durch Zusammenfügen von Stahlblechen und verzinkten Stahlblechen sowie durch
teilweises Verzinken von Stahlblechen erhalten. Ähnlich wie allein Stahl- oder Zinkoberflächen
aufweisende Teile ist vor der Lackierung, insbesondere Elektrotauchlackierung, eine
Phosphatierung mit Lösungen auf Basis Zinkphosphat zur Verbesserung des Korrosionsschutzes
und der Lackhaftung erforderlich.
[0003] Die Besonderheit bei der Phosphatierung von Zink- und Stahloberflächen aufweisenden
Verbundmetallen besteht darin, daß sich beim Kontakt mit der Phosphatierungslösung,
insbesondere bei der Tauchbehandlung, ein elektrochemisches Element mit der Zinkoberfläche
als Anode und der Stahloberfläche als Kathode ausbildet. Infolgedessen ist in unmittelbarer
Nachbarschaft zur Zinkoberfläche die kathodische Stromdichte auf der Stahloberfläche
so groß, daß der Phosphatiervorgang beeinträchtigt wird (W. Rausch, "Chemische Oberflächenbehandlung
von verzinktem und zinkstaublackiertem Stahl für die kathodische Elektrotauchlackierung"
Industrie Lackierbetrieb 49 (1981), Seite 413ff).
[0004] So wird bei der Tauchphosphatierung die Phosphatschichtausbildung insofern gestört,
als je nach Phosphatierverfahren ein etwa 5 bis 10 mm breiter Streifen auf der Stahlseite
entsteht, der eine stark durchscheinende, nur unvollkommen ausgebildete Phosphatschicht
trägt.
[0005] Spritz- und Spritz/Tauchverfahren bereiten wegen der nur unvollkommenen Ausbildung
eines elektrochemischen Elementes geringere Schwierigkeiten. Der vorgenannte Streifen
entsteht im allgemeinen nicht, jedoch ist die gesamte Phosphatschicht häufig streifig
und beeinträchtigt den nachfolgend aufgebrachten Lackaufbau nachteilig.
[0006] Speziell zur Behandlung von Verbundmetallen der vorgenannten Art ist es bekannt,
mit Phosphatierungslösungen, die 0,5 bis 1,5 g/I Zink, 5 bis 30 g/I Phosphationen,
0,6 bis 3 g/I Manganionen und übliche Beschleuniger enthalten, zunächst im Tauchen
und dann im Spritzen zu behandeln (EP-OS 60 716). Die Tauchbehandlung soll dabei mindestens
15 s, zweckmäßigerweise 0,5 bis 2 min, die Spritzbehandlung mindestens 2 s, zweckmäßigerweise
5 bis 45 s, betragen. Auch mit diesem Verfahren lassen sich Hohlräume aufweisende
Verbundmetalle nicht in zufriedenstellenderweise Phosphatieren.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Phosphatieren von Gegenständen mit
Hohlräumen, welche durch Zusammenfügen von Stahlblechen und verzinkten Stahlblechen
oder durch teilweises Verzinken von Stahlblechen erhalten worden sind (Verbundmetalle),
bereitzustellen, das die Nachteile der vorgenannten Verfahren nicht besitzt, sondern
- ohne zusätzlichen verfahrensmäßigen Aufwand - zu einer einwandfreien geschlossenen
Phosphatschicht führt.
[0008] Die Aufgabe wird gelöst, indem das Verfahren der eingangs genannten Art entsprechend
der Erfindung derart ausgestaltet wird, daß die Gegenstände zur Einleitung der Phosphatschichtausbildung
maximal 30 s in eine Phosphatierungslösung auf Basis Zinkphosphat vorgetaucht und
dann der Zone der eigentlichen Tauchphosphatierung zugeführt werden.
[0009] Zwar ist es aus der JP - A - 81 119 780 bekannt, kaltgewalzte oder verzinkte Stahlbleche
vor der üblichen Phosphatierung mit der gleichen Art von Phosphatierungslösung vorzubehandeln.
Hierbei handelt es sich jedoch nicht um ein Verfahren zum Phosphatieren von Verbundmetallen,
d.h. von Gegenständen, die sowohl freie Stahl- als auch freie Zinkoberflächen aufweisen.
[0010] Zur Durchführung der Phosphatierung sind beliebige Phosphatierungslösungen auf Basis
Zinkphosphat einsetzbar. Sie können sowohl der sogenannen Niedrigzink- als auch der
Normalzink-Technologie angehören. D.h. die Verbundmetalle können mit einer Phosphatierungslösung,
in der das Gewichtsverhältnis von Zn zu P
20
5 auf 1 : (8 bis 85) eingestellt ist, oder aber mit einer Phosphatierungslösung, in
der das Gewichtsverhältnis von Zn zu P
20
5 auf 1 : (0,3 bis 7) eingestellt ist, in Berührung gebracht werden.
[0011] Im ersten Fall entstehen auf Stahl Phosphatschichten mit einem hohen Anteil an Phosphophyllit
zu Hopeit. Diese Überzüge eignen sich wegen ihres ausgezeichneten Korrosionsschutzes
insbesondere als Vorbereitung für die Lakkierung, wobei die besten Schutzeigenschaften
in Verbindung mit der kathodischen Elektrotauchlackierung erzielt werden.
[0012] Im zweiten Fall resultieren Phosphatierverfahren, die sich im Vergleich zu den Niedrigzink-Verfahren
durch eine höhere Phosphatiergeschwindigkeit auszeichnen. Die mit ihnen erzeugten
Phosphatschichten besitzen gute Eigenschaften für ein breites Anwendungsspektrum aus
den Bereichen des Korrosionsschutzes und der spanlosen Kaltumformung.
[0013] Die im Rahmen der Erfindung zu verwendenden wäßrigen sauren Lösungen auf Basis Zinkphosphat
enthalten primäres Zinkphosphat und eine gewisse, auf die jeweilige Badkonzentration,
Anwendungsart und Badtemperatur abgestimmte Menge an freier Säure. Der pH-Wert der
Bäder liegt, abhängig von den Verfahrensbedingungen, etwa zwischen 2,0. und 3,9.
[0014] Die Bäder können ferner in der Phosphatiertechnik bekannte weitere Kationen, z. B.
Ni, Co, Cu, Mn, Ca, Mg, Fe, Na, K, Li, NH4 u.a., enthalten. Zur Einstellung des Säureverhältnisses
und zur Erzielung spezieller technischer Effekte kann die Mitverwendung weiterer,
von Phosphat verschiedener Anionen, z. B. N0
3, C10
3, Cl, S0
4, F, BF
4, SiF
6, Citrat, Tartrat u.a., erforderlich bzw. wünschenswert sein.
[0015] Die Kontaktzeit für die in der abschließenden Tauchbehandlung zum Einsatz kommenden
Phosphatierungslösung liegt üblicherweise zwischen 1 und 10 min. Die Temperatur der
Phosphatierungslösung beträgt etwa 30 bis 60° C. Je niedriger die Temperatur ist,
um so länger ist üblicherweise die Kontaktzeit.
[0016] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, die Gegenstände (Verbundmetalle)
während der Zuführung zur Zone der Tauchphosphatierung mit Phosphatierungslösung auf
Basis Zinkphosphat zu bespritzen und weiterhin die Zuführung zur Zone der Tauchphosphatierung
und damit die Spritzbehandlung auf maximal 30 s einzustellen.
[0017] Diese Arbeitsweise hat den Vorzug, daß während der Übergabe der Metalloberfläche
in die abschließende Tauchbehandlung frische Phosphatierungslösung zur Ausbildung
eines gleichbleibenden Flüssigkeitsfilms auf der Metall- oberfläche zur Verfügung
steht. Es wird also vermieden, daß durch Ablaufen der Flüssigkeit unterschiedlich
dicke Flüssigkeitsfilme auf der Metalloberfläche vorhanden sind. Der Vorteil der vorgenannten
Maßnahme zeigt sich insbesondere in der Ausbildung gleichmäßiger Phosphatschichten.
[0018] Im übrigen sind auch beim vorliegenden Verfahren die im Zushmmenhang mit Phosphatierverfahren
üblichen Maßnahmen anwendbar. Hierbei handelt es sich insbesondere um Entfettung und
Entrostung, Vorspülung zwecks Aktivierung der Phosphatschichtausbildung und Nachbehandlung
mit Nachspüllösungen auf Basis Cr (VI) und/oder Cr (III) etc. bzw. mit Imprägniermitteln,
wie Rostschutzölen, -Wachsen und Kunstharzen.
[0019] Wenn in den vorstehenden Ausführungen im Zusammenhang mit der eigentlichen Tauchbehandlung,
dem kurzzeitigen Tauchen vor der Übergabe und der Spritzbehandlung während der Zuführung
der Verbundmetallen zur Tauchbehandlung von Phosphatierungslösungen auf Basis Zinkphosphat
gesprochen wird, so handelt es sich hierbei üblicherweise um Lösungen von im wesentlichen
gleicher Zusammensetzung. Gewisse Abweichungen sind in der Regel vorwiegend die Folge
unterschiedlicher Abarbeitung der Phosphatierungslösung und der verstärkten Eisenfällung
durch Einwirkung von Luftsauerstoff bei der Spritzbehandlung.
[0020] Die Erfindung wird anhand der Beispiele beispielsweise und näher erläutert.
Beispiele
[0021] Verbundmetalle aus Stahlblech und verzinktem Stahlblech wurden nach folgenden Arbeitsgängen
behandelt.
1) Vorreinigung mit einem alkalischen Reiniger bei 60° C während 4 min. Spritzen.
2) Hauptreinigung mit dem gleichen Reiniger bei 80° C; während 9,5 min. Tauchen.
3) Spülung mit Kaltwasser im Tauchen.
4) Aktivierung mit einer Titanphosphatlösung während 1 min. im Tauchen.
5) Phosphatierung bei 60° C mit einer Lösung, die
1,5 g/I Zn
0,4 g/I Ni
22,5 g/l P205
0,14 g/I HaN02
enthält und
freie Säure 1,6 bis 1,7 Punkte
Gesamtsäure 36 Punkte sowie
einen s-Wert von 0,05 bis 0,06
aufweist.
6) Spülung mit Kaltwasser im Tauchen.
7) Nachspülung mit einer Crlll/CrVI-Lösung im Tauchen.
8) Trocknung im Ofen während 15 min.
[0022] Bei gleichen Bedingungen hinsichtlich der Stufen 1 bis 4 und 6 bis 8 wurden innerhalb
der Phorphatierstufe Tauchund Spritzzeiten entsprechend der Eintragung in der nachfolgenden
Tabelle variiert.

[0023] Die Versuche zeigen, daß bei alleiniger Tauchphosphatierung (1) am Rand zur Zinkoberfläche
ein Streifen mit nur unvollständig ausgebildeter und daher durchscheinender Phosphatschicht
erhalten wird. Bei einer davor geschalteten Spritzbehandlung (2 bis 4) ist dieser
Streifen zwar einwandfrei phosphatiert und trägt eine geschlossene Phosphatschicht,
jedoch ist die gesamte Stahloberfläche mit streifigen Phosphatschichten bedeckt.
[0024] Bei einem zusätzlichen Vortauchen entsprechend dem Verfahren gemäß Erfindung (5 bis
7) ist die Phosphatschichtausbildung sowohl in der Nähe der Zinkoberfläche als auch
auf der gesamten Stahloberfläche einwandfrei.
[0025] Bei längerem Vortauchen bleibt zwar die Phosphatschicht auf der Stahloberfläche geschlossen,
im Wirkungsbereich der Zinkoberfläche ist sie jedoch unvollständig ausgebildet und
durchscheinend.
1. Verfahren zum Phosphatieren von Gegenständen mit Hohlräumen, welche durch Zusammenfügen
von Stahlblechen und verzinkten Stahlblechen oder durch teilweises Verzinken von Stahlblechen
erhalten worden sind (Verbundmetalle), unter Verwendung von Phosphatierungslösungen
auf Basis Zinkphosphat im Tauchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenstände zur
Einleitung der Phosphatschichtausbildung maximal 30 s in eine Phosphatierungslösung
auf Basis Zinkphosphat vorgetaucht und dann der Zone der eigentlichen Tauchphosphatierung
zugeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenstände während
der Zuführung zur Zone der Tauchphosphatierung mit Phosphatierungslösung auf Basis
Zinkphosphat bespritzt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführung zur Zone der
Tauchphosphatierung und damit die Spritzbehandlung auf maximal 30 s eingestellt werden.
1. Procédé pour la phosphatation d'objets, comportant des espaces vides, qui ont été
obtenus par assemblage de tôles d'acier et de tôles d'acier galvanisées ou par zinguage
partiel de tôles d'acier (métaux composites), avec utilisation de solutions de phosphatation
à base de phosphate de zinc, par immersion, caractérisé en ce que les objets sont
plongés au préalable, pour commencer la formation de la couche de phosphates, pendant
30 secondes au maximum dans une solution de phosphatation à base de phosphate de zinc,
et sont ensuite acheminés vers la zone de la phosphatation par immersion proprement
dite.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les objets sont traités
par projection, pendant l'acheminement vers la zone de la phosphatation par immersion,
avec une solution de phosphatation à base de phosphate de zinc.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'on ajuste l'acheminement
vers la zone de la phosphatation par immersion, et par conséquent la durée du traitement
par projection, à 30 secondes au maximum.