[0001] Die Erfindung betrifft eine Verstelleinrichtung für die Leitschaufeln einer axialen
Turbomaschine mit einer im Innenraum des Maschinengehäuses angeordneten Verstellhülse,
durch deren Verschiebung in axialer Richtung die Leitschaufeln verstellbar sind, wobei
die axiale Verschiebung der Verstellhülse mittels einer Verstellgabel erfolgt, deren
Schwenkachse im Maschinengehäuse und deren Arme in der Verstellhülse drehbar gelagert
sind.
[0002] Solche Verstelleinrichtungen sind beispielsweise aus CH-A-364 581 oder DE-A-3 125
639 bekannt und dienen zur Verstellung der Leitschaufeln. zum Beispiel von Turboverdichtern,
Expandern oder Gasturbinen. Eine Verschiebung der Verstellhülse in axialer Richtung
bewirkt hierbei eine Drehung der leitschaufeln um ihre Achse. Wegen der unterschiedlichen
Wärmedehnung der Verstellhülse und des Maschinengehäuses bereitet die Abstützung der
Verstellhülse im Maschinengehäuse jedoch Schwierigkeiten. Die in DE-8-2 235 154 beschriebene
Abstützung der Verstellhülse mittels Führungsstangen, wobei auf einer Seite zwei längsfixierende
Stangen und auf der Gegenseite ein horizontales Gleiten zulassende Abstützungen vorgesehen
sind, bringt eine besonders für relativ lange Verstellhülsen brauchbare Lösung. Bei
kürzeren Verstellhülsen treten jedoch zum Teil erhebliche Reibungskräfte auf, wenn
die Verstellkraft nicht genau im Z-entrum der Verstellhülse angreift, was in der Praxis
immer mehr oder weniger der Fall ist. Die durch das entsprechende Kippmoment erzeugten
Reibungskräfte in den Abstützungen werden nämlich umso grösser, je kürzer der Längsabstand
der Abstützungen der Verstellhülse ist. Hinzu kommt, dass beim Drehen der Leitschaufeln
ein Torsionsmoment auf die Verstellhülse ausgeübt wird, welches bei einer Linearführung
der bekannten Art zu einer erheblichen Gleitreibung führt. Diese Reibungskräfte sind
vor allem bei Turbomaschinen, die mit heissen Gasen arbeiten, beträchtlich und können
bis zur Selbsthemmung führen. Zufolge der hohen Temperaturen wird die Materialauswahl
der aufeinandergleitenden Teile eingeschränkt und es muss mit einem Reibungskoeffizienten
bis etwa zum Fünffachen des Normalwertes gerechnet werden. Besonders für Heissgasmaschinen,
wie Turbinen oder Expander ist es deshalb wünschenswert, Verstellhülsen-Abstützungen
mit kleinem Reibungswiderstand zur Verfügung zu haben.
[0003] Die Erfindung setzt sich die Aufgabe, die erwähnten Nachteile des Standes der Technik
zu beseitigen und insbesondere eine Verstelleinrichtung der eingangs erwähnten Art
so weiterzubilden und zu verbessern, dass die Verstellhülsen-Abstützung bei einer
einfachen und kostengünstigen Konstruktion unabhängig von der Länge der Verstellhülse,
unter Vermeidung einer Gleitführung, einen erheblich geringeren Reibungswiderstand
aufweist und eine Selbsthemmung weitgehend vermieden wird.
[0004] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass parallel zu den Armen der
Verstellgabel Laschen mit je einer im Maschinengehäuse und in der Verstellhülse vorgesehenen
Drehachse angeordnet sind, wobei die Laschen mit den Armen der Verstellgabel eine
Parallelogrammführung für die Verstellhülse gegenüber dem Maschinengehäuse bilden.
[0005] Durch diese Parallelogrammführung wird eine äusserst exakte translatorische Bewegung
der Verstellhülse mit kleinstmöglicher Reibung erreicht, wobei ein Kippen der Verstellhülse
weitgehend vermieden und eine Selbsthemmung verhindert wird.
[0006] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Angriffspunkte der Verstellkraft: dass heisst
die Drehpunkte der Verstellgabel-Arme und der Laschen in der Verstetthüfse in der
Höhe der Achse vorgesehen sind und das Kippmoment somit möglichst klein gehalten wird.
[0007] Von besonderem Vorteil ist es, wenn bei der erfindungsgemässen Lösung die Verstellgabel
eine genügende Steifigkeit besitzt, wie beispielsweise in DE-A 3 125 639 beschrieben.
[0008] Die Erfindung wird anhand eines in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Axialschnitt eines Teiles eines Axialverdichters mit einer Verstelleinrichtung
für eine Verstellhülse.
Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch den in Fig. 1 dargestellten Axialverdichter entlang
der Ebene A'-A".
Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch den in Fig. 1 dargestellten Axialverdichter senkrecht
zur Achse in der Ebene B'-B".
[0009] In einem Gehäuse 1 eines Axialverdichters ist zentral ein Rotor 2 angeordnet, der
auf seiner Aussenseite mit Laufschaufeln 3 versehen ist. Der Rotor 2 ist konzentrisch
von einem feststehenden Leitschaufelträger 4 umgeben, in dem verstellbare, dass heisst
um eine Verstellachse drehbar gelagerte Leitschmufeln 5 sowie weitere feste Leitschaufeln
5' eingesetzt sind.
[0010] Für Ihre Verstellung sind die Leitschaufeln 5 des äusseren Leitschaufelkranzes mit
Stellhebeln 6 versehen, die in Ringnuten 7 einer axial verschiebbaren Verstellhülse
8 eingreifen. Bei einer Verschiebung dieser Verstellhülse 8 in axialer Richtung werden
die Stellhebel 6 geschwenkt und die Leitschaufeln 5 entsprechend um ihre Achse verdreht.
Die weiteren Leitschaufeln 5' können entweder fest oder auch in analoger Weise wie
die Leitschaufeln 5 verstellbar sein.
[0011] Die dazu erforderliche axiale Verschiebung der Verstellhülse 8 erfolgt mittels einer
schwenkbaren, über Schwenkachsen 10 drehbaren, im Gehäuse 1 gelagerten Verstellgabel
11. Die Arme 12 dieser Verstellgabel greifen in Drehpunkte 13 in der Verstellhülse
8 ein, so dass sich bei einer Schwenkung der Verstellgabel 11 um einen Winkel a die
Verstellhülse 8 um einen Weg S in axialer Richtung verschiebt.
[0012] Vorteilhaft ist es, wenn die Drehachse 13 der Verstellgabel-Arme so gewählt werden,
dass sie etwa in Höhe der Achse A der Turbomaschine liegen, so dass die Verstellkraft
im Zentrum des Verstellzylinders angreift und ein Kippmoment soweit als möglich vermieden
wird.
[0013] Parallel zu den Armen 12 der Verstellgabel, jedoch in Achsenrichtung um eine bestimmte
Strecke dazu verschoben, sind Laschen 14 vorgesehen, die im Maschinengehäuse 1 beidseitig
in Drehpunkten einer Drehachse 15 drehbar gelagert sind. Die Laschen 14 weisen an
ihrem anderen Ende beidseits weitere Drehpunkte 16 auf, die in die Verstellhülse 8
eingreifen. Die Abstände der Drehachsen 10 und 13 sowie 15 und 16 einerseits, und
der Drehachsen 13 und 16 sowie 10 und 15 andererseits sind möglichst genau gleich
gross gewählt. so dass eine möglichst exakte Parallelogrammführung gebildet wird,
die eine genaue Führung der Verstellhülse 8 in axialer Richtung gewährleistet, und
zwar mit einer besonders einfachen und kostengünstigen Konstruktion und geringstmöglichen
Reibungskräften.
[0014] Zweckmässig ist es, wenn die Drehachse 16 der Laschen etwa den gleichen Abstand von
der Achse A hat wie die Drehachse 13 der Verstellgabel, bzw. wenn beide Drehachsen
13 und 16 in Achsenhöhe gewählt sind. In diesem Fall verlaufen die Parallelogramm-Längsseiten
13 - 16 und 10 - 15 parallel zur Achse A. Jedoch ist auch eine Lösung mit einem schrägen
Parallelogramm möglich, bei der die Drehachse 13 und 16 bzw. 10 und 15 einen unterschiedlichen
Achsen-Abstand besitzen, die Parallelogramm-Längsseiten 13 - 16 und 10 - 15 also schräg
zur Achse A verlaufen.
[0015] Bei der Drehbewegung der Laschen um den Drehpunkt 15 und der Arme 12 um den Drehpunkt
10 beschreiben die anderen Drehpunkte 16 und 13 des Verstellzylinders 8 ein Stück
eines Kreisbogens, wobei zur Leitschaufelverstellung nur die axiale Komponente dient.
Die zur Achse vertikale Komponente, die bei den üblichen Verstettwegen nur relativ
klein ist, kann durch ein ausreichendes radiales Spiel der Gleitsteine der Stellhebel
6 in den Ringnuten 7 ohne Schwierigkeiten aufgenommen werden.
[0016] Da beim Betrieb der beschriebenen Turbomaschine ein erheblicher Temperaturgradient
zwischen Verstellhülse 8 und Maschinengehäuse 1 auftreten kann, ist es vorteilhaft,
zum Ausgleich der unterschiedlichen thermischen Ausdehnung ein gewisses radiales Spiel
21 der Verstellhülse 8 quer zur Achse A in den Drehachsen 13 und 16 vorzusehen, wobei
zusätzliche Endanschläge zur Vermeidung einer schwimmenden Bewegung der Verstellhülse
vorgesehen sein können.
[0017] Der Antrieb für die Verstellgabel 11 kann manuell oder motorisch über eine Steuer-
oder Regeleinrichtung erfolgen und an einer geeigneten Stelle der Verstellgabel 11
angreifen. Im Beispiel von Fig. 3 ist dazu ein Handrad 17 vorgesehen, dass über eine
Schnecke 18 in einem Getriebskasten 19 auf einen Zahnkranz 20 wirkt, der fest auf
dem verlängerten Ende der einen Schwenkachse 10 sitzt. Der Amtrieb kann jedoch auch
auf andere Weise erfolgen und an einer anderen Stelle der Verstellgabel 11 angreifen.
[0018] Im Rahmen des Erfindungsgedankens sind noch weitere.Abwandlungen möglich. So können
die Verbindungspunkte der Verstellgabel mit dem Maschinengehäuse, anstatt zwischen
dem Scheitel der Verstellgabel und den Verbindungspunkten mit der Verstellhülse, auch
am äusseren Ende der Arme der Verstellgabel vorgesehen sein. Die äusseren Enden der
Verstellgabel können zur Verbesserung der Stabilität und Steifigkeit auch miteinander
verbunden sein, so dass die Gabel zu einem durchgehenden Ring wird. Auch die Laschen
können an ihren Enden miteinander verbunden sein und somit ebenfalls eine Gabel oder
einen Ring bilden. Statt des beschriebenen VerstellMechanismus für die Leitschaufeln
mit Ringnuten und schwenkbaren Hebeln können auch andere Verstelleinrichtungen vorgesehen
sein, die mit einer in axialer Richtung verschiebbaren Hülse beliebiger Form arbeiten.
Die Verstellung der Gabel kann, statt an den Drehpunkten, beispielsweise auch an einem
am Scheitel der Gabel vorgegebenen Fortsatz mittels eines linear wirkenden Stellmotors
erfolgen.
1. Verstelleinrichtung für die Leitschaufeln einer axialen Turbomaschine mit einer
im Innenraum des Maschinengehäuses (1) angeordneten Verstellhülse (8), durch deren
Verschiebung in axialer Richtung die Leitschaufeln (5) verstellbar sind, wobei die
axiale Verschiebung der Verstellhülse (8) mittels einer Verstellgabel (11) erfolgt,
deren Schwenkachse (10) im Maschinengehäuse (1) und deren Arme (12) in der Verstellhülse
(8) drehbar gelagert sind, dadurch gekennzeichnet, dass parallel zu den Armen (12)
der Verstetlgabel (11) Laschen (14) mit je einer im Maschinengehäuse (1) und in der
Verstellhülse (8) vorgesehenen Drehachse (15,16) angeordnet sind, wobei die Laschen
(14) mit den Armen (12) der Verstellgabel (11) eine Parallelogrammführung für den
Verstellzylinder (8) gegenüber dem Maschinengehäuse (1) bilden.
2. Verstelleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachsen
(13,16) der Arme (12) der Verstellgabel (1) und der Laschen (14) wenigstens angenähert
in der Höhe der Achse (A) der Turbomaschine vorgesehen sind.
3. Verstelleinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,dass an den
Drehachsen (13,16) der Arme (12) der Verstellgabel (11), und der Laschen (14) mit
der Verstellhülsen (8) Mittel (21) zum Aufnehmen von Bewegungen in radialer Richtung
vorgesehen sind.
1. Adjustment device for the guide vanes of anaxial turbo machine with an adjustment
sleeve (8) arranged in the interior of the machine housing (I), through the displacement
of which sleeve in axial direction the guide vanes (5) are adjustable. whereby the
axial displacement of the adjustment sleeve (8) takes place by means of an adjustment
fork (11), the swivel axis (10) of which and the arms (12) of which are rotatably
mounted in the machine housing (1) and in the adjustment sleeve (8) respectively,
characterized in that parallel to the arms (12) of the adjustment fork (11) side bars
(14) are arranged, with in each case an axis of rotation (15, 16) provided in the
machine housing (1) and in the adjustment sleeve (8), whereby the side bars (14) with
the arms (12) of the adjustment fork (11) form a parallelogram guidance for the adjustment
cylinder (8) with respect to the machine housing (1).
2. Adjustment device according to Claim 1, characterized in that the axes of rotation
(13, 16) of the arms (12) of the adjustment fork (1) and of the side bars (14) are
situated at least approximately at the height of the axis (A) of the turbo machine.
3. Adjustment device according to Claim 1 or 2. characterized in that at the axes
of rotation (13, 16) of the arms (12) of the adjustment form (11), and of the side
bars (14) with the adjustment sleeve (8) means (21) are provided to take up movements
in radial direction.
1. Dispositif de réglage pour les aubes directrices d'une turbomachine axiale, comportant
une douille de réglage (8), disposée à l'intérieur du corps de machine (1) et dont
le déplacement axial permet le réglage des aubes directrices (5), le déplacement axial
de la douille de réglage (8) étant assuré par une fourche de réglage (11), dont le
pivot (10) et les bras (12) tournent respectivement dans le corps de machine (1) et
dans la douille de réglage (8), caractérisé en ce que, parallèlement aux bras (12)
de la fourche de réglage (11), sont disposées des pattes (14) avec chacune un pivot
(15,16) prévu dans le corps de machine (1) et dans la douille de réglage (8), cependant
que les pattes (14) forment, avec les bras (12) de la fourche (11), par rapport au
corps de machine (1), un guidage en parallélogramme pour la douille (8).
2. Dispositif de réglage suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les pivots
(13, 16) des bras (12) de la fourche de réglage (11) et des pattes (14) sont prévus
au moins approximativement à hauteur de l'axe (A) de la turbomachine.
3. Dispositif de réglage suivant la revendication ou 2, caractérisé en ce que sur
les pivots (13, 16) des bras (12) de la fourche de réglage (11) et des pattes (14)
avec la douille de réglage (8), on prévoit des moyens (21) pour autoriser des mouvements
radiaux.