[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen von aus flieBfähigen, verschäumbaren
Medien kontinuierlich hergestellten Schäumen auf ein damit zu beschichtendes flächiges
Gebilde, z.B. ein bahnförmiges Textilmaterial, mit einem unmittelbar über dem breitgeführten
Gebilde angeordneten, den fertigen Schaum aufnehmenden Behälter, der an seiner dem
Gebilde zugekehrten Unterseite eine schlitzartige öffnung mit der gewünschten Beschichtungsbreite
entsprechender Schlitzlänge aufweist, wobei der Behälter als Verschäumungsgerät ausgebildet
ist und in den Behälter Zuleitungen für ein aus verschäumbarem Medium und Treibgas
bestehendes Gemisch münden.
[0002] Vorrichtungen der vorbeschriebenen Art werden insbesondere in der Textilveredelung
eingesetzt, z.B. zum Beschichten von Teppichware, bzw. zum Färben bahnförmigen Textilmaterials.
Auch in der Papierindustrie wird die Schaumbeschichtung eingesetzt, z.B. bei der Tapetenfabrikation.
[0003] Der stets frisch produzierte Schaum wird mittels eines Beschichtungsgerätes aufgebracht,
dem der in einem separaten Verschäumungsgerät produzierte Schaum über eine Leitung,
z.B. eine Schlauch- oder Rohrleitung zugeführt wird.
[0004] Der durch die Bereitstellung einer den Schaum produzierenden Anlage und daneben einer
den produzierten Schaum auf das flächige Gebilde auftragenden Beschichtungsanlage
bedingte, erhebliche apparative Aufwand ist kostenintensiv und erfordert hohe Investitionen.
Das Verschäumungsgerät benötigt eine komplizierte Steuerung, damit keine Abweichungen
hinsichtlich der Qualität und Menge des fortlaufend produzierten Schaumes auftreten.
Daneben ist gleichzeitig auch der Betrieb des Beschichtungsgerätes zu steuern, wobei
sich Schwierigkeiten insbesondere dadurch ergeben können, daß für den Betrieb des
Verschäumungsgerätes verantwortliche Parameter nicht ohne Einfluß auf entsprechende
Parameter des Beschichtungsgerätes sind, und umgekehrt.
[0005] Besonders nachteilig wirkt sich dabei auch die nicht vermeidbare Verzögerung einer
Nachregelung aus. So lassen sich z.B. Abweichungen von der gewünschten Schaumqualität
oder Schaummenge von einem Beobachter nur unmittelbar im Beschichtungsbereich des
Beschichtungsgerätes feststellen. Bevor dann notwendige Nachregelungen am Verschäumungsgerät
vorgenommen werden, hat das Verschäumungsgerät bereits eine nicht unerhebliche fehlerhafte
Schaummenge produziert und dem Behälter des Beschichtungsgerätes zugeführt und entsprechende
Auswirkungen der Nachregelungen können erst dann, wenn der Behälterdurchlauf beendet
ist, mit zeitlicher Verzögerung wieder im Beschichtungsbereich des Beschichtungsgerätes
beobachtet werden. Es ist bereits versucht worden, dies Problem mit einer von dem
Standort des Beschichtungsgerätes aus bedienbaren Fernsteuerung für das Verschäumungsgerät
zu lösen. Diese Maßnahme bedingt jedoch erheblichen konstruktiven Aufwand und vermeidet
dabei die angesprochene Verzögerung nicht, sondern beschleunigt nur den Vorgang der
Nachregelung selbst, indem die beobachtende Bedienungsperson den Beobachtungsstandort
für eine Nachregelung des Verschäumungsgerätes nicht mehr verlassen muß.
[0006] In der US-PS 4 297 860 ist eine Vorrichtung beschrieben, bei der das Verschäumungsgerät
mit dem Beschichtungsgerät eine bauliche Einheit bildet; das Verschäunungsgerät ist
in das Beschichtungsgerät sozusagen "integriert". Die separate Aufstellung eines Verschäumungsgerätes
erübrigt sich, wodurch der Konstruktionsaufwand für die erfindungsgemäße Vorrichtung
geringer ist. Die Austrittsöffnung, aus der fertig fabrizierter Schaum das Verschäumungsgerät
verläßt, befindet sich praktisch unmittelbar am Ort der Beschichtung. Während des
Betriebs der Vorrichtung beobachtete Abweichungen hinsichtlich Schaummenge können
ohne wesentliche Verzögerungen nachgeregelt werden. In den Behälter münden Zuleitungen
für ein aus verschäumbarem Medium und Treibgas bestehendes Gemisch.
[0007] Die nach der US-Patentschrift 4 297 860 bekannte
Vorrich- tung hat jedoch den Nachteil, daß sich die Schaumqualität allein durch die
Steuerung der Zufuhr von Treibgas und zu verschäumendem Medium regeln läßt. Unterbrechungen
im Abfluß des erzeugten Schaumes treten recht häufig auf. Dieser Nachteil ergibt sich
durch die Funktion der bekannten Vorrichtung als sogenannter "Static-Mixer", der den
Verschäumungsvorgang allein durch fest eingebaute, starre Verschäumungselemente bewirkt.
Weiterhin ist von Nachteil, daß die Anwendung der bekannten Vorrichtung auf Materialien
beschränkt ist, die sich statisch verschäumen lassen, bzw. bei statischer Verschäumung
eine den Anforderungen genügende Schaumqualität liefern. Relativ schwer verschäumbare
Werkstoffe lassen sich mit sogenannten "Static-Mixern" häufig nicht oder nur ungenügend
verschäumen.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannte Vorrichtung hinsichtlich ihrer
Arbeitsweise des Verschäumens und Auftragens zu verbssern.
[0009] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst worden, daß im Behälter mechanisch
arbeitende Verschäumungselemente angeordnet sind.
[0010] Verschäumungsgeräte mit mechanisch arbeitenden Verschäumungselementen eignen sich
mit Vorteil für die kontinuierliche Herstellung von Schäumen auch aus schwieriger
zu verschäumendem Materialien. Den Beschichtungsprodukten wird unter Druck Treibgas,
z.B. Luft, eingearbeitet, so daß ein Schaum entsteht. Dabei kann die Menge, sowohl
der Beschichtungsprodukte als auch der Luft, gesteuert werden. Die mechanisch eingeschlagene
Luftmenge ist ausschlaggebend für den Verschäumungsgrad und damit für die Konzentration
und Viskosität des Schaumes,und demzufolge ist die Qualität des kontinuierlich hergestellten
Schaumes auch insbesondere von der mechanischen Arbeitsweise der Verschäumungselemente
abhängig.
[0011] Behälter und Verschäumungselemente können mit beliebiger, zweckmäßigerweise aufeinander
angepaßter Formgebung ausgebildet sein. Nach einer vorteilhaften Weiterbildung ist
vorgesehen, daß der Behälter Zylinderform hat und eine zentrisch angeordnete zwangsgetriebene
Welle aufweist, an welcher die Verschäumungselemente angeordnet sind. Die Zylinderform
des Behälters ist einfach herstellbar und hat dabei den Vorteil, daß sie dem in der
Vorrichtung entstehenden Betriebsdruck von einigen bar ohne weiteres standhalten kann.
Die Zylinderform erlaubt auch eine einfache und konstruktive Anordnung der Welle.
Die Welle kann z.B. durch Ausrüstung mit Verschäumungselementen vorgefertigt werden
und der Einbau eines solchen vorgefertigten Teils in den zylinderischen Behälter ist
dann verhältnismäßig montagegünstig.
[0012] Bei an sich bekannten mechanisch arbeitenden Verschäumungsgeräten sind als Verschäumungselemente
bei Rotation einer Welle aneinander vorbeikämmende Stifte oder dergleichen vorgesehen.
Der Konstruktionsaufwand zur Anbringung und Ausrichtung einer Vielzahl solcher Sitfte
ist nicht unerheblich.
[0013] Demgegenüber zeichnet sich die Vorrichtung dadurch aus, daß jedes Verschäumungselement
eine mit der Welle rotierende gelochte Scheibe mit beliebigem Lochbild ist. Die Scheiben
lassen sich in beliebiger Anzahl hintereinander auf der Welle befestigen. Alle auf
einer Welle befestigten Scheiben können ein gleiches Lochbild aufweisen. Es ist jedoch
auch möglich, die Lochbilder innerhalb einer Scheibe zu variieren oder Scheiben mit
verschiedenen Lochbildern auf einer Welle anzuordnen.
[0014] Die Scheiben sind einfach herzustellende Bauteile, beispielsweise aus Kunststoff.
Der Durchmesser der Scheiben entspricht vorzugsweise in etwa dem Innendurchmesser
des zylinderischen Behälters, wodurch gewährleistet ist, daß das zu verschäumende
Medium, bei einer Strömung in Längsrichtung des Behälters, die Löcher in den Scheiben
passieren muß.
[0015] Die Arbeitsweise der als Scheiben ausgebildeten Verschäumungselemente ist nach einer
weiteren Weiterbildung der Erfindung noch dadurch verbessert, daß jede Scheibe, insbesondere
im äußeren Umfangsbereich, schüsselförmig gewölbt ist. Vorzugsweise sind die schüsselförmig
gewölbten Scheiben auf der Welle derart angeordnet, daß ihre durch die Wölbung gebildete
offene Seite der Strömungsrichtung des zugeführten Gemisches aus verschäumbarem Medium
und Treibgas zugekehrt ist. Die schüsselförmige Wölbung hat den Vorteil, daß die mit
dem zu verschäumenden Medium in Kontakt stehende Oberfläche jeder Scheibe größer ist
als die einer planen Scheibe. Eine rotierende schüsselförmige Scheibe bewirkt eine
vorteilhafte Durchmischung und Verwirbelung, während bei einer planen Scheibe die
Gefahr besteht, daß diese lediglich durch das zu verschäumende Medium schneidet.
[0016] Zur Verbesserung der Verwirbelung und damit der Verschäumungswirkung kann auch vorgesehen
sein, daß jeder Scheibe ein von der Welle getragenes Verwirbelungselement zugeordnet
ist. Ein solches Verwirbelungselement kann z.B. schaufelradartig ausgebildet sein
und beispielsweise die Form eines Propellers aufweisen. Derartige Verwirbelungselemente
können auf der Welle befestigt sein, wobei sie sich dann mitdrehen oder gegenüber
der Drehbewegung der gelochten Scheiben mit anderer Drehzahl arbeiten. Es ist auch
möglich, derartige Verwirbelungselemente stillstehend anzuordnen.
[0017] Zur Zuführung des zu verschäumenden Mediums und des Treibgases, z.B. Druckluft, ist
die erfindungsgemäße Vorrichtung derart ausgebildet, daß jede Zuleitung ein von einer
außerhalb des zylinderischen Behälters befindlichen Rohrleitung abzweigendes Winkelstück
ist, welches die Behälterwandung vorzugsweise im Bereich einer jeweils zugeordneten
Scheibe lotrecht durchdringt und innerhalb des Behälters eine in die schüsselförmige
Wölbung der Scheibe gerichtete Abbiegung mit einer düsenartigen Ausströmöffnung aufweist.
Das in die Rohrleitung eingegebene Gemisch aus Medium und Treibgas wird somit durch
die Zuleitungen in Teilströme aufgeteilt, wobei jeder Teilstrom im Bereich einer zugeordneten
Scheibe in den zylinderischen Behälter eintritt. Dadurch, daß die Zuleitungen als
Winkelstücke ausgebildet sind, bewirkt der Umlenkeffekt der Strömung eine Vorvermischung
und Vorverschäumung durch Umwandlung eines großen Teils des statischen in dynamischen
Druck des Flüssigkeits-Gas-Gemisches. Die düsenartig verengte Ausströmöffnung bewirkt
in vorteilhafter Weise eine Ausströmung mit hohem dynamischem Druckpotential.
[0018] Zur weiteren Verbesserung der Verschäumungswirkung ist die den einzelnen, als Winkelstücken
ausgebildeten Zuleitungen vorgeschaltete Rohrleitung als Vormischkammer ausgebildet.
In der Vormischkammer sind statisch arbeitende Verschäumungselemente angeordnet. Solche
statisch arbeitenden Verschäumungselemente können z.B. an sich bekannte Füllkörper,
Umlenkbleche oder dergleichen sein.
[0019] Der in dem zylinderischen Behälter hergestellte Schaum tritt aus dem Behälter durch
die an seiner Unterseite angeordnete schlitzartige öffnung aus, die ein in Abhängigkeit
vom Systemdruck arbeitendes Verschlußorgan aufweist.
[0020] Das Verschlußorgan gewährleistet eine vollständige Abdichtung der schlitzartigen
öffnung bei Stillstand der Vorrichtung, wenn keine Einleitung von Treibgas oder Flüssigkeit
erfolgt. Erst bei Erreichen eines vorgegebenen Druckes während der Produktion v6n
Schaum öffnet sich das Verschlußorgan. Als Verschlußorgan sind an jedem öffnungsrand
der Schlitzöffnung angeordnete, gegeneinander drückende Lippenelemente vorgesehen.
Diese Ausführung eines Verschlußorgans hat den Vorteil, daß mit einfachen konstruktiven
Mitteln eine gleichmäßige Abdichtung über die ganze Länge der Schlitzöffnung möglich
ist. Die Lippenelemente sind vorzugsweise aus einem elastischen Werkstoff hergestellt,
wobei der öffnungsdruck über die Form und Steifigkeit der Lippenelemente vorgegeben
werden kann. Bei Stillstand der Vorrichtung pressen sich die Lippenelemente aufgrund
ihrer Eigenelastizität aneinander und erst bei Erreichen eines vorgegebenen öffnungsdruckes
werden die Lippenelemente durch Druck des Schaums auseinandergedrückt.
[0021] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß wenigstens eins der Lippenelemente
als am öffnungsrand gelenkig angelenkte Klappe ausgebildet ist, die mit einem Stellglied
in Wirkverbindung steht. Diese Ausbildung erlaubt es z.B. die mit einem Stellglied
in Wirkverbindung stehende Klappe aus Blech oder einem sonstigen verschleißfesten
Werkstoff zu fertigen, an der ein zugeordnetes Lippenelement aus elastischem Material
anliegt. Selbstverständlich können auch zwei aus z.B. metallischem Werkstoff gefertigte
Klappen, die lippenförmig ausgeformt sind, eingesetzt werden.
[0022] Als Stellglied kann z.B. eine Federmechanik vorgesehen sein. Dadurch läßt sich der
vorgegebene öffnungsdruck mit Vorteil sehr einfach einstellen. Es sind aber auch druckgesteuerte
Stellsysteme möglich. So kann z.B. ein elastisches Lippenelement oder eine ein Lippenelement
ersetzende, angelenkte Klappe durch druckgesteuerte Mittel beaufschlagt und dichtgehalten
werden. Bei einer einfachen Ausführungsform solcher druckgesteuerten Mittel kann beispielsweise
ein an einer Klappe oder einem Lippenelement anliegender Schlauch vorgesehen sein,
der sich bei Beaufschlagung mit Druckluft aufbläht und die Lippenelemente bzw. Klappen
mit vorbestimmtem Preßdruck aneinander drückt.
[0023] Wird die vorbeschriebene Vorrichtung über der Durchlaufbahn eines zu beschichtenden
flächenartigen Gebildes angeordnet, läßt sich bereits mit dem aus der schlitzartigen
öffnung austretenden Schaum eine Beschichtung vornehmen. Für eine einwandfreie Beschichtung
bedarf es der möglichst genauen Ausrichtung über dem zu beschichtenden bahnförmigen
Material. Die dafür notwendigen präzisen Einstell- und Justierarbeiten können dadurch
erleichtert werden, daß an der schlitzartigen öffnung ein zum Beschichtungsbereich
führendes Kanalelement angeordnet ist. Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß zur Einstellung
und Justierung nicht mehr die gesamte Vorrichtung zu bewegen ist, sondern nur das
Kanalelement. Das Kanalelement kann ein konstruktiv einfaches Bauteil sein, indem
es ein Flachschlauch aus flexiblem Werkstoff ist, an dessen freiem Ende ein kastenförmiges
Austrittsteil angeordnet ist. Diese Ausbildung hat auch den Vorteil, daß das Kanalelement
durch die vorgegebene Formgestaltung bzw. Elastizitätseigenschaften der eingesetzten
Werkstoffe für den Flachschlauch die Aufgabe einer formveränderlichen Schlitzdüse
erfüllen kann. Dies wird noch dadurch unterstützt, daß dem Flachschlauch Regelorgane
für den Schaumdurchfluß zugeordnet sind. Ein solches Regelorgan kann z.B. ein von
außen gegen den Schlauch drückbares Quetschglied sein, durch welches der freie Querschnitt
des Flachschlauches verengt werden kann. Somit wird dem Austrittsteil des Kanalelements
stets die vorbestimmte Menge Schaum zugeführt, welche zur Beschichtung auf dem bahnförmigen
Material gewünscht wird.
[0024] Das kastenförmige Austrittsteil kann z.B. aus verhältnismäßig steifen Platten, die
aus Edelstahl oder Kunststoff gefertigt sein können, bestehen. Dies erlaubt die Anordnung
von Elementen, mit denen eine Anpassung des Schaumaustrittes auf eine vorgegebene
Auftragsbreite möglich ist, z.B. dadurch, daß die Länge des freien Austritts begrenzende
Wände des Austrittsteils als verstellbare Schieber ausgebildet sind.
[0025] Weiterhin ist am freien Austritt des Austrittsteils ein Lippenpaar aus elastischem
Werkstoff angeordnet. Diese Lippen erfüllen pauschal die Funktion einer an sich bekannten
Rakel, wobei je nach Einsatzgebiet der Vorrichtung die Lippen entweder gegen das zu
beschichtende flächige Material abdichten oder die Schaumauftragshöhe vorgeben.
[0026] Sämtliche Bauteile der Vorrichtung sind mit Vorteil in einem geschlossenen Gehäuse
angeordnet, wobei das Gehäuse mittels einer Stelleinrichtung an einem Traggestell
in vertikaler Richtung beweglich geführt ist. Dadurch ist es möglich, die Schichtdicke
des auf ein zu beschichtendes Material aufzutragenden Schaumes auch direkt durch Höhenverstellung
des Gehäuses vorzunehmen.
[0027] Weiterhin zeichnet sich die Vorrichtung dadurch aus, daß sie Anschlußelemente für
die Koppelung mit zwecks Vergrößerung der Arbeitsbreite benachbart angesetzten Vorrichtungen
aufweist. Dadurch ist es möglich, mehrere Vorrichtungen nach dem "Baukastenprinzip"
auf einfachste Weise nebeneinander zu setzen und miteinander zu koppeln. um z.B. auch
sehr breite flächige Gebilde in einem Durchlauf beschichten zu können, insbesondere
dann, wenn die Breite des zu beschichtenden Gebildes zu kaum noch praktikablen Dimensionierungen
der Vorrichtung führen würde.
[0028] Die erfindungsgemäße Vorrichtung läßt sich mit beliebigen Auftragstischen an sich
bekannter Bauart kombinieren, die zur Führung des zu beschichtenden bahnförmigen Gebildes
dienen.
[0029] Ausführungsbeispiele der Erfindung, aus denen sich weitere erfinderische Merkmale
ergeben, sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische perspektivische Ansicht der Vorrichtung,
Fig. 2 eine schematische Querschnittansicht durch die Vorrichtung gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine Teilansicht des zylinderischen Behälters der Vorrichtung mit Verschäumungselementen
im Längsschnitt,
Fig. 4 eine schematische Draufsicht auf ein Verschäumungselement mit mehreren Ausführungsmöglichkeiten
der Lochbilder,
Fig. 5 eine schematische Seitenansicht der Vorrichtung mit sämtliche Bauteile aufnehmendem
Gehäuse und
Fig. 6 ein schematisches Ausführungsbeispiel mehrerer nebeneinander gesetzter, miteinander
gekuppelter Vorrichtungen. I
[0030] In Fig. 1 ist eine Gesamtansicht der Vorrichtung zum Beschichten eines flächigen
Gebildes, hier einer Bahn 1 aus Textilmaterial, dargestellt. Quer über die Breite
der Bahn 1 erstreckt sich ein zylinderischer Behälter 2, an dessen der Bahn
5zugekehrter Unterseite eine schlitzartige öffnung 3 angeordnet ist. Die Bahn 1 wird
in Richtung des Pfeiles zur Vorrichtung bewegt. Im zylinderischen Behälter befindet
sich eine angetriebene Welle 4, auf der über die Länge der Welle regelmäßig verteilt
angeordnete Verschäumungselemente sitzen, die hier als gelochte Scheiben 5 ausgebildet
sind. An der seiner schlitzartigen öffnung 3 gegenüberliegenden Oberseite des Behälters
2 befindet sich eine Zuleitung 6 für ein verschäumbares Medium sowie eine Zuleitung
7 für Treibgas, z.B. Druckluft. Die Zuleitung 7 für die Druckluft mündet außerhalb
des zylinderischen Behälters 2 in die Zuleitung 6, so daß dort bereits eine Vermischung
stattfindet. Das ein Gemisch führende Ende der Zuleitung 6 mündet dann in eine sich
längs des Behälters erstreckende, jedoch noch außerhalb des Behälters liegende Rohrleitung,
die hier als Vormischkammer 8 ausgebildet ist und in an sich bekannter Weise mit statisch
arbeitenden Verschäumungselementen ausgerüstet ist. Solche statisch arbeitenden Verschäumungselemente
können z.B. an sich bekannte Füllkörper, wie Glaskugeln, keramische Röhrchen, diverse
Umlenkbleche, Propellerelemente oder dergleichen sein.
[0031] Von der Vormischkammer 8 zweigen wiederum Zuleitungen ab, die hier als von der Vormischkammer
abgehende Winkelstücke 9 ausgebildet sind, welche die Zylinderwandung im Bereich einer
jeweils zugeordneten Scheibe 5 lotrecht durchdringen und innerhalb des Zylinders eine
gegen die zugeordnete Scheibe 5 gerichtete Abbiegung 10 mit einer düsenartig verengten
Ausströmöffnung 11 aufweisen.
[0032] An die schlitzartige öffnung 3 des zylinderischen Behälters 2 ist ein zum Beschichtungsbereich
führendes Kanalelement angeschlossen, das hier ein mäanderförmig verlaufender flexibler
Flachschlauch 12 ist, an dessen freiem Ende ein starres kastenförmiges Austrittsteil
13 angeordnet ist. Mit 14 und 15 sind stangenförmige Halterungen bezeichnet, über
die der Flachschlauch geführt ist, und dadurch seine Mäanderform erhält.
[0033] Am freien Austritt des Austrittsteils 13 ist ein die Funktion einer Rakel erfüllendes
Lippenpaar 16 aus elastischem Werkstoff angeordnet.
[0034] In Fig. 2 ist eine schematische Seitenansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 1 im Querschnitt
dargestellt. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszahlen bezeichnet. Aus dieser
Darstellung ist ersichtlich, daß die schlitzartige Öffnung 3 an der Unterseite des
zylinderischen Behälters 2 mit einem Verschlußorgan versehen ist, welches in Abhängigkeit
vom im Behälter 2 herrschenden Systemdruck arbeiten kann. Das Verschlußorgan besteht
bei diesem Ausführungsbeispiel aus Lippenelementen, von denen je eins an jedem Öffnungsrand
der Schlitzöffnung 3 angeordnet ist. Jedes Lippenelement ist eine am öffnungsrand
gelenkig angelenkte Klappe 17, wobei wenigstens eine der Klappen mit einem nicht weiter
dargestellten Stellglied, z.B. einer Federmechanik in Wirkverbindung steht. Bei diesem
Ausführungsbeispiel ist die Mäanderform des als Flachschlauch 12 ausgebildeten Kanalelements
deutlich sichtbar, welches durch den verwendeten flexiblen Werkstoff die Funktion
einer variablen Schlitzdüse erfüllt. Zur Veränderung der Schlitzdüsenform ist dem
Flachschlauch ein Regelorgan zugeordnet, das hier als von außen gegen den Schlauch
drückendes Quetschglied 18 ausgebildet ist. Das Quetschglied kann z.B. als Leiste
ausgebildet werden.
[0035] An das freie Ende des Flachschlauchs 12 ist das kastenförmige Austrittsteil 13, z.B.
aus Edelstahlblechen, angeschlossen. Zur Anpassung an die Breite der zu beschichtenden
Bahn 1 sind Wände, welche die Länge des freien Austritts des Austrittsteils 13 begrenzen,
als verstellbare Schieber 19 ausgebildet, die über ein Betätigungselement 20 von außen
verschoben werden können.
[0036] In Fig. 3 ist ein Teil des Behälters 2 der Vorrichtung
ge-mäß Fig. 1 und 2 im Längsschnitt und vergrößerndem Maßstab dargestellt.
[0037] Die Welle 4 trägt, wie vorbeschrieben, Verschäumungselemente, die mit der Welle rotieren
und hier als gelochte Scheiben 5 bzw. 5a ausgebildet sind. Die Scheiben sind, wie
dargestellt, schüsselförmig gewölbt und können z.B. aus Kunststoffmaterial gefertigt
sein. Jede Scheibe hat etwa einen Durchmesser, welcher dem Innendurchmesser des Behälters
2 entspricht. Der Außenumfang der Scheiben kann an der Behälterinnenwand entlang streifende
Abstreifer aufweisen. Die Scheiben 5 und 5a unterscheiden sich durch die Anordnung
solcher Abstreifer 36 bzw. 36a.
[0038] Alle Scheiben sind auf der Welle 4 derart befestigt, daß ihre schüsselförmige Wölbung
sich zu den düsenartigen Ausströmöffnungen 11 der Winkelstücke 9 hin öffnet. Vor der
offenen Seite der schüsselförmig gewölbten Scheibe 5 ist bei diesem Ausführungsbeispiel
noch ein Verwirbelungselement angeordnet, das hier als mehrflügeliger Propeller 21
ausgebildet ist, der sich gegenüber der Welle 4 frei drehen kann oder an der Welle
über eine in die Propellernabe 22 eingesetzte Madenschraube 23 festgesetzt ist.
[0039] In Fig. 4 ist eine schematische Draufsicht auf eine gelochte Scheibe 5 dargestellt,
die auf der Welle 4 befestigt ist. Durch die geometrischen Achsen ist das Bild der
gelochten Scheibe 5 in vier Quadranten aufgeteilt, wobei jeder Quadrant eine Ausführungsmöglichkeit
eines anderen Lochbildes zeigt.
[0040] In Fig. 5 ist eine Seitenansicht der Vorrichtung schematisch dargestellt, wobei alle
Bauteile in einem geschlossenen Gehäuse 24 angeordnet sind. Gleiche Bauteile sind
wiederum mit gleichen Bezugszahlen bezeichnet. Das Gehäuse trägt stirnseitig ein Antriebselement
für die Welle 4, das hier aus zwei Winkelgetrieben 25 und 26 besteht, wobei an das
Winkelgetriebe 26 ein Elektromotor 30 geflanscht ist. Weiterhin weist das Gehäuse
außen angesetzte Halteschienen 27 auf, die es erlauben, die gesamte Vorrichtung innerhalb
eines nicht weiter dargestellten Maschinengestells in lotrechter Richtung verstellbar
zu führen, wodurch die Dicke der auf die zu beschichtende Bahn 1 aufgebrachten Schaumlage
verändert und eingestellt werden kann.
[0041] In Fig. 6 ist ein schematisches Ausführungsbeispiel gezeigt, bei dem drei Vorrichtungen
nebeneinandergesetzt sind. Die Wellen 4 der Vorrichtungen können durch in den Bereichen
28 und 29 angeordnete Kupplungen miteinander verbunden werden. Diese Anordnung ermöglicht
eine Beschichtung einer überbreiten Bahn 1 mit einer Schaumlage. Bei diesem Ausführungsbeispiel
weisen die äußeren Stirnseiten der beiden äußeren Vorrichtungen je einen Elektromotor
30 auf.
1. Vorrichtung zum Auftragen von aus fließfähigen, verschäumbaren Medien kontinuierlich
hergestellten Schäumen auf ein damit zu beschichtendes flächiges Gebilde, z.B. ein
bahnförmiges Textilmaterial, mit einem unmittelbar über dem breitgeführten Gebilde
angeordneten, den fertigen Schaum aufnehmenden Behälter, der an seiner dem Gebilde
zugekehrten Unterseite eine schlitzartige öffnung mit der gewünschten Beschichtungsbreite
entsprechender Schlitzlänge aufweist, wobei der Behälter als Verschäumungsgerät ausgebildet
ist und in den Behälter Zuleitungen für ein aus verschäumbarem Medium und Treibgas
bestehendes Gemisch münden,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Behälter (2) mechanisch arbeitende Verschäumungselemente angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter Zylinderform
hat und eine zentrisch angeordnete zwangsgetriebene Welle (4) aufweist, an welcher
die Verschäumungselemente angordnet sind, wobei jedes Verschäumungselement eine mit
der Welle (4) rotierende, gelochte Scheibe (5, 5a) mit beliebigem Lochbild ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede Scheibe (5, 5a) insbesondere
im äußeren Umfangsbereich schüsselförmig gewölbt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Scheibe (5, 5a)
ein von der Welle (4) getragenes Verwirbelungselement zugeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Verwirbelungselement
schaufelradartig ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede Zuleitung ein
von einer außerhalb des zylinderischen Behälters (2) befindlichen Rohrleitung abzweigendes
Winkelstück (9) ist, welches die Behälterwandung vorzugsweise im Bereich einer jeweils
zugeordneten Scheibe (5, 5a) lotrecht durchdringt und innerhalb des Behälters eine
in die schüsselförmige Wölbung der Scheibe gerichtete Abbiegung (10) mit einer düsenartigen
Ausströmöffnung (11) aufweist, und daß die Rohrleitung als Vormischkammer (8) ausgebildet
ist, in der statisch arbeitende Verschäumungselemente angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die schlitzartige öffnung
(3) des Behälters (2) ein in Abhängigkeit vom Systemdruck arbeitendes Verschlußorgan
aufweist, daß als Verschlußorgan an jedem öffnungsrand der Schlitzöffnung (3) angeordnete,
gegeneinander drückende Lippenelemente vorgesehen sind, und daß wenigstens eins der
Lippenelemente als am öffnungsrand gelenkig angelenkte Klappe (17) ausgebildet ist,
die mit einem Stellglied in Wirkverbindung steht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß an die schlitzartige Öffnung
(3) ein zum Beschichtungsbereich führendes Kanalelement angeschlossen ist, daß das
Kanalelement ein Flachschlauch (12) aus flexiblem Werkstoff ist, an dessen freiem
Ende ein kastenförmiges Austrittsteil (13) angeordnet ist, und daß dem Flachschlauch
(12) wenigstens ein Regelorgan für den Schaumdurchfluß zugeordnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge des freien Austritts
begrenzende Wände des Austrittsteils (13) als verstellbare Schieber (19) ausgebildet
sind, und daß am freien Austritt des Austrittteils (13) ein Lippenpaar (16) aus elastischem
Werkstoff angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein alle Bauteile
aufnehmendes Gehäuse (24) aufweist, daß das Gehäuse mittels einer Stelleinrichtung
an einem Traggestell in vertikaler Richtung beweglich geführt ist, und daß sie Anschlußelemente
für die Koppelung mit zwecks Vergrößerung der Arbeitsbreite benachbart ansetzbaren
Vorrichtungen aufweist.