[0001] Die Erfindung betrifft eine Fugenfüllpresse für pastöse Einkomponenten-Dichtstoffe,
die es ohne Zusatzgeräte ermöglicht, den Dichtstoff kontinuierlich aus Kartuschen
in die Fugen zu pressen.
[0002] Bisher werden Kitte und elastische Dichtungsmaterialien pastöser Konsistenz überwiegend
aus Gebinden, den sogenannten Kartuschen, über Hand-oder Luftdruck-Kittpistolen verarbeitet.
Während sich Kitte an den Fugen ohne weiters nachbearbeiten lassen, führen die sehr
weichen, adhesiven, dauerelastischen Dichtstoffe wie Silikon, mehr zu Verschmierungen
an den Fugenrändern als zu der unbedingt nötigen guten Fugenverdichtung. Deshalb ist
ein fortlaufend gleichförmiges Einlaufen des Dichtstoffes in die Fugen erste Voraussetzung
für eine ordentliche Verfugung.
[0003] Es sind bereits Kittpistolen bekannt, die mit gasförmigen Medien betrieben werden
und deshalb den Dichtstoff kontinuierlich aus den Kartuschen in die Fugen pressen
können. Zu ihrem Betreiben aber werden Aggregate, Druckbehälter, Leitungsführungen
odgl. benötigt. Diese Geräte sind für den stationären Einsatz predestiniert und nur
schwerlich mobil. Handlichere Konstruktionen auf gleicher Basis gelingen meist nur
über ihre Ausrüstung mit kleineren Behältern für die gasförmigen Medien. Gleichzeitig
mit dem Nachteil, in schnellerer Zeitfolge für den nötigen Energienachschub sorgen
zu müssen.
[0004] Andere bekannte Verarbietungsgeräte sind Handdruck-Kittpistolen. Mit ihnen gelingt
es nur, mittels Handdruck den Dichtstoff stoßweise aus den Kartuschen zu pressen.
Bis zu 40 solcher händischen Schübe können notwendig sein, eine Kartusche leer zu
pressen. Abgesehen von den frühzeitigen Handermüdungen, ist ein zweiter Arbeitsgang
unumgänglich, um die unförmigen Dichtstoffstränge an den Fugen einzuebnen. Das führt
dann zwangsläufig zu der erwähnten mangelhaften Verfugung. Weitere Nachteile liegen
in der Mechanik dieser Geräte.Von Hand aus wird der Druck über einen biegesteifen
Metallstab mit kreisförmiger Stangenplatte, als Schub-oder Zahnstange ausgeführt,
jeweils gegen die Dichtstoffmasse ausgeübt.Im Längenverhältnis zu ihrem Arbeitsweg
ist diese Schubstange aber nur rund ein Drittel bis Viertel vom mechanischen Teil
des Gerätes geführt. Es ist daher unvermeidlich, daß beim Pressen gegen die Dichtmasse
Schubstange und Kartusche'Ausweichtendenzen zeigen, die dann zu Undichtheit des rückwärtigen
Kartuschenteiles mit Dichtstoffaustritt nach rückwärts und teilweisen Einschluß der
Schubstange von Dichtmasse führen können. Vielfach gelingt es dann nur mit Mühe, die
Schubstange in ihre Ausgangslage zurückzuziehen. Ein weiterer Nachteil dieser Geräte
ist das Nachlaufen von Dichtstoff über die Kartuschenspitze nach abgestelltem Gerätedruck.
Hierfür haben bekannte Geräte einen Ausklink-Mechanismus vorgesehen, mit dem sie die
unter Druck stehende Schubstange entlasten wollen.
[0005] Bekannt sind Ausführungen, die für diesen Zweck Druckfedern zum Einsatz bringen.
Diese Druckfedern sind relativ klein und haben auch nicht die Aufgabe besonders hohen
Druck auszuüben. Sie sollen vielmehr einen gelochten Steg, durch den die Schubstange
hindurchführt, verkanten und geraderichten um auf diese Weise den vielfach notwendigen
Vorwärtsschub der Schubstange zu unterstützen. Andere Ausführungen sind bekannt, die
mit Hilfe einer Druck- und einer Zugfeder das Verkanten und Geraderichten des gelochten
Steges anstreben,; ,um vornehmlich das Nachlaufen des Dichtstoffes über die Kartuschenspitze
verläßlicher verhindern zu können. Ein ganzer Erfolg ist damit bisher ausgeblieben,
weil der unter energischem händischen Druck ausgeführte Vorwärtsschub des Dichtstoffes,
ohne mechanischen Gegenzug der Masse, nicht sofort zum Still- )stand kommt. Druckfedern
der erwähnten Art werden in dem erfindungsgemäßen Gerät nicht verwendet.
[0006] Ein handliches überall von jedermann einsetzbares Verarbeitungsgerät, das die erwähnten
Probleme gänzlich zu lösen imstande ist und das auch unabhängig von Energievorsorgen
den Dichtstoff kontinuierlich aus den Kartuschen pressen kann, ist bis heute nicht
bekannt geworden.
[0007] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß in einem Gerätegehäuse eine Schraubenfeder
jederzeit beliebig zusammendrückbar gelagert ist, durch deren Federkraft der Dichtstoff
nach gelöster Federabstützung kontinuierlich aus dem Dichtstoffgebinde preßbar ist,
wobei vorzugsweise beide Enden der Schraubenfeder unabhängig von der Stellung und
Anordnung des Feder-Gegenendes über Aufzieh-und Steuerorgane, beweqbar sind.
[0008] Die nötige Federkraft ist erreichbar, wenn beispielsweise eine Schraubenfeder verwendet
wird, die in noch nicht zusammengedrücktem Zustand den gesamten Geräteraum der Länge
nach zwischen dem Steuerblock und der Gerätespitze . einnimmt und auch im Durchmesser
bis nahe an die Gerätewandung heranreicht. Die Schraubenfeder kann sich an einem Federende
im Gerätegehäuse fest abstützen, während das Gegenende der Schraubenfeder in der Achsgeraden
bewegbar angeordnet ist. Die Abstützung des bewegbaren Federendes muß wechselbar sein,
damit die Schraubenfeder zum Pressen gegen den Dichtstoff und auch zum Stoppen des
Vorganes veranlaßbar ist. Gewünschte Verstärkung oder Schwächung der Federkraft wird
über die axiale Verschiebung eines Teiles der Schraubenfeder erreicht. Ist nur ein
Schraubenfederende bewegbar angeordnet, muß ein geeignetes Steuerorgan vorgesehen
sein, das den Dichtstoffaustritt aus dem Gebinde jederzeit abstellbar machen und die
Dichtstofföffnung der Kartusche frei halten kann.
[0009] Besonders günstige konstruktive Verhältnisse ergeben sich, wenn die Schraubenfeder
im ganzen beweglich in das Gehäuse eingesetzt ist und ihre beiden Federenden über
Aufzieh-und Steuerorgane von Hand aus bewegt werden.
[0010] Diese und weitere Einzelheiten gehen aus der Zeichnung hervor, in welcher eine beispielsweise
Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes zur Darstellung gelangt. In Schnitten zeigt
Abb.1: Das Gerät in Ausführung mit Winden als Aufziehorgane, Abb.2: Drehgriffe mit
Variante, als Steuerorgane, Abb.3: Gerät mit Variante von Aufziehorganen, Abb.4: Gerät
in Seitenansicht mit einer von zwei gleichen Steuerungen.
[0011] Das zylindrische Gehäuse 1 ist an der vorderen öffnung mit einem selbsttätig sperrenden
Riegel 2 zum Festhalten des Dichtstoffgebindes ausgestattet. Der Riegel 2 gleitet
in einem Steigungswinkel von 33-90°, vorzugsweise in 34° zur Achsgeraden in seiner
Fassung 3 und kann sich an einer Feder 4 abstützen. Beim Einsetzen eines Gebindes
7 mit seinem Oberboden 9 voran ins Gehäuse 1, muß der Riegel an der Gebindewand entlanggleiten,
bis er sich mit seiner Nase 5 vor die Stirnwand des Gebindes 7 setzen und im Zusammenwirken
mit dem Anschlag 6 das Gebinde in seiner Lage festhalten kann. Der selbsttätig sperrende
Riegel 2 kann auch anders beschaffen sein als in der Zeichnung dargestellt. Zum Beispiel
kann ein am Gehäuse 1 drehbar gelagerter Riegel mit zwei rechtwinklig in entgegengesetzten
Richtungen abstehenden Enden verwendet werden, wobei das eine Ende der Nase 9 und
das andere Ende dem Anschlag 6 entspricht. Durch Drehen des Riegels wird' dann die
Nase aus der vorderen öffnung heraus oder in diese hinein bewegt.
[0012] Die Schraubenfeder 13 als Kraftquelle, liegt axial im ganzen verschiebbar im Gehäuse
1. Ihre beiden Enden sind unabhängig voneinander mit Organen in Verbindung, mittels
denen sie zweckdienlich bewegt werden. Im Ausführungsbeispiel zeigt Abb.1 die Verwendung
von an sich bekannten Seilwinden als Aufziehorgane. Bevorzugt wird ein Band anstelle
eines Seiles verwendet. Zum Bewegen des vorderen Federendes ist Band 14 und Welle
10 zugeordnet, dem rückwärtigen Federende hingegen Band 14'und Welle 10:
[0013] Vorteilhafterweise sind die Steuerorgane zum Bewegen des vorderen wie rückwärtigen
Federendes gleich gewählt. Um jedoch ziehende Organe, wie Seilwinden, zum Verstellen
der rückwärtigen Federabstützung bzw.des rückwärtigen Federendes gegen die Federwirkung
nützen zu können, wird das Band 14'an einem Stab 12, als steifen Federfortsatz, befestigt
(15), dem zwischen die beiden parallel liegenden Wellen 10, und 10'Raum zum Hindurchgleiten
ausgespart ist. Vorzugsweise werden die Wellen 10,10' in einem Block 25 gelagert,
der am Ende des zylindrischen Gerätegehäuses verankert ist. Der steife Stab 12 endet
im Gehäuse 1 in einem kolbenartigen Sockel 11 und unterstützt auf diese Weise die
Geradeausführung des Stabes 12. Als gerader Stab 12 kann ein Stab im H-Profil dienen.
Ebenso kann auch die Schraubenfeder selbst in einen geraden Stab auslaufen. Der kolbenartige
Sockel 11 kann unterbleiben, wenn beispielsweise die Aussparung im Sockel 25 stabil
genug ausgeführt , oder die rückwärtige Federplatte der Schraubenfeder 13 an der Innenwandung
des Gehäuses 1 streifbar angeordnet ist oder auch die Schraubenfeder selbst an ihrem
rückwärtigen Ende einen Durchmesser hat, der sie an der Innenwandung des Gehäuses
1 entlangstreifen läßt.
[0014] Anstelle der Seilwinden können auch andere Vorrichtungen mit entsprechender Hebelwirkung
eingesetzt werden, wie z.B. auch schraubende Organe. Auch Zahnstangen können die Aufgaben
der Aufziehorgane 14,14'erfüllen, wenn vorzugsweise jedem Ende der Schraubenfeder
(13) eine Zahnstange 14,14'zum Bewegen der dafür mit einem Zahnrad versehenen Welle
10
110'über Steuerorgane 16-23 zugeordnet sind.
[0015] Zum Bewegen der Aufziehorgane 10, 10', 12, 14, 14' werden Steuerorgane 15-23 eingesetzt,
mit denen es gelingt, die Schraubenfeder 13 mit und gegen ihre Federwirkung kontrolliert
zu bewegen. So wird z.B. jede der beiden Wellen 10,10'mit je einem Drehgriff 18,18'fest
verbunden. Die Welle 10 mit dem Griff 18, die Welle 10' mit dem Drehgriff 18; Beide
Hellen sind auch in gleicher Weise abrollgesichert. In Abb.4 ist eine Ausführungsform
sichtbar, bei der jeder Drehgriff 18,18'an der dem Gehäusemantel zugekehrten Stirnseite
rundum in Zinnenform, gleichmäßige Ausnehmungen 19 aufweist. In eine dieser Ausnehmungen
19 greift gleichzeitig ein Bolzen 22 eines exzentrisch zum Griff 18 mit seiner Drehachse
21 gelagerten Hebels 20 rastend ein, der durch eine Rückzugfeder 24 und einen Anschlag
23 seine Ruhestellung hat und sperrt. Bei anhaltendem, rastendem Drehen z.B. der Welle
10, wird die Schraubenfeder 13 gespannt und gleichzeitig im Gerät Raum zum Einsetzen
eines Dichtstoffgebindes frei. Beim Drehen des Griffes 18 wird in den Ausnehmungen
19 der Bolzen 22 mit dem Hebel 20 soweit mittransportiert, bis sich Griff und Bolzen
voneinander abheben und die Welle 10 zum Abrollen frei ist. Im Hebel 20 können auch
zwei -Bolzen angeordnet sein, wobei dann auch jeweils zwei Bolzen gleichzeit in Ausnehmungen
19 eingreifen. Wird das Einordnen des Bolzen 22 in Ausnehmungen 19 verhindert, so
wird eine gespannte Schraubenfeder 13 die Dichtmasse automatisch bzw.kontinuierlich
aus dem Gebinde pressen.
[0016] Der Druck gegen die Dichtmasse kann abrupt abgestellt werden,wenn am Drehgriff 18
das zugeordnete Aufziehorgan 14 um eine Raststellung gegen die Federwirkung der Schraubenfeder
13 gezogen wird und das mit einer Fangvorrichtung (17) ausgestattete, vordere Federende
der Schraubenfeder 13 in die dem Federdruck entgegengesetzte Richtung mitgezogen wird.
Die Fangvorrichtung 17 ist mit dem Kartuschenoberboden 9 in Schnappverbindung. Die
Zugbewegung am Oberboden 9 überträgt sich gleichzeitig auf die Dichtmasse in der Kartusche
und stoppt damit sofort jeden weiteren Austritt von Dichtmasse über die Kartuschens
pitze. Die Fangvorrichtung 17 ist vorzugsweise ein auswechselbarer Steg, der an einem
Verbindungsstück 16 befestigt ist. Das Verbindungsstück 16 reicht durch die vordere
Federplatte in 'den inneren Raum der Schraubenfeder 13 hinein und ist dort mit dem
Aufziehorgan 14 fest verbunden. Der Steg 17 ist entsprechend dem Profil des Gebindeoberbodens
9 geformt, sodaß er bei gegenseitigem Druck sofort in dessen Profil einschnappt.
[0017] Ein entleertes Gebinde wird dem Gehäuse 1 entnommen, indem der Riegel 2 bei gleichzeitigem
Druck gegen die Stirnwand des Gebindes 7 zurückgezogen wird. In seinem letzten Teil
wird dann das vorgezogene Gebinde 7 mit einer Dreh-und Kippbewegung aus der Fangvorrichtung
17 befreit.
[0018] Das Gerätegehäuse 1 kann auch mit einem Haltegriff in Pistolenform ausgestattet sein,
wobei der Hebel 20,20'in ganz einfacher Weise bis in den Haltegriff hineinragen und
durch seine Hebelfunktion zum Drehgriff 18, 18', als Kraftarm zum Auslösen des Federdruckes
der Schraubenfeder 13 wirken kann.
1. Fugenfüllpresse für pastöse Einkomponenten-Dichtstoffe mit einem Gehäuse, in dem
ein Dichtstoffgebinde zum Auspressen des Dichtstoffes einsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß im Gehäuse (1) eine Schraubenfeder (13) jederzeit beliebig zusammendrückbar gelagert
ist, durch deren Federkraft der Dichtstoff nach gelöster Federabstützung kontinuierlich
aus dem Gebinde (7) preßbar ist, wobei vorzugsweise beide Enden der Schraubenfeder
(13) unabhängig von der Stellung und Anordnung des Federgegenendes über Aufzieh-und
Steuerorgane (10,10; 12, 14-23) bewegbar sind.
2. Fugenfüllpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegbarkeit des
bzw. beider Enden der Schraubenfeder (13) von Hand aus erfolgt.
3. Fugenfüllpresse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegbarkeit
des bzw. beider Enden der Schraubenfeder (13) pneumatisch erfolgt.
4. Fugenfüllpresse nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß als Aufziehorgane (10,10;12,14,14')
an sich bekannte Seilwinden, vorzugsweise mit einem Band anstelle eines Seiles zum
Aufziehen einsetzbar sind, wobei vorzugsweise jedem Ende der Schraubenfeder (13) ein
Band (14,14j zum Bewegen der Welle (10, 10') über Steuerorgane (15-23) zugeordnet
sind.
5. Fugenfüllpresse nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß als Aufziehorgane (10,10;
14,14') Zahnstangen (Abb.3) einsetzbar sind, wobei vorzugsweise jedem Ende der Schraubenfeder
(13) eine Zahnstange (14,14') zum Bewegen der dafür mit einem Zahnrad versehenen Welle
(10,10') über Steuerorgane (16-23) zugeordnet sind.
6. Fugenfüllpresse nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß als Steuerorgane (15-23)
Drehgriffe (18,18') mit Hebeln (20,20') einsetzbar sind, wobei jeder Drehgriff (18,18')
an der gegen die Gehäusewand (1) zugekehrten Stirnseite, zinnenartige Ausnehmungen
(19) aufweist, in die mindestens ein Bolzen (22,22') eines exzentrisch zum Griff 18,18')
mit seiner Drehachse (21,21') gelagerten Hebels (20,20') rastend eingreifbar angeordnet
ist.
7. Fugenfüllpresse nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtstoffgebinde
(7) frontal in das Gehäuse (1) einsetzbar ist, wobei ein selbsttätig sperrender Riegel
(2-6) am vorderen Ende des Gehäuses (1) das Gebinde (7) in ausreichender Weise festhält.
8. Fugenfüllpresse nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daü das vordere Ende der
Schraubenfeder (13) mit einer vorzugsweise auswechselbaren Fangvorrichtung (17) für
das Dichtstoffgebinde (7) ausgestattet ist.