(19)
(11) EP 0 128 420 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.12.1984  Patentblatt  1984/51

(21) Anmeldenummer: 84105912.4

(22) Anmeldetag:  24.05.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3A44C 27/00, C22C 5/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 08.06.1983 DE 3320590

(71) Anmelder: Gebr. Niessing GmbH & Co.
D-48691 Vreden (DE)

(72) Erfinder:
  • Mönnich, Mathias
    D-8000 München 40 (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Meinke, Dabringhaus und Partner 
Postfach 10 46 45
44046 Dortmund
44046 Dortmund (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schmuckstück sowie Verfahren zur Herstellung von Drähten oder dgl. aus Metall, insbesondere aus Legierungen mit Edelmetallen


    (57)  Bei einem Schmuckstück sowie einem Verfahren zur Herstellung von Drähten oder dgl. aus Metall, insbesondere aus Legierungen mit Edelmetallen, soll eine Lösung geschaffen werden, mit der ein Schmuckstück oder Vormaterialien, wie Drähte, Stangen, Profile oder Bleche, herstellbar sind, die einen sich im wesentlichen stetig ändernden Farbveriauf aufweisen. Dies wird bei einem Schmuckstück dadurch erreicht, daß es aus einem Rohling (1) gefertigt ist, der aus einzelnen Segmenten unterschiedlicher Legierungsstufen (3, 4) und damit unterschiedlicher optischer Erscheinung gefertigt ist, wobei die einzelnen Segmente miteinander verschweißt sind sowie verfahrensmäßig dadurch, daß zur Erreichung eines sich im wesentlichen stetig verändernden Farbverlaufes einzelne Draht-, Stangen-, Profil- oder Blechsegmente unterschiedlich gestufter Legierungen und damit unterschiedlicher optischer Erscheinungen hergestellt und anschließend Segmente unterschiedlicher Art miteinander verbunden werden.







    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Schmuckstück, insbesondere aus Legierungen mit Edelmetallen sowie auf ein Verfahren zur Herstellung von Drähten, Stangen, Profilen oder Blechen aus Metall, insbesondere aus Legierungen mit Edelmetallen.

    [0002] Schmuckstücke aus Edelmetallen, bei denen das Erscheinungsbild durch die unterschiedliche Farbe der eingesetzten Metalle sein besonderes Gepräge erhält, sind in unterschiedlichsten Formen bekannt. Auch Verfahren zur Herstellung derartiger Schmuckstücke bzw. der Vormaterialien sind bekannt.

    [0003] So beschreibt die DE-OS 27 33 602 ein Verfahren zur Herstellung eines Schmuckstückes aus Platin mit einer Feingoldauflage. Bei diesen nach dem bekannten Verfahren hergestellten Schmuckstücken wird die Brillanz der Farberscheinung durch das Gegeneinandersetzen von Gold und Platin erreicht. Auch andere Arten sind bekannt. So die Zusammenstellung von Silber und Gold, um auch hier ähnliche Farbeffekte zu erzielen.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Lösung, mit der ein Schmuckstück oder Vormaterialien, wie Drähte, Stangen, Profile oder Bleche, herstellbar sind, die einen sich im wesentlichen stetig ändernden Farbverlauf aufweisen.

    [0005] Bei einem Schmuckstück der eingangs bezeichneten Art wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß es aus einem Rohling gefertigt ist, der aus einzelnen Segmenten unterschiedlicher Legierungsstufen und damit unterschiedlicher optischer Erscheinung gefertigt ist, wobei die einzelnen Segmente miteinander verschweißt sind.

    [0006] Verfahrensmäßig wird die Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß zur Erzielung eines sich im wesentlichen stetig ändernden Farbverlaufes einzelne Draht-, Stangen-, Profil- oder Blechsegmente unterschiedlich gestufter Legierungen und damit unterschiedlicher optischer Erscheinung hergestellt und anschließend Segmente unterschiedlicher Art miteinander verbunden werden.

    [0007] Mit der Erfindung werden ganz überraschende optische und ästhetische Erscheinungsformen möglich gemacht, die anders als bei nach dem Stand der Technik gefertigten Schmuckstükken keine sprunghafte Farbänderung aufweisen, sondern sich die Unterschiede der Farben einzelner Legierungen zunutze machen, wobei damit ein für den Betrachter nicht wahrnehmbarer Übergang einzelner Farbstufen ineinander erreichbar ist.

    [0008] In Ausgestaltung sieht die Erfindung vor, daß die unterschiedlichen Metallsegmente miteinander unter Ausnutzung der nah beieinander liegenden Schmelzpunkte verschweißt werden. Diese Verbindungsart ist für die Erfindung von besonderer Bedeutung, da die Verschweißung einen besonders nahtlosen Übergang benachbarter Segmente möglich macht.

    [0009] In weiterer Ausgestaltung ist nach der Erfindung vorgesehen, daß als Legierungsbestandteil Silber eingesetzt wird und von Feingold ausgehend die Sprünge zum benachbarten Element im Legierungsanteil bei ca. 50 oo/o Silberzuwachs liegen. Es hat sich gezeigt, daß diese Legierungssprünge Farbübergänge insbesondere bei Schmuckstücken üblicher Größe möglich machen, die optisch nicht mehr wahrnehmbar sind, so daß von einem stetigen Farbübergang gesprochen werden kann.

    [0010] Natürlich ist die Erfindung nicht auf diesen Legierungsbestandteil beschränkt. So sieht in weiterer Ausgestaltung die Erfindung auch vor, daß dem Gold zur Farbänderung Silber und/oder Palladium und/oder Nickel und/oder Bronze und/oder Messing oder andere farbliche Metalle oder deren Legierungen zugeführt werden.

    [0011] Nach der Erfindung sind auch zwei Ausgestaltungen möglich, die darin bestehen, daß der Goldbestandteil pro Segment variiert, z. B. mit dem Zuwachs des Silberanteiles fällt, oder aber, daß der Goldbestandteil pro Segment konstant bleibt, in diesem Falle ändern sich die Legierungselemente.

    [0012] Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise näher erläutert. Diese zeigt in den

    Fig. 1 bis '4 vier unterschiedliche nach der erfindungsgemäßen Verfahrensweise hergestellte Schmuckstücke.



    [0013] Der in Fig. 1 dargestellte Ring 1 ist als sogenannter Spaltring gestaltet, an dessen Spalt 2 der größte Farbsprung auftritt. So kann sich von einem Bereich des reinsten Goldes 3 durch Zunahme des Silberanteiles die Farbe von rot, rosé, gelb über grünelfenbein bis schließlich silber-weiß im Bereich 4 ändern.

    [0014] Der in Fig. 2 gezeigte Ring 1' weist keinen Farbsprung in einem Spalt auf, sondern gegenüberliegende dunkel und helle Bereiche, die in Anlehnung an die Bezeichnung in Fig. 1 mit 3' und 4' bezeichnet sind.

    [0015] Schließlich zeigen die Fig. 3 und 4 andere Schmuckstücke, die aus Platten oder Stangen unterschiedlichen Farbverlaufes gefertigt sind. So ist in Fig. 3 ein Teilbereich z. B. einer Halskette 5 mit einer Mehrzahl von Metallplatten 6 dargestellt, die unterschiedliche Farbverläufe aufweisen, während in Fig. 4 z. B. ein Teil eines Armkettchens 7 dargestellt ist, wiederum mit einzelnen Metallplatten 8 unterschiedlichen Farbverlaufes.

    [0016] Natürlich ist die Erfindung nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern in vielfacher Hinsicht abzuändern, ohne den Grundgedanken der Erfindung zu verlassen. So ist selbstverständlich die Erfindung nicht auf eine besondere Art von Schmuckstücken beschränkt. Hier kann die erfindungsgemäße Verfahrensweise bei einer Vielzahl von anderen Dingen eingesetzt werden, bei denen insbesondere Edelmetalle und deren Legierungen zum Einsatz kommen. D. h. die Erfindung ist nicht nur auf den Schmucksektor beschränkt, sie kann beispielsweise auch in der Elektronik dann eingesetzt werden, wenn z. B. durch stetige Legierungsänderungen eine entsprechende Änderung des Wärme- oder Stromflußes in einem Bauteil gewünscht werden sollte und dgl. mehr.


    Ansprüche

    1. Schmuckstück, insbesondere aus Legierungen mit Edelmetallen,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß es aus einem Rohling (1) gefertigt ist, der aus einzelnen Segmenten unterschiedlicher Legierungsstufen (3, 4) und damit unterschiedlicher optischer Erscheinung gefertigt ist, wobei die einzelnen Segmente miteinander verschweißt sind.
     
    2. Verfahren zur Herstellung von Drähten, Stangen, Profilen oder Blechen aus Metall, insbesondere aus Legierungen mit Edelmetallen,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß zur Erreichung eines sich im wesentlichen stetig verändernden Farbverlaufes einzelne Draht-, Stangen-, Profil-oder Blechsegmente unterschiedlich gestufter Legierungen und damit unterschiedlicher optischer Erscheinung hergestellt und anschließend Segmente unterschiedlicher Art miteinander verbunden werden.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die unterschiedlichen Metallsegmente miteinander unter Ausnutzung der nahe beieinander liegenden Schmelzpunkte verschweißt werden.
     
    4. Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Goldlegierungen,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß als Legierungsbestandteil Silber eingesetzt wird und, von Feingold ausgehend, die Sprünge zum benachbarten Element im Legierungsanteil bei ca. 50 o/oo Silberzuwachs liegen.
     
    5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß dem Gold zur Farbänderung Silber und/oder Palladium und/oder Nickel und/oder Kupfer und/oder Bronze und/oder Messing oder andere farbliche Metalle oder deren Legierungen zugefügt werden.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Goldbestandteil pro Segment variiert.
     
    7. Verfahren nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Goldbestandteil pro Segment etwa konstant bleibt.
     




    Zeichnung