(19)
(11) EP 0 129 679 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.01.1985  Patentblatt  1985/01

(21) Anmeldenummer: 84105153.5

(22) Anmeldetag:  07.05.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F42C 13/00, F42C 9/14, F42C 19/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 24.06.1983 CH 3448/83

(71) Anmelder: Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon-Bührle AG
CH-8050 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Apothéloz, Robert
    CH-8606 Greifensee (CH)

(74) Vertreter: Hunziker, Kurt (CH) et al
Oerlikon-Contraves AG Patentabteilung Birchstrasse 155
CH-8050 Zürich
CH-8050 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Abstandszündeinrichtung für ein Geschoss


    (57) Geschosszünder mit integrierter elektronischer oder optronischer Abstandsfunktion sind sehr teuer. Wesentlich preisgünstigere Geschosszünder weisen jedoch keine Abstandsfunktionen auf.
    Eine wirtschaftlichere Lösung stellt ein nur Abstandsfunktionen aufweisender Adapter (20) dar, der ein Zündmittel (27) enthält und auf einen bestehenden Kopfzünder einfacherer Art aufsetzbar ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Abstandszündeinrichtung für ein Geschoss, das einen Kopfzünder mit wesentlichen Zünderteilen enthält.

    [0002] Aus der Praxis sind Geschosszünder mit elektronischer oder optronischer Abstandsfunktion, sowie anderen wesentlichen Funktionen, insbesondere Sicherheitsfunktionen, bekannt. Sie sind als integrierte Zündereinheiten aufgebaut und werden z.B. als Minenwerfer-, Artillerlegeschoss- oder Raketengeschosszünder zu einem hohen Kaufpreis angeboten, bedingt durch den teuren elektronischen Teil. Wesentlich preisgünstigere Zünder, z.B. mechanische Kopfzünder, weisen jedoch keine Abstandsfunktion auf. Insbesondere für das Anwendungsgebiet mit Sprengabständen zwischen 2 bis 12m fehlt daher ein wirtschaftliches Alternativprodukt für den Einsatz mit oder ohne Abstandsfunktion.

    [0003] Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, auf einfache und preisgünstige Weise Kopfzünder, welche wesentliche Zünderfunktionen aufweisen, mit Abstandsfunktion zu versehen.

    [0004] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, dass ein Aufschlags- und Verzögerungsfunktionen aufweisender Kopfzünder in einen Abstandszünder durch Aufstecken eines Adapters z.B. im Felde umgewandelt werden kann, wodurch ein wirtschaftlicher Einsatz gegeben ist, indem die teure Elektronik nur bei Bedarf verwertet, bzw. beim Einsatz ohne Abstandsfunktion eingespart wird. Ferner kann der Adapter kurz und leicht gehalten werden, sodass die Ballistik des Geschosses praktisch nicht verändert wird.

    [0005] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung, welche ein Ausführungsbeispiel darstellt, erläutert:

    In einem Geschosskörper 10 ist ein Kopfzünder 11 mit Momentan- (Aufschlag) und Verzögerungsfunktionen, umstellbar durch die Schaltvorrichtung 12, eingeschraubt.In der Spitze des Kopfzünders 11 Ist ein Betätigungsknopf 13 angeordnet, der zum Verschieben eines Zündstiftes 14 dient. Solche Kopfzünder sind bekannt und werden hier deshalb nicht näher erläutert.



    [0006] Erfindungsgemäss auf den Kopfzünder 11 aufgesetzt und daran befestigt ist ein Adapter 20, der als Abstandszündeinrichtung vorgesehen ist. Ein Adaptergehäuse 21 enthält von oben nach unten einen Abstandssensor 22 mit zugehöriger elektronischer Schaltungsplatte 23, eine Elektrolytbatterie mit Kontaktstift 24, Elektrodenstapel 25 und Elektrolytgehäuse 26 als elektrische Stromquelle zur Versorgung der Abstandszündeinrichtung mit der benötigten elektrischen Energie, eine elektrische Zündkapsel, bzw. hier eine elektrische Gasdruckkapsel 27, und Mittel zur Befestigung des Adaptergehäuses 21 auf dem Kopfzünder 11. Diese Mittel bestehen hier in der Verwendung von drei gleichmässig am Umfang des Kopfzünders 11 angeordneten Stiften 28, welche mit entsprechendenAusnehmungeπ 29 im Adaptergehäuse 21 einen Bajonettverschluss bilden, derart, dass eine ringförmige Tragfläche 30 des Adaptergehäuses 21 satt an der Ogive des Kopfzünders 11 anliegt. Ein Teil 31, der das Elektrolytgehäuse 26 und die Gasdruckkapsel 27 enthält, ist im Adaptergehäuse 21, durch eine nutförmige Ausnehmung 32, in welche ein im Adaptergehäuse 21 befestigter Stift 33 hineinragt, axial verschiebbar angeordnet. Eine weitere ringförmige Tragfläche 35 am Teil 31 unterstützt den festen Sitz zwischen Adapter 20 und Kopfzünder 11.

    [0007] Die Wirkungsweise der beschriebenen Abstandszündeinrichtung ist folgende:

    Ist ein Bedarf für einen Abstandszünder z.B. im Feld gegeben, so wird ein Adapter 20 auf einen in einem Geschoss 10 befestigten Kopfzünder 11 mittels Bajonettverschluss aufgesetzt. Durch den Abschussschock, beim Abschuss des Geschosses, durchbricht der Elektrodenstapel 25 eine am Deckel des Elektrolytgehäuses 26 angebrachte Sollbruchstelle 36 und bildet nun, zusammen mit dem ortsfesten Elektrolytgehäuse 26, eine aktivierbare Elektrolytbatterie. Ein Dichtring 34 sorgt dafür, dass die Elektrolytflüssigkeit nicht in den nun leeren Raum abfliessen kann. Nach einer bestimmten Aktivierzeit steht an den Batteriepolen eine Spannung für die Abstands- und Zündelektronik bereit. Die elektrische Verbindung kann beispielsweise über den Kontaktstift und einen daran isoliert angebrachten Kontaktring mit entsprechenden Kontaktstellen der Schaltungsplatte erfolgen. Ein Abstandssensor bekannter Art, z.B. gemäss DE 2608066 C2, DE 2456162 C2 oder DE 2949521 C2 misst nun laufend die Entfernung zu einem Ziel und zündet innerhalb eines vorgegebenen Abstandes vom Ziel das Zündmittel, in diesem Fall die elektrische Gasdruckkapsel 27 über elektrische Kontaktbahnen 41 und 42 sowie Kontakstellen 43 und 44. Die Gasdruckkapsel 27 ihrerseits drückt simultan den Betätigungsknopf 13 des Kopfzünders und löst dadurch über den Zündstift 14 die Geschosszündung aus.



    [0008] Durch die Verschiebbarkeit des Teiles 31 im Adaptergehäuse 21 werden die Funktionen Handhabungs-, Transport- und eine bestimmte Fallsicherheit für den Adapter 20 als Einzelteil gewährleistet, indem erst durch das Aufsetzen auf den Kopfzünder das Elektrodengehäuse 26 ortsfest gehalten wird. Aber auch in dieser Stellung muss durch Krafteinwirkung zuerst eine Sollbruchstelle 36 durchschlagen werden, um die Batterie zu aktivieren, womit auch Ladungssicherheit gegeben ist.

    Bezugsziffernliste



    [0009] 

    10 Geschosskörper

    11 Kopfzünder

    12 Schaltvorrichtung

    13 Betätigungsknopf

    14 Zündstift

    20 Adapter

    21 Adaptergehäuse

    22 Abstandssensor

    23 Schaltungsplatte

    24 Kontaktstift

    25 Elektrodenstapel

    26 Elektrolytgehäuse

    27 Gasdruckkapsel

    28 Stifte

    29 Ausnehmungen

    30 Tragfläche

    31 Teil

    32 Ausnehmung

    33 Stift

    34 Dichtungsring

    35 Tragfläche

    36 Sollbruchstelle

    41 Kontaktbahnen

    42 Kontaktbahnen

    43 Kontakstellen

    44 Kontaktstellen.




    Ansprüche

    1. Abstandszündeinrichtung für ein Geschoss, das einen Kopfzünder (11) mit wesentlichen Zünderteilen enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandszündeinrichtung als aufsetzbarer Adapter (20) zum Kopfzünder vorgesehen ist und folgende Teile aufweist:

    - einen Abstandssensor (22) mit zugehöriger Auswerte-und Zündkreisschaltung (23),

    - eine elektrische Stromquelle (25,26)

    - eine elektrische Zündkapsel (27) zur Betätigung eines Zündstiftes (14) des Kopfzünders (11) und

    - ein Adaptergehäuse (21), ausgebildet als Träger der Funktionsteile des Abstandszündeinrichtung und mit Mitteln (29,30) zum Aufsetzen auf den Kopfzünder (11) des Geschosses.


     
    2. Abstandszündeinrichtung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als elektrische Zündkapsel eine elektrische Gasdruckkapsel vorgesehen ist.
     
    3. Abstandszündeinrichtung gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als elektrische Stromquelle eine beim Abschuss des Geschosses aktivierbare Elektrolytbatterie , enthaltend Elektrolytgehäuse (26) und Elektrodenstapel (25), vorgesehen ist.
     
    4. Abstandszündeinrichtung gemäss Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein das Elektrolytgehäuse (26) und die Zündkapsel (27) enthaltender Teil (31) axial verschiebbar im Adaptergehäuse (21) angeordnet ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht