[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Abstandszündeinrichtung für ein Geschoss, das
einen Kopfzünder mit wesentlichen Zünderteilen enthält.
[0002] Aus der Praxis sind Geschosszünder mit elektronischer oder optronischer Abstandsfunktion,
sowie anderen wesentlichen Funktionen, insbesondere Sicherheitsfunktionen, bekannt.
Sie sind als integrierte Zündereinheiten aufgebaut und werden z.B. als Minenwerfer-,
Artillerlegeschoss- oder Raketengeschosszünder zu einem hohen Kaufpreis angeboten,
bedingt durch den teuren elektronischen Teil. Wesentlich preisgünstigere Zünder, z.B.
mechanische Kopfzünder, weisen jedoch keine Abstandsfunktion auf. Insbesondere für
das Anwendungsgebiet mit Sprengabständen zwischen 2 bis 12m fehlt daher ein wirtschaftliches
Alternativprodukt für den Einsatz mit oder ohne Abstandsfunktion.
[0003] Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, auf
einfache und preisgünstige Weise Kopfzünder, welche wesentliche Zünderfunktionen aufweisen,
mit Abstandsfunktion zu versehen.
[0004] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass ein Aufschlags- und Verzögerungsfunktionen aufweisender Kopfzünder in einen Abstandszünder
durch Aufstecken eines Adapters z.B. im Felde umgewandelt werden kann, wodurch ein
wirtschaftlicher Einsatz gegeben ist, indem die teure Elektronik nur bei Bedarf verwertet,
bzw. beim Einsatz ohne Abstandsfunktion eingespart wird. Ferner kann der Adapter kurz
und leicht gehalten werden, sodass die Ballistik des Geschosses praktisch nicht verändert
wird.
[0005] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung, welche ein Ausführungsbeispiel
darstellt, erläutert:
In einem Geschosskörper 10 ist ein Kopfzünder 11 mit Momentan- (Aufschlag) und Verzögerungsfunktionen,
umstellbar durch die Schaltvorrichtung 12, eingeschraubt.In der Spitze des Kopfzünders
11 Ist ein Betätigungsknopf 13 angeordnet, der zum Verschieben eines Zündstiftes 14
dient. Solche Kopfzünder sind bekannt und werden hier deshalb nicht näher erläutert.
[0006] Erfindungsgemäss auf den Kopfzünder 11 aufgesetzt und daran befestigt ist ein Adapter
20, der als Abstandszündeinrichtung vorgesehen ist. Ein Adaptergehäuse 21 enthält
von oben nach unten einen Abstandssensor 22 mit zugehöriger elektronischer Schaltungsplatte
23, eine Elektrolytbatterie mit Kontaktstift 24, Elektrodenstapel 25 und Elektrolytgehäuse
26 als elektrische Stromquelle zur Versorgung der Abstandszündeinrichtung mit der
benötigten elektrischen Energie, eine elektrische Zündkapsel, bzw. hier eine elektrische
Gasdruckkapsel 27, und Mittel zur Befestigung des Adaptergehäuses 21 auf dem Kopfzünder
11. Diese Mittel bestehen hier in der Verwendung von drei gleichmässig am Umfang des
Kopfzünders 11 angeordneten Stiften 28, welche mit entsprechendenAusnehmungeπ 29 im
Adaptergehäuse 21 einen Bajonettverschluss bilden, derart, dass eine ringförmige Tragfläche
30 des Adaptergehäuses 21 satt an der Ogive des Kopfzünders 11 anliegt. Ein Teil 31,
der das Elektrolytgehäuse 26 und die Gasdruckkapsel 27 enthält, ist im Adaptergehäuse
21, durch eine nutförmige Ausnehmung 32, in welche ein im Adaptergehäuse 21 befestigter
Stift 33 hineinragt, axial verschiebbar angeordnet. Eine weitere ringförmige Tragfläche
35 am Teil 31 unterstützt den festen Sitz zwischen Adapter 20 und Kopfzünder 11.
[0007] Die Wirkungsweise der beschriebenen Abstandszündeinrichtung ist folgende:
Ist ein Bedarf für einen Abstandszünder z.B. im Feld gegeben, so wird ein Adapter
20 auf einen in einem Geschoss 10 befestigten Kopfzünder 11 mittels Bajonettverschluss
aufgesetzt. Durch den Abschussschock, beim Abschuss des Geschosses, durchbricht der
Elektrodenstapel 25 eine am Deckel des Elektrolytgehäuses 26 angebrachte Sollbruchstelle
36 und bildet nun, zusammen mit dem ortsfesten Elektrolytgehäuse 26, eine aktivierbare
Elektrolytbatterie. Ein Dichtring 34 sorgt dafür, dass die Elektrolytflüssigkeit nicht
in den nun leeren Raum abfliessen kann. Nach einer bestimmten Aktivierzeit steht an
den Batteriepolen eine Spannung für die Abstands- und Zündelektronik bereit. Die elektrische
Verbindung kann beispielsweise über den Kontaktstift und einen daran isoliert angebrachten
Kontaktring mit entsprechenden Kontaktstellen der Schaltungsplatte erfolgen. Ein Abstandssensor
bekannter Art, z.B. gemäss DE 2608066 C2, DE 2456162 C2 oder DE 2949521 C2 misst nun
laufend die Entfernung zu einem Ziel und zündet innerhalb eines vorgegebenen Abstandes
vom Ziel das Zündmittel, in diesem Fall die elektrische Gasdruckkapsel 27 über elektrische
Kontaktbahnen 41 und 42 sowie Kontakstellen 43 und 44. Die Gasdruckkapsel 27 ihrerseits
drückt simultan den Betätigungsknopf 13 des Kopfzünders und löst dadurch über den
Zündstift 14 die Geschosszündung aus.
[0008] Durch die Verschiebbarkeit des Teiles 31 im Adaptergehäuse 21 werden die Funktionen
Handhabungs-, Transport- und eine bestimmte Fallsicherheit für den Adapter 20 als
Einzelteil gewährleistet, indem erst durch das Aufsetzen auf den Kopfzünder das Elektrodengehäuse
26 ortsfest gehalten wird. Aber auch in dieser Stellung muss durch Krafteinwirkung
zuerst eine Sollbruchstelle 36 durchschlagen werden, um die Batterie zu aktivieren,
womit auch Ladungssicherheit gegeben ist.
Bezugsziffernliste
[0009]
10 Geschosskörper
11 Kopfzünder
12 Schaltvorrichtung
13 Betätigungsknopf
14 Zündstift
20 Adapter
21 Adaptergehäuse
22 Abstandssensor
23 Schaltungsplatte
24 Kontaktstift
25 Elektrodenstapel
26 Elektrolytgehäuse
27 Gasdruckkapsel
28 Stifte
29 Ausnehmungen
30 Tragfläche
31 Teil
32 Ausnehmung
33 Stift
34 Dichtungsring
35 Tragfläche
36 Sollbruchstelle
41 Kontaktbahnen
42 Kontaktbahnen
43 Kontakstellen
44 Kontaktstellen.
1. Abstandszündeinrichtung für ein Geschoss, das einen Kopfzünder (11) mit wesentlichen
Zünderteilen enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandszündeinrichtung als
aufsetzbarer Adapter (20) zum Kopfzünder vorgesehen ist und folgende Teile aufweist:
- einen Abstandssensor (22) mit zugehöriger Auswerte-und Zündkreisschaltung (23),
- eine elektrische Stromquelle (25,26)
- eine elektrische Zündkapsel (27) zur Betätigung eines Zündstiftes (14) des Kopfzünders
(11) und
- ein Adaptergehäuse (21), ausgebildet als Träger der Funktionsteile des Abstandszündeinrichtung
und mit Mitteln (29,30) zum Aufsetzen auf den Kopfzünder (11) des Geschosses.
2. Abstandszündeinrichtung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als elektrische
Zündkapsel eine elektrische Gasdruckkapsel vorgesehen ist.
3. Abstandszündeinrichtung gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
als elektrische Stromquelle eine beim Abschuss des Geschosses aktivierbare Elektrolytbatterie
, enthaltend Elektrolytgehäuse (26) und Elektrodenstapel (25), vorgesehen ist.
4. Abstandszündeinrichtung gemäss Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein das
Elektrolytgehäuse (26) und die Zündkapsel (27) enthaltender Teil (31) axial verschiebbar
im Adaptergehäuse (21) angeordnet ist.