Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren nach der Gattung des Hauptanspruchs und
einer Vorrichtung nach der Gattung des ersten Vorrichtungsanspruchs. Es ist bekannt,
beim Betrieb von Brennkraftmaschinen dann die Kraftstoffzufuhr zu unterbrechen, wenn
bei höheren und hohen Drehzahlen die Drosselklappe geschlossen ist, die Brennkraftmaschine
sich also im sog. Schubbetrieb befindet. Schubbetrieb liegt aber auch dann vor, wenn
eine Brennkraftmaschine eine höhere Drehzahl aufweist als dies der Stellung der Drosselklappe
beim Otto-Motor oder der eingespritzten Kraftstoffmenge bei einem Dieselmotor entspricht;
befindet sich die Brennkraftmaschine im Schubbetrieb, dann ist eine Arbeitsleistung
nicht erwünscht. Daher wird die über Vergaser, Einspritzsysteme o. ä. Mittel der Brennkraftmaschine
zugeführte Kraftstoffmenge reduziert oder ganz auf Null gestellt.
[0002] Man kann so eine zum Teil erhebliche Kraftstoffeinsparung erzielen, andererseits
ist der Schubbetrieb insofern nicht unproblematisch, als mit der Unterbrechung der
Kraftstoffzufuhr eine gewisse Auskühlung der Brennkraftmaschine und anschließend bei
Ende des Schubbetriebs für eine gewisse Zeit auch eine Abgasverschlechterung sowie
unter Umständen Einbußen an Fahrkomfort bei Übergang vom Schubbetrieb in Normalbetrieb
in Kauf genommen werden müssen. Problematisch ist ferner, daß sichergestellt werden
muß, daß die Brennkraftmaschine in ihrem Drehzahlverhalten stets sicher abgefangen
werden muß, also nicht ausgehen darf, und zwar auch dann nicht, wenn sich der Zustand
der Schubabschneidung beispielsweise bei kalter Brennkraftmaschine ergibt. So kann
es beispielsweise dann zu einer kritischen Belastung bei der Einstellung der Schubabschneidung
kommen, wenn mit kalter Maschine bergab gefahren wird, bei geschlossener Drosselklappe
also die Kraftstoffzufuhr unterbrochen ist und dann plötzlich die Kupplung getreten
wird, wodurch die Brennkraftmaschine von der Drehbewegung der Räder über das Getriebe
nicht mehr mitgenommen wird. Es besteht dann die Gefahr, daß die Drehzahl derart schnell
abfällt, bevor Gegenmaßnahmen getroffen werden, daß die Maschine ausgeht.
[0003] Es ist daher bei einem System zum Schubabschneiden (DE-OS 31 34991 ) bekannt, die
jeweilige Ist-Drehzahl mit einem vorgegebenen, zeitabhängigen Verlauf einer Wiedereinsetz-
drehzahl zu vergleichen und die Kraftstoffzufuhr zur Brennkraftmaschine lediglich
dann zu unterbrechen, wenn die Ist- drehzahl sich oberhalb des Verlaufs der Wiedereinsetzdrehzahl
befindet. Hierdurch wird eine genauere Erfassung des jeweiligen Betriebszustands möglich;
das Schubabschneiden wird zurückgenommen, wenn Drehzahlabfälle auftreten, die den
gewünschten Sollkurvenverlauf der Wiedereinsetzdrehzahl unterschreiten und Einsetzrucke
können vermieden werden, so daß der Fahrkomfort verbessert wird. Dennoch ist das bekannte
System zum Schubabschneiden nicht universell anwendbar und reagiert auch nicht ausreichend
flexibel auf alle möglichen, auftretenden Betriebszustände.
Vorteile der Erfindung
[0004] Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung jeweils mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs bzw. des ersten Vorrichtungsanspruchs
haben demgegenüber den Vorteil, daß erheblich umfassender auf praktisch alle möglichen
Betriebszustände einer Brennkraftmaschine im Schiebebetrieb reagiert werden kann,
so daß die Maßnahmen zur Kraftstoffabschaltung auf einen größeren Betriebsbereich
ausgedehnt werden können, ohne daß sich Nachteile im Fahrverhalten und der Motorstabilität
ergeben. Die Erfindung ermöglicht deutliche Verbrauchsvorteile im Stadtverkehr, insbesondere
bei Automatikfahrzeugen und Fahrzeugen mit langen Gesamtübersetzungen und stellt,
da sie sich adaptiv auf den Schubabschneidebetrieb einstellt, sicher, daß sich die
Brennkraftmaschine unter allen Umständen abfangen läßt, auch wenn sich wie weiter
vorn schon angedeutet, die Möglichkeiten extrem starker Drehzahlabfälle ergeben können.
Die besonders flexible und adaptive Reaktion auf den Betriebszustand des Schubabschneidens
wird durch die vorliegende Erfindung insoweit deshalb gewährleistet, weil nicht nur
lediglich das Unterschreiten vorgegebener Schwellwertverläufe der Wiedereinsetzdrehzahl
beobachtet und entsprechend reagiert wird, sondern das Drehzahlverhalten des Motors
dynamisch erfaßt und ausgewertet wird, mit anderen Worten durch die Bezogenheit von
Abfangfunktionen und der Variabilität von den Kennlinienverlauf der Wiedereinsetzdrehzahlkurve
bestimmenden Drehzahlwerten aufgrund und in der Abhängigkeit zu negativen Istwert-Drehzahländerungen
können Reaktionen beim und für das Wiedereinsetzen der Kraftstoffzufuhr veranlaßt
werden. Hierdurch wird nicht nur eine wesentlich größere Ausdehnung des Schiebebetriebs,
also die Unterbrechung der Kraftstoffzufuhr für den Betriebsbereich der Brennkraftmaschine
erzielt, sondern es ist auch möglich, die jeweiligen, primär statisch festgelegten
Drehzahlpunkte (Wiedereinsetz-Drehzahl) so tief wie möglich zu legen, ohne daß die
Gefahr besteht, daß der Motor abstirbt und/oder sich beim plötzlichen Gasgeben ein
Rucken bemerkbar macht. Hier hilft in vorteilhafter Weise in einer Ausgestaltung vorliegender
Erfindung die zusätzliche Steuerung der Kraftstoffmenge mit dem (jeweils errechneten)
Sollwert, mit einer Mehrmenge oder mit einer Mindermenge, jeweils bezogen auf die
durch die Erfindung zur Verfügung gestellte Information der negativen Drehzahländerung.
Diese negative Drehzahländerung wird vorzugsweise als Funktion der Istdrehzahl der
Brennkraftmaschine gehandhabt, mit anderen Worten bestimmte Maßnahmen oder Abfangfunktionen.werden
in Abhängigkeit dazu, in welchem Bereich der Drehzahl die jeweils erfaßte, starke
oder weniger starke negative Drehzahländerung aufgetreten ist, entsprechend unterschiedlich
beeinflußt. So kann bei dynamischen Drehzahlabfällen, wie sie beispielsweise bei einem
Auskuppeln im Schiebebetrieb auftreten, der Motor stets sicher bei einer vorgegebenen
Drehzahl abgefangen werden, die oberhalb der statischen Wiedereinsetzdrehzahl liegt.
[0005] Die Erfindung vermeidet ferner sicher ein mögliches Leerlaufsägen, welches sich als
Folge einer überhöhten Leerlaufdrehzahl in der Warmlaufphase oder bei Leerlaufphasen
nach zeitweisem Motorstillstand ergeben könnte.
[0006] Die Erfindung kann in einer Kombination einer statischen Betrachtungsweise bei Unterschreiten
einer Wiedereinsetz- drehzahlkurve durch die Istdrehzahl des Motors und dynamisch
in der Weise reagieren, daß bei Auftreten eines vorgegebenen negativen Drehzahlabfalls
grundsätzlich auf Wiedereinsetzen der Kraftstoffzufuhr gesteuert wird, im letzteren
Fall noch in Abhängigkeit dazu, bei welchem numerischen Drehzahlwert die negative
Drehzahländerung aufgetreten ist.
[0007] Weitere Vorteile der Erfindung sowie zweckmäßige Ausgestaltung ergeben sich in Verbindung
mit der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen sowie aus den Merkmalen
der Unteransprüche.
Zeichnung
[0008] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im
folgenden näher beschrieben und erläutert. Es zeigen Fig. 1 in stark schematisierter
Blockbilddarstellung ein Einspritzsystem bei einer fremdgezündeten Brennkraftmaschine
als bevorzugten Anwendungsbereich vorliegender Erfindung, Fig. 2 in Form eines Diagramms
den Verlauf einer Wiedereinsetz-Drehzahlkurve, die Fig. 3, 4 und 5 verschiedene Betriebszustände
für den Schiebebetrieb mit Angabe der Augenblicksdrehzahl im Wiedereinsetzdrehzahldiagramm
der Fig. 1, Fig. 6 ebenfalls in Form eines Diagramms die Temperaturabhängigkeit von
zeitunabhängigen Bezugsgrößen der Wiedereinsetzdrehzahlkurve, Fig. 7 den Funktionsverlauf
der negativen Drehzahländerung der Augenblicks- oder Istdrehzahl über der Drehzahl
der Brennkraftmaschine mit Unterteilung in die Bereiche Schubabschneiden und kein
Schubabschneiden, Fig. 8 den Verlauf der Wiedereinsetzdrehzahl ergänzend als Funktion
der negativen Drehzahländerung der Istdrehzahl, Fig. 9 in Form einer Ausgestaltung
die Abhängigkeit der beim Wiedereinsetzen zugeführten Kraftstoffmenge von der negativen
Drehzahländerung der Ist- drehzahl, Fig. 10 die zeitliche Abhängigkeit der Rückführung
von beim Wiedereinsetzen zugeführten Kraftstoffmehr-oder -mindermengen auf die Normalmenge
und Fig. 11 in Form eines Flußdiagramms gleichzeitig die Arbeitsweise des erfindungsgemäßen
Verfahrens sowie den möglichen Aufbau einer Vorrichtung zur Steuerung des Schubbetriebs
als angenähertes Blockschaltbild.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0009] Der Grundgedanke vorliegender Erfindung besteht darin, in die existierenden Steuerungsmöglichkeitenfür
den Schubbetrieb eine dynamische Erfassung des aktuellen Drehzahlverlaufs der Brennkraftmaschine
einzuführen und so die Gelegenheit zu erhalten, unmittelbar auf Änderungstendenzen
in der Drehzahl der Brennkraftmaschine reagieren zu können, entweder durch sofortige
Rettungsmaßnahmen oder durch Verschiebung von Bezugskurvenverläufen, die für die Steuerungsfunktionen
des Schubabschneidens (SAS) oder des Wiedereinsetzens (WE) der Kraftstoffzufuhr maßgebend
sind. Darüber hinaus ist es in einer Ausgestaltung der Erfindung möglich, unter Berücksichtigung
der erfaßten negativen Drehzahländerung auf Kraftstoffmehr- oder -mindermengen beim
Wiedereinsetzen zu steuern, so daß sich insgesamt ein besonders flexibles und belastungsfähiges
System für den Vorgang des Schubabschneidens ergibt, welches universell für beliebige
Fahrzeugtypen eingesetzt werden kann.
[0010] Zum besseren Verständnis des Umfelds vorliegender Erfindung wird zunächst anhand
der Darstellung der Fig. 1 in schematisierter Kurzdarstellung ein Kraftstoffeinspritzsystem
bei einer fremdgezündeten Brennkraftmaschine (Ottomotor) kurz erläutert; es versteht
sich aber, daß die Erfindung auf beliebige Brennkraftmaschinen und beliebige Kraftstoffzumeßsysteme
anwendbar ist, insbesondere also auch auf Brennkraftmaschinen, denen die jeweils erforderlichen
Kraftstoffmengen über Vergaser oder sonstige Systeme zugeführt werden.
[0011] Die grundlegenden Elemente der in Fig. 1 gezeigten Einspritzanlage sind ein Sensor
10 für die durchfließende oder von der Brennkraftmaschine angesaugte Luftmasse im
Ansaugrohr, ein Sensor 11 für die Erfassung der Drehzahl n der Brennkraftmaschine,
ein Temperatursensor 12 und ein Sensor 13 für den Leerlauffall, der als Drosselklappen-Stellungsgeber
ausgebildet sein kann und einen Kontakt umfaßt, der bei zurückgenommenem Gaspedal
und geschlossener Drosselklappe ein elektrisches Signale-0 oder α
DK〉O erzeugt. Mit 14 ist ein Zeitglied bezeichnet, welches luftmassendurchsatz- und
drehzahlabhängig Grundeinspritzimpulse der Dauer tp erzeugt. An das Zeitglied 14 schließt
sich eine Verknüpfungsstufe 15 an, welches die Ausgangssignale einer Schubabschaltstufe
16 verarbeitet, die ihrerseits im Grundprinzip so ausgebildet sein kann, wie das Flußdiagramm
der Fig. 11. Die Schubabschaltstufe 16 verarbeitet ihrerseits wieder die Ausgangssignale
des Drehzahlsensors 14, des Drosselklappensensors 13 für den Leerlauffall und ergänzend
des Temperatursensors 12. An die Verknüpfungsstufe 15 schließt sich eine Multiplizierstufe
17 an, die dann mindestens noch eine temperaturabhängige Korrektur der Einspritzsignale
durchführt und deren Ausgang über entsprechende Endstufen bei 18 dargestellte Einspritzventile
ansteuert. Diese für sich gesehen nach Aufbau und Funktion bekannte Kraftstoffeinspritzanlage
läßt die sinnvolle Einordnung des erfindungsgemäßen Systems zur Steuerung des Schubbetriebs
erkennen.
[0012] Das in Fig. 2 gezeigte Drehzahl/Zeitdiagramm stellt den Kennlinienverlauf einer (vorgegebenen)
Wiedereinsetz-Drehzahlkurve dar, also den Verlauf von n WE über der Zeit t. Die Kurve
I trennt einen oberen, schräg gestrichelt dargestellten Abschneidebereich, in welchem
grundsätzlich die Zufuhr weiteren Kraftstoffs zur Brennkraftmaschine infolge Erkennens
des Schubbetriebs unterbrochen ist, von einem unteren Kraftstoffzufuhrbereich, in
welchem, angewendet auf das vorliegende Ausführungsbeispiel also Einspritzimpulse
erzeugt und entsprechende Kraftstoffmengen der Brennkraftmaschine zugeführt sind.
Besondere Kennwerte im Diagramm der Fig. 2 sind bei n1 eine (statische) untere Wiedereinsetzdrehzahlgrenze,
bei n0 eine (dynamische) Wiedereinsetzdrehzahlgrenze und eine zwischen diesen beiden
Grenzen verlaufende Zeitfunktion als schräggestellte Gerade mit negativer Steigung,
die während des Zeitraums TWE (= Abregelzeit der dynamischen Wiedereinsetzdrehzahl)
eine Zeitfunktion n WE(t) ist.
[0013] Durch die Einführung der dynamischen Drehzahlerfassung können diese vorgebbaren Kennwerte
n0, n1 und n WE(t) Verschiebungen erfahren, die durch die Doppelpfeile im Diagramm
angegeben sind; dies ist eine erste Lösungsmöglichkeit zur Einbeziehung des negativen
Differentials der jeweiligen Istdrehzahl der Brennkraftmaschine. Um hier lediglich
einen Anwendungsfall sofort zu erläutern, sei angenommen, daß sich im Abschneidebereich,
also bei einer Istdrehzahl des Motors im Schiebebetrieb noch oberhalb einer sogenannten
Abregeldrehzahl - hierauf wird gleich noch eingegangen - ein extrem starker Drehzahlabfall
ergibt, etwa weil im Schiebebetrieb bei gesperrter Kraftstoffzufuhr ausgekuppelt worden
ist. In diesem Fall kann die durchlaufend erfaßte Information -dn/dt = f(n
mot) dafür sorgen, daß jedenfalls zunächst die dynamische Wiedereinsetzdrehzahl n0 eine
Anhebung erfährt, im allgemeinen Fall beispielsweise der Wiedereinsetzdrehzahlkurvenverlauf
I insgesamt angehoben wird, so daß die Brennkraftmaschine noch vor dem Absterben sicher
abgefangen werden kann. Man erhält so einen sicheren Motorlauf, wobei diese Möglichkeit
nur ein Anwendungsbeispiel darstellt für eine flexible Reaktion im Schubbetrieb unter
Auswertung dynamischer Drehzahlbedingungen. Eine andere Möglichkeit besteht darin,
daß bei Uberschreiten eines vorgegebenen negativen Drehzahldifferentials der Istdrehzahl
sofort auf Wiedereinsetzen umgeschaltet wird mit oder ohne Berücksichtigung von sich
gegebenenfalls ergänzend verschiebenden Kennlinienverläufen n WE = f(t).
[0014] Der grundsätzliche Ablauf und die erfindungsgemäßen Reaktionen für den Schubbetrieb,
die weiter unten für drei verschiedene Anwendungsfälle noch anhand der Fig. 3, 4 und
5 erläutert werden, ist für den statischen Anwendungsfall betrachtet, wenn man nämlich
zunächst von der Einbeziehung des negativen Drehzahldifferentials der Augenblicksdrehzahl
absieht, so, daß bei geschlossenem Leerlaufkontakt LL (siehe das obere Diagramm der
Fig. 3) und abfallender Istdrehzahl n unter einen vorgegebenen Drehzahlwert n abr,
der beispielsweise mit n0+100 min
-1 angesetzt werden kann, die zeitliche Abregelung des Schwellwertkurvenverlaufs vom
angehobenen Kennwert der dynamischen Wiedereinsetzdrehzahl n0 anläuft. Die Abregelung
von n0 auf die statische Wiedereinsetzschwelle n1 erfolgt in der Zeit T WE und erfolgt
selbstverständlich auch dann, wenn bei geschlossenem Leerlaufkontakt die Motordrehzahl
schon unterhalb des Schwellwertes n0 liegt, also n<n0 ist.
[0015] In den Figuren 3, 4 und 5 ist die jeweils herrschende Augenblicksdrehzahl oder Istdrehzahl
n als Kurvenverlauf II, II' bzw. II" gestrichelt in das Drehzahl/Zeitdiagramm mit
dem Wiedereinsetzdrehzahlkurvenverlauf noch eingezeichnet. Im Fall der Fig. 3 liegt
Schiebebetrieb mit langsamem Drehzahlabfall vor; sobald die Istdrehzahl entsprechend
II zum Zeitpunkt t1 die Abregeldrehzahl n abr erreicht hat, setzt für den Verlauf
der Wiedereinsetzdrehzahl n WE=f(t) die Abregelwirkung ein, deren Steigung von vornherein
in etwa so festgelegt werden kann, daß bei langsamem Istdrehzahlabfall die beiden
Kurven I und II in diesem Bereich nahezu parallel verlaufen; daher schneidet für diesen
Fall die Istdrehzahlkurve II die Wiedereinsetz- drehzahlkurve erst relativ spät zum
Zeitpunkt t2 und für die gesamte Zeitdauer bis t2 liegt Schubabschneiden (SAS) vor,
da sich die Istdrehzahl stets oberhalb des Verlaufs der Wiedereinsetzdrehzahl befindet.
Bei einem so langsamen Drehzahlabfall wie in Fig. 2 dargestellt ergibt sich dann auch
nur ein relativ geringer Abfall der effektiven Drehzahl unter die (statische) Wiedereinsetzdrehzahlschwelle
n1, da ab t2 Kraftstoff wieder zugeführt wird. Bei einem solchen Diagrammverlauf wie
in Fig. 3 dargestellt, bei wel- .chem die negative Drehzahländerung relativ gering
ist, kann es bei der bisherigen, statischen Betrachtungsweise verbleiben und ein übergeordneter
Eingriff aus der Information -dn/dt ist nicht unbedingt erforderlich. Das Wiedereinsetzen
der Kraftstoffzufuhr nach t2 läßt die Drehzahl im weichen Bogen wieder ansteigen und
den Motor im Leerlauf drehen. Um ein Leerlaufsägen zu verhüten, kann auch eine Verriegelungsschwelle
vorgesehen sein, worauf in Verbindung mit Fig. 5 eingegangen wird.
[0016] Bei dem Gesamtverlauf der Fig. 4 handelt es sich um die Möglichkeit, daß der Fahrzeugbenutzer
während des Schiebebetriebs abrupt auskuppelt, so daß sich praktisch unmittelbar vor
t1 ein nahezu senkrechter Istdrehzahlabsturz ergibt. Hier sind jetzt mehrere Maßnahmen
ergänzend möglich; die Erfassung dieser extrem starken negativen Drehzahländerung
kann dazu führen, daß je nachdem, welchen numerischen Wert zu diesem Zeitpunkt die
Istdrehzahl hatte, entweder sofort auf Wiedereinsetzen WE gegangen wird, was im Diagramm
der Fig. 4 nicht erkennbar ist,und/oder daß die dynamische Wiedereinsetzdrehzahl n0
in ihrer Schwellenposition angehoben wird, gegebenenfalls gleichzeitig mit einem Anheben
der statischen Wiedereinsetzschwelle n1 und gegebenenfalls gleichzeitig mit Zuführungeiner
Kraftstoffmehrmenge, worauf weiter unten noch eingegangen wird. Diese sehr flexible
Reaktion des Systems auf den plötzlichen Drehzahlabfall kann zur Folge haben, daß
der Istdrehzahlverlauf II' nochmals kurzzeitig in den Abschneidebereich SAS eintritt,
für welchen Zeitraum die Kraftstoffzufuhr dann erneut unterbrochen wird.
[0017] Bei dem in Fig. 5 dargestellten Diagrammverlauf liegt zum Zeitpunkt t=0 Schubphase
vor mit Unterschreiten der dynamischen Wiedereinsetzdrehzahl n0 durch den Istdrehzahlverlauf
mit anschließendem Drehzahlanstieg, beispielsweise dadurch, daß nach einem Auskuppeln
im Schiebebetrieb mit relativ hoher Geschwindigkeit des Fahrzeugs wieder eingekuppelt
wird und die angetriebenen Räder den Motor aus dem Leerlaufbetrieb auf höhere Drehzahlen
beschleunigen. Es ergeben sich dann Schubabschaltphasen vom Zeitpunkt t2 bis t3 sowie
erneut ab t4 bis t5; für die letztere Phase nur dann, wenn der Drehzahlanstieg so
hoch ist, daß eine vorgegebene Verriegelungsdrehzahlschwelle nV, die beispielsweise
bei n1 +
1000 ... 1200 min
-1 angesetzt werden kann, überschritten wird. Das Sperren einer SAS-Funktion bei geschlossenem
Leerlaufkontakt und erneutem Anstieg der Motordrehzahl bis zu der Verriegelungsschwelle
nV ist eine wirksame Maßnahme gegen ein mögliches Leerlaufsägen.
[0018] Der Darstellung der Fig. 6 läßt sich ergänzend zu der Abhängigkeit der Schwellenwerte
n1 und n0 sowie gegebenenfalls der Dauer der Abregelzeit T WE und der Steigung von
der negativen Drehzahländerung noch die Temperaturabhängigkeit dieser Schwellenwerte
entnehmen. Die im Diagramm der Fig. 6 angegebenen Schwellenwertverläufe von n0 und
n1 sind realisierbare Verläufe der Schwellen über der Temperatur; sie hängen in erster
Linie von den Warmlauffunktionen der jeweiligen Brennkraftmaschine ab und führen eine
Doppelabhängigkeit der n WE-Kennlinie und damit der jeweils möglichen SAS-Funktionen
von der Temperatur und der negativen Drehzahländerung ein. Es ist sinnvoll, die Werte
für n1, n0 und T WE bei N=80° zu definieren.
[0019] Die Kurvenverläufe in Fig. 7 und Fig. 8 zeigen den Einfluß der negativen Drehzahländerung
auf den Verlauf der Wiedereinsetzdrehzahl- oder Drehzahlkennlinie sowie die Abhängigkeit
der negativen Drehzahländerung von der momentanen Ist- drehzahl der Brennkraftmaschine.
[0020] Der Kurvenverlauf III in Fig. 7 unterscheidet einen oberen Bereich, in welchem Schubabschneidefunktionen
(SAS), also Unterbrechen der Kraftstoffzufuhr nicht erlaubt sind, da in diesem Bereich
entweder die aktuelle Motordrehzahl zu gering ist, ein schneller Abfall also ein Absterben
des Motors bedeuten könnte, oder trotz Vorhandenseins höherer Drehzahlen der negative
Drehzahlabfall so signifikant ist, daß keine Unterbrechung der Kraftstoffzufuhr erfolgen
darf. Unterhalb des Kurvenverlaufs III, welcher auch empirisch in Abhängigkeit zu
den Daten der jeweiligen Brennkraftmaschine bestimmt sein kann, ist Schubabschneiden
erlaubt, da entweder die Drehzahl hoch genug ist oder der negative Drehzahländerungsverlauf
klein bleibt.
[0021] Der Kurvenverlauf der Fig. 8 gibt an, daß mit größer werdender negativer Drehzahländerung
-dn/dt die Wiedereinsetzdrehzahl angehoben wird; dies kann sich im einfachsten Fall
darin erschöpfen, daß die dynamische Wiedereinsetzdrehzahl n0 angehoben wird oder
daß der ganze Kurvenverlauf I kontinuierlich oder stufig angehoben wird, je nachdem,
welche effektive negative Drehzahländerung vorliegt.
[0022] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung vorliegender Erfindung besteht darin, daß
gleichzeitig mit der Information -dn/dt beim Wiedereinsetzen .(WE) die Kraftstoffmenge
mit dem Sollwert, mit einer Mehrmenge (bei einer Kraftstoffeinspritzanlage über Vergrößerung
des Normalimpulses oder durch Zwischenspritzer) oder einer Mindermenge gesteuert wird.
Der Kurvenverlauf der Fig.,9 läßt erkennen, daß unterhalb eines ersten negativen Drehzahländerungs-Schwellenwertes
-(dn/dt)
1 mit einer Mindermenge im Bereich (1) des zugeführten Kraftstoffs gearbeitet werden
kann; im Bereich (2) des Diagramms der Fig. 9, also zwischen den beiden Werten -(dn/dt)
1 und -(dn/dt)
2 mit der Normal- oder Sollmenge und bei sehr stark negativen Drehzahländerungen, also
steilen Drehzahlabfällen auch mit erheblichen Mehrmengen, jeweils zum Zeitpunkt t=0,
nämlich im Moment des Wiedereinsetzens der Kraftstoffzufuhr, gearbeitet wird.
[0023] Die Kurvenverläufe in Fig. 10 zeigen dann an, daß innerhalb vorgegebener Zeiten die
Mehr- oder Mindermengensteuerung auf die Normalmenge von 100 % zurückgeführt werden,
bei einer Mindermenge bis zu einem längeren Zeitpunkt t7, während die Mehrmenge zum
kurzzeitigen Abfangen des Drehzahlabfalls relativ kurzzeitig, etwa bis zum Zeitpunkt
t6 zugeführt wird. Die zeitliche Abhängigkeit der Minder- oder Mehrmengensteuerung
entsprechend Fig. 10 kann auch erst ab öffnen des Drosselklappenschalters erfolgen.
Ferner ist es möglich, daß bei hierfür geeigneten Systemen, nämlich solchen, die etwa
über eine sog. A-Regelung die Verhältnisanteile des der Brennkraftmaschine zugeführten
Kraftstoffluftgemisches bestimmen, während der Aufregelfunktionen q
k=f(-dn/dt;t) ausgeschaltet und definierte Steuerwerte vorgegeben werden. Hierdurch
wird verhindert, daß ein evtl. vorhandenes Gemischregelsystem den beabsichtigten Wirkungen
entgegenarbeitet.
[0024] Die bisher beschriebenen Wirkungen, Maßnahmen und Steuervorgänge gemäß vorliegender
Erfindung können sowohl mit digitaler als auch analoger Schaltungstechnik und Signalverarbeitung
einschließlich des Einsatzes von speziellen Rechnersystemen realisiert werden. In
diesem Zusammenhang kann die Darstellung der Fig. 11 als-Flußdiagramm für einen Signalverarbeitungsverlauf
verstanden werden; entsprechend einem solchen Flußdiagramm läßt sich beispielsweise
für ein Rechnersystem ein Programmablauf erstellen und die beschriebenen technischen
Wirkungen unter Einsatz äußerer Sensoren und Stellmittel realisieren. Die Darstellung
der Fig. 11 kann aber auch als Blockschaltbild für die Anordnung diskreter Bauelemente
verstanden werden, die im folgenden nach Art ihrer Wirkungsweise erläutert werden
und deren Zusammenschaltung sich aus dem Blockschaltbild ergibt.
[0025] In Fig. 11 ist mit 20 eine Drosselklappenstellungsabfrage bezeichnet. Bei positivem
Ergebnis erfolgt bei 21 eine Drehzahlabfrage und im Block 22 wird verglichen oder
festgestellt, ob die Istdrehzahl n oberhalb einer festen Drehzahlschwelle liegt, die
beispielsweise die statische Wiedereinsetzschwelle n1 sein kann und oberhalb welcher
in diesem Zweig stets abgeschnitten wird, d.h. im Falle eines höheren Wertes n>nl
kommt der Schubabschneidungsblock 23 zum Tragen mit entsprechender Ansteuerung geeigneter
Bereiche, Schaltungselemente oder Stationen der Kraftstoffeinspritzanlage zur Unterbrechung
der Kraftstoffzufuhr; in Fig. 11 symbolisch dargestellt durch einen Schaltblock 24,
der einen Schalter 25 in Reihe mit einem Einspritzventil 26 ansteuert und der so ausgebildet
ist, daß ein von einem Wiedereinsetzblock 27 kommendes Signal grundsätzlich Priorität
hat.
[0026] Ein mit 28 bezeichneter Block erstellt den Kennlinienverlauf n WE als Funktion der
Zeit, der Temperatur und der negativen Drehzahländerung; im allgemeinsten Fall kann
es sich hier um eine Beeinflussung des gesamten Kennlinienverlaufs I der Fig. 2 handeln;
im einfachsten Fall wird lediglich ein Schwellwert einer Wiedereinsetzdrehzahl temperaturabhängig
und abhängig zur negativen Drehzahländerung -dn/dt verschoben. Der Block 28 vergleicht
dann gleichzeitig den ihm zugeführten Istdrehzahlwert mit dem jeweils vermittelten
Kennlinienverlauf n WE oder dem jeweiligen Schwellenwert und bestimmt, ob sich die
Istdrehzahl zu jedem Zeitpunkt unterhalb oder oberhalb von n WE befindet. Es erfolgt
eine unmittelbare Ansteuerung des Wiedereinsetzblocks 27 dann, wenn die Istdrehzahl
des Motors sich unterhalb von n WE befindet. Realisiert kann der Block 28 beispielsweise
in der Weise sein, daß durch Differenzbildung aus dem Drehzahlsignal vom Block 21
oder auf sonstige Weise ein Wert der negativen Drehzahländerung -dn/dt erstellt und
als Adresse einem Speicher zugeführt wird, der für unterschiedliche -dn/dt-Werte gespeicherte
Kennlinienverläufe zum Vergleich mit der Istdrehzahl erzeugt; anstelle des Speichers
kann bei analoger Verarbeitung beispielsweise ein Funktionsgenerator vorgesehen sein.
[0027] Ergänzend zum Schaltungsblock 28 oder anstelle dieses Schaltungsblocks ist ein weiterer
Differentialvergleichs
- block 29 vorgesehen, der aus dem Drehzahlsignal vom Block 21 oder aus dem negativen
Differential der Drehzahl, welches ihm vom Block 28 zugeführt ist, einen Sollverlauf
der negativen Drehzahländerung als Funktion der Ist- drehzahl erstellt. Der Block
28 gibt also für bestimmte numerische Drehzahlwerte Sollschwellenwerte einer negativen
Drehzahländerung vor, oberhalb welcher die jeweilige negative Augenblicksdrehzahiänderung
zu einem sofortigen Wiedereinsetzsignal führt, da der Motor abgefangen werden muß.
Der Block 29 vergleicht also die negative Istdrehzahländerung mit einem Kurvenverlauf
einer Sollschwellendrehzahl- änderung über der Drehzahl, so wie der Kurvenverlauf
III in Fig. 7 angibt und sperrt die Schubabschaltung über dem Block 27 dann, wenn
sich der Istwert der negativen Drehzahländerung oberhalb des errechneten oder eingegebenen
Schwellenwerts befindet.
[0028] Ergänzend hierzu sind zur Realisierung der Kurvenverläufe in den Fig. 9 und 10 zwei
weitere Schaltungsblöcke 30, 31 mit nachgeschalteten Zeitblöcken 32, 33 vorgesehen.
Die Blöcke 30 und 31 geben für eine ergänzende Kraftstoffmengenbeeinflussung im Falle
des Wiedereinsetzens feste Schwellwerte negativer Drehzahländerungen vor, die entsprechend
Fig. 9 als unterer Wert mit -(dn/dt)
1 und als oberer Wert mit -(dn/dt)
2 bezeichnet sind. Liegt der Istwert der negativen Drehzahlaugenblicksänderung unterhalb
des unteren Schwellenwerts vom Block 30, dann wird auf Mindermenge der Kraftstoffzufuhr
erkannt und das Signal geht über das nachgeschaltete Zeitglied 32, welches das Abklingverhalten
der Mindermengenzuführung bestimmt, zu einem Beeinflussungsblock 34 für die Menge
der Kraftstoffeinspritzimpulse ti; das Ausgangssignal des Blocks 34 kann dann beispielsweise
dem Korrekturblock 17 der Fig.1, in Fig. 11 mit 17' bezeichnet, zugeführt werden.
Gleichzeitig ergeht ein Blockierbefehl für evtl. Gemischregelsysteme zu einem Schaltungsblock
35, der die in diesem Fall vorgesehene λ-Regelung für die Gemischzusammensetzung blockiert.
[0029] In entsprechender Weise wird auf die Zuführung einer Kraftstoffmehrmenge (ti-Mehrmenge)
dann erkannt, wenn der momentane Istwert der negativen Drehzahländerung den vom Schaltungsblock
31 vorgegebenen Schwellenwert übersteigt, der Drehzahlabfall also extrem stark ist
und nur durch zusätzlich zugeführte Kraftstoffmengen der Motor weich und sicher und
insbesondere ohne Rucken abgefangen werden kann. Schließlich kann auf Zuführung einer
Kraftstoffmehrmenge durch das in Fig. 11 dargestellte System eines adaptiven Schubabschneidens
noch dann erkannt werden, wenn von einem Block 36 ein Signal für geöffnete Drosselklappe
eingeht, was jedenfalls automatisch die Schubabschneidefunktion über die Blöcke 20,
21, 22 und 23 beendet. Hierdurch wird ein sauberer,ruckfreier Übergang in den Normalbetrieb
erzielt.
1. Verfahren zur Steuerung des Schubbetriebs einer Brennkraftmaschine in Abhängigkeit
zur Augenblicksdrehzahl (Istdrehzahl) und einem Wiedereinsetzdrehzahlschwellenverlauf,
dadurch gekennzeichnet, daß das dynamische Verhalten der Augenblicksdrehzahl (n) durch
Erfassung der negativen Drehzahländerung (-dn/dt) zur Bestimmung des Zustands Schubabschneiden
(SAS) ausgewertet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwellenwert einer
Wiedereinsetzdrehzahl oder ein zeitabhängiger Wiedereinsetzdrehzahl-Kurvenverlauf
in Abhängigkeit zur jeweiligen negativen Drehzahländerung und gegebenenfalls zur Temperatur
der Brennkraftmaschine geändert und bei Unterschreitung durch die Istdrehzahl auf
Wiedereinsetzen der Kraftstoffzufuhr erkannt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Istwert der negativen
Drehzahländerung mit einem negativen Drehzahländerungssollwert verglichen und bei
Überschreiten auf Wiedereinsetzen der Kraftstoffzufuhr erkannt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergleichssollwert der
negativen Drehzahländerung eine Funktion der Istdrehzahl ist (-dn/dtsoll=f(n)).
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
ein Schwellwert einer negativen Vergleichsdrehzahländerung bestimmt wird, bei dessen
Über- oder Unterschreiten ergänzend auf eine Kraftstoffminder- oder Kraftstoffmehrmenge
gesteuert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein unterer und ein oberer
Vergleichswert einer negativen Drehzahländerung (-dn/dt1; -dn/dt2) vorgegeben werden, wobei bei Unterschreitung durch den momentanen Istwert der negativen
Drehzahländerung eine Kraftstoffmindermenge und bei Überschreiten eine Kraftstoffmehrmenge,
jeweils mit zeitlichem Abklingverhalten, zugeführt werden.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß bei Änderung der zugeführten Kraftstoffmenge von der Sollmenge in Abhängigkeit
zur negativen Drehzahländerung vorhandene Gemischregelsysteme bis zum Abklingen des
Einflusses blockiert werden.
8. Vorrichtung zur Steuerung des Schubbetriebs bei einer Brennkraftmaschine in Abhängigkeit
zur Augenblicksdrehzahl (Istdrehzahl) und einem Wiedereinsetzdrehzahl-Schwellenverlauf,
mit einem Drosselklappenstellungssensor, einer Drehzahlvergleichsstufe und einer Auswerteschaltung
zum Bestimmen eines Kraftstoffsabschneide- oder -zumeßsignals, dadurch gekennzeichnet,
daß zum adaptiven Schubabschneiden das negative Differential der Drehzahl bestimmt
und zum Vergleich oder zur Verschiebung von Wiedereinsetzdrehzahl-Schwellenwerten
ausgewertet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß einzelne Schwellwerte
oder der zeitliche Verlauf der Wiedereinsetzdrehzahl (n WE) in Abhängigkeit zur jeweiligen
negativen Drehzahländerung und gegebenenfalls zur Temperatur veränderbar sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein vorgegebener
Sollvergleichswert einer negativen Drehzahländerungskurve in Abhängigkeit zur jeweiligen
Istdrehzahl erstellt und in einer Vergleichsschaltung (29) mit dem Istwert der negativen
Drehzahländerung zur Ausgabe eines Wiedereinsetzsignals verglichen wird.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Änderung der zugeführten Kraftstoffmenge nach Wiedereinsetzen der Kraftstoffzufuhr
bzw. geöffneter Drosselklappe Vergleichsschaltungen (30, 31) für vorgegebene Schwellenvergleichswerte
der negativen Drehzahländerung mit dem Istwert der negativen Drehzahländerung vorgesehen
sind, denen Zeitglieder (32, 33) nachgeschaltet sind, die den jeweiligen Kraftstoffmehr-
oder -mindermengen ein Zeitverhalten verleihen.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Blockierschaltung (35) für Gemischregelsysteme bei Erkennung auf Kraftstoffmehr- oder
-mindermengen vorgesehen ist.