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EP 0 130 342 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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24.08.1988 Patentblatt 1988/34 |
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Anmeldetag: 21.05.1984 |
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Kapazitiver Hochfrequenz-Durchlaufofen
Continuous dryer using capacitive heating
Séchoir continu à chauffage capacitif
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE FR GB IT LI |
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Priorität: |
03.06.1983 DE 3320225
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.01.1985 Patentblatt 1985/02 |
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Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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80333 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Grassmann, Hans-Christian, Dipl.-Ing.
D-8521 Baiersdorf (DE)
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Entgegenhaltungen: :
AT-B- 232 952 DE-B- 1 105 372
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DE-A- 2 941 845
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen kapazitiven Hochfrequenz-Durchlaufofen zum Trocknen
von textilem Gewebe, insbesondere von Baumwollgewirken (Trikot), bei dem das Gewebe
zwischen den Elektroden transportierbar ist.
[0002] Kapazitive Hochfrequenzöfen der vorgenannten Art sind in den verschiedensten Ausführungsformen
bekannt (vgl. z. B. DE-A-2 941 845, 2 817 067) und haben sich gut bei der Trocknung
von Textilien bewährt.
[0003] Im Rahmen des Fertigungsprozesses werden Textilgewebe nach verschiedenen Nassbehandlungen
immer wieder getrocknet. Es ist dabei wünschenswert, dass vor allem bei den letzten
Trocknungsvorgängen die Gewebe und hier vor allem die Gewirke bereits derart schrumpfen,
dass der Endverbraucher beim Waschen und Trocknen des Gewebes nur noch eine kleine
Restschrumpfung in Kauf nehmen muss.
[0004] Zum Trocknen im textilen Sektor werden häufig Kontakttrockner in Form von erhitzten
Walzen benutzt. Diese Trocknung hat den Nachteil, dass der Schrumpfungsprozess beim
Trocknen durch eventuelles Festkleben der Gewebe auf den Rollen behindert wird. Ähnliche
Gesichtspunkte gelten auch hinsichtlich der bekannten Trocknung mit Luftdüsen oder
der energieaufwendigen Trocknung in Siebtrommein. Ausserdem ist hier und bei Wäschetrocknern
mit Wäscheschleudern immer eine gewisse Gefahr der Formveränderung gegeben.
[0005] Als allgemeine Erfahrungstatsache kann gelten, dass sich mit diesen bekannten Trocknungsverfahren
in etwa eine noch nachträglich eintretende Restschrumpfung von etwa 6 bis 7% erreichen
lässt.
[0006] Es wurde nun erkannt, dass die Anwendung von kapazitiver Hochfrequenzenergie - vor
allem bei relativ labilen Geweben, wie z. B. Baumwollgewirken -, beträchtliche Verbesserungen
in der Trocknungsgeschwindigkeit und Schrumpfbeständigkeit bringt.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Hochfrequenz-Durchlaufofen
der eingangs genannten Art so auszubilden, dass die Schrumpfungsbeständigkeit der
mit Hochfrequenz behandelten Gewebe zusätzlich erhöhbar ist.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass im Ofen eine mechanische
Vorrichtung zum Schütteln des Gewebes während des Trocknungsvorganges angeordnet ist,
und dass die Schüttelfrequenz und/oder die Schüttelamplitude veränderbar sind. Hierdurch
lässt sich überraschenderweise eine deutlich unter 5% liegende Restschrumpfung des
Gewebes erreichen. Dieser Effekt mag darauf beruhen, dass die bereits durch die Hochfrequenzerwärmung
gelockerten Bindungskräfte zwischen den einzelnen Fäden des Gewebes an den Webkreuzungspunkten
durch die zusätzliche mechanische Erschütterung noch weiter gelöst werden, so dass
sich die Fäden beliebig gegeneinander verschieben und schrumpfen können. Ein derart
frei geschrumpftes Gewebe ist dann späterhin relativ schrumpfbeständig.
[0009] In diesem Zusammenhang sei bemerkt, dass es an sich bereits bekannt ist, in einem
Schrumpfungsbad befindliche Textilien gleichzeitig mit Ultraschallpulsen zu behandeln,
um ihre Eigenschaften zu verbessern (vgl. z. B. AT-B-232 952). Diese Einwirkung findet
jedoch in einem ganz anderen Behandlungsstadium als bei der Erfindung statt.
[0010] Als mechanische Schüttelvorrichtung kann zum Beispiel eine periodisch auf das Transportband
und/oder dessen Auflage einwirkende Schlagvorrichtung, zum Beispiel in Form von Schlagnocken
vorgesehen werden. Es ist aber auch möglich, das Transportband und/oder dessen Auflage
pneumatisch in Schwingungen zu versetzen.
[0011] Alternativ ist es auch möglich, zum Transport des zu trocknenden Gutes einen Schüttelförderer
zu verwenden oder auch die Vibrationen durch Ultraschall zu erzeugen. In jedem der
vorgenannten Fälle ist es von Vorteil, wenn die Schüttelfrequenz und/oder Schüttelamplitude
veränderbar sind, damit die Rüttlung dem jeweils vorliegenden Gewebe optimal angepasst
werden kann.
[0012] Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels sei die Erfindung
näher erläutert:
[0013] Das zu trocknende Baumwollgewirke 7 in Form eines gefalteten Schlauches mit einer
Schütthöhe zwischen 5 und 10 cm läuft in Richtung des Pfeiles 6 auf einem Transportband
5 durch einen kapazitiven Hochfrequenzofen 1. Die Trocknung geschieht im wesentlichen
durch das elektrische Feld, das sich zwischen der mit dem Hochfrequenzgenerator 2
verbundenen «heissen» Elektrode 3 und der geerdeten Gegenelektrode 10 ausbildet. Diese
geerdete Gegenelektrode 10 ist im vorliegenden Fall ein Siebblech und bildet gleichzeitig
die Auflage für das Transportband 5. Zusätzlich wird in den Hochfrequenzofen 1 noch
Heissluft eingeblasen, die von einem Heisslufterzeuger 4 stammt. Diese gegebenenfalls
im Umluftbetrieb gefahrene Heissluft dient zur zusätzlichen Trocknung und Abfuhr der
verdampften Feuchte.
[0014] Zusätzlich ist im Hochfrequenzofen 1 noch eine mechanische Vorrichtung zum Schütteln
des Baumwollgewirkes 7 während des Trocknungsvorganges angeordnet. Diese Schüttelvorrichtung
kann beispielsweise aus von einem Motor angetriebenen Schlagnocken bestehen, wie durch
das Bezugszeichen 8 angedeutet, die gegen die Auflage des Transportbandes 5 schlagen
oder auch aus Düsen, durch die pulsierend Pressluft gegen die Auflage strömt und diese
damit samt dem Gewirke zum Vibrieren bringt.
[0015] Die Rüttelfrequenzen und Rüttelamplituden sind dabei veränderbar.
[0016] Durch die Rüttlung werden die Bindekräfte zwischen den einzelnen Fäden der Gewebe
zusätzlich gelockert, d.h. ein Effekt der Hochfrequenztrocknung noch unterstützt,
so dass eine weitgehende unbehinderte Schrumpfung des Gewirkes während des Transport-
und Trocknungsvorganges möglich ist.
1. Kapazitiver Hochfrequenz-Durchlaufofen zum Trocknen von textilem Gewebe, insbesondere
von Baumwollgewirken, bei dem das Gewebe zwischen den Elektroden transportierbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass im Ofen (1) eine mechanische Vorrichtung (8, 9) zum Schütteln
des Gewebes (7) während des Trocknungsvorganges angeordnet ist, und dass die Schüttelfrequenz
und/oder die Schüttelamplitude veränderbar sind.
2. Kapazitiver Hochfrequenz-Durchlaufofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass eine periodisch auf das Transportband (5) und/ oder dessen Auflage einwirkende
Schlagvorrichtung (8, 9) vorgesehen ist.
3. Kapazitiver Hochfrequenz-Durchlaufofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Transportband (5) und/oder dessen Auflage pneumatisch bewegt ist.
4. Hochfrequenz-Durchlaufofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Transport
des Gewebes ein Schüttelförderer dient.
5. Kapazitiver Hochfrequenz-Durchlaufofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Vibrationen des Gewebes durch Ultraschall erzeugt sind.
1. Capacitive high frequency continuous oven for the drying of textile fabric, in
particular knitted cotton, in which the fabric can be transported between the electrodes,
characterised in that in the oven (1) there is arranged a mechanical device (8,
9) for vibrating the fabric (7) during the drying process, and in that the frequency
and/or the amplitude of vibration can be varied.
2. Capacitive high frequency continuous oven according to claim 1, characterised in
that there is provided a striking device (8, 9) periodically acting on the conveyor
belt (5) and/or its support.
3. Capacitive high frequency continuous oven according to claim 1, characterised in
that the conveyor belt (5) and/or its support are moved pneumatically.
4. High frequency continuous oven according to claim 1, characterised in that a vibrating
conveyor is used to transport the fabric.
5. Capacitive high frequency continuous oven according to claim 1, characterised in
that the vibrations of the fabric are produced by ultrasound.
1. Séchoir continu, à haute fréquence et à chauffage capacitif, destiné à sécher des
tissus textiles, notamment des tissus de coton à mailles, dans lequel le tissu peut
être transporté entre les électrodes, caractérisé en ce qu'un dispositif (8, 9) mécanique,
destiné à secouer le tissu (7) pendant le séchage, est monté dans le four (1) et en
ce que la fréquence des secousses et/ou l'amplitude des secousses sont variables.
2. Séchoir continu, à haute fréquence et à chauffage capacitif suivant la revendication
1, caractérisé en ce qu'il est prévu un dispositif donnant des secousses (8, 9) et
agissant périodiquement sur la bande transporteuse (5) et/ou son support.
3. Séchoir continu, à haute fréquence et à chauffage capacitif suivant la revendication
1, caractérisé en ce que la bande transporteuse (5) et/ou son support est déplacée
pneumatiquement.
4. Séchoir continu, à haute fréquence et à chauffage capacitif suivant la revendication
1, caractérisé en ce qu'un transporteur à secousses est utilisé pour le transport
du tissu.
5. Séchoir continu, à haute fréquence et à chauffage capacitif suivant la revendication
1, caractérisé en ce que les vibrations du tissu sont produites par ultrasons.
