[0001] Die Erfindung betrifft eine Abwickelvorrichtung für Adern von Spulen in der Kabelindustrie,
bestehend aus Spulenhalterungen, deren rohrförmiger Dorn von einer Welle durchsetzt
ist, die an ihrem freien Ende eine motorisch angetriebene Wurfscheibe trägt, von denen
jede unter einem Trichter angeordnet ist, durch den die Ader über Leitrollen abgezogen
wird, die an einem Galgen angebracht sind.
[0002] Eine derartige Abwickelvorrichtung ist aus der DE-AS 10 63 235 bekannt geworden.
Damit der Abzug der Adern pausenlos erfolgen kann, sind hier zwei Spulenhalterungen
und zwei Trichter vorgesehen. Die beiden Trichter sind durch einen schmalen Schlitz
miteinander verbunden. In diesen schmalen Schlitz wird das Anfangsstück der Ader der
einen Spule eingelegt und mit dem Endstück der Ader der anderen Spule verbunden. Ist
nun die eine Spule abgewickelt, so springt bei dieser Konstruktion die Ader durch
den Schlitz von dem einen Trichter in den anderen Trichter und wickelt nun hier die
Ader von der zweiten Spule ab. Die Wurfscheibe dient dabei dazu, den Abzug der Adern
über die Stirnseite der Spule zu erleichtern. Nachteil dieser bekannten Abwickelvorrichtung
ist es, daß ständig ein Arbeiter bereitstehen muß, um sofort nach Abwickeln der einen
Spule den leeren Spulenkörper zu entfernen und durch einen vollen zu ersetzen. Dann
hat der Arbeiter meist erhebliche Zeit, um auf das Abwickeln der anderen Spule zu
warten.
[0003] Die DE-AS 10 63 235 weist darauf hin, daß nicht nur zwei Spulen umschichtig abgewickelt
werden können, sondern auch drei oder noch mehr zyklisch nacheinander ablaufende Spulen
möglich seien. Arbeitsmittel hierfür gibt sie jedoch nicht an. Benutzt man die für
das umschichtige Abspulen von zwei Spulen benutzten Arbeitsmittel, dann wird die Vorrichtung
durch die Notwendigkeit, weitere Trichter vorzusehen und jeder Spulenhalterung einen
Elektromotor zuzuordnen, aufwendig. Eine derartige Vorrichtung wäre auch unbequem
in der Handhabung. Da für das Beschicken der Spulenhalterungen mit den neuen Spulen
erheblicher Raum an der Beschickungsstelle benötigt wird, müßte dieser Raum rings
um die gesamte Vorrichtung freigehalten werden. Das sind gewichtige Nachteile.
[0004] Die Erfindung vermeidet diese Nachteile. Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Abwickelvorrichtung
für eine Vielzahl von zyklisch nacheinander abzuspulenden Spulen mit wenig Aufwand
so zu gestalten, daß ein Arbeiter nur einmal während eines längeren Zeitraumes, oftmals
einer ganzen Arbeitsschicht, zu kommen braucht, um die leeren Spulen durch volle Spulen
zu ersetzen.
[0005] Die Erfindung besteht darin, daß mehrere Spulenhalterungen am Rande eines Drehtisches
angeordnet sind, daß ausserhalb des Drehtisches in dessen Umfangsbereich zwei Antriebsmotoren
mit Reibrollen für den Angriff an einer an der Wurfscheibenwelle angeordneten Reibrolle
vorgesehen sind und daß der Drehtisch mit einer ihn in bestimmten Stellungen entsprechend
der durch die Anordnung der Spulenhalterung gegebenen Teilung festhaltenden Feststellvorrichtung
ausgestattet ist.
[0006] Mit einer derartigen Abwickelvorrichtung lassen sich viele Spulen nacheinander ohne
jegliche Beaufsichtigung abwickeln, wobei ein Arbeiter nur einmal während eines längeren
Zeitraumes kommen muß, um dann eine Vielzahl von leeren Spulenkörpern gegen volle
Spulen auszuwechseln. Dazu ist keine Unterbrechung des Betriebes notwendig. Das erspart
erheblich Arbeitszeit. Das Aufsetzen neuer Spulen und das Verbinden der Drahtenden
nebeneinander angeordneter Spulen miteinander erfolgt weitab von dem Abwickelvorgang.
Dadurch werden Unfälle vermieden, die bei der Vorrichtung des Standes der Technik
auftraten, wenn der Arbeiter mit der von der Spule abgezogenen, in den Trichter einlaufenden,
die Spule ständig umkreisenden Schlinge in Berührung kam. Nachdem eine Spule abgewickelt
ist und die neue Spule in den Abwickelvorgang einbezogen ist, wird der Drehtisch um
eine durch den Abstand zweier Spulenhalterungen gegebenen Teilung gedreht, wobei der
Abwickelvorgang ohne Unterbrechung fortgesetzt wird. Denn für die abzuwickelnde Ader
findet lediglich eine Verschiebung von der einen Trichterhälfte in die andere Trichterhälfte
statt und die Wurfscheiben sind durch die beiden Motoren über den Reibrollenantrieb
ständig in Drehbewegung versetzt. Erst dann, wenn ein leerer Spulenkörper durch Drehung
des Drehtisches unter dem Trichter wegbewegt wird, also außerhalb des Trichters zu
stehen kommt, kommt auch die Wurfscheibe zur Ruhe, weil sie nicht mehr von einem Motor
angetrieben wird. Andererseits wird beim Abwickeln der einen Spule die Wurfscheibe
der nächstfolgenden Spule bereits durch den zweiten Motor angetrieben, so daß beim
Übergang des Abwickelvorganges von dem leeren Spulenkörper auf die volle Spule die
dieser zugeordnete Wurfscheibe bereits mit voller Drehzahl umläuft.
[0007] Um nun nach dem Übergang des Abspulens vom leergewickelten Spulenkörper auf die neue
Spule eine Drehung des Drehtisches um eine durch den Abstand zweier Spulenhalterungen
gegebenen Teilung automatisch vornehmen zu können, ist es zweckmäßig, wenn zwischen
zwei Spulenhalterungen ein die Anwesenheit der Ader feststellender Fühler angeordnet
ist, der Teil der Steuerung einer an dem Drehtisch angreifenden Verschwenkvorrichtung
ist.
[0008] Für den unfallfreien Abwickelvorgang ist es zweckmäßig, wenn der Trichter eine einzige
längliche Öffnung aufweist, zwei Wurfscheiben überfaßt und eine den Trichter während
der Verschwenkung des Drehtisches anhebende Vorrichtung vorgesehen ist. Daher ist
bei dem erfindungsgemäßen Abwickelvorgang der Trichter zweckmäßigerweise axial verschiebbar
und in zwei Stellungen feststellbar angeordnet.
[0009] Zur Erleichterung des Aufsetzens neuer voller Spulen auf die Spulenhalterungen ist
es zweckmäßig, wenn jede Spulenhalterung um eine geneigte Achse schwenkbar und in
zwei Stellungen feststellbar ist, einer Stellung in der der die Spule tragende Dorn
radial nach außen weist und eine andere, in der der Dorn schräg nach oben in den Trichter
auf die Verlängerung der Achse des Drehtisches weist.
[0010] Bei dieser Vorrichtung wird man für das Aufsetzen neuer Spulen zweckmäßigerweise
so vorgehen, daß man die neuen Spulen in einem Augenblick aufsetzt, wenn noch nicht
alle Spulen leergewickelt sind. Da der Trichter und die beiden Motore mit Reibrollen
einen festen Platz außerhalb des Drehtisches einnehmen, muß für das Aufstecken neuer
Spulen der Drehtisch ringsherum frei zugänglich sein. Das erfordert erheblichen Arbeitsraum
um den Drehtisch herum, zumal die Spulen mit einem Fahrzeug angebracht werden müssen
und - bei größeren Spulen - mit einem Gabelstapler auf die nach außen geklappten Dorne
aufgesetzt werden müssen. Man kann diesen Arbeitsoraum rings um den Drehtisch wesentlich
verringern, wenn man die Spulen von einer einzigen Stelle aus auf die verschiedenen
Spulenhalterungen des Drehtisches setzen könnte. Das ist dann möglich, wenn die den
Abzug der Ader aus dem Trichter bewirkende Rolle am Galgen die Ader in den Bereich
der Achsenverlängerung des Drehtisches führt und wenn der Drehtisch, der Halter für
den Trichter und die beiden Antriebsmotore mit Reibrollen sowie die Antriebsvorrichtung
für den Drehtisch auf einem weiteren Drehtisch angeordnet sind, während der Galgen
mit den Leitrollen für den Abzug der Ader außerhalb dieses weiteren Drehtisches angeordnet
ist. Durch diesen weiteren Drehtisch wird es möglich, von einer einzigen Stelle aus
sämtliche Spulenhalterungen ohne Unterbrechung des Abspulvorganges mit neuen Spulen
zu versehen. Das macht den sonst notwendigen weiteren Arbeitsraum rings um den Drehtisch
überflüssig, weil jetzt die Spulen von einer einzigen Stelle aus auf die Spulenhalterungen
gesetzt werden können.
[0011] Es ist ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung, daß die dem Drehtisch zugewandte
Öffnung des Trichters oval oder als Langloch zwischen zwei Halbkreisen mit geraden
oder leicht nach außen geschwungenen Randlinien zwischen den Halbkreisen ausgebildet
ist. Ein derartiger Trichter läßt sich viel leichter herstellen als Trichter, deren
Öffnung mittig eine Einschnürung aufweist.
[0012] Das Wesen der Erfindung ist nachstehend anhand eines in der Zeichnung schematisch
dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen:
[0013] Fig. 1 eine Ansicht der Vorrichtung von der Seite, Fig. 2 eine Ansicht von oben.
[0014] Auf dem Drehtisch 1 sind eine Reihe von Spulenhalterungen 2 angeordnet. In der Fig.
1 sind lediglich zwei Spulenhalterungen dargestellt, um die Zeichnung verständlich
zu machen. In Fig. 2 sieht man, daß eine Spulenhalterung neben der anderen angeordnet
ist. Jede Spulenhalterung weist ein Drehgelenk 3 auf, mit dem der Dorn, wie links
in Fig.1 ersichtlich, einerseits in eine Radialstellung zum Aufstecken der Spule 4
und andererseits in eine schräg nach oben auf die Verlängerung der Achse 5 des Drehtisches
weisende Richtung einstellbar ist. Vor der Stirnseite der Spule 4 ist eine Wurfscheibe
6 angeordnet, welche von einer Reibscheibe 7 angetrieben wird, welche auf der gleichen
Welle wie die Wurfscheibe 6 angeordnet ist. Diese Welle durchsetzt den Dorn, auf den
die Spule 4 gesteckt wird. Angetrieben werden die Reibscheiben 7 durch Reibscheiben
8 von Motoren 9. Und zwar sind zwei derartige Motoren 9 vorgesehen, die ständig in
Betrieb sind und deren Reibscheibe 8 durch Federdruck an die Reibscheibe 7 angedrückt
wird. Diese Motoren 9 befinden sich im Bereich des Trichters 10, welche an einer Säule
11 angeordnet ist, um die sich der Drehtisch 1 dreht. Drehtisch 1 und Säule 11 führen
somit relativ zueinander eine Drehbewegung aus. Der Trichter 10 ist mit einer Verschiebevorrichtung
versehen, mit der er in eine höhere und eine tiefere Stellung eingestellt werden kann,
Die höhere Stellung nimmt er ein, wenn der Drehtisch gedreht wird. Die tiefere Stellung
nimmt er dann ein, wenn der Drehtisch 1 feststeht. In dieser tieferen Stellung überfaßt
der untere Trichterrand die Wurfscheibe 6 der abzuspulenden Spule. Durch diesen Trichter
10 wird die Ader 13 abgezogen. Die Gleitrolle 14 an dem Galgen 15 gibt dabei der Ader
13 eine solche Richtung, daß diese durch die Verlängerung der Achse 5 des Drehtisches
läuft und hier in der Verlängerung dieser Achse geführt ist.
[0015] Zwischen den einzelnen Spulen 4 befindet sich jeweils auf dem Drehtisch 1 ein Fühler
16, in welchen das mit dem Anfangsteil der Ader der neuen Spule verbundene Endteil
der Ader der zuvor angeordneten Spule eingelegt ist. Sobald die Ader aus diesem Fühler
16 unter den Abzugskräften herausbewegt wird, wird ein Impuls abgegeben, der eine
nicht in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung für die schrittweise Bewegung des
Drehtisches in Tätigkeit setzt. Diese Vorrichtung dreht den Drehtisch jeweils um eine
durch den Abstand der Spulenhalterung gegebene Teilung.
[0016] Um nun die Spulenhalterungen von einer Stelle aus beladen zu können, ist es zweckmäßig,
wenn der Drehtisch 1, die Motoren 9 und der den Trichter 10 haltende Stab 11 auf einem
weiteren Drehtisch 17 angeordnet sind. Nicht auf diesem Drehtisch 17 ist hingegen
der Galgen 15 angeordnet. Durch diesen Drehtisch 17 ist gewährleistet, daß ohne Unterbrechung
des Abspulvorganges alle Spulenhalterungen 3 von der gleichen Stelle des Umfanges
aus beladen werden können.
1. Abwickelvorrichtung für Adern von Spulen in der Kabelindustrie, bestehend aus Spulenhalterungen,
deren rohrförmiger Dorn von einer Welle durchsetzt ist, die an ihrem freien Ende eine
motorisch angetriebene Wurfscheibe trägt, von denen jede unter einem Trichter angeordnet
ist, durch den die Ader über Leitrollen abgezogen wird, die an einem Galgen angebracht
sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Spulenhalterungen (2) am Rande eines Drehtisches (1) angeordnet sind,
daß außerhalb des Drehtisches (1) in dessen Umfangsbereich zwei Antriebsmotoren (9)
mit Reibrollen (8) für den Angriff an einer an der Wurfscheibenwelle angeordneten
Reibrolle (7) vorgesehen sind
und daß der Drehtisch mit einer ihn in bestimmten Stellungen entsprechend der durch
die Anordnung der Spulenhalterung (2) gegebenen Teilung festhaltenden Feststellvorrichtung
ausgestattet ist.
2. Abwickelvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen zwei Spulenhalterungen (2) ein die Anwesenheit der Ader feststellender
Fühler (16) angeordnet ist, der Teil der Steuerung einer den Drehtisch (1) angreifenden
Verschwenkvorrichtung ist.
3. Abwickelvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Trichter (10) axial verschiebbar und in zwei Stellungen feststellbar ist.
4. Abwickelvorrichtung nach Anspruch 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Trichter (10) eine einzige längliche Öffnung aufweist, zwei Wurfscheiben (6)
überfaßt und
daß eine den Trichter (10) während der Verschwenkung des Drehtisches (1) anhebende
Vorrichtung vorgesehen ist.
5. Abwickelvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß jede Spulenhalterung (2) um eine geneigte Achse schwenkbar und in zwei Stellungen
feststellbar ist, einer Stellung, in der der die Spule (4) tragende Dorn radial nach
außen weist, und eine andere, in der der Dorn schräg nach oben in den Trichter (10)
auf die Verlängerung der Achse (5) des Drehtisches weist.
6. Abwickelvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die den Abzug der Ader (13) aus dem Trichter (10) bewirkende Rolle (14) am Galgen
(15) die Ader in den Bereich der Achsenverlängerung des Drehtisches (1) führt
und daß der Drehtisch (1), der Halter (11,12) für den Trichter (10) und die beiden
Antriebsmotoren (9) mit Reibrollen (8) sowie die Antriebsvorrichtung für den Drehtisch
(1) auf einem weiteren Drehtisch (17) angeordnet sind, während der Galgen (15) mit
den Leitrollen (14) für den Abzug der Ader (13) außerhalb dieses weiteren Drehtisches
(17) angeordnet ist.
7. Abwickelvorrichtung nach Anspruch 1 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die dem Drehtisch (1) zugewandte Öffnung des Trichters (10) oval oder als Langloch
zwischen zwei Halbkreisen mit geraden oder leicht nach außen geschwungenen Randlinien
zwischen den Halbkreisen ausgebildet ist.