[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Herstellung einer rekonstituierten
Tabakfolie aus einer einem Doppelblattbildner zugeleiteten wässerigen Suspension feingemahlener
Teilchen, insbesondere von Tabakabfällen, wobei zwei in ihren Blattbildungsbereichen
etwa V-förmig zusammenlaufende Siebe vorgesehen sind, zwischen denen ein sich nach
unten verjüngender Verdrängungskörper angeordnet ist, und wobei zur Niederschlagung
von Teilfolien aus der Suspension Saugkästen unter den Sieben angeordnet sind.
[0002] Die Verwendung eines Doppelblattbildners zur Herstellung einer rekonstituierten Tabakfolie
wurde erstmals in AT-PS 335 327 beschrieben. Beim Übergang von einer Produktion im
Labormaßstab zur industriellen Herstellung ergab sich dabei zunächst das Problem,
daß der auf den Sieben liegende Flüssigkeitsvorrat zur Entmischung neigte und zu blattbildungstechnischen
Problemen führte. Diese Situation konnte dadurch verbessert werden, daß zwischen die
Blattbildungsbereiche der Siebe ein Verdrängungskörper in Gestalt eines hohlen oder
ausgeschäumten Behälters eingebracht wurde, der den Flüssigkeitsvorrat weitgehend
reduzierte. Die Siebbereiche, in denen die Teilfolien des Doppelblattes gebildet werden,
sind damit völlig voneinander getrennt, weshalb es durchaus sinnvoll schien, die zur
Blattbildung dienende Suspension diesen Bereichen über gesonderte, jeweils in den
Spalt zwischen Verdrängungskörper und Sieb mündende Diffusoren zuzuleiten. Allerdings
zeigte sich, daß auf diese Weise die notwendige Gleichartigkeit der beiden Teilfolien
nicht garantiert war und überdies durch die Einleitung der Suspension in den engen
Spalt zwischen Verdrängungskörper und Sieb Luft in den Blattbildungsbereich gelangte.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, den Doppelblattbildner einer Einrichtung
zur Herstellung von rekonstituierten Tabakfolien mit einem Stoffauflauf zu versehen,
der den Blattbildungszonen beider Teilfolien die Suspension in gleicher Menge und
gleicher blasenfreier Konsistenz zuführt. Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe
dadurch, daß die Oberseite des Verdrängungskörpers als Wanne, die durch Randschwellen
mit horizontaler Oberkante begrenzt ist, ausgebildet ist, und daß die Zuleitung der
Suspension in diese Wanne erfolgt.
[0004] Die zugeführte Suspension kann sich bei einer derartigen Konstruktion auf der wannenförmigen
Oberseite des Verdrängungskörpers zunächst beruhigen und fließt erst anschließend
völlig gleichmäßig zu den Blattbildungszonen ab. Besonders günstig ist es dabei, wenn
die Zuleitung für die Suspension innerhalb des Flüssigkeitsvorrates in der Wanne mündet.
Um Turbulenzen gering zu halten, empfiehlt es sich, die Zuleitung in an sich bekannter
Weise als Stufendiffusor mit sich in Strömungsrichtung erweiterndem Durchmesser auszugestalten.
Noch gleichmäßiger verläuft die Strömung, wenn die Rohre der Zuleitung von einem gemeinsamen
horizontalen Rohrstrang ausgehen, der im Inneren des Verdrängungskörpers angeordnet
ist. Durch letztere Maßnahme wird überdies der im Verdrängungskörper zur Verfügung
stehende Raum optimal genützt.
[0005] Der Abfluß aus dieser Wanne erfolgt im allgemeinen entsprechend der jeweils zugeführten
Menge, doch kann das Abströmen zu großer Flüssigkeitsmengen zu den Blattbildungssieben
durch verstellbare Begrenzungsbleche verhindert werden.
[0006] Es empfiehlt sich, den oberen Rand des Verdrängungskörpers in Richtung zu den Sieben
abzuschrägen, damit die über die Randschwellen abströmende Flüssigkeit zunächst einen
sich nach unten stark verjüngenden Beschleunigungsbereich durchlaufen muß, bevor sie
in eine dem Blattbildungsbereich vorgeschaltete Beruhigungszone konstanten Querschnitts
gelangt. In der Beschleunigungszone findet erfahrungsgemäß eine Durchmischung und
Homogenisierung der Suspension statt, welche bis in den Blattbildungsbereich erhalten
bleibt.
[0007] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anschließend anhand der Zeichnung erläutert.
In dieser stellt
Fig. 1 schematisch einen Querschnitt durch einen Doppelblattbildner dar;
Fig. 2 zeigt in Vergrößerung den oberen Bereich des Blattbildners mit dem erfindungsgemäßen,
in Fig. 1 nicht dargestellten Stoffauflauf;
Fig. 3 zeigt eine abgeänderte Ausführung des Verdrängungskörpers,
Fig. 4 die zugehörige Seitenansicht.
[0008] Die in Fig. 1 dargestellte Einrichtung dient dazu, eine wässerige Suspension feingemahlener
Tabakabfälle zu einer Folie zu verarbeiten. Hiezu wird die Suspension, wie in
Fig. 2-4 näher dargestellt ist, an der Oberseite eines Verdrängungskörpers 1 zugeführt,
welcher den spaltförmigen Zwischenraum zwischen den umlaufenden Sieben 3 und 4 weitgehend
ausfüllt. Die Suspension gelangt über eine Beschleunigungszone 13 und eine anschließende
Beruhigungszone 17 in den Blattbildungsbereich, der durch die Anordnung von Saugkästen
2 gekennzeichnet ist.
[0009] Die Siebe werden im Blattbildungsbereich über die stets mit Tabakextrakt gefüllten
Saugzonen der Saugkästen zusammengeführt.
[0010] Durch mehrere, jeweils gesondert einstellbare Saugzonen wird Extrakt durch die Siebe
abgezogen, wodurch auf den Sieben fortschreitend zunächst gröbere, später feinere
Faserteile zurückgehalten werden und so ein Blatt bilden. Bei der Zusammenführung
beider Halbblätter vereinigen sich diese untrennbar.
[0011] Die Abdichtung des Doppelsieblaufes in vertikaler Richtung übernimmt eine speziell
konstruierte Labyrinthdichtung 5 , an die ein niedriges variables Vakuum angeschlossen
ist. Zur weiteren Entwässerung läuft die zwischen zwei Sieben eingeschlossene Doppelbahn
über drei alternierend angeordnete Bogensauger 6. Der vertikale Entwässerungsbereich
wird durch S-förmige Führung über Saugwalzen 7 abgeschlossen. Die fertige, aber noch
75 % Feuchtigkeit aufweisende Folie 22 wird im Bereich der Pick-up-Walze 8 zunächst
angesaugt, um die Ablösung des Siebes 3 zu ermöglichen, und dann vom Sieb 4 abgelöst,
und gelangt zur Trocknung auf eine Endfeuchte von 13 bis 15 % in den hier nicht interessierenden
Trockner.
[0012] Wesentlich für die Erfindung und für das Funktionieren der dargestellten Einrichtung
ist die Art der Zuführung der Suspension zu den Blattbildungszonen. Wie in Fig. 2
im einzelnen dargestellt, dienen als Zuleitung 16 sich stufenförmig erweiternde Diffusoren.
Diese sind in größerer Anzahl normal zur Zeichnungsebene hintereinander angeordnet.
Aus den Zuleitungen 16 gelangt die Suspension in eine die Oberseite des Verdrängungskörpers
1 bildende Wanne
10 9, wobei dafür Sorge zu tragen ist, daß die Oberkante/der Randschwellen 23 höher liegt
als die Unterkante der Zuleitung 16, sodaß die Zuleitung der Suspension stets unterhalb
des Flüssigkeitsspiegels 11 erfolgt. Die Randschwellen 23 bilden ein Wehr, über welches
die Suspension entlang der Schrägflächen 12 in die sich nach unten verjüngende Beschleunigungszone
13 abfließt, von welcher sie in eine Beruhigungszone 17 mit konstantem Querschnitt
gelangt.
[0013] Um zu große Schwankungen des Flüssigkeitsspiegels 11 bei ungleichmäßigem Verbrauch
der Suspension im Blattbildungsbereich oder ungleichmäßiger Anlieferung derselben
zu verhindern, ist ein Überlauf 15 vorgesehen, welcher die Höhe des Flüssigkeitsspiegels
begrenzt. Außerdem kann das Abströmen der Suspension aus dem Bereich oberhalb des
Verdrängungskörpers 1 durch Begrenzungsbleche 14 gesteuert werden, deren Halterung
höhenverstellbar ist, sodaß ein beliebig kleiner Spalt zwischen der Unterkante der
Begrenzungsfläche 14 und der Oberkante 10 der Randschwellen 23 hergestellt werden
kann.
[0014] In Fig. 3 und 4 ist eine Ausführungsform des Verdrängungskörpers 1 dargestellt, welche
sich durch eine besonders schonende Zuführung der Suspension zu der von den Randschwellen
23 begrenzten Wanne 9 auszeichnet. Der Zuführung der Suspension dient hier ein sich
stufenweise verengender horizontaler Rohrstrang 18, welcher im Inneren des Verdrängungskörpers
angeordnet ist und von welchem Stufendiffusoren 16, 16' mit sich nach oben erweiterndem
Querschnitt abzweigen.
[0015] Im Inneren des Verdrängungskörpers 1 gemäß Fig. 3 und 4 ist ein weiterer sich stufenweise
verengender Rohrstrang 21 vorgesehen, an welchem sich nach unten erweiternde Stufendiffusoren
20 anschließen. Diese münden in jenem Bereich, in welchem die beiden Einzelfolien
zum Doppelblatt verbunden werden, in eine durchgehende Nut 19. Zweck dieser Anordnung
ist es, im obersten der Saugkästen 2 abgesaugte Suspension, welche noch einen hohen
Anteil von festen Teilchen enthält, in einen Bereich der in Bildung befindlichen Folie
zurückzuführen, wo diese bereits eine hinreichend dichte Konsistenz aufweist, um auch
feinere Feststoffpartikel nach Art eines Filters festzuhalten.
1. Einrichtung zur Herstellung einer rekonstituierten Tabakfolie aus einer einem Doppelblattbildner
zugeleiteten wässerigen Suspension feingemahlener Teilchen, insbesondere von Tabakabfällen,
wobei zwei in ihren Blattbildungsbereichen etwa V-förmig zusammenlaufende Siebe vorgesehen
sind, zwischen denen ein sich nach unten verjüngender Verdrängungskörper angeordnet
ist, und wobei zur Niederschlagung von Teilfolien aus der Suspension Saugkästen unter
den Sieben angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberseite des Verdrängungskörpers
(1) als Wanne (9), die durch Randschwellen (10) mit horizontaler Oberkante begrenzt
ist, ausgebildet ist, und daß die Zuleitung der Suspension in diese Wanne (9) erfolgt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Randschwellen (10)
nach außen zu den Sieben (3,4) abfallende Schrägflächen (12) aufweisen.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuleitung unterhalb
der Oberkante der Randschwellen (10) mündet.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre (16) der Zuleitung von einem gemeinsamen horizontalen
Rohrstrang (18) ausgehen, der im Inneren des Verdrängungskörpers (1) angeordnet ist
(Fig. 3,4).
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre
(16) der Zuleitung einen sich stufenweise erweiternden Innendurchmesser aufweisen.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb
der Randschwellen (10) heb- und senkbare Begrenzungsbleche (14) vorgesehen sind.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine
zusätzliche Zuleitung von Suspension in eine den unteren Rand des Verdrängungskörpers
(1) bildende Nut (19) erfolgt.