(19)
(11) EP 0 130 560 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.01.1985  Patentblatt  1985/02

(21) Anmeldenummer: 84107450.3

(22) Anmeldetag:  27.06.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4H01H 77/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT

(30) Priorität: 04.07.1983 SE 8303808

(71) Anmelder: ASEA AB
S-721 83 Västeras (SE)

(72) Erfinder:
  • Bachler, Sven, Dipl.-Ing.
    S-723 55 Västeräs (SE)

(74) Vertreter: Boecker, Joachim, Dr.-Ing. 
Adelonstrasse 58
65929 Frankfurt am Main
65929 Frankfurt am Main (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Strombegrenzender Schalter


    (57) Strombegrenzender Schalter mit mindestens zwei länglichen und seitlich neben- bzw. übereinander angeordneten Kontakten (2, 4), von welchen der eine Kontakt (4) drehbar gelagert ist, an seinem einen Ende (dem Kontaktende) eine Schaltstelle mit dem anderen Kontakt bildet und an seinem anderen Ende (dem Wurzelende) mit einem flexiblen Stromleiter (7) versehen ist. Gemäß der Erfindung befindet sich die Lagerstelle (5) des drehbaren Kontaktes (4) zwischen den beiden Enden des Kontaktes an einem beweglichen Arm (6) und ist derart angeordnet, daß der drehbare Kontakt bei einem Kurzschlußstrom unter der Wirkung elektrodynamischer Kräfte zunächst in einer ersten Richtung unter Beibehaltung des galvanischen Kontaktes an der Schaltstelle (2a, 4a) gedreht wird, wobei eine solche Änderung der Lage des beweglichen Arms (6) verursacht wird, daß der Abstand zwischen der Lagerstelle (5) des Kontaktes (4) und dem Gegenkontakt (2) größer wird. Ferner ist ein erster Anschlag (17) vorhanden, der die Drehbewegung des Kontaktes (4) in der ersten Drehrichtung begrenzt und eine Drehbewegung des Kontaktes in der entgegengesetzten Drehrichtung auslöst, die eine schlagartige Kontaktöffnung zur Folge hat.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen strombegrenzenden Schalter gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1. Der Schalter ist dafür vorgesehen, einerseits als Schütz und andererseits als Kurzschluß- und Überlastungsschutz zu dienen.

    [0002] Aus der DE-PS 2 443 771 ist bereits ein strombegrenzender Schalter für Niederspannung bekannt mit einem zwischen zwei festen Kontakten angeordneten und an eine Abschaltvorrichtung angeschlossenen Brückenkontakt, auf dem zwei Kontakte drehbar gelagert sind, die unter der Wirkung der von den Kurzschlußströmen erzeugten Kräfte geöffnet werden. Der bekannte Schalter arbeitet unbefriedigend bei mittelgroßen Unterbrecherströmen, bei denen die Kurzschlußstromkräfte gerade ausreichen, die drehbaren Kontakte abzuheben. Man erhält dabei eine langsame und zögernde Kontaktöffnung, die einen großen Kontaktabbrand zur Folge hat und auch zu einer Kontaktverschweißung führen kann.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schalter der eingangs genannten Art zu entwickeln, der im gesamten Strombereich, d.h. von den niedrigsten Betriebsströmen bis zu den höchsten in Niederspannungsnetzen vorkommenden Kurzschlußströmen, zufriedenstellend arbeitet.

    [0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird strombegrenzender Schalter gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 vorgeschlagen, Der findungsgemäß die im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 genannten Merkmale hat.

    [0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen genannt.

    [0006] Bei dem Schalter gemäß der Erfindung wird der bewegliche Kontakt durch seine besondere doppelt gerichtete Drehbewegung mit kinetischer Energie geladen, bevor die Schaltstelle geöffnet wird. Dabei wird erreicht, daß auch bei mäßigen Stromstärken im Öffnungsaugenblick eine hohe Kontaktgeschwindigkeit vorhanden ist.

    [0007] Ein weiterer Vorteil des Schalter gemäß der Erfindung besteht darin, daß der Kontaktpunkt des beweglichen Kontaktes in der Schaltstelle durch Abrollen nach außen verschoben wird, so daß der Lichtbogen näher an der Kontaktspitze zündet und dadurch die eigentlichen Kontaktflächen für den Betriebsstrom geschont werden.

    [0008] Anhand der in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele soll die Erfindung näher erläutert werden. Es zeigen:

    Figur 1a und 1b schematisch in Seitenansicht ein erstes Ausführungsbeispiel eines Schalters gemäß der Erfindung in Einschaltstellung bzw. Ausschaltstellung,

    Figur 2 in größerem Maßstab Teile der Kontaktvorrichtung des in Figur 1a und 1b gezeigten Schalters in Einschaltstellung,

    Figur 3 einen Schnitt längs der Linie III-III in Figur 2,

    Figur 4 einen Schnitt längs der Linie IV-IV in Figur 2,

    Figur 5a bis 5d die Kontaktvorrichtung gemäß Figur 2 für verschiedene Stadien während einer Kurzschlußabschaltung,

    Figur 6a und 6b schematisch in Seitenansicht ein zweites Ausführungsbeispiel eines Schalters gemäß der Erfindung in Einschaltstellung bzw. nach einer Kurzschlußabschaltung,

    Figur 7 die Kontaktvorrichtung des Schalters gemäß Figur 6a und 6b in Ansicht von oben,

    Figur 8 einen Schnitt längs der Linie VIII-VIII in Figur 6a,

    Figur 9 einen Schnitt längs der Linie IX-IX in Fig. 6a,

    Figur 10 schematisch in Seitenansicht eine dritte Ausführungsform eines Schalters gemäß der Erfindung in Einschaltstellung,

    3Figur 11 bis 14 Schnitte längs der Linien XI-XI, XII-XII, XIII-XIII bzw. XIV-XIV in Figur 10.



    [0009] Die in den Figuren gezeigten Schalterkonstruktionen sind für Nennbetriebswerte bis ca. 1000 A und 1000 V vorgesehen. Sie können auf einem Stativ aus beispielsweise druckgegossenem Leichtmetall aufgebaut werden oder mit einem durch Gießen hergestellten tragenden und umschließenden Gehäuse aus Isoliermaterial versehen sein, das ein integrierender Teil des Schalters ist.

    [0010] Der in den Figuren 1 bis 5 gezeigte Schalter hat eine Kontaktvorrichtung mit zwei elektrisch in Reihe geschalteten Schaltstellen pro Pol. Jede Kontaktvorrichtung umfaßt zwei in Abstand voneinander in einem Gerätegehäuse 1 fest angeordnete Kontakte 2, 21 sowie eine mit diesen Kontakten zusammenwirkende bewegliche Brückenkontaktvorrichtung, die zwei in Reihe liegende Kontakteinheiten 3, 3' hat. Jede dieser Kontakteinheiten enthält einen Kontaktfinger 4, der mittels einer Lagerachse 5 (Figur 2) drehbar an einem Arm 6 befestigt ist und an seinem einen Ende eine Kontaktmetallplatte 4a trägt, die als Kontaktfläche zum Anliegen an dem festen Kontakt 2 dient. An seinem anderen Ende ist an dem Arm 6 an flexibler Leiter 7 angeschlossen, über den eine elektrische Verbindung mit dem Kontaktfinger der anderen Kontakteinheit 3'hergestellt ist. Eine Feder 8 drückt den Kontaktfinger gegen einen am Arm 6 vorhandenen Anschlag 9.

    [0011] Der den Kontaktfinger tragender Arm 6 ist seinerseits mittels einer Lagerachse 10 drehbar an einem Kontaktbrückenträger 11 befestigt. Eine Federvorrichtung 12 beaufschlagt den Arm mit einem Drehmoment, das beim Durchgang des Armes durch eine bestimmte Lage, der sog. Zwischenlage, seine Richtung umkehrt. Aus der Zwischenlage führt die Federvorrichtung den Arm in eine seiner Endlagen.

    [0012] Der Kontaktbrückenträger 11 nimmt sowohl die beiden Kontakteinheiten eines Poles als auch die Kontakteinheiten aller Pole eines mehrpoligen, beispielsweise eines drei- oder vierpoligen, Gerätes auf. Der Kontaktbrückenträger 11 wird in einer bei Schützen üblichen Weise von einem Magneten 13 mit Rückzugfeder betätigt.

    [0013] Der feste Kontakt 2 ist mit einer Kontaktmetallplatte 2a versehen. Die Strombahn ist geometrisch so geführt, daß sie den Lichtbogen in der gewünschten Richtung beeinflußt. Das zum Kontaktbrückenträger 11 weisende Teil 2b des festen Kontaktes ist verlängert ausgeführt, um bei hohen Stromstärken auf den beweglichen Kontaktfinger eine abstoßende Kraft (Repulsionskraft) auszuüben. Die festen Kontakte 2, 2' sind mit je einer Stromschiene 14, 14 versehen, mittels derer der Schalter in einen äußeren Hauptstromkreis eingefügt wird.

    [0014] Ein U-förmiger Weicheisenmagnet 15 ist derart unter dem beweglichen Kontaktfinger angeordnet, daß dieser mit einem Teil seines Querschnittes zwischen den beiden Schenkeln des Weicheisenmagnets liegt. Das Joch des Magneten liegt zwischen dem beweglichen und dem festen Kontakt. Der Magnet ist mit dem Gerätegehäuse 1 oder mit dem Kontaktbrückenträger 11 fest verbunden. Die Aufgabe des Magneten besteht darin, den Kontaktdruck bei mäßigen Überströmen zu vergrößern. Der Magnet ist in der Nähe der Kontaktöffnungsstelle angeordnet. Der Magnet ist so bemessen, daß sein Eisen bei einem bestimmten Stromwert in den Sättigungsbereich gelangt, so daß er eine Öffnung der Kontakte bei einem Kurzschluß nicht unnötigerweise erschwert.

    [0015] Ein zweiter, ebenfalls im wesentlichen U-förmiger Weicheisenmagnet 16 ist derart angeordnet, daß sein Joch unter demjenigen Teil 2b des festen Kontaktes liegt, welches von der Kontaktstelle 2a, 4a abgelegen ist, wobei die Schenkel des Weicheisenmagneten zu beiden Seiten des beweglichen Kontaktfingers liegen. Dieser Magnet ist mit dem Gerätegehäuse fest verbunden und soweit von der Kontaktstelle 2a,4a entfernt angeordnet, wie es der feste Kontakt erlaubt. Dieser Magnet dient dazu, bei hohen Strömen den hinteren Teil des Kontaktfingers abzustoßen.

    [0016] Der Schalter gemäß den Figuren 1 bis 5 arbeitet wie folgt:

    Für alle Stromstärken bis zu einem Wert, der als normaler Überlastwert anzusehen ist, beispielsweise das Fünfzehnfache des Nennstroms, arbeitet der Schalter als Schütz, was in den Figuren 1a und 1b gezeigt ist. Dabei befindet sich der Arm 6 mit dem Kontaktfinger 4 in seiner unteren stabilen Lage, und der ganze Kontaktbrückenträger bewegt sich zur Kontaktstellung hin bzw. von dieser weg. Zum Erzielen einer federnden Kontaktanlage wird ein Teil der Drehbeweglichkeit des Arms 6 benutzt.



    [0017] Die Unterbrechung größerer Ströme wird anhand der Figuren 5a - 5d erläutert. Der Kontaktbrückenträger 11 behält dabei während des Schaltvorgangs seine Einschaltstellung bei. Die zusammenwirkenden Kräfte der Magnete 15 und 16 bewirken ein Drehmoment auf den Kontaktfinger 4, wobei die Drehachse an der Kontaktöffnungsstelle liegt. Der Kontaktfinger 4 dreht sich also unter Aufrechterhaltung des galvanischen Kontakts im Uhrzeigersinn (Figur 5b). Durch diese Drehung verschiebt sich der Kontaktpunkt an der Kontaktöffnungsstelle in Folge der konvexen Ausbildung der Kontaktmetallplatte 4a des Kontaktfingers nach außen. Durch die Aufwärtsbewegung des Kontaktfingers wird der Arm 6 gegen den Uhrzeigersinn gedreht und nähert sich dabei dem Kippunkt für die Richtung der auf ihn wirkenden Vorspannung. Wenn der Arm 6 den genannten Kippunkt passiert, wechselt das von der Federvorrichtung 12 erzeugte Drehmoment seine Richtung, wodurch der gesamte Arm mit Hilfe dieses Drehmomentes in seine zweite Endlage gekippt wird. Durch einen Anschlag 17 am Arm 6 wird die Drehbewegung im Uhrzeigersinn des Kontaktfingers 4 begrenzt. Wenn der Kontaktfinger gegen diesen Anschlag schlägt, wechselt der Kontaktfinger seine Drehrichtung, was eine schlagartige Kontaktöffnung zur Folge hat (Fig. 5c). Wenn der Arm 6 seine obere Endstellung erreicht hat und der Kontaktfinger 4 mit Hilfe der Feder 8 in seine Endstellung am Arm zurückgekehrt ist, ist der Kontakt voll geöffnet (Fig. 5d). Die Kontaktöffnung ist zustandegekommen, ohne daß der Kontaktbrückenträger 11 bewegt wurde. Wenn der Kontaktbrückenträger infolge des Loslassens des Schützmagneten 13 öffnet, wird der Kontaktabstand noch weiter vergrößert, bis der Arm 6 gegen einen Anschlag am Gerätegehäuse schlägt. Dieser Anschlag dient dazu, den Arm 6 nach einer Hochstromauslösung in seine ursprüngliche Lage zurückzuführen. Solange sich der Kontaktfinger 4 in seiner Anfangslage befindet, reicht der Weicheisenmagnet 15 soweit nach oben, daß eine zusätzliche kontaktschließende Haltekraft auf den Kontaktfinger ausgeübt wird. Wenn der Kontaktfinger im Uhrzeigersinn gedreht wird, verläßt der Kontaktfinger und damit die Strombahn den Spalt zwischen den Schenkeln des Weicheisenmagnet, so daß die genannte Haltekraft abnimmt.

    [0018] Bei sehr hohen Stromstärken hat die Kraft des Magneten 15 infolge der Sättigung des Eisens des Magneten eine relativ geringe Bedeutung im Verhältnis zu den abstoßenden Kräften. In diesem Falle besteht der Bewegungsablauf sowohl für den Arm 6 wie für den Kontaktfinger 4 praktisch von Anfang an in einer Drehung gegen den Uhrzeigersinn, und der Schalter geht unmittelbar aus der Stellung gemäß Figur 5a in die Stellung gemäß Figur 5d über.

    [0019] Bei der Ausführungsform gemäß den Figuren 6 bis 9 ist die Kontaktvorrichtung derart ausgebildet, daß der Arm 6 und die Federvorrichtung 12 des obenbeschriebenen Ausführungsbeispiels durch zwei parallele, aus Blech ausgeschnittene, im wesentlichen U-förmige Scheibenfeder 20 ersetzt sind, die so angeordnet sind, daß die Federung in der Ebene der Bleche liegt. Das eine Schenkelende der Federn 20 ist mittels einer Lagerachse 10 in dem Kontaktbrückenträger 11 drehbar gelagert, und das andere Schenkelende ist drehbar mit einem Stützbein 21 verbunden, das unter dem Druck der Scheibenfedern 20 zwischen zwei Endlagen in einer in dem Kontaktbrückenträger 11 angeordneten Lagerung drehbar ist.

    [0020] Der Kontaktfinger 4 ist mit Hilfe einer Schraubenfeder 24 an den Scheibenfedern 20 befestigt, die in fluchtenden Löchern 23 in den Federn und im Kontaktfinger angeordnet ist. Diese Feder ist so angeordnet, daß sie auf den Kontaktfinger ein Drehmoment ausübt, das bei normalem Betrieb den Kontaktfinger gegen einen an dem Kontaktbrückenträger 11 vorhandenen Anschlag 9 drückt. Diese Schraubenfeder 24 ersetzt somit sowohl die Lagerung 5 als auch die Feder 8 der Kontaktvorrichtung nach den Figuren 1 bis 5. Die Anschläge 9 und 17 des Kontaktfingers bestehen bei der Ausführungsform nach Figur 6 bis 9 aus Randflächen des Kontaktbrückenträgers 11.

    [0021] Die Kontaktvorrichtung ist von einem Lichtbogenschirm mit Löschblechen 25 umgeben. Der Schalter ist außerdem mit einem um den festen Kontakt des Schalters angeordneten Momentanauslöser 26 in Form eines Weicheisenmagneten versehen, der die Strombahn umgibt und dessen Anker 27 (Figur 9) bei Kurzschlußstrom eine Kontaktvorrichtung betätigt, die den Strom des Schützmagneten abschaltet.

    [0022] Die in den Figuren 6 bis 9 gezeigte Ausführungsform benötigt weniger Teile und ist in der Herstellung billiger als die Ausführungsform nach den Figuren 1 bis 5. Sie hat außerdem den Vorteil, daß die Masse der beweglichen Teile der Kontaktvorrichtung wesentlich geringer ist, was schnellere Schaltvorgänge ermöglicht und den Schalter mechanisch weniger beansprucht.

    [0023] Bei der in den Figuren 10 bis 14 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist der Kontaktfinger 4 der Kontaktvorrichtung in der Scheibenfeder 20 mittels eines steifen Lagerzapfens 30 aus unmagnetischem Material gelagert, der von einer aus Kunststoff bestehenden Distanzhülse 31 umgeben ist. Der Weicheisenmagnet 15 ist bei dieser Ausführungsform an dem Wurzelende des Kontaktfingers, und zwar mit dem Joch auf der Oberseite des Kontaktfingers plaziert.

    [0024] Wie aus Figur 12 hervorgeht, wird der Luftspalt des Weicheisenmagnets 16 zum Wurzelende des Kontaktfingers 4 hin schmaler. Dadurch wird erreicht, daß die vom Magneten auf den Kontaktfinger ausgeübte abstoßende Kraft zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle auftritt. An den in Figur 13 mit 32 bezeichneten Stellen zwischen den Magneten 15, 16 und den Kontakten 2, 4 ist eine elektrische Isolation angebracht.

    [0025] Auf den Lagerzapfen 30 ist ein Lichtbogenhorn 33 montiert, das über einen flexiblen Leiter 34 mit der einen Stromschiene 14'der Kontaktvorrichtung in Verbindung steht. Das Lichtbogenhorn 33 ist so angeordnet, daß sein freies Ende an einer festen Schiene 35 entlang gleitet, die mit dem einen Ende des Paketes aus Löschblechen 25 in Verbindung steht. Das andere Ende des Löschblechpaketes steht über ein Lichtbogenhorn 36 mit dem festen Kontakt 2 in Verbindung. Bei einem Abschaltvorgang klettert der Lichtbogen schnell an den Lichtbogenhörnern 33, 36 hoch und wird in das Paket aus Löschblechen 25 geleitet. Dadurch wird der Abbrand der Kontakte 2, 4 vermindert.

    [0026] Ein U-förmiges Kunststoffstück 37 ist hinter der Kontaktstelle angebracht, um ein Wandern des Lichtbogens nach hinten zu verhindern. Dieses Kunststoffstück besteht vorzugsweise aus einem Material, das bei Erhitzung ein lichtbogenlöschendes Gas abgibt.

    [0027] Die Lagerstelle 22 für das Stützbein 21 der Scheibenfedern 20 ist auf einer Schiene 40 angeordnet, die mittels einer Schraube 41 an dem Schalterkörper befestigt ist. Die Schraube geht durch ein längliches Loch in der Schiene hindurch, wodurch man mittels einer Einstellschraube 42 den richtigen Kontaktdruck einstellen kann.

    [0028] Die Kontaktvorrichtung nach den Figuren 10 bis 14 kann ebenso wie die Kontaktvorrichtung nach den Figuren 6 bis 9 in einem Schütz mit zwei in Reihe geschalteten Kontaktstellen benutzt werden. Die Scheibenfedern 20 mit ihren Lagerungen 10 und 22 werden dabei auf einem mit dem Schützmagneten verbundenen Kontaktbrückenträger montiert.

    [0029] Der Schalter gemäß den Figuren 10 bis 14 kann in der Weise abgewandelt werden, daß das bewegliche Lichtbogenhorn 33 entfällt und gleichzeitig die Schiene verlängert wird und über einen steifen Leiter mit der Stromschiene 14' verbunden wird. Eine solche Ausführungsform ist im Aufbau einfacher, und gleichzeitig wird die Masse der beweglichen Teile der Kontaktvorrichtung vermindert.

    [0030] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern kann im Rahmen des offenbarten allgemeinen Erfindungsgedankens in vielfacher Weise variiert werden. Beispielsweise kann die Erfindung auch bei einer Schalterkonstruktion verwendet werden, bei der ein mit dem Betätigungsmechanismus gekoppelter steifer Brückenkontakt vorhanden ist, der mit zwei in Abstand voneinander angeordneten und mit je einer Stromschiene dauerhaft verbunden Kontakten, beispielsweise der in Figur 2 gezeigten Art, zusammenwirkt.


    Ansprüche

    1. Strombegrenzender Schalter mit mindestens zwei länglichen und seitlich neben- bzw. übereinander angeordneten Kontakten (2, 4), von welchen der eine Kontakt (4) drehbar gelagert ist, an seinem einen Ende (dem Kontaktende) eine Schaltstelle mit dem anderen Kontakt bildet und an seinem anderen Ende (dem Wurzelende) mit einem flexiblen Stromleiter (7) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerstelle (5) des drehbaren Kontaktes (4) zwischen den beiden Enden des Kontaktes an einem beweglichen Arm (6) liegt und derart angeordnet ist, daß der drehbare Kontakt bei einem Kurzschlußstrom unter der Wirkung elektrodynamischer Kräfte zunächst in einer ersten Richtung unter Beibehaltung des galvanischen Kontaktes an der Schaltstelle (2a, 4a) gedreht wird und dabei eine solche Änderung der Lage des beweglichen Arms (6) verursacht, daß der Abstand zwischen der Lagerstelle (5) des Kontaktes (4) und dem Gegenkontakt (2) größer wird, und daß ein erster Anschlag (17) vorhanden ist, der die Drehbewegung des Kontaktes (4) in der ersten Drehrichtung begrenzt und eine Drehbewegung des Kontaktes in der entgegengesetzten Drehrichtung auslöst, die eine schlagartige Kontaktöffnung zur Folge hat.
     
    2. Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegliche Arm (6) drehbar gelagert ist, wobei eine Federvorrichtung (12) den Arm mit einem Drehmoment beaufschlag, das seine Richtung in einer Zwischenlage des Armes wechselt.
     
    3. Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Feder (8) das Wurzelende des drehbaren Kontaktes (4) bei normalem Betrieb gegen einen zweiten Anschlag (9) drückt.
     
    4. Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegliche Arm (6) an einem translatorisch beweglichen Kontaktbrückenträger (11) gelagert ist.
     
    5. Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegliche Arm (6) aus mindestens einer im wesentlichen U-förmigen Scheibenfeder (20) besteht, deren eines Schenkelende drehbar in einem Kontaktbrückenträger (11) gelagert ist und deren anderes Schenkelende drehbar mit einem Stützbein (21) verbunden ist, das durch die von der Scheibenfeder ausgeübte Kraft zwischen zwei Endlagen in einer in dem Kontaktbrückenträger angeordneten Lagerung (22) drehbar ist.
     
    6. Schalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der drehbare Kontakt (4) an der Scheibenfeder (20) mit Hilfe einer in Löchern (23) in dem Kontakt und der Scheibenfeder (20) angeordneten Druckfeder (24) befestigt ist, welche den Kontakt (4) mit einem Drehmoment beaufschlagt, das bei normalem Betrieb das Wurzelende des Kontaktes gegen einen zweiten Anschlag (9) drückt.
     
    7. Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die genannten Anschläge (9, 17) auf dem Kontaktbrückenträger angeordnet sind.
     
    8. Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein erster U-förmiger Weicheisenmagnet (15) fest zwischen dem Kontaktende des drehbaren Kontaktes (4) und der Lagerstelle (5) derart angeordnet ist, daß in Einschaltstellung der drehbare Kontakt mit einem Teil seines Querschnitts zwischen den beiden Schenkeln des Weicheisenmagneten liegt und daß das Joch des Magneten zwischen den beiden Kontakten (2, 4) liegt.
     
    9. Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiter U-förmiger Weicheisenmagnet (16) fest zwischen dem Wurzelende des drehbaren Kontaktes und der Lagerstelle (5) derart angeordnet ist, daß in Einschaltstellung des Schalters die beiden Kontakte (2, 4) zwischen den Schenkeln des Weicheisenmagnets (16) liegen, wobei der Gegenkontakt (2) dichter am Joch des Magneten liegt als der drehbare Kontakt.
     
    10. Schalter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftspalt des zweiten Weicheisenmagnets (16) in Richtung auf das Wurzelende des drehbaren Kontaktes 4 schmaler wird.
     




    Zeichnung