[0001] Die Erfindung betrifft eine Drehkupplung für Mehrleiterkabel gemäß dem Oberbegriff
des Hauptanspruchs. Derartige Kupplungen sind in verschiedenen Ausführungen bekannt.
Sie werden im allgemeinen in elektrischen Geräten verwendet, die im Gebrauch - z.B.
durch häufiges Umgreifen - einem ständigen oder häufigen Verdrehen ausgesetzt sind,
was ohne eine solche Drehkupplung zu einer Verdrillung des Anschlußkabels führen würde.
[0002] Da derartige Drehkupplungen im Gebrauch ständig einer starken Beanspruchung ausgesetzt
sind, müssen sowohl ihre Drehlagerung als auch ihre elektrischen Kontaktmittel hohen
Anforderungen genügen. Außerdem müssen sie - insbesondere da sie in großen Stückzahlen
hergestellt werden - kostengünstig produzierbar und montierbar sein, und ferner sollten
sie tunlichst die Möglichkeit bieten, das besonders stark beanspruchte Anschlußkabel
beim Bruch eines seiner elektrischen Leiter leicht auswechseln zu können.
[0003] Die bisher bekannten Drehkupplungen erfüllen diese Forderungen nur teilweise und
deshalb unbefriedigend: Bei den aus den deutschen Patentschriften DE-PS 25 11 294
und DE-PS 28 13 139 bekannten Drehkupplungen erfolgt die endlos drehbare elektrische
Kontaktierung über einen Schleifring mit anliegender Kontaktfeder und einen zentralen
Kontaktstift, dem ein entsprechender federnder Mittenkontakt gegenüberliegt. Dabei
dient der besagte zentrale Kontaktstift zusätzlich zur einseitigen Drehlagerung des
kabelseitigen Kupplungsteiles, was ihn offensichtlich erheblich mechanisch belastet
und wodurch seine elektrische Funktionssicherheit beeinträchtigt werden kann. Auch
bei den aus der DE-OS 25 07 965 und dem DE-GM 71 40 600 bekannten Lösungsvorschlägen,
die zur Stromabnahme an den besagten zentralen Kontaktstiften tangential anliegende,
U-förmige Federkontakte vorsehen, sind die Kontaktstifte durch ihre zusätzliche Drehlager-Funktion
mechanisch belastet.
[0004] Die Erfindung überwindet die geschilderten Nachteile durch eine neue Drehkupplung,
die gemäß dem kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs ausgebildet ist und die gleichzeitig
die elektrische Kontaktierung und von dieser völlig unabhängig die mechanische Drehlagerung
optimiert, wobei außerdem durch die lösbare Steckarretierung des Drehteiles eine unproblematische
Montage und Auswechselbarkeit des Anschlußkabels gewährleistet ist.
[0005] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung wiedergegebenen Ausführungsbeispieles
erläutert. Es zeigen
Figur 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Drehkupplung, zum Teil als Längsschnitt,
Figur 2 das in die Drehkupplung mündende Kabelende mit der Knickschutztülle in perspektivischer
Ansicht sowie die mit den Leiterenden verbundenen Schleifringe der Drehkupplung, die
zur Verdeutlichung im Längsschnitt dargestellt sind,
Figur 3 einen Längsschnitt durch das komplette Drehteil der Kupplung und
Figur 4 eine Draufsicht (in Achsrichtung von der Kabelseite aus gesehen) auf eine
in der erfindungsgemäßen Drehkupplung vorzugsweise verwendete Kontaktfeder in stark
vergrößerter Darstellung.
[0006] Wie Figur 1 erkennen läßt, weist die erfindungsgemäße Drehkupplung eine Kupplungshülse
10 auf, die im allgemeinen in das Gehäuse des anzuschließenden Elektrogerätes fest
eingesetzt ist oder aber auch in einer besonderen Ausführungsform Bestandteil des
Gerätegehäuses sein kann. In diese Kupplungshülse 10 sind die beiden Kontaktfedern
5 und 12, die vorzugsweise die in Figur 4 dargestellte annähernd gleichseitig-dreieckige
Form besitzen, fest eingesetzt. Das in die Kupplungshülse 10 konzentrisch eingesetzte
Anschlußstück 15 trägt zwei entsprechend angeordnete Schleifringe 6 und 7, an denen
die Kontaktfedern 5 und 12 elektrisch leitend anliegen. Die Knickschutztülle 1 und
das darin geführte Anschlußkabel 2 bilden mit dem Anschlußstück 15 eine in der Kupplungshülse
10 endlos drehbare Baueinheit.
[0007] Das Anschlußstück 15 ist als rotationssymmetrischer Körper ausgebildet und trägt
die zwei Schleifringe 6 und 7 auf zylindrischen Abschnitten 15.1 und 15.2 unterschiedlichen
Umfangs. Die beiden genannten zylindrischen Abschnitte sind durch einen konischen
Abschnitt 15.3 miteinander verbunden, was das selbstzentrierende Einsetzen des netzseitigen
Anschlußstückes 15 in die geräteseitige Kupplungshülse 10 bei der Montage erleichert.
[0008] Das Anschlußstück 15 ist an seinen beiden äußeren Enden mit großen Gleitflächen in
der Kupplungshülse gelagert, und zwar mit dem inneren Endabschnitt 18 in einer in
den Boden 10.2 der Kupplungshülse 10 eingeformten Vertiefung 10.1, wo er von einer
ringförmigen Wulst 16 umfaßt wird, und mit dem Führungsabschnitt 4 an dem diesen umschließenden
umlaufenden Rand 11 der Kupplungshülse 10.
[0009] Die Kupplungshülse 10 und das Anschlußstück 15 weisen im Bereich ihrer durch den
Führungsabschnitt 4 und den Rand 11 gebildeten äußeren Lagerung an- oder eingeformte
Rastelemente auf, die das Anschlußstück 15 zur Kupplungshülse 10 koaxial drehbar,
aber axial unverschiebbar arretieren. Vorzugsweise trägt die Kupplungshülse 10 zu
diesem Zweck als Rastelement eine an der Außenseite ihres Randes 11 umlaufende Nase
11.1 und das Anschlußstück 15 einen angeformten, diese Nase 11.1 übergreifenden Befestigungsring
3. Dabei hat es sich als zweckmäßig erwiesen, den Befestigungsring 3 so auszubilden,
daß er die umlaufende Rastnase 11.1 nur an einzelnen Abschnitten 17 rastend übergreift
und daß er an diesen Abschnitten 17 radial elastisch auslenkbar oder dehnbar ist.
Hierdurch wird die Montage erleichert und gleichzeitig eine spätere Demontage ermöglicht.
Die spätere Demontierbarkeit kann noch dadurch erleichert werden, daß der Befestigungsring
3 im Bereich der Abschnitte 17 an seiner Außenseite Ausnehmungen 17.1 zum Einsetzen-
von Entriegelungsmitteln - beispielsweise eines einfachen Hebelwerkzeuges - aufweist.
[0010] Die - wie bereits erwähnt - vorzugsweise etwa dreieckförmigen Kontaktfedern 5 und
12, deren Ecken zweckmäßigerweise durch Abrundung an die Innenrundung der Kupplungshülse
10 angepaßt sind, weisen je eine Anschlußfahne 13 und 14 auf, die sich parallel zur
Kupplungsachse durch entsprechende Ausnehmungen im Boden 10.1 der Kupplungshülse 10
erstrecken und an die die geräteseitigen elektrischen Leiteranschlüsse angeschlossen
- z.B. angelötet - werden können. Die Anschlußfahnen 13 bzw. 14 gehen vorzugsweise
von einer der drei abgegrundeten Ecken der Kontaktfedern aus, während die Kontaktfedern
an einer der beiden anderen abgerundeten Ecken geteilt sind, so daß ihre an dieser
Teilung einander gegenüberliegenden freien Enden elastisch zueinander federn können
und die Kontaktfedern insgesamt elastisch verformbar sind. Zusätzlich sind die Kontaktfedern
im Bereich ihrer zwischen den abgerundeten Ecken liegenden Schenkel radial auslenkbar,
da sie sich nur mit den abgerundeten Ecken an der Kupplungshülse 10 abstützen und
die Schenkel geradlinig frei durch den Innenraum der Kupplungshülse verlaufen. Infolgedessen
kann der Innenradius der Kontaktfedern zunächst etwas kleiner bemessen sein als der
Außenradius der Schleifringe, und beim axialen Einsetzen des Anschlußstückes mit den
Schleifringen in die Kupplungshülse mit den Kontaktfedern wird jeder der drei Kontaktfederschenkel
radial bogenförmig nach außen gedrückt, wobei ihre hierdurch entstehende elastische
Rückstellkraft einen gleichmäßigen Anpreßdruck gegen die Schleifringe und damit einen
guten, gleichmäßig auf die drei Schenkel verteilten elektrischen Kontakt zu den Schleifringen
erzeugt.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Kontaktfedern 5 und 12 an den der
Kabelzuführung zugewandten Kanten ihrer Schenkel 19, 20 und 21 nach außen gebogene
Gleitlaschen 22, 23 und 24 auf, die das axiale Einsetzen des Anschlußstückes 15 in
die Kupplungshülse und die damit verbundene radiale Aufweitung der Kontaktfedern dadurch
erleichtern, daß die Schleifringe 5 bzw. 12 zunächst auf den Schrägen dieser Gleitlaschen
aufsetzen und auf ihnen in die Kontaktfedern hineingleiten.
[0012] Die durch die Dreiecksform der Kontaktfedern 5 und 12 erzielte axiale Zentrierung
während der Montage kann noch dadurch verbessert werden, daß die beiden gleichseitig-dreieckigen
Kontaktfedern um einen Winkel von 60° gegeneinander verdreht angeordnet sind. Außerdem
ist bei dieser Anordnung gewährleistet, daß die Anschlußfahne 14 der Kontaktfeder
5 in einem hinreichenden Sicherheitsabstand von der Kontaktfeder 12 an dieser vorbeigeführt
werden kann.
[0013] Als ein besonderer Vorteil der vorliegenden Erfindung hat sich herausgestellt, daß
damit eine unter allen Praxisbedingungen betriebssichere Drehkupplung realisierbar
ist, die außergewöhnlich kleine Außenabmessungen aufweist und trotzdem die Übertragung
verhältnismäßig hoher elektrischer Leistungen gestattet. Ferner ist die besonders
leichtgängige und verschleißbeständige Drehlagerung der erfindungsgemäßen Kupplung
hervorzuheben.
1. Drehkupplung für Mehrleiterkabel, bestehend aus einer die geräteseitigen Leiteranschlüsse
enthaltenden Kupplungshülse und einem an dieser drehbar gelagerten, das Kabelende
und dessen Leiteranschlüsse über eine Knickschutztülle aufnehmenden im wesentlichen
rotationssymmetrischen Anschlußstück, wobei zur Kontaktierung der geräteseitigen und
der kabelseitigen Leiter Schleifringe unterschiedlichen Durchmessers und an diesen
anliegende Kontaktfedern in axial versetzter Anordnung vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet,
daß das Anschlußstück (15) insgesamt axial in die Kupplungshülse (10) hineingesteckt
und darin lösbar arretiert und an seinen beiden axialen Enden in der Kupplungshülse
(10) drehbar gelagert ist, wobei die Schleifringe (6, 7) am Anschlußstück (15) und
die Kontaktfedern (5, 12) an der Kupplungshülse (10) jeweils axial zwischen den Lagerelementen
(4, 18) bzw. (11, 16) angeordnet sind.
2. Drehkupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als inneres, dem Gerät
zugewandtes Drehlager eine den zylindrischen Endabschnitt (18) des Anschlußstückes
(15) umschließende an den Boden (10.2) der Kupplungshülse (10) angeformte ringförmige
Wulst (16) und als äußeres, dem Anschlußkabel zugewandtes Drehlager der den Führungsabschnitt
(4) des Anschlußstückes 15) umschließende Rand (11) der Kupplungshülse (10) dient.
3. Drehkupplung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie an der Kupplungshülse
(10) und am Anschlußstück (15) im Bereich von deren gegenseitiger äußerer Lagerung
(4, 11) an- oder eingeformte Rastelemente aufweist, die das Anschlußstück (15) zur
Kupplungshülse (10) koaxial drehbar aber axial unverschiebbar arretieren.
4. Drehkupplung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungshülse (10)
als Rastelement eine an der Außenseite ihres Randes (11) umlaufende Nase (11.1) und
das Anschlußstück (15) einen diese Nase (11.1) übergreifenden Befestigungsring (3)
aufweist.
5. Drehkupplung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Befestigungsring
(3) die umlaufende Rastnase (11.1) nur an einzelnen Abschnitten (17) rastend übergreift,
an denen er radial elastisch auslenkbar oder dehnbar ist.
6. Drehkupplung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Befestigungsring
(3) im Bereich der Abschnitte (17) an seiner Außenseite Ausnehmungen (17.1) zum Einsetzen
von ihn radial auslenkenden Entriegelungsmitteln aufweist.
7. Drehkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Querschnitt des Anschlußstückes (15) sich in dem zwischen den Schleifringen (6, 7)
liegenden Abschnitt (15.3) vom Durchmesser des geräteseitigen, kleineren Schleifringes
(7) auf den Durchmesser des kabelseitigen, größeren Schleifringes (6) konisch erweitert.
8. Drehkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kontaktfedern (5, 12) im wesentlichen gleichseitig-dreieckigen Querschnitt aufweisen,
wobei die Schleifringe (6, 7) alle drei Dreiecksschenkel (19, 20, 21) von innen leitend
berühren.
9. Drehkupplung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der im wesentlichen dreieckige
Querschnitt der Kontaktfedern (5, 12) abgerundete Ecken aufweist.
10. Drehkupplung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktfedern
(5, 12) im Bereich einer ihrer Ecken je eine Kontaktfahne (14) bzw. (13) aufweisen
und im Bereich einer anderen Ecke offen sind.
11. Drehkupplung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kontaktfedern (5, 12) kraft- und formschlüssig in der Kupplungshülse (10) gehaltert
sind.
12. Drehkupplung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kontaktfedern (5, 12) an den der Kabelzuführung zugewandten Kanten ihrer Schenkel
(19, 20, 21) nach außen gebogene Gleitlaschen (22, 23, 24) aufweisen.
13. Drehkupplung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die
etwa dreieckigen Kontaktfedern (5) und (12) zueinander um 60° verdreht angeordnet
sind.
14. Drehkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kupplungshülse (10) Teil des Gehäuses eines Elektrogerätes ist.