[0001] Die Entwicklung der modernen Textilwaschmittel, deren Anfänge in den dreissiger Jahren
lagen, hatte bis 1960 zu einer fast vollständigen Abkehr von den früheren üblichen
Waschmitteln auf Basis Seife, Soda und Silikat geführt. An ihre Stelle traten Produkte,
die gekennzeichnet waren durch einen Gehalt an a) synthetischen anionischen und nichtionischen
Tensiden, b) sogenannten Gerüstsubstanzen (Builders), insbesondere Pentanatriumtriphosphat,
und c) Vergrauungsinhibitoren, im allgemeinen Carboxymethylcellulose, die das Schmutztragevermögen
verbesserten. Seife wurde nur noch in geringem Masse als Schaumregulator zugesetzt.
Mit diesen modernen Waschmitteln wurde ohne Abfall der Primärwaschwirkung eine gegenüber
den alten Mitteln deutliche Verbesserung des Sekundärwaschverhaltens erreicht, die
sich insbesondere in einer Verringerung der Inkrustationen auf den Geweben bemerkbar
machte.
[0002] Trotz des mit diesen Mitteln erreichten hohen Standes der Textilbehandlung war und
ist man ständig bemüht, die Mittel in ihrer Qualität weiter zu verbessern und sie
veränderten äusseren Gegebenheiten anzupassen. Ähnliche Bestrebungen beobachtet man
auf dem gesamten Gebiet der Wasch- und Reinigungsmittel. Beispiele solcher Verbesserungen
sind der Übergang von schwer biologisch abbaubaren zu schnell abbaubaren Tensiden
und der Ersatz der löslichen Builder-Phosphate durch unlösliche Natrium-Aluminiumsilikate
vom Type Zeolith A.
[0003] Auch die vorliegende Erfindung hat sich zur Augabe gemacht, die modernen Wasch- und
Reinigungsmittel weiter zu entwickeln und sie den heutigen und absehbaren zukünftigen
Erfordernissen besser anzupassen. Die vordringlichen Ziele sind dabei, durch Veränderung
der Tensidbasis die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen und solchen aus einheimischen
Quellen in stärkerem Masse als bisher zu ermöglichen, die Herstellung der Mittel zu
erleichtern und gleichzeitig die anwendungstechnischen Eigenschaften, insbesondere
das Reinigungsvermögen und das Schmutztragevermögen der Flotte zu verbessern, sowie
bei Anwendung an Geweben die Inkrustationsbildung zu reduzieren und den Griff der
gewaschenen Gewebe zu verbessern.
[0004] Es wurde nun gefunden, dass man diese Ziele überraschenderweise erreichen kann, wenn
man in modernen Wasch- und Reinigungsmitteln ein Acylcyanamidsalz mit der allgemeinen
Formel in der Me Natrium oder Kalium bedeutet und R einen Alkyl- oder Alkenylrest
mit 9-23 C-Atomen darstellt, der durch Hydroxyl- oder Alkoxylgruppen substituiert
sein kann, als anionisches Tensid verwendet. Dies ist um so überraschender, als von
der chemischen Struktur und den chemischphysikalischen Eigenschaften her dieses Tensid
sehr viel stärker den Seifen ähnelt als den seit über 20 Jahren nahezu ausschliesslich
verwendeten synthetischen Aniontensiden vom Sulfonat-oder Sulfattyp. Die Eignung der
Acylcyanamide für moderne Wasch- und Reinigungsmittel war daher nicht zu erwarten.
[0005] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Wasch- und Reinigungsmittel für feste
Werkstoffe, insbesondere für Textilien, das wenigestens ein synthetisches anionisches
Tensid und wenigstens eine Gerüstsubstanz, auch Builder genannt, aus der Gruppe kondensierte
Phosphate und Phosphataustauschstoffe sowie gegebenenfalls ein nichtionisches Tensid
enthält und in dem der Anteil der anionischen Tenside ganz oder teilweise aus einem
Acylcyanamidsalz der oben definierten Formel besteht.
[0006] Acylcyanamidsalze sind als Verbindungen nicht neu; die ersten Homologen wurden 1878
von O. Mertens beschrieben [J. prakt. Chemie (2) 17, 4]. Auch auf die seifenähnlichen
Eigenschaften der höheren Homologen, die sie für Netz- und Dispergiermittel geeignet
machen, ist bereits 1935 in der englischen Patentschrift 428 091 hingewiesen worden.
[0007] Dagegen sind keine Veröffentlichungen bekannt geworden, aus denen die ungewöhnlich
guten Effekte dieser Verbindungen in modernen Waschmitteln abgeleitet werden könnten.
Die EP-A 24676, die ein Verfahren zur Textilveredelung beschreibt, umfasst zwar in
einer sehr breiten Formel auch die Acylcyanamidsalze der Formel 1, nimmt aber keinen
Bezug auf die Tensideigenschaften der Verbindungen oder auf Waschmittel. Die Acylcyanamidgruppierung
dient im dort genannten Verfahren als reaktive Gruppe zur Fixierung von Wirkstoffen
auf faserigen Materialien.
[0008] Auch in der EP-A 8475, die ein Bleichverfahren und Bleichmittel mit Cyanaminen als
Aktivatoren beschreibt, werden die Acylcyanamidsalze der vorliegenden Erfindung in
einer weiten Formel mit erfasst. Die Cyanamine werden dort mit dem Ziel eingesetzt,
Peroxidbleichmittel zu aktivieren, um auf diese Weise die Oxidationskraft der Mittel
zu erhöhen; ein Hinweis auf Tensideigenschaften wird nicht gegeben.
[0009] Die erfindungsgemässen Acylcyanamidsalze können aus Carbonsäurederivaten und Cyanamid
mit nachfolgender Neutralisation durch geeignete Basen [siehe Deutsche Patentschrift
708428 oder A.E. Kretov und A.P. Momsenko, J. org. Chem. (USSR) 1, 1765 (1965)] gewonnen
werden.
[0010] Einfacher ist die Herstellung durch Umsetzung von Salzen des Cyanamids mit Carbonsäureestern,
wie sie in der EP-A 84836 beschrieben wird. Dieses Verfahren kann auch für die Weiterverwendung
der Acylcyanamidsalze in der Herstellung von Wasch- und Reinigungsmitteln von Vorteil
sein, da es die Salze in wasserfreier Form liefert.
[0011] Neben der leichten Herstellbarkeit besitzen die

Acylcyanamidsalze den Vorzug, dass ihre Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen,
hier Fettsäurederivaten, und dem aus Kalkstickstoff leicht zugänglichen Cyanamid möglich
ist. Damit verringert sich beim Einsatz dieser Tenside die Abhängigkeit der Waschmittelhersteller
von Rohstoffen auf Erdölbasis, die z.B. bei dem heute noch wichtigsten Aniontensid
Alkylbenzolsulfonat spürbar ist. Darüber hinaus sind Acylcyanamidsalze gut biologisch
abbaubar und toxikologisch unbedenklich.
[0012] Besonders günstige Eigenschaften im Hinblick auf die Ziele dieser Erfindung besitzen
die Natriumsalze der Acylcyanamide, insbesondere diejenigen, bei denen der Rest R
in Formel einen im wesentlichen unsubstituierten Alkyl- oder Alkenylrest mit 11-17
C-Atomen darstellt. Solche Salze können technisch leicht aus Mononatriumcyanamid und
den Methylestern von natürlichen Fettsäuregemischen, wie Talgfettsäuremethylester
und Palmkernfettsäuremethylester hergestellt werden.
[0013] Die erfindungsgemässen Mittel lassen sich auf zahlreichen Gebieten der Technik und
des Haushaltes für die verschiedensten Reinigungsaufgaben einsetzen. Beispiele für
derartige Anwendungsgebiete sind die Reinigung von Geräten, Apparaturen, Rohrleitungen
und Gefässen aus Holz, Kunststoff, Metall, Keramik, Glas usw. in der Industrie oder
in gewerblichen Betrieben, das Reinigen von Möbeln, Wänden, Fussböden, von Gegenständen
aus Keramik, Glas, Metall, Holz, Kunststoff, das Reinigen von polierten oder lakkierten
Flächen im Haushalt usw. Ein besonders wichtiges Anwendungsgebiet ist das Waschen
von Textilien aller Art in der Industrie, in gewerblichen Wäschereien und im Haushalt.
[0014] Als synthetische Aniontenside, die in den erfindungsgemässen Mitteln neben den Acylcyanamidsalzen
vorliegen können, eignen sich insbesondere solche vom Typ der Sulfonate und Sulfate.
[0015] Bei den Tensiden vom Sulfonattyp handelt es sich in erster Linie um die Alkylbenzolsulfonate
mit C
9-15-Alkylgruppen und die Ester von a-Sulfofettsäuren, z.B. die a-sulfonierten Methyl-
oder Ethylester der hydrierten Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren. Weitere brauchbare
Tenside vom Sulfonattyp sind die Alkansulfonate, die aus C
12-C
18-Alkanen durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation und anschliessende Hydrolyse bzw.
Neutralisation oder durch Bisulfitaddition an Olefine erhältlich sind, sowie die Olefinsulfonate,
das sind Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten sowie Disulfonaten, wie man
sie beispielsweise aus Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch
Sulfonieren mit gasförmigem Schwefeltrioxid und anschliessender alkalischer oder saurer
Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte erhält.
[0016] Besonders geeignete Tenside vom Sulfattyp sind die Schwefelsäuremonoester von primären
Alkoholen natürlichen und synthetischen Ursprungs, d.h. von Fettalkoholen, wie z .B.
Kokosfettalkoholen, Talgfettalkoholen, Oleylalkohol, oder den C
lo-C
2O-Oxoalkoholen, und solche von sekundären Alkoholen dieser Kettenlängen. Daneben kommen
die Schwefelsäuremonoester der mit 1-6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten aliphatischen
primären Alkohole bzw. ethoxylierten sekundären Alkohole bzw. Alkylphenole in Betracht.
Ferner eignen sich sulfatierte Fettsäurealkanolamide und sulfatierte Fettsäuremonoglyceride.
[0017] Alle diese anionischen Tenside werden bevorzugt in Form der Salze eingesetzt, insbesondere
in Form der Natriumsalze, aber auch als Kalium-oder Ammoniumsalze oder als lösliche
Salze organischer Basen, wie Mono-, Di- oderTriethanolamin.
[0018] Besonders günstige anwendungstechnische Eigenschaften weisen solche erfindungsgemässe
Mittel auf, die 1-30 Gew.%, vorzugsweise 3-15 Gew.% Acylcyanamidsalz und 1-30 Gew.%,
vorzugsweise 3-15 Gew.% synthetisches anionisches Tensid aus der Gruppe Alkylbenzolsulfonate,
Estersulfonate, Alkoholsulfate und deren Mischungen neben anderen üblichen Bestandteilen
von Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten.
[0019] Als nichtionische Tenside eignen sich für die erfindungsgemässen Mittel Anlagerungsprodukte
von 1-40, vorzugsweise 2-20 Mol Ethylenoxid an 1 Mol einer aliphatischen Verbindung
mit im wesentlichen 10-20 Kohlenstoffatomen aus der Gruppe der Alkohole, Alkylphenole,
Carbonsäuren und Carbonsäureamide. Besonders wichtig sind die Anlagerungsprodukte
von 8-20 Mol Ethylenoxid an primäre Alkohole, wie zum Beispiel Kokos- oder Talgfettalkohole,
an Oleylalkohol, an Oxoalkohole der entsprechenden Kettenlängen, oder an entsprechende
sekundäre Alkohole, sowie an Mono- oder Dialkylphenole mit 6-14 C-Atomen in den Alkylresten.
Neben diesen wasserlöslichen Nonionics sind aber auch nicht bzw. nicht vollständig
wasserlösliche Polyglykolether mit 2-7 Ethylenglykoletherresten im Molekül von Interesse,
insbesondere, wenn sie zusammen mit wasserlöslichen nichtionischen oder anionischen
Tensiden eingesetzt werden. Von besonderem praktischem Interesse sind wegen ihrer
guten biologischen Abbaubarkeit vor allem die Ethoxylierungsprodukte von primären
aliphatischen Alkanolen und Alkenolen.
[0020] Typische Vertreter für die erfindungsgemäss verwendbaren nichtionischen Tenside mit
einem mittleren Ethoxylierungsgrad von 2-7 sind beispielsweise die Verbindungen Kokosfettalkohol-3-EO
(EO = Ethylenoxid), Talgfettalkohol-5-EO, Oleyl-/Cetylalkohol-5-EO (Jodzahl 30-50),
Talgfettalkohol-7-EO, synth.-C
12-C
16-Fettalkohol-6-EO, C
11-C
15-Oxalkohol-3-EO, C
14/C
15-Oxoalkohol-7-EO, i-C
15-C
17-Alkandiol-5-EO (i = innenständig); sek.-C
11-C
15-Alkohol-4-EO.
[0021] Beispielhafte Vertreter für die nichtionischen Tenside mit einem mittleren Ethoxylierungsgrad
von 8-20, insbesondere 9-15, sind die Verbindungen Kokosfettalkohol-12-EO, synth.-C
12/C
14-Fettalkohol-9-EO,Oleyl-/Cetylalkohol-10-EO,Talgfett- .alkohol-14-EO, C
11-C
15-Oxoalkohol-13-EO,C
15-C
'B-Oxoalkohol-15-EO, i-C
15-C
17-Alkandiol-9-EO, C
14/C
15-Oxalkohol-11-EO, sek.-C
11-C
1s-Alkohol-9-EO.
[0022] Ferner sind als nichtionische Tenside die wasserlöslichen, 20-250 Ethylenglykolethergruppen
und 10-100 Propylenglykolethergruppen enthaltenden Anlagerungsprodukte von Ethylenoxid
an Polypropylenglykol, Alkylendiamin-poly-propylenglykol und an Alkylpolypropylenglykole
mit 1-10 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette brauchbar, in denen die Polypropylenglykolkette
als hydrophober Rest fungiert.
[0023] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide oder Sulfoxide sind verwendbar,
beispielsweise die Verbindungen N-Kokosalkyl-N,N-di- methylaminoxid, N-Hexadecyl-N,N-bis-
(2,3-dihydroxypropylaminoxid, N-Talgalkyl-N,N-dihy- droxyethylaminoxid.
[0024] Beim Einsatz von Acylcyanamidsalzen im Zusammenspiel mit nichtionischen Tensiden
wird eine ungewöhnlich gute Reinigungswirkung mit solchen Mitteln erreicht, die 1-30
Gew.%, vorzugsweise 3-15 Gew.%, Acylcyanamidsalz mit 1-30 Gew.%, vorzugsweise 2-15
Gew.%, nichtionisches Tensid aus der Gruppe Alkoholethoxylate und Alkylphenolethoxylate
neben anderen üblichen Bestandteilen von Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten.
[0025] Ein ganz besonders hohes Reinigungsvermögen gegenüber Fett- und Pigmentanschmutzungen
weisen solche Mittel auf, in denen die Acylcyanamidsalze in Kombination mit nichtionischen
Tensiden vom Typ der Alkoholethoxylate vorliegen.
[0026] Diese Tensidkombination enthält Acylcyanamidsalze und nichtionische Tenside der Formel

in der R einen n-Alkyl- oder n-Alkenylrest mit 12-18 Kohlenstoffatomen darstellt und
n einen Mittelwert mit der Grösse 4-15 bedeutet, im Gewichtsverhältnis 1:4 bis 4:1,
vorzugsweise 2:3 bis 4:1, und sie ist in den Mitteln zu 2-50 Gew.%, insbesondere 5-30
Gew.% enthalten.
[0027] Dieses besondere Reinigungsvermögen gegenüber Fett- und Pigmentanschmutzungen ist
von besonderer Bedeutung, da diese Anschmutzungstypen den überwiegenden Teil der Anschmutzungen
auf waschbaren Textilien darstellen und sie auch mit den heute zur Verfügung stehenden
Waschmitteln nicht in allen Fällen ausreichend entfernt werden können.
[0028] Erfindungsgemässe Mittel, in denen neben dem Acylcyanamidsalz sowohl synthetisches
anionisches als auch nichtionisches Tensid vorliegen, besitzen eine sehr breite Wirksamkeit,
d.h. sie entfernen zahlreiche Anschmutzungen der unterschiedlichsten Art in zufriedenstellender
Weise. Solche Mittel enthalten neben anderen, üblichen Waschmittelbestandteilen 1-30
Gew.%, vorzugsweise 3-15 Gew.% Acylcyanamid der Formel I, 1-30 Gew.%, vorzugsweise
3-15 Gew.% synthetisches Aniontensid, insbesondere aus der Gruppe Alkylbenzolsulfonate,
Estersulfonate, Alkoholsulfate und deren Mischungen und 1-30 Gew.%, vorzugsweise 2-15
Gew.96 nichtionisches Tensid, insbesondere aus der Gruppe Alkoholethoxylate, Alkylphenolethoxylate
und deren Mischungen.
[0029] Die erfindungsgemässen Mittel enthalten als moderne Wasch- und Reinigungsmittel neben
den Tensiden sogenannte Gerüstsubstanzen, auch als Builders bezeichnet, deren Aufgabe
es ist, die Reinigungswirkung der Tenside zu verstärken und die negativen Einflüsse
der Wasserhärte auszuschalten.
[0030] Unter den Gerüstsubstanzen kam bisher den kondensierten Phosphaten, insbesondere
dem Pentanatriumtriphosphat eine hervorragende Stellung zu. Diese Phosphate besitzen
ausgezeichnete anwendungstechnische Eigenschaften und können in den Mitteln als alleinige
Gerüstsubstanzen vorliegen. Sie können in diesen Mitteln aber auch ganz oder teilweise
durch Phosphataustauschstoffe ersetzt sein, vor allem dann, wenn dadurch die Belastung
der Abwässer mit den Phosphaten, die zu einer Eutrophierung stehender Gewässer führt,
verringert oder vermieden wird.
[0031] Als Phosphataustauschstoffe kommen anorganische und organische Verbindungen, die
eine dem Natriumtripolyphosphat zumindest teilweise äquivalente Builder-Wirkung besitzen,
in Betracht. Bei den geeigneten wasserlöslichen anorganischen Verbindungen handelt
es sich im wesentlichen um die Alkalicarbonate und Alkalisilikate. Brauchbare wasserlösliche
organische Verbindungen finden sich in den Verbindungsklassen der Hydroxycarbonsäuren,
Aminocarbonsäuren, Polycarbonsäuren, Carboxyalkylether, der polymeren Polycarbonsäuren
sowie der substituierten und unsubstituierten Alkandi- und -polyphosphonsäuren. Typische
Beispiele dieser Verbindungsklassen sind Citronensäure, Nitrilotriessigsäure, Mellithsäure,
Carboxymethyloxybernsteinsäure, Polyacrylsäure, Polymethacrylsäure, Poly-a-hydroxyacrylsäure,
Polymaleinsäure und die entsprechenden Copolymerisate und Hydroxyethandiphosphonsäure.
Diese Verbindungen werden meist in Form ihrer wasserlöslichen Salze eingesetzt.
[0032] Besondere praktische Bedeutung erlangten in den letzten Jahren die in der deutschen
Offenlegungsschrift 2412837 zum ersten Mal als Phosphatsubstitute für Wasch- und Reinigungsmittel
beschriebenen feinteiligen, kationenaustauschenden, kristallinen Natriumalumosilikate,
die der Zusammensetzung

entsprechen und die ein Calciumbindevermögen von 100 bis 200 mg CaO/g (bezogen auf
die wasserfreie Substanz) aufweisen. Zu diesen feinteiligen, hydratisierten Natriumalumosilikaten
gehören insbesondere die Zeolithe NaA und NaX.
[0033] In grossem Masstab wird vor allem der Zeolith NaA als Ersatz für Natriumtripolyphosphat
in phosphatarmen und phosphatfreien Waschmitteln eingesetzt.
[0034] Vorzugsweise wird die Gerüstsubstanz in den erfindungsgemässen Mitteln aus der Gruppe
Natriumtriphosphat, Natriumaluminiumsilikat, Natriumnitrilotriacetat, Natriumalkanpolyphosphonat
und deren Mischungen ausgewählt.
[0035] In dem erfindungsgemässen Waschmittel ist die Builder-Komponente im allgemeinen in
einer Menge von 3 bis 70 Gew.%, vorzugsweise in einer Menge von 20 bis 50 Gew.%, enthalten;
einzelne Builder-Substanzen, beispielsweise die Alkanpolyphosphonate, können auch
in wesentlich geringeren Mengen, d.h. in Mengen von 0,1 bis 3 Gew.% vorliegen.
[0036] Die erfindungsgemässen Wasch- und Reinigungsmittel zeigen in der Anwendung neben
dem bereits erwähnten hohen Reinigungsvermögen als weitere besondere Eigenschaft ein
überraschend hohes Schmutztragevermögen. Mit diesen Mitteln lassen sich beispielsweise
in der Textilwäsche so niedrige Vergrauungswerte erreichen, wie sie sonst nur in Gegenwart
spezieller Vergrauungsinhibitoren, das sind im allgemeinen hochmolekulare polyionische
Verbindungen, beobachtet werden. Dies führt dazu, dass auf den Einsatz von Vergrauungsinhibitoren
ganz verzichtet werden kann und so eine wesentliche Vereinfachung der Waschmittelrezeptur
erreicht wird. Die Mittel können aber durchaus auch zusätzlich Vergrauungsinhibitoren
enthalten und erreichen dann in der Flotte ein höheres Schmutztragevermögen als herkömmliche
Mittel.
[0037] Als Vergrauungsinhibitoren sind wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet,
wie beispielsweise die wasserlöslichen Salze polymerer Carbonsäuren, Leim, Gelatine,
Salze von Ethercarbonsäuren oder Ethersulfonsäuren der Stärke oder der Cellulose oder
Salze von sauren Schwefelsäureestern der Cellulose oder der Stärke. Auch wasserlösliche,
saure Gruppen enthaltende Polyamide sind für diesen Zweck geeignet. Bevorzugt sind
carboxymethylierte Cellulose oder Stärke in Form ihrer Natriumsalze, Methylcellulosen
sowie Polymere und Copolymere aus (Meth)acrylsäure und Maleinsäure. Weiterhin lassen
sich lösliche Stärkepräparate und andere als die obengenannten Stärkeprodukte verwenden,
wie z.B. abgebaute Stärke, Aldehydstärken usw. Auch Umfärbeinhibitoren vom Typ des
Polyvinylpyrrolidons sind brauchbar.
[0038] Als eine weitere überraschende Eigenschaft der erfindungsgemässen Waschmittel ist
zu werten, dass sie den gewaschenen Baumwolltextilien einen deutlich weicheren Griff
verleihen als herkömmliche moderne Mittel. Dies kann soweit gehen, dass auf die Einarbeitung
spezieller weichmachender Wirkstoffe, sogenannter Avivagesubstanzen, in die Waschmittel,
wie sie heute gelegentlich vorgenommen wird, und auch auf eine nachträgliche Avivage
im Spülbad verzichtet werden kann. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt bei
solchen Waschmitteln, in denen der Anteil der Acylcyanamide über 6 Gew.%, insbesondere
über 12 Gew.% liegt.
[0039] Zur Entfernung gewisser pflanzlicher Anschmutzungen können Bleichmittel in den erfindungsgemässen
Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten sein. Besonders geeignet sind bekannte Bleichmittel
vom Peroxidtyp, wie Natriumperborat, Natriumcarbonat-Perhydrat, Kaliumperoxomonosulfat
und organische Percarbonsäuren. Diese Bleichmittel können allein vorliegen oder auch
in Verbindung mit bekannten Stabilisatoren, wie Magnesiumsilikat, Natriumethylendiamintetraacetat
oder Natriumsalzen von Polyphosphonsäuren verwendet werden, die die Aufgabe haben,
den vorzeitigen Zerfall der Perverbindungen durch Schwermetallsalze und die Schädigung
der Gewebe zu verhindern.
[0040] Zusätzlich können Bleichaktivatoren zusammen mit den Bleichmitteln eingesetzt werden.
Von den zahlreichen Vorschlägen in der Literatur, kommen als Aktivatoren insbesondere
Anhydride, Carbonsäureamide und Carbonsäureester in Betracht, die gegenüber H
20
2 in der Waschflotte acylierend wirken und auf diese Weise die Bleichkraft der Flotte
verstärken. Beispiele für geeignete Aktivatoren sind Phthalsäureanhydrid, Tetraacetylethylendiamin,
Tetraacetylglykoluril und Pentaacetylglucose.
[0041] Die Menge an Aktivatoren beträgt in den Mitteln nicht mehr als 1, insbesondere 0,1-1
Äquivalent, bezogen auf die anwesende Menge an Perverbindung. Die Perverbindungen
selbst sind in Mengen bis zu 40 Gew.%, vorzugsweise zu 1-30 Gew.%, die Stabilisatoren
zu 0,01-5 Gew.% enthalten.
[0042] Neben den bereits erwähnten Bestandteilen können die erfindungsgemässen Wasch- und
Reinigungsmittel noch weitere, übliche Zusätze enthalten, insbesondere schaumregulierende
Mittel, Enzyme, Parfümöle, Elektrolyte, mikrobizide Mittel und optische Aufheller.
[0043] Als schauminhibierende Zusätze kommen beispielsweise folgende Stoffe in Betracht:
Seifen mit 20-24 C-Atomen, langkettige Alkylmelamine, schaumarme nichtionische Tenside,
ParaffinKohlenwasserstoffe, mikrokristalline Wachse und Silikonentschäumer. Besondere
Bedeutung besitzen schaumdämpfende Seifen und Silikonverbindungen, hier wiederum die
durch feinverteiltes Si0
2 aktivierten Polysiloxane.
[0044] Für eine wirksame Schaumregulierung reichen 20 Gew.% Zusatz stets aus, verzugsweise
werden 0,05-10 Gew.% verwendet.
[0045] Als Enzyme können alle zur Verstärkung der Reinigungswirkung brauchbaren Enzyme in
den Mitteln der Erfindung enthalten sein, wie Proteasen, Lipasen und Amylasen. Bevorzugt
sind Enzyme mit Wirkungsoptimum in einen pH-Bereich, wie er bei Anwendung der Mittel
erreicht wird, und solche Enzyme, die ihre Wirkung auch bei erhöhten Temperaturen
beibehalten.
[0046] Elektrolyte können in den Mitteln zur Erhöhung der Ionenstärke in den Anwendungslösungen,
zur pH-Regulierung, als Träger- oder Hüllstoffe, zur Phlegmatisierung von Perverbindungen
oder auch nur als Füllstoffe enthalten sein. Es handelt sich dabei vorzugsweise um
Salze des Natriums und Kaliums, z.B. Natriumborat, Natriumsulfat und Kaliumhydrogenphosphat,
doch können auch schwache Säuren, wie z.B. Borsäure, oder Basen, wie Ammoniak, verwendet
werden.
[0047] Mikrobizide können Bestandteile solcher Mittel sein, die bei ihrer Anwendung zusätzlich
eine desinfizierende Wirkung entfalten sollen. Als Mikrobizide kommen übliche Bakterizide
und Fungizide in Betracht, sofern sie mit den sonstigen Bestandteilen der Mittel verträglich
sind.
[0048] Optische Aufheller werden in den erfindungsgemässen Mitteln eingesetzt, wenn es darum
geht, mit diesen Mitteln den Weissgrad der behandelten Gegenstände auch auf optischem
Wege zu erhöhen. Zahlreiche Verbindungen sind in der Literatur als zu diesem Zweck
brauchbar beschrieben worden. Für Textilwaschmittel eignen sich insbesondere die Derivate
der Diaminostilbendisulfonsäure bzw. ihrer Salze, beispielsweise 4,4'-Bis-(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazin-6-yl-amino)-stilben-2,2'-disulfonsäure,
und Aufheller vom Typ des substituierten 4,4'-Distyrylbiphenyls, beispielsweise 4,4'-Bis-(4-chlor-3-sulfostyryl)-biphenyl.
[0049] Die Herstellung der erfindungsgemässen Mittel kann mit den bei herkömmlichen Wasch-
und Reinigungsmitteln üblichen Verfahren erfolgen. Feste Mittel lassen sich im einfachsten
Falle allein durch Mischen der pulvrigen oder körnigen Einzelbestandteile konfektionieren.
Produkte mit besserem Rieselverhalten, die zudem weniger Staubanteile aufweisen, erhält
man durch Granulation oder durch Sprühtrocknung. In allen Fällen wird die Konfektionierung
der Mittel durch den Einsatz der Acylcyanamidsalze in wasserfreier Form, in der diese
technisch leicht hergestellt werden können, sehr vereinfacht. Beim Sprühtrockenverfahren
wirkt sich ausserdem die gute Temperaturstabilität der Acycyanamidsalze positiv aus.
Auch die Herstellung pastöser und flüssiger Mittel ist mit üblichen Verfahren möglich.
Im allgemeinen geht man sowohl von vorgelösten als auch von festen Bestandteilen aus,
die gegebenenfalls mit weiterem Lösungsmittel, in der Regel Wasser, vermischt und
homogenisiert werden. Durch Anwendung von Wärme und mechanischer Energie lässt sich
der Homogenisiervorgang beschleunigen, der durch die gute Löslichkeit der Acylcyanamidsalze
bereits sehr erleichtert wird. Für die Auflösung anderer organischer Bestandteile
kann der Zusatz wassermischbarer organischer Lösungsmittel, wie Ethanol oder Isopropanol
und für die Einstellung bestimmter Viskositäten der Zusatz von Hydrotropen, wie NaCI
oder Triethanolamin, zweckmässig sein.
Beispiele
[0050] Die folgenden Beispiele beschreiben Zusammensetzungen mehrerer erfindungsgemässer
Mittel, wobei aus Platzgründen auf die Auflistung einiger nicht erfindungswesentlicher
Bestandteile, wie Parfüm, Enzyme, Stabilisatoren, Na
2S0
4 und Wasser, verzichtet wurde. Sofern nicht anders angegeben, liegen ionische Bestandteile,
wie Aniontenside und Salze, in Form der Natriumsalze vor. Die in der tabellarischen
Darstellung verwendeten Bezeichnungen und Abkürzungen haben folgende Bedeutung:
AMS-K, AMS-T, AMS-St: Acylcyanamid-Natriumsalze nach Formel auf Basis von Kokosfettsäure,
Talgfettsäure bzw. raffinierter, hydrierter Talgfettsäure. Das Maximum in der Kettenlängenverteilung
des Alkyl- bzw. Alkenylrestes R in Formel I liegt bei C11, C17 bzw. C15/17.
ABS: Im wesentlichen lineares Alkylbenzolsulfonat mit im wesentlichen 11-13 C-Atomen
in der Alkylkette
TSE: Aus hydriertem Talgfettsäuremethylester mit S03 hergestelltes Sulfonat (Estersulfonat)
FAS: Monoalkylsulfat aus hydriertem Fettalkohol mit einem Maximum der Kettenlängenverteilung
bei C16/18 (Fettalkoholsulfat)
SAS: Salz einer aus Paraffinen mit 12-16 C-Atomen mittels Sulfoxiodation gewonnenen
Sulfonsäure (Alkansulfonat)
FAES: Monoalkylsulfat aus dem Anlagerungsprodukt von 3 Mol Ethylenoxid an hydriertem
Talgfettalkohol (Fettalkoholethersulfat)
SOS: Olefinsulfonat, das aus einem Gemisch von im wesentlichen geradkettigen Olefinen
mit 15-18 C-Atomen durch Sulfonieren mit S03 und Hydrolyse hergestellt wurde
TA 5: Additionsprodukt aus hydriertem Talgalkohol und 5 Mol Ethylenoxid
TA 10: Additionsprodukt aus einem technischen Oleylalkohol der Jodzahl 45 und 10 Mol
Ethylenoxid
TA 14: Additionsprodukt aus hydriertem Talgalkohol und 14 Mol Ethylenoxid
NP 9,5: Additionsprodukt aus Nonylphenol und 9,5 Mol Ethylenoxid
SASILO: NatriumaluminiumsilikatvomTypZeolith A mit der Zusammensetzung 1,07 Na2O·1,00 Al2O3·1,90 SiO2·H2O, mit einem Calciumbindevermögen von 160 mg CaO pro Gramm wasserfreie Substanz. Die
Zahlenwerte in den Beispielen beziehen sich ebenfalls auf die wasserfreie Substanz.
NTA: Trinatriumsalz der Nitrilotriessigsäure
HEDP: Dinatriumsalz der 1-Hydroxyethan-1,1- diphosphonsäure
Silikat: Natriumsilikat der Zusammensetzung NaZOx3,3 Si02
Perborat: Technisches Natriumperborat-Tetrahydrat mit 10,1 Gew.% Aktivsauerstoff
Seife: Gemisch von Salzen langkettiger Fettsäuren mit 16-22 C-Atomen
SiE: Schauminhibitor auf Basis von aerosilgebundenem Polysiloxan.
CMC: Vergrauungsinhibitor auf Basis Carboxymethylcellulose und Methylcellulose


Beispiele 1-7
[0051] Hier handelt es sich um Textil-Vollwaschmittel, die Bleichmittel enthalten und für
einen weiten Temperaturbereich bis hinauf zur Kochwäsche geeignet sind.
[0052] Über die in Tabelle 1 aufgeführten Bestandteile hinaus ist bei dem Mittel nach Beispiel
3 ein Gehalt von 6,2 Gew.% Tetraacetylethylendiamin, einem Bleichaktivator, und 2,0
Gew.% Sokalan® CP5, einer teilneutralisierten modifizierten Polyacrylsäure, bemerkenswert.
Das Mittel nach Beispiel 6 enthält als weitere Builderkomponente 1,1 Gew.-% des Hexanatriumsalzes
der Ethylendiamintetrakismethylenphosphonsäure; im Mittel nach Beispiel 7 sind als
nichtionisches Tensid 2,2% Dobanol® 45 - 7, ein Addukt aus C
14/15-Oxoalkohol und 7 Mol Ethylenoxid und als weiterer Builderbestandteil2,5 Gew.%Aminotrismethy-
lenphosphonsäurepentanatriumsalz enthalten.
Beispiele 8 und 9
[0053] Beide Mittel stellen Feinwaschmittel dar.
Beispiele 10 und 11
[0054] Es handelt sich um bleichfreie Grobwaschmittel
Beispiele 12-14
[0055] Diese Vollwaschmittel weisen kein Bleichmittel auf und eignen sich für den mittleren
und unteren Temperaturbereich. Das Mittel nach Beispiel 12 enthält 0,8% Natriumcitrat
als weiteren Builderbestandteil.
Beispiel 15
[0056] Einweich- und Vorwaschmittel
Beispiel 16
[0057] Pastenförmiges Wäschevorbehandlungsmittel
Beispiel 17
[0058] Flüssiges Detachurmittel insbesondere für Textilien. Es enthält als weiteres nichtionisches
Tensid 17,0 Gew.% eines Additionsproduktes aus 7 Mol Ethylenoxid an ein Gemisch sekundärer
Alkohole mit 12-14 C-Atomen und als Calciumkomplexiermittel 3,0 Gew.% Ethylendiamintetraacetat.
Beispiel 18
[0059] Reinigerpaste zur Anwendung im Haushalt an harten Oberflächen. Bei der hier verwendeten
Seife handelt es sich um die Kaliumsalze der Talgfettsäuren.
Beispiel 19
[0060] Keimhemmender Reiniger in konzentrierter Form, der neben den Tensiden 2,6 Gew.% Natriumcitrat
und zu 14,5 Gew.% ein Gemisch aus chlorierten und nichtchlorierten Phenolen als Desinfektionsmittel
enthält.
Beispiel 20
[0061] Konzentrierter technischer Reiniger mit Korrosionsschutzwirkung.
Beispiel 21
[0062] Wässrig-alkoholisches, nahezu salzfreies Mittel zur Reinigung von harten Oberflächen,
insbesondere Glas und Keramik. Die Lösung enthält 8,0 Gew.% Ethanol.
Beispiel 22
[0063] Bleichendes und keimhemmendes Scheuermittel mit einem Gehalt von 1,8 Gew.% Magnesiummonoperphthalat
und 88,5% Quarzmehl.
1. Wasch- und Reinigungsmittel für feste Werkstoffe, insbesondere für Textilien, enthaltend
wenigstens ein synthetisches anionisches Tensid und wenigstens eine Gerüstsubstanz
aus der Gruppe kondensierte Phosphate und Phosphataustauschstoffe sowie gegebenenfalls
ein nichtionisches Tensid, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der anionischen
Tenside ganz oder teilweise aus einem Acylcyanamidsalz der allgemeinen Formel

besteht, in der Me Natrium oder Kalium bedeutet und R einen Alkyl- oder Alkenylrest
mit 9-23 Kohlenstoffatomen, der durch Hydroxyl-oderAlkoxylgruppen substituiert sein
kann, darstellt.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Acylcyanamidsalz
der Formel I um das Natriumsalz handelt, in dem der Alkyl- beziehungsweise Alkenylrest
11-17 Kohlenstoffatome enthält und unsubstituiert ist.
3. Mittel nach Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Acylcyanamidsalz
in Kombination mit wenigstens einem synthetischen anionischen Tensid aus der Gruppe
Alkylbenzolsulfonate, Estersulfonate, Alkansulfonate, Olefinsulfonate, Alkoholsulfate
und Alkylpolyglykolethersulfate vorliegt.
4. Mittel nach Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Acylcyanamidsalz
in Kombination mit wenigstens einem synthetischen nichtionischen Tensid aus der Gurppe
Alkoholethoxylate und Alkylphenolethoxylate vorliegt.
5. Mittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass es
1-30 Gew.%, vorzugsweise 3-15 Gew.% Acylcyanamidsalz der Formel I,
1-30 Gew.%, vorzugsweise 3-15 Gew.% synthetisches anionisches Tensid aus der Gruppe
Alkylbenzolsulfonate, Estersulfonate, Alkoholsulfate und deren Mischungen, sowie
40-98 Ge.% andere, übliche Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln
enthält.
6. Mittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass es
1-30 Gew.%, vorzugsweise 3-15 Gew.% Acylcyanamidsalz der Formel
1-30 Gew.%, vorzugsweise 2-15 Gew.% synthetisches nichtionisches Tensid aus der Gruppe
Alkoholethoxylate, Alkylphenolethoxylate und deren Mischungen, sowie
40-98 Gew.% andere, übliche Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln
enthält.
7. Mittel nach Ansprüchen 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass es zu 2-50 Gew.%, vorzugsweise
zu 5-30 Gew.% eine Kombination aus Acylcyanamidsalz der Formel I und einem nichtionischen
Tensid der allgemeinen Formel R-O{CH2-CH2-O}m H, in der R einen n-Alkyl oder n-Alkenylrest mit 12-18 C-Atomen und m einen Mittelwert
mit der Grösse 4-15 bedeuten, mit einem Gewichtsverhältnis von Acylcyanamidsalz zu
nichtionischem Tensid von 1:4 bis 4:1, vorzugsweise 2:3 bis 4:1, enthält.
8. Mittel nach Ansprüchen 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass es
1-30 Gew.%, vorzugsweise 3-15 Gew.% Acylcyanamidsalz der Formel I,
1-30 Gew.%, vorzugsweise 3-15 Gew.% synthetisches Aniontensid aus der Gruppe Alkylbenzolsulfonate,
Estersulfonate, Alkoholsulfate und deren Mischungen,
1-30 Gew.%, vorzugsweise 2-15 Gew.% synthetisches nichtionisches Tensid aus der Gruppe
Alkoholethoxylate, Alkylphenolethoxylate und deren Mischungen, und
10-97 Gew.% andere, übliche Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln
enthält.
9. Mittel nach Ansprüchen 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass es
1-30 Gew.%, vorzugsweise 3-15 Gew.% Acylcyanamidsalz der Formel I,
1-30 Gew.%, vorzugsweise 3-15 Gew.% synthetisches anionisches Tensid aus der Gruppe
Alkylbenzolsulfonate, Estersulfonate, Alkoholsulfate und deren Mischungen,
1-30 Gew.%, vorzugsweise 2-15 Gew.% synthetisches nichtionisches Tensid aus der Gruppe
Alkoholethoxylate, Alkylphenolethoxylate und deren Mischungen,
3-70 Gew.%, vorzugsweise 20-50 Gew.% Gerüstsubstanz, insbesondere aus der Gruppe Natriumtriphosphat,
Natriumaluminiumsilikat, Natriumnitrilotriacetat, Natriumalkanpolyphosphonat und deren
Mischungen,
0-40 Gew.%, vorzugsweise 1-30 Gew.% Peroxidbleichmittel, gegebenenfalls zusammen mit
Stabilisatoren und Aktivatoren,
0-20 Gew.%, vorzugsweise 0,05-10 Gew.% schaumregulierende Mittel,
0-94 Gew.% andere, übliche Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln
enthält.
1. Detergents for solid materials, particularly fabrics, containing at least one synthetic
anionic surfactant and at least one builder from the group comprising condensed phosphates
and phosphate substitutes, and optionally a nonionic surfactant, characterized in
that the anionic surfactant component consists completely or partly of an acylcyanamide
salt corresponding to the following general formula

in which Me represents sodium or potassium and R represents an alkyl or alkenyl radical
containing from 9 to 23 carbon atoms which may be substituted by hydroxyl or alkoxyl
groups.
2. A detergent as claimed in Claim 1, characterized in that the acylcyanamide salt
of formula I is the sodium salt in which the alkyl or alkenyl radical contains from
11 to 17 carbon atoms and is unsubstituted.
3. A detergent as claimed in Claim 1 or 2, characterized in that the acylcyanamide
salt is present in combination with at least one synthetic anionic surfactant from
the group comprising alkylbenzene sulfonates, ester sulfonates, alkane sulfonates,
olefin sulfonates, alcohol sulfates and alkyl polyglycol ether sulfates.
4. A detergent as claimed in Claim 1 or 2, characterized in that the acylcyanamide
salt is present in combination with at least one synthetic nonionic surfactant from
the group comprising alcohol ethoxylates and alkylphenol ethoxylates.
5. A detergent as claimed in Claim 3, characterized in that it contains from 1 to
30% by weight and preferably from 3 to 15% by weight of the acylcyanamide salt corresponding
to formula I, from 1 to 30% by weight and preferably from 3 to 15% by weight of a
synthetic anionic surfactant from the group comprising alkylbenzene sulfonates, ester
sulfonates, alcohol sulfates and mixtures thereof and from 40 to 98% by weight of
other standard detergent ingredients.
6. A detergent as claimed in Claim 4, characterized in that it contains from 1 to
30% by weight and preferably from 3 to 15% by weight of the acylcyanamide salt corresponding
to formula I, from 1 to 30% by weight and preferably from 2 to 15% by weight of a
synthetic nonionic surfactant from the group comprising alcohol ethoxylates, alkyl
phenol ethoxylates and mixtures thereof and from 40 to 98% by weight of other standard
detergent ingredients.
7. A detergent as claimed in Claims 1 to 6, characterized in that it contains from
2 to 50% by weight and preferably from 5 to 30% by weight of a combination of the
acylcyanamide salt of formula I and a nonionic surfactant of the general formula R-O{CH2-CH2-O}mH, in which R is an n-alkyl or n-alkenyl radical containing form 12 to 18 carbon atoms
and m has an average value of from 4 to 15, in a ratio by weight of acylcyanamide
salt to nonionic surfactant of from 1:4 to 4:1 and preferably from 2:3 to 4:1.
8. A detergent as claimed in Claims 1 to 7, characterized in that it contains from
1 to 30% by weight and preferably from 3 to 15% by weight of the acylcyanamide salt
corresponding to formula 1, from 1 to 30% by weight and preferably from 3 to 15% by
weight of a synthetic anionic surfactant from the group comprising alkyl benzene sulfonates,
ester sulfonates, alcohol sulfates and mixtures thereof, from 1 to 30% by weight and
preferably from 2 to 15% by weight of a synthetic nonionic surfactant from the group
comprising alcohol ethoxylates, alkyl phenol ethoxylates and mixtures thereof and
from 10 to 97% by weight of other standard detergept ingredients.
9. A detergent as claimed in Claims 1 to 8, characterized in that it contains from
1 to 30% by weight and preferably from 3 to 15% by weight of the acylcyanamide salt
of formula 1, from 1 to 30% by weight and preferably from 3 to 15% by weight of a
synthetic anionic surfactant from the group comprising alkylbenzene sulfonates, ester
sulfonates, alcohol sulfates and mixtures thereof, from 1 to 30% by weight and preferably
from 2 to 15% by weight of a synthetic nonionic surfactant from the group comprising
alcohol ethoxylates, alkyl phenol ethoxylates and mixtures thereof, from 3 to 70%
by weight and preferably from 20 to 50% by weight of a builder, more particularly
from the group comprising sodium triphosphate, sodium aluminium silicate, sodium nitrilotriacetate,
sodium alkane polyphosphonate and mixtures thereof, from 0 to 40% by weight and preferably
from 1 to 30% by weight of a peroxide bleach, optionally together with stabilizers
and activators, from 0 to 20% by weight and preferably from 0.05 to 10% by weight
of foam regulators and from 0 to 94% by weight of other standard detergent ingredients.
1. Produit de lavage et de nettoyage pour matériaux solides, en particulier pour textiles,
contenant au moins un agent tensio-actif synthétique anionique et au moins un adjuvant
de détergence choisi parmi des phosphates condensés et des substances de remplacement
des phosphates, ainsi qu'éventuellement un agent tensio-actif non ionique, caractérisé
en ce que la fraction des agents tensio-actifs anioniques est constituée en partie
ou en totalité d'un sel d'acylcyanamide de formule générale:

dans laquelle Me représente le sodium ou le potassium, et R représente un radical
alkyle ou alcényle ayant de 9 à 23 atomes de carbone, qui peut être substitué par
des groupes hydroxyle ou alc- oxy.
2. Produit selon la revendication 1, caractérisé par le fait qu'en ce qui concerne
le sel d'acylcyanamide de formule I, il s'agit du sel de sodium dans lequel le radical
alkyle, ou respectivement alcényle, contient de 11 à 17 atomes de carbone et n'est
pas substitué.
3. Produit selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le sel d'acylcyanamide
se trouve en combinaison avec au moins un agent tensio-actif synthétique anionique
choisi parmi des alkylbenzènesulfonates, des estersulfonates, des alcanesulfonates,
des oléfinesulfonates, des sulfates d'alcools et des alkylpolyglycoléthersul- fates.
4. Produit selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le sel d'acylcyanamide
est présent en combinaison avec au moins un agent tensio-actif synthétique non ionique
choisi parmi des produits d'oxyéthylation d'alcools et des produits d'oxyéthylation
d'alkylphénols.
5. Produit selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'il contient:
1-30% en poids, de préférence 3-15% en poids d'un sel d'acylcyanamide de formule I,
1-30% en poids, de préférence 3-15% en poids d'un agent tensio-actif synthétique anionique,
choisi parmi des alkylbenzènesulfonates, estersulfonates, sulfates d'alcools et des
mélanges de ceux-ci, ainsi que,
40-98% en poids d'autres composants usuels de produits de lavage et de nettoyage.
6. Produit selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'il contient:
1-30% en poids, de préférence 3-15% en poids d'un sel d'acylcyanamide de formule I,
1-30% en poids, de préférence 2-15% en poids d'un agent tensio-actif synthétique non
ionique choisi parmi des produits d'oxyéthylation d'alcools, des produits d'oxyéthylation
d'alkylphé- nols ou des mélanges de ceux-ci, ainsi que 40-98% en poids d'autres composants
usuels de produits de lavage et de nettoyage.
7. Produit selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'il
contient 2-50% en poids, de préférence 5-30% en poids d'une combinaison d'un sel d'acylcyanamide
de formule 1 et d'un agent tensio-actif non ionique de formule R-O(CH2-CH2-O)m-H, dans laquelle R représente un groupe n-alkyle ou n-alcényle ayant de 12 à 18 atomes
de carbone, et m a une valeur moyenne allant de 4 à 15, avec un rapport pondéral du
sel d'acylcyanamide à l'agent tensio-actif non ionique allant de 1:4 à 4:1, de préférence
de 2:3 à 4:1.
8. Produit selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'il
contient: 1-30% en poids, de préférence 3-15% en poids d'un sel d'acylcyanamide de
formule I,
1-30% en poids, de préférence 3-15% en poids d'un agent tensio-actif synthétique anionique
choisi parmi des alkylbenzènesulfonates, estersulfonates, sulfates d'alcools et des
mélanges de ceux-ci,
1-30% en poids, de préférence 2-15% en poids d'un agent tensio-actif synthétique non
ionique choisi parmi des produits d'oxyéthylation d'alcools, des produits d'oxyéthylation
d'alkylphé- nols et des mélanges de ceux-ci, et
10-97% en poids d'autres composants usuels de produits de lavage et de nettoyage.
9. Produit selon l'une quelconque des revendications 1 - 8, caractérisé en ce qu'il
contient: 1-30% en poids, de préférence 3-15% en poids d'un sel d'acylcyanamide de
formule I,
1-30% en poids, de préférence 3-15% en poids d'un agent tensio-actif synthétique anionique
choisi parmi des alkylbenzènesulfonates, estersulfonates, sulfates d'alcools et des
mélanges de ceux-ci,
1-30% en poids, de préférence 2-15% en poids d'un agent tensio-actif synthétique non
ionique choisi parmi des produits d'oxyéthylation d'alcools, des produits d'oxyéthylation
d'alkylphé- nols et des mélanges de ceux-ci,
3-70% en poids, de préférence 20-50% en poids d'un adjuvant de détergence, choisi
en particulier parmi le triphosphate de sodium, l'aluminosilicate de sodium, le nitrilotriacétate
de sodium, un al- canepolyphosphate de sodium et des mélanges de ceux-ci,
0-40% en poids, de préférence 1-30% en poids d'un agent de blanchiment de type peroxyde,
éventuellement conjointement avec des stabilisants et des activateurs, 0-20% en poids,
de préférence 0,05-10% en poids d'un agent régulateur de mousse,
0-94% en poids d'autres composants usuels de produits de lavage et de nettoyage.