[0001] Die Erfindung betrifft eine Mantelwand mit einem bevorzugt aus Beton ausgeführten
Kern, der an der Baustelle gefertigt, die tragenden und aussteifenden Aufgaben übernimmt,
während ein- oder beidseitig des Kerns ausgebildete, schalstein- oder plattenförmige,
wärmedämmende Baustoffe zu einer verlorenen Einwegschalung zur Aufnahme und Abdeckung
des Kerns ausgebildet sind.
[0002] Eine derartige Mantelwand wird z.B. in der CH-A-482 883 beschrieben. Dabei sind die
Schalungswände, bzw. die verlorene Schalung mit Hilfe von Distanzhaltern verbunden,
wobei die vertikal stehenden, durch Nut und Federn verbundenen Leichtbauplatten derart
positioniert sind, daß die Federn in gleicher Höhe übereinander angeordnete, lotrechte
Schlitze aufweisen, in welche die Distanzhalter eingeklinkt sind.
[0003] Ein Distanz- oder Abstandshalter für die Schalungsplatten von Füllbetonmauerwerk
beschreibt auch die DE-A-29 31 563, die zu diesem Zweck einenDraht vorschlägt, der
an mindestens einem Ende ein Paar zum Erfassen eines Plattenrandes dienender Querdrahtstücke
umfasst, die nach unten und oben über den Längsdraht vorstehen.
[0004] Abstandshalter für Mantelwände mit Schalung Werden auch in der FR-A-1 544 405 abgeleitet.
Diese greifen über Haken in an der Schalung angebrachte und in diese versenkte Leisten
ein, wobei in der Schalung entsprechende Aussparungen zur Aufnahme und Befestigung
der Leisten vorgesehen sind.
[0005] Es hat sich aber gezeigt, daß die bekannten Hohlbauwände und die gegebenen Möglichkeiten
ihres Zusammenhalts in Verbindung mit einem tragenden Kern, insbes. aus Beton, noch
nicht allen Anforderungen genügen, insbesondere im Hinblick auf eine grundsätzliche
Nutzung des Hohlraums, auf eine schnelle örtliche Montage und eine optimale Verbindung
von Schalung (und Abdeckung), Hohlraum und Kern einerseits und Schalung, Hohlraum,
Kern und Dämmstoff andererseits.
[0006] Wichtigstes Merkmal einer Mantelwand mit verlorener Schalung ist die Erfüllung der
Forderung nach optimalem Wärmeschutz einerseits und druckfester Verschalung andererseits.
Es ist jedoch allgemein bekannt, daß nur grobporige, leichte, d.h. relativ weiche
Dämmstoffe als Verschalungsmaterial befriedigenden Wärmeschutz liefern, was naturgemäß
nur auf Kosten einer verminderten Schalungsfestigkeit (Härte) ermöglicht wird. Diese
wiederum läßt sich nur mit zug- und druckfesten, d.h. harten und schweren Schalungsmaterialien
erzielen, sodaß vielfach ein Kompromiss notwendig ist, um alle Auflagen, nämlich Grobporigkeit
und geringes Gewicht bei ausreichender Festigkeit und Härte, zu erfüllen. Da derartige
Optimalbaustoffe bisher noch nicht entwickelt wurden, wendet man im allgemeinen sogenannte
halbharte Dämmstoffe als Material für eine verlorene Schalung an, die zwar ein gewisses
Mass an Festigkeit erreichen, andererseits aber hinsichtlich ihrer Dämmfähigkeit erheblich
ungünstiger liegen, als die bekannten, sogenannten leichten Dämmstoffe.
[0007] Insbesondere bei Beton als Baumaterial für den tragenden Kern einer Hohlbauwand mit
Schalung ist die Primärforderung an die Eigenschaften der Dämmstoffe durch eine Mindestfestigkeit
für die Schalung gegeben, damit die beidseitig des auszubildenden Kerns (aus Nassbeton
beim Eintrag) angebrachte Schalung mit ausreichender Stabilität den Kern aufnimmt
und abstützt.
[0008] Es versteht sich, daß die Anforderungen an den Dämmstoff auf der Aussenseite der
Wand, d.h. auf der ins Freie führenden Wandseite, andern bauphysikalischen Anforderungen
unterliegen, als vergleichsweise die Innenseite einer Außenmauer oder Außenwand eines
Gebäudes. Man hat dieserhalb bereits vorgeschlagen, und dies teilweise auch mit Erfolg
praktiziert, den Dämmstoff ungleich auf den Kern, insbesondere Betonkern, zu verteilen,
d.h. ihn außen in größerer Schichtdicke als innen anzubringen. Nachteilig bei einer
derartigen Bauweise erweist sich aber offensichtlich die nunmehr eintretende statische
Schwächung des Innenbelags, der aber beim Einbringen des Betons den gleichen Druckbeanspruchungen
unterliegt wie der relativ dicke Außenbelag.
[0009] Die Möglichkeit, den Beton in die Schalung (Schalung mit gleicher oder ungleicher
Wanddickenverteilung) schrittweise einzutragen, d.h. die Wand in zeitlichen Abständen
aufzubauen, scheitert natürlich immer dann, Wenn großflächige Bauten bzu. Wände in
kürzester Zeit erstellt werden sollen. !
[0010] Bei tragenden Innenwänden ist die Mantelbauweise mit verlore- ner Schalung aus Gründen
des Wärmeschutzes zunächst nicht ge- boten und aufgrund der durch die Mantelbauweise
gegebenen Verdickung auch nicht unbedingt sinnvoll.
[0011] Zwar wäre theoretisch ein Ausweg durch Anbringung von (z.B.) dünnerer Mantelplatten
(Schalung) möglich, doch kann dies nur auf Kosten der Stabilität erfolgen, d.h. die
Schwächung der Schalung wird Weiter erhöht.
[0012] Der naheliegende Ausweg, die Innenwände in herkömmlicher Massivbauweise zu errichten
hat den Nachteil, daß unterschiedliche Materialien für den Aufbau des Gebäudekomplexes
verwendet werden müßen und auch unterschiedliche Gerätschaften erforderlich sind,
einmal Material und Gerät für die Erstellung der aus Beton, ggf. auch aus Mauerwerk,
gefertigten Außenwände mit verlorener Schalung, und zum andern Material und Gerätschaften
für die in Massivbauweise zu errichtenden Innenwände.
[0013] Es ist jedoch für den Fachmann selbstverständlich, daß eine derartige Verfahrensweise
aufgrund außergewöhnlicher Belastungen umgangen wird. Erschwert wird dieses Verfahren
zusätzlich dann, wenn die nichttragenden Innen-Trennwände in heute üblicher Leichtbauart
ausgeführt werden, sodaß nochmals ein anderer Baustoff und andere Geräte notwendig
werden.
[0014] Man ist daher in jüngster Zeit vielfach dazu übergegangen, wo immer diese Möglichkeit
besteht, zusammen mit den Mantelwänden mit verlorener Schalung auch die tragenden
Innenwände in gleicher Bauart auszuführen, was naturgemäß -uegen der Dicke von mit
Dämmstoff-Mantelplatten ausgerüsteten tragenden Innenwändennur auf Kosten der Zimmergrundfläche
erfolgen kann.
[0015] Ein weiteres Problem, das gerade in heutiger Zeit von erheblicher Bedeutung ist,
liefert die Verlegung von Installationsleitungen und -anschlüße in die Außenwände
von Gebäuden. Das nachträgliche Eingraben von derartigen Leitungssystemen usw. in
den raumseitigen Dämmstoffmantel der beschalten Aussenwand führt jedoch erfahrungsgemäß
in den meisten Fällen zu Schäden im Bereich des Uärmeschutzes, da Schlitze und Ausschnitte
( in der inneren Schalung) die Wärmedämmung örtlich beeinflußen, sodaß beispielsweise
die gefürchtete Bildung von Kältebrücken nicht ausbleibt.
[0016] Im Rahmen der Weiterentwicklung von Mantelwänden mit verlorener Schalung wurde nun
überraschenderweise gefunden, daß die vorstehend angesprochenen Problem weitgehend
gelöst und/oder beseitigt werden können, wenn man den Aufbau von Mantelwänden mit
verlorener Schalung nach den Erkenntnissen der Erfindung durchführt.
[0017] Diese besteht im wesentlichen darin, daß bei einer raumseitig, d.h. innen hohlen
Außen-Mantelwand der Wärmedämmstoff ausschließlich an der Außenseite angebracht wird
während die Innenseite der Außenwand, sowie beide Seiten der tragenden Innenwände,
mit einer harten Einweg-Schalung von relativ geringer Dicke (Einuegdünnschalung) versehen
sind. Um den Druck des Uandkerns, im speziellen Falle des Betons, aufzunehmen, ist
die Einwegdünnschalung mittels im Abstand gehaltener, rippenähnlicher Lattenstücke
verstärkt.
[0018] Hierdurch bedingt, ergeben sich nach Aufbringung der raumseitigen Wandbekleidung
zwischen dieser und der Hartschalung (Einwegdünnschalung) raumseitige Hohlkörper,
deren Ausdehnung in der Horizontalebene durch die Größe der vorstehend erwähnten und
weiter unten noch näher abgeleiteteten Abstandshalter variieren läßt und die in der
Vertikalebene keiner Beschränkung unterliegen.
[0019] Diese Hohlkörper bieten gegenüber konservativ aufgebauter Nentelwände, insbes. Mantelbetonwänden,
eine Anzahl funktioneller Vorteile und Verbesserungen, die sich insbes. in einem erheblich
verbesserten Schallschutz, in einem zusätzlichen Wärme- dämmschutz und in der Möglichkeit
der Verwendung der Hohlkörper für die Installation von Energieträgern wie Heizungsrohre
usw. anbieten.
[0020] Erfindungsgemäß wird die verlorene Einweg-Dünnschalung bei tragenden Innenwänden
beidseitig, bei der Außenwand jedoch nur innenseitig, mittels Rippenlatten versehen,
die ihrerseits zu Arretierungslatten überleiten, die wiederum die Uandbekleidung,
z.B. aus Gipskarton-Trockenputzplatten, festhalten. Durch die über Rippenlatten mit
Hilfe der Arretierungen im Abstand von der Einweg-Dünnschalung gehaltene Wandbekleidung
bilden sich die vorstehend genannten Hohlkörper aus, deren Querschnitt variierbar
ist, sodaß auch größer-volumige Rohrleitungen oder andere Versorgungselemente beliebig
untergebracht werden können.
[0021] Für den Aufbau der Außenwand gelten einseitig, d.h. nach innen, grundsätzlich gleiche
Regeln. Der Dämmstoff ist jedoch -entgegen bisheriger Bauweise- insgesamt auf der
Außenseite der Außenwand verlegt. Dies hat den Vorteil, daß einmal die gesamte Dämm-
stoffmasse, bzw. die gesamte Masse des Dämmstoffmantels, ausschließlich außen angebracht
ist und damit an der thermisch schwächsten Stelle (Außenseite) der Wand voll wirksam
wird. Zum andern ist durch den Wegfall der Aufteilung des Dämmstoffmantels in Innen-
und Außenbelag, d.h. durch die Aufbringung der gesamten Dämmstoffmasse auf der Außenseite
auch eine erhöhte Schalungsfestigkeit gegeben.
[0022] Der Kern der Außenwand, insbesondere aus Beton (in manchen Fällen auch auf Mauerwerk
anwendbar) ist durch die Konzentration des Dämmstoffs auf der Außenseite gegen Heizwärmeverlust
optimal geschützt, während der Wärmezugang raumseitig nicht oder nur unbedeutend behindert
wird. Der raumseitig aus Einweg-Dünnschalung, Rippenplatten und Wandverkleidung gebildete
Hohlkörper bildet eine echte Uärmebremse, sodaß nicht nur eine zeitlich verbesserte,
d.h. schnellere Raumeruärmung angeboten wird, sondern auch eine zusätzliche Wärmedämmung:
bei beidseitig mit Hohlkörpern ausgestatteten tragenden Innenwänden durch die Hohlkörper
selbst, bei einseitig mit Hohlkörper ausgestatteter Außenwand (Hohlkörper innen) durch
den Hohlkörper und die Außendämmung.
[0023] Der raumseitige Hohlkörper (raumseitig hohle Wandschicht) verbindet somit die Vorteile
einer optimalen Wärmedämmung mit der Möglichkeit, Versorgungselemente wie Rohrleitungen,
Uärmeaustauscher, Kabel usu. unsichtbar, aber rationell und ohne Schädigung der Wand
zu verlegen und beliebig zugänglich zu machen.
[0024] Es versteht sich, daß das gesamte Volumen der Hohlkörper auch direkt wirkende Heiz-
und/oder Kühlelemente aufnehmen kann, ebenfalls ist der Einbau einer Warmwasserführung
z.B. für eine-Niedertemperatur-Warmwasser-Wandheizung möglich. Eine solche kann z.B.
innerhalb des Hohlkörpers serpentinenartig etwa im unteren Bereich installiert sein,
was ohne zusätzlichen Aufwand für umfangreiche Uandbefestigungen durchführbar ist.
Die vom Warmwasser-Heizungssystem erwärmte Luft im Hohlkörper steigt innerhalb desselben
nach oben und führt in kürzester Zeit zu einem Temperaturausgleich im Hohlkörper und
damit im Gesamtbereich der Wandfläche. Über diese wird der größte Teil der Uärme (oder
Kühlung) in den benachbarten Raum übertragen, während der Rest vom energiespeicherungsfähigen
Kern, insbes. Betonkern, aufgenommen und als Energiereserve festgehalten bzw. gespeichert
wird.
[0025] Umgekehrt können natürlich in klimatisch heißen Ländern im oberen Bereich der Hohlkörper
beispielsweise Kaltwasser-Kühlrohre verlegt werden, welche die Wärme aus der überhitzten
Wand aufnehmen und -etwa über eine Uärmepumpe- in ein Warmwasser-Reservoir ableiten.
Gleichzeitig wird der dem Hohlkörper benachbarte Raum gekühlt.
[0026] Hingewiesen sei auch noch -ohne daß dadurch die Vorteile der neuen raumseitig hohlen
Mantelwand erschöpft sind- auf den schallschützenden Vorsatzschaleneffekt hingewiesen,
der eine erhebliche Verbesserung des Luftschallschutzes ergibt. Die über die Wandbekleidung
in den tragenden Kern eindringenden Schallwellen werden im Hohlkörper in erheblichem
Maße absorbiert, sodaß sie nur noch in untergeordneter Wirkung den Wandkern erreichen.
[0027] Gemäß der Erfindung ist die Einweg-Dünnschalung, vorzugsweise aus ca. 4 mm starkem
kunststoffbeschichtetem Sperrholz (ohne daß hierdurch eine Einschränkung gegeben ist)
mit abstandsweise daran befestigten Lattenstücken rippenartig verstärkt. Diese weisen
an ihren Enden Ausklinkungen auf, in die die bereits angesprochenen Arretierungslatten
eingreifen. Es ensteht ein schalungsartiger Mantelplattenverband, der durch die Verkleidungsplatten
zum eigentlichen Hohlkörper wird. Die raumseitige Wandbekleidung, etwa aus Gipskarton-Trockenputzplatten,
werden wahlweise an den vertikal angeordneten Schalungsrippen- latten oder an den
horizontal liegenden Arretierlatten befestigt.
[0028] Die Arretierungslatten sind über sogenannte Verspannungsbänder schalungsmäßig verbunden.
Die Verspannungsbänder bestehen vorwiegend aus auf Wandmaß gelängten Bandeisenabschnitten.
Zu ihrer Aufnahme in den Arretierungslatten Weisen letztere an beiden Enden mittige
Einschnitte auf, in die die beiden Bandenden eingeschoben und mit Hilfe einfacher
Stifte, Nägel, Schrauben oder Nieten befestigt werden.
[0029] Auch die Lattenstücke zur rippenartigen Verstärkung der Einweg-Dünnschalung werden
an letzterer durch Schrauben, Nägel usw. festgehalten. Die Lattenstücke weisen an
den bereits erwähnten Ausklinkungen verlängerte Kerbschnitte auf, die für eine spätere
Nachkerbung zur Erweiterung der Ausklinkungen vorgesehen sind. Dies ist vor allem
dann der Fall, wenn Installationsleitungen im Hohlkörper vorgesehen sind.
[0030] Die Erfindung und ihr Zusammenwirken wird nachfolgend anhand der Figuren
1 bis 5 näher erläutert, ohne daß hierdurch im Rahmen üblicher fachmännischer Erkenntnisse
eine Einschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens gegeben ist.
[0032]
Fig. 1: in Draufsicht den schematischen Aufbau einer tragenden, beidseitig mit Hohlkörper
ausgestatteten Innenuand;
Fig. 2: das Zusammenwirken von rippenverstärkter Einweg-Dünnschalung rippenförmig angeordneten
Lattenstücken;
Fig. 3: den Verbund eines Verspannelements zwischen Arretierungslatten; ;
Fig.3a: das Endstück einer Arretierungslatte;
Fig. 4: den Gesamtaufbau eines Ausschnitts aus einer Außenwand mit nur einseitig,
d.h. innen vorgesehenem Hohlkörper;
Fig. 5: den Gesamtaufbau eines Ausschnitts aus einer tragenden Innenwand.
[0033] Es sei ausdrücklich betont, daß den Figuren kein Maßstab zugrunde liegt.
[0034] Gemäß Fig.1 besteht die tragende Innenwand aus dem eigentlichen tragenden Kern (11),
insbesondere aus Beton, der beidseitig von der Einweg-Dünnachalung (2) abgestützt
ist. Die Einweg-Dünnschalung (2) ist beispielsweise in Streifen von 24,5 cm Breite
verlegt, obwohl selbstverständlich jede andere Größenordnung verwendet werden kann.
Im Abstand zur Einweg-Dünnschalung (2) sind Lattenstücke (1) zur rippenmäßigen Verstärkung
der Schalung (2) angebracht. Die Lattenstücke stehen bevorzugt mit ihrer Schmalkante
auf der Einweg-Dünnschalung auf und liefern so eine Stütze für die Arretierungslatten
(5). Ebenfalls in Abständen und quer bzw. durch den Kern (11) verlaufend sind Verspannungsbänder
(7) vorgesehen, die mit ihren Enden in Schlitze (6) -vergl. Fig.3- der Arretierungslatten
(5) eingeschoben sind. Die Verspannungsbänder (7) werden in den Schlitzen (6) der
Arretierlatten (5) mit Hilfe von Nägeln, Schrauben, Klemmen oder anderes (8) gehalten.
Die Lattenstücke (1) sind ihrerseits an der Einweg-Dünnschalung (2) ebenfalls mit
Hilfe von Nägeln, Schrauben usw. (8') befestigt.
[0035] Wie aus Fig.2 ersichtlich, weisen die Lattenstücke (1), die an die Dünnschalung (2)
angrenzen bzw. an diese anstoßen, hälftig ausgebildete Ausklinkungen (4) auf, in die
die Arretierungslatten (5) eingelegt werden können. Ein verlängerter Kerbschnitt (3)
in den Lattenstücken (1) dient der späteren Nachkerbung zur Erweiterung der Ausklinkung
(4). Ein ebensolcher, bedarfsmäßiger Nachschnitt zur Erweiterung der Ausklinkung (4),
insbesondere nach der Kernbetonabhärtung, ist mit (12) bezeichnet.
[0036] Wie die Figuren 3 und 3a zeigen, wird das Verspannungsband (7) zur schalungsmäßigen
Verbindung der Arretierungslatten (5) in den Schlitz (6) eingeschoben und durch Schrauben
oder Nägel usw. vorgesehen (8) gehalten. Im Verspannungsband (7) sind Schlitze (10),
in die Blechkeile (9) zur raumseitigen Anspannung des aus Lattenstücken (1), Einweg-Dünnschalung
(2) und Arretierungslatten (5) gebildeten Systems eingesetzt werden können.
[0037] Gemäß Fig.4 ist die erfindungsgemäße Mantelwand mit verlorener Schalung bei der Anwendung
auf die tragende Außenwand nur einseitig, d.h. nach innen, mit einem Hohlkörper ausgestattet
(selbst nicht dargestellt). Die Außenseite der Außenwand ist mit der Abdämmung (16),beispielsweise
aus Hartschaum oder Mehrschicht-Bauplatten (Leichtbauplatten),versehen, auf die abschließend
der Außenputz (17), beispielsweise aus glasfaserarmiertem Dispersions- dünnputz,folgt.
Die äußere Arretierungslatten(5') greifen dabei unter Ausbildung einer Nut- und Feder-Verbindung
in der Dämmstoffplatte (16) ein.
[0038] Raumseitig, d.h. innenseitig der Außenwand und beidseitig tragender Innenwände (Fig.5)
folgt auf die harte Einweg-Dünnschalung (2) die Vielzahl der Lattenstücke (Abstandshalter)
(1) und abschließend die raumseitige Wandbekleidung (15), die wahlweise an den vertikal
angeordneten Lattenstücken (1) oder an den horizontal liegenden Arretierungslatten
(5) durch Nägel, Schrauben usw. (8,8') Neben dem eingangs bereits erwähnten schnellen
und besonders rationellen Aufbau der erfindungsgemäßen, raumseitig hohlen, mehrschichtigen
Mentelwand, der bedingt ist durch die Kombination des aus Uandkern, ein- oder beidseitiger
Einweg-Dünnschalung, ein- oder beidseitig des Kerns angebrachten Lattenstücken zur
rippenartigen Verstärkung der Dünnschalung und abschließender raumseitiger Wandbekleidung
mit den lediglich aus Holzlatten (Arretierlatten), Nägeln oder Schrauben (z.B. Holzschrauben)
und ublichem Bandeisen gefertigten Verspannungsbanden aufgebauten Spannelementen,
sind die weiteren Vorteile der Erfindung insbes. auch im Bereich der Raumheizung und
-kühlung zu suchen.
[0039] Es versteht sich, daß der erfindungsgemäße Wandaufbau unter Mitwirkung der ebenfalls
erfindungsgemäßen Spannelemente nicht nur und ausschließlich auf einen aus Beton gefertigten
Mauerkern anwendbar ist, sondern auch bei Kernen aus Steinmauerwerk voll zur Wirkung
kommt. Zwar ist hier das Problem der zeitlichen Verzögerung des Abbindens des Beton
nicht gegeben, doch ist die Ausbildung des erfindungsgemäßen Hochlraums mit oder ohne
Einschalung aber unter grundsätzlicher Anwendung der erfindungsgemäßen Abstandshalter
(Lattenstücke (1), Verspannungsbanden (7) und Arretierlatten (5)) insbesondere für
die Beheizung oder Kühlung der Wand von größter Bedeutung.
[0040] Unabhängig vom Kernmaterial, jedoch mit dem im Abstand gehaltenen Wandbelag (Wandbelag-Vorsatzschale)
läßt sich jeder beliebige Hohlraum aufbauen und in diesen praktisch jedes beliebige
Heiz- oder Kühlsystem einbauen, wobei die hervorragenden schallabsorbierenden Eigenschaften
des Hohlraums zu einer Optimierung beitragen.
[0041] Natürlich sind dabei die der Heizung oder Kühlung dienenden Rohrsysteme in die Hohlwand
bzw. den Hohlkörper so eingebaut und ausgerichtet, daß unter Berücksichtigung von
Schädigungen durch Nägel (bei Kunststoffrohren) usw. alle Sicherheitsmaßnahmen beachtet
werden. Entsprechende Abstandshalter, Flansche, Rohrbögen, Nagelschutzbleche, Isolierungen
usw. sind selbstverständlich.
[0042] Entscheidend ist natürlich die Auflage, daß mit den Maßnahmen der Erfindung -Mantelwandsystem
insgesamt; Spannelemente- dem gesamten, der Wandfläche entsprechenden Hohlraum die
gewünschte Energie (Heizung oder Kühlung) optimal und in einfachster Ueise zugeführt
werden kann. Dabei spielt die durch die Erfindung gegebene Variierung der Energiebeaufschlagung
der Wandhohlräume dann eine besondere Rolle, wenn z.B. eine tragende Innenwand zwischen
zwei beheizten (oder gekühlten) Räumen gelegen ist oder wenn eine tragende Innenwand
zwischen einem beheizten und einem nicht beheizten Raum vorliegt, etwa mit Dämmschicht
auf der Kaltraumseite, was einer einseitig mit Hohlraum versehenen Außenwand nahe-
bzw. gleichkommt.
[0043] Schließlich sei noch die Möglichkeit der gesteuerten, von einem Heiß- oder Kaltluftventilator
betriebenen Luftumwälzung durch den gesamten oder -mit Hilfe von Klappen bzw. Schiebern
erreichten- geteilten Hohlraum erwähnt, die vornehmlich der rohrunabhängigen Klimatisierung
dient.
1. Raumseitig hohle mehrschichtige Mantelwand für tragende Wände, die bei Verwendung
als Außenwand auf der Außenseite einen Dämmstoffmantel aufweist und ggf. mit einem
Außenputz versehen ist, während raumseitig der Außenwand und beidseitig der tragenden
Innenwände jeweils eine harte Einweg-Dünnschalung vorgesehen ist, gekennzeichnet durch
die Kombination folgender Merkmale:
a) die harte Einweg-Dünnschalung (2) ist mittels abstandsweise rippenähnlich aufgebrachter
vertikaler Lattenstücke (1) schalungsmäßig verstärkt;
b) die Lattenstücke (1) stehen mit ihrer Schmalseite aus und weisen an ihren Enden
Ausklinkungen (4) auf, in die horizontal angeordnete Arretierlatten (5) eingreifen;
c) die Arretierlatten (5) bilden zusammen mit Verspannungsbändern (7) die Verspannungselemente;
d) die raumseitige Wandbekleidung (15) ist wahlweise an den Lattenstücken(1) oder den Arretierlatten
(5) befestigt und bildet in Verbindung mit der Einweg-Dünnschalung (2) einen Hohlraum.
2. Raumseitig hohle mehrschichtige Mantelwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei Verwendung als Außenwand die Arretierlatten (5) nutundfedermäßig in die außenseitig
der Außenwände angeordneten Dämmstoffplatten (16) eingreifen während die Halterung
der Arretierplatten (5) an den Lattenstücken (1) mittels Blechkeilen (9) hinter der
Einweg-Dünnschalung (2) erfolgt.
3. Raumseitig hohle mehrschichtige Mantelwand nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Arretierlatten (5) mit den Verspannungsbändern (7) und den lösbaren Blechkeilen
(9) in mittigen Schlitzen (10) der Verspannungsbänder (7) insgesamt das Verspannungselement
bilden.
4. Raumseitig hohle mehrschichtige Mantelwand nach Ansprüchen 1 - 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lattenstücke (1) an den Ausklinkungen (4) verlängerte Kerbschnitte (3) aufueisen,
welche einen späteren Nachschnitt zur Erweiterung (12) ermöglichen.
5. Raumseitig hohle mehrschichtige Mantelwand nach Anspruch 1, . dadurch gekennzeichnet,
daß der aus Einweo-Dünnschalung (2), Lattenstücken (1), Arretierlatten (5) und raumseitiger
Wandbekleidung (15) gebildete Hohlraum derart bemessen ist, daß er zur Aufnahme von
Energieversorgungselementen geeignet ist.
6. Raumseitig hohle mehrschichtige Mantelwand nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Kern (11) aus Beton oder Steinmauerwerk gefertigt ist.
7. Raumseitig hohle mehrschichtige Mantelwand nach Ansprüchen 1 - 6, dadurch gekennzeichnet,
daß in den Hohlraum nach Anspruch 5 eine Warmwasser-Umwälzvorrichtung oder eine Kaltwasser-Umwälzvorrichtung
oder eine Warm- oder Kaltluft-Umwälzung verlegt ist
8. Raumseitig hohle mehrschichtige Mantelwand nach Ansprüchen 1 - 7, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Halterung der Verspannungsbänder (7) in den Arretierlatten (5) Schlitze (6)
vorgesehen sind, in die die Enden der Verspannungsbänder (7) eingeschoben und durch
Nägel, Schrauben usu. (8) befestigt werden.
9. Raumseitig hohle mehrschichtige Mantelwand nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lattenstücke (1) and der Einweg-Dünnschalung (2) durch Nägel, Schrauben usw.
(8') befestigt werden.