[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Verkleidung zum Schutz funktechnischer Anlagen,
insbesondere von Antennen, gegen Witterungseinflüsse, nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Gegenstand der EP-B-0 031 039 mit gegenüber dem vorliegenden Patent älterer Priorität
ist ein Aufbau einer turmartigen Verkleidung für schlanke Antennenmaste oder dergleichen
aus einzelnen separaten Schüssen, die einenends starr an einem mastseitigen Tragwerk
befestigt und andernends axial beweglich gehalten sind und mit dem benachbarten Schuß
eine Bewegungsfuge bilden. Der axial bewegliche Rand jedes Schusses ist dabei quer
zur Achse des Mastes gegen diesen abgestützt, so daß die Ränder benachbarter Schüsse
nicht außer Flucht geraten können und dadurch die Bewegungsfuge nach außen hin mittels
eines kräftigen Abdeckbandes problemlos abgedeckt und abgedichtet werden kann. Auf
diese Weise können insbesondere bei Windbelastungen auftretende Geräusche und schnell
wechselnde Zug-und Beulbeanspruchungen der Verkleidung durch Schwingungsausschläge
des Antennenmastes vermieden werden, ohne auf eine rundum und über die gesamte Höhe
geschlossene, einstückig wirkende Verkleidung des Mastes zu verzichten.
[0003] Der Gegenstand der EP-B-0 031 039 ist in seiner Anwendbarkeit jedoch darauf beschränkt,
daß hülsenförmige Schüsse der Verkleidung an beiden Enden Verbindung zu entsprechenden
Tragwerken besitzen, wobei einenends die vollständig starre Befestigung und andernends
die Lagesicherung quer zur Achse des Mastes erfolgt. An Stellen, an denen aus den
verschiedensten Gründen eine Bewegungsfuge in einer solchen Verkleidung gewünscht
wird, stehen jedoch nicht immer Tragwerke zur Verfügung, um die benachbarten Ränder
der Verkleidungsteile lagezusichern. Insbesondere bei Schüssen großen Umfangs können
so Bewegungsfugen in dem Bereich zwischen übereinander benachbarten Tragwerken zusätzlich
erwünscht sein. Bei kuppelartigen Verkleidungen von Radarantennen etwa liegt in der
Regel nur bodenseitig ein Tragwerk vor, während die Kuppel als solche freitragend
ist. Auch bei derartigen und ähnlichen konstruktiven Ausbildungen von Verkleidungen
können jedoch Bewegungsfugen erwünscht sein, um Verformungen durch Windbelastungen,
Beanspruchung durch Wärmedehnungen usw. spannungsfrei aufzunehmen, um insbesondere
Klebestellen zwischen einzelnen Segmenten zu entlasten, da eine dortige Rißbildung
zu einem Eindringen von Feuchtigkeit führen kann.
[0004] Ausgehend vom Gegenstand der EP-B-O 31 039 liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Verkleidung dieser Gattung mit Bewegungsfugen auch dann zu ermöglichen, wenn
im Bereich der Bewegungsfuge kein bauseitiges Tragwerk zur Abstützung der Ränder der
Bewegungsfuge zur Verfügung steht.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1.
[0006] Dadurch, daß beide Ränder der Bewegungsfuge in einem Abstand vom Tragwerk liegen,
ist Freizügigkeit hinsichtlich der Positionierung der Bewegungsfuge entsprechend den
Bedürfnissen des Einzelfalles erzielt. Dadurch, daß die Ränder nach Art eines Stufenfalzes
einander seitlich überdeckende, in Bewegungsrichtung weisende Vorsprünge besitzen,
in deren Überdeckungsabschnitt eine in Bewegungsrichtung angeordnete Gleitfläche liegt,
stützen sich die Hüllenteile im Bereich ihrer Ränder gegenseitig derart ab, daß die
der Bewegungsfuge benachbarten Ränder der Hüllenteile zueinander fluchtend abgestützt
sind und eine einwandfreie äußere Abdeckung erfolgen kann, ohne daß auf quer zur Ausgleichsrichtung
der Bewegung liegende Relativbewegungen der Ränder Rücksicht genommen werden braucht.
Auf diese Weise kann in jeglichergeschlossenflächigenverkleidung an praktisch beliebiger
Stelle eine Bewegungsfuge vorgesehen werden, ohne die Funktion und das Aussehen der
Verkleidung zu beeinträchtigen und ohne auf mögliche Abstützungen an Tragwerken im
Bereich der Bewegungsfuge angewiesen zu sein.
[0007] Die Unteransprüche haben vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zum Inhalt.
[0008] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung einer Ausführungsform anhand der Zeichnung.
[0009] Die einzige Figur der Zeichnung zeigt einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Verkleidung
senkrecht zu einer darin angeordneten Bewegungsfuge.
[0010] In der Zeichnung ist mit 1 eine Hülle aus Polyurethan-Hartschaum bezeichnet, welche
die erfindungsgemäße Verkleidung bildet und an in der Zeichnung nicht sichtbaren Stellen
an einem bauseitigem Tragwerk abgestützt ist. Aus den verschiedensten Gründen, so
etwa durch verformende Windbeanspruchungen und Wärmedehnungen treten in der Hülle
1 Zug- oder Beulspannungen auf, die im Falle einer Windbeanspruchung schnell wechselnd
sein können und zu Geräuschbildung sowie zu Materialermüdung führen können. Um eine
Einleitung derartiger Spannungen in den Polyurethan-Hartschaum der Hülle 1 zu minimieren,
sind an geeigneten Stellen der Hülle 1 Bewegungsfugen 2 der aus der Zeichnung ersichtlichen
Art vorgesehen.
[0011] Die Bewegungsfuge 2 zwischen Rändern 3 und 4 der im Beispielsfalle veranschaulichten
Hüllenteile 5 und 6 kann sowohl als Vertikalfuge als auch Horizontalfuge verwendet
werden. Im Falle einer Verwendung als Horizontalfuge ist jedoch sicherzustellen, daß
im Fugenbereich keine Belastungen durch das Gewicht des über der Bewegungsfuge 2 liegenden
Hüllenteils 6 auftreten,dessen Gewicht also an geeigneter Stelle von einem bauseitigen
Tragwerk aufgenommen wird. Im Falle einer Verwendung als Vertikalfuge treten Gewichtsbelastungen
ohnehin nicht auf, so daß im Normalfall ohnehin keine Stützkräfte zu übertragen sind.
Als Vertikalfuge ist die Bewegungsfuge 2 besonders geeignet für kuppelartige Verkleidungen
etwa von Radarantennen, da durch den dort häufig auftretenden Durchmesser von einigen
-zig Metern und die große, sonnenbestrahlte Oberfläche Wärmespannungen in besonders
starkem Umfange auftreten können, die durch eine oder mehrere Bewegungsfugen 2, die
entlang von den Scheitel der Kuppel enthaltenden Umfangslinien geführt sind, sicher
abgebaut werden können. Die Bezeichnung als Vertikalfuge ist dabei so zu verstehen,
daß die Bewegungsrichtung der Ränder 3 und 4 bodenparallel oder waagerecht erfolgt,
so daß die Bewegungsfuge 2 insgesamt im strengen Sinne tatsächlich senkrecht liegen
müßte. In der Tat tritt im Scheitelbereich von Kuppeln eine zunehmende horizontale
Ausrichtung der Längserstreckung der Bewegungsfuge 2 auf, jedoch handelt es sich auch
hier immer noch um eine Vertikalfuge im Sinne dieser Definition, da die Relativbewegung
der Ränder 3 und 4 unverändert bodenparallel und nicht auf den Boden zu oder von ihm
weg erfolgt, wie dies bei einer Horizontalfuge gemäß dieser Definition der Fall wäre.
[0012] Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, weisen die Ränder 3 und 4 der Bewegungsfuge
2 wechselseitige, einander seitlich überdeckende Vorsprünge 7 und 8 auf, die einen
Überdeckungsabschnitt 9 bilden. Damit können quer zu der in der Zeichnung veranschaulichten
Bewegungsfuge 2 wirkende Kräfte über die beiden Vorsprünge 7 und 8 aufgenommen werden
und sind die Ränder 3 und 4 in Bewegungsrichtung aneinander geführt. Hierzu ist eine
Gleitfläche 10 zwischen den Vorsprüngen 7 und 8 vorgesehen, die in Bewegungsrichtung
der Ränder 3 und 4 ausgerichtet ist und an zwei Gleitbändern 11 und 12 ausgebildet
ist, die die benachbarten Anlageflächen der Vorsprünge 7 und 8 abdecken.
[0013] Die Gleitbänder 10 und 11 können ebenso wie Abdeckbänder 13 an der Außenseite und
14 an der Innenseite der Hülle 1 über geeignete Befestigungsbolzen 15 und 16 an entsprechenden
Haltevorsprüngen 17 und 18 der Ränder 3 und 4 gehalten sein, wobei die Köpfe der hier
nur schematisch veranschaulichten Befestigungsbolzen 15 und 16 zumindest auf der Seite
der Gleitbänder 11 und 12 versenkt gehalten sind und in der aus der Zeichnung ersichtlichen
Weise daher gegenseitige Relativbewegungen nicht stören. Auf diese Weise ergibt sich
ein Bewegungsweg für die Relativbewegung der Ränder 3 und 4 entsprechend der eingezeichneten
Bemessung a, wie aus der Zeichnung heraus ohne weiteres verständlich wird. Weichdichtungen
19 und 20 zwischen den wechselseitigen Vorsprüngen 7 und 8 einerseits sowie den Haltevorsprüngen
17 und 18 andererseits weisen wenigstens eine dem Maß a entsprechende Bauhöhe auf,
so daß mit Rücksicht auf deren starke Komprimierbarkeit ein entsprechender Bewegungsweg
auch tatsächlich zur Verfügung steht.. Die Weichdichtungen 19 und 20 können hierzu
beispielsweise aus geschlossenzelligem Neoprenschaum oder einem ähnlichen Werkstoff
bestehen, der bei geringem Gegendruckanstieg eine Kompressibilität von bis zu etwa
90 % besitzt, also ohne wesentlichen Spannungsaufbau auf ein Zehntel seiner Höhe zusammengedrückt
werden kann, damit die Weichdichtungen 19 und 20 Änderungen der Höhe des Spaltes der
Bewegungsfuge 2 im Sinne einer Änderung des Maßes a leicht folgen können.
[0014] Die Ränder 3 und 4 weisen Einfaßprofile 21 und 22 auf, über die sich an entsprechenden
Stirnflächen 23 und 24 bzw. 25 und 26 die Weichdichtungen 19 und 20 beidseitig abstützen.
Die Einfaßprofile 21 und 22 können ebenso wie die Abdeckbänder 13 und 14 aus einem
verschleißfesten Werkstoff wie glasfaserverstärktem, ungesättigtem Polyester bestehen.
Zwischen den Einfaßprofilen 21 und 22 und den Außenseiten der Gleitbänder 11 und 12
in deren Befestigungsbereich kann eine Hartgummidichtung 27 bzw. 28 eingefügt sein.
Die Abdeckbänder 13 und 14 sind durch Dichtungsbänder 29 und 30 bzw. 31 und 32 beispielsweise
aus Neopren sowie Banddichtungen 33 und 34 bzw. 35 und 36 gegen einen Feuchtigkeitseintritt
in diesem Bereich abgedichtet. Auf diese Weise kann selbst ein allmähliches Eindringen
von Feuchtigkeit trotz der auftretenden erheblicnen Relativbewegungen sicher vermieden
werden.
[0015] Im Bereich der Gleitfläche 10 zwischen den Gleitbändern 11 und 12 kann ein geeignetes
Gleithilfsmittel angeordnet werden, beispielsweise eine Schicht aus Graphit oder ein
APTK-Band, dessen Nylonmaterial gute Gleiteigenschaften in Paarung mit dem Material
der Gleitbänder 11 und 12 besitzt. Außer den Befestigungsbolzen 15 und 16 sowie entsprechenden
Muttern, die aber sämtlich bei Bedarf ebenfalls aus glasfaserverstärktem Kunststoff
hergestellt werden können, braucht somit keinerlei Metall im Bereich der Bewegungsfuge
2 vorhanden zu sein, so daß eine Störung elektromagnetischer Wellen minimiert werden
kann. Sofern zumindest in gewissen Abschnitten über die Länge der Bewegungsfuge 2
die Durchlässigkeit für elektromagnetische Wellen im Einzelfall keine wesentliche
Rolle spielt, können selbstverständlich Stahlbolzen und Stahlmuttern für die Befestigungsbolzen
15 und 16 verwendet werden, und können auch die Abdeckbänder 13 und 14 sowie die Gleitbänder
11 und 12 aus glasfaserverstärktem Kunststoff mit einer Stahleinlage ausgebildet werden.
[0016] Die wechselseitige Überdeckung der Ränder 3 und 4 durch die Vorsprünge 7 und 8 im
Bereich der Bewegungsfuge 2 ergibt, zumal im Verein mit den Abdeckbändern 13 und 14
sowie den Gleitbändern 11 und 12 mit ihrer rückseitigen Abstützung auf Hartgummidichtungen
27 und 28 eine sehr wirksame Labyrinthdichtung. Dies kann insbesondere bei einem Standort
mit starker Sand- oder Wasserbeaufschlagung der Hülle 1 von besonderer Bedeutung sein,
um bei Sandstürmen oder Sturmregen ein Eindringen von Sand oder Wasser im Bereich
der Bewegungsfuge 2 sicher zu unterbinden.
1. Verkleidung zum Schutz funktechnischer Anlagen, insbesondere von Antennen, gegen
Witterungseinflüsse, in Form einer an einem Tragwerk befestigten Hülle (1) aus Hartschaum,
insbesondere auf Polyurethanbasis, mit wenigstens zwei Hüllenteilen (5, 6), die über
eine Bewegungsfuge (2) aneinander anschließen, welche wenigstens an ihrer Außenseite
durch ein Abdeckband (13, 14) insbesondere aus glasfaserverstärktem ungesättigtem
Polyester abgedeckt ist, wobei die der Bewegungsfuge (2) benachbarten Ränder (3, 4)
der Hüllenteile (5, 6) zueinander fluchtend abgestützt sind, dadurch gekennzeichnet,
a) daß beide Ränder (3, 4) der Bewegungsfuge (2) im Abstand vom Tragwerk liegen und
gegenüber diesem beweglich gehalten sind, und
b) daß die Ränder (3, 4) nach Art eines Stufenfalzes einander seitlich überdeckende,
in Bewegungsrichtung weisende Vorsprünge (7, 8) aufweisen, in deren Überdeckungsabschnitt
(9) eine in Bewegungsrichtung angeordnete Gleitfläche (10) liegt.
2. Verkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitfläche (10) zwischen
zwei wechselseitig an den Rändern (3, 4) befestigten Gleitbändern (11, 12) ausgebildet
ist.
3. Verkleidung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden gegeneinander
beweglichen Ränder (3, 4) der Hüllenteile (5, 6) durch ein Einfaßprofil (21, 22) insbesondere
aus glasfaserverstärktem ungesättigtem Polyester abgedeckt sind.
4. Verkleidung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die äußere Seitenwand
des Einfaßprofils (21, 22) wenigstens den gleitbeweglichen benachbarten Rand des Abdeckbandes
(13, 14) untergreift.
5. Verkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an den
seitlichen Rändern des Abdeckbandes (13, 14) je eine randparallele Wanddichtung (33, 34, 35, 36) vorgesehen ist.
6. Verkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungsfuge
(2) durch wenigstens eine Weichdichtung (19, 20) insbesondere aus geschlossenzelligem
Neoprenschaum zwischen Stirnflächen (23, 25 bzw. 24, 26) an den gegeneinander beweglichen
Rändern (3, 4) der Hüllenteile (5, 6) überbrückt ist.
7. Verkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Abdeckband
(13, 14) bei bogenförmiger Ausbildung der Bewegungsfuge (2) aus einer Mehrzahl einzelner
segmentförmiger Decklaschen besteht, die mit vorzugsweise gefalzten Stoßfugen aneinanderstoßen.
8. Verkleidung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoßfugen der Abdecklaschen
versetzt zu Stoßfugen zwischen einzelnen Segmenten der Hülle (1) angeordnet sind.