(19)
(11) EP 0 131 766 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.01.1985  Patentblatt  1985/04

(21) Anmeldenummer: 84106874.5

(22) Anmeldetag:  15.06.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4H04R 25/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 01.07.1983 DE 3323788

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Harless, Friedrich, Dipl.-Ing.
    D-8500 Nürnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Hörhilfegerät


    (57) Die Erfindung betrifft ein Hörhilfegerät (1) mit einem Gehäuse (2), das die wesentlichen Teile, wie Mikrofon, Verstärker und Hörer enthält, und an dem ein Anschluß (10) mit Kontakten zur Verbindung mit einer Signalleitung (11) angebracht ist. Der Anschluss (10) umfasst auch Kontakte für die Ableitung von Signalen vom Mikrofon, so daß ein Hörgerät (1) erhalten wird, das neben einem Audioeingang auch einen Audioausgang enthält. Ein derartiggemäss ausgestattetes Hörhilfegerät ist insbesondere zur Anwendung als Hör-Sprech-Garnitur in Gehörschulungsanlagen geeignet.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Hörhilfegerät nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Ein Gerät dieser Art ist etwa in der US-PS 41 37 431 beschrieben.

    [0002] Bei Hörhilfegeräten werden die bekannten Anschlüsse für elektrische Signale insbesondere verwendet zur Einführung von Signalen aus einem externen Mikrofon, etwa einem solchen, das sich in einem Telefonhörer befindet oder welches Teil eines Gehörschulungsgerätes ist. Mit den Zuleitungen können auch Tonsignale aus anderen Signalerzeugern, wie Radio- und Fernsehempfängern, direkt in Hörhilfegeräte eingeleitet werden.

    [0003] Etwa beim Anschluß von Hörhilfegeräten an ein Gehörschulungsgerät ist es aber immer noch notwendig, ein gesondertes Mikrofon zur Aufnahme der Sprache der Schüler aufzustellen. Dies setzt aber für die Schülerplätze sogenannte Platzverstärker voraus. Dadurch wird aber ein Aufbau erhalten, der aufwendig ist und für jeden Schülerplatz vorgesehen werden muß.

    [0004] Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, bei einem Hörhilfegerät nach Anspruch 1 eine Ausgestaltung vorzusehen, bei welcher der Aufbau der Platzverstärker mindestens wesentlich vereinfacht werden kann. Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Hörhilfegerät mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

    [0005] Der bisher in Hörschulungsgeräten, die auch Klassenverstärkeranlagen genannt werden, notwendige Platzverstärker kann bei Verwendung von Hörgeräten mit einem Anschluß zur Ableitung von Signalen vom Mikrofon (Audioausgang) wesentlich vereinfacht werden. Bis auf einen Mikrofonverstärker mit Schülersprechtaste können dabei alle übrigen, bisher notwendigen Teile weggelassen werden. Außer der Anpassung der unterschiedlichen Mikrofonpegel können alle anderen Funktionen der sonst üblichen Platzverstärker vom Hörgerät übernommen werden. Überdies ist keine Hörsprechgarnitur (Kombination von Hörer und Mikrofon) an den Schülerplätzen notwendig.

    [0006] Je nach Aufbau der benutzten Hörhilfegeräte kann auch noch der Mikrofonverstärker durch den Hörgeräteverstärker ersetzt werden. Bei Übernahme der Schülersprechtaste zum Einschalten des jeweiligen Hörgerätemikrofons von der Schulanlage in die Anschlußleitung zum Hörgerät verbleibt dann von der bekannten Ausstattung der Schülerplätze nur noch die eigentliche Anschlußkupplung. Somit ist nach der Erfindung eine wesentliche Reduzierung des bisherigen Aufwandes möglich.

    [0007] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert.

    In der Figur 1 ist die Gesamtansicht eines hinter dem Ohr zu tragenden, erfindungsgemäß ausgestatteten Hörhilfegerätes dargestellt,

    in der Figur 2 ein Ausschnitt aus dem Gehäuseteil des Gerätes, an welchem die Anschlußkontakte angebracht sind,

    in der Figur 3 das Anschlußkontaktstück,

    in der Figur 4 in einem Schaltungsbeispiel die Anordnung der Anschlußkontakte und

    in der Figur 5 in schematischen Blockschaltbildern die Benutzung von Geräten, die gemäß den vorhergehenden Figuren ausgestaltet sind.



    [0008] In der Figur 1 ist mit 1 ein Hörhilfegerät bezeichnet, dessen Gehäuse 2 die Einzelteile des elektrischen Aufbaus enthält und mittels eines Hakens 3 über den oberen Ansatz eines Ohres 4 getragen wird. Dieses Gerät funktioniert in üblicher Weise, indem Schall, welcher durch eine Öffnung 5 eintritt, über eine Schaltung, wie sie in Figur 4 gezeichnet ist, verstärkt und über einen Schalleitungsschlauch 6, der mittels einer Ohrolive im Ohrkanal verankert ist, dem Gehör des Trägers zugeführt wird.

    [0009] Außer über die Öffnung 5 können wiederzugebende Signale dem Gerät 1 auch über einen Anschluß 10 zugeführt werden. Diese Signale werden etwa in einem Mikrofon 47 (Fig. 5) aufgenommen, das Teil einer Gehörschulungsanlage ist. Die Zuführung erfolgt über eine Leitung 11. Für den eigentlichen Anschluß weist das Gerät 1 ein Verbindungsstück 12 (Fig. 3) auf, an welchem sich Kontakte 13, 14 und 15 befinden. An die Kontakte 13 bis 15 sowie 13.1 und 14.1 schließen sich im Inneren des Gerätes 1 Leitungen 16, 17 und 18 sowie 16.2 und 17.2 an, welche die eigentlichen Verbindungen mit den entsprechenden Teilen 20 bis 24 der Schaltung des Hörgerätes 1 darstellen. Der Kontakt 15 stellt dabei eine gemeinsame Leitung für Signale dar, die zum Hörer 20 gelangen sollen und die vom Mikrofon 21 abgeleitet werden sollen. Die eigentlichen Signalleitungen stellen für die Signalzuleitung, d.h. den Audioeingang, die Leitung 17 und für die Schallsignalableitung, d.h. den Audioausgang, die Leitung 16 dar.

    [0010] Das ein Mikrofon 21, einen Verstärker 22 mit einem Vorverstärkerteil 22.1, einem Lautstärkeregler 23 sowie einem Endverstärkerteil 23.1 und einen Hörer 20 umfassende Hörhilfegerät 1 ist an sich von üblicher Bauart, wobei die Energie aus einer Stromquelle 24, etwa einer Kleinbatterie, geliefert wird. Ein im Mikrofon 21 aufgenommenes Signal kann zwischen den Kontakten 13 und 15 oder 13.1 und 15 je nach Beschaltung vom Hörgerät 1 abgenommen werden. Die Abnahme vor oder hinter dem Vorverstärker 22.1 kann je nach Anwendungsfall vorteilhaft sein, etwa um auftretendes Übersprechen zu verhindern oder die Ausgangsleistung an unterschiedliche Kabelkapazitäten der Anlage anzupassen. Der Verstärker 22 arbeitet als linearer Verstärker ohne Frequenzbeeinflussung und im allgemeinen ohne Beeinflussung der Dynamik.

    [0011] Ebenso wie die Abnahme des Signals zwischen den Kontakten 13 und 15 vom ganzen Verstärker bzw. 13.1 und 15 von einem Teil davon erfolgen kann, ist es auch möglich, die Zuführung des Signals über den ganzen Verstärker 22 durch Anschluß zwischen 14 und 15 zu leiten bzw. durch Anschluß zwischen 14.1 und 15 nur über den Lautstärkeregler 23 und den Endverstärker 22.2. Auch hier kann durch die Wahl des Anschlusses eine Anpassung an die vorliegenden Gegebenheiten erfolgen.

    [0012] In der Figur 5 ist mit 30 die Lehrerstation einer Gehörschulungsanlage bezeichnet. In der schematischen Darstellung sind Schülerstationen 31 bis 34 angeschlossen. An den Schülerstationen 31 bis 33 liegen Hörhilfegeräte 35 bis 37, die erfindungsgemäß ausgestaltet sind. Der Schülerplatz 34 ist unbesetzt. Die Schülerplätze 31 bis 34 enthalten jeweils einen Platzverstärker 38 bis 41 sowie einen Druckknopfschalter, der als Sprechtaste 42 bis 45 dient. Eine entsprechende Taste 46 ist auch zwischen dem Lehrermikrofon 47 und dem Lehrerplatzverstärker 48 untergebracht. Während die Leitung 50 zu den Schülerplätzen 31 bis 34 fest verlegt ist, stellen die Verbindungsleitungen 11 zwischen den Schülerplätzen 31 bis 34 und den jeweiligen Hörhilfegeräten 1 abnehmbare Ansteckleitungen dar. So können die Verbindungsleitungen 16 bis 18 eines jeden Hörgerätes 1 über die drei Adern 16.1, 17.1 und 18.1 der Leitung 11 über den Anschluß 10 mit den Schülerplätzen 31 bis 34 und dem Lehrerplatz 30 verbunden werden.

    [0013] Die Funktion des Schulungsgerätes weicht nicht von derjenigen üblicher Schulungsgeräte ab. Der Hauptunterschied besteht darin, daß anstatt der in der Regel verwendeten Hörer und Mikrofon umfassenden Hörsprechgarnituren erfindungsgemäß ausgestaltete Hörgeräte 1 benutzt werden. Dadurch kann einerseits das Hören durch die individuelle Anpassung der Geräte 1 optimal gestaltet werden und andererseits brauchen keine zusätzlichen Mikrofone aufgestellt zu werden, weil die Mikrofone 21 der Schüler und das Lehrermikrofon 47 für die Benutzung der Anlage ausreichen. Will einer der Teilnehmer einen Beitrag in die Anlage sprechen, so drückt er seine Sprechtaste und schließt einen der Schalter 42 bis 46. Dann wird das jeweilige Mikrofon 21 bzw. 47 über entsprechende Verstärker 22 bzw. 38 bis 41 oder 48 wirksam, so daß ein Signal über die Leitung 18.1 zum jeweiligen Hörer 20 eines Schülerhörgerätes 1 kommt.


    Ansprüche

    1. Hörhilfegerät mit einem Gehäuse, das die wesentlichen Teile, wie Mikrofon, Verstärker und Hörer, enthält und an dem ein Anschluß mit Kontakten zur Verbindung mit einer Signalzuleitung zum Hörer (Audioeingang) angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschluß (10) auch Kontakte (13, 13.1) für die Signalableitung vom Mikrofon (21) (Audioausgang) umfaßt.
     
    2. Hörhilfegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß der Anschluß (10) durch einen Kontakt (13, 13.1) für die Verbindung mit dem Mikrofon (21) ergänzt ist.
     
    3. Hörhilfegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Ableitung vom Mikrofon wenigstens über einen Teil (22.1 bzw. 22.3) des Hörgeräteverstärkers (22) zum Anschluß (10) am Gehäuse (2) des Gerätes (1) geführt ist.
     
    4. Verwendung eines Hörhilfegerätes nach einem der vorhergehenden Ansprüche als Hörsprechgarnitur eines Schwerhörigenschulungsgerätes.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht