[0001] Die Erfindung betrifft eine Bohreinrichtung, insbesondere zur Verwendung im untertägigen
Grubenbetrieb, deren im Bohrlochtiefsten angeordnete Bohrkrone zum Schneiden des Gesteins
Hochdruckwasserstrahldüsen aufweist und durch eine biegsame Hochdruckschlauchleitung
mit einer Hochdruckpumpe in Verbindung steht.
[0002] Eine derartige, nach dem Stande der Technik (DE-OS 31 41 856) bekannte Bohreinrichtung
hat den besonderen Vorteil, daß keine starren Bohrstangen benötigt werden. Die biegsame
Hochdruckschlauchleitung gestattet es, aus beengten Grubenräumen heraus in beliebigen
Richtungen beliebig lange Bohrlöcher in einem Zuge herzustellen, wobei die Länge der
Bohrlöcher nur durch die Länge des Hochdruckschlauches begrenzt ist.
[0003] Die vorbekannte Bohreinrichtung der genannten Art hat jedoch den Nachteil, daß die
damit hergestellten Bohrlöcher ein sehr großes Kaliber haben müssen und nur schwer
richtungsstabil gehalten werden können. Das verhältnismäßig große Kaliber ist notwendig,
weil bei der bekannten Bohreinrichtung der Drehantrieb und der Vorschubantrieb im
Bohrlochtiefsten angeordnet sind und entsprechenden Raum benötigen. Aufgrund des relativ
großen Kalibers kann die vorbekannte Bohreinrichtung wirtschaftlich nur in leicht
bohrbarem Gestein, beispielsweise zum Bohren in Kohleflözen zur Herstellung von Tränklöchern,
nicht aber im Hartgestein zum Herstellen von kleinkalibrigen Gebirgsankerlöchern oder
Sprenglöchern verwendet werden. Die Richtungsstabilität ist mangelhaft, weil die Hochdruckschlauchleitung
der Bohrkrone keinerlei Führung vermitteln kann.
[0004] Nach dem Stande der Technik (DE-OS 30 29 963) ist weiterhin eine Bohreinrichtung
bekannt, deren kleinkalibrige Bohrkrone zum Schneiden des Gesteins mit Hochdruckwasserstrahldüsen
versehen ist. Dort werden jedoch zur Zuleitung des Hochdruckwassers hohl ausgebildete,
drehend angetriebene starre Bohrstangen verwendet, so daß diese Einrichtung keine
wesentlichen Vorteile gegenüber herkömmlichen Bohreinrichtungen mit starrem Bohrgestänge
hat.
[0005] Schließlich sind nach dem Stande der Technik (US-PS 4 057 115 und DE-OS 30 43 512)
Bohreinrichtungen bekannt, die als Bohrgestänge eine flexible Welle verwenden, die
sich beim Aufbringen eines Drehmomentes zu einer starren Stange versteift. Zu diesem
Zweck bestent die flexible Welle aus einem flexiblen inneren Element und einem äußeren
schraubengangförmigen Federelement, welches ebenfalls flexibel ist und bei Übertragung
eines entsprechend starken Drehmomentes seinen Durchmesser derart verringert, daß
es sich von außen auf das flexible innere Element aufpreßt und mit diesem eine verstarrte
Einheit bildet. Diese biegsame Welle wird bei dieser vorbekannten Bohreinrichtung
unmittelbar unterhalb des Bohrlochmundes von dem dort angeordneten Dreh- und Vorschubantrieb
erfaßt, so daß nur der im Bohrloch befindliche Abschnitt der biegsamen Welle verstarrt
ist, während der hinter der Dreh- und Vorschubeinrichtung liegende Abschnitt der biegsamen
Welle biegsam bleibt. Diese Bohreinrichtung gestattet es also, das biegsame Bohrgestänge
in beliebigen Richtungen abzuwinkeln.
[0006] Die zuletzt diskutierten Bohreinrichtungen haben sich jedoch in der Praxis nicht
bewährt, weil die Steifigkeit der verstarrbaren biegsamen Welle nicht ausreicht, die
für den Bohrvorgang erforderlichen Schubkräfte und Drehmomente zu übertragen. Außerdem
ist durch Reibung der nicht ganz steifen biegsamen Welle an der Bohrlochwandung der
Verschleiß außerordentlich groß. Schließlich ist auch hier die Richtungsstabilität
wegen der starken zu übertragenden Schubkräfte und den damit verbundenen Auslenkungen
des versteiften Abschnittes der biegsamen Welle schlecht.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, die Bohreinrichtung der eingangs genannten Art dahingehend
weiterzubilden, daß sie zum abgewinkelten Bohren von richtungsstabilen kleinkalibrigen
Bohrlöchern, beispielsweise zur Herstellung von Ankerlöchern oder Sprenglöchern geeignet
ist.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ausgehend von einer Bohreinrichtung
der eingangs genannten Art vor, daß die Hochdruckschlauchleitung torsionssteif ausgebildet
ist, drehfest mit der Bohrkrone und dem Drehantrieb der Bohrmaschine verbunden ist
und in einem nicht verdrehbaren, aus der Streckstellung elastisch ablenkbaren Hüllrohr
gelagert ist, welches in radialer Richtung steif ausgebildet ist, im Bereich des Bohrlochmundes
in einer Ablenkeinrichtung geführt ist und zusammen mit der Hochdruckschlauchleitung
in seiner Längsrichtung verschiebbar ist.
[0009] Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß beim Bohren mit Hochdruckwasserstrahldüsen
von dem Bohrgestänge verhältnismäßig geringe Vorschubkräfte und Drehmomente übertragen
werden müssen. Das zu übertragende Drehmoment braucht lediglich die aus der Drehung
der Düsenbohrkrone und des Hochdruckschlauches resultierende Reibung zu überwinden.
Die Vorschubkraft hat lediglich das Gewicht der Düsenbohrkrone, des Hochdruckschlauches
und des Hüllrohres sowie die Rückstoßkraft der Düsen zu kompensieren. Für den eigentlichen
Bohrvorgang brauchen hingegen weder Drehmomente noch Vorschubkräfte übertragen zu
werden. Aus diesem Grunde reicht hier für die Übertragung des verhältnismäßig schwachen
Drehmomentes eine torsionssteif ausgebildete Hochdruckschlauchleitung vollständig
aus. Ebenso reicht für die Übertragung der verhältnismäßig geringen Vorschubkräfte
ein hinreichend steifes, aus der Streckstellung elastisch ablenkbares Hüllrohr aus.
Dadurch, daß das Hüllrohr nicht verdrehbar ist, läßt es sich im Bereich des Bohrlochmundes
auf besonders einfache Weise in einer Ablenkvorrichtung führen und bildet aufgrund
seiner elastischen Rückstellkräfte im Bohrloch eine hinreichend genaue Führung für
die Bohrkrone, so daß ein richtungsstabiles Bohren sichergestellt ist. Mit der Bohrvorrichtung
gemäß der Erfindung ist es beispielsweise möglich, aus einem engen Strebraum heraus
in einem Zuge beliebig lange Ankerbohrlöcher in die Dachschichten einzubringen, deren
Länge einem mehrfachen der Flözmächtigkeit entspricht. Beim maschinellen Streckenvortrieb,
wo die Gewinnungsmaschine den wesentlichen Teil des Streckenquerschnittes einnimmt,
können mit der Bohrvorrichtüng gemäß der Erfindung aus dem Streckenrandbereich heraus
beliebig lange Ankerbohrlöcher hergestellt werden, deren Richtung im Winkel zur Streckenlängsrichtung
verläuft. In gleicher Weise ist es möglich, vom Streckenrandbereich her an der Ortsbrust
abgewinkelt Sprengbohrlöcher herzustellen.
[0010] Eine bevorzugte Ausführungsform der Bohreinrichtung gemäß der Erfindung sieht vor,
daß das Hüllrohr aus einer aus Federstahldraht gewickelten Schraubenfeder miteinander
anliegenden Schraubengängen besteht. Ein derartiges Hüllrohr ist billig und einfach
herzustellen, hat in der Streckstellung verhältnismäßig große Steifigkeit und läßt
sich dennoch im Bereich der Ablenkvorrichtung beliebig abwinkeln, ohne seinen Durchmesser
zu verändern.
[0011] Weiterhin ist vorgesehen, daß der Hochdruckschlauch von einem Verschleißmantel umgeben
ist, insbesondere in Form einer eng um den Hochdruckschlauch gewickelten Schraubenfeder.
Diese Schraubenfeder schützt den Hochdruckschlauch vor Verschleiß und ist darüber
hinaus in gewissem Umfange dazu geeignet, die Torsionssteifigkeit des Hochdruckschlauches
zu unterstützen.
[0012] Um die Reibung zwischen dem Hüllrohr und dem Hochdruckschlauch möglichst gering zu
halten, ist das Hüllrohr an der Innenwand und/oder der Außenwand flüssigkeitsdicht
verkleidet und der Ringraum zwischen dem Hüllrohr und dem Hochdruckschlauch mit Fett
gefüllt.
[0013] Um dem Hüllrohr im Ablenkbereich über eine ausreichend große Länge eine exakte Führung
zu geben, weist die Ablenkvorrichtung eine Ablenkrolle und eine laschenkettenartige,
mit Führungsrollen bestückte winkelverstellbare Führung auf, die das Hüllrohr hinter
der Ablenkrolle führt.
[0014] Zum Zwecke des Ansetzens eines neuen Bohrloches weist die Ablenkvorrichtung eine
Anbohrführung auf, die zur Veränderung des Ablenkwinkels an eine Führungskurve verschiebbar
und feststellbar ist und mit der laschenkettenartigen Führung verbunden ist, wobei
die Führungskurve so ausgebildet ist, daß die laschenkettenartige Führung immer gespannt
ist und einen für das Hüllrohr optimalen Biegeradius bildet. Diese Ablenkeinrichtung
gestattet es, das Hüllrohr und den darin geführten Hochdruckschlauch, an dessen äußerstem
Ende die Düsenbohrkrone befestigt ist, beim Anbohren in die richtige Position zu bringen
und das Hüllrohr während des gesamten Bohrvorganges in der richtigen Winkelstellung
nachzuschieben.
[0015] Um zu verhindern, daß die Anbohrführung und die damit verbundene Ablenkvorrichtung
durch aus dem Bohrloch austretenden Bohrschlamm verschmutzt wird, sind diese Teile
durch eine über der Anbohrvorrichtung angeordnete Manschette geschützt.
[0016] Um einen geradlinigen Verlauf des Hüllrohres außerhalb des Bohrloches sicherzustellen,
enthält die Ablenkvorrichtung Antriebsrollen, die das Hüllrohr zwischen der Ablenkvorrichtung
und der Bohrmaschine in Längsrichtung gespannt halten.
[0017] Die Bohrmaschine ist zweckmäßig auf einer Bohrlafette gelagert und mittels eines
regelbaren Vorschubantriebes unter Vorschub des Hüllrohres und des darin drehbar gelagerten
Hochdruckschlauches in Längsrichtung der . Bohrlafette verfahrbar. Da die Längsachse
der Bohrlafette in beliebigen Winkeln zur Längsachse des Bohrloches verlaufen kann,
kann eine solche Bohrlafette ohne weiteres beispielsweise auf der Strebsohle oder
im Randbereich einer Strecke aufgestellt werden.
[0018] Zur Einleitung des Hochdruckwassers in den Hochdruckschlauch ist am Anfang des Hochdruckschlauches
zweckmäßig eine drehbare Druckwassereinspeisung angeordnet. Um diese Druckwassereinspeisung
von axial gerichteten Druckkräften freizuhalten, ist eine mit dem Hochdruckschlauch
verbundene, vom Drehantrieb der Bohrmaschine drehend angetriebene Hohlwelle vorgesehen,
die in einem mit dem Druckwasser beaufschlagten Druckgehäuse drehbar gelagert ist,
mittig mit Öffnungen für den Druckwassereintritt versehen ist und beiderseits der
Mitte durch symmetrisch angeordnete Dichtungsmanschetten gegen das Druckgehäuse abgedichtet
ist.
[0019] Um die Dichtmanschetten trotz der sehr hohen Wasserdrücke dichtzuhalten, sieht die
Erfindung weiterhin vor, daß die Dichtmanschetten auf ihrer Rückseite durch ein zweites
Druckmedium hoher Viskosität beaufschlagt sind, dessen DrucK geringfügig höher als
der des Druckwassers ist. Dieses hochviskose zweite Druckmedium verhindert den Durchtritt
von Hochdruckwasser durch die Dichtungsmanschetten, gelangt aber aufgrund seiner hohen
Viskosität nur in sehr geringen Mengen in das Druckwasser.
[0020] Um den Druck in dem zweiten Druckmedium hoher Viskosität automatisch immer im richtigen
Verhältnis zu dem momentanen Druck des Druckwassers zu halten, ist zwischen dem Hochdruckwasser
und dem Medium hoher Viskosität ein Druckübersetzer eingeschaltet, dessen Übersetzungsverhältnis
zwischen 1:1,1 und 1:2 liegt.
[0021] Schließlich sind in vorteilhafter Weise die Vorschubgeschwindigkeit der Antriebsrollen
der Ablenkeinrichtung, die Drehgeschwindigkeit der Bohrmaschine und der Betriebsdruck
der Hochdruckpumpe so geregelt, daß sich in Abhängigkeit von der Härte des zu bohrenden
Gesteins ein optimaler Bohrfortschritt ergibt. Eine solche Regeleinrichtung ermöglicht
optimale Bohrergebnisse, auch wenn die Härte des zu bohrenden Gesteins sich ändert.
Zweckmäßig sind weiterhin die Vorschubgeschwindigkeit des Vorschubantriebes der Bohrmaschine
und die Vorschubgeschwindigkeit der Antriebsrollen der Ablenkeinrichtung so aufeinander
abgestimmt, daß das Hüllrohr zwischen der Bohrmaschine und der Ablenkeinrichtung stets
strammgehalten wird. Hierdurch wird einerseits vermieden, daß der Vorschubantrieb
der Antriebsrollen die schwere Bohrmaschine ziehen muß. Andererseits wird vermieden,
daß das Hüllrohr zwischen der Bohrmaschine und der Ablenkeinrichtung seitlich abgebogen
wird.
[0022] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Bohreinrichtung gemäß der Erfindung schematisch im Aufbau;
Fig. 2 in perspektivischer Darstellung den Aufbau der Hochdruckschlauchleitung und
des Hüllrohres;
Fig. 3 eine Prinzipskizze der gesamten maschinellen Einrichtung;
Fig. 4 den Aufbau des Ablenksystemes im einzelnen;
Fig. 5 die für die Bohreinrichtung gemäß der Erfindung unbedingt erforderliche Druckwassereinspeisung
schematisch im Längsschnitt.
[0023] In Figur 1 ist erkennbar, daß die Einrichtung für das abgewinkelte Bohren auf einem
normalen Bohrwagen 1 mit einem schwenkbaren Ausleger 2 und einer Bohrlafette 3 angeordnet
ist. Anstelle des Bohrwagens kann auch ein andersgearteter Manipulator die Bohrlafette
3 aufnehmen, beispielsweise ein für den maschinellen Strekkenvortrieb oder das Herstellen
von Ankerbohrlöchern in Gewinnungsstreben geeignetes Gerät.
[0024] Eine Düsenbohrkrone 4 ist am freien Ende eines Druckzuleitungssystemes angeordnet,
welches in seiner Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 5 bezeichnet ist und unmittelbar
vor dem Bohrlochmund 6 durch eine Ablenkeinrichtung 7 ablenkbar ist. Auf der Bohrlafette
3 ist eine Bohrmaschine 8 in Längsrichtung der Bohrlafette verschiebbar. Das Hochdruckwasser
wird der Bohrmaschine 8 über eine Anschluß-Hochdruckschlauchleitung 9 von einer Hochdruckpumpe
10 zugeführt. Dreh- und Schwenkzylinder 11 sowie eine Arretiereinrichtung 12 zum Festlegen
der Bohrlafette 3 ergänzen die Einrichtung. Während des Bohrvorganges bewegt sich
die Bohrmaschine 8 auf der Bohrlafette 3 auf das Bohrloch zu, während die Ablenkung
des Druckzuleitungssystemes 5 in der Ablenkeinrichtung 7 erfolgt. Nicht die Enge des
Grubenraumes, sondern lediglich der Bewegungshub der Bohrmascnine 8 auf der Bohrlafetze
3 sowie die Gesamtlänge des Druckzuleitungssystemes 5 bestimmen die Länge des abgewinkelten
Bohrloches.
[0025] Das in Figur 2 dargestellte Druckzuleitungssystem 5 besteht aus einer torsionssteif
ausgebildeten Hochdruckschlauchleitung 13, deren lichter Querschnitt so bemessen ist,
daß die für die Düsenbohrkrone 4 erforderliche Wassermenge ohne allzu großen Druckverlust
hindurchgeleitet werden kann, und deren Berstdruck so hoch ist, daß eine hinreichende
Sicherheit gegenüber dem maximalen Betriebsdruck besteht. Um diese Hochdruckschlauchleitung
13 ist bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung eine Schraubenfeder
14 fest aufgewickelt, die als Verschleißschutz dient und zusätzlich die Torsionssteifigkeit
verstärkt. Die Hochdruckschlauchleitung 13 und die Schraubenfeder 14 sind in einem
Hüllrohr 15 mit ausreichend großem Bewegungsspiel angeordnet, welches ebenfalls als
enggewickelte Schraubenfeder mit aneinander liegenden Schraubengängen ausgebildet
ist. Der Ringraum 16 zwischen der Schraubenfeder 14 und dem Hüllrohr 15 ist mit Schmiermittel,
vorzugsweise mit Fett, ausgefüllt, um die gegenseitige Reibung beim Drehen der Hochdruckschlauchleitung
13 in dem drehfest angeordneten Hüllrohr 15 herabzusetzen. Zu diesem Zweck ist natürlich
die Innenwand des als Schraubenfeder ausgebildeten Hüllrohres 15 mit einer entsprechenden
flüssigkeitsdichten Verkleidung ausgekleidet. Die Ausbildung des Hüllrohres 15 als
Schraubenfeder mit aneinander anliegenden Schraubengängen bewirkt, daß das Hüllrohr
in der Strecklage verhältnismäßig stabil ist und dennoch durch entsprechende Ablenkkräfte
abgelenkt werden kann.
[0026] Figur 3 zeigt den grundsätzlichen Aufbau und die Funktionsweise der Einrichtung für
das abgewinkelte Hochdruckwasserbohren. Vor dem Bohrloch befindet sich eine Anbohrführung
17, die dem Hüllrohr 15 und der darin angeordneten, die Düsenbohrkrone 4 tragenden
Hochdruckschlauchleitung beim Anbohren die erforderliche exakte Führung in dem gewünschten
Winkel erteilt. Die Anbohrführung 17 weist eine Bohrung 18 auf, die auch während des
normalen Bohrvorganges das Hüllrohr 15 in der gewünschten Richtung führt. Abgedeckt
ist die Anbohrführung von einer Manschette 19, welche bewirkt, daß das aus dem Bohrlochmund
austretende Bohrwasser und Bohrklein die Anbohrführung und die übrigen maschinellen
Einrichtungen nicht verschmutzen bzw. nach Austrocknen verkleben. Die Anbohrführung
17 ist durch nicht im einzelnen dargestellte Bewegungsmechanismen auf einer Führungskurve
20 der Ablenkeinrichtung 7 verschiebbar und feststellbar. Eine Ablenkrolle 21 und
eine laschenkettenartige Führung 22, die in ihrem Krümmungsradius und Ablenkwinkel
mit der Anbohrführung 17 verstellt werden kann, gewährleisten die eigentliche Umlenkung,
wobei sätmliche Rollenlaufbahnen so ausgebildet sind, daß sie das Hüllrohr 15 optimal
umfassen.
[0027] Die Bohrmaschine 8 kann mittels eines Vorschubantriebes 23 auf der Bohrlafette 3
bewegt werden, wobei zur Erzeugung einer veränderbaren, den Bedürfnissen des Bohrvorganges
sich automatisch anpassenden Vorschubgeschwindigkeit der Vorschubantrieb ein Hydraulik-,
Elektro- oder Druckluftmotor mit regelbarer Drehgeschwindigkeit ist. Ein weiterer
ebenfalls regelbarer Motor 24 erzeugt über ein Vorgelege 25 die zum Bohren notwendige
Drehbewegung, wobei das Hochdruckwasser von der Hochdruckpumpe 10 aus über die drehbare
Druckwassereinspeisung 26 in die Hochdruckschlauchleitung 13 eingegeben wird.
[0028] Ebenfalls durch einen nicht dargestellten Regelantrieb angetriebene Antriebsrollen
27, die eine einstellbare geringe Zugkraft auf das Hüllrohr 15 ausüben, sind in der
Ablenkeinrichtung 7 angeordnet. Die Regelmotoren für die Antriebsrollen 27 sowie der
Vortriebsantrieb 23 und der Motor 24 können durch ein Regelungssystem miteinander
verknüpft sein, wobei Meßwerte über den Bohrfortschritt in das Regelsystem eingegeben
werden und über dessen Verknüpfungsschaltung automatisch ein optimales Zusammenwirken
der Antriebe und damit einen optimalen Bohrvorgang gewährleisten. Der Wasserdruck
der Hochdruckpumpe 10 kann ebenfalls durch diesen Steuer-und Regelmechanismus beeinflußt
werden.
[0029] In Figur 4 sind die wichtigsten Einzelheiten der Ablenkeinrichtung 7 dargestellt.
Eine Ablenkrolle mit großem Durchmesser, die in ihrer Formgebung dem Außenumfang des
Hüllrohres 15 angepaßt ist, und jeweils Einlaufrollen am Einlauf 28 und Auslaufrollen
am Auslauf 29 sorgen für das einwandfreie Einlaufen und Auslaufen des Hüllrohres 15.
Die eigentliche winkelveränderbare Umlenkung erfolgt durch die laschenkettenartige
Führung 22, die Führungsrollen 31 bis 34 aufweist, die auf laschenartig durch Gelenke
35 miteinander verbundenen Lagerelementen 36 angeordnet sind. Die laschenkettenartig
aufgebaute Führung 22 ist mit der Anbohrführung 17, wie bereits erwähnt, in einer
solchen Form verbunden, daß die Anbohrführung 17 und die laschenkettenartige Führung
22 sich bei Veränderung des Ablenkwinkels gleichzeitig miteinander bewegen.
[0030] Figur 5 zeigt die wesentlichen Teile der Druckwassereinspeisung 26. Diese Druckwassereinspeisung
26 weist eine Hohlwelle 38 auf, die drehbar in einem Druckgehäuse 39 gelagert ist
und mittig Öffnungen 37 für den Durchtritt des Hochdruckwassers und an einem Ende
einen Anschluß 40 für den Anschluß der Hochdruckschlauchleitung 13 aufweist. Der Drehantrieb
der Welle erfolgt an ihrem entgegengesetzten Ende 41 durch den in Figur 3 dargestellten
Motor 24 und das Vorgelege 25. Um einen axialen Kräfteausgleich zu schaffen, sind
die Abdichtungselemente für die Hohlwelle 38 symmetrisch aufgebaut. Die Hauptabdichtung
erfolgt an den beiden Dichtungsmanschetten 42. Da jedoch auf Dauer bei sehr hohen
Wasserdrücken radiale Abdichtungen keine einwandfreie und absolute Dichtung gewährleisten,
sind die Dichtungsmanschetten 42 von ihrer Rückseite über Kammern 43 mit einem etwas
höheren als dem abzudichtenden Druck über ein hochviskoses zweites Druckmedium beaufschlagt.
Ein Druckübersetzer 44, der auf seiner vollen Kolbenfläche 45 mit dem Hochdruckwasser
und auf seiner Ringfläche 46 mit dem hochviskosen zweiten Druckmedium beaufschlagt
ist, sorgt dafür, daß die Dichtungsmanschetten 42 auf ihrer Rückseite jeweils mit
etwas hönerem als dem Betriebsdruck beaufschlagt sind und dadurch eine absolute Abdichtung
des Hochdruckwassers erzielt wird. Zwei weitere Dichtungsmanschetten 47 dichten das
hochviskose Medium ab. Wegen der gegenüber dem Hochdruckwasser erheblich höheren Viskosität
und der Schmierfähigkeit des zweiten Druckmediums treten an dieser Dichtstelle keine
Abdichtungsprobleme auf. Die Dichtungsmanschetten 48 dienen lediglich dazu, Druckverluste
des hochviskosen Mediums und das Eindringen von Staub zu vermeiden.
1. Bohreinrichtung, insbesondere zur Verwendung im untertägigen Grubenbetrieb, deren
im Bohrlochtiefesten angeordnete Bohrkrone zum Schneiden des Gesteins Hochdruckwasserstrahlcüsen
aufweist und durch eine biegsame Hochdruckschlauchleitung mit einer Hochdruckpumpe
in Verbindung steht,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hochdruckschlauchleitung ( 13 ) torsionssteif ausgebildet
ist, drehfest mit der BohrKrone ( 4 ) und dem Drehantrieb ( 24 , 25 ) der Bohrmaschine
( 8 ) verbunden ist und in einem nicht verdrehbaren, aus der Streckstellung elastisch
ablenkbaren Hüllrohr ( 15 ) gelagert ist, welches in radialer Richtung steif ausgebildet
ist, im Bereich des Bohrlochmundes ( 6 ) ìn einer Ablenkvorrichtung ( 7 ) geführt
ist und zusammen mit der Hochdruckschlauchleitung ( 13 ) in seiner Längsrichtung verschiebbar
ist.
2. Bohreinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Hüllrohr ( 15
) aus einer aus Federstahldraht gewickelten Schraubenfeder mit aneinander anliegenden
Schraubengängen besteht.
3. Bohreinrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochdruckschlauchleitung
( 13 ) von einem Verschleißmantel umgeben ist, insbesondere in Form einer eng um die
Hochdruckschlauchleitung ( 13 ) gewickelten Schraubenfeder ( 14 ).
4. Bohreinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Hüllrohr
( 15 ) an der Innenwand und/oder der Außenwand flüssigkeitsdicht verkleidet ist und
der Ringraum ( 16 ) zwischen dem Hüllrohr ( 15 ) und der Hochdruckschlauchleitung
( 13 ) mit Fett gefüllt ist.
5. Bohreinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ablenkeinrichtung ( 7 ) eine Ablenkrolle ( 21 ) und eine laschenkettenartige,
mit Führungsrollen ( 30 -34 ) bestückte, winkelverstellbare Führung ( 22 ) aufweist.
6. Bohreinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablenkeinrichtung
( 7 ) eine Anbohrführung ( 17 ) aufweist, die zur Veränderung des Ablenkwinkels an
einer Führungskurve ( 2o ) verschiebbar und feststellbar ist und mit der laschenkettenartigen
Führung ( 22 ) verbunden ist, wobei die Führungskurve ( 2o ) so ausgebildet ist, daß
die laschenkettenartige Führung ( 22 ) immer gespannt ist und einen optimalen Biegeradius
bildet.
7. Bohreinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ablenkeinrichtung ( 7 ) durch eine über der Anbohrführung ( 17 ) angeordnete
Manschette ( 19 ) gegen aus dem Bohrloch kommende Verschmutzung geschützt ist.
8. Bohreinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablenkeinrichtung
( 7 ) Antriebsrollen ( 27 ) enthält, die das Hüllrohr ( 15 ) zwischen der Ablenkeinrichtung
( 7 ) und der Bohrmaschine ( 8 ) in Längsrichtung gespannt halten.
9. Bohreinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die bohrmaschine
(8) auf einer Bohrlafette ( 3 ) gelagert ist und mittels eines regelbaren Vorschubantriebes
( 23 ) unter Vorschub des Hüllrohres ( 15 ) und der darin drehbar gelagerten Hochdruckschlauchleitung
( 13 ) in Längsrichtung der Bohrlafette ( 3 ) verfahrbar ist.
lo. Bohreinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß am Anfang der Hochdruckschlauchleitung ( 13 ) eine drehbare Druckwassereinspeisung
( 26 ) angeordnet ist.
11. Bohreinrichtung nach Anspruch lo, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckwassereinspeisung
( 26 eine mit der Hochdruckschlauchleitung ( 13 ) verbundone, vom Drehantrieb ( 24,
25 ) der Bohrmaschine (8) dreheng angetriebene Hohlwelle ( 38 ) aufweist, die in einer
mit dem Druckwasser beaufschlagbaren Druckgehäuse ( 39 ) drehbar gelagert ist, mitting
mit Öffnungen ( 37 ) für den Druckwassereintritt versehen ist und beiderseits der
Mitte durch symmetrisch angeordnete Dichtungsmanschetten ( 42 ) gegen das Druckgehäuse
(39) abgedichtet ist.
12. Bohreinrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsmanschetten
( 42 ) auf ihrer Rückseite durch ein zweites Druckmedium hoher Viskosität beaufschlagt
sind, dessen Druck geringfügig höher als der des Druckwassers ist.
13. Bohreinrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Hochdruckwasser
und dem Medium hoher Viskosität ein Druckübersetzer ( 45)
14. Bohreinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorschubgeschwindigkeit der Antriebsrollen ( 27 ) der Ablenkeinrichtung (
7 ), die Drehgeschwindigkeit der Bohrmaschine ( 8 ) und der Betriebsdruck der Hochdruckpumpe
( lo ) so geregelt sind, daß sich in Abhängigkeit von der Härte des zu bohrenden Gesteins
ein optimaler Bohrfortschritt ergibt.
15. Bohreinrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorschubgeschwindigkeit
des Vorschubantriebes ( 23 ) der Bohrmaschine ( 8 ) und die Vorschubgeschwindigkeit
der Antriebsrollen ( 27 ) der Ablenkeinrichtung ( 7 ) so aufeinander abgestimmt sind,
daß das Hüllrohr ( 15 ) zwischen der Bohrmaschine ( 8 ) und der Ablenkeinrichtung
( 7 ) stets strammgehalten wird.