[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Schutzhelm für Motorradfahrer oder dergleichen
der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Art, welche allgemein bekannt ist.
[0002] Ein Motorradfahrer hält üblicherweise seinen Kopf bei unterschiedlich hohen Fahrzeuggeschwindigkeiten
aus aerodynamischen oder gewohnheitsmäßigen Gründen mehr oder weniger tief geneigt,
wobei natürlich auch sein Schutzhelm entsprechend unterschiedliche Neigungslagen einnimmt.
Durch diese ergeben sich jedoch veränderte Luftanströmwinkel auf den Schutzhelm und
dadurch unterschiedlich große Luftwiderstände. Insbesondere bei einer stark geneigten
Kopfhaltung des Motorradfahrers reißt wegen der glatten Helmoberfläche eines allgemein
bekannten Motorradfahrer-Schutzhelms der diesen beaufschlagende Luftstrom an der Helmrückseite
erheblich unterhalb des höchsten Helmkrümmungsbereichs ab, wodurch sich erwiesenermaßen
eine über die Helmrückseite, zum unteren Helmrand hin fließende Luftströmung bildet.
Da diese sowohl mit einem über den Rücken des Motorradfahreres zu seinem Hals hin
hochströmenden als auch mit einem über dessen Schultern schräg nach oben und hinten
strömenden Luftstrom zusammentrifft, entsteht im Halsbereich des Motorradfahrers durch
Luftwirbel und Querströmungen ein seinen Hals stark belastender Winddruck, was insbesondere
während einer längeren Motorradfahrt stark ermüdend wirkt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Schutzhelm der eingangs genannten Gattung
mit einfachen Mitteln derart auszubilden, daß weitgehend unabhängig von der jeweiligen
Kopfhaltung des Motorradfahrers ein Strömungsabriß der Luft im Bereich der größten
Helmbreite entstehen kann.
[0004] Zur Lösung der Aufgabe sind die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 dargelegten
Gestaltungsmerkmale vorgesehen.
[0005] Durch die an der Helmkuppe vorgesehenen Erhöhungen und/ oder Vertiefungen wird der
den Schutzhelm an seinem oberen Bereich beaufschlagende Luftstrom am höchsten Krümmungsbereich
der Helmkuppe, also im Bereich einer zu letzterer etwa tangential verlaufenden Anströmrichtung,
abgetrennt. Dieser, durch die erfindungsgemäßen Ausbildungen etwa waagrecht fließende
Luftstrom vereinigt sich mit dem über die Schultern des Motorradfahrers schräg nach
oben und hinten fließenden sowie mit dem über dessen Rücken hochströmenden Luftstrom
im Bereich der Helmkuppe - wobei die einzelnen Luftströme gewissermaßen als "Kraftvektoren"
wirken - , so daß der Halsbereich des Motorradfahrers durch den aufwärts, zur Helmkuppe
hin verlagerten Zusammenfluß der Luftströme vergleichsweise erheblich vom Winddruck
entlastet wird. Hierdurch werden Ermüdungen im Halsbereich des Motorradfahrers vor
allem im mittleren Geschwindigkeitsbereich (120-140 km/h) wesentlich verringert. Ferner
können dabei auchDauerhöchstgeschwindigkeiten wesentlich gesteigert werden. Durch
die erfindungsgemäß vorgesehenen Erhebungen und/oder Vertiefungen an der Helmkuppe
ist ferner der Luftwiderstand in allen Fahrpositionen und den sich dadurch ergebenden
unterschiedlichen Kopfhaltungen des Motorradfahrers, also auch bei Motorräder mit
Rennlenkern oder Tourenlenkern, weitgehend gleichgroß. Die Vertiefungen und/oder Erhöhungen
können vorteilhafterweise praktisch ohne zusätzliche Kosten bei Neuanfertigung eines
Schutzhelms vorgesehen werden. Schließlich sind auch Erhöhungen an einem vorhandenen
Schutzhelm mit geringem Kostenaufwand nachrüstbar.
[0006] Eine sehr zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung besteht darin (Merkmal des Patentanspruchs
2), die Erhöhungen und/oder Vertiefungen als Querrippen bzw. Querrillen auszubilden,
die quer oder auch schräg zur Anströmrichtung verlaufen. Diese können auch pfeilförmig
ausgebildet sein, wobei sie im Bereich der Helmsymmetrieebene zusammenlaufen.
[0007] Ferner ist es auch denkbar, daß die Querrippen und Querrillen ein sinusförmiges Querschnittsprofil
haben (Merkmal des Patentanspruchs 3).
[0008] Die Helmoberfläche kann im Bereich der Helmkuppe darüber hinaus auch durch eine Vielzahl
von etwa halbkugelförmigen Noppen angerauht werden (Merkmal der Patentansprüche 8
und 9) oder auch lediglich mit einer unregelmäßigen Oberflächenstruktur, welche z.B.durch
eine Vielzahl von Körnern gebildet wird, versehen ist.
[0009] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in anderen Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0010] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im
folgenden erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen Motorradfahrer-Schutzhelm mit im Bereich seiner Kuppe vorgesehenen Querrippen
und Querrillen,
Fig. 2 ein sinusförmiges Querschnittsprofil der Querrippen und Querrillen in größerem
Maßstab.
[0011] Der in Fig. 1 dargestellte Motorradfahrer-Schutzhelm 1 ist als ein Integralhelm gestaltet
und weist eine Sichtöffnung 2 auf, welche von einer Sichtscheibe 3 überdeckbar ist.
Diese ist an zwei in die Helmschale 10 eingreifenden Lagerbolzen 4 hoch- und niederschwenkbar
gelagert.
[0012] Der Schutzhelm 1 hat im Bereich der Helmkuppe 6 eine Anzahl von Erhebungen und/oder
Vertiefungen, welche über die Helmoberfläche 10' hinausragen bzw. von dieser zurückgesetzt
sind. Wie in Fig. 1 rechts von der Bruchlinie veranschaulicht, bestehen die Erhebungen
jeweils aus Querrippen 7, während die links von der Bruchlinie dargestellten Vertiefungen
jeweils als Querrillen 8 ausgebildet sind; dabei sind zwischen den Querrippen 7 jeweils
Nuten 70 gebildet, während zwischen den Querrillen 8 jeweils Stege 80 verbleiben.
Natürlich können auch nur geringfügig über die Helmoberfläche 10' hinausragende Querrippen
7 bei dabei von dieser zurückgesetzten Querrillen 8 vorgesehen werden. Die Querrippen
7 und/oder Querrillen 8 erstrecken sich quer oder auch schräg zur Anströmrichtung
a und verlaufen über die Helmkuppe 6 bis etwa in den Bereich der Oberkante 2' der
Sichtöffnung 2. Es ist auch denkbar, daß die Querrippen 7 und/oder Querrillen 8 jeweils
pfeilförmig verlaufen, wobei sie in Draufsicht auf die Helmkuppe 6 im Bereich der
Helmsymmetrieebene zusammenlaufen.
[0013] Bei dem in Fig. 1 veranschaulichten Ausführungsbeispiel haben die Querrippen 7 und
Querrillen 8 jeweils ein rechteckförmiges Querschnittsprofil, wobei ihre Höhe b etwa
1-2 mm beträgt, während ihre Breite c etwa 4-8 mm mißt; die zwischen den Querrippen
7 gebildeten Nuten 70 und zwischen den Querrillen 8 verbleibenden Stege 80 haben jeweils
etwa das gleichgroße Querschnittsprofil der Querrippen 7 und Querrillen 8. Natürlich
können die Querrippen 7 und Querrillen 8 beispielsweise auch ein trapez- oder firstförmiges
Querschnittsprofil aufweisen.
[0014] Wie in Fig. 2 ersichtlich, können die Querrippen 7' und Querrillen 8' auch ein sinusförmiges
Querschnittsprofil aufweisen. Dabei haben die einzelnen Wellen eine Höhe b' von etwa
0,25-1,5 mmm, während die Wellenlänge d etwa 1- 50 mm beträgt.
[0015] Damit der an die Helmkuppe 6 anströmende Luftstrom in deren Bereich optimal und durch
die vorgesehenen Querrippen 7,7'und Querrillen 8,8'abgerissen wird, können die Querrippen
7 und 7' auch abschnittsweise ausgebildet sein.' Dabei überdeckt zweckmäßigerweise
jeweils ein Querrippenabschnitt eine Lücke der benachbart verlaufenden Reihe von Querrippen7,7'.
[0016] Nach einem weiteren, nicht gezeichneten Ausführungsbeispiel können von der Helmoberfläche
10' im Bereich der Helmkuppe 6 auch eine Vielzahl von etwa halbkugelförmigen Noppen
abstehen, die einen Durchmesser von etwa 1-14 mm und eine Höhe von etw a 0,5-2 mm
haben. Dabei sind die einzelnen Noppen reihenartig und in gleichgroßem Abstand nebeneinanderliegend
angeordnet, wobei die einzelnen Noppenreihen quer oder auch schräg zur Anströmrichtung
a verlaufen. Zweckmäßigerweise befinden sich dabei die Noppen einer Reihe jeweils
auf Lücke zu den Noppen der benachbart verlaufenden Reihe von Noppen.
[0017] Die Querrippen 7 und 7' oder Querrillen 8 und 8' bzw. die Noppenreihen sind um das
Maß e, das etwa 50-80 mm beträgt, von der Oberkante 2' der Sichtöffnung 2 zurückgesetzt
und erstrecken sich über die Helmkuppe 6 über einen Winkelbereich α-60°-100°.
[0018] Durch die erfindungsgemäß an der Helmkuppel 6 vorgesehenen Querrippen 7, 7' und Querrillen
8, 8' bzw. durch die halbkugelförmigen Noppen wird der den Schutzhelm 1 im Bereich
der Helmkuppe 6 beaufschlagende Luftstrom unabhängig von der jeweiligen Neigungslage
des Schutzhelm 1 in dem mit f bezeichneten Bereich - wenn nicht bereits vor diesem
- abgetrennt und fließt hinter dem Schutzhelm 1 etwa waagrecht verlaufend weiter,
wie die mit a' bezeichneten Pfeile veranschaulichen.
1. Schutzhelm für Motorradfahrer oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, daß im
Bereich der Helmkuppe (6) an der Helmoberfläche (19') eine Anzahl von Erhebungen und/oder
Vertiefungen vorgesehen sind.
2. Schutzhelm nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhebungen und/oder
Vertiefungen aus Querrippen (7,7') bzw. Querrillen (8,8') bestehen, die sich quer
oder schräg zur Anströmrichtung (a) erstrecken.
3. Schutzhelm nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Querrippen (7') und
Querrillen (8') ein etwa sinusförmiges Querschnittsprofil haben, dessen Wellen etwa
0,25 - 1,5 mm hoch sind, (Maß b), während die Wellenlänge (d)etwa 1 - 50 mm beträgt.
4. Schutzhelm nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Querrippen (7) bzw.
Querrillen (8) ein rechteckförmiges Querschnittsprofil haben.
5. Schutzhelm nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die rechteckförmig gestalteten
Querrippen (7) bzw. Querrillen (8) jeweils eine Höhe bzw. Tiefe (b) von etwa 1-2 mm
und eine Breite (c) von etwa 4-8 mm haben.
6. Schutzhelm nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Querrippen
(7,7') abschnittsweise ausgebildet sind, wobei ein Querrippenabschnitt jeweils eine
Lücke der benachbarten Reihe von Querrippen überdeckt.
7. Schutzhelm nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhebungen
oder Vertiefungen etwa 50-80 mm von der Oberkante (2') der Sichtöffnung (2) zurückgesetzt
und über einen Winkelbereich (61) von ca. 60°-100° angeordnet sind.
8. Schutzhelm nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß von der Helmoberfläche
(10') im Bereich der Helmkuppe (6) eine Vielzahl von etwa halbkugelförmigen Noppen
abstehen, die einen Durchmesser von etwa 1-14 mm und eine Höhe von etw a 0,5-2 mm
haben.
9. Schutzhelm nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Noppen reihenartig
und in gleichgroßem Abstand nebeneinanderliegend angeordnet sind, wobei die Noppenreihen
quer oder schräg zur Anströmrichtung (a) verlaufen und sich dabei die Noppen einer
Reihe jeweils auf Lücke zu den Noppen der benachbarten Reihe befinden.
10. Schutzhelm nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Helmoberfläche (10')
im Bereich der Helmkuppe
(6) durch Anordnen von groben Körnern oder dergleichen angerauht ist.