[0001] Die Erfindung betrifft eine Verrichtung zur Erzeugung einer Kraft, die einer auf
die Vorrichtung einwirkenden Kippkraft entgegengerichtet ist, insbesondere für den
Einsatz bei Hebezeugen, vorzugsweise bei einem Ausleger-Kran als eine dem von der
zu hebenden Last erzeugten Ausleger-Kippmoment entgegenwirkende Ausgleichseinrichtung.
[0002] Insbesondere bei Ausleger-Kranen werden als Ausgleichseinrichtungen schwere Gegengewichte
eingesetzt. Die Gegengewichte sind derart dimensioniert und angeordnet, daß ein Gegenmoment
erzeugt wird, welches einen Kran bis zu einer oberen Belastungsgrenze im Gleichgewicht
hält.
[0003] Durch die Anordnung eines Gegengewichtes erhält ein Kran ein verhältnismäßig hohes
Eigengewicht. Dabei setzt sich das Gesamtgewicht eines Kranes während seines Betriebes
aus der zu hebenden Last und seinem Eigengewicht zusammen. Demzufolge können den Einsätzen
von Kranen Grenzen gesetzt sein, die sich aus der Tragfähigkeit des Bodens am Einsatzort
ergeben. Mobilkrane, deren Einsatzort häufig wechselt, sind z.B. in wenig tragfähigem
Sumpfgelände kaum arbeitsfähig. Bereits der Transportweg eines Kranes zum Einsatzort,
kann Probleme aufwerfen, wenn Zufahrtswege nur begrenzt tragfähig sind. Schwere, leistungsfähige
Hebezeuge sind deshalb oftmals für bestimmte Einsatzzwecke nicht verwendbar.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der ein
Gegenmoment erzeugt werden kann, um z. B. das Gewicht einer Ausgleichseinrichtung,
insbesondere für Krane, herabzusetzen, ohne gleichzeitig eine Verminderung der Kippsicherheit
in Kauf nehmen zu müssen, bzw. bei geringem Gesamtgewicht eine Erhöhung der Kippsicherheit
zu erreichen.
[0005] Diese Aufgabe ist bei einer Vorrichtung der in Rede stehenden Art dadurch gelöst
worden, daß sie wenigstens einen in ihr gelagerten schnell rotierenden Kreisel aufweist.
[0006] Schnell rotierende, schwere, technische Kreisel können ihre Laufachse auslenkenden
Kräften erhebliche Gegenkräfte entgegensetzen. Erfindungsgemäß wird diese Eigenschaft
von technischen Kreiseln ausgenutzt, um dem, z.B. aus der Belastung eines Auslegers
resultierenden Kippmoment eines Kranes, ein von
I Kreiseln erzeugtes Gegenmoment entgegenzusetzen. Diese Maßnahme hat den Vorteil,
daß auf fest in den Kran eingebaute Gegengewichte verzichtet werden kann oder diese
zumindest verkleinert werden können. Das Gesamtgewicht eines Hebezeuges läßt sich,
bei Beibehaltung einer gegenüber entsprechend schwereren Gegengewichten gleichen Kippsicherheit,
entsprechend verringern, wodurch das Einsatzgebiet leistungsfähiger Hebezeuge erweitert
werden kann. Selbstverständlich ist es auch möglich,
betriebsbereite Hebezeuge mit einer zusätzlichen erfindungsgemäßen Vorrichtung nachzurüsten,
wodurch sich die Kipp- bzw. Standsicherheit und damit die Hebeleistung eines Hebezeuges
in vorteilhafter Weise verbessern läßt.
[0007] Das Beharrunosbestreben des Kreisels bietet die besonders vorteilhafte Einsatzmöglichkeit,
das Eigengewicht eines Kreisels selbst, seiner Trag
- und Stützelemente, Lagerungen und dergleichen sowie seine Antriebselemente, z.B.
Elektromotore, als vermindertes sogenanntes statisches Gegengewicht einzusetzen, indem
eine entsprechende Einbaustelle, beispielsweise auf dem drehbaren Oberwagen eines
Krans, gewählt wird. Die notwendige Kippsicherheit wird dann durch die von einem oder
mehreren Kreiseln erzeugten dynamischen Kräfte erreicht, die einer Kippbewegung entgegenwirken.
[0008] Eine konstruktiv verhältnismäßig einfache Ausführung der Vorrichtung zeichnet sich
dadurch aus, daß in einem um eine Drehachse drehbaren Rahmen wenigstens ein technischer
Kreisel gelagert ist, dessen etwa quer zur Rahmen-Drehachse ausgerichtete Laufachse
in einer radial zur und längs der Drehachse verlaufenden Ebene bewegbar ist, und daß
der Rahmen mit einem das eingeleitete Kippmoment aufnehmenden Stützelement kraftschlüssig
verbunden ist.
[0009] Bei einer Bewegung seiner Laufachse will ein Kreisel in einer rechtwinklig zur Wirkungslinie
der die Bewegung verursachenden Kraft versetzten Bewegung ausweichen. Dem Rahmen,
in dem der Kreisel gelagert ist, wird dadurch ein Drehmoment mitgeteilte das den Rahmen
um seine Drehachse drehen will. Dieses Drehmoment des Rahmens wird erfinduncsgemäß
genutzt, um über eine geeignete kraftschlüssige Verbindung einem in das Stützelement
geleiteten Kippmoment entgegenzuwirken. Als kraftschlüssige Verbindung kommen beispielsweise
Getriebe oder Klinkensperren in Frage. Es ist auch möglich, das Drehmoment des Rahmens
mittels einer hydraulischen Einrichtung mit Arbeitszylindern in Druck umzuwandeln
und zu nutzen.
[0010] Die Bewegung der Laufachse kann eine pendelartig hin- und her gehende Schwenkbewegung
sein. Die Schwenkbewegungen können auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ausgeführt
werden. So kann die Rückholschwenkung, bei der die Laufachse wieder in eine Ausgangsstellung
zurückgeschwenkt wird z.B. schneller ablaufen als die Schwenkbewegung, bei welcher
der Kreisel das nutzbare, einer Kippkraft entgegengesetzte Moment erzeugt.
[0011] Besonders vorteilhaft ist auch eine stetige Verschwenkung der Kreisellaufachse, die
z.B. durch eine stetige Umlaufbewegung bzw. Rotationsbewegung erreicht werden kann,
bei der der Kreisel mittels eines entsprechenden Antriebs fortlaufend gekippt bzw.
geschwenkt wird und somit ständig ein nutzbares Gegenmoment erzeugt.
[0012] Die Enden einer Laufachse eines Kreisels sind im Rahmen gelagert. Eine konstruktiv
einfache Verschwenkung der gelagerten Laufachsen wird nach einer Weiterbildung dadurch
ermöglicht, daß wenigstens eines der beiden Laufachsenlager eines Kreisels in Schwenkrichtung
verschiebbar im Rahmen geführt ist. Das jeweils andere Lager ist bei dieser Ausführungsform
als Schwenklager ausgebildet, so daß die Laufachse durch Verschiebung des einen Lagers
pendelnde Schwenkbewegungen um den Drehpunkt im Schwenklager ausführen kann.
[0013] Selbstverständlich können auch beide Laufachsenlager verschiebbar sein. Eine Konstruktionsmöglichkeit
der Vorrichtung zeichnet sich z.B. dadurch aus, daß auf einer Laufachse zwei Kreiselmassen
angeordnet sind, die, bei alternierender Verschwenkung der Laufachse mittels der gegenläufige
Verschiebebewegungen ausführenden Achslager, um ein zwischen den Kreiselmassen befindliches
geometrisches Drehzentrum schwenken. Die durch die Ablenkung der Laufachse erzeugten
Momente der einzelnen Kreiselmassen addieren sich demzufolge zu einem den Rahmen verdrehenden
Gesamtmoment.
[0014] Eine andere Konstruktionsmöglichkeit sieht vor, daß die Laufachsenlager auf einer
Kreisbahn, z.B. an einem Ringkäfig, verschoben werden und somit eine Umlaufbewegung
um ein Zentrum der Kreisbahn ausführen. Selbstverständlich können die Laufachsenlager
auch fest in einem solchen Ringkäfig angeordnet sein, wobei dann der Ringkäfig selbst
innerhalb des Rahmens um ein Drehzentrum rotiert, das durch eine Achse definiert ist,
die sowohl quer zur Drehachse des Rahmens als auch quer zur Laufachse ausgerichtet
ist.
[0015] Durch geeignete Steuereinrichtungen können die Zwangsbewegungen der Kreisel beeinflußt,
bzw. geändert werden. So kann z.B. bei einer Registrierung einer höheren Kippbelastung
eines Kranauslegers die Bewegung der Laufachse einer oder mehrerer Kreiselmassen beschleunigt
werden, wodurch sich das erzeugte Gegenmoment der Größenordnung des auszugleichenden
Kippmoments laufend anpassen läßt.
[0016] Eine andere Konstruktionsmöglichkeit der Vorrichtung ist dadurch gegeben, daß mehrere
Rahmen mit jeweils gegenläufigen Kreiseln in einer mit dem Stützelement kraftschlüssig
verbundenen Tragkonstruktion angeordnet sind. Dabei können innerhalb eines Rahmens
mehrere, z.B. gegenläufige Kreisel gelagert werden. Es ist jedoch auch möglich, mehrere
Rahmen in einer Tragkonstruktion anzuordnen, von denen jeder Rahmen einen Kreisel
mit zum Kreisel des jeweils benachbarten Rahmens entgegengesetztem Drehsinn aufweist.
[0017] Nach einer anderen Weiterbildung zeichnet sich die erfindungsgemäße Vorrichtung aus
durch zwischen den Rahmen und dem Stützelement angeordnete, eine Drehung der Rahmen
in einer Richtung freigebende und in der jeweils anderen Richtung sperrende Drehsperren.
Durch diese Drehsperren und durch entsprechenden Drehsinn und Steuerung der Bewegung
der Laufachsen einzelner Kreisel kann erreicht werden, daß sich beispielsweise ein
Rahmen mit einem Kreisel zum Ausgleich des auf das Stützlement einwirkenden Kippmoments
während der entsprechenden Bewegung seiner Laufachse nutzen läßt, während die Laufachse
eines Kreisels im jeweils benachbarten Rahmen der Vorrichtung diesen Rahmen in eine
Ausgangsposition zurückdreht. Bei Erreichen dieser Ausgangsposition wird die Bewegungsrichtung
der Laufachse umgekehrt und gleichzeitig die Drehsperre in Eingriff gebracht, so daß
dann der in die Ausgangsposition bereits zurückgelaufene Rahmen den Ausgleich des
Kippmoments übernehmen kann. Bei einer mit zwei derartigen Rahmen ausgerüsteten Vorrichtung
können die diesbezüglich erzeugten Kräfte abwechselnd wirken.
[0018] An das Stützelement kann z.B. der Ausleger eines Auslegerkranes angeschlossen sein,
woraus sich der Vorteil ergibt, daß die aus dem die Kreisel lagernden Rahmen und dem
Stützelement bestehende Vorrichtung äußerst kompakt gebaut sein kann.
[0019] Eine Ausführungsform der mit hin- und herbewegten Laufachsen der Kreisel arbeitenden
Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß ein Rahmen ein durchgehendes zentrales
Drehachsenteil aufweist, daß auf dem Drehachsenteil eine Schiebehülse geführt ist,
daß an der Schiebehülse als Schwenklager ausgebildete Laufachsenlager angeordnet sind,
und daß in Außenbereichen des Rahmens ortsfeste ebenfalls als Schwenklager ausgebildete
Laufachsenlager angebracht sind. Diese Ausführung hat den Vorteil, daß zur Verschwenkung
der Laufachsen von mehreren Kreiseln eines Rahmens ein einziges, an der Schiebehülse
angreifendes Antriebselement ausreicht. Vorzugsweise sind mit der Schiebehülse die
entsprechenden Laufachsenlager von zwei einander innerhalb des Rahmens gegenüberstehenden,
gegenläufig rotierenden Kreiseln angeordnet. Dadurch wird die vorbeschriebene Addition
der von den Kreiseln erzeugten Gegenkräfte bei einer Verschiebung der Schiebehülse
in eine Richtung erreicht. Bei gleichlaufender Rotation der Kreisel würden sich die
Kräfte aufheben.
[0020] Die Schiebehülse kann mit Vorteil mittels eines Arbeitszylinders entlang dem Drehachsenteil
hin- und herbewegt werden. Selbstverständlich sind auch andere Antriebsmöglichkeiten
für die Bewegung der Laufachsen der Kreisel bzw. der damit verbundenen Schiebehülsen
oder Ringkäfige denkbar.
[0021] Weiterhin zeichnet sich die Vorrichtung mit Vorteil dadurch aus, daß der Rahmen als
zylinderischer Käfig ausgebildet ist, und daß das Stützelement ein den zylinderischen
Käfig umgebender Außenkäfig ist. Dadurch lassen sich die Bauabmessungen der Vorrichtung
gering halten.
[0022] Bei einer derartigen kompakten Bauausführung der Vorrichtung ist außerdem vorgesehen,
daß jeder Rahmen zwei am Umfang mit einer Verzahnung versehene Außenkränze, z.B. Scheiben,
Ringe oder dergleichen aufweist, und daß als
.Drehsperren am Stützelement angeordnete, in die Verzahnung eingreifende Klinkensperren
vorgesehen sind.
I
[0023] Selbstverständlich kann die erfindungsgemäße Vorrichtung auch auf anderen Gebieten
eingesetzt werden, wo es darum geht, mit leichten Geräten hohe Gegenkräfte zu erreichen.
Denkbar ist z.B. die Verwendung bei Feuerwehrdrehleitern, Hubarbeitsbühnen und anderen
Flurfördermitteln, z.B. Gabelstaplern.
[0024] Ausführungsbeispiele der Erfindung, aus denen sich weitere erfinderische Merkmale
ergeben, sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer möglichen Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung in Verbindung mit einem Kran-Ausleger,
Fig. 2 eine Prinzipdarstellung einer anderen Ausführungsform eines Rahmens mit einem
zwei Kreiselmassen aufweisenden Kreisel,
Fig. 3 eine schematische Teilschnittansicht einer dritten Ausführungsform eines Rahmens
mit zwei hin- und her bewegbaren Kreiseln und
Fig. 4 eine schematische Teilschnittansicht einer vierten Ausführungsform eines Rahmens
mit zwei umlaufend bewegbaren Kreiseln.
[0025] In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung schematisch
in perspektivischer Ansicht dargestellt. Ein Krangestell 1, das auch als Drehplattform
des Oberwagens eines Mobilkrans ausgeführt sein kann, trägt an der Oberseite zwei
Lagertraversen 2 und 3. Ein Stützelement 4 ist hier als ein aus Profilen zusammengesetztes
kastenförmiges Schwenkgestell ausgebildet und an den Traversen 2 und 3 um die horizontale
Drehachse 5 schwenkbar gelagert. Mit dem als Schwenkgestell ausgebildeten Stützelement
4 ist ein Ausleger 6 starr verbunden und mit 7 sind den Ausleger stützende Knotenstützen
bezeichnet. Im aus Profilen zusammengesetzten Stützelement 4 sind Rahmen für zwei
gegenläufig rotierende Kreisel 8 und 9 gelagert. Jeder Rahmen besteht aus den zueinander
parallelen Rahmenprofilen 10 und 11 bzw. 10a und lla, die endseitig an hier als Scheiben
ausgebildeten Außenkränzen 12 und 13 bzw. 12a und 13a befestigt sind. In den Rahmenprofilen
10 und 11 ist die Laufachse des Kreisels 8 und in den Rahmenprofilen 10a und lla die
Laufachse des Kreisels 9 gelagert.
Je-der Rahmen trägt somit einen Kreisel. Die Kreisel 8 und 9 werden über angedeutete
Elektromotore 14 und 15 angetrieben.
[0026] Die Außenkränze 12 und 13 bzw. 12a und 13a sind ebenfalls an den Traversen 2 und
3 gelagert und können sich um die horizontale Drehachse 5 bewegen. Die Anordnung ist
dabei derart getroffen, daß sich die beiden Rahmen mit den Kreiseln 8 und 9 auch unabhängig
voneinander um die Drehachse 5 bewegen können.
[0027] Am Außenumfang weisen die AuSenkränze 12 und 13 bzw. 12a und 13a eine Verzahnung
auf. An dem aus Profilen zusammengesetzten käfigartigen Stützelement 4 sind beidseitig
je zwei Drehsperren 16, die z.B. mit Klinken ausgerüstet sein können, derart gehalten,
daß deren Klinken in die Verzahnungen am Umfang der als Scheiben ausgebildeten Außenkränze
eingreifen.
[0028] Die Laufachsen 18 und 18a der beiden Kreisel 8 und 9 sind, wie hier schematisch angedeutet,
im Bereich ihrer unteren Achsenden mit Schwenklagern 19 und 19a an den zugehörigen
Rahmenprofilen 11 und lla gelagert. Die oberen Achsenden jeder Laufachse 18 bzw. 18a
der Kreisel 8 und 9 sind in den jeweils zugehörigen Rahmenprofilen 10 und 10a derart
gelagert, daß eine hin- und hergehende pendelartige Schwenkbewegung, wie durch die
Doppelpfeile angedeutet, möglich ist. Die Schwenkbewegung der Laufachsen 18 und 18a
soll alternierend ablaufen. Zur Erzeugung der Schwenkbewegung können z.B. nicht weiter
dargestellte Arbeitszylinder an den aus den Schiebeführungen in den Rahmenprofilen
10 und 10a vorstehenden Laufachsenstummeln angreifen.
[0029] Wird z.B. der den Kreisel 8 führende Rahmen über die Drehsperre 16 mit dem Stützelement
4 kraftschlüssig verbunden und gleichzeitig mittels eines Arbeitszylinders die Laufachse
des Kreisels 8 in Pfeilrichtung nach rechts verschwenkt, will der Kreisel aus der
Zeichnungsebene herauskippen und erzeugt dabei ein Moment, daß einem aus der am Haken
17 des Auslegers hängenden Last resultierenden Kippmoment des Auslegers entgegenwirkt.
[0030] Wird die Laufachse 18a des Kreisels 9 ebenfalls nach rechts bewegt, erzeugt dieser
Kreisel ein in die Zeichnungsebene hineindrehendes Moment. Für den den Kreisel 9 tragenden
Rahmen sind die Drehsperren 16 dabei jedoch so geschaltet, daß sich der Rahmen gegenüber
dem Stützelement 4 frei in der Wirkrichtung des erzeugten Moments drehen kann.
[0031] Sobald die Laufachsen beider Kreisel 8 und 9 ihren Schwenkweg nach rechts voll ausgeschöpft
haben, wird der Schwenkantrieb umgeschaltet, wobei jetzt die dem Rahmen des Kreisels
9 zugeordneten Drehsperren 16 in Eingriff kommen und gleichzeitig die Drehsperren
für den Rahmen des Kreisels 8 die Drehbewegung dieses Rahmens gegenüber dem Stützelement
4 freigeben. Den Ausgleich des aus der an dem Haken 17 hängenden Last resultierenden
Kippmoments übernimmt dann der Kreisel 9, solange beide Laufachsen der beiden Kreisel
8 und 9 nunmehr nach links verschwenkt werden. Danach wiederholt sich das beschriebene
Arbeitsspiel.
[0032] In Fig. 2 ist eine zweite Ausführungsform in prinzipieller schematischer Darstellung
gezeigt. Bei diesem Ausführungsbeispiel trägt eine Laufachse 18 zwei Massen, bzw.
Scheiben von Kreiseln 8 und 8a, wobei die Laufachse 18 sowohl oben als auch unten
in den Rahmenprofilen 10 und 11 eines Rahmens verschiebbar geführt ist. Bei einer
möglichen Verschiebebewegung der Laufachse 18 gegenüber dem oberen Rahmenprofil 10
in Pfeilrichtung nach links und gleichzeitig gegenüber dem unteren Rahmenprofil 11
in Pfeilrichtung nach rechts, schwenkt die Laufachse 18 mit den beiden Kreiseln um
ein zwischen den Kreiseln befindliches Drehzentrum D. Beide Kreisel 8 und 8a teilen
dem zugeordneten Rahmen ein sich addierendes Moment mit, welches wie vorbeschrieben,
mittels einer kraftschlüssigen Verbindung auf ein Stützelement abgeleitet werden kann.
[0033] In Fig. 3 ist eine dritte Ausführungsform eines Rahmens zur Führung von Kreiseln
in einer schematischen Ansicht dargestellt. Bei diesem Ausführungsbeispiel bilden
die Rahmenprofile 10 und 11 mit den seitlichen Außenkränzen 12 und 13 einen zylinderförmigen
Innenkäfig innerhalb eines als Außenkäfig ausgebildeten Stützelements 4. Sowohl Innenkäfig
als auch Außenkäfig sind, ähnlich wie in Fig. l dargestellt, auf einer hier als Drehachsenteil
ausgebildeten Drehachse 5 drehbar gelagert. Die Drehachse 5 wird wiederum von den
Traversen 2 und 3 gehalten. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Drehsperren 16
als in eine Verzahnung am Umfang der Außenkränze 12 und 13 eingreifende Federbolzen
mit abgeschrägten Spitzen ausgebildet, welche, je nach Drehsinn des Innenkäfigs, eine
Verbindung zum Aaßenkäfig herstellen können.
[0034] Auf der Drehachse 5 ist eine Schiebehülse 20 geführt. Die Drehachse 5 ist als Hohlachse
ausgebildet und kann mittels an ihren freien Enden angeschlossenen Anschlüssen 21
und 22 mit einem Druckmedium, beispielsweise Hydrauliköl, beaufschlagt werden. Ein
auf der Drehachse 5 sitzender Kolbenring 23 unterteilt den hohlen Innenraum 24 der
Schiebehülse 20 in zwei Arbeitskammern 24 und 24a, die abwechselnd über die Anschlüs
21 und 22 mit Hydrauliköl beaufschlagbar sind. Dadurch kann die Schiebehülse in Längsrichtung
der Drehachse-5 hin- und herbewegt werden. Außen an der Schiebehülse sind nach Art
der an sich bekannten Kugelgelenke ausgebildete Schwenklager 25 und 25 a angeordnet,
in denen ein Ende einer Laufachse 18 bzw. 18a eines zugehörigen Kreisels 8 bzw. 8a
gelagert ist. Das jeweils andere Ende jeder Laufachse ist mittels eines gleichartigen
Schwenklagers 19 an den Rahmenprofilen 10 und 11 des als Innenkäfig ausgebildeten
Rahmens gelagert. Die beiden Kreisel 8 und
[0035] 8a rotieren gegenläufig, so daß bei einer Verschwenkung ihrer Laufachsen 18 und 18a
durch Verschiebung der Schiebehülse entlang der Drehachse 5 ein dem die Kreisel führenden
Rahmen erteiltes Moment mittels der Drehsperren 16 auf das Stützelement 4 übertragen
wird und, beispielsweise wie in Fig. l dargestellt, zum Ausgleich eines Kippmoments
eines Auslegers genutzt werden kann.
[0036] In Fig. 4 ist in Anlehnung an Fig. 3 eine weitere Ausführung der Vorrichtung in schematischer
Ansicht gezeigt. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszahlen wie in Fig. 3 bezeichnet.
Die Laufachsen 18 und 18a der Kreisel 8 und 8a sind endseitig in Lagern 26 und 27,
bzw. 26a und 27a gelagert. Die Lager sind fest eingebaut in Ringkäfige 28 und 28a,
welche um ihr eigenes Zentrum rotieren können. Die Lager 26 und 27, bzw. 26a und 27a
sind derart bemessen, daß Antriebe für die Kreisel, beispielsweise Elektromotore,darin
untergebracht werden können. Bei einer Rotation der Ringkäfige wird den Antrieben
die notwendige Energie, beispielswe über Schleifkontaket, von außen zugeführt.
[0037] Die Drehachse 5 trägt,etwa in der Mitte,auf ihr drehbar gelagerte Antriebsgehäuse
29 und 29a, in die jeweils ein nicht weiter dargestellter Hydraulikmotor mit Getriebe
eingebaut ist. Das für den Betrieb der Hydraulikmotore notwendige Drucköl kann durch
die hohle Drehachse 5 zugeführt werden, indem es von außen über die Anschlüsse 21
und 22 geleitet wird. Das frei drehbar auf der Drehachse 5 gelagerte Antriebsgehäuse
29 ist hier teilweise aufgeschnitten dargestellt, so daß ein Antriebsritzel 30 seines
Getriebes sichtbar ist. Jeder Ringkäfig 28 und 28a weist eine Außenverzahnung auf,
die mit dem jeweiligen Antriebsritzel kämmt. Mit Hilfe der Hydraulikmotore kann die
Laufachse 18 bzw. 18a jedes Kreisels 8, 8a in eine umlaufende Rotationsbewegung versetzt
werden, aus der ein vorbeschriebenes Gegenmoment resultiert, welches durch seitliche
Führungen 31,32,31a,32a des Ringkäfigs auf die Rahmenprofile 10 und 11 übertragen
wird. Dieses Gegenmoment führt zu einer Drehung des die Kreisel tragenden Rahmens
um die Drehachse 5 und kann in der vorbeschriebenen Weise genutzt werden.
1. Vorrichtung zur Erzeugung einer Kraft, die einer auf die Vorrichtung einwirkenden
Kippkraft entgegengerichtet ist, insbesondere für den Einsatz bei Hebezeugen, vorzugsweise
bei einem Auslegerkran als eine dem von der zu hebenden Last erzeugten Auslegerkippmoment
entgegenwirkende Ausgleichseinrichtung,
dadurch gekennzeichnet , daß sie wenigstens einen in ihr gelagerten schnell rotierenden
Kreisel (8,8a,9) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einem um eine Drehachse
(5) drehbaren Rahmen wenigstens ein technischer Kreisel (8,8a,9) gelagert ist, dessen
etwa quer zur Rahmen-Drehachse (5) ausgerichtete Laufachse (18,18a) in einer radial
zur und längs der Drehachse verlaufenden Ebene bewegbar ist, und daß der Rahmen mit
einem das eingeleitete Kippmoment aufnehmenden Stützelement (4) kraftschlüssig verbunden
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufachse (18,18a)
pendelartig hin- und her schwenkbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die pendelartigen Schwenkbewegungen
unterschiedliche Geschwindigkeiten aufweisen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufachse (18,18a)
gleichmäßig umlaufend bewegbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eines
der beiden Laufachsenlager (19.25) eines Kreisels (8,8a,9) in Richtung der Laufachsenbewegung
im Rahmen geführt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch wenigstens einen die bewegbaren
Laufachsenlager bewegenden Antrieb.
8. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Rahmen mit vorzugsweise
jeweils gegenläufigen Kreiseln (8,8a,9) in einer mit dem Stützelement (4) kraftschlüssig
verbundenen Tragkonstruktion angeordnet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch zwischen jedem Rahmen und dem
Stützelement (4) angeordnete, eine Drehung der Rahmen in einer Richtung sperrende
Drehsperren (16).
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Rahmen zwei am
Umfang mit einer Verzahnung versehene Außenkränze (12,13,12a,13a) aufweist, und daß
als Drehsperren (16) am Stützelement (4) angeordnete, in die Verzahnung eingreifende
Klinken vorgesehen sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ausleger (6) eines
Auslegerkrans an das Stützelement (4) angeschlossen ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rahmen ein durchgehendes
zentrales Drehachsenteil (5) aufweist, daß auf dem Drehachsenteil eine Schiebehülse
(20) geführt ist, daß an der Schiebehülse als Schwenklager (25,25a) ausgebildete Laufachsenlager
angeordnet sind, und daß in Aussenbereichen des Rahmens ortsfeste, ebenfalls als Schwenklager
(19) ausgebildete Laufachsenlager angebracht sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Schiebehülse (20)
nach Art eines Arbeitszylinders entlang dem Drehachsenteil (5) hin- und herbewegbar
ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen als zylinderischer
Käfig ausgebildet ist, und daß das Stützelement (4) ein den zylinderischen Käfig umgebender
Außenkäfig ist.
15. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß in dem um
eine Drehachse (5) drehbaren Rahmen wenigstens ein die Laufachse (18) eines Kreisels
(8,8a,9) tragender Ringkäfig gelagert ist, der mittels eines Antriebs um eine quer
zur Längsachse des Kreisels und quer zur Drehachse des Rahmens ausgerichtete Schwenkachse
drehbar ist.