(19)
(11) EP 0 133 206 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.02.1985  Patentblatt  1985/08

(21) Anmeldenummer: 84106718.4

(22) Anmeldetag:  13.06.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B66C 23/72, B66C 23/88, B62D 37/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 25.06.1983 DE 3322913
24.12.1983 DE 3346963

(71) Anmelder: Hakemann, Fritz
D-49424 Goldenstedt (DE)

(72) Erfinder:
  • Hakemann, Fritz
    D-49424 Goldenstedt (DE)

(74) Vertreter: Jabbusch, Wolfgang, Dr.Jur. Jabbusch, Wehser & Lauerwald Patentanwälte  
Koppelstrasse 3
D-26135 Oldenburg
D-26135 Oldenburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zur Erzeugung einer Kraft, die einer auf die Vorrichtung einwirkenden Kippkraft entgegengerichtet ist


    (57) Bei einer Verschwenkung seiner Laufachse will ein Kreisel in einer rechtwinklig zur Schwenkkraftrichtung versetzten Bewegung ausweichen. Einem Rahmen, in dem ein Kreisel gelagert ist, wird dadurch ein Drehmoment mitgeteilt, das den Rahmen um seine Drehachse drehen will. Dieses Drehmoment des Rahmens wird erfindungsgemäss genutzt, um über eine geeignete kraftschlüssige Verbindung einem in ein Stützelement des Rahmens geleiteten Kippmoment entgegenzuwirken. Als kraftschlüssige Verbindung kommen beispielsweise Getriebe in Frage. Es ist auch möglich, das Drehmoment des Rahmens mittels einer hydraulischen Einrichtung mit Arbeitszylindern in Druck umzuwandeln und zu nutzen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Verrichtung zur Erzeugung einer Kraft, die einer auf die Vorrichtung einwirkenden Kippkraft entgegengerichtet ist, insbesondere für den Einsatz bei Hebezeugen, vorzugsweise bei einem Ausleger-Kran als eine dem von der zu hebenden Last erzeugten Ausleger-Kippmoment entgegenwirkende Ausgleichseinrichtung.

    [0002] Insbesondere bei Ausleger-Kranen werden als Ausgleichseinrichtungen schwere Gegengewichte eingesetzt. Die Gegengewichte sind derart dimensioniert und angeordnet, daß ein Gegenmoment erzeugt wird, welches einen Kran bis zu einer oberen Belastungsgrenze im Gleichgewicht hält.

    [0003] Durch die Anordnung eines Gegengewichtes erhält ein Kran ein verhältnismäßig hohes Eigengewicht. Dabei setzt sich das Gesamtgewicht eines Kranes während seines Betriebes aus der zu hebenden Last und seinem Eigengewicht zusammen. Demzufolge können den Einsätzen von Kranen Grenzen gesetzt sein, die sich aus der Tragfähigkeit des Bodens am Einsatzort ergeben. Mobilkrane, deren Einsatzort häufig wechselt, sind z.B. in wenig tragfähigem Sumpfgelände kaum arbeitsfähig. Bereits der Transportweg eines Kranes zum Einsatzort, kann Probleme aufwerfen, wenn Zufahrtswege nur begrenzt tragfähig sind. Schwere, leistungsfähige Hebezeuge sind deshalb oftmals für bestimmte Einsatzzwecke nicht verwendbar.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der ein Gegenmoment erzeugt werden kann, um z. B. das Gewicht einer Ausgleichseinrichtung, insbesondere für Krane, herabzusetzen, ohne gleichzeitig eine Verminderung der Kippsicherheit in Kauf nehmen zu müssen, bzw. bei geringem Gesamtgewicht eine Erhöhung der Kippsicherheit zu erreichen.

    [0005] Diese Aufgabe ist bei einer Vorrichtung der in Rede stehenden Art dadurch gelöst worden, daß sie wenigstens einen in ihr gelagerten schnell rotierenden Kreisel aufweist.

    [0006] Schnell rotierende, schwere, technische Kreisel können ihre Laufachse auslenkenden Kräften erhebliche Gegenkräfte entgegensetzen. Erfindungsgemäß wird diese Eigenschaft von technischen Kreiseln ausgenutzt, um dem, z.B. aus der Belastung eines Auslegers resultierenden Kippmoment eines Kranes, ein von I Kreiseln erzeugtes Gegenmoment entgegenzusetzen. Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß auf fest in den Kran eingebaute Gegengewichte verzichtet werden kann oder diese zumindest verkleinert werden können. Das Gesamtgewicht eines Hebezeuges läßt sich, bei Beibehaltung einer gegenüber entsprechend schwereren Gegengewichten gleichen Kippsicherheit, entsprechend verringern, wodurch das Einsatzgebiet leistungsfähiger Hebezeuge erweitert werden kann. Selbstverständlich ist es auch möglich, betriebsbereite Hebezeuge mit einer zusätzlichen erfindungsgemäßen Vorrichtung nachzurüsten, wodurch sich die Kipp- bzw. Standsicherheit und damit die Hebeleistung eines Hebezeuges in vorteilhafter Weise verbessern läßt.

    [0007] Das Beharrunosbestreben des Kreisels bietet die besonders vorteilhafte Einsatzmöglichkeit, das Eigengewicht eines Kreisels selbst, seiner Trag- und Stützelemente, Lagerungen und dergleichen sowie seine Antriebselemente, z.B. Elektromotore, als vermindertes sogenanntes statisches Gegengewicht einzusetzen, indem eine entsprechende Einbaustelle, beispielsweise auf dem drehbaren Oberwagen eines Krans, gewählt wird. Die notwendige Kippsicherheit wird dann durch die von einem oder mehreren Kreiseln erzeugten dynamischen Kräfte erreicht, die einer Kippbewegung entgegenwirken.

    [0008] Eine konstruktiv verhältnismäßig einfache Ausführung der Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß in einem um eine Drehachse drehbaren Rahmen wenigstens ein technischer Kreisel gelagert ist, dessen etwa quer zur Rahmen-Drehachse ausgerichtete Laufachse in einer radial zur und längs der Drehachse verlaufenden Ebene bewegbar ist, und daß der Rahmen mit einem das eingeleitete Kippmoment aufnehmenden Stützelement kraftschlüssig verbunden ist.

    [0009] Bei einer Bewegung seiner Laufachse will ein Kreisel in einer rechtwinklig zur Wirkungslinie der die Bewegung verursachenden Kraft versetzten Bewegung ausweichen. Dem Rahmen, in dem der Kreisel gelagert ist, wird dadurch ein Drehmoment mitgeteilte das den Rahmen um seine Drehachse drehen will. Dieses Drehmoment des Rahmens wird erfinduncsgemäß genutzt, um über eine geeignete kraftschlüssige Verbindung einem in das Stützelement geleiteten Kippmoment entgegenzuwirken. Als kraftschlüssige Verbindung kommen beispielsweise Getriebe oder Klinkensperren in Frage. Es ist auch möglich, das Drehmoment des Rahmens mittels einer hydraulischen Einrichtung mit Arbeitszylindern in Druck umzuwandeln und zu nutzen.

    [0010] Die Bewegung der Laufachse kann eine pendelartig hin- und her gehende Schwenkbewegung sein. Die Schwenkbewegungen können auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ausgeführt werden. So kann die Rückholschwenkung, bei der die Laufachse wieder in eine Ausgangsstellung zurückgeschwenkt wird z.B. schneller ablaufen als die Schwenkbewegung, bei welcher der Kreisel das nutzbare, einer Kippkraft entgegengesetzte Moment erzeugt.

    [0011] Besonders vorteilhaft ist auch eine stetige Verschwenkung der Kreisellaufachse, die z.B. durch eine stetige Umlaufbewegung bzw. Rotationsbewegung erreicht werden kann, bei der der Kreisel mittels eines entsprechenden Antriebs fortlaufend gekippt bzw. geschwenkt wird und somit ständig ein nutzbares Gegenmoment erzeugt.

    [0012] Die Enden einer Laufachse eines Kreisels sind im Rahmen gelagert. Eine konstruktiv einfache Verschwenkung der gelagerten Laufachsen wird nach einer Weiterbildung dadurch ermöglicht, daß wenigstens eines der beiden Laufachsenlager eines Kreisels in Schwenkrichtung verschiebbar im Rahmen geführt ist. Das jeweils andere Lager ist bei dieser Ausführungsform als Schwenklager ausgebildet, so daß die Laufachse durch Verschiebung des einen Lagers pendelnde Schwenkbewegungen um den Drehpunkt im Schwenklager ausführen kann.

    [0013] Selbstverständlich können auch beide Laufachsenlager verschiebbar sein. Eine Konstruktionsmöglichkeit der Vorrichtung zeichnet sich z.B. dadurch aus, daß auf einer Laufachse zwei Kreiselmassen angeordnet sind, die, bei alternierender Verschwenkung der Laufachse mittels der gegenläufige Verschiebebewegungen ausführenden Achslager, um ein zwischen den Kreiselmassen befindliches geometrisches Drehzentrum schwenken. Die durch die Ablenkung der Laufachse erzeugten Momente der einzelnen Kreiselmassen addieren sich demzufolge zu einem den Rahmen verdrehenden Gesamtmoment.

    [0014] Eine andere Konstruktionsmöglichkeit sieht vor, daß die Laufachsenlager auf einer Kreisbahn, z.B. an einem Ringkäfig, verschoben werden und somit eine Umlaufbewegung um ein Zentrum der Kreisbahn ausführen. Selbstverständlich können die Laufachsenlager auch fest in einem solchen Ringkäfig angeordnet sein, wobei dann der Ringkäfig selbst innerhalb des Rahmens um ein Drehzentrum rotiert, das durch eine Achse definiert ist, die sowohl quer zur Drehachse des Rahmens als auch quer zur Laufachse ausgerichtet ist.

    [0015] Durch geeignete Steuereinrichtungen können die Zwangsbewegungen der Kreisel beeinflußt, bzw. geändert werden. So kann z.B. bei einer Registrierung einer höheren Kippbelastung eines Kranauslegers die Bewegung der Laufachse einer oder mehrerer Kreiselmassen beschleunigt werden, wodurch sich das erzeugte Gegenmoment der Größenordnung des auszugleichenden Kippmoments laufend anpassen läßt.

    [0016] Eine andere Konstruktionsmöglichkeit der Vorrichtung ist dadurch gegeben, daß mehrere Rahmen mit jeweils gegenläufigen Kreiseln in einer mit dem Stützelement kraftschlüssig verbundenen Tragkonstruktion angeordnet sind. Dabei können innerhalb eines Rahmens mehrere, z.B. gegenläufige Kreisel gelagert werden. Es ist jedoch auch möglich, mehrere Rahmen in einer Tragkonstruktion anzuordnen, von denen jeder Rahmen einen Kreisel mit zum Kreisel des jeweils benachbarten Rahmens entgegengesetztem Drehsinn aufweist.

    [0017] Nach einer anderen Weiterbildung zeichnet sich die erfindungsgemäße Vorrichtung aus durch zwischen den Rahmen und dem Stützelement angeordnete, eine Drehung der Rahmen in einer Richtung freigebende und in der jeweils anderen Richtung sperrende Drehsperren. Durch diese Drehsperren und durch entsprechenden Drehsinn und Steuerung der Bewegung der Laufachsen einzelner Kreisel kann erreicht werden, daß sich beispielsweise ein Rahmen mit einem Kreisel zum Ausgleich des auf das Stützlement einwirkenden Kippmoments während der entsprechenden Bewegung seiner Laufachse nutzen läßt, während die Laufachse eines Kreisels im jeweils benachbarten Rahmen der Vorrichtung diesen Rahmen in eine Ausgangsposition zurückdreht. Bei Erreichen dieser Ausgangsposition wird die Bewegungsrichtung der Laufachse umgekehrt und gleichzeitig die Drehsperre in Eingriff gebracht, so daß dann der in die Ausgangsposition bereits zurückgelaufene Rahmen den Ausgleich des Kippmoments übernehmen kann. Bei einer mit zwei derartigen Rahmen ausgerüsteten Vorrichtung können die diesbezüglich erzeugten Kräfte abwechselnd wirken.

    [0018] An das Stützelement kann z.B. der Ausleger eines Auslegerkranes angeschlossen sein, woraus sich der Vorteil ergibt, daß die aus dem die Kreisel lagernden Rahmen und dem Stützelement bestehende Vorrichtung äußerst kompakt gebaut sein kann.

    [0019] Eine Ausführungsform der mit hin- und herbewegten Laufachsen der Kreisel arbeitenden Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß ein Rahmen ein durchgehendes zentrales Drehachsenteil aufweist, daß auf dem Drehachsenteil eine Schiebehülse geführt ist, daß an der Schiebehülse als Schwenklager ausgebildete Laufachsenlager angeordnet sind, und daß in Außenbereichen des Rahmens ortsfeste ebenfalls als Schwenklager ausgebildete Laufachsenlager angebracht sind. Diese Ausführung hat den Vorteil, daß zur Verschwenkung der Laufachsen von mehreren Kreiseln eines Rahmens ein einziges, an der Schiebehülse angreifendes Antriebselement ausreicht. Vorzugsweise sind mit der Schiebehülse die entsprechenden Laufachsenlager von zwei einander innerhalb des Rahmens gegenüberstehenden, gegenläufig rotierenden Kreiseln angeordnet. Dadurch wird die vorbeschriebene Addition der von den Kreiseln erzeugten Gegenkräfte bei einer Verschiebung der Schiebehülse in eine Richtung erreicht. Bei gleichlaufender Rotation der Kreisel würden sich die Kräfte aufheben.

    [0020] Die Schiebehülse kann mit Vorteil mittels eines Arbeitszylinders entlang dem Drehachsenteil hin- und herbewegt werden. Selbstverständlich sind auch andere Antriebsmöglichkeiten für die Bewegung der Laufachsen der Kreisel bzw. der damit verbundenen Schiebehülsen oder Ringkäfige denkbar.

    [0021] Weiterhin zeichnet sich die Vorrichtung mit Vorteil dadurch aus, daß der Rahmen als zylinderischer Käfig ausgebildet ist, und daß das Stützelement ein den zylinderischen Käfig umgebender Außenkäfig ist. Dadurch lassen sich die Bauabmessungen der Vorrichtung gering halten.

    [0022] Bei einer derartigen kompakten Bauausführung der Vorrichtung ist außerdem vorgesehen, daß jeder Rahmen zwei am Umfang mit einer Verzahnung versehene Außenkränze, z.B. Scheiben, Ringe oder dergleichen aufweist, und daß als.Drehsperren am Stützelement angeordnete, in die Verzahnung eingreifende Klinkensperren vorgesehen sind. I

    [0023] Selbstverständlich kann die erfindungsgemäße Vorrichtung auch auf anderen Gebieten eingesetzt werden, wo es darum geht, mit leichten Geräten hohe Gegenkräfte zu erreichen. Denkbar ist z.B. die Verwendung bei Feuerwehrdrehleitern, Hubarbeitsbühnen und anderen Flurfördermitteln, z.B. Gabelstaplern.

    [0024] Ausführungsbeispiele der Erfindung, aus denen sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:

    Fig. 1 eine schematische Ansicht einer möglichen Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in Verbindung mit einem Kran-Ausleger,

    Fig. 2 eine Prinzipdarstellung einer anderen Ausführungsform eines Rahmens mit einem zwei Kreiselmassen aufweisenden Kreisel,

    Fig. 3 eine schematische Teilschnittansicht einer dritten Ausführungsform eines Rahmens mit zwei hin- und her bewegbaren Kreiseln und

    Fig. 4 eine schematische Teilschnittansicht einer vierten Ausführungsform eines Rahmens mit zwei umlaufend bewegbaren Kreiseln.



    [0025] In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung schematisch in perspektivischer Ansicht dargestellt. Ein Krangestell 1, das auch als Drehplattform des Oberwagens eines Mobilkrans ausgeführt sein kann, trägt an der Oberseite zwei Lagertraversen 2 und 3. Ein Stützelement 4 ist hier als ein aus Profilen zusammengesetztes kastenförmiges Schwenkgestell ausgebildet und an den Traversen 2 und 3 um die horizontale Drehachse 5 schwenkbar gelagert. Mit dem als Schwenkgestell ausgebildeten Stützelement 4 ist ein Ausleger 6 starr verbunden und mit 7 sind den Ausleger stützende Knotenstützen bezeichnet. Im aus Profilen zusammengesetzten Stützelement 4 sind Rahmen für zwei gegenläufig rotierende Kreisel 8 und 9 gelagert. Jeder Rahmen besteht aus den zueinander parallelen Rahmenprofilen 10 und 11 bzw. 10a und lla, die endseitig an hier als Scheiben ausgebildeten Außenkränzen 12 und 13 bzw. 12a und 13a befestigt sind. In den Rahmenprofilen 10 und 11 ist die Laufachse des Kreisels 8 und in den Rahmenprofilen 10a und lla die Laufachse des Kreisels 9 gelagert. Je-der Rahmen trägt somit einen Kreisel. Die Kreisel 8 und 9 werden über angedeutete Elektromotore 14 und 15 angetrieben.

    [0026] Die Außenkränze 12 und 13 bzw. 12a und 13a sind ebenfalls an den Traversen 2 und 3 gelagert und können sich um die horizontale Drehachse 5 bewegen. Die Anordnung ist dabei derart getroffen, daß sich die beiden Rahmen mit den Kreiseln 8 und 9 auch unabhängig voneinander um die Drehachse 5 bewegen können.

    [0027] Am Außenumfang weisen die AuSenkränze 12 und 13 bzw. 12a und 13a eine Verzahnung auf. An dem aus Profilen zusammengesetzten käfigartigen Stützelement 4 sind beidseitig je zwei Drehsperren 16, die z.B. mit Klinken ausgerüstet sein können, derart gehalten, daß deren Klinken in die Verzahnungen am Umfang der als Scheiben ausgebildeten Außenkränze eingreifen.

    [0028] Die Laufachsen 18 und 18a der beiden Kreisel 8 und 9 sind, wie hier schematisch angedeutet, im Bereich ihrer unteren Achsenden mit Schwenklagern 19 und 19a an den zugehörigen Rahmenprofilen 11 und lla gelagert. Die oberen Achsenden jeder Laufachse 18 bzw. 18a der Kreisel 8 und 9 sind in den jeweils zugehörigen Rahmenprofilen 10 und 10a derart gelagert, daß eine hin- und hergehende pendelartige Schwenkbewegung, wie durch die Doppelpfeile angedeutet, möglich ist. Die Schwenkbewegung der Laufachsen 18 und 18a soll alternierend ablaufen. Zur Erzeugung der Schwenkbewegung können z.B. nicht weiter dargestellte Arbeitszylinder an den aus den Schiebeführungen in den Rahmenprofilen 10 und 10a vorstehenden Laufachsenstummeln angreifen.

    [0029] Wird z.B. der den Kreisel 8 führende Rahmen über die Drehsperre 16 mit dem Stützelement 4 kraftschlüssig verbunden und gleichzeitig mittels eines Arbeitszylinders die Laufachse des Kreisels 8 in Pfeilrichtung nach rechts verschwenkt, will der Kreisel aus der Zeichnungsebene herauskippen und erzeugt dabei ein Moment, daß einem aus der am Haken 17 des Auslegers hängenden Last resultierenden Kippmoment des Auslegers entgegenwirkt.

    [0030] Wird die Laufachse 18a des Kreisels 9 ebenfalls nach rechts bewegt, erzeugt dieser Kreisel ein in die Zeichnungsebene hineindrehendes Moment. Für den den Kreisel 9 tragenden Rahmen sind die Drehsperren 16 dabei jedoch so geschaltet, daß sich der Rahmen gegenüber dem Stützelement 4 frei in der Wirkrichtung des erzeugten Moments drehen kann.

    [0031] Sobald die Laufachsen beider Kreisel 8 und 9 ihren Schwenkweg nach rechts voll ausgeschöpft haben, wird der Schwenkantrieb umgeschaltet, wobei jetzt die dem Rahmen des Kreisels 9 zugeordneten Drehsperren 16 in Eingriff kommen und gleichzeitig die Drehsperren für den Rahmen des Kreisels 8 die Drehbewegung dieses Rahmens gegenüber dem Stützelement 4 freigeben. Den Ausgleich des aus der an dem Haken 17 hängenden Last resultierenden Kippmoments übernimmt dann der Kreisel 9, solange beide Laufachsen der beiden Kreisel 8 und 9 nunmehr nach links verschwenkt werden. Danach wiederholt sich das beschriebene Arbeitsspiel.

    [0032] In Fig. 2 ist eine zweite Ausführungsform in prinzipieller schematischer Darstellung gezeigt. Bei diesem Ausführungsbeispiel trägt eine Laufachse 18 zwei Massen, bzw. Scheiben von Kreiseln 8 und 8a, wobei die Laufachse 18 sowohl oben als auch unten in den Rahmenprofilen 10 und 11 eines Rahmens verschiebbar geführt ist. Bei einer möglichen Verschiebebewegung der Laufachse 18 gegenüber dem oberen Rahmenprofil 10 in Pfeilrichtung nach links und gleichzeitig gegenüber dem unteren Rahmenprofil 11 in Pfeilrichtung nach rechts, schwenkt die Laufachse 18 mit den beiden Kreiseln um ein zwischen den Kreiseln befindliches Drehzentrum D. Beide Kreisel 8 und 8a teilen dem zugeordneten Rahmen ein sich addierendes Moment mit, welches wie vorbeschrieben, mittels einer kraftschlüssigen Verbindung auf ein Stützelement abgeleitet werden kann.

    [0033] In Fig. 3 ist eine dritte Ausführungsform eines Rahmens zur Führung von Kreiseln in einer schematischen Ansicht dargestellt. Bei diesem Ausführungsbeispiel bilden die Rahmenprofile 10 und 11 mit den seitlichen Außenkränzen 12 und 13 einen zylinderförmigen Innenkäfig innerhalb eines als Außenkäfig ausgebildeten Stützelements 4. Sowohl Innenkäfig als auch Außenkäfig sind, ähnlich wie in Fig. l dargestellt, auf einer hier als Drehachsenteil ausgebildeten Drehachse 5 drehbar gelagert. Die Drehachse 5 wird wiederum von den Traversen 2 und 3 gehalten. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Drehsperren 16 als in eine Verzahnung am Umfang der Außenkränze 12 und 13 eingreifende Federbolzen mit abgeschrägten Spitzen ausgebildet, welche, je nach Drehsinn des Innenkäfigs, eine Verbindung zum Aaßenkäfig herstellen können.

    [0034] Auf der Drehachse 5 ist eine Schiebehülse 20 geführt. Die Drehachse 5 ist als Hohlachse ausgebildet und kann mittels an ihren freien Enden angeschlossenen Anschlüssen 21 und 22 mit einem Druckmedium, beispielsweise Hydrauliköl, beaufschlagt werden. Ein auf der Drehachse 5 sitzender Kolbenring 23 unterteilt den hohlen Innenraum 24 der Schiebehülse 20 in zwei Arbeitskammern 24 und 24a, die abwechselnd über die Anschlüs 21 und 22 mit Hydrauliköl beaufschlagbar sind. Dadurch kann die Schiebehülse in Längsrichtung der Drehachse-5 hin- und herbewegt werden. Außen an der Schiebehülse sind nach Art der an sich bekannten Kugelgelenke ausgebildete Schwenklager 25 und 25 a angeordnet, in denen ein Ende einer Laufachse 18 bzw. 18a eines zugehörigen Kreisels 8 bzw. 8a gelagert ist. Das jeweils andere Ende jeder Laufachse ist mittels eines gleichartigen Schwenklagers 19 an den Rahmenprofilen 10 und 11 des als Innenkäfig ausgebildeten Rahmens gelagert. Die beiden Kreisel 8 und

    [0035] 8a rotieren gegenläufig, so daß bei einer Verschwenkung ihrer Laufachsen 18 und 18a durch Verschiebung der Schiebehülse entlang der Drehachse 5 ein dem die Kreisel führenden Rahmen erteiltes Moment mittels der Drehsperren 16 auf das Stützelement 4 übertragen wird und, beispielsweise wie in Fig. l dargestellt, zum Ausgleich eines Kippmoments eines Auslegers genutzt werden kann.

    [0036] In Fig. 4 ist in Anlehnung an Fig. 3 eine weitere Ausführung der Vorrichtung in schematischer Ansicht gezeigt. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszahlen wie in Fig. 3 bezeichnet. Die Laufachsen 18 und 18a der Kreisel 8 und 8a sind endseitig in Lagern 26 und 27, bzw. 26a und 27a gelagert. Die Lager sind fest eingebaut in Ringkäfige 28 und 28a, welche um ihr eigenes Zentrum rotieren können. Die Lager 26 und 27, bzw. 26a und 27a sind derart bemessen, daß Antriebe für die Kreisel, beispielsweise Elektromotore,darin untergebracht werden können. Bei einer Rotation der Ringkäfige wird den Antrieben die notwendige Energie, beispielswe über Schleifkontaket, von außen zugeführt.

    [0037] Die Drehachse 5 trägt,etwa in der Mitte,auf ihr drehbar gelagerte Antriebsgehäuse 29 und 29a, in die jeweils ein nicht weiter dargestellter Hydraulikmotor mit Getriebe eingebaut ist. Das für den Betrieb der Hydraulikmotore notwendige Drucköl kann durch die hohle Drehachse 5 zugeführt werden, indem es von außen über die Anschlüsse 21 und 22 geleitet wird. Das frei drehbar auf der Drehachse 5 gelagerte Antriebsgehäuse 29 ist hier teilweise aufgeschnitten dargestellt, so daß ein Antriebsritzel 30 seines Getriebes sichtbar ist. Jeder Ringkäfig 28 und 28a weist eine Außenverzahnung auf, die mit dem jeweiligen Antriebsritzel kämmt. Mit Hilfe der Hydraulikmotore kann die Laufachse 18 bzw. 18a jedes Kreisels 8, 8a in eine umlaufende Rotationsbewegung versetzt werden, aus der ein vorbeschriebenes Gegenmoment resultiert, welches durch seitliche Führungen 31,32,31a,32a des Ringkäfigs auf die Rahmenprofile 10 und 11 übertragen wird. Dieses Gegenmoment führt zu einer Drehung des die Kreisel tragenden Rahmens um die Drehachse 5 und kann in der vorbeschriebenen Weise genutzt werden.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zur Erzeugung einer Kraft, die einer auf die Vorrichtung einwirkenden Kippkraft entgegengerichtet ist, insbesondere für den Einsatz bei Hebezeugen, vorzugsweise bei einem Auslegerkran als eine dem von der zu hebenden Last erzeugten Auslegerkippmoment entgegenwirkende Ausgleichseinrichtung,
    dadurch gekennzeichnet , daß sie wenigstens einen in ihr gelagerten schnell rotierenden Kreisel (8,8a,9) aufweist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einem um eine Drehachse (5) drehbaren Rahmen wenigstens ein technischer Kreisel (8,8a,9) gelagert ist, dessen etwa quer zur Rahmen-Drehachse (5) ausgerichtete Laufachse (18,18a) in einer radial zur und längs der Drehachse verlaufenden Ebene bewegbar ist, und daß der Rahmen mit einem das eingeleitete Kippmoment aufnehmenden Stützelement (4) kraftschlüssig verbunden ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufachse (18,18a) pendelartig hin- und her schwenkbar ist.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die pendelartigen Schwenkbewegungen unterschiedliche Geschwindigkeiten aufweisen.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufachse (18,18a) gleichmäßig umlaufend bewegbar ist.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eines der beiden Laufachsenlager (19.25) eines Kreisels (8,8a,9) in Richtung der Laufachsenbewegung im Rahmen geführt ist.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch wenigstens einen die bewegbaren Laufachsenlager bewegenden Antrieb.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Rahmen mit vorzugsweise jeweils gegenläufigen Kreiseln (8,8a,9) in einer mit dem Stützelement (4) kraftschlüssig verbundenen Tragkonstruktion angeordnet sind.
     
    9. Vorrichtung nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch zwischen jedem Rahmen und dem Stützelement (4) angeordnete, eine Drehung der Rahmen in einer Richtung sperrende Drehsperren (16).
     
    10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Rahmen zwei am Umfang mit einer Verzahnung versehene Außenkränze (12,13,12a,13a) aufweist, und daß als Drehsperren (16) am Stützelement (4) angeordnete, in die Verzahnung eingreifende Klinken vorgesehen sind.
     
    11. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ausleger (6) eines Auslegerkrans an das Stützelement (4) angeschlossen ist.
     
    12. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rahmen ein durchgehendes zentrales Drehachsenteil (5) aufweist, daß auf dem Drehachsenteil eine Schiebehülse (20) geführt ist, daß an der Schiebehülse als Schwenklager (25,25a) ausgebildete Laufachsenlager angeordnet sind, und daß in Aussenbereichen des Rahmens ortsfeste, ebenfalls als Schwenklager (19) ausgebildete Laufachsenlager angebracht sind.
     
    13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Schiebehülse (20) nach Art eines Arbeitszylinders entlang dem Drehachsenteil (5) hin- und herbewegbar ist.
     
    14. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen als zylinderischer Käfig ausgebildet ist, und daß das Stützelement (4) ein den zylinderischen Käfig umgebender Außenkäfig ist.
     
    15. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß in dem um eine Drehachse (5) drehbaren Rahmen wenigstens ein die Laufachse (18) eines Kreisels (8,8a,9) tragender Ringkäfig gelagert ist, der mittels eines Antriebs um eine quer zur Längsachse des Kreisels und quer zur Drehachse des Rahmens ausgerichtete Schwenkachse drehbar ist.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht