[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein topfförmiges Schaltkontaktstück gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Ein derartiges Schaltkontaktstück ist aus der DE-OS
2557174 bekannt. Gemäß dieser Offenlegungsschrift wird der Kontaktring zunächst auf
einen an die Wand in axialer Richtung anschließenden, die Zylinderwand in radialer
Richtung überragenden, lippenförmigen Randteil des Topfkontaktes aufgelötet, in aufgelötetem
Zustand zusammen mit der Zylinderwand geschlitzt, durch Hämmern wieder geschlossen
und anschließend verschmolzen, so daß wieder eine durchgehende Oberfläche des Kontaktringes
entsteht. Derartige Kontakte haben bei einer für die mechanische Beanspruchung ausreichenden
Stärke der Zylinderwand eine überdimensionierte Kontaktfläche, der Widerstand in Umfangsrichtung
ist relativ klein, der Widerstand in axialer Richtung relativ groß. Dadurch wird das
unerwünschte Stoppen der Rotation des Lichtbogens begünstigt.
[0002] Die geschlitzte Zylinderwand ist durch die Schlitze zumindest teilweise in Stege,
die zur Rotationsachse des Kontaktstückes schräg verlaufen, aufgeteilt. Diese Stege
werden beim Einschaltvorgang im Vakuumschalter mit sehr großen mechanischen Kräften
in axialer Richtung belastet. Diese durch den Einschaltstrom hervorgerufenen Kräfte
können bis zu mehreren 1000N betragen. Diese Kräfte bewirken neben einer Stauchung
auch eine Verbiegung der einzelnen Stege zu ihrer über den Topfboden überhängenden
Seite hin. Dabei kippen die überhängenden Teile der Stege in Richtung auf den Topfboden
hin und führen zu einem Verbiegen des'im Bereich der Schlitze nur sehr dünnen Kontaktringes.
Abgesehen davon ist die Verbindungs-Mhs 1 Lk/22.6.1983 stelle über den Schlitzen,
die z.B. durch Hämmern und anschließendes Verschmelzen entstanden ist, ungleichmäßig
und von geringer, nicht näher bekannter Festigkeit. Daher besteht die Gefahr, daß
der Kontaktring während des Be-. triebes, beispielsweise beim Ausschaltvorgang, aufreißt
und somit das Ausschaltvermögen bei Kurzschluß nicht mehr gewährleistet ist.
[0003] Durch das Verbiegen der Stege wird die Ringoberfläche sägezahnförmig verformt, die
Kontaktringe der beiden Kontakte eines Vakuumschalters liegen im Einschaltzustand
des Vakuumschalters nur stellenweise aufeinander. Dadurch besteht die Gefahr einer
plötzlichen Fixierung des Lichtbogens.
[0004] Um diese Nachteile zu umgehen und das Schaltvermögen zu erhöhen, schlägt die DE-OS
26 38 700 einen aufgesetzten Kontaktring vor, wobei sich die elektrische Leitfähigkeit
am Übergang vom Kontaktträger zum Kontaktring mindestens um den Faktor drei verringern
soll. Dieser nichtgeschlitzte Kontaktring gewährleistet die notwendige mechanische
Festigkeit und soll durch seine geringere Leitfähigkeit auch die Rotation des Lichtbogens
gewährleisten und somit die Ausschaltstromstärke erhöhen.
[0005] Aus der DE-OS 2912823 ist ein Topfkontakt mit einem nicht geschlitzten Kontaktring
bekannt, bei dem die Kontaktfläche aus kegelstumpfförmigen Ringen zusammengesetzt
und dadurch annähernd gewölbt ist. Der Kontaktring ist gemäß dieser Offenlegungsschrift
ausreichend mecha-nisch fest, weist aber eine relativ große Leitfähigkeit in Umfangsrichtung
auf.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den elektrischen Widerstand
in der Hauptstromrichtung zu verringern und in der Umfangsrichtung des Kontaktringes
zu erhöhen und dabei die Rotation des Lichtbogens zu gewährleisten.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einem Schaltkontaktstück gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
erfindungsgemäß durch die Merkmale des Kennzeichens von Anspruch 1 gelöst.
[0008] Indem die ungeschlitzte Schicht der Wölbung der Kontaktfläche folgt, bildet sie ein
Profil mit relativ geringer Wandstärke und relativ großer Profilhöhe. Als Profilhöhe
wird hier die größte Abmessung der Projektion des Profiles in radialer Richtung verstanden.
Dieses Profil wird bei einer Druckbeanspruchung in Richtung der Rotationsachse des
Schaltkontakts bei den hier verwendeten schmalen Schlitzen nicht mehr auf Biegung,
sondern auf Scherung beansprucht. Die Scherfestigkeit eines derartigen Profils ist
aber wesentlich höher als die Biegefestigkeit einer ebenen Schicht mit der Dicke und
Breite der Profilwand. Dadurch gewährleistet ein erfindungsgemäßer Kontaktring bei
Schlitzbreiten, die beispielsweise mit üblichen Metall-Kreissägeblättern herstellbar
sind, eine nicht wesentlich verringerte Widerstandsfähigkeit gegen- . über axialem
Druck und gleichzeitig einen erheblich. erhöhten elektrischen Widerstand in Umfangsrichtung.
[0009] Der Querschnitt des Kontaktringes kann verteilhaft ein Kreissegment darstellen. In
diesem Fall können die SdJitze durch ein in seinem Durchmesser entsprechend angepaßtes
Kreissägeblatt sehr einfach hergestellt werden. Vorteilhaft weist die Kontaktfläche
im Bereich des mittleren Ringdurchmessers einen in der zur Ringachse senkrechten Ebene
liegenden ebenen Ringbereich auf. Einfach herstellbare Formen ergeben sich, indem
der Querschnitt der annähernd gewölbten Kontaktfläche aus mehreren geraden Stücken
zusammengesetzt ist. Die Schlitze lassen sich diesen Ausführungsformen durch einen
Kreisbogen annähern, welcher von allen Flächen den gleichen Mindestabstand besitzt.
Auch bei besonders dünnen nicht geschlitzten Schichten wird durch die Erfindung eine
hohe Festigkeit erreicht.
[0010] Als Ausführungsbeispiel eignet sich ein Kontaktring mit einer maximalen Dicke von
etwa 4mm, einem in der zur Ringachse senkrechten Ebene liegenden ebenen Ringbereich
von etwa 10mm Breite und einer Gesamtbreite des Ringes von etwa 20mm. Unter Ringbreite
wird die Halfte der Differenz zwischen Außendurchmesser und Innendurchmesser des Kontaktringes
verstanden.
[0011] Die Erfindung läßt sich auch vorteilhaft auf Topfkontakte mit Nuten anwenden, wie
sie in der DE-OS 2912823 beschrieben sind.
[0012] Eine weitere Erhöhung des Widerstandes in Umfangrichtung des Kontaktringes kann dadurch
erreicht werden, daß der Kontaktring über die in der Zylinderwand-vorhandenen Schlitze
hinaus zusätzliche möglichst schmale Schlitze aufweist.
[0013] Vorteilhaft besteht der Kontaktring aus einem relativ weichen, wenig spröden Kontaktmaterial.
Dadurch wird ein Brechen im Bereich der Schlitze bei plötzlichem Druckanstieg vermieden.
Insbesondere eignet sich Chromkupfer mit einem Kupferanteil von über 50%, wenn die
Zylinderwand aus Kupfer besteht. Bei einem Chromkupferverbundmetall mit 80% Kupfer,
Rest Chrom, ist noch eine ausreichende Festigkeit gegeben, der Kontaktwiderstand andererseits
schon relativ klein, so daß nur eine geringe Erwärmung auftritt.
[0014] Vorteilhaft ist der Kontaktring auf die Zylinderwand aufgelötet, und die nicht geschlitzte
Schicht reicht nicht bis an die Stirnfläche der Zylinderwand heran. Dadurch wird der
Widerstand um den Schlitz herum vergrößert, insbesondere wenn der Kontaktring einen
wesentlich kleineren Leitwert aufweist als die Zylinderwand. So wird ein Strom in
Umfangsrichtung, der den rotierenden Lichtbogen aufgrund seiner Größe und Richtung
anhalten könnte, vermieden.
[0015] Die Erfindung wird nun anhand von drei Figuren näher erläutert.
[0016]
Fig. 1 zeigt einen Topfkontakt nach dem Stand der Technik in gebrochener Ansicht,
Fig. 2 und
Fig. 3 zeigen zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung.
[0017] Beim Kontaktdruck in Richtung P werden die einzelnen Kontaktstege gemäß Fig. 1 gestaucht
und mit ihrer über den Kontaktboden 2 überstehenden Ecke 3 zum Kontaktboden hin gebogen.
Dadurch entsteht eine annähernd sägezahnförmige Oberfläche. Der nicht dargestellte
Kontaktring verbiegt sich dabei ebenfalls, wenn er nur in etwa die Dicke aufweist,
die beim Abschaltvorgang aufgeschmolzen werden kann. Ein derartiger Kontaktring kann
bei der Verbiegung auch leicht reißen, so daß Unterbrechungen entstehen.
[0018] Die erfindungsgemäße Ausführungsform gemäß Fig. 2 zeigt einen Kontaktring 7 mit einer
Kontaktfläche, die sich aus zwei kegelstumpfförmigen Ringbereichen 8 und 9 und einem
ebenen Ringbereich 12 zusammensetzt, wobei der Ringberejdi 12 in einer zur Rotationsachse
10 senkrechten Ebene liegt. .Die Schlitze lassen eine nicht geschlitzte Schicht 15
zur Kontaktfläche hin übirg, deren Dicke zumindest annähernd der maximalen Aufschmelzdicke
beim Ausschaltvorgang entspricht. Dabei ist das Profil der Schlitze 5 dem Profil der
Kontaktfläche angepaßt. Die maximale Aufschmelzdicke ist die Schichtdicke, die beim
Auftreten des Ausschaltlichtbogens beim Maximalstrom flüssig wird.
[0019] Dieses Flüssigwerden der nicht geschlitzten Schicht führt zu keiner unzulässigen
Schwächung des Schaltkontaktes, da dieses Aufschmelzen nur beim Ausschalten auftritt,
und zwar zu einer Zeit, zu der kein mechanischer Druck auf der Kontaktoberfläche lastet.
[0020] Die schrägen Schlitze 5 im Kontaktring gehen in die schrägen Schlitze 4 der Zylinderwand
14 über. Die beiden Schlitze 4 und 5 brauchen nicht denselben Neigungswinkel zur Rotationsachse
zu besitzen.
[0021] Die Zylinderwand 14 weist einen Nut 11 auf, der Kontaktring 7 besitzt einen Ringteil
13, welcher die Nut 11 ausfüllt. Der Ringteil 13 ist von den Schlitzen 5 ebenfalls
geteilt. Der Ringteil 13 kann aus relativ schlecht leitendem hartem Material bestehen
und dient dann zur zusätzlichen Übertragung der mechanischen Belastung auf den Kontaktboden
2. Diese Ausführung bietet zusätzlich die aus der DE-OS 29 12823 bekannten Vorteile
einer besonders günstigen Führung des Lichtbogens auf den Kontaktring.
[0022] Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit nicht genuteter Zylinderwand. Die Kontaktfläche
setzt sich aus einem ebenen Ringbereich 12 im Bereich des mittleren Durchmessers des
Kontaktringes 7 und zwei anschließenden gewölbten Ringteilen 16, 17 zusammen. Der
Schlitz 19 erstreckt sich über die gesamte Breite des Kontaktringes 7.
[0023] Vorteilhaft können die Schlitze 5 im Kontaktring 7 mit der Rotationsachse 10 einen
kleineren Winkel bilden als die Schlitze 4 in der Zylinderwand 14. Dadurch wird die
Schlitzführung an die im Material mit kleinerer Leitfähigkeit einen kleineren Winkel
mit der Rotationsachse 10 bildende Richtung des Hauptstromes angepaßt und somit der
Widerstand in Richtung des Hauptstromes verkleinert. In Figur 3 verlaufen daher die
Schlitze 6, 19 annähernd achsparallel zur Rotationsachse 10, so daß der Schlitz 19
im gezeigten Schnitt bis zum Scheitelpunkt der nicht geschlitzten Schicht 15 reicht.
Sein Profil weist eine kreisbogenförmige Stirnseite 20 auf, die zum Ringbereich 12
und zu den Ringteilen 16, 17 gleiche Abstände besitzt.
[0024] Neben den Schlitzen 5, die an die Schlitze 4 in der Zylinderwand 14 anschließen,
weist der Kontaktring 7 in dieser Ausführungsform weitere Schlitze 6 auf, welche den
Widerstand in Umfangsrichtung des Kontaktringes 7 zusätzlich erhöhen.
[0025] Bei dieser Ausführungsform ist ein störender Stromfluß um die Schlitze 19 herum von
einem Steg 1 zum nächsten vermieden, da die Schlitze 19 über die ganze Breite des
Kontaktringes 7 reichen und somit der Strom über eine relativ lange Strecke im Kontaktring
verlaufen muß, welcher eine geringere Leitfähigkeit besitzt als die Zylinderwand 14.
1. Topfförmiges Schaltkontaktstück für einen elektrischen Vakuumschalter, welches einen Zuleitungsbolzen,
einen Boden, eine Zylinderwand und einen Kontaktring aus einem Material, welches die
Unterbrechung des Lichtbogens begünsitgt und eine geringere Leitfähigkeit als die
Zylinderwand aufweist, umfaßt, wobei der Bolzen einen im Vergleich zum Innendurchmesser
der Zylinderwand kleineren Durchmesser aufweist, wobei die Zylinderwand und der Kontaktring
zumindest teilweise geschlitzt sind, wobei die Schlitze in der Zylinderwand schräg
zur Rotationsachse des Kontaktstückes verlaufen und in die Schlitze im Kontaktring
übergehen, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitze (5) im Kontaktring im gleichen
Drehsinn oder achsparallel zur Kontaktfläche hin verlaufen, daß der Kontaktring (7)
so dick ist, daß er die beim Einschaltvorgang maximal auftretenden Biegekräfte ohne
eine unzullässige Verformung aufnehmen kann, daß er eine über der Stirnfläche der
Zylinderwand (14) gewölbte oder aus ggf. einem ebenen und aus kegelstumpfförmigen
Ringbereichen (8, 9, 12) zusammengesetzte, annähernd gewölbte Kontaktfläche aufweist,
deren konzentrischer Ringbereich mit dem mittleren Ringdurchmesser von der Zylinderwand
weiter entfernt ist als ihre in Verlängerung der radialen Begrenzungen der Zylinderwand
liegenden Ringbereiche, und daß im Bereich der Schlitze (5) entlang der Kontaktfläche
eine Schicht (15) von etwa der Dicke der maximalen Aufschmelztiefe beim Ausschaltvorgang
ungeschlitzt ist.
2. Schaltkontaktstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktfläche
im Bereich des mittleren Ringdurchmessers.einen in der zur Ringachse senkrechten Ebene
liegenden ebenen Ringbereich aufweist.
3. Schaltkontaktstück nach einem der Ansprüche 1 oder 2, d a - durch gekennzeichnet,
daß der Querschnitt der annähernd gewölbten Kontaktfläche aus mehreren geraden Stücken
zusammengesetzt ist.
4. Schaltkontaktstück nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schlitze im Kontaktring schmaler sind als Schlitze in der Zylinderwand.
5. Schaltkontaktstück nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kontaktring über die in der Zylinderwand vorhandenen Schlitze hinaus zusätzliche
möglichst schmale Schlitze aufweist.
6. Schaltkontaktstück nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kontaktring aus einem relativ weichem, wenig spröden Kontaktmaterial besteht.
7. Schaltkontaktstück nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Kontaktring
aus einem Chromkupferverbundmetall mit mehr als 50% Kupfer und die Zylinderwand aus
Kupfer besteht.
8. Schaltkontaktstück nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Kupferanteil
im Kontaktring etwa 80% beträgt.
9. Schaltkontaktstück nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kontaktring auf die Zylinderwand aufgelötet ist und daß die ungeschlitzte Schicht
nicht bis an die Stirnfläche der Zylinderwand heranreicht.