[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Drehrohrofen für die Durchführung von Gas-Feststoff-Reaktionen,
bestehend aus einem indirekt beheizten, rotierenden und mit Auf- und Abgabevorrichtungen
für Feststoffe und Gasein- und -ableitungen versehenen Reaktionsrohr mit inneren Einbauten.
[0002] Weiterhin betrifft die Erfindung die Verwendung des Drehrohrofens.
[0003] Drehrohröfen werden für die Durchführung zahlreicher Reaktionen zwischen Gasen und
rieselfähigen, nicht klebenden Feststoffen eingesetzt (Chem.-Ing.-Techn. 51 (1979)
Nr. 8, S. 771-778; Verlag Chemie, Weinheim).
[0004] Aus der BE-A 414362 ist ein direkt beheizter Drehrohrofen bekannt, bei dem um ein
Zentralrohr Siebe oder Lochbleche angeordnet sind, die ganze Wendelabschnitte voneinander
abtrennen. In diesen Wendelabschnitten sorgen Kugelfüllungen für eine Mahlung des
zu trocknenden Gutes.
[0005] Indirekt beheizte Drehrohröfen werden insbesondere bei solchen Prozessen eingesetzt,
bei denen eine von der Rauchgasart und -menge unabhängige Gasführung und Gaszusammensetzung
innerhalb des Drehrohres benötigt wird.
[0006] Derartig indirekt beheizte Öfen können sowohl mit elektrischen Heizelementen als
auch mit Brennern ausgerüstet sein. Selbst bei öl- oder gasbeheizten Öfen führt die
Aussenheizung zu einer von der Rauchgasart und -menge unabhängigen Gasführung und
Gaszusammensetzung innerhalb des Drehrohres. Gewünschte Temperaturprofile können durch
getrennt regelbare Heizzonen eingestellt werden.
[0007] Da solche Drehrohröfen gasdicht betrieben werden können, erlauben sie eine Fahrweise
unter erhöhtem Gasdruck. Deshalb werden sie für die Durchführung von Reaktionen in
einer gewünschten Gasatmosphäre unter völligem Ausschluss von Luftsauerstoff bevorzugt
eingesetzt. Besonders sind sie für Reaktionen interessant geworden, bei denen eine
erhöhte Gefahr zur Bildung explosiver Gemische mit Luft besteht, wie es bei leicht
entzündlichen Gasen und feinteiligen, pyrophoren Pulvern der Fall ist.
[0008] Drehrohröfen haben den Vorteil der kontinuierlichen Reaktionsführung im bewegten
Bett. Sie weisen aber den Nachteil der Quer- und Längsvermischung während des Durchgangs
der Reaktionspartner durch den Ofen auf. Hierdurch erfahren die Einzelpartikel verschiedene
Reaktionsbedingungen entsprechend ihrer unterschiedlichen Verweilzeit in den einzelnen
Zonen.
[0009] Ändern sich aber die Eigenschaften der Feststoffe während der Reaktion, so lässt
sich die mittlere Verweilzeit der Einzelpartikel nur noch schwer vorherberechnen.
Sie kann nur noch experimentell, beispielsweise durch Dotierung, ermittelt werden.
Allgemein werden unter diesen Umständen relativ breite Verweilzeitspektren erhalten.
Das bedeutet eine für das Einzelkorn unterschiedliche Behandlungsdauer, die bei empfindlichen
Produkten zu einem deutlichen Qualitätsnachteil führen kann.
[0010] Das Ziel dieser Erfindung besteht darin, einen Drehrohrofen bereitzustellen, in dem
es möglich ist, ein möglichst enges Verweilspektrum bei möglichst gutem Kontakt zwischen
Gas und Feststoff zu erzielen.
[0011] Bisher sind bereits Massnahmen zur Erzielung engerer Verweilzeitspektren bekannt
geworden. So ist es heute üblich, mit der Ofenwand fest verbundene Wendeln einzubauen,
die auf das Produkt eine Zwangsförderung ausüben. Auch sind Massnahmen beschrieben,
die einen besseren Kontakt von Gas und Feststoff herbeiführen sollen. So werden beispielsweise
Wendeleisten oder Hubschaufeln eingebaut, die das Produkt anheben und quer zur Gasströmung
abfallen lassen.
[0012] Es ist aus der DE-A 3025716 eine Vorrichtung bekannt geworden, die bei einheitlicher
Verweilzeit durch wendelförmige Zwangsförderung einen besseren Kontakt von Gas und
Feststoff ergibt, indem das Gas ebenfalls entlang der wendelförmigen Bahn geleitet
wird. Der Nachteil dieses indirekt beheizten, rotierenden wendelförmigen Reaktionsrohres
besteht darin, dass die Zuführung des Feststoffes schwierig ist und in der normalen
Ausführungsform bei jeder Umdrehung des Wendelrohres intermittierend erfolgt. Ein
weiterer Nachteil ergibt sich dadurch, dass die reaktionsfähigen Gase nur oberhalb
der Schüttung entlang geleitet werden können, infolgedessen kann kein sehr hoher Nutzungsgrad
des Gases erreicht werden.
[0013] Es gelang nun, einen solchen Drehrohrofen zu konstruieren, der die genannten Forderungen
hervorragend erfüllt, ohne die oben beschriebenen Nachteile aufzuweisen.
[0014] Der erfindungsgemässe Drehrohrofen für die Durchführung von Gas-Feststoff-Reaktionen,
bestehend aus einem indirekt beheizten, rotierenden und mit Auf- und Abgabevorrichtungen
für Feststoffe und Gasein- und -ableitungen versehenen Reaktionsrohr mit inneren Einbauten
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Einbauten aus einem über die gesamte Ofenlänge
verlaufenden, beidseitig geschlossenen Zentralrohr und einer Wendelung, die ihrerseits
sowohl mit dem Zentralrohr und dem äusseren Drehrohr dicht verbunden ist, bestehen
und der innere Umfang des äusseren Drehrohres mit Hubschaufeln versehen ist, wobei
deren Höhe «h» so bemessen ist, dass die Materialteilchen das Innenrohr nicht berühren.
[0015] In einem solchen Drehrohrofen geschieht eine Zwangsförderung ohne Rückvermischung
durch die geschlossenen Wendel. Dies bedingt ein enges Verweilzeitspektrum der Einzelteilchen;
jedes Feststoffteilchen erfährt somit die gleichen Bedingungen und zeigt gleiche Eigenschaften
auf.
[0016] Zur Durchführung der meisten Reaktionen sollte das Drehrohr gasdicht abgeschlossen
sein.
[0017] Die vorgenannten im Drehrohr enthaltenen Einbauten, im folgenden als geschlossene
Wendel mit Hubschaufeln bezeichnet, sind besonders wirkungsvoll, wenn das wendelförmig
um das Zentralrohr bewegte Reaktionsgas im Gegenstrom zum Feststoff geführt wird.
In der Freizone zwischen Zentralrohr und Hubschaufeln liegt in jeder Wendelkammer
ein feststoffbeladener Gasraum vor, der durch die von den aufwärtsgeführten Hubschaufeln
abrieselnden Produktschleier erzeugt wird. Bei Gegenstromführung von Gas und Feststoff
sind diese Zonen mit mechanisch unterstützten Wirbelschichten vergleichbar. Die Anzahl
der Windungen über die Länge des Drehrohres entspricht der Anzahl der hintereinandergeschalteten
Wirbelschichten.
[0018] Dieses als Vielstufenwirbelschichtreaktor anzusehende Drehrohr sollte im Freiraum
jeder Wendelung wegen des intensiven Gaskontaktes möglichst gleichmässig mit Feststoff
beaufschlagt werden. Hier hat sich herausgestellt, dass zweckmässig die Hubschaufeln
in Abhängigkeit von Schüttwinkel und Rieselfähigkeit des Produktes positiv angestellt
werden. Entsprechend ergibt sich während des Betriebes eine höhere Druckdifferenz
zwischen den Gasein- und -austrittstellen. Es wurde nämlich festgestellt, dass bei
guter Feststoffverteilung im Gasraum der durch die Wirbelschicht erzeugte Druckverlust
um ein Vielfaches höher liegt als der Druckverlust, der lediglich durch die gekrümmte
Kanalströmung mit ruhender Schüttung hervorgerufen wird.
[0019] Die Höhe der Hubschaufeln, in Fig. 2 mit h bezeichnet, wird vorteilhafterweise so
bemessen, dass der Rest des von den Hubschaufeln abfallenden Feststoffes noch gerade
nicht das innere Zentralrohr berührt. Hierdurch ist gewährleistet, dass keine Vermischung
des Produktes von einer Wendelkammer in die anderen erfolgt.
[0020] Der Vorteil des erfindungsgemässen Drehrohrofens besteht in einem verbesserten Kontakt
von Gas und Feststoff, entsprechend einer verstärkten Ausnutzung des zu reagierenden
Gases bei Gegenstromführung.
[0021] Gleichzeitig ergibt sich ein enges Verweilzeitspektrum der Feststoffteilchen. Die
Steuerung der Verweilzeit wird vereinfacht, da sie in grossen Bereichen nur noch von
der Drehzahl und nicht mehr von Aufgabemenge und Ofenneigung beeinflusst wird. Ebenfalls
lässt sich der Füllgrad des Drehrohres leichter einstellen, da er von der Aufgabemenge
und weniger von Drehzahl und Neigung des Ofens abhängt.
[0022] Die Kapazität des erfindungsgemässen Drehrohrofens kann im Vergleich zu herkömmlichen
Verfahren wesentlich gesteigert werden, ohne eine Verschlechterung des Produktes in
Kauf nehmen zu müssen. In vielen Fällen lassen sich die Qualitätseigenschaften verbessern.
Die erforderlichen Ofentemperaturen können häufig bei gleicher oder verkürzter Verweilzeit
erniedrigt werden, wodurch neben Einsparung von Heizenergie Verbesserungen der Materialeigenschaften
für thermoempfindliche Stoffe erzielt werden. Der Einfluss des Kornspektrums auf die
Produktqualität wird stark zurückgedrängt, somit eine homogene Produktqualität erreicht.
[0023] Der erfindungsgemässe Drehrohrofen ist technisch veilseitig einsetzbar für kontinuierlich
geführte Reaktionsprozesse von Gasen mit rieselfähigen, nicht klebenden Feststoffen.
Er kann auch prinzipiell für thermische Behandlungen, wie für Aufheiz- oder Abkühlvorgänge
oder für Temperungen in verschiedenen Gasatmosphären eingesetzt werden. Es ist hierbei
unerheblich, ob in dem zu behandelnden Gut chemische Reaktionen oder nur physikalische
Prozesse, wie Wärmeübergänge von Gas auf Feststoff, ablaufen.
[0024] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher auch die Verwendung
des Drehrohrofens für verschiedene Verfahren. Beispielsweise gehört hierzu die Verwendung
des erfindungsgemässen Drehrohrofens für Oxidations-, Reduktions-, Chlorierungs-,
Abröst-, Aufschluss-, Katalyse-, Temper- oder Abkühlprozesse. Zum Gegenstand der vorliegenden
Erfindung gehört bevorzugt die Verwendung des Drehrohrofens für die Herstellung feinteiliger
Metalle oder Metalloxide durch Reduktion höherwertiger Oxide mit reduzierenden Gasen,
insbesondere zur Herstellung von feinteiligen Eisenoxiden mit definiertem Oxidationsgrad
und metallischem Eisen für magnetische Aufzeichnungszwecke.
[0025] Gerade bei solchen magnetischen Aufzeichnungsmaterialien kommt der Vorteil der erfindungsgemässen
Verwendung zum Tragen, da diese Produkte wegen ihrer Feinteiligkeit bei Temperaturbehandlungen
leicht zu Versinterungen neigen, gleichzeitig sind die magnetischen Daten dieser qualitativ
hochwertigen Produkte wesentlich von einem engen Teilchenspektrum bedingt.
[0026] Aber auch die Gewinnung von Metallen, wie Wolfram, Kupfer oder Nickel, kann vorteilhaft
im erfindungsgemässen Drehrohrofen erfolgen. Weiter wird die Herstellung von Mischphasenpigmenten,
Aktivkohle und keramischen Feststoffen in solchen Öfen ermöglicht, um nur einige Beispiele
anzuführen.
[0027] In den Abbildungen ist der erfindungsgemässe Drehrohrofen rein schematisch dargestellt
und nachstehend näher erläutert. Im einzelnen zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch das Drehrohr,
Fig. 2 einen Querschnitt des Drehrohres.
[0028] In Fig. 1 wird der Feststoff über eine Produktaufgabe 1 in das Drehrohr geführt.
Er wird durch die zwischen äusserem Drehrohr 9 und innerem Zentralrohr 6 dicht eingebaute
Wendel entsprechend der Umdrehungszahl des Drehrohres in angezeigter Durchlaufrichtung
weitergeführt. Das behandelte Produkt tritt bei 2 aus dem Drehrohr. Im Gegenstrom
hierzu wird bei 3 das Reaktions- oder Prozessgas dem Drehrohr zugeführt. Damit das
Gas entsprechend der Wendelung spiralförmig dem Feststoff entgegenströmt, ist das
innere Zentralrohr 6 an beiden Enden mit Verschlussstopfen 7 versehen. Bei 4 wird
das Gas aus dem sich drehenden Reaktionsrohr abgeleitet.
[0029] In Fig. 2 ist über dem Querschnitt gesehen schematisch der Anteil der Feststoffe
zu erkennen, der als Schüttung auf den gleichmässig über den inneren Umgang des äusseren
Drehrohrofens 9 angebrachten Hubschaufeln 8 ruht. In 10 ist der Drehsinn des Gasstromes
entgegen den von den Schaufeln 8 abfallenden Produktschleiern, und in 11 ist die Drehrichtung
des Reaktionsrohres angezeigt.
[0030] Die Dimensionierung der Einbauten ist abhängig von den vorgesehenen Mengenströmen,
den erforderlichen Stoffverhältnissen und den produktspezifischen Eigenschaften der
Reaktionspartner. Besonders gehen in die Auslegung Korngrösse, Kornverteilung, Schüttwinkel
und Dichte der Feststoffe sowie in geringerem Umfang Viskosität und Dichte der Gase
ein, Kennzahlen, die auch in der Fliessbettechnik eine wichtige Rolle spielen.
[0031] Durch die Festlegung von Drehrohrdurchmesser und -länge, Wendelsteigerung, Zentralrohrdurchmesser,
Hubschaufelanzahl, -form, -höhe und -anstellung sind ausreichend Beeinflussungsmöglichkeiten
für das Betriebsverhalten gegeben. Als veränderbare Parameter dienen Aufgabemenge,
Temperaturprofil, Umdrehungszahl des Drehrohres, Gasmenge, Inertgasanteil und Ausgangstemperatur
von Gas und Feststoff.
[0032] Die Drehzahl ist so zu wählen, dass das Material genügend oft angehoben wird. Bei
zu geringer Umdrehung überwiegt das Ruhen der Schüttung auf den Hubschaufeln. Wenn
bei normalen Drehzahlen die Verweilzeit bei gegebener Reaktorlänge für den vollständigen
Umsatz nicht ausreicht, ist es sinnvoll, alternierend das Drehrohr in beiden Drehrichtungen
zu betreiben, wobei die für die Produktdurchschleusung massgebende Drehrichtung zeitlich
überwiegt. Durch diese Massnahme werden bei gleicher Drehzahl längere Verweilzeiten
erhalten. Das Anstellen der Hubschaufeln wirkt sich bei dieser besonderen Verfahrensweise
nicht mehr vorteilhaft aus.
[0033] Der Füllgrad des Drehrohres wird bevorzugterweise so eingestellt, dass kein Überschiessen
des Produktes über die Hubschaufeln erfolgt.
[0034] Zur weiteren Erläuterung der erfindungsgemässen Verwendung des Drehrohrofens dienen
nachfolgend aufgeführte Beispiele, ohne dass darin eine Einschränkung der Erfindung
zu sehen ist.
Beispiel 1
[0035] Herstellung von Magnetit aus Hämatit durch Reduktion mit Wasserstoff.
[0036] Durch Entwässerung von a-Fe00H (Goethit) gewonnenes, nadelförmiges a-Fe
20
3 (Hämatit) mit einer Korngrösse von 0,5 bis 2 mm und einer spez. Oberfläche von 29
m
2/g wird aus einem Vorratsbunker kontinuierlich über eine Bandwaage in den Drehrohrofen
geleitet. Das indirekt beheizbare, gasdichte Drehrohr verfügt über eine in drei getrennt
regelbaren Zonen aufgeteilte Heizstrecke von 2 m bei einem inneren Durchmesser von
30 cm. Die inneren Einbauten bestehen aus der geschlossenen Wendel mit 43 Windungen.
In jeder Wendelkammer sind über den Umfang gleichmässig verteilt 16 mit einem Winkel
von 25° positiv angestellte Hubschaufeln angebracht. Die Höhe der Hubschaufeln beträgt
35 mm. Das Zentralrohr besitzt einen Durchmesser von 76 mm. Die Kanallänge errechnet
sich zu ca. 25 m.
[0037] Mit einer eingestellten Drehzahl von 2 Upm wird eine Verweilzeit von etwa 20 min
erhalten. Die Temperaturen werden von der Durchlaufrichtung der Feststoffe her gesehen
in der ersten Zone auf 420°C und in der zweiten und dritten Zone auf 440°C gehalten.
Bei einer Aufgabemenge an Hämatit von 24 kg/h beträgt der Füllgrad 11,5%. Die im Gegenstrom
zugeführte Wasserstoffmenge liegt bei 3 Nm
3/h. Zusätzlich wird noch 1 Nm
3/h Wasserdampf eingespeist. Zur Abdichtung von den Ofenköpfen dient die Aufgabe von
0,75 Nm
3/h Stickstoff. Der Druckverlust im bewegten Drehrohr liegt bei 10 mm, im ruhenden
bei 4 mm Wassersäule.
[0038] Am Ofenauslauf wurden kontinuierlich etwa 23 kg/h Magnetit mit einem FeO-Gehalt von
30% erhalten. Nach der thermischen Behandlung des Produktes bei 100°C in einer Stickstoffatmosphäre
mit 6,5 Vol.% Sauerstoff erniedrigt sich der FeO-Gehalt auf 25 bis 27%. Der nun stabilisierte
nadelförmige Magnetit weist eine spez. Oberfläche von 28 m
2/g auf. Die Ausrichtbarkeit (Rechteckigkeitsverhäitnis) beträgt 0,90, gemessen in
einem Magnetfeld von 3000 Oe. Die Koerzitivkraft liegt bei 450 Oe. Damit ist das erhaltene
Produkt in der Anwendung als magnetisches Aufzeichnungsmaterial vorzüglich geeignet.
[0039] Vergleichsversuche in einem Drehrohr gleicher Abmessungen, jedoch lediglich mit Wendeleisten
als innere Einbauten, zeigten, dass bei gleicher Temperatureinstellung und bei gleichem
Wasserstoffdurchsatz nur die halbe Gewichtsmenge Hämatit reduziert werden konnte.
Zudem betrug die spezifische Oberfläche des erhaltenen stabilisierten Magnetits nur
24 m
z/g bei einer niedrigeren Ausrichtbarkeit von 0,85.
Beispiel 2
[0040] Herstellung von metallischen Eisenteilchen durch Reduktion von Goethit mittels Wasserstoff.
[0041] In dem in Beispiel 1 beschriebenen Drehrohr wird a-Fe00H (Goethit) in einer Menge
von 2 kg/h aufgegeben. Die Korngrösse des zugeführten Materials liegt zwischen 0,5
und 2 mm. Die spez. Oberfläche beträgt 56 m
2/g. Die Temperaturen des mit 4% Neigung und 2 Upm sich drehenden Reaktionsrohres werden
in den drei Heizzonen auf etwa 430°C eingestellt. Die im Gegenstrom zugeführte Wasserstoffmenge
liegt bei 15 Nm
3/h. Zusätzlich werden über die Ofenköpfe 2 Nm
3/h Stickstoff eingeleitet. Man erhält stündlich 1,25 kg pyrophores Eisen mit einem
Metallgehalt von 98,5%. Die spez. Oberfläche des nadelförmigen Eisens beträgt 20 m
2/g, die Koerzitivkraft 1100 Oe. Das Produkt ist besonders zur Einarbeitung in Magnetbänder
geeignet.
1. Drehrohrofen für die Durchführung von Gas-Feststoff-Reaktionen, bestehend aus einem
indirekt beheizten, rotierenden und mit Auf- und Abgabevorrichtungen für Feststoffe
und Gasein-und -ableitungen versehenen Reaktionsrohr mit inneren Einbauten, dadurch
gekennzeichnet, dass die Einbauten aus einem über die gesamte Ofenlänge verlaufenden,
beiseitig geschlossenen Zentralrohr (6) und einer Wendelung (5), die ihrerseits sowohl
mit dem Zentralrohr (6) und dem äusseren Drehrohr (9) dicht verbunden ist, bestehen
und der innere Umfang des äusseren Drehrohres (9) mit Hubschaufeln (8) versehen ist,
wobei deren Höhe «h» so bemessen ist, dass die Materialteilchen das Innenrohr nicht
berühren.
2. Drehrohrofen gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubschaufeln positiv
angestellt sind.
3. Drehrohrofen gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Hubschaufeln gleichmässig verteilt sind.
4. Drehrohrofen gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das
Reaktionsrohr gasdicht abgeschlossen ist.
5. Verwendung des Drehrohrofens gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Durchführung
von Oxidations-, Reduktions-, Chlorierungs-, Abröst-, Aufschluss-, Katalyse-, Temper-
oder Abkühlprozessen.
6. Verwendung des Drehrohrofens gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Herstellung
von magnetischen Eisenoxidpigmenten.
7. Verwendung des Drehrohrofens gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Herstellung
von magnetischen Metallteilchen.
8. Verwendung des Drehrohrofens gemäss einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die Gase im Gegenstrom zu den Feststoffen geleitet werden.
1. Revolving tubular kiln for carrying out gas- solid matter reactions, consisting
of one indirectly heated, rotating reaction pipe provided with feeding and delivery
devices for solid materials and gas inlets and outlets, with internal fittings, characterised
in that the internal fittings consist of a central pipe (6), sealed at both ends,
running across the whole length of the kiln, and a helix (5), which for its part is
connected tight both to the central pipe (6) and the exterior revolving pipe (9),
and the interior circumference of the exterior revolving pipe (9) is provided with
displacement paddles (8), wherein their height (h) is so calculated that the material
particles do not touch the interior pipe.
2. Tubular revolving kiln according to claim 1, characterised in that the displacement
paddles are given a positive setting.
3. Revolving tubular kiln according to one of claims 1 or 2, characterised in that
the displacement paddles are evenly distributed.
4. Revolving tubular kiln according to one of claims 1 to 3, characterised in that
the reaction pipe is sealed off gas tight.
5. Use of the revolving tubular kiln according to one of claims 1 to 4 for carrying
out oxidation, reduction, chlorination, roasting, decomposing, catalysing, tempering
or cooling processes.
6. Use of the tubular revolving kiln according to one of claims 1 to 4 for the manufacture
of magnetic iron oxide pigments.
7. Use of the tubular revolving tubular kiln according to one of claims 1 to 4 for
the manufacture of magnetic metal particles.
8. Use of the revolving tubular kiln according to one of claims 5 to 7, characterised
in that the gases in the counter-current are conveyed to the solid materials.
1. Four tubulaire rotatif pour produire des réactions entre des gaz et des matières
solides, comprenant un tube de réaction tournant, chauffé indirectement, à éléments
incorporés à l'intérieur et pourvu de dispositifs de chargement et de déchargement
pour les matières solides et de conduites d'introduction et d'évacuation pour les
gaz, caractérisé en ce que les éléments incorporés sont constitués d'un tube central
(6) s'étendant sur toute la longueur du four et fermé aux deux extrémités et d'une
helice (5) qui est reliée étanche à la fois au tube central (6) et au tube extérieur
tournant (9), la périphérie interne du tube extérieur (9) étant garnie d'aubes élévatrices
(8) dont la hauteur «h» est choisie de manière que les particules de la matière ne
touchent pas le tube interne.
2. Four selon la revendication 1, caractérisé en ce que les aubes ont un angle d'incidence
positif.
3. Four selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les aubes sont réparties
uniformément.
4. Four selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le tube de réaction
est fermé étanche au gaz.
5. Utilisation du four tubulaire rotatif selon une des revendications 1 à 4, pour
réaliser des processus d'oxydation, réduction, chloruration, grillage, dissolution,
catalyse, de recuit ou de refroidissement.
6. Utilisation du four tubulaire rotatif selon une des revendications 1 à 4, pour
la production de pigments d'oxyde de fer magnétiques.
7. Utilisation du four tubulaire rotatif selon une des revendications 1 à 4 pour la
production de particules métalliques magnétiques.
8. Utilisation du four tubulaire rotatif selon une des revendications 5 à 7, caractérisée
en ce que l'on fait circuler les gaz à contre-courant avec les matières solides.