(19)
(11) EP 0 135 663 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
17.08.1988  Patentblatt  1988/33

(21) Anmeldenummer: 84105152.7

(22) Anmeldetag:  07.05.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04G 21/30

(54)

Abdeckplane

Tarpaulin

Bâche


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 26.09.1983 DE 3334800

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
03.04.1985  Patentblatt  1985/14

(73) Patentinhaber:
  • Ehrenberger, Johann
    D-8000 München 50 (DE)
  • Rechler, Hans
    D-8214 Markt Schellenberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Ehrenberger, Johann
    D-8000 München 50 (DE)
  • Rechler, Hans
    D-8214 Markt Schellenberg (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Kirschner & Grosse 
Forstenrieder Allee 59
81476 München
81476 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
CH-A- 454 424
DE-U- 8 236 718
DE-U- 7 118 187
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Plane zum Abdecken von Bauteilen gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches.

    [0002] Insbesondere im Baugewerbe werden häufig einfache Kunststofffolien zum Abdecken von Türen, Fenstern und sonstigen Bauteilen z. B. bei Verputz- und Malerarbeiten verwendet. Ohne Verwendung derartiger Folien müßten die Bauteile nach Beendigung der Arbeiten nachhaltig gereinigt werden.

    [0003] Diese Folien werden z. B. von einer Rolle abgerollt und müssen für das abzudeckende Bauteil in passender Größe zugeschnitten werden. Anschließend sind zum Befestigen des passenden Folienstückes mindestens zwei Arbeitskräfte nötig, von denen eine die Folie mit einem Klebestreifen ankleben und die andere diese in die passende Lage vorrichten muß. Bei Außenarbeiten an sehr großen abzudeckenden Flächen und bei ungünstigen Witterungsverhältnissen sind unter Umständen sogar noch mehr Arbeitskräfte erforderlich.

    [0004] Neben diesen einfachen unbeschichteten Kunststoffolien sind im Fachhandel auch Kunststoffolien mit vollständig gummierter Rückseite erhältlich, wobei die Klebeschicht mit einer nur schwach haftenden Abdeckung versehen ist, welche vor dem Ankleben abgezogen wird (CH-A-454 424).

    [0005] Diese Art von Folie wird zum Schutz von Bauteilen bei Arbeiten wie oben angeführt deswegen nicht verwendet, weil diese für diesen Zweck einerseits zu teuer und andererseits übertrieben aufwendig ist, da es nicht erforderlich ist, daß das zu schützende Bauteil vollständig überklebt wird. Darüberhinaus müßten diese Folien für die abzudeckende Fläche genau passend zugeschnitten werden, wobei es sehr schnell passiert, daß man mit einem Schnitt schief gerät und infolgedessen bestimmte Abschnitte im nachhinein bekleben muß.

    [0006] Diese Art von Folien kann man außerdem weder als Ganzes noch als Teilabschnitte wiederverwenden.

    [0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Abdeckplane zu schaffen, die insbesondere im Baugewerbe bei Verputz-, Malerarbeiten und dergleichen für Fenster, Türen und sonstige Bauteile, bei Innen- oder Außenarbeiten als Schutzfolie verwendbar ist, die einfach aufgebaut, billig herstellbar, mit nur sehr geringem Zeitaufwand von einer Arbeitskraft montierbar und teilweise wiederverwendbar ist, und außerdem sehr gut am befestigten Bauteil haftet.

    [0008] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 angegebenen Merkmale gelöst.

    [0009] Die Abdeckplane der Erfindung besteht demnach vorzugsweise aus einer Kunststoffolie mit einer an der Innenseite im Raster aufgebrachten Klebeschicht und einer Perforation, welche zumindest die Kunststoffolie in regelmäßigen Abständen durchbricht. Als Kunststoffolie können übliche auf dem Markt befindliche Folien verwendet werden. Diese Folien werden auf der Seite, die später die Gummierung tragen soll, imprägniert. Diese Vorbehandlung wird deswegen durchgeführt, damit Gummierung und Folie nachher gut miteinander verkleben. Die andere Seite der Folie erhält ebenfalls eine chemische Vorbehandlung bzw. eine Antiklebebeschichtung, damit die mit der Gummierung versehene Folie, nachdem sie in großen Längen hergestellt und aufgerollt wurde, sich von der Rolle wieder leicht abziehen läßt. Die Gummierung trennt sich hierbei leicht von der darunter befindlichen Folie.

    [0010] Alternativ zu einer Antiklebebeschichtung der Folienaußenseite kann auch die auf die Innenseite der Folie aufgebrachte Gummierung an ihrer zweiten Klebefläche mit einem dünnen, leicht lösbaren Abdeckstreifen versehen werden, welche ein Verkleben derGummierung mit der darunter liegenden Folienaußenseite verhindert. Vor der Montage kann dieser Abdeckstreifen leicht abgezogen werden.

    [0011] Die Klebeschicht wird in einem vorbestimmten Raster auf die Folie aufgebracht. Dieses Raster ist in jedem Bestimmungsmaß variabel, und richtet sich beispielsweise danach, welche Abmessungen durch genormte Fenster oder Türen oder dergleichen vorgegeben sind. So können die Rastereinheiten beispielsweise sogar auf ein und derselben Folienbahn variieren. Die Aufbringung des Klebers im vorgegebenen Raster erfolgt in an sich bekannter Weise. Die Klebeschicht selbst kann als durchlaufende Klebebahn ausgebildet sein, oder sie kann sich aus einer Vielzahl von in gleichen Abständen in gleicher Breite nebeneinander angeordneten Klebestreifen zu einer Bahn zusammensetzen. Der Kleber selbst zeichnet sich durch eine starke Klebekraft gegenüber Metall, Holz, Kunststoff und Glas aus.

    [0012] Die Perforation, welche die Folie in regelmäßigen Abständen durchbricht, kann sowohl vor der Haftbeschichtung mit dem Kleber als auch nachher in an sich bekannter Weise eingestanzt werden. In jedem Fall läuft bei der fertiggestellten Abdeckplane die Perforation genau mittig zu dem im Raster aufgebrachten Kleber. Die Perforationsöffnungen selbst sind vernachlässigbar klein, so daß von außen auf das abzudeckende Bauteil nahezu keine Verunreinigungen durchdringen können.

    [0013] Die erfindungsgemäße Abdeckfolie weist somit folgende Vorteile auf :

    [0014] Sie kann von nur einer Arbeitskraft problemlos an großen abzudeckenden Bauteilen befestigt werden. Wenn die Plane an einer Seite über das Bauteil hinaussteht, kann sie ganz einfach an der letzten noch nicht überstehenden Perforationslinie abgetrennt werden und ein neuer Bahnabschnitt kann so am Bauteil befestigt werden, daß dieses bis zur Endkante vollständig abgedeckt wird und an der gegenüberliegenden Seite sich der zuletzt aufgeklebte Abdeckstreifen mit der vorher aufgebrachten Folienbahn überlappt.

    [0015] Diese einfache und vor allen Dingen sehr exakte Möglichkeit, ein Bauteil an jeder Endkante und jeder Ecke abzudecken ist insbesondere deswegen sehr vorteilhaft, weil von der Folienbahn sowohl ein Rastereinzelteil, als auch ein Rasterausschnitt, als auch ein ganzer quer oder längs zur Folienbahn verlaufender Folienstreifen infolge der eingebrachten Perforation sehr leicht abzutrennen ist. Nach dem Abtrennen weist jeder der besagten Abschnitteile um seinen gesamten äußeren Umfang einen gleichmäßig breiten Klebestreifen auf, mit dem er in jeder Lage und an jedem Ort sicher befestigt werden kann.

    [0016] Die erfindungsgemäße Abdeckplane hat weiterhin den Vorteil, daß nach Verwendung der Folie für große Bauteile, zumindest die Folienausschnitte, die keine Klebefunktion ausüben müssen, wieder verwendet werden können. Dazu brauchen beispielsweise nur die Randstreifen abgetrennt zu werden, und die verbleibenden Abschnitte können im Falle einer chemisch behandelten oder mit einer Antiklebeschicht versehenen Außenseite der Folie aufgerollt und für die Wiederverwendung gelagert werden.

    [0017] Weitere Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen in Verbindung mit nachfolgender Beschreibung hervor.

    [0018] Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert.

    [0019] Es zeigen :

    Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Abschnitt einer Abdeckplane ;

    Fig. 2 einen vergrößerten Teilausschnitt einer Abdeckplane mit aufgebrachter Klebeschicht und Abdeckstreifen im Schnitt ;

    Fig. 3 ein Fenster, welches mit Abschnitten der erfindungsgemäßen Abdeckplane versehen ist.



    [0020] Die Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäße Abdeckplane 1 mit der im Raster aufgebrachten Klebeschicht 3 und der mit gestrichelten Linien angedeuteten, mittig zur Klebeschicht verlaufenden Perforation 5. Die am Umfang verlaufende Klebeschicht 7 ist nur halb so breit wie die ins Innere der Folie wegführenden Klebeschichten, da von dieser kein Abschnitt mehr abgetrennt werden muß und sie somit nicht mehr halbiert wird. Aus dem unteren Teil dieser Fig. ersieht man, daß Klebeschicht und Perforation in unterschiedlichen Abständen angeordnet sein können und somit Abschnitte oder Streifen unterschiedlicher Größe begrenzen.

    [0021] In Fig. 2 ist ein vergrößerter Teilausschnitt der erfindungsgemäßen Abdeckplane im Schnitt gezeigt. Die vorzugsweise aus einer Kunststoffolie 9 bestehende Abdeckplane 1 ist an ihrer Innenseite 11 mit der Klebeschicht 3 versehen. Die Klebeschicht 3 und die Innenseite 11 sind chemisch so aufeinander abgestimmt, daß sie eine sehr gute Klebeverbindung bilden. In diesem Ausführungsbeispiel ist für den Fall, daß die Außenseite der Folie nicht chemisch vorbehandelt wird und die Folie aufgerollt werden soll, angedeutet, die zweite Klebefläche der Gummierung mit einem Abdeckstreifen 13 zu versehen. Die Außenseite 15 der Folie 9 kann auch chemisch vorbehandelt sein bzw. mit einer Antiklebeschicht versehen sein, so daß die Flane aufgerollt werden kann und somit für ein Abwickeln der Folienbahn eine Zwischenabdeckung 13 entbehrlich ist. In dieser Fig. ist ferner die mittig zur Klebeschicht 3 verlaufende in Folie 9 und Klebeschicht 3 eingestanzte Perforation zu sehen. Nach einem Abtrennen des oberen Planenteils vom unteren in der Perforationsebene verbleibt auf jedem der abgetrennten Teile eine gleich breite Klebeschicht.

    [0022] In Fig. 3 ist ein Fenster 17 dargestellt, dessen Rahmen 19 und Fensterscheiben 21 von mehreren verschieden großen Einzelteilen einer Abdeckplane geschützt werden. Hierbei wird als erstes das Einzelteil 23, dargestellt in durchgezogenen Linien, bündig mit den Fensterrahmenumfangskanten an das linke obere Fenstereck angeklebt. Als nächstes wird in gleicher Weise das gestrichelt gezeichnete Einzelteil 25 an das rechte obere Fenstereck geklebt. Dieses Einzelteil überlappt bereits das Einzelteil 23. Weiterhin können nun die in strichpunktierten Linien gezeichneten und beispielsweise gleich großen Einzelteile 27, 27' in bekannter Weise in das linke untere Fenstereck und das rechte untere Fenstereck geklebt werden. Diese beiden Teile überlappen wiederum in einem gewissen Bereich die Einzelteile 23 und 25. Als letztes wird nun das Einzelteil 29 bündig mit der Unterkante des unteren Fensterrahmenteils und ansonsten alle übrigen Einzelteile überlappend über die noch frei gebliebene Fläche geklebt.

    [0023] Dieses Ausführungsbeispiel soll nur verdeutlichen, daß selbst Bauteile mit nicht genormten bzw. unüblichen Abmaßen in einfacher Weise mit der erfindungsgemäßen Abdeckplane geschützt werden können. Üblicherweise wird dieses Verfahren wesentlich vereinfacht durch Abdeckplanenabschnitte, welche an die genormten Maße von Fenstern und Türen und dergleichen angepaßt sind.


    Ansprüche

    1. Plane zum Abdecken von Bauteilen, insbesondere von Fenstern und Türen, mit einer Innen-und Außenseite und einer an der Innenseite angeordneten streifenförmigen Klebeschicht (3), dadurch gekennzeichnet, daß die streifenförmige Klebeschicht (3) in einem Raster auf die Plane (1) aufgebracht ist und daß wenigstens die Plane (1) mit einer mittig zu den Klebestreifen angeordneten Perforation (5) versehen ist.
     
    2. Plane nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenseite (11) der Plane chemisch vorbehandelt ist und mit der Klebeschicht (3) eine starke Klebeverbindung bildet.
     
    3. Plane nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenseite (15) der Plane chemisch vorbehandelt ist oder beschichtet ist und mit der Klebeschicht (3) eine schwache Klebeverbindung bildet.
     
    4. Plane nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebeschicht (3) mit einer Abdeckfolie (13) versehen ist und mit dieser eine schwache Klebeverbindung bildet.
     
    5. Plane nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebeschicht (3) als Universalklebeschicht ausgebildet ist und insbesondere mit Metall, Kunststoff, Holz und Glas starke Klebeverbindungen bildet.
     
    6. Plane nach einem der oben genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebeschicht (3) in kleinen, in gleichen Abständen nebeneinander angeordneten senkrecht zur Perforationsrichtung verlaufenden Streifen aufgebracht ist.
     
    7. Plane nach einem der oben genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Plane (1) als Kunststoffolie (9) ausgebildet ist.
     


    Claims

    1. Tarpaulin for covering structural parts, particularly windows and doors, comprising an inner side and an outer side and a strip-like adhesive layer (3) disposed on the inner side, characterised in that the strip-like adhesive layer (3) is applied in form of a screen upon the tarpaulin (1) and that at least the tarpaulin (1) is provided with a perforation (5) which is disposed centrically with respect to the adhesive strips.
     
    2. Tarpaulin according to claim 1, characterised .in that the inner side (11) of the tarpaulin is chemically pretreated and forms a strong adhesive bond with the adhesive layer (3).
     
    3. Tarpaulin according to claim 1, characterised in that the outer side (15) of the tarpaulin is chemically pretreated or coated and forms a weak adhesive bond with the adhesive layer (3).
     
    4. Tarpaulin according to claim 2, characterised in that the adhesive layer (3) is provided with a cover foil (13) and forms a weak adhesive bond therewith.
     
    5. Tarpaulin according to any of claims 1 to 4, characterised in that the adhesive layer (3) is made as a universal adhesive layer and forms strong adhesive bonds particularly with metal, plastic material, wood and glass.
     
    6. Tarpaulin according to any of the preceding claims, characterised in that the adhesive layer (3) is applied as small strips disposed side-by-side at even distances and extending perpendicularly to the direction of the perforation.
     
    7. Tarpaulin according to any of the preceding claims, characterised in that the tarpaulin (1) is made as a plastic foil (9).
     


    Revendications

    1. Bâche pour recouvrir des éléments de construction, en particulier des fenêtres et des portes, comprenant une face intérieure et une face extérieure et une couche adhésive (3) en bandes disposée à la face intérieure, caractérisée en ce que la couche adhésive en bandes (3) est appliquée sur la bâche (1) sous la forme d'un réseau et que au moins la bâche (1) est munie d'une perforation (5) axiale aux bandes adhésives.
     
    2. Bâche selon la revendication 1, caractérisée en ce que la face intérieure (11) de la bâche est traitée préalablement à l'aide d'une matière chimique et forme un assemblage collé fort avec la couche adhésive (3).
     
    3. Bâche selon la revendication 1, caractérisée en ce que la face extérieure (15) de la bâche est traitée préalablement à l'aide d'une matière chimique ou est enduite et forme un assemblage collé faible avec la couche adhésive (3).
     
    4. Bâche selon la revendication 2, caractérisée en ce que la couche adhésive (3) est munie d'une pellicule de recouvrement (13) et forme un assemblage collé faible avec celle-ci.
     
    5. Bâche selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que la couche adhésive (3) est une couche adhésive universelle qui forme des assemblages collés forts avec du métal, de la matière plastique, du bois et du verre.
     
    6. Bâche selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la couche adhésive (3) est appliquée sous la forme de petites bandes disposées l'une à côté de l'autre à équidistance et s'étendant perpendiculairement à la direction de la perforation.
     
    7. Bâche selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la bâche (1) est une pellicule en matière plastique (9).
     




    Zeichnung