[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Steuerung des Bremsauslösepunktes bei
Aufzügen, mit im Aufzugsschacht in einem bestimmten Abstand von den Stockwerken angebrachten
Markierungen, die mit einem bei der Vorbeifahrt der Aufzugskabine betätigbaren Schalter
zusammenwirken, und mit einer mit dem Hubmotor verbundenen Geschwindigkeitsmesseinrichtung,
wobei der Bremsauslösepunkt in Abhängigkeit von der bei der Vorbeifahrt der Aufzugskabine
an der Markierung des Zielstockwerkes gemessenen Geschwindigkeit ermittelbar ist,
und wobei bei der Ermittlung des Bremsauslösepunktes Anhaltefehler früherer Fahrten
berücksichtigt werden.
[0002] Bei Aufzügen einfacher Bauart und kleiner Nennfahrgeschwindigkeit kann die Nennfahrgeschwindigkeit
auch während der Durchfahrt der kleinsten Stockwerkdistanz erreicht werden. Bei derartigen
Aufzügen wird die Bremsphase bei der Vorbeifahrt der Aufzugskabine an einer im Aufzugsschacht
angebrachten Markierung, beispielsweise in Form eines Magneten, eingeleitet, wobei
die Markierungen immer im gleichen Abstand von den Stockwerken angeordnet sind. Diese
Art der Bremseinleitung führt zu Halteungenauigkeiten, die hauptsächlich durch die
mit der Kabinenbelastung sich verändernden Lastmomente und daher auch der Fahrgeschwindigkeit
verursacht werden.
[0003] Mit der CH-PS 392 004 ist eine Steuereinrichtung bekannt geworden, mittels welcher
die aus vorstehend erwähnten Gründen entstehenden Halteungenauigkeiten vermieden werden
sollen. Zu diesem Zweck wird mittels eines Tachometerdynamos eine der Fahrgeschwindigkeit
der Aufzugskabine proportionale Spannung erzeugt, welche über ein Relais und einen
von der Aufzugskabine betätigbaren Schalter einer Referenzspannung entgegengeschaltet
wird. Hierbei ist die von einer stabilisierten Spannungsquelle erzeugte Referenzspannung
grösser als die grösste auftretende Tachospannung. An der stabilisierten Spannungsquelle
sind ein Kondensator und Widerstände derart angeschlossen, dass bei geschlossenem
Schalter die Kondensatorspannung gleich der Referenzspannung ist. Im Aufzugsschacht
sind für jede Fahrtrichtung in einem bestimmten Abstand von den Stockwerken Markierungen
angeordnet. Bei Vorbeifahrt der Aufzugskabine an der Markierung des Zielstockwerkes
wird der Schalter geöffnet, so dass der Kondensator sich über die Widerstände entlädt.
Wenn die Kondensatorspannung auf das Niveau der Tachospannung gesunken ist fällt das
Relais ab, wobei der Antriebsmotor abgeschaltet wird und die Bremse einfällt. Je nach
Grösse der Tachospannung wird daher die Spannung am Relais früher oder später gleich
Null, so dass eine von der Fahrgeschwindigkeit abhängige Steuerung des Zeitpunktes
der Bremsauslösung erzielt wird.
[0004] Bei einer mit der DE-AS 1 096 574 bekannt gewordenen Einrichtung zur Feineinstellung
von Aufzügen, sind an der Aufzugskabine Kontrollkontakte angeordnet, mittels welchen
Anhaltefehler erfasst werden können. Mit Hilfe der Kontrollkontakte kann ein Schrittschaltwerk
betätigt werden, welches derart ausgebildet ist, dass es proportional zur Grösse des
Anhaltefehlers einen im Bremsstromkreis angeordneten Widerstand verstellen kann. Der
auf diese Weise gespeicherte Anhaltefehler wirkt sich bei der nächsten Fahrt nun derart
aus, dass ein mehr oder weniger grosser Strom im Bremsstromkreis fliesst, wodurch
ein neuer Anhaltefehler vermieden werden soll.
[0005] Bei einer weiteren, mit der DE-OS 3 038 873 bekannt gewordenen Apparatur zum Anhalten
einer Aufzugskabine, wird anstelle der in der CH-PS 392 004 beschriebenen Kondensatorentladung
der Bremsauslösezeitpunkt mittels eines Mikroprozessors in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit
berechnet, wobei die zugrunde gelegte Gleichung lediglich angenäherte Ergebnisse liefert.
[0006] Um die Ergebnisse zu verbessern, werden bei der Berechnung ähnlich wie bei der DE-AS
1 096 574 Anhaltefehler vorhergehender Fahrten berücksichtigt. Das geschieht in der
Weise, dass nach jeder Fahrt aus der Differenz von Soll- und Istbremsweg derjenige
Bremsauslösezeitpunkt errechnet wird, der für genaues Anhalten erforderlich gewesen
wäre. Dieser Zeitpunkt wird zusammen mit der bei der Vorbeifahrt der Aufzugskabine
an einer Schachtmarkierung gemessenen Geschwindigkeit gespeichert. Bei den folgenden
Fahrten werden die derart ermittelten Wertepaare bei der Berechnung des Bremsauslösezeitpunktes
mitberücksichtigt.
[0007] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe liegt darin, die Haltegenauigkeit bei
Aufzügen der eingangs genannten Art weiter zu verbessern. Zur Lösung dieser Aufgabe
schlägt die Erfindung mit den in den Patentansprüchen gekennzeichneten Merkmalen vor,
die wegen Bautoleranzen von Stockwerk zu Stockwerk schwankenden Distanzen Schachtmarkierung
- Stockwerkniveau zu erfassen und sie als Sollwege bei einer wegabhängigen Ermittlung
des Bremsauslösepunktes vorzugeben, wobei der Bremsauslösepunkt aus der Differenz
des jeweiligen Sollweges und eines aus der Erfahrung abgeleiteten Bremsweges bestimmt
wird.
[0008] Der mit der Erfindung erzielte Vorteil ist insbesondere darin zu sehen, dass die
Haltegenauigkeit durch die genaue Erfassung der Distanzen Schachtmarkierung - Stockwerkniveau
und der wegabhängigen Ermittlung des Bremsauslösepunktes wesentlich gesteigert wird.
Die Haltegenauigkeit wird weiterhin dadurch verbessert, dass für Stockwerke mit abweichenden
Reibungsverhältnissen Korrekturwerte erzeugt, gespeichert und bei der Berechnung des
Bremsauslösepunktes mit berücksichtigt werden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass
die erfindungsgemässe Einrichtung nachträglich in bereits bestehende Aufzugsanlagen
verschiedenster Art eingebaut werden kann, ohne dass an den vorhandenen Installationen
aufwendige Anpassungs- und Einstellarbeiten vorgenommen werden müssen.
[0009] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines auf der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Aufzuges mit der erfindungsgemässen Einrichtung
zur Steuerung des Bremsauslösepunktes,
Fig. 2 eine durch Schachtmarkierungen definierte Einfahrstrecke, in gegenüber der
Fig. 1 vergrössertem Massstab,
Fig. 3 ein Diagramm des Geschwindigkeitsverlaufes während der Bremsphase bei Vollast
abwärts und Vollast aufwärts ohne Anwendung der erfindungsgemässen Einrichtung und
Fig. 4 ein Diagramm, das die Geschwindigkeitsverläufe der Fig. 3 bei Anwendung der
erfindungsgemässen Einrichtung darstellt.
[0010] In der Fig. 1 ist mit 1 der Hubmotor eines Aufzuges bezeichnet, welcher über ein
Getriebe 2 und eine Treibscheibe 3 eine an einem Förderseil 4 aufgehängte, über ein
Gegengewicht 5 ausbalancierte Aufzugskabine 6 antreibt. Der Hubmotor 1, beispielsweise
ein Asynchronmotor, ist mit einer Schwungscheibe 7 und der Bremstrommel 8 einer elektromechanischen
Haltebremse gekuppelt und über Kontakte 9, 10 von Fahrtrichtungsschützen 11, 12 und
Kontakte 13 eines Hauptschalters an einem Drehstromnetz RST angeschlossen. Die Steuerung
der Fahrtrichtungsschütze 11, 12 wird als bekannt vorausgesetzt und daher nicht weiter
dargestellt und beschrieben. Die Aufzugskabine 6 ist in einem Aufzugsschacht 14 geführt,
der sich beispielsweise über zwölf Stockwerke E1-E12 erstrecken möge, und in welchem
in einem bestimmten Abstand von den Stockwerken je vier Markierungen in Form von Magneten
M1-M4 angeordnet sind. An der Aufzugskabine 6 ist ein bistabiler Magnetschalter 15
befestigt, der bei der Vorbeifahrt der Aufzugskabine 6 an den Magneten Ml-M4 betätigt
wird und mit einem Eingang eines nachstehend näher beschriebenen Steuergerätes 16
elektrisch verbunden ist. Den Stockwerken E1-E12 sind Stockwerkrelais SP1-SP12 zugeordnet,
welche mittels auf den Stockwerken E1-E12 vorgesehenen Stockwerkrufgebern DE1-DE12
und in der Aufzugskabine 6 angeordneten, nicht dargestellten Kabinenrufgebern ansteuerbar
sind. Mit SK1-SK12 sind Selbsthaltekontakte bezeichnet, über welche sich die Stockwerkrelais
SP1-SP12 nach Eingabe von Rufen an Spannung halten. Die Selbsthaltekontakte SK1-SK12
sind an einem Leiter 17 angeschlossen, über den die Stockwerkrelais SP1-SP12 nach
Ausführung eines Fahrbefehls mittels nicht weiter dargestellter Schaltglieder in bekannter
Weise von der Spannung abgeschaltet werden. Die Stockwerkrelais SP1-SP12 sind zwecks
Abfrage ihres Speicherzustandes mit weiteren Eingängen des Steuergerätes 16 verbunden.
[0011] Mit 18 ist eine Magnetspule der elektromechanischen Haltebremse bezeichnet, die während
der Fahrt der Aufzugskabine 6 über einen Kontakt 20 eines Bremsrelais 19 mit einer
nicht dargestellten Spannungsquelle verbunden ist. Das Bremsrelais 19 ist einerseits
an einem Pol der Spannungsquelle und andererseits an einem Ausgang des Steuergerätes
16 sowie an einem Steuerrelais 21 angeschlossen. Ueber einen Kontakt 22 des Steuerrelais
21 können die Fahrtrichtungsschütze 11, 12 derart gesteuert werden, dass der Hubmotor
1 bei Bremseinfall abgeschaltet wird. Ein von der Haltebremse betätigbarer, beim Stillstand
der Aufzugskabine 6 geschlossener Bremskontakt 23, ist mit einem weiteren Eingang
des Steuergerätes 16 verbunden. Um zu erreichen, dass während der Fahrt keine Rufe
eingegeben werden können, sind die Stockwerkrufgeber DE1-DE12 über einen anderen,
ebenfalls nur beim Stillstand geschlossenen Bremskontakt 24 an der Spannungsquelle
angeschlossen. Ein Kontakt 25 des einen Fahrtrichtungsschützes 11 steht zwecks Meldung
der Fahrtrichtung mit einem weiteren Eingang des Steuergerätes 16 in Verbindung.
[0012] Ein Impulsgeber 26 besteht aus einer auf der Schwungscheibe 7 befestigten Reflexfolie
27 und einer Reflexlichtschranke 28, die mit einem weiteren Eingang des Steuergerätes
16 verbunden ist. Die Reflexfolie 27 weist reflektierende und nicht reflektierende
Zonen auf, wobei die Zonen am Umfang der Schwungscheibe 7 derart verteilt sind, dass
je ein Impuls einem Fahrweg der Aufzugskabine 6 von beispielsweise 2 mm entspricht.
[0013] Das Steuergerät 16 besteht aus einer Distanztabelle RAM1, einer Bremswegtabelle RAM2,
einer Stockwerkkorrekturtabelle RAM3, einem die jeweilige Kabinenposition anzeigenden
Selektor Cl, einem ein Zielstockwerk anzeigendes Stockwerkregister C2, einem Wegzähler
C3, einem Geschwindigkeitsregister C4, einem Rechner RE und einem Komparator KO. Distanz-,
Bremsweg- und Stockwerkkorrekturtabelle RAM1, RAM2, RAM3 sind Schreib-Lesespeicher,
während der Selektor Cl, das Stockwerk- und das Geschwindigkeitsregister C2, C4 sowie
der Wegzähler C3 Register eines Mikroprozessors CPU sind, dessen Rechenwerk die Funktionen
des Rechners RE und des Komparators KO ausführt. Die Schreib-Lesespeicher RAM1, RAM2,
RAM3, der Mikroprozessor CPU, ein Festwertspeicher EPROM sowie eine Interfaceschaltung
IF sind über einen aus Daten-, Adressen- und Steuerleitungen bestehenden Bus B miteinander
verbunden und bilden zusammen mit einem Taktgenerator T einen Mikrocomputer. Die Interfaceschaltung
IF kann beispielsweise für die Dateneingabe von den Stockwerkrelais SP1-SP12 aus einem
Multiplexer und für die Ein-und Ausgabe der übrigen Daten aus Bustreibern bestehen,
die mit Hilfe eines Adressendekodierers aktiviert werden. Der mit dem Brems- und dem
Steuerrelais 19, 21 verbundene Ausgang des Steuergerätes 16 ist über einen Schalter
29, beispielsweise in Form eines Transistorschalters, am entsprechenden Ausgang der
Interfaceschaltung IF angeschlossen.
[0014] In der Distanztabelle RAM1 sind die Distanzen zwischen den Magneten M1-M4 jedes Stockwerkes
gespeichert, wobei die Distanzen in Abwärtsfahrtrichtung der Aufzugskabine 6 mit erste,
zweite und dritte Distanz Dl, D2, D3 bezeichnet sind (Fig. 2), und wobei beispielsweise
die erste und die dritte Distanz Dl, D3 je 40 cm und die zweite Distanz D2 20 cm betragen
mögen. Die Magnete M1-M4 sind im Aufzugsschacht 14 derart angeordnet, dass sich bei
Bündigstellung der Aufzugskabine 6 mit einem Stockwerk der Magnetschalter 15 genau
in der Mitte der zweiten Distanz D2 (Punkt III, Fig. 2) befindet.
[0015] Die Distanztabelle RAM1 wird wie folgt gebildet:
Während einer Vorbeifahrt der beispielsweise abwärts fahrenden Aufzugskabine 6 an
den Magneten M1-M4 wird der dem Magnetschalter 15 zugeordnete Eingang durch das Steuergerät
16 abgefragt. Bei Auftreten des durch den ersten Magneten M1 verursachten ersten Signalwechsels
wird der Wegzähler C3 in Abhängigkeit der vom Impulsgeber 26 erzeugten Impulse inkrementiert.
Beim zweiten Signalwechsel wird der Zählerstand abgelesen und unter einer Adresse,
die der vom Selektor C1 angezeigten Stockwerknummer zugeordnet ist, als Wert der .
ersten Distanz Dl in der Distanztabelle RAM1 gespeichert. Beim dritten Signalwechsel
wird vom Zählerstand
[0016] die erste Distanz Dl abgezogen und die Differenz als Wert der zweiter Distanz D2
gespeichert. In ähnlicher Weise wird beim vierten Signalwechsel der Wert der dritten
Distanz D3 ermittelt und gespeichert und danach der Zählerstand gelöscht. Nach dem
vierten Signalwechsel wird der Selektor Cl auf die Nummer des folgenden Stockwerkes
geschaltet. Bei wiederholter Vorbeifahrt am gleichen Stockwerk werden die bereits
vorhandenen Werte mit den neuermittelten verglichen und bei Abweichungen in geeigneter
Weise korrigiert. Ausserdem wird aus den Werten der Distanzen Dl und D3 der bereits
überfahrenen Stockwerke ein allen Stockwerken zugeordneter Mittelwert DO gebildet
und gespeichert.
[0017] In der Bremswegtabelle RAM2 sind Bremswege S
Br und diesen zugeordnete, bei der Bremseinleitung gemessene Geschwindigkeiten für jede
Fahrtrichtung gespeichert. Die Bildung der Bremswegtabelle RAM2 erfolgt bei einer
erstmaligen Bremsung, wobei ausgehend vom aufgetretenen Bremsweg und der zugeordneten
Geschwindigkeit weitere Wertepaare gebildet werden. Dies geschieht in der Weise, dass
in einem Bereich von beispielsweise 75 - 125 % der gemessenen Geschwindigkeit mit
der Geschwindigkeit zunehmende, vom ersten gemessenen Bremsweg abgeleitete Bremswege
ermittelt und gespeichert werden. Nach weiteren Fahrten werden diese Bremswege S
Br mit den tatsächlich aufgetretenen Bremswegen verglichen und bei Abweichungen in geeigneter
Weise korrigiert.
[0018] Die für die Benutzung der Bremswegtabelle RAM2 erforderliche Geschwindigkeit der
Aufzugskabine 6 wird wie folgt ermittelt:
Kurz vor der Bremseinleitung (Punkt I, Fig. 2) wird die Zeit zwischen zwei Impulsen
des Impulsgebers 26 gemessen und deren reziproker Wert gebildet. Dieser, der momentanen
Aufzugsgeschwindigkeit entsprechende Wert, wird nach einer adaptiven Filterung in
das Geschwindigkeitsregister C4 übertragen. Der zeitliche Abstand der Impulse des
Impulsgebers 26 kann beispielsweise durch Zählen der Impulse des Taktgenerators T
gemessen werden, wobei der erste, nach dem Abruf des Messbefehls auftretende Impuls
des Impulsgebers 26 einen weiteren Zähler des Mikroprozessors CPU startet und der
folgende Impuls diesen Zähler stoppt.
[0019] Da die Reibungsverhältnisse möglicherweise nicht über den ganzen Aufzugsschacht 14
gleich sind, kann es passieren, dass bei einer bestimmten Geschwindigkeit der tatsächlich
auftretende Bremsweg nicht auf allen Stockwerken gleich ist. Das kann dazu führen,
dass ein bereits mehrfach korrigierter genauer Tabellenwert der Bremswegtabelle RAM2
an Stockwerken abweichender Reibung verfälscht wird. Dadurch wird die Haltegenauigkeit
an den übrigen Stockwerken wieder verschlechtert, so dass die Korrekturen erneut durchgeführt
werden müssten. Um das zu vermeiden, wird der in der Bremswegtabelle RAM2 gespeicherte
Bremsweg S
Br durch einen in der Stockwerkkorrekturtabelle RAM3 stockwerkbezogen und fahrtrichtungsabhängig
gespeicherten Korrekturwert K
St ergänzt. Die Bildung des Korrekturwertes K
St geschieht in der Weise, dass je nach dem, ob der Bremswegfehler an einem Stockwerk
abweichender Reibung positiv oder negativ ist, der Korrekturwert K
St um einen Wegimpuls vergrössert oder verkleinert wird, dabei jedoch eine maximale
Grösse nicht überschreitet.
[0020] Bei der erstmaligen Inbetriebsetzung der Aufzugsanlage wird während einer Lernfahrt
die Kabinenposition ermittelt und in den Selektor Cl eingeschrieben. Während weiterer
Fahrten werden die Distanz-, Bremsweg- und Stockwerkkorrekturtabelle RAM1, RAM2, RAM3
gebildet, bis die gespeicherten Werte eine hinreichende Genauigkeit aufweisen. Anhand
der Figuren 1 und 2 wird im folgenden die Arbeitsweise der derart eingestellten und
vorbereiteten Einrichtung zur Ermittlung des Bremsauslösepunktes erläutert:
Es möge angenommen sein, dass die Aufzugskabine 6 einen Fahrbefehl erhält und sich
vom Stockwerk E11 aus in Abwärtsrichtung in Bewegung setzt. Bei der Vorbeifahrt am
vierten Magneten M4 des Stockwerkes E11 wird der Selektor C1 auf Stockwerk E10 geschaltet.
Darauf tastet das Steuergerät 16 die mit den Stockwerkrelais SP1-SP12 verbundenen
Eingänge ab, wobei beispielsweise ein Ruf für Stockwerk E10 gespeichert sein möge,
so dass die zugeordnete Stockwerknummer in das Zielstockwerkregister C2 übertragen
wird. Während der Fahrt wird der mit dem Impulsgeber 26 verbundene Eingang aktiviert
und laufend die momentane Geschwindigkeit ermittelt. Bei Erreichen eines sich nicht
mehr wesentlich verändernden Wertes wird dieser wie vorstehend bereits beschrieben
in das Geschwindigkeitsregister C4 übertragen. Sodann wird ein Programm zur Ermittlung
des Bremsauslösepunktes abgerufen, wobei vorerst ein Bremseinleitungsweg SEinl nach der Beziehung

berechnet wird. Hierin ist SSoll ein aus der ersten und der zweiten Distanz Dl, D2 der Distanztabelle RAM1 nach der
Beziehung

gebildeter Sollweg, welcher dem Weg entspricht, den die Aufzugskabine 6 vom ersten
Magneten M1 bis zum genauen Halt (Punkt III, Fig. 2) noch zurücklegen müsste. Wird
ein Stockwerk erstmalig angefahren, so berechnet sich der Sollwert SSoll bei dem beispielsgemäss gewählten Verhältnis Dl = 2.D2 nach der Beziehung

[0021] Bei einem Endstockwerk oder wenn ein Stockwerk noch nicht überfahren und daher der
Wert der Distanz D2 noch nicht gespeichert wurde, errechnet sich der Soll-
we
g S
Soll bei dem beispielsgemäss gewählten Verhältnis Dl = 2·D2 nach der Beziehung

[0022] Die Abrufung der Distanzen Dl, D2, DO aus der Distanztabelle RAM1 sowie des Korrekturwertes
K
St aus der Stockwerkkorrekturtabelle RAM3 erfolgt unter einer Adresse, die der im Selektor
Cl enthaltenen Stockwerknummer zugeordnet ist, und unter Berücksichtigung der am entsprechenden
Eingang des Steuergerätes 16 abgefragten Fahrtrichtung. Die Abrufung des Bremsweges
S
Br aus der Bremswegtabelle RAM2 erfolgt unter einer Adresse, die von der im Geschwindigkeitsregister
C4 gespeicherten Geschwindigkeit und der Fahrtrichtung abhängig ist.
[0023] Nach der Berechnung wird der Bremseinleitungswe
g S
Einl gespeichert und der mit dem Magnetschalter 15 verbundene Eingang des Steuergerätes
16 aktiviert. Bei Auftreten des durch den ersten Magneten M1 des Stockwerkes E10 verursachten
ersten Signalwechsels wird der Wegzähler C3 in Abhängigkeit der vom Impulsgeber 26
erzeugten Impulse inkrementiert. Der Wegzählerstand wird nun laufend mit dem Bremseinleitungsweg
S
Einl verglichen. Bei Gleichheit der Wege und Vorliegen einer Haltbestimmung, die beispielsgemäss
durch die gleichen Stockwerknummern im Selektor C1 und Zielstockwerkregister C2 gegeben
ist, wird der mit dem Transistorschalter 29 verbundene Ausgang des Steuergerätes 16
derart aktiviert, dass das Bremsrelais 19 und das Steuerrelais 21 abfallen, der Bremsvorgang
ausgelöst und der Motor abgeschaltet wird (Punkt II, Fig. 2). Der nun schliessende
Bremskontakt 23 signalisiert über den zugeordneten Eingang dem Steuergerät 16 den
Bremseinfall, wodurch die im Zielstockwerkregister C2 enthaltene Stockwerknummer gelöscht
wird. Beim Geschwindigkeitszählerstand Null wird der Wegzählerstand abgelesen und
durch Subtraktion des Bremseinleitungsweges S
Einl der tatsächliche Bremsweg ermittelt. Sodann wird, wie bereits vorstehend beschrieben,
die Korrektur der Bremswegtabelle RAM2 vorgenommen.
[0024] In der Fig. 3 ist mit v
d ein Geschwindigkeitsverlauf bei Vollast abwärts und mit v ein solcher bei Vollast
aufwärts bezeichnet. Im Zeitpunkt t
0 wird die Bremse ausgelöst und im Zeitpunkt t
1 beginnt sie zu reagieren. Der sich bei den angenommenen Extremfällen ergebende Wegunterschied
s entspricht der auftretenden maximalen Haltedifferenz.
[0025] Im Gegensatz zu Fig. 3 wird gemäss Fig. 4 die Bremse bei Vollast aufwärts erst zum
Zeitpunkt t' ausgelöst. Der Reaktionszeitpunkt der Bremse verschiebt sich daher auf
den Zeitpunkt t
l. Der anfänglich auftretende Wegunterschied s
1 wird durch einen später auftretenden Wegunterschied s
2 entgegengesetzter Richtung kompensiert, so dass praktisch keine Haltedifferenz entsteht.
1. Einrichtung zur Steuerung des Bremsauslösepunktes bei Aufzügen, mit im Aufzugsschacht
(14) in einem bestimmten Abstand von den Stockwerken angebrachten Markierungen (M1,
M4), die mit einem bei der Vorbeifahrt der Aufzugskabine (6) betätigbaren Schalter
(15) zusammenwirken, und mit einer mit dem Hubmotor (1) verbundenen Geschwindigkeitsmesseinrichtung,
wobei der Bremsauslösepunkt in Abhängigkeit von der bei der Vorbeifahrt der Aufzugskabine
(6) an der Markierung (M1, M4) des Zielstockwerkes gemessenen Geschwindigkeit ermittelbar
ist, und wobei bei der Ermittlung des Bremsauslösepunktes Anhaltefehler früherer Fahrten
berücksichtigt werden, dadurch gekennzeichnet,
- dass eine Distanztabelle (RAM1) in Form eines Speichers vorgesehen ist, in welcher
die Distanzen zwischen den Markierungen (M1, M4) jedes Stockwerkes gespeichert sind,
- dass ein Rechner (RE) vorgesehen ist, der aus den Distanzen einen jeweils nur dem
betreffenden Stockwerk zugeordneten Sollweg (SSoll) bildet, und durch Subtraktion eines aus der Erfahrung abgeleiteten Bremsweges (SBr) vom Sollweg (SSoll) einen Bremseinleitungsweg (SEinl) ermittelt,
- dass ein Wegzähler (C3) vorgesehen ist, der bei der Vorbeifahrt der Aufzugskabine
(6) an der ersten Markierung (Ml) eines Stockwerkes und den dadurch hervorgerufenen
Signalwechsel des Schalters (15) gestartet wird, und
- dass ein Komparator (KO) vorgesehen ist, der bei Gleichheit des Wegzählerstandes
und des Bremseinleitungsweges (SEinl) ein den Bremsauslösepunkt bestimmendes Signal erzeugt.
2. Einrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass pro Stockwerk und
Fahrtrichtung eine weitere Markierung (M2, M3) vorgesehen ist, die in kleinerem Abstand
zum Stockwerkniveau angeordnet ist, wobei eine erste, eine zweite und eine dritte
Distanz (D1, D2, D3) zwischen allen Markierungen (M1, M2, M3, M4) eines Stockwerkes
gebildet wird.
3. Einrichtung nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollweg (SSoll) aus der Summe der ersten Distanz (D1) und der Hälfte der zweiten Distanz (D2) gebildet
ist.
4. Einrichtung nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollweg (SSoll) aus der Summe der ersten Distanz (D1) und der ersten Distanz (D1) dividiert durch
das Verhältnis der ersten Distanz (D1) zur Hälfte der zweiten Distanz (D2) gebildet
ist.
5. Einrichtung nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein aus den ersten
und dritten Distanzen (D1, D3) gebildeter Mittelwert (D0) vorgesehen ist, wobei der
Sollwert (SSoll) aus der Summe des Mittelwertes (D0) und dem Mittelwert (D0) dividiert durch das
Verhältnis der ersten Distanz (D1) zur Hälfte der zweiten Distanz (D2) gebildet ist.
6. Einrichtung nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Distanztabelle
(RAM1) gespeicherten Distanzen (D1, D2, D3) Zählerstände des Wegzählers (C3) sind,
die bei wiederholten Vorbeifahrten der Aufzugskabine (6) an den Stockwerken korrigierbar
sind.
7. Einrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Bremswegtabelle
(RAM2) in Form eines Speichers vorgesehen ist, in welcher Wertepaare Geschwindigkeit/Bremsweg
gespeichert sind, die von einem bei einer erstmaligen Bremsung gemessenem Wertepaar
abgeleitet sind, wobei die gespeicherten Bremswege nach den Ergebnissen weiterer Bremsungen
korrigierbar sind.
8. Einrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Stockwerkkorrekturtabelle
(RAM3) in Form eines Speichers vorgesehen ist, in welcher für Stockwerke mit besonderen
Reibungsverhältnissen Korrekturwerte (KSt) gespeichert sind, die bei der Berechnung des Bremseinleitungsweges (SEinl) zum Bremsweg (SBr) addiert werden.
9. Einrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeitsmesseinrichtung
aus einem Impulsgeber (26), einer Zeitmesseinrichtung (CPU) und einem Geschwindigkeitsregister
(C4) besteht, wobei die Zeit zwischen zwei benachbarten Impulsen des Impulsgebers
(26) gemessen, deren reziproker Wert gebildet und nach einer adaptiven Filterung als
momentane Geschwindigkeit im Geschwindigkeitsregister (C4) gespeichert wird.
10. Einrichtung nach Patentanspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Impulsgeber
(26) aus einer Reflexfolie (27) und einer Reflexlichtschranke (28) besteht, wobei
die Reflexfolie (27) auf einer mit dem Hubmotor (1) gekuppelten Schwungscheibe (7) befestigt
ist und reflektierende und nichtreflektierende Zonen aufweist.