[0001] Die Erfindung betrifft Formschlußmittel nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 und ein Verfahren zum Anordnen der Formschlußmittel.
[0002] Es sind Formschlußmittel bekannt, die in einem vorgebbaren Umfangbereich eines unterkalibrigen
Fluggeschoßkernes zum Verbinden eines abwerfbaren Treibkäfigs aus Formschlußmitteln
in Form eines am Fluggeschoßkern angeordneten Gewindes oder von Rillen bestehen, wodurch
nachteiligerweise unerwünschte Kerbwirkungen im Fluggeschoßkern auf- . treten können
und eine Beeinträchtigung der Durchschlagsleistung nicht auszuschließen ist. Zur Vermeidung
dieser bei der Bekämpfung gepanzerter Ziele nachteiligen Kerbwirkungen, wurde an einem
aus einem Schwermetallkern bestehenden Wuchtgeschoß unter dem Aktenzeichen P 30 30
072.2 ein weiteres Formschlußmittel vorgeschlagen, bei dem das zur Übertragung notwendige
Gewinde im Außenbereich eines mit dem Fluggeschoß verbundenen Mantels angeordnet ist.
Dieser metallurgisch mit dem Fluggeschoßkern verbundene Mantel besteht jedoch aus
Leichtmetall, vorzugsweise aus einer Aluminiumlegierung.
[0003] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, bei einem Fluggeschoßkern
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, zur Erzielung eines hohen Leistungsniveaus,
die Formschlußmittel derartig zu gestalten, daß unerwünschte Kerbwirkungen am Fluggeschoßkern
vermieden werden und die querschnittsbezogene Belastbarkeit der Formschlußmittel wesentlich
erhöht wird.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst.
[0005] Die Formschlußmittel haben erfindungsgemäß den entscheidenden Vorteil, daß neben
einer hohen Abschußhaltbarkeit auch eine hohe Durchschlagsleistung des Fluggeschoßkernes
erzielt wird. Die hohe Abschußhaltbarkeit wird einerseits durch eine vergleichsweise
hohe Festigkeit des in der Höhe relativ klein dimensionierbaren Trägermantels erreicht
und andererseits sind die von den überlappten Einzelquerschnittsflächen gebildeten
Profile für den Formschluß zum Treibkäfig ohne nennenswerte Kerbwirkungen hoch belastbar.
Die hohe Durchschlagsleistung des Fluggeschoßkernes wird insbesondere bei auftretenden
Querkräften in gepanzerten Zielen dadurch erreicht, daß die Formschlußmittel keine
Kerben am Fluggeschoßkern verursachen.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0007] Gemäß einer Besonderheit der Erfindung besteht der Trägermantel aus einem um den
Fluggeschoßkern gewickelten Band, wodurch auf einfache Weise problemlos ein dünnwandiger
Trägermantel mit einem großen L/D (Länge/Durchmesser) Verhältnis, insbesondere durch
Warmformgebung und einem anschließenden Schrumpfvorgang mit dem Fluggeschoßkern verbunden
werden kann. Diese Anordnung gestattet einen kontinuierlichen und individuellen Schrumpfungsprozeß,
der jeweils aufgewickelten Windung eines Bandes, wodurch insbesondere ein Werfen des
Trägermantels, welches langen, dünnwandigen und engtolerierten Buchsen beim Schrumpfvorgang
eigentümlich ist, vermieden wird und ein Trägermantel mit einer gleichmäßig hohen
Scherbelastbarkeit erzeugt wird. Dadurch, daß die Formschlußprofile des Trägermantels
für den Treibkäiig einerseits keiner Nachbehandlung bedürfen oder andererseits spanlos
warm umgeformt werden, entsteht ein hochfestes Mantelgefüge, das nicht durch Trennung
der Materialfasern in der Abschußhaltbarkeit durch Kerbwirkung geschwächt wird.
[0008] Ein vergleichsweise vorteilhafter langer und schlanker Trägermantel läßt sich aus
einzelnen sich teilweise überlappenden Ringen ebenfalls durch Warmumformung, vorzugsweise
jedoch im kalten Zustand durch Fließpressen unter gleichzeitiger Verbindung mit dem
Fluggeschoßkern herstellen.Durch das Fließpressen wird gleichzeitig ein Trägermantel
mit erhöhten Festigkeitseigenschaften erzeugt und der Bearbeitungsaufwand zur Herstellung
des Trägermantels gering gehalten.
[0009] Die Erfindung wird nachstehend anhand der in den Zeichnungen unter weitgehendem Verzicht
auf erfindungsunwesentliche Einzelheiten dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiele
des näheren erläutert.
[0010] Es zeigt:
Fig. 1 in einem schematisch dargestellten Halbschnitt einen Teilbereich des Fluggeschosses
in Längsrichtung mit einem auf dem Umfang angeordneten Trägermantel für einen abwerfbaren
Treibkäfig;
Fig. 2 in einer vergrößerten Schnittdarstellung von Fig. 1 einen Teilbereich des Trägermantels
mit überlappten Einzelquerschnitten ohne vorgefertigte Außenprofilierung;
Fig. 3 in einer vergrößerten Schnittdarstellung von Fig. 1 einen Teilbereich des Trägermantels
mit überlappten Einzelquerschnitten, die weitere v-förmige Außenprofile enthalten;
Fig. 4 in einer vergrößerten Schnittdarstellung von Fig. 1 einen Teilbereich des Trägermantels
mit überlappten Einzelquerschnitten, die gerundete AUßenprofile enthalten;
Fig. 5 in einer schematischen Darstellung ein in einem Teilbereich des Fluggeschoßkernes
al.s Trägermantel aufgewickeltes Band und einer Einrichtung zum Befestigen des Bundes;
Fig. 6 in einer Schnittdarstellung einen in Fig. 2 dargestellten Einzelquerschnitt;
Fig. 7 in einer Schnittdarstellung einen in Fig. 3 dargestellten Einzelquerschnitt
mit vorgefertigtem Außenprofil;
Fig. 8 in einer Schnittdarstellung einen in den Fig. 3 oder 4 dargestellten Einzelquerschnitt
ohne vorgefertigtes Außenprofil;
Fig. 9 in einer Schnittdarstellung einen Ring, dessen Querschnitt einem in den Fig.
3 oder 4 dargestellten Einzelquerschnitt ohne zusätzliches Außenprofil entspricht.
[0011] In Fig. 1 ist ein Teilbereich eines aus Schwermetall bestehenden unterkalibrigen
Fluggeschoßkernes 5 parallel zur Geschoßachse 28 dargestellt, auf dessen Umfang ein
Trägermantel 2 als Zwischenbereich für den Formschluß eines abwerfbaren Treibkäfigs
17 angeordnet ist. Die Querschnittsfläche 3 des Trägermantels 2 besteht dabei aus
einzelnen in den Fig. 2, 3 und 4 dargestellten überlappten Querschnittsflächen 4,
deren Innenseiten 16 eine zusammenhängende Innenfläche 18 für eine kraftschlüssige
Verbindung mit der Mantelfläche 19 bilden.
[0012] Die in den Fig. 2, 3 und 4 dargestellten Querschnittsflächen 4 verdeutlichen dabei
entweder überlappte Querschnittsflächen eines aufgewickelten Bandes 6 (Fig. 5) oder
von übergestülpten endlosen Ringen 7 (Fig. 9). In beiden Fällen weist die Querschnittsfläche
4 entsprechend den Fig. 6 bis 9 an den Stirnseiten 8 und 8' s-förmige Profile 9 für
eine formschlüssige Verbindung der Bänder 6 oder Ringe 7 auf. Die Profile 9 sind auf
den Stirnseiten 8, 8
' im überlappten Bereich parallel zueinander nach einer Seite verlaufend angeordnet,
wodurch sich eine Lage der Überlappung benachbarter Querschnitte 4 in der Weise ergibt,
daß der von einer innenliegenden Stirnseite 8 einer benachbarten Querschnittsfläche
4 überlappte Bereich der Stirnseite 8',der Innenseite 16 der von der Stirnseite 8'
gebildeten Querschnittsfläche 4 gegenüberliegt. Die innenliegende Stirnseite 8 kann
zur Außenseite 10 hin verlaufend durch eine Schrägfläche 11 oder Ausrundung 12 verkürzt
ausgeführt sein. Dadurch ergeben sich auf der außenliegenden Stirnseite 8' oder mit
der außenliegenden Ausrundung 13 benachbarter Querschnittsflächen 4 nachbehandlungsfrei
auf dem Trägermantel 2 gerundete 13 oder v-förmige 14 Rillen 14, 15 als Formschlußmittel
1 für den Formschluß zum Treibkäfig 17 (Fig. 1). Die vom Treibkäfig 17 (Fig. 1) auf
den Trägermantel 2 eingeleiteten Beschleunigungskräfte werden dabei in Richtung 21
auf den Fluggeschoßkern 5 (Fig.1) übertragen . Zur Übertragung hoher Beschleunigungskräfte
ist der aus warmverformbaren
[0013] Stahl oder kaltverformbaren Stahl bestehende Trägermantel 2 entweder durch Warmumformung
der Bänder 6 (Fig. 5) oder durch Warmumformung bzw. Kaltverformung der Ringe 7 (Fig.
9) kraftschlüssig mit der Mantelfläche 19 (Fig. 1) verbunden.
[0014] Der aus einem Band 6 zusammengesetzte Trägermantel 2 . wird dabei nach Fig. 5 mit
dem Wickelvorgang unter Zentrierung des Trägermantels 2 und Fertigstellung bzw. Erzeugung
neuer Rillen 20 durch Walzen bzw. Rollen, wobei weitere Verfahren wie Schmieden bzw.
Hämmern auch möglich sind, warm zusammengefügt. Das Band 6 wird dabei um den in Drehrichtung
22 rotierenden Fluggeschoßkern 5 schräg in Richtung 23 aufgewickelt, anschließend
durch eine Wärmequelle 24, beispielsweise durch einen Ringbrenner bzw. eine Magnetspule
etc.,auf Schmiedetemperatur erwärmt, so daß es durch die radial zur Geschoßachse 28
in Richtung 25 unter Druck stehenden und in Drehrichtung 26 rotierenden Walze 27 zu
einer Buchse hoher radialer Festigkeit umgeformt werden kann. Durch die anschließende,
nacheinander crfolgende Abkühlung der einzelnen Windungen des zu einer Buchse umgeformten
Bandes wird unter Erzeugung einer hohen Abschußhaltbarkeit eine kerbfreie Schrumpfverbindung
mit dem Fluggeschoßkern 5 gebildet. Vor dem Wickelvorgang kann die Querschnittsfläche
4 des Bandes 6 entsprechend Fig. 7 mit einer auf der Außenseite 10 vorgefertigten
Rille 20 oder ohne Außenrille entsprechend Fig. 8 ausgeführt sein.
[0015] Die in Fig. 9 dargestellten endlosen Ringe 7 lassen sich ebenfalls durch ihre an
den Stirnseiten 8, 8' mit s-förmigen Profilen 9 vorgeformten Querschnittsflächen 4
zu einem parallel zur Geschoßachse 28 (Fig. 1) verlaufenden in der Länge beliebig
variierbaren Trägermantel 2 (Fig. 1) herstellen. Als Fügeverfahren kommen beispielsweise
Schmiede- bzw. Walzverfahren oder bei komplett vorgefertigten Formschlußmitteln (Fig.
2, 3 und 4) das Fließpressen in Betracht. Bei der Kaltverformung wird dabei unter
Anpressung der Flächen der Profile 9 der Trägermantel 2 (Fig. 1) derartig verfestigt,
daß zwischen ihm und dem Fluggeschoßkern 5 (Fig. 1) durch Eigenspannungen eine hochfeste
Verbindung entsteht. Die Bindung des Trägermantels 2 (Fig. 1) zum Fluggeschoßkern
5 (Fig. 1) kann dabei, jedoch auch bei allen weiteren Herstellverfahren, durch eine
vertretbare Oberflächenrauhigkeit oder durch eine sollbruchstellenfreie Feinverzahnung
bzw. Wellenbildung zwischen dem Trägermantel 2 und Fluggeschoßkern 5 noch verstärkt
werden.
[0016] Der Fluggeschoßkern 5 kann zur Vermeidung außenballistischer Einflüsse des Trägermantels
2 entweder mit einer nicht dargestellten außenballistischen Haube ausgerüstet sein
oder er kann im vorderen ebenfalls nicht dargestellten Bereich des Fluggeschoßkernes
5 mit einem auf den Durchmesser der Außenseite 10 des dünnwandigen Trägermantels 2
kerbfrei vergrößerten Vorderteil versehen sein.
1. Formschlußmittel aus Metall, angeordnet in einem vorgebbaren Umfangbereich eines
unterkalibrigen, vorzugsweise aus Schwermetall bestehenden Fluggeschoßkernes, dadurch
gekennzeichnet , daß als Formschlußmittel (1) ein Trägermantel (2) mit vergleichsweise
hoher Festigkeit vorgesehen ist, dessen Querschnittsfläche (3) in Axialrichtung profilbildend
aus überlappten Einzelquerschnittsflächen (4) zusammengefügt ist.
2. Formschlußmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Trägermantel
(2) aus einem um den Fluggeschoßkern (5) gewickelten und sich überlappenden Band (6)
mit der Querschnittsfläche (4) besteht.
3. Formschlußmittel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Trägermantel
(2) aus endlosen mit der Querschnittsfläche (4) sich überlappenden Ringen (7) zusammengesetzt
ist.
4. Formschlußmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Werkstoff des Trägermantels (3) aus Warmumformbaren oder kaltverformbaren Stahl
besteht.
5. Formschlußmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
beide Stirnseiten (8, 8') der Querschnittsfläche (4) derartig mit s-förmigen Profilen
(9) ausgebildet sind, daß die gewickelten Bänder (6) oder die endlosen Ringe (7) formschlüssig
miteinander verbunden sind.
6. Formschlußmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die zur Innenseite (16) weisende Stirnseite (8) der Querschnittsfläche (4) eines Bandes
(6) oder eines Ringes (7) mit einer zur Außenseite (10) mündenden Schrägfläche (11)
oder Ausrundung (12) versehen ist, wodurch nachbehandlungsfrei im zusammengefügten
Zustand mit der außenliegenden Stirnseite (8') oder Ausrundung (13) eines benachbarten
Bandes (6) oder Ringes (7) gerundete (14) oder v-förmige (15) Rillen (14,15) für den
Formschluß zum Treibkäfig (17) ausgebildet sind.
7. Formschlußmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Innenseiten (16) der Querschnittsflächen (4) eine zusammenhängende Innenfläche
(18) des Trägermantels (3) bilden, wobei die Innenfläche (18) durch Warmumformung
oder durch Kaltverformung der Bänder (6) bzw. der Ringe (7) kraftschlüssig mit der
Mantelfläche (19) des Fluggeschoßkernes (5) verbunden ist.
8. Formschlußmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Außenseite (10) der Querschnittsfläche (4) wenigstens eine weitere Rille (20)
enthält, die bereits vorgeformt oder durch die Warmumformung gebildet ist.
9. Verfahren zum Anordnen der Formschlußmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bänder des Trägermantels nach Anspruch 2 parallel oder mit dem Wickelvorgang
unter Zentrierung des Trägermantels und Fertigstellung bzw. Erzeugung neuer Rillen
nach Anspruch 8 durch Walzen bzw. Rollen, Schmieden, Hämmern etc. warm zusammengefügt
werden und der Trägermantel abkühlend mit dem Fluggeschoßkern eine feste Schrumpfverbindung
bildet.
10. Verfahren zum Anordnen der Formschlußmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der aus Ringen nach Anspruch 3 bestehende Trägermantel unter Anpressung der Profilflächen
nach Anspruch 5 durch Fließpressen kalt umgeformt und derartig verfestigt wird, daß
durch Eigenspannungen der Trägermantel mit dem Fluggeschoßkern fest verbunden ist.