[0001] Die Erfindung betrifft einen selbsttätigen Türschließer mit einer durch eine Federanordnung
im Schließsinn belasteten Schließerwelle, die den verschiebbaren Kolben einer Dämpfungszwecken
dienenden, hydraulischen Kolben-Zylindereinheit führt, deren Druckraum mit dem drucklosen
Raum einerseits über einen eine Drosseleinrichtung aufweisenden Rückführkanal und
andererseits über ein zum Druckraum hin öffnendes Rückschlagventil verbunden ist.
[0002] Türschließer haben den Zweck, Türflügel im Normalfall geschlossen zu halten, weil
diese nur im geschlossenen Zustand die ihnen zugedachten Schutzfunktionen, wie beispielsweise
Feuerschutz, Strahlenschutz, Schallschutz, Einbruchssicherheit und Wahrung der Intimsphäre
erfüllen können. An derartigen Türen sind üblicherweise Türschließer mit hydraulischer
Dämpfung vorgesehen, die eine Federanordnung aufweisen, mit deren Hilfe während der
manuellen Öffnung die für die selbsttätige Schließung des Türflügels erforderliche
Energie gespeichert und nach Beendigung des Türöffnungsvorganges zur Schließung des
Türflügels ausgenutzt wird. Die selbsttätige Türschließbewegung wird in der Regel
über ein hydraulisches Drosselsystem gedämpft und bietet somit großen Komfort an Zuverlässigkeit
und Sicherheit.
[0003] Die dem heutigen Standard entsprechenden Türschließer verfügen inzwischen über eine
ausgereift hohe Technik, welche die Funktion des sicheren Schließens des Türflügels
beinhaltet und gleichzeitig aber auch durch die hydraulischen Dämpfungssysteme für
Ungefährlichkeit und weitgehende Geräuschlosigkeit beim Schließvorgang sorgt. Türschließer
mit hydraulischer Dämpfung sind genormt und werden - soweit sie den Qualitätsanforderungen
der Normen- und Güterrichtlinien entsprechen - ständig güteüberwacht.
[0004] Obwohl die bekannten Türschließer einem hohen technischen Standard entsprechen, so
sind sie jedoch alle mit dem gemeinsamen Nachteil behaftet, daß die für die Schließbewegung
des Türflügels erforderliche Energie zunächst vom Türbegeher bei der Öffnungsbewegung
des Türflügels zusätzlich zu dessen öffnungswiderstand aufzubringen ist. Dieser Nachteil
macht sich besonders bei großen und schweren, einen entsprechend großen Schließbedarf
benötigenden Türen bemerkbar und insbesondere dann, wenn sie z.B. von Kindern oder
älteren, schwächeren Personen begangen werden. Bisweilen ist es dieser Personengruppe
nicht möglich, ohne fremde Hilfe eine derartige Tür zu öffnen.
[0005] Um diesen allgemein bekannten Mangel zu mindern, bietet die Industrie Türschließer
mit Feststelleinrichtungen an, wie sie beispielsweise aus der DE-OS 25 41 790 bekanntgeworden
sind. Bei diesem bekannten Türschließer wird der Türflügel ab einem bestimmten Öffnungswinkel
festgestellt, indem die Rückflußöffnung im Kolben durch eine in diese öffnung eindringende
Nadel verschlossen wird. Außer dieser durch die Nadel verschließbaren Rückflußöffnung
im Kolben weist dieser bekannte Türschließer einen mit einer Drosseleinrichtung versehenen
Rückflußkanel auf, der durch ein elektromagnetisch gestütztes Halteventil geöffnet
oder geschlossen werden kann. Wenn dieser zweite Rückstromkanal durch das elektromagnetische
Ventil geschlossen ist, verbleibt der Türflügel dann, wenn die im Kolben des Türschließers
befindliche Rückflußleitung durch die Nadel ebenfalls verschlossen ist, in seiner
Offenstellung stehen. Erst wenn im Gefahrenfall das elektromagnetische Halteventil
geöffnet wird, ist die Schließfeder in der Lage, den Kolben und somit auch den Türflügel
in die Schließstellung zu überführen. Diese Türen sind demnach ständig zu überwachen,
um beim Auftreten eines bestimmten Alarmkriteriums, wie z.B. Brand, die Feststelleinrichtung
sofort zu lösen, um dem Türschließer die geforderte Eigenschaft zur Selbstschließung
des Türflügels zurückzugeben.
[0006] Bei einem anderen, aus der DE-OS 27 51 589 bekannten Türschließer wird der Nachteil
der erschwerten Öffnungsbewegung des Türflügels im Normalfall umgangen, indem die
beim ersten Öffnungsvorgang gespeicherte Schließenergie festgehalten wird. Bei diesem
sogenannten Freilauftürschließer wird die Schließfeder in ihrer vorgespannten Stellung
blockiert, indem ein zweiter Kolben zwischen den mit der Schließerwelle im Eingriff
stehenden Kolben und der Federanordnung geschaltet ist. Die den zweiten Kolben durchlaufende
Rückströmleitung kann ebenfalls durch ein elektromagnetisches Schaltventil geschlossen
bzw. im Gefahrenfall geöffnet werden. Im Normalzustand kann infolge der geschlossenen
Rückströmleitung das Druckmittel aus dem, den mit der Schließerwelle im Eingriff stehenden
Kolben aufnehmenden Druckraum nicht abfließen, so daß der mit der Schließerwelle bewegungsverbundene
Kolben widerstandslos im Druckraum hin und her geschoben werden kann,
So daß der mit der Schließerwelle gekuppelte Türflügel ebenfalls manuell leicht geöffnet
bzw. geschlossen werden kann. Abgesehen davon, daß die Tür, falls sie nicht vom Begeher
manuell geschlossen wird, in ihrer Offenstellung verbleibt, müssen die Türschließer
dieser Türflügel ständig mit Überwachungseinrichtungen, wie Rauchwächtern oder Brandmeldern,
gekoppelt sein, damit im Gefahrenfall der Türflügel selbsttätig geschlossen wird.
[0007] Derartige Türschließer sind jedoch mit dem Nachteil behaftet, daß entweder der Türflügel
ständig offensteht oder aber der Türflügel ständig bewußt geschlossen werden muß,
was in den meisten Fällen sicherlich unterbleibt, weil der heutige, moderne Mensch
im allgemeinen bereits an die selbstschließenden Türen gewöhnt ist.
[0008] Darüber hinaus gibt es selbstverständlich auch Türautomaten, durch welche die Türflügel
vor dem Begeher automatisch geöffent und nach der Begehung auch automatisch wieder
geschlossen werden. Diese Geräte sind jedoch sowohl in technischer Hinsicht als auch
hinsichtlich der Kosten derart aufwendig, daß sie nicht mehr unter die Gattung der
oben genannten Türschließer fallen.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Türschließer der eingangs
genannten Art zu schaffen, der jederzeit und nach jeder Türöffnung eine Selbstschließung
des Türflügels herbeiführt und dennoch ohne wesentlichen Kraftaufwand ein müheloses
Öffnen des Türflügels ermöglicht.
[0010] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zwischen den Kolben und die
Federanordnung ein eigenbewegliches Stützglied geschaltet ist, daß durch Fremdenergie
im Sinne einer Federvorspannung in Abhängigkeit von der Türbetätigung gesteuert antreibbar
ist. Dadurch braucht der Begeher von mit derartigen Türschließern ausgestatteten Türflügeln
keine Kraft für die Vorspannung der Federanordnung aufzuwenden, so daß der Türöffnungsvorgang
wesentlich erleichtert ist. Die bei der Türöffnungsbewegung erforderliche Energie
zur Spannung der Schließfeder wird durch Fremdenergie aufgebracht, wodurch die Federanordnung
selbsttätig vorgespannt wird. Nach beendetem Türöffnungsvorgang gibt die Federanordnung
die gespeicherte Energie zur selbsttätigen Türschließbewegung ab.
[0011] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung wird erzielt, indem das Stützglied
als von der Federanordnung beaufschlagte Gewindemutter ausgebildet ist, die undrehbar
im Zylindergehäuse geführt und von einer ein Bewegungsgewinde aufweisenden Spindel
durchdrungen ist, welche die Federanordnung durchgreift und im Türschließergehäuse
drehbar, aber axial unverschiebbar gelagert und über ein eine Bremse aufweisendes
Getriebe mit einem Elektromotor gekuppelt ist. Durch die Verwendung eines Bewegungsgewindes
ist es möglich, daß nach der Energiespeicherung in der Federanordnung durch Lösen
der Getriebebremse die Federanordnung das Stützglied und damit auch den davon beaufschlagten
Kolben unter hydraulischer Dämpfungswirkung zurückdrückt, so daß der Türflügel in
bekannter Weise in seine Schließlage rückgeführt werden kann.
[0012] Statt einer elektromechanischen Vorspannung der Federanordnung ist es nach einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung auch denkbar, daß Stützglied als von der
Federanordnung beaufschlagte Druckscheibe auszubilden, die mit einer, die Federanordnung
durchsetzenden und im Türschließergehäuse längs verschiebbar geführten Kolbenstange
verbunden ist, die mit einem Spannkolben in einen vom Hauptzylinder getrennten Fortsatzzylinder
eingreift, der in einen über eine Pumpe von einem Elektromotor gesteuert betriebenen
DruckmittelkreJsLauf geschaltet ist. Um die Federanordnung gegenüber der Türöffnungsbewegung
voreilend vorspannen zu können, ist nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
die Bewegung des Stützgliedes von einer durch die Türbetätigung ausgelösten, elektronischen
Steuerlogik gesteuert. Dadurch ist es möglich, daß bereits beispielsweise beim Niederdrücken
der Türklinke ein Türkontakt ausgelöst wird, der die Steuerlogik in dem Sinne aktiviert,
daß die Federvorspannung für einen gewissen Teilbetrag des Kolbenhubes bereits veranlaßt
wird. Zur Aufrechterhaltung dieser voreilenden Federvorspannbewegung und auch zur
Impulsabgabe zwecks Freistellung der Schließenergie ist nach einem weiteren Ausgestaltungsmerkmal
der Erfindung dem Druckraum vor dem Kolben ein durch Unterdruck betätigbares Tauchspulensystem
zur Erzeugung von Steuerimpulsen für die elektronische Steuerlogik zugeordnet.
[0013] Die Erfindung ist in Ausführungsbeispielen auf der Zeichnung beispielsweise dargestellt
und wird nachstehend näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 den erfindungsgemäßen Türschließer im Längsschnitt mit dem in anderer Ebene
liegenden, angedeuteten Drosselkanal und einer angeflanschten, schematisch dargestellten
Motor-Getriebeeinheit für einen Zugspindelantrieb,
Fig. 2 das weitere Ausführungsbeispiel eines Türschliessers mit einem Fortsatzzylinder
mit integrierter Motorpumpe.
[0014] Die aus den Figuren 1 und 2 ersichtlichen Türschließer weisen ein langgestrecktes,
quaderförmiges Gehäuse 10 auf, durch welches sich eine zylindrische Bohrung 11 erstreckt,
die beiderseits mit später noch zu erläuternden Stopfen verschlossen ist. Quer durch
das Gehäuse 10 erstrecken sich in bekannter Weise zwei zueinander fluchtende, nicht
dargestellte Stufenbohrungen, die Lagereinsätze mit Dichtringen aufnehmen, in welchen
die Schließerwelle 12 drehbar geführt ist. In ihrem mittleren Längenbereich weist
die Schließerwelle ein Zahnritzel 13 auf. Beide Endteile der Schließerwelle 12 sind
zur drehfesten Aufnahme eines nicht dargestellten Gestängearmes zur Herstellung einer
Verbindung zwischen dem Türrahmen und dem Türflügel durch beispielsweise die Anbringung
von Vierkanten hergerichtet.
[0015] In der Zylinderbohrung 11 ist ein Kolben 14 längsverschiebbar angeordnet, der aus
einem ersten Kolbenkopf 15, einem zweiten Kolbenkopf 16 und einem dazwischen angeordneten
Steg 17 besteht. Dieser Steg 17 ist als Zahnstange ausgebildet, die mit dem Zahnritzel
13 der Schließerwelle 12 kämmt. Drehbewegungen der Schließerwelle 12 bewirken daher
Längsbewegungen des Kolbens 14 und umgekehrt. Im gegen die zylindrische Bohrung 11
abgedichteten Kolbenkopf 15 ist ein Rückschlagventil 18 angeordnet, das zum links
vom Kolbenkopf 15 liegenden Druckraum hin öffnet. Außer dem Rückschlagventil 18 ist
im Kolbenkopf 15 ein federbelastetes Überdruckventil 19 angeordnet, welches dann öffnet,
wenn im Druckraum 20 links vom Kolbenkopf 15 ein Überdruck entsteht, wie er sich beispielsweise
beim gewaltsamen Zuziehen des Türflügels einstellen könnte.
[0016] Im Gehäuse 10 erstreckt sich parallel zur Zylinderbohrung 11 eine Stufenbohrung 21,
in die linksendig ein mit einem durch eine Stufung gebildeten Sitz zusammenwirkender
Drosselkegel zur Bildung eines Drosselventiles 22 eingeschraubt ist. Dieses Drosselventil
weist einen Drosselkegel 23 auf, der zur Einschränkung des Durchflusses in den abgestuften
Teil der Stufenbohrung 21 einragen kann. Links vom Drosselkegel 23 münden in die das
Drosselventil 22 unter Belassung eines Ringraumes aufnehmende Stufenbohrung 21 zwei
Querbohrungen 24 und 25 ein, die mit der Zylinderbohrung 11 verbunden sind. Von der
Stufenbohrung 21 geht weiterhin zum vom Steg des Kolbens 14 eingenommenen Bereich
der Zylinderbohrung 11 eine vom Kolbenkopf 15 ebenfalls nicht abdeckbare Querbohrung
26 aus.
[0017] Der linksseitige Endbereich des Türschließergehäuses 10 ist durch einen in die Zylinderbohrung
11 eingeschraubten Stopfen 27 unter Zuhilfenahme eines Dichtringes verschlossen. Dieser
Stopfen 27 weist eine durch eine Membran zum Druckraum 20 hin abgedeckte Kammer 28
auf, in die ein pilzförmiger Stößel 29 des in eine Ringspule 31 eintauchenden, federbelasteten
Kernbolzens 30 eines Tauchspulensystems 32 einragt.
[0018] Angrenzend an den Kolbenkopf 16 des Kolbens 14 ist in der Zylinderbohrung 11 ein
Stützglied 33 angeordnet, daß von einer Federanordnung 34 im Sinne einer Verschiebung
des Kolbens 17 nach links - d.h. im Schließsinn des Türflügels - beaufschlagt ist.
Die als Schließ-Druckfeder fungierende Federanordnung 34 ist anderenends an einem
das Gehäuse 10 dicht verschließenden Stopfen 35 abgestützt. Bei dem aus Fig. 1 ersichtlichen
Ausführungsbeispiel besteht das Stützglied 33 aus einer Gewindemutter, die mit einer
Nase 37 in eine Längsnut 38 in der Zylinderbohrung 11 einragt. Damit ist die Gewindemutter
36 längsverschiebbar, jedoch undrehbar im Türschließergehäuse 10 angeordnet. Die Gewindemutter
36 übergreift eine im Stopfen 35 abgedichtet drehbar, jedoch axial unverschiebbar
gelagerte, ein Bewegungsgewinde aufweisende Spindel 39, die über eine Zahnradstufe
41 und ein eine Bremse aufweisendes Untersetzungsgetriebe 42 von einem Elektromotor
antreibbar sein mag. Zwischen das Stromnetz und den Elektromotor 43 ist eine elektronische
Steuerlogik 44 geschaltet, die einerseits vom Tauchspulensystem 32 und andererseits
von einem Türkontakt 45 angesteuert werden kann. Dieser Türkontakt 45 mag vorteilhaft
durch die mit dem Schließblech der Türzarge zusammenwirkende Schloßfalle des Türflügels
- d.h. durch den Türdrücker betätigt werden.
[0019] Bei dem aus Fig. 2 ersichtlichen Ausführungsbeispiel besteht das Stützglied 33 aus
einer in der Zylinderbohrung 11 axial verschiebbar geführten Druckscheibe 46, die
mit einer die Federanordnung 34 in Längsrichtung durchdringenden Kolbenstange 47 fest
verbunden ist. Die Kolbenstange durchdringt ferner den Verschlußstopfen 35, der sich
in einen an den Hauptzylinder 11 anschließenden Fortsatzzylinder 48 fortsetzt. In
diesem Fortsatzzylinder 48 befindet sich ein mit der Kolbenstange 47 verbundener Spannkolben
49. Dieser schematisch dargestellte Fortsatzzylinder beherbergt in seinem Gehäuseteil
ferner eine von einem Elektromotor 43 betriebene Pumpe 50 und ein Steuerventil 51.
In den Fortsatzzylinder 48 münden vor und hinter dem Kolben unter Berücksichtigung
des gesamten Kolbenhubes die Kanäle 52 und 53, zwischen welche die Pumpe 50 geschaltet
ist. Parallel zur Pumpe 50 ist zwischen die Kanäle 52 und 53 ein Steuerventil 51 geschaltet,
durch welches der Druckmittelfluß bei gesperrtem Steuerventil nur über die Pumpe 50
fließen kann, während bei offenem Steuerventil das Druckmittel über den parallelen
Kanal direkt vom Zylinderraum vor dem Spannkolben 49 in dessen hinteren Zylinderraum
unter Umgehung der Pumpe zurückfließen kann.
[0020] Zur Beschreibung der Funktionsweise des erfindungsgemäßen Türschließers sei vom Schließzustand
des Türflügels ausgegangen. Wird nun über die Schloßfalle der Türkontakt 45 betätigt,
so wird durch den ausgelösten Impuls die Steuerlogik 44 derart aktiviert, daß der
Motor 43 eingeschaltet wird und entweder im Falle des Ausführungsbeispieles gemäß
Fig. 1 über das Getriebe 42 und die Spindel 39 oder im Falle des Ausführungsbeispieles
gemäß Fig. 2 über die Pumpe 50 und den Spannkolben 49 - das Stützglied 33 gegen die
Kraft der Federanordnung 34 nach rechts bewegt wird. Der Verschiebeweg des Stützgliedes
33 wird durch die in der Steuerlogik eingestellte Motorlaufzeit bestimmt, die derart
eingestellt sein mag, daß das Stützglied 33 um einen einem bestimmten Türöffnungswinkel
entsprechenden Betrag vorausgeeilt ist. Wird nun der Türflügel tatsächlich geöffnet,
so wird der Kolben 14 bewegt, wobei im Druckraum 20 ein Unterdruck entsteht, der von
dem schematisch dargestellten Tauchspulensystem 32 in einen elektrischen Impuls für
die Steuerlogik 44 umgewandelt wird. Der Motor 43 erhält dann den Befehl, die Federanordnung
34 weiter vorzuspannen, und zwar immer entsprechend dem der Türflügelbewegung voreilenden
Betrag, der bei geschlossener Tür eingestellt wurde. Wenn nun die Tür schneller geöffnet
wird, so stellt sich vor dem Kolben in dem Druckraum ein dementsprechend größerer
Unterdruck ein und der von dem Tauchspulensystem 32 dann geänderte Meßwert wird von
der Steuerlogik 44 in einen Befehl an den Motor 43 "schneller drehen" umgewandelt.
In dem Augenblick, in welchem der Türflügel seine öffnungsbewegung beendet, steigt
der UnterDruck in der Druckkammer vor dem Kolbenkopf 15 auf den normalen Wert an,
wodurch die Meßwertänderung des Tauchspulensystems von der Steuerlogik in den Motorbefehl
"stoppen" umgewandelt wird. Bei dem aus Fig. 1 ersichtlichen Ausführungsbeispiel fällt
bei Beendigung des Motorlaufes sofort die Bremse im Getriebe 42 ein und hält somit
die Gewindemutter 36 in der eingestellten Lage fest. Bei dem aus Fig. 2 ersichtlichen
Ausführungsbeispiel fördert die Pumpe 50 nach Stillstand des Motors 43 kein Druckmittel
mehr, so daß der eingestellte Volumenzustand vor und hinter dem Spannkolben 49 aufrechterhalten
bleibt und dieser somit über die Kolbenstange 47 die Druckscheibe 46 in der erreichten
Lage gegen die Schließkraft der Federanordnung 34 festhält.
[0021] Nach einer kurzen, vorgewählten Wartezeit gibt nun die Steuerlogik 44 den Befehl
"Feder entlasten" und bei dem aus Fig. 1 ersichtlichen Ausführungsbeispiel öffnet
die Bremse des Getriebes 43, während bei dem aus Fig. 2 ersichtlichen Ausführungsbeispiel
das Steuerventil 51 derart umgesteuert wird, daß das Druckmittel aus dem Zylinderraum
vor dem Spannkolben 49 über den Kanal 53 in den Kanal 52 und von diesem in den Zylinderraum
hinter dem Spannkolben 49 gelangen kann. Damit ist in beiden Fällen die Federanordnung
34 in der Lage, das Stützglied 33 nach vorn zu schieben, wodurch auch der Kolben 14
vom Stützglied in Richtung auf das vordere, das Tauchspulensystem 32 umfassende Zylinderende
geschoben wird. Damit wird über die Zahnstanqe 17 die Schließerwelle 12 im Schließsinn
gedreht, so daß der Türflügel in Schließlage bewegt wird. Dabei wird die Türschließbewegung
wie bei jedem herkömmlichen Türschließer durch das in die Kanäle 26, 21, 24, 25 eingreifende
Drosselventil 22 hydraulisch gedämpft. Sobald nun der Türflügel vollkommen geschlossen
ist und die Schloßfalle in das Schließblech einfällt, wird der Türkontakt 45 wieder
in Richtung "geschlossen"betätigt und der Elektromotor 43 erhält wieder seinen ersten
Befehl, um das Stützglied 33 in seinen einem vorgewählten Türöffnungswinkel entsprechenden
Vorlaufhub zu bewegen.
[0022] Sollte nach der ersten Türdrückerbetätigung jedoch keine Türöffnung erfolgen, so
reagiert die Steuerlogik 44 ebenso wie bei beendeter Türöffnungsbewegung und gibt
nach der vorbestimmten Zeit dem Elektromotor 43 bzw. der Bremse des Getriebes 42 oder
dem Steuerventil 51 den Befehl "Feder entlasten", so daß die volle Schließkraft wieder
auf den Kolben 14 einwirkt und somit auch am Türflügel ansteht.
[0023] Bei Stromausfall ist natürlich der Elektromotor und auch die Steuerlogik unwirksam,
was bedeutet, daß die Federanordnung 34 unbeeinflußt bleibt, so daß durch die Federanordnung
daß aützglied 33 ständig am Kolben 14 anliegt und diesen ständig in Schließrichtung
beaufschlagt. In dieser Situation ist natürlich jedesmal bei öffnung des Türflügels
auch die Federanordnung immer wieder vorzuspannen. Daraus ergibt sich, daß der Türschließer
derart konzipiert ist, daß der Sicherheitsgedanke Vorrang hat und eine Selbstschließung
des Türflügels bei Ausfall der Fremdenergie beispielsweise in Form von Strom sichergestellt
ist.
[0024] Wie bereits erwähnt, geben die dargestellten Ausführungen die Erfindung nur beispielsweise
wieder, die keinesfalls allein darauf beschränkt ist. Es sind vielmehr noch mancherlei
Änderungen und andere Ausgestaltungen der Erfindung möglich. So ist es beispielsweise
denkbar, daß der die Fremdenergie darstellende Strom auch durch andere bekannte Energieformen
ersetzt werden kann. Weiterhin ist darauf hinzuweisen, daß das vorbeschriebene Tauchspulensystem
32 nur beispielhaft angeführt ist und durch andere, bekannte Systeme ersetzt werden
kann, die in der Lage sind, die Bewegung des Kolbens in Informationen für die Steuerlogik
44, die ebenfalls nicht zwingend elektrisch sein muß, umzusetzen.
B e z u g s z e i c h e n l i s t e
[0025]
10 Gehäuse 33 Stützglied
11 Bohrung 34 Federanordnung
12 Schließerwelle 35 Stopfen
13 Zahnritzel 36 Gewindemutter
14 Kolben 37 Nase
15 Kolbenkopf 38 Längsnut
16 Kolbenkopf 39 Spindel
17 Steg/Zahnstange 40 Bewegungsgewinde
18 Rückschlagventil 41 Zahnradstufe
19 Überdruckventil 42 Getriebe
20 Druckraum 43 Elektromotor
21 Stufenbohrung 44 Steuerlogik
22 Drosselventil 45 Türkontakt
23 Drosselkegel 46 Druckscheibe
24 Querbohrung 47 Kolbenstange
25 Querbohrung 48 Fortsatzzylinder
26 Querbohrung 49 Spannkolben
27 Stopfen 50 Pumpe
28 Kammer 51 Steuerventil
29 Stößel 52 Kanal
30 Kernbolzen 53 Kanal
31 Ringspule
32 Tauchspulensystem
1.) Selbsttätiger Türschließer mit einer durch eine Federanordnung im Schließsinn
belasteten Schließerwelle, die den verschiebbaren Kolben einer Dämpfungszwecken dienenden,
hydraulischen Kolben-Zylindereinheit führt, deren Druckraum mit dem drucklosen Raum
einerseits über einen eine Drosseleinrichtung aufweisenden Rückführkanal und andererseits
über ein zum Druckraum hin öffnendes Rückschlagventil verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet ,
daß zwischen den Kolben (14) und die Federanordnung (34) ein eigenbewegliches Stützglied
(33) geschaltet ist, das durch Fremdenergie im Sinne einer Federvorspannung in Abhängigkeit
von der Türbetätigung gesteuert antreibbar ist.
2.) Türschließer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützglied (33)
als von der Federanordnung (34) beaufschlagte Gewindemutter (36) ausgebildet ist,
die undrehbar im Zylindergehäuse (10) geführt und von einer ein Bewegungsgewinde (40)
ausweisenden Spindel (39) durchdrungen ist, welche die Federanordnung (34) durchgreift
und im Türschließergehäuse (10) drehbar, aber axial unverschiebbar gelagert ist und
über ein eine Bremse aufweisendes Getriebe (42) mit einem Elektromotor (43) gekuppelt
ist.
3.) Türschließer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützglied (33)
als von der Federanordnung (34) beaufschlagte Druckscheibe (46) ausgebildet ist, die
mit einer die Federanordnung (34) durchsetzenden und im Türschließergehäuse (10) längsverschiebbar
geführten Kolbenstange (47) verbunden ist, die mit einem Spannkolben (49) in einen
vom Hauptzylinder (11) getrennten Fortsatzzylinder (48) eingreift, der in einen über
eine Pumpe (50) von einem Elektromotor (43) gesteuert betriebenen Druckmittelstrom
geschaltet ist.
4.) Türschließer nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bewegung des Stützgliedes (33) von einer durch die Türbetätigung ausgelösten,
elektronischen Steuerlogik (44) gesteuert ist.
5.) Türschließer nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Druckraum (20) vor dem Kolben (14) ein durch Unterdruck betätigbares Tauchspulensystem
(32) zur Erzeugung von Steuerimpulsen für die elektronische Steuerlogik (44) zugeordnet
ist.