[0001] Die Erfindung geht von einer Buchsenleiste nach dem Oberbegriff des Anspruches 1
aus. Derartige Buchsenleisten sind als sogenannte Peritelevisionsverbindungen bekannt.
[0002] Bedingt durch neue Dienste in der Rundfunk- und Fernsehkommunikation, insbesondere
im privaten Bereich, gewinnt die Peritelevision an zunehmender Bedeutung. Man denke
hierbei nur an neue Anwendungen der Videotechnik, wie z.B. Videorecorder, elektronische
Spiele, Videokameras, Videographie, Bildschirmtext, Videotext und vieles andere mehr.
Auch die Einführung von Datenverarbeitungsgeräten im Heimbereich zählt hierzu. Der
private Fernsehempfänger dient in diesen Anwendungsfällen als Sichtgerät. Diese neuen
Dienste bzw. die entsprechenden audiovisuellen Geräte sollen allein oder auch gleichzeitig
betrieben werden können. Außerdem sollen sie für den Laien leicht bedienbar sein.
Es bestand deshalb die Notwendigkeit, für die verschiedenen Geräte des audiovisuellen
Systems eine universelle Verbindung zu schaffen. Diese Verbindung besteht aus einem
Buchsenteil, der am Gerät fest montiert ist, und einem Steckerteil, der sich am Ende
eines flexiblen Kabels befindet. Beide Teile weisen zwei Reihen von je 10 Kontakten
in gegeneinander versetzter Anordnung auf und einen zusätzlichen Kontakt für die Abschirmung.
Diese Abschirmung umgibt den Isolierteil, der die einzelnen Kontakte trägt. Als Kontakte
werden Gabelfedern verwendet. Die Belegung der einzelnen Kontakte ist in einer Norm
festgelegt. Abhängig von der beabsichtigten Anwendung gibt es vier Kabeltypen, wovon
ein Typ alle in der genannten Norm aufgeführten Verbindungen enthält. Ein weiterer
Typ enthält alle Video-Verbindungen außer Audio. Der dritte Typ enthält die Anschlüsse
für Audio*- und Videosignale jedoch ohne RGB beim Farbfernseher. Der letzte Typ umfaßt
schließlich alle Audio-Verbindungen außer Video.
[0003] Aus der DE-OS 24 52 402 ist bereits eine Gabelfeder bekannt, die in einer Kammer
einer Buchsenleiste eingesetzt ist. Sie besitzt als ebenes Stanzteil zwei Anschlußteile
zu beiden Seiten. In der Mitte ist eine U-förmige Kontaktgabel vorhanden, die über
einen Mittelsteg mit einem Streifenteil verbunden ist. An dem Streifenteil schließen
sich beidseitig zwei U-förmige Anschlußfahnen an, deren Enden unten aus dem Gehäuse
der Buchsenleiste herausragen. Mit diesen beiden Anschlußfahnen ist die Gabelfeder
zusammen mit dem Gehäuse in nur eine gedruckte Schaltungsplatte eingelötet.
[0004] Eine Rand-Steckverbindung für gedruckte Schaltungen ist aus der DE-OS 28 51 712 bekannt.
Zur Kontaktierung der Leiterbahnen dient eine U-förmige Kontaktgabel, die über einen
Steg mit zwei Steckanschlüssen für Anschlußdrähte verbunden ist. Die Anschlußdrähte
sind am Ende abisoliert. Gehalten werden die Anschlußdrähte in den Steckanschlüssen
durch als federnde Arme ausgebildete Widerhaken, die in Einsteckrichtung des Anschlußdrahtes
zur Mitte geneigt angordnet sind.
[0005] In der DE-PS 2 104 406 ist ebenfalls eine Steckverbindung zur Verbindung zweier Leiterplatten
mit einer U-förmigen Gabelfeder bschrieben. Ein Gehäuse besitzt mehrere Kammern, in
die jeweils die Gabelfedern eingesetzt sind. Diese Gabelfedern sind aus einem einzigen
Stanzteil hergestellt, das an einer Biegekante so gebogen ist, daß zwei im wesentlichen
symmetrische Kontaktfederteile entstehen. Außerdem ist ein Lappen vorgesehen, der
dazu dient, beide Teile nach dem Zusammenlegen zusammenzuhalten. Dadurch, daß es sich
um eine Steckverbindung zwischen zwei in gleicher Ebene liegenden Leiterplatten handelt,
ist kein Anschlußteil erforderlich.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Buchsenleiste nach der eingangs genannten
Art zu schaffen, die bei gleicher Anzahl der Kontakte mehrere Anschlußmöglichkeiten
mit unterschiedlicher Belegung der Kontakte in mehreren Ebenen gestattet.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichnungsteil des Anspruches
1 angegebenen Merkmale gelöst.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend für zwei Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen
näher erläutert.
[0010] Von den Figuren zeigt
Figur 1 eine perspektivische Vorderansicht einer Buchsenleiste,
Figur 2 eine perspektivische Rückansicht der Buchsenleiste,
Figur 3 eine perspektivische Ansicht zweier in einer Kammer angeordneter Kontaktelemente,
Figur 4 eine im vergrößerten Maßstab dargestellte Kammer einer anderen Buchsenleiste
in Vorderansicht,
Figur 5 in perspektivischer Ansicht schematisch dargestellt zwei Paar nebeneinander
angeordneter Kontaktelemente.
[0011] Figur 1 zeigt in perspektivischer Ansicht eine Buchsenleiste, die aus einem länglichen,
aus Kunststoff hergestellten Isolierstoffkörper 1 besteht. An den beiden Schmalseiten
ist je ein Ansatz 19 angeformt, in dem ein Durchbruch 20 ausgespart ist. An jedem
Ansatz angeformt ist auf der Unterseite eine Haltezunge 18, mit der der Isolierstoffkörper
in eine in den Figuren nicht dargestellte gedruckte Schaltung eingeschnappt und gehalten
werden kann. Mit Hilfe von durch die Durchbrüche gesteckten Schrauben ist der Isolierstoffkörper
zusammen mit der gedruckten Schaltung an einem Gehäusechassis befestigt. An der Vorderseite
ist der Isolierstoffkörper 1 mit einer umlaufenden Vertiefung 21 zur Aufnahme der
metallenen Abschirmung des Steckers versehen. Durch die Vertiefung 21 wird im Isolierstoffkörper
1 ein umlaufender Rand 22 und ein Mittelteil 23 gebildet. In die Vertiefung 21 ist
als Kontaktelement eine Gabelfeder eingesetzt, die die Abschirmung des Steckers mit
Masse verbindet.
[0012] Im Mittelteil 23 sind zwei parallele sich in Längsrichtung des Isolierstoffkörpers
erstreckende, gegeneinander versetzte Reihen von Kammern 2 vorgesehen. In die Kammern
sind Kontaktelemente 3 in der Form von U-förmigen Gabelfedern eingesetzt. Wenn eine
Steckerleiste in die Buchsenleiste eingeführt wird, dann treten die 3,6 mm breiten
Messerstifte der Steckerleiste mit den Gabelfedern in elektrischen Kontakt. In der
einen Reihe sind zehn Kammern angeordnet, während sich in der anderen Reihe ebenfalls
zehn Kammern und der zusätzliche Massekontakt befinden.
[0013] Die Rückseite des Isolierstoffkörpers 1 ist in Figur 2 in perspektivischer Ansicht
dargestellt. Entlang des oberen Längsrandes des Isolierstoffkörpers erstreckt sich
in einer ersten Reihe abwechselnd in einer kammartigen Anordnung Stege 7 und Einschnitte
8. Entlang des unteren Längsrandes befinden sich in einer zweiten Reihe ebenfalls
in einer kammartigen Anordnung Stege 9 und Einschnitte 10. Beide Reihen sind gegeneinander
versetzt, so daß einem Steg 7 der ersten Reihe ein Einschnitt 10 der zweiten Reihe,
bzw. einem Einschnitt 8 der ersten Reihe ein Steg 9 der zweiten Reihe gegenüberliegt.
Die Stege sind bezüglich der Längsränder quer hierzu angeordnet und sie erstrecken
sich, wie aus Figur 2 entnommen werden kann, bis etwa ein Drittel der Breite des Isolierstoffkörpers
1 und zwar bis dahin, wo sich die Austrittsöffnungen der Kontaktelemente aus dem Isolierstoffkörper
befinden.
[0014] Figur 3 zeigt in perspektivischer Ansicht ein Paar in einer Kammer angeordneter Kontaktelemente
3 ohne Isolierstoffkörper. Es handelt sich hierbei um sogenannte Gabelfedern. Sie
bestehen aus einem U-förmigen Kontaktteil 4, an das sich zwei Anschlußteile 5, 24
und eine Anschlußfahne 6 anschließt. Das Kontaktelement 3 ist zwischen dem Kontaktteil
und dem ersten Anschlußteil 5 mit einer Einschnürung versehen, so daß sich eine erste
Sollbiegestelle 11 ergibt. Zwischen dem ersten Anschlußteil 5 und dem zweiten Anschlußteil
24 befindet sich eine weitere Einschnürung, so daß hierdurch eine zweite Sollbiegestelle
12 gebildet wird. Schließlich ist die Anschlußfahne 6 und der zweite Anschlußteil
24 durch eine weitere Einschnürung miteinander verbunden. Dies stellt die Befestigungsstelle
13 dar. Das Kontaktelement kann nun je nach Bedarf an den Sollbiegestellen oder auch
an der Befestigungsstelle in etwa einem rechten Winkel abgebogen werden.
[0015] Um nun die Möglichkeiten der äußeren Beschaltung zu erhöhen, ist erfindungsgemäß
in jeder Kammer ein zweites Kontaktelement angeordnet, das zumindest bezüglich des
Kontaktteils 4 mit dem ersten Kontaktelement deckungsgleich ist. Die Anschlußfahnen
können jedoch verschieden sein, z.B. geeignet für gedruckte Schaltungen, für Drahtanschlüsse
usw.. Die beiden Kontaktelemente einer Kammer sind an unterschiedlichen Sollbiegestellen
umgebogen.
[0016] So ist ein Kontaktelement an der zweiten Sollbiegestelle gebogen und über den Steg
z.B. der ersten Reihe geführt, während das andere Kontaktelement an der ersten Sollbiegestelle
gebogen ist und in dem dem Steg gegenüberliegenden Einschnitt der anderen Reihe liegt.
Beide Anschlußfahnen liegen damit in unterschiedlichen Ebenen und sie ragen auf unterschiedlichen
Seiten aus dem Isolierstoffkörper heraus. Bei den beiden Nachbarkontaktelementen ist
es genau umgekehrt.
[0017] Ist nun eine erste Reihe von Stegen und Einschnitten vorhanden, so ist z.B. ein Kontaktelement
aus der zweiten Kammerreihe an der ersten Sollbiegestelle umgebogen. Das benachbarte
Kontaktelement aus der ersten Kammerreihe ist entlang der Kontur des Steges geführt
und an der zweiten Sollbiegestelle umgebogen. Die Kontaktfahnen beider Kontaktelemente
liegen in verschiedenen Ebenen, wobei das Kontaktelement der ersten Kammerreihe in
dem Einschnitt liegt, während die Anschlußfahne des Kontaktelementes der zweiten Kammerreihe
auf der Höhe der Oberkante des Steges aus dem Isolierstoffkörper herausragt.
[0018] Um die einzelnen Anschlußteile besser und elektrisch sicherer voneinander zu trennen,
sind zwischen den einzelnen Anschlußteilen dünne Rippen 15 an den Isolierstoffkörper
1 angeformt. Diese erstrecken sich zwischen den Stegen und Einschnitten der beiden
Reihen. In Figur 5 ist dies dargestellt.
[0019] Zur Befestigung der Kontaktelemente an dem Isolierstoffkörper sind an den Stegen
und in den Einschnitten längsrandseitig Zungen 14 vorgesehen, die verformbar sind
und mit deren Hilfe die Kontaktelemente an den Befestigungsstellen 13 festgelegt werden.
Die Festlegung erfolgt durch Warmverformung der Zungen z.B. mittels eines Stempels.
[0020] Wie aus Figur 2 zu entnehmen ist, ist an jeden Steg ein Stützzapfen 17 angeformt,
auf dem sich der Anschlußteil abstützt. Die Stützzapfen befinden sich an dem den Zungen
14 gegenüberliegenden Ende der Stege.
[0021] Bei einem ersten Ausführungsbeispiel liegen die beiden Kontaktelemente in den Kammern
so, daß sich beide Kontaktteile berühren. Eine weitere zweite Ausführung sieht gemäß
Figur 4 vor, daß die Kontaktteile durch Querwände 16 voneinander getrennt sind. Wird
der relativ breite Steckerstift eingeführt, so werden beide Kontaktelemente elektrisch
miteinander verbunden. Der Steckerstift hat damit die Funktion einer Kontaktbrücke
übernommen.
Bezugszeichenliste
[0022]
1 Isolierstoffkörper
2 Kammer
3 Kontaktelement
4 Kontaktteil
5 erster Anschlußteil
6 Anschlußfahne
7 Steg in der ersten Reihe
8 Einschnitt in der ersten Reihe
9 Steg in der zweiten Reihe
10 Einschnitt in der zweiten Reihe
11 erste Sollbiegestelle
12 zweite Sollbiegestelle
13 Befestigungsstelle
14 Zunge
15 Rippen
16 Querwand
17 Stützzapfen
18 Haltezunge .
19 Ansatz
20 Durchbruch
21 Vertiefung
22 Rand
23 Mittelteil
24 zweiter Anschlußteil
1. Buchsenleiste zur Aufnahme einer mit Messerkontaktstiften versehenen komplementären
Steckerleiste
- mit einem länglichen Isolierstoffkörper, in dessen in zwei Reihen angeordneten Kammern
sich einstückige Kontaktelemente bestehend aus einem Kontaktteil und einem Anschlußteil
mit aus dem Isolierstoffkörper herausragenden Anschlußfahnen befinden, wobei der Anschlußteil
zwei Sollbiegestellen und eine Befestigungsstelle aufweist,
- mit auf der Rückseite des Isolierstoffkörpers an einem Längsrand angeformten Vielzahl
von in einer Reihe liegenden, bezüglich des Längsrandes querlaufenden Stegen in einer
kammartigen Anordnung von abwechselnd aufeinanderfolgenden Stegen und Einschnitten,
- mit in einer ersten und in einer zweiten Ebene angeordneten Anschlußfahnen, wobei
in der ersten Ebene der Anschlußteil der Kontaktelemente der ersten Kammerreihe an
der ersten Sollbiegestelle abgewinkelt ist und in dem Einschnitt liegt und wobei in
der zweiten Ebene der Anschlußteil der Kontaktelemente der zweiten Kammerreihe an
der zweiten Sollbiegestelle abgewinkelt ist und entlang der Kontur des Steges geführt
ist, dadurch gekennzeichnet,
daß sich an dem gegenüberliegenden Längsrand der Rückseite des Isolierstoffkörpers
(1) eine zweite Reihe von bezüglich des Längsrandes querlaufenden Stegen (9) befindet,
wobei die erste Reihe gegenüber der zweiten Reihe so versetzt ist, daß ein Steg (7)
der ersten Reihe einem Einschnitt (10) der zweiten Reihe und einem Einschnitt (8)
der ersten Reihe ein Steg (9) der zweiten Reihe gegenüberliegen, und
daß in jeder Kammer (2) des Isolierstoffkörpers zwei bezüglich des Kontaktteils (4)
deckungsgleiche Kontaktelemente (3) vorhanden sind.
2. Buchsenleiste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stege (7, 9) sich bis zur Austrittsöffnung der Kontaktelemente (3) aus dem
Isolierstoffgehäuse (1) erstrecken.
3. Buchsenleiste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stege (7, 9) und die Einschnitte (8, 10) randseitig angeformte, verformbare
Zungen (14) zur Festlegung der Kontaktelemente (3) an den Befestigungsstellen (13)
aufweisen.
4. Buchsenleiste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anschlußteile (5) der Kontaktelemente (3) auf der Rückseite des Isolierstoffkörpers
(1) im Zwischenreum zwischen den beiden Stegenreihen durch angeformte Rippen (15)
voneinander getrennt sind.
5. Buchsenleiste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Kontaktteile (4) der in einer Kammer (2) liegenden Kontaktelemente
(3) sich berühren.
6. Buchsenleiste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Kontaktteile (4) der in einer Kammer (2) liegenden Kontaktelemente
(3) durch in die Kammer ragende Querwände (16) voneinander getrennt sind.
7. Buchsenleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kontaktteil (4) des Kontaktelementes (3) U-förmig ausgebildet ist.
8. Buchsenleiste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sollbiegestellen (11, 12) Verjüngungen im Anschlußteil (5, 24) sind.
9. Buchsenleiste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stege (7, 9) mit angeformten, vorstehenden Stützzapfen (17) für die Anschlußteile
(24) der Kontaktelemente (3) versehen sind.