[0001] Die Erfindung betrifft einen Einband für Papierblätter mit einem Einbandrücken und
über Falze daran beidseitig anschließenden Front und Rükkeneinbanddecken, von denen
zumindest die Fronteinbanddecke aus einem an dem Einbandrücken einstückig anschließenden
Frontlappen und einem an der Innenseite des Frontlappens mittels einer Klebstoffschicht
befestigten, transparenten Kunststoffblatt besteht, sowie mit einem auf der Innenseite
des Einbandrückens aufgebrachten Schmelzkleber für die Befestigung der Papierblätter.
[0002] Ein solcher Einband ist in der DE-PS 25 28 225 beschrieben. Dieser Einband weist
einen Einbandrücken auf, der auf seiner Innenseite mit einem Schmelzkleberstreifen
versehen ist. An der einen Längsseite schließt sich über eine Falz eine Rückeneinbanddecke
und an der anderen Längsseite ebenfalls über eine falz - ein frontlappen an. An der
Innenseite des Frontlappens ist eine Fronteinbanddecke aus transparentem Kunststoff
mittels eines Streifens eines druckempfindlichen Haftklebers befestigt, und zwar mit
einem Rand im Abstand von dem Schmelzkleberstreifen.
[0003] Dabei ist unter einem Schmelzkleber ein Klebstoff zu verstehen, der bei Raumtemperatur
fest ist und nicht klebt, jedoch bei Zufuhr von Hitze schmilzt und dabei eine Oberflächenhaftung
entwickelt. Mit dem anschliessenden Erkalten erstarrt der Klebstoff wieder und bewirkt
dann eine feste Haftung zwischen den Flächen, die von ihm benetzt wurden. Die Temperatur,
bei der der Schmelzkleber aufweicht, wird auch Aktivierungstemperatur genannt. Je
nach Zusammensetzung des Schmelzklebersliegen die Aktivierungstemperaturen zwischen
70 und 200°C.
[0004] Unter einem druckempfindlichen Haftkleber sind Klebstoffe zu verstehen, die - auf
eine Fläche aufgetragen - schon bei leichtem Andruck einer anderen Fläche auf jene
eine spontane Haftwirkung entfalten (Ullmann, Enzyklopädie der technischen Chemie,
4. Auflage, Band 14, Seiten 236 und 238).
[0005] Das Einbinden von Papierblättern in einem solchen Einband geschieht dadurch, daß
die Papierblätter zwischen front- und Einbanddecke mit ihren Längskanten auf den Schmelzkleberstreifen
aufgelegt und dann der Einbandrücken mit seiner Außenseite auf eine Heizplatte aufgelegt
wird. Diese Heizplatte erhitzt den Schmelzkleber auf seine Aktivierungstemperatur,
so daß die Längskanten der Papierblätter mit dem dann flüssigen Schmelzkleber benetzt
werden. Nach dem Erkalten sind die Papierblätter fest mit dem Einband verbunden.
[0006] Mit der Ausbildung des Einbandes nach der DE-PS 25 28 225 sollte erreicht werden,
daß das transparente Kunststoffblatt trotz Verwendung eines erst bei höheren Temperaturen
aktivierbaren Kunststoffmaterials während des vorbeschriebenen Einbindevorgangs nicht
beschädigt wird und so billiges Material hierfür verwendet werden kann, das bei direkter
Beaufschlagung mit der Aktivierungstemeratur optisch sichtbare Schäden erleiden würde.
In der DE-PS 25 28 225 wird dies darauf zurückgeführt, daß zwischen innerem Rand des
Kunststoffblattes und dem Schmelzkleberstreifen ein Abstand vorgesehen ist und daß
der Haftkleber als Wärmeisolierung wirkt.
[0007] Nachteilig bei dieser Lösung ist, daß zwei Arten von Klebstoffen vorgehalten und
verarbeitet werden müssen, nämlich einmal ein Schmelzkleber und einmal ein Haftkleber.
Dies kompliziert zum einen die Lagerhaltung. Zum anderen ist das Aufbringen des Haftklebers
und das Verkleben der transparenten Frontdecke sehr arbeitsaufwendig und kompliziert.
Schließlich ist die Haftwirkung dieses Klebstoffs nicht befriedigend.
[0008] Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, bei einem Einband der eingangs
genannten Art eine Befestigung für transparente Kunststoffblätter zu finden, die einfacher
herzustellen ist und eine bessere Haftung hat.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Klebstoffschicht aus einem
Schmelzkleber besteht, dessen Aktivierungstemperatur auf das Material des Kunststoffblattes
bzw. der Kunststoffblätter so abgestimmt ist, daß nach dem Auflegen des Kunststoffblattes
auf den auf Aktivierungstemperatur erhitzten Schmelzkleber noch keine bleibenden,
optisch sichtbaren Veränderungen zurückbleiben.
[0010] Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß transparente Kunststoffblätter - selbst
wenn es sich um billiges Material mit nicht sehr hoher Hitzebeständigkeit handelt
außerordentlich gut mit Schmelzklebern an einem frontund/oder gegebenenfalls auch
Rückenlappen befestigen lassen, ohne daß sichtbare und bleibende Veränderungen eintreten.
Die Aktivierungstemperatur des Schmelzklebers kann dabei -ie sich gezeigt hat - durchaus
erheblich höher sein, als das Kunststoffmaterial bei direkter Wärmeeinwirkung - beispielsweise
durch eine Heizplatte - aushalten kann. Dies mag damit zusammenhängen, daß offenbar
die Wärmeableitung innerhalb des Kunststoffmaterials so gut ist, daß dié kurzfristige
Wärmeeinwirkung nicht schädlich ist. Es kann somit ein Schmelzkleber mit hoher Klebewirkung,
die weit über der von Haftklebern liegt, verwendet werden.
[0011] In der Zeichnung ist die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispiels näher veranschaulicht.
Sie zeigt in stirnseitiger Ansicht einen Einband 1 für das Einbinden von Papierblättern.
[0012] Der Einband 1 besteht im wesentlichen aus einer Fronteinbanddecke 2, einem Einbandrücken
3 und einer Rückeneinbanddecke 4. Die Fronteinbanddecke 2 ist zweiteilig aufgebaut
und besteht aus einem über eine Längsfalz 5 mit dem Einbandrücken 3 verbundenen Frontlappen
6 und einem auf dessen Innenseite befestigten transparenten Kunststoffblatt 7. Die
Befestigung des Frontlappens 6 und des Kunststoffblattes 7 wird durch einen Schmelzkleberstreifen
8 bewirkt.
[0013] Die Rückeneinbanddecke 4 ist einstückig ausgebildet und mit dem Einbandrücken 3 ebenfalls
über eine Längsfalz 9 verbunden. Frontlappen 6, Einbandrücken 3 und Rückeneinbanddecke
4 bestehen dabei aus Karton oder dergleichen.
[0014] Auf der Innenseite des Einbandrückens 3 ist ebenfalls ein Schmelzkleberstreifen 10
aufgebracht. Er ist für die Befestigung der Papierblätter am Einbandrücken 3 vorgesehen.
Hierfür wird der Einband 1 an den Längsfalzen 5, 9 U-förmig gefaltet und werden dann
die papierblätter zwischen den Einbanddecken 2, 4 mit ihren Längskanten auf den Schmelzkleberstreifen
10 gestellt. Mit dem Einbandrücken 3 wird dann der Einband 1 auf eine Heizplatte gelegt,
so daß der Einbandrücken 3 von unten erwärmt wird. Die Wärme durchdringt dabei den
Einbandrücken 3 und aktiviert so den Schmelzkleberstreifen 10. Nach entsprechender
Benetzung der Längskanten der Papierblätter kann der Einband 1 von der Heizplatte
heruntergenommen werden. Nach Erkalten des Schmelzkleberstreifens 10 ist der Einbindevorgang
abgeschlossen.
[0015] Der Schmelzkleberstreifen 8 zur Befestigung des Kunststoffblattes 7 wird in gleicher
Weise wie der Schmelzkleberstreifen 10 auf den FrontlaPPen 6 aufgebracht, indem der
aufgelegte Schmelzkleberstreifen 8 kurzfristig erhitzt wird und hierdurch eine Verbindung
mit dem Frontlappen 6 eingeht. Dies kann in einem Arbeitsgang mit der Aufbringung
des Schmelzkleberstreifens 10 innerhalb einer Maschine erfolgen. In einem weiteren
Arbeitsvorgang wird dann der Schmelzkleberstreifen 8 nochmals kurz erhitzt und dann
sofort das Kunststoffblatt 7 aufgelegt. Das kalte Kunststoffblatt 7 nimmt sofort nach
dem Benetzungsvorgang die Wärme aus dem Schmelzkleberstreifen 8 heraus und läßt ihn
erstarren, so daß der Einband 1 ohne Zeitverlust gehandhabt werden kann.
[0016] Nach einem anderen Verfahren wird Schmelzkleber auf relativ hohe Temperatur, beispielsweise
150°C bis 180°C, erhitzt, so daß er sehr dünnflüssig ist. In diesem Zustand wird er
auf die Innenseite des Frontlappens 6 aufgestrichen, so daß sich dort ein Schmelzkleberstreifen
8 nach dessen Erkalten bildet. Das Kunststoffblatt 7 kann dann nach nochmaliger Erhitzung
des Schmelzkleberstreifens 8 mittels Siegelbacken aufgesiegelt werden, wodurch sich
eine sehr feste Verbindung ohne nach außen sichtbare Beschädigung des Kunststoffblattes
7 ergibt.
[0017] Als Schmelklebstoffe kommen vor allem Ätyhlen-Vinylacetat-Copolymere in Frage, die
zusätzlich noch Kohlenwasserstoffharze beinhalten. Ergänzend kann noch ein Alterungsschutzmittel
zugegeben sein. Erfindungsgemäß ist die Aktivierungstemperatur dieses Schmelzklebers
so eingestellt, daß bei dieser Temperatur keine optisch sichtbaren Veränderungen am
Kunststoffblatt 7 entstehen.
Einband für Papierblätter mit einem Einbandrücken (3) und über Falze (5, 9) daran
beidseitig anschließenden Front- und Rückeneinbanddekken (2,4), von denen zumindest
die Fronteinbanddecke aus einem an dem Einbandrücken (3) einstückig anschließenden
Frontlappen (6) und einem an der Innenseite des Frontlappens mittels einer Klebstoffschicht
befestigten, transparenten Kunststoffblatt besteht, sowie mit einem auf der Innenseite
des Einbandrückens aufgebrachten Schmelzkleber (10) für die Befestigung der Papierblätter,
dadurch gekennzeichnet, daß die Klebstoffschicht (8) aus einem Schmelzkleber besteht,
dessen Aktivierungstemperatur auf das Material des Kunststoffblattes (7) bzw. der
Kunststoffblätter so abgestimmt ist, daß nach dem Auflegen des Kunststoffblattes (7)
auf den auf Aktivierungstemperatur erhitzten Schmelzkleber noch keine bleibenden,
optisch sichtbaren Veränderungen zurückbleiben.
Reliure pour feuilles de papier, comprenant un dos et des plats recto et verso (2,
4) qui s'y raccordent des deux côtés par des plis (5, 9) et dont au moins le plat
recto se compose d'une patte recto (6) raccordée d'un seul tenant au dos de la reliure
et d'une feuille en matière plastique transparente fixée sur la face intérieure de
la patte recto au moyen d'une couche de matière adhésive, et comprenant aussi une
colle à fusion (10) appliquée sur la face intérieure du dos de la reliure pour la
fixation des feuilles de papier, caractérisée par le fait que la couche de matière
adhésive (8) se compose d'une colle à fusion dont la température d'activation est
déterminée, en fonction de la matière de la feuille de matière plastique (7) ou des
feuilles de matière plastique, respectivement, de telle maniére qu'après la pose de
la feuille de matière plastique (7) sur la colle à fusion chauffée à la température
d'activation, il ne reste pas de modifications permanentes optique- ment visibles.
Cover for paper sheets with a spine and, adjoining the same on both sides by means
of folds (5, 9), front and rear covers (2, 4), of which at least the front cover consists
of a front tab (6), which integrally adjoins the spine, and of a transparent plastic
sheet, which is fastened to the inside of the front tab by means of an adhesive layer,
and with a thermoplastic adhesive (10) [sic], which is applied to the inside of the
spine, for fastening the paper sheets, characterized in that the adhesive layer (8)
consists of a thermoplastic adhesive, the activation temperature of which is matched
to the material of the plastic sheet (7) or of the plastic- sheets in such a manner
that after the plastic sheet (7) has been placed on the thermoplastic adhesive, which
has been heated to activation temperature, no lasting optically visible changes remain.