[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein schimmelpilzresistentes Hüllenmaterial auf Basis
von Cellulose, auf ein Verfahren zu seiner Herstellung und die Verwendung von Glycerinmonolaurat.
[0002] Es ist bekannt, Nahrungsmittelhüllen, insbesondere geraffte Wursthüllen, sögenannte
Raupen, aus Cellulose vor ihrer Verarbeitung mit hohem Feuchtigkeitsgehalt aufzubewahren.
Der Feuchtigkeitsgehalt beträgt gewöhnlich mehr als 20 Gew.-X, bezogen auf die Hülle,
und ermöglicht die Verarbeitung-dieser Hüllen ohne vorheriges Wässern. Bei der Lagerung
dieser Hüllen vor ihrer Verarbeitung wird aber unter diesen Bedingungen nachteiligerweise
das Wachstum von unerwünschten Schimmelpilzen und anderen Mikroorganismen auf der
Cellulosehülle stark beschleunigt.
[0003] Die Gefahr unerwünschter Schimmelbildung auf der Hüllenoberfläche besteht aber auch
noch dann, wenn die bestimmungsgemäß mit Nahrungsmittel gefüllte Hülle gelagert wird.
[0004] Trocken-, Dauer- und Rohwürste werden häufig nach dem Naturreife-Verfahren hergestellt.
Bei diesem Verfahren werden die Würste nach dem Räuchern zur Haltbarmachung längere
Zeit an der Luft getrocknet, wobei aus der Wurstmasse durch die Hüllenwand nach außen
Wasserdampf austritt. Infolge der hohen Feuchtigkeit auf der Hüllenaußenseite kommt
es auch in diesem Fall bei schlechter Durchlüftung zu unerwünschter Schimmelbildung.
[0005] Andere Wurstsorten wie z.B. Leberwursttypen werden häufig in Kunststoffbeutel verpackt.
Auch hier kann ein unerwünschtes Schimmelwachstum zum Verderben der Wurst führen.
[0006] Zur Verhinderung des Schimmelpilzwachstums auf Cellulosehüllen wurden als fungicide
Mittel beispielsweise Ascorbinsäure und Sorbinsäure sowie ihre Salze beschrieben,
wobei das Hüllenmaterial mit wäßrigen Lösungen dieser Substanzen getränkt wird (US-A-2,979,410).
Diese bekannten Mittel sind aber für Hüllen, die bei ihrer Verarbeitung gewässert
oder gekocht werden müssen, weniger gut geeignet, denn sie lösen sich in Wasser und
werden dadurch quantitativ vom Hüllenmaterial abgelöst. Außerdem besteht Gefahr, daß
die Substanzen eine nicht erlaubte, konservierende Wirkung auf das verpackte Lebensmittel
ausüben. Auch aus lebensmittelrechtlichen Gründen ist eine Reihe von fungiciden Verbindungen
in Verpackungsmaterial für Lebensmittel nicht zugelassen.
[0007] Darüber hinaus ist die antimikrobielle Wirkung von Glycerinmonolaurat seit langem
bekannt. Diese Verbindung soll nach der US-A-4,002,775 in der Medizin, bei der Herstellung
von Arzneimitteln und Kosmetika sowie zur Haltbarmachung von Lebensmitteln eingesetzt
werden. Obwohl auch das Problem des Schimmelbefalls bei Wursthüllen seit langem bekannt
ist und nach einer Problemlösung intensiv gesucht wurde, was eine Vielzahl von Veröffentlichungen
beweist, ist diese Verbindung bisher unbeachtet geblieben.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Hüllenmaterial
auf Basis von Cellulose anzugeben, das als Wursthülle geeignet ist und praktisch keine
Neigung mehr hat, während der Lagerung im feuchten Zustand mit unerwünschten Schimmelpilzen
und anderen Mikroorganismen befallen zu werden. Es soll ein fungicides Mittel gefunden
werden, das leicht zugänglich ist, verfahrenstechnisch einfach angewendet werden kann,
lebensmittelrechtlich unbedenklich ist und eine fungicide Langzeitwirkung besitzt.
Das fungicide Mittel soll für Wursthüllen besonders geeignet sein und sich bei der
Wurstherstellung, wenn die Hülle gewässert, gebrüht oder gekocht wird, nicht oder
nur geringfügig ablösen, so daß auch die verarbeitete Wursthülle beim Lagern der Wurst
noch eine ausreichende Menge an fungicidem Mittel enthält und beim Reifen der Wurst
ebenfalls kein unerwünschter Schimmelpilzbefall auftritt.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch das im Anspruch 1 genannte Hüllenmaterial, durch
dessen Verwendung als Nahrungsmittelverpackung (Anspruch 8), insbesondere Wursthülle,
und durch das Verfahren nach Anspruch 9. Sie wird ferner gelöst durch die Verwendung
von Glycerinmonolaurat (Anspruch 13):

R =-(CH
2)
10-CH
3
[0010] Es liegt in der stabileren α-Form (I) und (II) als Racemat (±)-0
1-Lauroylglycerin, z.T. auch in der ß-Form (III) vor.
[0011] Überraschenderweise zeigt diese Substanz auf feuchten Wursthüllen auf Basis von Cellulose
ausgezeichnete fungicide Wirkung, wobei nicht untersucht wurde, ob eine oder beide
optischen Antipoden (I) und (II) für die fungicide Wirkung verantwortlich sind. Wahrscheinlich
werden durch das Glycerinmonolaurat spezifische Enzyme des Pilzstoffwechsels blockiert.
Der Wirkstoff läßt sich problemlos in emulgierter Form auf das Cellulosematerial aufbringen
und ist durch Wasser kaum ablösbar.
[0012] Das Hüllenmaterial enthält das fungicide Mittel vorzugsweise auf der Oberfläche,
welche vom zu verpackenden Lebensmittel abgewandt ist, d.h. bei schlauchförmigen Hüllen
auf der Außenseite. Das Hüllenmaterial besteht aus Cellulose und wird nach bekannten
Verfahren, insbesondere aus Viskose, hergestellt.
[0013] Viskose ist eine alkalische Lösung von Natrium-Cellulosexanthogenat und wird üblicherweise
hergestellt durch Umsetzung der aus Cellulose und Natriumhydroxidlösung erhaltenen
Alkalicellulose mit Schwefelkohlenstoff in alkalischem Medium. Nach der Reifung wird
die Viskose auf einem schlauch- oder bahnförmigen Faserkörper, z.B. einem Papier,
aufgebracht oder schlauch- oder bahnförmig ohne Faserverstärkung extrudiert. Danach
wird die Viskose versponnen, d.h. koaguliert. Das Spinnbad enthält beispielsweise
Schwefelsäure, Natriumsulfat und/oder Ammoniumsulfat.
[0014] In weiteren Stufen wird das, gegebenenfalls faserverstärkte, bahnförmige oder schlauchförmige
Produkt in saurem Medium zu Cellulosehydrat in Gelform regeneriert, mit Wasser gewaschen
und mit Weichmacher behandelt. Gegebenenfalls nach einer Beschichtung mit Verankerungsmittel
und einem filmbildenden Polymeren wird die Cellulose unter Bildung von regenerierter
Cellulose bis zu einem Wassergehalt von 5 bis 15 Gew.-% getrocknet. Zur Herstellung
von Schläuchen aus der bahnförmigen Cellulose ist eine Klebstoffschicht erforderlich
(EP-A-0 058 240).
[0015] Das fungicide Mittel wird in emulgierter Form auf das koagulierte oder regenerierte,
bahnförmige oder schlauchförmige Cellulosehydrat-Gel oder nach dem Trocknen auf die
regenerierte Cellulose aufgebracht, wobei man zweckmäßig gleichzeitig einen Weichmacher
für die Cellulose, z.B. ein Polyol wie Glycerin, in die Emulsion einarbeitet. Der
Auftrag erfolgt mit an sich üblichen Vorrichtungen, z.B. mit Düsen, Walzen, Rakel
oder Beschichtungsbad.
[0016] Glycerinmonolaurat läßt sich vorzugsweise in der Schmelze unter Zusatz von Emulgatoren
in eine stabile homogene Emulsion überführen. Wie sich gezeigt hat, ist hierbei die
Auswahl des Emulgators von Bedeutung, um eine optimale fungicide Wirkung zu erreichen.
Geeignete Emulgatoren sind Salze von Fettsäuren, insbesondere Alkalisalze von Fettsäuren
mit 10 bis 20 C-Atomen, wie Natriumlaurat, -stearat, -oleat und -palmitat sowie Alkalisalze
von Alkyl-, Aryl- und Alkylarylsulfonaten, in denen die Alkylgruppe vorzugsweise unverzweigt
ist und 3 bis 13 C-Atome besitzt und die Arylgruppe ein Benzol- oder Naphthalinsystem
ist. Hingegen setzen äthoxylierte Sorbitanester und Alkyl-, Aryl- und Alkylarylsulfate
die fungicide Wirkung von Glycerinmonolaurat herab. Der Emulgator wird in einer Menge
von 2 bis 12, vorzugsweise 3 bis 10 Gew.%, bezogen auf Glycerinmonolaurat, angewandt.
[0017] Eine gute fungicide Wirkung ist gewährleistet, wenn die Menge an Glycerinmonolaurat
auf dem Hüllenmaterial, insbesondere auf der äußeren Oberfläche der Wursthülle, wenigstens
50 mg/m
2 beträgt. Nach oben ist die Auftragsmenge praktisch frei wählbar, wobei allerdings
ein Flächengewicht von etwa 1000 mg/m
2 nur in extremen Fällen erforderlich ist und Werte von etwa 300 mg/m
2 normalerweise die Höchstgrenze darstellen, die zur fungiciden Wirkung notwendig sind.
In den meisten Fällen wird ein Flächengewicht von 80 bis 200 mg/m
2 des Glycerinmonolaurats verwendet.
[0018] Die Auftragsmenge an Glycerinmonolaurat läßt sich auf übliche Weise, z.B. über die
Konzentration der angewandten Emulsion steuern. Der anzuwendende Konzentrationsbereich
von Glycerinmonolaurat richtet sich nach dem Zustand des Substrates, nämlich ob die
Präparation auf das noch nicht getrocknete Cellulosehydrat in Gelform oder auf der
getrockneten regenerierten Cellulose vorgenommen wird. Wird die Emulsion auf das noch
nicht getrocknete, gelförmige Cellulosematerial aufgebracht, so ist eine Konzentration
zwischen 1 und 3,5, vorzugsweise zwischen 1,5 und 2 Gew.-% an Glycerinmonolaurat zu
wählen; für das getrocknete Material (Wassergehalt kleiner als 15 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht) ist der Konzentrationsbereich für das Glycerinmonolaurat zu
reduzieren auf 0,5 bis 2,5, vorzugsweise 0,8 bis 1,5 Gew.-%. Im letzteren Fall wird
nach dem Emulsionsauftrag das Cellulosematerial gegebenenfalls erneut getrocknet.
Die genannten Werte für das Glycerinmonolaurat beziehen sich auf die gesamte Gewichtsmenge
der Emulsion.
[0019] Bei den an sich üblichen Trockenbedingungen, bei denen die Celluloseoberfläche eine
Temperatur von 80 bis 120°C erreicht, wird das Glycerinmonolaurat fest an die Oberfläche
gebunden. Es kann dann auch durch längeres Kochen in Wasser nur teilweise abgelöst
werden. Auf der Oberfläche der Cellulose bleibt nach dem Kochen noch soviel Glycerinmonolaurat
zurück, daß eine ausreichende fungicide Wirkung garantiert ist. Die feste Haftung
des Glycerinmönolaurats an der Celluloseoberfläche ist nicht nur zurückzuführen auf
die geringe Löslichkeit in Wasser, sondern dürfte vor allem durch die Ausbildung von
H-Brückenbindungen zwischen den beiden freien OH-Gruppen des Glycerinmonoesters und
den Cellulose-OH-Gruppen bedingt sein, die sicherlich durch den Übergang des Glycerinmonolaurats
von seiner ß-Form (III) in seine stabilere α-Form (I) bzw. (II) bei Temperaturen oberhalb
seines Schmelzpunkts begünstigt wird.
[0020] Nach halbstündigem Kochen in Wasser werden auf der Oberfläche des Hüllenmaterials
von ursprünglich 120 bis 180 mg/m
2 noch 80 bis 150 mg/m
2 Glycerinmonolaurat und nach vierstündigem Behandeln in 80°C heißem Wasser noch 50
bis 110 mg/m
2 gefunden. Diese Mengen reichen aus, um Schimmelwachstum z.B. bei Brüh- und Kochwürsten
zu verhindern. Unter Brühwurst sind beispielsweise zu verstehen Jagdwurst, Bierschinken,
Fleischwurst, Mortadella, Lyoner oder Gelbwurst. Zu den Kochwürsten zählen sowohl
Leberwurstsorten, die eine gasundurchlässige Hülle erfordern, als auch Blutwürstsorten,
deren Hülle rauchdurchlässig sein muß.
[0021] Nach Beimpfen der mit Glycerinmonolaurat behandelten Proben aus Cellulose mit verschiedenen
Schimmelsporen (z.B. Aspergillus niger, Chaetomium globosum, Penicillium chrysogenum
u.a.) zum Nachweis der fungiciden Wirkung von Glycerinmonolaurat sinkt die Keimzahl
bei 14- tägiger Lagerung bei 70 bis 75 % rel. Feuchtigkeit und 20
*C von 10
6 auf 10
3. Eine konservierende Wirkung auf das vom Hüllenmaterial umgebene Lebensmittel übt
Glycerinmonolaurat hingegen nicht aus, so daß diese Präparation der Empfehlung XXXVI,
B VIII des deutschen Lebensmittelgesetzes genügt.
[0022] Es ist auch möglich, neben Glycerinmonolaurat zusätzlich andere Mittel mit antimikrobiellem
Spektrum zu verwenden, insbesondere mit bactericider und/oder fungicider Wirkung,
wie z.B. die aus der US-A-3,617,312 und DE-A-32 40 847 bekannten Gemische bzw. Reaktionsprodukte
aus wasserunlöslichem Harz und Salzen organischer Säuren.
[0023] Wird das Hüllenmaterial als Wursthülle eingesetzt, so kann es als Schlauchabschnitt
oder als Raupe mit Wurstmasse gefüllt werden.
[0024] Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele näher erläutert:
Beispiel 1
[0025] Ein auf seiner Außenseite mit Viskose versehener Faserschlauch (Durchmesser 58 mm)
wird nach dem Durchlaufen von Koagulations- und Fällflüssigkeit und vor dem Trocknereingang
zur Außenbeschichtung durch eine Tränkwanne gefahren, die eine Lösung folgender Zusammensetzung
enthält:
15 g/1 Glycerinmonolaurat verschmolzen mit 0,75 g Natriumlaurat als Emulgator 100
ml/l Glycerin 900 ml/l Wasser
[0026] In das Innere des Schlauches aus Cellulosehydrat-Gel wird eine Lösung eingefüllt,
die ein übliches Mittel zur Verbesserung der Haftung zwischen Hülle und Wurstmasse
enthält.
[0027] Der Schlauch wird dann wie üblich getrocknet und auf einen Wassergehalt von 8 bis
10 Gew.-% befeuchtet.
[0028] Die Auftragsmenge auf der äußeren Oberfläche beträgt 110 mg/m
2 Glycerinmonolaurat, gravimetrisch bestimmt nach Ablösen mit Methylenchlorid. Der
einseitig abgebundene Schlauch wird zur Verwendung als Wursthülle mit Wurstbrät vom
Salami-Typ gefüllt und die Würste zum Nachweis der fungiciden Wirkung von Glycerinmonolaurat
anschließend auf ihrer äußeren Oberfläche mit Schimmelpilzen beimpft; nach 6-wöchiger
Reifezeit ist noch kein Wachstum dieser unerwünschten Schimmelpilze festzustellen.
Beispiel 2
[0029] Ein zu einem Schlauch gebogenes Faserpapier wird innen und außen mit Viskose versehen
und die Viskose koaguliert und regeneriert. Der erhaltene Cellulosehydratschlauch
(Durchmesser 60 mm) wird zur Außenbeschichtung im Gelzustand vor dem Trocknereingang.durch
eine Lösung folgender Zusammensetzung gefahren:
18 g/l Glycerinmonolaurat/Emulgator (Beispiel 1) 100 ml/l Glycerin
900 ml/l Wasser
[0030] In das Schlauchinnere wird eine Lösung eingefüllt, die ein übliches haftvermittelndes
Harz enthält. Der Schlauch wird im aufgeblasenem Zustand getrocknet und danach auf
seiner Innenseite mit PVDC-Dispersion beschichtet, aus der nach erneutem Trocknen
ein gasundurchlässiger geschlossener Film entsteht.
[0031] Die Auftragsmenge auf der äußeren Oberfläche beträgt 140 mg/m
2 Glycerinmonölaurat.
[0032] In einseitig abgebundene Schlauchabschnitte wird zur Verwendung als Wursthüllen Leberwurstbrät
gefüllt. Die Würste werden zum Nachweis der fungiciden Wirkung von Glycerinmonolaurat
mit Schimmelsporen beimpft, in einen Polyäthylen-Beutel verpackt und unter üblichen
Bedingungen gelagert. Nach einer Lagerdauer von 6 Wochen ist noch kein Schimmelbefall
der Wursthülle feststellbar.
Beispiel 3
[0033] Ein mit Faserpapiereinlage verstärkter Schlauch aus regenerierter Cellulose, Wassergehalt
8 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Schlauchs, (Durchmesser 60 mm), der auf
seiner Innenseite einen gasdichten, geschlossenen Film aus PVDC aufweist, wird zur
Außenbeschichtung durch eine Lösung folgender Zusammensetzung gefahren:
12 g/1 Glycerinmonolaurat/Emulgator (Beispiel 1) 100 ml/l Glycerin
900 ml/l Wasser
[0034] Danach wird der Schlauch erneut getrocknet. Die Auftragsmenge beträgt 180 mg/m
2 Glycerinmonolaurat.
[0035] In die einseitig abgebundenen Schlauchhüllenabschnitte wird zur Verwendung als Wursthülle
Brühwurstbrät gefüllt. Die Würste werden zum Nachweis der fungiciden Wirkung von Glycerinmonolaurat
mit Schimmelsporen beimpft und unter üblichen Bedingungen gelagert; es setzt kein
Schimmelwachstum ein.
Beispiel 4
[0036] Der Cellulosehydratschlauch im Gelzustand des Beispiels 2 wird vor dem Einlauf in
den Trockner durch eine Tränkwanne gefahren, die eine Lösung enthält, die wie folgt
hergestellt wird:
In 713,5 ml Wasser werden
120 ml Epichlorhydrin-Polyaminpolyamid-Harz, 20 gew.-%ige Lösung (®Resamin HW 601,
Herst. Cassella)
15 g Kaliumsorbat und
100 ml Glycerin eingerührt.
[0037] Diese Lösung wird dann unter starkem Rühren mit 66,5 ml einer Emulsion gemischt,
die 15 g Glycerinmonolaurat/ Emulgator (Beispiel 1) enthält.
[0038] Ins Schlauchinnere wird eine Lösung eingefüllt, die übliches Mittel zur Verbesserung
der Haftung zwischen Hülle und Wurstmasse enthält. Der Schlauch wird dann im aufgeblasenen
Zustand getrocknet, anschließend auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 24 bis 26 % mit
Wasser besprüht und zu Raupen gerafft. Beim Trocknen wird das Epichlorhydrin-Polyaminpolyamid-Harz
gehärtet und geht in seine wasserunlösliche Form über. Die feuchte Raupe wird in wasserdampfdichte
Folienbeutel dicht verpackt und ca. 1 Monat gelagert. Es ist kein Befall mit Schimmelpilzen
zu beobachten.
[0039] In diese Raupen wird dann Wurstbrät vom Typ der Edelsalami gefüllt. Die fertigen
Würste werden mit Schimmelsporen beimpft, um die fungicide Wirkung von Glycerinmonolaurat
nachzuweisen, und unter üblichen Bedingungen gelagert. Auch nach einer Lagerdauer
von 6 Wochen ist noch kein Wachstum unerwünschter Schimmelpilze zu beobachten.
[0040] Das Hüllenmaterial der Erfindung zeigt den Vorteil, daß die fungicide Wirkung über
lange Zeiträume erhalten bleibt, auch wenn das Material intensiv mit Wasser in Berührung
kommt. Eine konservierende Wirkung des fungiciden Mittels auf das mit dem Hüllenmaterial
verpackte Lebensmittel ist dagegen nicht feststellbar. Ebenso ist eine negative Beeinflussung
der physikalischen Eigenschaften des Hüllenmaterials durch das fungicide Mittel nicht
nachweisbar. Es bestehen auch keine Bedenken, daß das fungicide Mittel vom Menschen
zusammen mit dem Nahrungsmittel aufgenommen wird. Glycerinmonolaurat ist zudem eine
leicht zugängliche Verbindung und im Handel erhältlich. Es läßt sich durch einfache
Verfahrensmaßnahmen auf das Hüllenmaterial applizieren.
[0041] Von besonderem Interesse ist das fungicide Mittel für die Anwendung bei Wursthüllen
mit wasserdampf- und gasundurchlässiger Schicht, die für Würste vom Brühwurst-Typ
und Kochwurst-Typ vorgesehen sind, bei Wursthüllen für Würste, die geräuchert werden,
und bei Wursthüllen, die vor ihrer Verarbeitung in feuchtem Zustand (Wassergehalt
über 20 Gew.-%) gelagert werden.
1. Schimmelpilzresistentes, schlauch- oder bahnförmiges Hüllenmaterial auf Basis von
Cellulose, gekennzeichnet durch einen fungiciden Gehalt an Glycerinmonolaurat.
2. Hüllenmaterial nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Alkalisalzen
von Fettsäuren, Alkyl-, Aryl- und/oder Alkylarylsulfonate als Emulgator für das Glycerinmonolaurat,
insbesondere in einer Menge von 2 bis 12, vorzugsweise 3 bis 10 Gew.-%, bezogen auf
Glycerinmonolaurat.
3. Hüllenmaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es aus regenerierter
Cellulose oder aus faserverstärkter regenerierter Cellulose besteht.
4. Hüllenmaterial nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine wasserdampfundurchlässige
Schicht auf wenigstens einer Oberfläche.
5. Hüllenmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es
als schlauchförmige Wursthülle auf seiner äußeren Oberfläche den fungiciden Gehalt
an Glycerinmonolaurat und gegebenenfalls eine wasserdampfundurchlässige Schicht auf
der Innenseite aufweist.
6. Hüllenmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß es
einen Wassergehalt von über 20 Gew.-%, bezogen auf die Hülle, aufweist.
7. Hüllenmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch einen Gehalt
von wenigstens 50 mg Glycerinmonolaurat pro m2 Fläche des Hüllenmaterials.
8. Nahrungsmittelverpackung, vorzugsweise Wursthülle, insbesondere geraffte Wursthülle,
aus dem Hüllenmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 7.
9. Verfahren zur Herstellung eines Hüllenmaterials nach einem der Ansprüche 1 bis
7, bei dem man Viskose bahnförmig oder schlauchförmig, gegebenenfalls auf einem Faserkörper,
extrudiert, sie koaguliert und zu Cellulosehydrat in Gelform regeneriert und danach
zur regenerierten Cellulose trocknet, dadurch gekennzeichnet, daß man bahnförmiges
oder schlauchförmiges, gegebenenfalls faserverstärktes, Cellülosehydrat vor dem Trocknen
in Gelform oder die regenerierte Cellulose nach dem Trocknen auf wenigstens einer
Oberfläche mit einer homogenen Emulsion von Glycerinmonolaurat beaufschlagt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem man Cellulosehydrat in Gelform mit einer Emulsion
beaufschlagt, die 1 bis 3,5, insbesondere 1,5 bis 2 Gew.-% Glycerinmonolaurat umfaßt.
11. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem man die getrocknete regenerierte Cellulose
(Wassergehalt kleiner als 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht) mit einer Emulsion
beaufschlagt, die 0,5 bis 2,5, insbesondere 0,8 bis 1,5 Gew.-% Glycerinmonolaurat
umfaßt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, gekennzeichnet durch das Beaufschlagen
der äußeren Oberfläche eines schlauchförmigen Körpers aus Cellulose mit Glycerinmonolaurat.
13. Verwendung von Glycerinmonolaurat als fungicides Mittel bei Wursthüllen auf Basis
von Cellulose, insbesondere bei gerafften Wursthüllen mit einem Feuchtigkeitsgehalt
größer als 20 Gew.-%, bezogen auf die Wursthülle.