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EP 0 141 350 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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07.09.1988 Patentblatt 1988/36 |
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Anmeldetag: 18.10.1984 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)4: B22F 3/04 |
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Verfahren zur Herstellung pulvermetallurgischer Gegenstände
Method of preparing work pieces from metal powder
Procédé de fabrication d'objets à partir de poudre métallique
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT SE |
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Priorität: |
21.10.1983 DE 3338369
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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15.05.1985 Patentblatt 1985/20 |
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Patentinhaber: Nyby Uddeholm Powder AB |
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S-644 00 Torshälla (SE) |
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Erfinder: |
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- Aslund, Christer
S-64400 Torshälla (SE)
- Tornberg, Claes
S-64400 Torshälla (SE)
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Vertreter: Popp, Eugen, Dr. et al |
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MEISSNER, BOLTE & PARTNER
Widenmayerstrasse 48 80538 München 80538 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
FR-A- 1 282 645 US-A- 2 932 882 US-A- 4 077 109
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FR-A- 2 310 825 US-A- 3 551 946
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Rohren bei dem Pulver aus
Metall und/oder Metall-Legierungen in eine dünnwandige Kapsel eingefüllt, die Kapsel
anschließend verschlossen und einem kaltisostatischen Druck ausgesetzt wird, wodurch
eine Verdichtung des Pulvers innerhalb des Kapsel erfolgt unter Ausbildung eines formbeständigen
Rohr-Rohlings, wobei der Außenmantel der Kapsel mindestens eine sich in Rohrlängsrichtung
erstreckende, etwa geradlinige Schweißnaht aufweist.
[0002] Die sich in Rohrlängsrichtung erstreckende Schweißnaht stellt bei der Herstellung
des Rohr-Rohlings einen äußerst kritischen Bereich dar. Versuche haben gezeigt, daß
längs der Schweißnaht in unmittelbarer Nähe derselben beim Aufbringen des kaltisostatischen
Drucks, d. h. bei der kaltisostatischen Verpressung, eine sich in das Kapselinnere
ausdehenede Längsfalte entsteht. Der Rohr-Rohling muß in einem solchen Fall als Ausschuß
ausgesondert werden. Die dadurch entstehenden Verluste an Maschinenzeit und Material
sind augenscheinlich.
[0003] Der US-A-2 932 882 kann ein Verfahren zur Beschichtung eines Metallkörpers mit einer
. Schicht aus besonders korrosionsbeständigem Material entnommen werden, wobei zu
diesem Zweck der Metallkörper, der pulvermetallurgisch hergestellt sein kann, innerhalb
einer deformierbaren Hülse aus korrosionsbeständigem Material angeordnet und diese
Anordnung innerhalb eines Behälters aus elastisch dehnbarem Material, insbesondere
innerhalb eines Gummibeutels, plaziert wird, um dann auf die gesamte Einheit Druck
auszuüben in der Größenordnung von 1.000 bis 60.000 psi. (6,9-413 N/mm2). Dadurch
soll eine enge Verbindung zwischen dem Metallkörper und der deformierbaren Hülse aus
korrosionsbeständigem Material unter entsprechender Verformung derselben erzielt werden.
Einen Hinweis zur Lösung des oben dargestellten Problems vermittelt die US-A-2 932
882 nicht.
[0004] Das gleiche gilt für den aus der US-A-3 551 946 bekannten Stand der Technik. Dort
ist eine Kompressionsbehälter beschrieben bestehend aus einer Papphülse, Pappdecke
und Pappboden, die durch eine Gummihülse, Gummi-Deckelhaube und Gummi-Bodenhaube zusammengehalten
sind, wobei die gesamte Anordnung innerhalb eines äußeren, evakuierbaren Gummibehälters
plaziert ist unter Einschluß einer mit Metallpartikel gefüllten Kapsel, deren Boden
und Deckel jeweils lose angeordnet sind. Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe
zugrunde, bei der Herstellung eines Rohr-Rohlings nach dem eingangs genannten Verfahren
die erwähnte Faltenbildung während der isostatischen Verpressung im Bereich der Schweißnaht
zu vermeiden.
[0005] Diese Aufgabe wird in überraschend einfacher Weise dadurch gelöst, daß vor dem Aufbringen
des kaltisostatischen Drucks der Außenmantel der Kapsel mit einer elastisch dehnbaren
Schicht versehen wird derart, daß auf die Mantelfläche eine etwa gleichmäßige Vorspannung
aufgebracht wird, wobei die Dicke der elastisch dehnbaren Schicht etwa der ein - bis
zweifachen Wandstärke des Kapselmantels entspricht.
[0006] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0007] Als besonders vorteilhaft hat sich das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung
von langgestreckten Rohren herausgestellt.
[0008] Durch die erfindungsgemäße Maßnahme, die die Schweißnaht umfassende Mantelfläche
mit einer elastisch dehnbaren Schicht aus Hartgummi oder ähnlichem Material zu versehen
derart, daß diese Fläche mit einer etwa gleichmäßigen Vorspannung beaufschlagt wird,
wird eine etwa gleichförmige Druckverteilung über den gesamten Umfang des Kapselmantels
erzielt. Auf diese Weise wird überraschend eine Faltenbildung längs der Schweißnaht
beim Aufbringen des kaltisostatischen Drucks sicher vermieden. Es ist. natürlich wesentliche
Voraussetzung für die Funktion der elastisch dehnbaren Schicht daß diese dicht an
der Außenfläche des Kapselmantels anliegt und vorzugsweise einen etwa gleichmaßigen
Flächendruck ausübt.
[0009] Die elastisch dehnbare Schicht kann auf die Außenfläche des Kapselmantels gezogen
bzw. gestülpt werden. Die Fixierung der elastisch dehnbaren Schicht erfolgt mittels
Schlauchschellen oder Klebestreifen im Bereich der stirnseitigen Enden der Kapsel.
[0010] Eine besonders einfache Lösung stellt die Verwendung einer Hülse aus elastisch dehnbarem
Material dar, die etwa dieselbe Länge wie die Kapsel und einen inneren Durchmesser
aufweist, der etwas geringer ist als der Außendurchmesser der Kapsel. Diese Hülse
wird vor Aufbringen des kaltisostatischen Drucks über den Außenmantel der Kapsel gezogen.
Aufgrund der erwähnten Durchmesserverhäftnisse ist ein dichtes Anliegen nach dem Aufziehen
auf den Außenmantel der Kapsel gewährleistet. Es ist ferner sichergestellt, daß die
derart ausgebildete elastisch dehnbare Schicht auf die Mantelfläche einen etwa gleichmäßigen
Flächendruck ausübt.
[0011] Vorzugsweise sind die stirnseitigen Enden der elastisch dehnbaren und druckverteilenden
Schicht etwas stärker ausgebildet, um auf diese Weise die zusätzliche stirnseitige
Druckbeaufschlagung der Kapsel zu kompensieren.
[0012] Nachstehend wird das erfindungsgemäße Verfahren anhand eines Ausführungsbeispieles,
das in der anliegenden Zeichnung schematisch dargestellt ist, nochmals erläutert.
Es zeigen :
Figur 1 eine rohrförmige und mit Metallpulver gefüllte Kapsel, die nach dem herkömmlichen
Verfahren verpresst ist, im Längsschnitt,
Figur 2 die Kapsel nach Figur 1 im Querschnitt,
Figur 3 eine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren verpresste Kapsel im Längsschnitt,
und
Figur 4 die Kapsel nach Figur 3 im Querschnitt.
[0013] Die rohrförmige Kapsel 10 nach den Figuren 1 und 2 ist mit vorzugsweise sphärischem
Pulver 13 aus Metall und/oder Metallegierungen gefüllt und allseitig geschlossen.
Der innere Rohrmantel 11 ist einstückig ausgebildet, während der äußere Rohrmantel
12 aus einem zu einer zylindrischen Hülse gebogenen dünnwandigen Blechzuschnitt besteht,
dessen aneinanderstoßende Längskanten mittels einer etwa geradlinigen, sich in Kapsellängsrichtung
erstreckenden Schweißnaht 14 miteinander verbunden sind. Beim Aufbringen eines kaltisostatischen
Drucks zum Zwecke der Verpressung des Metallpulvers innerhalb der Kapsel 10 zu einem
insgesamt festen bzw. formbeständigen Gegenstand (Rohrabschnitt) besteht die Gefahr,
daß sich in unmittelbarer Nähe der Verbindungschweißnaht 14 eine sich in das Kapselinnere
ertreckende Längsfalte bildet, die selbstverständlich unerwünscht ist. Der verpresste
Gegenstand muß in einem solchen Fall als Ausschuß ausgesondert werden. Die Längsfalte
entsteht offensichtlich durch eine Art Kerbwirkung der Schweißnaht 14.
[0014] Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß die Gefahr einer Faltenbildung im Bereich
der Schweißnaht 14 sicher dadurch vermieden werden kann, daß die die Schweißnaht umfassende
Mantelfläche (äußerer Rohrmantel 12) mit einer elastisch dehnbaren Schicht 15, z.
B. in Form einer Hülse aus elastisch dehnbarem Material, wie Hartgummi, Kautschuk,
oder dergleichen, umgeben wird (Figuren 3 und 4). Bei der Ausführungsform nach den
Figuren 3 und 4 weist die über den Außenmantel 12 gezogene Hülse 15 aus elastisch
dehnbarem Material im Bereich der stirnseitigen Enden der Kapsel 10 eine größere Dicke
auf als im Bereich dazwischen. Dadurch wird eine Kompensierung der stirnseitigen Druckbeaufschlagung
der Kapsel 10 erreicht. Der Innendurchmesser der elastischen dehnbaren Hülse 15 ist
etwas geringer als der Außendurchmesser der Kapsel 10 bzw. des äußeren Kapselmantels
12, so daß sichergestellt ist, daß die Hülse 15 dicht bzw. eng am Außenmantel 12 der
Kapsel 10 anliegt und auf diesen eine etwas gleichmäßige vorspannung ausübt. Die Hülse
15 aus elastisch dehnbarem Material bewirkt eine etwa gleichförmige Druckverteilung
beim Aufbringen eines kaltisostatischen Drucks, wodurch die erwähnte Faltenbildung
im Bereich der Längsschweißnaht 14 vermieden wird. Diese Falte ist in Figur 2 mit
der Bezugsziffer 16 gekennzeichnet.
[0015] Die Hülse 15 aus elastisch dehnbarem Material ist bei dem Ausführungsbeispiel nach
den Figuren 3 und 4 im Bereich der stirnseitigen Enden der Kapsel 10 mittels Schlauchbändern
17 herkömmlicher Art fixiert.
[0016] Die elastisch dehnbare Schicht ist ebenfalls relativ dünnwandig. Die Wandstärke entspricht
etwa der Wandstärke der Kapselhaut. Vorzugsweise ist die Wandstärke der elastisch
dehnbaren Schicht 15 etwa doppelt so groß wie die Wandstärke der Kapselhaut 11 bzw.
12.
1. Verfahren zur Herstellung von Rohren, bei dem Pulver aus Metall und/oder Metall-Legierungen
in eine dünnwandige Kapsel eingefüllt, die Kapsel anschließend verschlossen und einem
kaitisostatischen Druck ausgesetzt wird, wodurch eine Verdichtung des Pulvers innerhalb
der Kapsel erfolgt unter Ausbildung eines formbeständigen Rohr-Rohlings, wobei der
Außenmantel der Kapsel mindestens eine sich in Rohrlängsrichtung erstreckende, etwa
geradlinige Schweißnaht aufweist, und wobei vor Aufbringen des kaltisostatischen Drucks
der Außenmantel der Kapsel mit einer elastisch dehnbaren Schicht versehen wird derart,
daß auf die Mantelfläche eine etwa gleichmäßige Vorspannung aufgebracht wird, wobei
die Dicke der elastisch dehnbaren Schicht etwa der ein - bis zweifachen Wandstärke
des Kapselmantels entspricht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenmantel der Kapsel
mit einer elastisch dehnbaren Schicht versehen wird, deren Dicke im Bereich der stirnseitigen
Enden der Kapsel größer ist als im Bereich dazwischen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenmantel der
Kapsel mit einem elastisch dehnbaren Material beschichtet wird, das nach dem Auftragen
auf die Mantelfläche schrumpft, so daß eine etwa gleichmäßige Vorspannung auf die
Mantelfläche aufgebracht wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an den
stirnseitigen Enden der Kapsel die elastisch dehnbare Schicht mittels schlauchschellenartiger
Haltemittel. Klebestreifen oder dgl. an der Mantelfläche der Kapsel fixiert wird.
1. Process for the production of pipes, in which powder of metal and/or metal alloys
is filled in a thinwalled capsule, the capsule is subsequently closed and exposed
to a cold-isostatic pressure, a compaction of the powder taking place within the capsule
and forming a dimensionally stable pipe blank, the outer shell of the capsule having
at least one approximately straight weld extending in the longitudinal direction of
the pipe and, before application of the cold-isostatic pressure, the outer shell of
the capsule being provided with a flexibly extensible layer, such that an approximately
even pretension is applied to the circumferential surface, the thickness of the flexibly
extensible layer corresponding to approximately one to two times the wall thickness
of the capsule shell.
2. Process according to claim 1, characterized in that the outer shell of the capsule
is provided with a flexibly extensible layer, the thickness of which is greater in
the region of the end faces of the capsule than in the region in between.
3. Process according to claim 1 or 2, characterized in that the outer shell of the
capsule is coated with a flexibly extensible material which shrinks after application
to the circumferential surface, so that an approximately even pretension is applied
to the circumferential surface.
4. Process according to one of claims 1 to 5, characterized in that the flexibly extensible
layer, is fixed at the end faces of the capsule to the circumferential surface of
the capsule by means of hose clip-like retaining means, adhesive strips or the like.
1. Procédé de fabrication de tubes, dans lequel de la poudre de métal et/ou d'alliages
métalliques est versée dans une capsule à parois minces et la capsule est ensuite
fermée et soumise à une pression isostatique à froid, grâce à quoi une densification
de la poudre se produit à l'intérieur de la capsule avec formation d'une ébauche tubulaire
de forme stable, la chemise extérieure de la capsule présentant au moins un cordon
de soudure à peu près rectiligne s'étendant dans la direction longitudinale du tube,
et dans lequel, avant l'application de la pression isostatique à froid, la chemise
extérieure de la capsule est, munie d'une couche extensible élastiquement de façon
à exercer une précontrainte à peu près uniforme sur la surface de l'enveloppe l'épaisseur
de la couche extensible élastiquement correspondant à l'épaisseur de paroi de la chemise
de la capsule multipliée par un à deux environ.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la chemise extérieure de
la capsule est munie d'une couche extensible élastiquement dont l'épaisseur est plus
grande dans la région des extrémités frontales de la capsule que dans la région intermédiaire.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que la chemise
extérieure de la capsule est recouverte d'un matériau extensible élastiquement qui
se rétreint après application sur la surface de la chemise de sorte qu'une précontrainte
à peu près uniforme s'exerce sur cette surface.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3 caractérisé en ce que la couche extensible
élastiquement est fixée à la surface de la chemise de la capsule, aux extrémités frontales
de celle-ci au moyen d'organes de retenue du type collier de serrage, de rubans adhésifs
ou analogue.
