[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur selbsttätigen, fehlergesteuerten Druckbelüftung
eines mit einem beweglichen Piezo-Düsendruckkopf eines Tintendruckers mitfahrenden
Tintenvorratstanks.
[0002] Für die Überwachung von Prozeßgrößen werden in vielen Anwendungsfällen Registriergeräte
eingesetzt. Sie dienen dazu, eine kontinuierliche Aufzeichnung von Meßgrößen durchzuführen.
[0003] Neben vielen anderen Verfahren wird in jüngerer Zeit auch ein sogenanntes Ink-Jet-Verfahren
für die Registrierung von Meßgrößen eingesetzt. Dabei werden einzelne TiLILeutropfen
aus einer Düse mit Hilfe eines piezoelektrischen Körpers ausgestoßen, der - entsprechend
angesteuert - einen hinter der Düse befindlichen Tintenraum impulsartig verengt. Die
Düsen befinden sich in einem geringen Abstand vom Schreibpapier. Die Schreibeinrichtung
ist zusammen mit dem Tintenvorratstank zu einem Druckkopf zusammengefaßt. Es können
auch mehrere Düsen, die verschiedenfarbige Tinten ausspritzen, zu einem Druckkopf
vereinigt sein. Damit zwischen einzelnen Ausstoßvorgängen von Tintentröpfchen aus
der Düse keine Tinte austreten kann, steht die Tinte normalerweise unter einem geringen
Unterdruck. In den mit Hilfe des piezoelektrischen Körpers variierbaren Tintenraum
wird Tinte aus dem Tintenvorratstank durch eine auf die das Ausspritzen bewirkende
Verengung folgende Wiederaufweitung des Tintenraumes nachgesaugt.
[0004] Das Ausstoßen von Tintentröpfchen wird gestört, wenn Gasblasen in den Zuführungskanal
zu der Tintendüse eindringen. Das kann geschehen durch Zurückweichen des Meniskus
der Tintenflüssigkeit in den Tintenraum hinter der Düse, durch Kavitationsvorgänge
bei schnellen Druckänderungen oder auch durch Abscheiden von in der Tinte gelösten
Gasen.
[0005] Um derartige Gasblasen aus der Zuführungsleitung zur Düse zu entfernen, ist es bekannt
(DE-PS 27 04 735), den Tintentank als flexiblen Beutel auszubilden, der in einer Wanne
gelagert ist. Zur Tintendruckerhöhung, die ein Austreiben der Blasen aus der Düsenzuführung
herbeiführen soll, wird auf den Tintenbeutel ein mechanischer Druck ausgeübt. Dies
kann durch einen Fingerdruck einer das Schriftbild auf Fehler beobachtenden Person
geschehen.
[0006] Um an den vorerwähnten Tintenbeutel zu gelangen, muß dabei das Gehäuse eines Registriergerätes
geöffnet und der Druckerwagen angehalten werden. Abgesehen davon, daß in dieser Zeit
eine, wenn auch fehlerhafte Aufzeichnung ganz oder teilweise unterbrochen wird, ist
die Überwachung von Registriergeräten durch Personen sehr unwirtschaftlich. Besser
ist es, den Aufzeichnungsgeräten eine hohe Betriebssicherheit zu verleihen.
[0007] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur automatischen Überwachung
und Wiederherstellung. dpr Aufzeichnungsqualität zu schaffen, soweit diese durch Verstopfung
der Düsen und ihrer Zuleitungen durch Gasblasen beeinträchtigt wird.
[0008] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Kombination der kennzeichnenden
Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Der steife Behälter des Tintenvorratstanks, der an sich aus den Unterlagen des DE-GM
80 24 472 bekannt ist, ermöglicht eine pneumatische Druckausübung auf die flexible
Membran, die den Tintenraum des Tintenvorratstanks vom Luftraum trennt. Die unter
Druck stehende Luft wird über den flexiblen Schlauch zugeführt, der den Bewegungen
des Druckerwagens widerstandslos folgen kann. Das ordnungsgemäße Ausstoßen von Tintentropfen
aus der Düse oder den Düsen wird von einem Tintentropfensensor überwacht, der seinerseits
bei Ausfall einer Düse ein Signal abgibt. Dieses Signal steuert das Umschaltmagnetventil
derart, daß es von einer Verbindung des Luftraumes mit der freien Atmosphäre auf den
Anschluß des Luftraumes über den flexiblen Schlauch an einen Druckluftbehälter umschaltet.
Die Einrichtung arbeitet also vollkommen selbsttätig ohne Einwirkung von Personal.
[0010] Der Tintentropfensensor ist zweckmäßig an einer vom Druckkopf anfahrbaren Stelle
des Druckkopfweges angeordnet.
[0011] Der Tintentropfensensor kann in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung aus
einem Lichtsensor zur Erfassung der von einem durch einen Tintentropfen getroffenen
Fleck eines Aufzeichnungspapiers ausgehenden reflektierten oder transmittierten Lichtstärke
bestehen.
[0012] Bei einem anderen Ausführungsbeispiel besteht der Tintentropfensensor aus einem Ladungssensor
für eine den einzelnen Tintentröpfchen beim Austritt aus der Düse mitgeteilte elektrische
Ladung.
[0013] Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel wird als Tintentropfensensor ein Heißleiter
benutzt, der von einzelnen Tintentropfen getroffen wird.
[0014] Schließlich ist auch ein Tintentropfensensor möglich, der aus einer Lichtschranke
besteht, die den Tropfenweg von der Düse bis zum Aufzeichnungspapier erfaßt. Die Lichtschwächung,
die ein diesen Weg durchfliegendes Tintentröpfchen bewirkt, wird von der Lichtschranke
in ein elektrisches Signal umgeformt, die das Magnetventil entsprechend steuert.
[0015] Die Erfindung wird anhand einer Figur, die das bevorzugte Ausführungsbeispiel in
schematischer Weise darstellt, erläutert.
[0016] Ein Piezo-Düsendruckkopf 1 ist relativ zu einem Registrierpapierblatt oder -streifen
2 beweglich angeordnete An einer Stelle, die vom Druckkopf 1 anfahrbar ist, ist auf
der dem Druckkopf gegenüberliegenden Seite des Papierblattes 2 ein Lichtsensor 3 angeordnet.
Der Lichtsensor besteht aus einer Lichtemissionsdiode 4, die über eine Kondensorlinse
5 mit einem gebündelten Lichtstrahl eine genau definierte Stelle auf dem Papier anleuchtet.
Das von dieser Stelle reflektierte Licht wird über eine weitere Kondensorlinse 6 und
einen Lichtempfänger 7 in einen Spannungswert umgewandelt und über einen Verstärker
8 einer Auswerteeinrichtung zugeführt. Die Lichtemissionsdiode 4 wird über einen weiteren
Verstärker 9 programmierbar mit einem elektrischen Signal angesteuert. Das elektrische
Ausgangssignal des Verstärkers 8 ist symbolisch gegenüber dem Eingangssignal des Verstärkers
9 dargestellt. Die Amplitude des impulsartigen Signals ist am höchsten, wenn der beleuchtete
Punkt weiß ist. Der Piezo-Düsendruckkopf 1 weist Düsen für vier verschiedene Farben
auf. Diese Farben sind an verschiedenen Impulshöhen des Ausgangssignals des Verstärkers
8 erkennbar. Der Piezo-Düsendruckkopf 1 wird mit den verschiedenfarbigen Tinten durch
mit dem Druckkopf mitfahrende Tintenvorratstanks 10 ... 13 versorgt. Der einzelne
Tintenvorratstank besteht aus einem beulsteifen Behälter, der durch eine flexible
Membran 14 in einen Tinten- und einen Luftraum unterteilt ist. Die Lufträume der Tintenvorratstanks
10 ... 13 sind über flexible Schläuche 15 ... 18 und steuerbare Magnetventile 19 ...
22 an einen Druckluftbehälter 23 anschließbar. In ihrer Normalstellung verbinden die
Magnetventile die Lufträume der Tintenvorratstanks mit der freien Atmosphäre.
[0017] Zur Überprüfung der einzelnen Düsen wird der Piezo-Düsendruckkopf an die Stelle des
Tintentropfensensors gefahren. Dies geschieht automatisch durch ein einer Steuereinrichtung
eingegebenes Programm. Dem Tröpfchensensor kann durch das gleiche Programm jede einzelne
Düse gegenübergestellt werden. Die erwähnte Steuereinrichtung, die in der Figur nicht
dargestellt ist, steuert nach dem Ausstoßsignal für ein Tröpfchen die Lichtemissionsdiode
4 über den Verstärker 9 an. Entsprechend der Stärke des zurückgeworfenen Lichts kann
eine Auswerteeinrichtung für das Ausgangssignal des Verstärkers 8 feststellen, ob
ein Tintentröpfchen an die beleuchtete Stelle gelangt ist oder nicht, und über einen
ebenfalls nicht dargestellten Magnetventiltreiber die entsprechende Düse durch Druckbelüftung
des ihr zugeordneten Tintenvorratstanks mit Tinte unter erhöhtem Druck beaufschlagen.
Eventuelle Gasblasen werden dabei ausgetrieben.
[0018] In entsprechender Weise arbeiten auch die anderen, in den Unteransprüchen vorgeschlagenen
Tintentropfensensoren.
1. Einrichtung zur selbsttätigen, fehlergesteuerten Druckbelüftung eines mit einem
beweglichen Piezo-Düsendruckkopf eines Tintendruckers mitfahrenden Tintenvorratstanks,
gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale:
a) der Tintentank (10 ... 13) besteht aus einem steifen Behälter, der durch eine flexible
Membran (14) in einen Tintenraum und einen Luftraum aufgeteilt ist;
b) der Luftraum des Tintentanks (10 ... 13) ist durch einen flexiblen Schlauch (15
... 18) über ein Umschaltmagnetventil (19 ... 22) einerseits mit der Atmosphäre, andererseits
mit einem Druckluftbehälter (23) verbindbar;
c) die Magnetwicklung des Magnetventils (19 ... 22) ist über eine Treiberschaltung
und gegebenenfalls einen Vorverstärker mit dem Ausgang eines Tintentropfensensors
verbunden, der bei Ausfall eines Tintentropfens ein Signal abgibt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß der Tintentropfensensor
sich an einer vom Druckkopf (1) anfahrbaren Stelle des Druckkopfweges befindet.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß der Tintentropfensensor
aus einem Lichtsensor (3) zur Erfassung der von einem durch einen Tintentropfen getroffenen
Fleck eines Aufzeichnungspapiers (2) ausgehenden reflektierten oder transmittierten
Lichtstärke besteht.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß der Tintentropfensensor
aus einem Ladungssensor für eine dem Tintentröpfchen beim Austritt aus der Düse mitgeteilte
elektrische Ladung besteht.
5. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Tintentropfensensor
aus einem von einem Tintentropfen zu treffenden Heißleiter besteht.
6. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß der Tintentropfensensor
aus einer Lichtschranke besteht, die den Tintentropfenweg von der Düse bis zum Aufzeichnungspapier
(2) erfaßt.