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EP 0 143 415 B2 |
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NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
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20.05.1992 Patentblatt 1992/21 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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15.03.1989 Patentblatt 1989/11 |
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Anmeldetag: 17.11.1984 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: B30B 11/22 |
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Zweistufige Pelletiervorrichtung
Two-stage pelletizing apparatus
Dispositif d'agglomération à deux étapes
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
25.11.1983 DE 3342660
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.06.1985 Patentblatt 1985/23 |
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Patentinhaber: BLOHM + VOSS AG |
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D-2000 Hamburg 11 (DE) |
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Erfinder: |
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- Benson, Volker
D-2085 Quickborn (DE)
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Vertreter: Glaeser, Joachim, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte
DIEHL GLAESER HILTL & PARTNER
Königstrasse 28 22767 Hamburg 22767 Hamburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 049 025 DE-A- 2 002 638 DE-A- 3 342 659 DE-C- 613 028
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EP-A- 0 101 614 DE-A- 2 714 614 DE-A- 3 344 044 US-A- 2 205 328
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[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Pelletiervorrichtung die insbesondere für die
Herstellung von Pellets aus grobstückigem langfaserigem oderähnlichem Material vorgesehen
ist in einer Pelletiervorrichtung wird das Material ähnlich wie in einem Kollergang
zunächst zerkleinert und vermischt, ehe es dann durch Durchgangslöcher als Pelletsstränge
extrudiert wird (US-A-2 205 328, DE-A-2 002 638).
[0002] Es wird heute auch Material pelletiert, das wegen seiner Form oder Zusammensetzung
nur schwer von den Preßrollen erfaßt wird oder einer längeren Zerkleinerung und Mischung
bedarf, ehe es in die Durchgangslöcher eingedrückt werden kann. Zu diesem Material
gehören neben Hausmüll beispielsweise auch Stroh, große getrocknete Blätter, behandelte
und unbehandelte Teile von Pflanzen, Papiere, Holzabfälle usw. Die Eigenschaften derartigen
Materials können dazu führen, daß die Behandlung zwischen den Preßrollen und der Matrize
verhältnismäßig lange dauert und der Durchsatz einer Pelletiereinrichtung insgesamt
oder nur zeitweise klein wird. Es ist eine zweistufige Pelletiervorrichtung bekannt
(EP-A-49025), bei welcher zwei Matrizen übereinander angeordnet sind, wobei die obere
Matrize große Durchgangslöcher und die untere Matrize kleinere Durchgangslöcher besitzt.
Die bekannte Pelletiervorrichtung ist jedoch nicht geeignet, um auch schwieriges Material
bei hohem Durchsatz verarbeiten zu können.
[0003] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Pelletiereinrichtung so auszubilden,
daß in ihr auch schwierig zu verarbeitendes Material aufbereitet und behandelt werden
kann, ohne daß die Menge der herstellbaren Pellets reduziert werden muß.
[0004] Die Vorrichtung gemäß der Erfindung weist zwei übereinander angeordnete Matrizen
mit jeweils zugeordneten Preßwalzen, wobei die obere Matrize mit verhältnismäßig großen
Durchgangslöchern versehen ist, aus denen lockere Pelletstränge austreten, die danach
auf die untere Matrize fallen und hier zu den Pellets der gewünschten Art weiter zerkleinert
und ausgestoßen werden. Auf der oberen Matrize laufen zwei übliche zylindrische Pressrollen.
Für die untere Matrize werden zwei bis vier kegelförmige Pressrollen bevorzugt. Auf
der oberen Matrize erfolgt im wesentlichen eine Grobzerkleinerung und die in die Durchgangslöcher
eingedrückten Stränge brauchen in diesen nicht sonderlich verfestigt zu werden. Hierdurch
besitzt die erste Stufe eine sehr gute Durchgangsleistung. Auf der unteren Matrize
wird das aus der ersten Stufe abgegebene Material weiterzerkleinert und danach in
die engeren Durchgangslöchereingedrückt, wo durch Reibung an den Wänden eine Verfestigung
stattfindet, so daß Pellets erzeugt werden, die den üblichen Anforderungen entsprechen.
[0005] Die beiden Kollerköpfe werden an einer drehbaren Königswelle angeordnet. Der Pressdruck
jeder Gruppe von Pressrollen wird gesondert eingestellet.
[0006] Weitere Einzelheiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden anhand der beigefügten
Zeichnung beschrieben, die nur ein Ausführungsbeispiel zeigt.
[0007] Wie die Zeichnung zeigt, sind an einer Königswelle 30, die sich lotrecht aus einem
Getriebegehäuse 1 nach oben erstreckt, eine untere Matrize 10 mit kegelförmigen Pressrollen
11 an einem unteren Kollerkopf 13 und eine obere Matrize 20 mit zylindrischen Pressrollen
21 an einem Kollerkopf 23 angeordnet. Die Matrizen 10, 20 werden durch z. B. Säulen
2 abgestützt. Die beiden Stufen der Vorrichtung sind durch Schutzhauben 3 umkleidet.
Oben an der Schutzhaube 3 befindet sich ein Trichter 4, durch den das zu bearbeitende
Material eingeworfen wird. Unter der unteren Matrize 10 ist ein Sammelraum 5 angeordnet,
der die hergestellten Pellets aufnimmt und in dem eine Einrichtung zum Auswerfen angeordnet
sein kann, die nicht dargestellt ist. Die Kollerköpfe 13, 23 werden durch Andrückeinrichtugnen
15, 25 gegen die Matrizen gedrückt. Die oberen Pressrollen 21 sind mittels Achsen
24 an dem oberen Kollerkopf 23 frei drehbar gelagert und werden durch die Reibung
auf der Matrize bzw. an dem auf der Matrize liegenden, zu bearbeitenden Material gedreht.
In gleicher Weise drehen sich die unteren Pressrollen 11 um Achsen 14, die in dem
unteren Kollerkopf 13 befestigt sind. Die Achsen 14 sind enstprechend dem Kegelwinkel
der Pressrollen 11 geneigt. Die obere Matrize 20 weist Durchgangslöcher 22 von verhältnismäßig
großem Durchmesser auf. Sie dienen insbesondere zur Abgabe des vorzerkleinerten Materials
aus der ersten Stufe durch die Matrize 20 in die zweite Stufe. Eine mögliche Verdichtung
des Materials in den Durchgangslöchern 22 ist von untergeordneter Bedeutung, da die
abgegebenen Pellets in der zweiten Stufe auf der Matrize 10 durch die Pressrollen
11 wieder zerstört werden. Hierbei findet eine weitere Zerkleinerung und Mischung
des Materials statt. Das Material wird dann unter dem hohen Druck der Pressrollen
11 in die Eintrittsöffnungen der Durchgangslöcher 12 und durch diese hindurch gedrückt.
In den Durchgangslöchern 12 wird das Material weiterverfestigt und verdichtet, so
daß mit dem geringeren Durchmesser der Durchgangslöcher 12 geformte Pelletstränge
extrudiert werden. Die Stränge zerbrechen zu einzelnen Pellets oder werden durch eine
nicht eingezeichnete Schneideeinrichtung auf vorbestimmte Längen abgeschnitten. Vorzugsweise
ist die Dicke der unteren Matrize 10 größer als die der oberen Matrize 20, um verhältnismäßig
lange Presswege. die für eine ausreichende Festigkeit der Pellets zweckmäßig sind,
zu erhalten, Durchmesser und Länge der oberen und unteren Durchgangslöcher werden
so aufeinander abgestimmt, daß die Menge des vorzerkleinerten und vorverdichteten
Materials, welche durchschnittlich durch die oberen Löcher 22 gelangt, nicht größer
ist als die Menge, die durch die unteren Löcher 12 ausgestoßen wird.
[0008] Durch die vorgesehene Verbindung von zwei Stufen ist es möglich, Material ohne andere
Vorbehandlung zu pelletieren das auch große und grobe Stücke enthält oder aus solchen
besteht. Die Anordnung von zwei Kollergängen übereinander spart Investitionskosten,
Aufstellungsplatz und Arbeit. Sie ermöglicht außerdem eine gleichmäßige Materialzuführung
und einen gleichmäßigen Ausstoß.
[0009] Die dargestellte Vorrichtung kann in verschiedenerweise abgewandeltwerden. So kann
es beispielsweise vorteilhaft sein, die oberen Pressrollen mit Verzahnungen zu versehen,
die in Verzahnungen auf der oberen Matrize eingreifen.
[0010] Eine andere Abwandlung besteht darin, die Kollerköpfe an einer festen mittleren Säule
anzuordnen und an dieser die Matrizen drehbar zu lagern und sie mit Antriebseinrichtungen
an ihrem äußeren Umfang zu versehen. Je nach dem zu behandelnden Material, seinem
Zustand nach der Vorbehandlung in der ersten Stufe und den gewünschten Eigenschaften
der pellets sind die Matrizen bzw. deren Lochungen und die mit ihnen zusammenwirkenden
zylindrischen oder kegelförmigen, gegebenenfalls mit Zähnen versehenen Presswalzen
zu wählen. Eine zweistufige Pelletisierung kann auch bei einfach zu behandelndem Material
vorteilhaft sein, um einen hohen Durchsatz bei guter Durchmischung zu erreichen.
[0011] Gegenüber anderen Möglichkeiten einer Vorzerkleinerung von grobem Material führt
die Behandlung in der ersten Stufe dazu, daß bei derZerkleinerung entstehende feine
Partikel, Staub und sich etwa abscheidende Flüssigkeiten in den Ausgestoßenen lockeren
Pellets verteilt sind und gebunden bleiben, bis das Material in der zweiten Stufe
erneut bearbeitet wird.
[0012] Es ist zweckmäßig, die Behandlung auf der unteren Matrize bei einer bestimmten Temperatur
vorzunehmen. So kann beispielsweise eine elektrische Heizung die Matrize wenigstens
bei Inbetriebnahme der Vorrichtung auf die Arbeitstemperatur anwärmen, und die im
Betrieb durch Reibung und Druck entstehende Wärme kann durch Kühlwasser teilweise
abgeführt werden.
1. Pelletiervorrichtung, bei der sich an einem Koiierkopf (13) frei drehbar angeordnete
Preßrollen (11) durch Drehung des Kollerkopfes (13) relativ zu einer Matrize (10)
auf der ebenen, gelochten Matrize (10) abrollen, so ausgestaltet, daß die Pelletiervorrichtung
zweistufig ausgebildet ist, daß zwei Matrizen (10, 20) mit den auf ihnen laufenden
Preßrollen (11,21) übereinander angeordnet sind und daß die obere Matrize (20) große
Durchgangslöcher (22) für lockere Pelletstränge aus vorzerkleinertem Material und
die untere Matrize (10) kleinere Durchgangslöcher (12) besitzen, die den Abmessungen
und der Verdichtung der herzustellenden Pellets entsprechen, dadurch gekennzeichnet,
daß auf der oberen Matrize (20) zylindrische Preßrollen (21) und auf der unteren Matrize
(10) kegelförmige Preßrollen (11) abrollen, daß die Kollerköpfe (13, 23) der beiden
Gruppen von Preßrollen (11,21) durch dieselbe Königswelle (30) angetrieben sind, daß
die oberen und die unteren Preßrollen (11, 21) durch gesonderte Einrichtungen an die
jeweiligen Matrizen (10, 20) andrückbar sind und daß die untere Matrize (10) mit Einrichtungen
zur Einstellung und Aufrechterhaltung einer Betriebstemperatur versehen ist.
1. A pelletizing apparatus in which press rolls (11) dispsosed freely rotatable on
a runner head (13) turn by the rotation of the runner head (13) relative to a die-plate
(10) on the planar, punched die-plate (10), configurated so that the pelletizing apparatus
is of two-stage design, in that two die-plates (10, 20) with the press rolls (11,
21) running thereon are disposed one above the other and in that the upper die-plate
(20) has great passage holes (22) for loose strands of pellets of precrushed material,
and that the lower die-plate (10) has smaller passage holes (12) which correspond
to the dimensions and the compression of the pellets to be produced, characterized
in that cylindric press rolls (21) turn on the upper die-plate (20) and conic press
rolls (11) turn on the lower die-plate (10), in that the running heads (13, 23) of
both groups of press rolls (11, 21) are driven by the same vertical shaft (30), in
that both the upper and the lower press rolls (11, 21) can be pressed against the
respective die-plates (10, 20) by separate means, and in that the lower die-plate
(10) is provided with means for adjusting and maintaining an operational temperature.
1. Dispositif d'agglomération, dans lequel des rouleaux presseurs (11), disposés de
façon à pouvoir tourner librement sur une tête de maneton (13), roulent, sur une matrice
(10), plane et perforée par rotation de la tête de maneton (13) par rapport à la matrice
(10), configuré en ce que le dispositif d'agglomération est constitué en deux étages,
en ce que deux matrices (10,20) sont disposées l'une au-dessus de l'autre, avec les
rouleaux presseurs (11, 21) roulant sur elles, et en ce que la matrice supérieure
(20) présente de grands trous de passage (22) pour obtenir des cordons agglomérés
peu cohérents en matière préboyée, et la matrice inférieure (10), de plus petits trous
(12) de passage, lesquels correspondent aux dimensions et au compactage des agglomérés
à fabriquer, caractérisé en ce que des rouleaux presseurs (21) cylindriques roulent
sur la matrice supérieure (20), et des rouleaux presseurs coniques (11), sur la matrice
inférieure (10), que les têtes de maneton des deux groupes de rouleaux presseurs (11,
21) sont entraînés par le même maître-arbre (30), que les rouleaux presseurs supérieurs
et les rouleaux presseurs inférieurs (11, 21) peuvent être appuyés par des dispositifs
respectifs contre les matrices correspondantes (10,20), et en ce que la matrice inférieure
(10) est pourvue de dispositifs pour régler et maintenir une température de fonctionnement.
