[0001] Zur Überwindung von Höhenunterschieden beispielsweise in einem Treppenhaus oder am
Aufgang eines am Hang gelegenen Gebäudes werden oftmals Fördersysteme eingesetzt,
die einen schienengeführten Transportwagen enthalten, der mit einer Lastaufnahmevorrichtung
in Form einer Plattform, einer Kabine, eines Sitzes oder dergl. versehen ist.
[0002] Die Erfindung betrifft ein Fördersystem, bei dem der Transportwagen mittels eines
Triebwerks an einer Schiene aufgehängt und an dieser entlangbewegbar ist, wobei das
Triebwerk wenigstens eine oben auf der Schiene und wenigstens eine unten auf der Schiene
laufende Rolle enthält, von denen eine als Zahnrad ausgebildet ist, das mit einer
an der Schiene nach Art einer Zahnstange angebrachten Verzahnung kämmt und mit einem
Antriebsmotor verbunden ist.
[0003] Ein solches Fördersystem in Form eines Treppenaufzuges ist aus der DE-OS 25 56 534
bekannt. Bei diesem bekannten Treppenaufzug befinden sich oberhalb einer als Vierkantrohr
ausgebildeten Schiene zwei Rollen, und an der Unterseite der Schiene ist eine Verzahnung
angebracht, mit der ein als Triebstockrad ausgebildetes Zahnrad kämmt, das von einem
an dem Transportwagen angebrachten Antriebsmotor antreibbar ist.
[0004] Mit dieser bekannten Anordnung lassen sich ohne Schwierigkeiten Höhenunterschiede
bewältigen, jedoch können mit dieser bekannten Anordnung keine engen Kurven gefahren
werden, und insbesondere keine Kurven, die sich mit einer Steigung überlagern, weil
hierdurch der Zahntrieb verklemmen würde. Gerade bei Treppenaufzügen oder bei im Freien
an Aufgängen zu an Hanglagen befindlichen Häusern ist es aber in der Regel erforderlich,
nicht nur starke Steigungen zu befahren, sondern auch enge, mit einer Steigung kombinierte
Kurven. Dabei kommt noch hinzu, daß unter allen Umständen ein geräuscharmer Lauf gewährleistet
sein muß, um andere Anwohner nicht zu stören.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fördersystem der eingangs genannten
Art dahingehend zu verbessern, daß es auch Kurven mit geringem Radius bei gleichzeitiger
Steigung geräuscharm durchfahren kann.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Triebwerk einen Rollensatz
aus zwei Rollen oberhalb der Schiene und diesen gegenüberliegend zwei weiteren Rollen
unterhalb der Schiene umfaßt, von denen die einander gegenüberliegenden Rollen je
ein Paar mit einem auf die Schiene abgestimmten Achsabstand bilden, wobei die Anordnung
so getroffen ist, daß jedes Rollenpaar für sich um eine erste Achse schwenkbar gelagert
ist, die parallel zu und in der Mitte zwischen den Achsen des zugehörigen Rollenpaares
verläuft, daß jedes Rollenpaar für sich um eine zweite Achse schwenkbar gelagert ist,
die senkrecht oder nahezu senkrecht zu den Achsen der Rollen des zugehörigen Rollenpaares
verläuft, und daß beide Rollenpaare gemeinsam um eine dritte Achse schwenkbar gelagert
sind, die parallel oder nahezu parallel zu den Rollenachsen und in der Mitte zwischen
allen vier Rollenachsen liegt.
[0007] Mit einer solchen gelenkigen, einer Kardan-Aufhängung ähnlichen Anordnung der Rollen
können diese nahezu jedem Verlauf der Schiene folgen, so daß ohne die Gefahr einer
Verklemmung des Zahnantriebs sowohl enge Kurven als auch mit einer Steigung kombinierte
enge Kurven geräuschlos durchfahren werden können. Dadurch wird das Fördersystem nahezu
universell einsetzbar.
[0008] In praktischer Ausgestaltung der Erfindung ist bei jedem Rollenpaar jeweils.eine
Rolle als Triebstockrolle ausgebildet, die mit der an der Schiene angebrachten Verzahnung
kämmt. Eine dieser beiden Triebstockrollen ist dabei als Antriebsrolle mit dem Antriebsmotor
verbunden, während die zweite Triebstockrolle mit einer Fangvorrichtung gekoppelt
ist, die im Notfall eine ungehinderte Talfahrt des Transportwagens unterbindet.
[0009] Weiterhin ist es zweckmäßig, ebenso wie bei dem aus der DE-OS 25 56 534 bekannten
Fördersystem das Triebwerk an einer vertikalen Wand des Transportwagens anzuordnen,
und unterhalb der Schiene parallel zu dieser noch eine zweite Schiene vorzusehen,
an der mindestens eine an der vertikalen Wand des Transportwagens gelagerte Stützrolle
abrollt, um eine stabile und einwandfreie Führung des Transportwagens zu gewährleisten.
[0010] Als vorteilhafte Weiterbildung sieht die Erfindung auch noch eine neuartige Bremse
vor, die in dem Triebwerk zwischen dem Antriebsmotor und der Antriebsrolle angeordnet
wird und den Zweck hat, eine unerwünschte Abwärtsbewegung des Transportwagens zu vermeiden,
wenn der Transportwagen auf einer Steigungsstrecke bei abgeschaltetem Antriebsmotor
im Stillstand bleiben soll.
[0011] Die Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden in der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen
stellen dar:
Fig. 1 in schematischer Seitenansicht ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 2 das Beispiel gemäß Fig. 1 in Ansicht von der Rückseite aus,
Fig. 3 a - c die Lage des oberen Rollensatzes in verschiedenen Betriebszuständen beim
Durchfahren von Steigungen,
Fig. 4 die Lage des oberen Rollensatzes in einer Kurve,
Fig. 5 a - c die obere Schiene mit einer zugeordneten Triebstockrolle in verschiedenen
Ansichtsrichtungen,
Fig. 6 a eine mögliche, jedoch unter allen Um - ständen zu vermeidende Schräglage
des Transportwagens,
Fig. 6 b schematisch eine Hilfseinrichtung zur Verhinderung einer Schräglage gemäß
Fig. 6 a,
Fig. 7 ein erstes Ausführungsbeispiel einer Lastmomentbremse in perspektivischer,
zum Teil geschnittener Ansicht, und
Fig. 8 ein zweites Ausführungsbeispiel einer Lastmomentbremse in gewinkelter Schnittansicht.
[0012] In dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und 2 enthält das Fördersystem einen Transportwagen
1 mit einer vertikalen Wand 2, die auf ihrer Vorderseite mit einer Lastaufnahmevorrichtung
verbunden ist und die sich auf ihrer Rückseite über je einen Rollensatz 7 bzw. 8 an
zwei Schienen 4 und 5 abstützt. Die Lastaufnahmevorrichtung ist in Fig. 1 als feste
Plattform 9 gezeigt, kann ebenso aber auch z. B. eine zur Wand hin hochklappbare Plattform,
ein (fester oder hochklappbarer) Sitz, eine Fahrgastkabine, ein Lasten-Förderkorb
o. dgl. sein. Die Schienen 4 und 5 besitzen vorzugsweise einen kreisringförmigen Querschnitt
und sind an Pfosten 3 parallel übereinander so angeordnet, daß ihr vertikaler Abstand
überall gleich groß ist. Die Pfosten 3 können beispielsweise zu einem Treppenhaus
gehören oder am Aufgang eines am Hang liegenden Gebäudes gesetzt sein, wobei die obere
Schiene 4 zugleich als Treppengeländer dienen kann. In jedem Fall definieren die Schienen
4 und 5 den Weg, dem der Transportwagen folgen soll.
[0013] Die obere Schiene 4 ist an ihrer Unterseite mit Zähnen 6 nach Art einer Zahnstange
versehen und bildet die Laufschiene für den Transportwagen 1. Der ihr zugeordnete
obere Rollensatz 7 umfaßt oberhalb der Schiene 4 zwei prismatische Laufrollen 12 und
12' und unterhalb der Schiene 4 zwei ebenfalls prismatische Triebstockrollen 10 und
10', deren Zapfen 11 mit den Zähnen 6 der Schiene 4 kämmen. Eine dieser beiden Triebstockrollen,
beispielsweise die Rolle 10, ist als Antriebsrolle mit einem nicht dargestellten,
in beiden Drehrichtungen arbeitenden Antriebsmotor verbunden, während die zweite Rolle
10' zum Antrieb einer ebenfalls nicht dargestellten Fangvorrichtung in Form einer
drehzahlabhängigen Bremse dient, die als Sicherheitseinrichtung dann zur Wirkung kommt,
wenn durch eine Störung eine unzulässig hohe Fahrgeschwindigkeit eintritt.
[0014] Die Rollen 10, 10', 12 und 12' sind um ihre Achsen 13 drehbar und paarweise auf einer
Verbindungsstrebe 14 bzw. 14' gelagert, wobei jeweils eine Laufrolle und eine Triebstockrolle
ein Rollenpaar 10, 12 bzw. 10', 12' mit einem derart bemessenen Achsabstand bilden,
daß die Prismenflächen aller Rollen die Schiene 4 umgreifen und die Rollen sicher
auf der Schiene 4 führen. Die Verbindungsstreben 14 und 14' sind jeweils an einer
bügelförmigen Traverse 15 bzw. 15' schwenkbar so gelagert, daß die Rollenpaare 10,
12 und 10', 12' für sich um eine erste Schwenkachse 21 bzw. 21', welche jeweils in
der Mitte zwischen den Rollenachsen des zugehörigen Rollenpaares und parallel zu diesen
verläuft, schwenken können. Die Traversen 15 und 15' sind ihrerseits jeweils in Lagerungen
16 bzw. 16' schwenkbar so gelagert, daß die Rollenpaare 10, 12 und 10', 12' für sich
auch noch um eine zweite Schwenkachse 22 bzw. 22', welche jeweils die Rollenachsen
13 des zugehörigen Rollenpaares schneidet und in der Mittelebene dieser Rollen liegt,
schwenkbar sind. Die Lagerungen 16 und 16' der Traversen 15 und 15' sind an einer
Drehscheibe 17 befestigt, die um eine dritte Achse 23 drehbar in der vertikalen Wand
2 des Transportwagens 1 gelagert ist. Diese dritte Achse 23 befindet sich in der Mitte
zwischen allen vier Rollenachsen und schneidet die Mittelachse der Schiene 4. Sie
bildet eine Schwenkachse zum gemeinsamen gegenläufigen Verschwenken der Rollenpaare
10, 12 und 10', 12'.
[0015] Die Lagerungen 16 und 16' für die Traversen 15 bzw. 15' sind so an der Drehscheibe
17 angebracht, daß die zweiten Schwenkachsen 22 und 22' der beiden Rollenpaare in
der in Fig. 1 gezeigten Weise leicht gegen die Vertikale geneigt sind. Da die Last
des Transportwagens 1 exzentrisch zur Aufhängung des Rollensatzes 7 an der oberen
Schiene 4 angreift, wird durch diese Schrägstellung der Achsen 22 und 22' in Verbindung
mit dem nachfolgend beschriebenen unteren Rollensatz 8 eine momentfreie Kraftübertragung
zwischen den Laufrollen 12 und 12' und der oberen Schiene 4 gewährleistet.
[0016] Die untere Schiene 5 ist die Stützschiene für den Transportwagen 1. Der ihr zugeordnete
untere Rollensatz 8 umfaßt oberhalb der Schiene 5 zwei Laufrollen 25 und 25' und unterhalb
der Schiene 5 zwei weitere Laufrollen 26 und 26'. Diese Rollen sind jeweils paarweise
in einem Lagerblock 27 bzw. 27' gelagert, so daß sie zwei Rollenpaare 25, 26 bzw.
25', 26' mit parallelen Rollenachsen und einem auf die Schiene 5 abgestimmten Achsabstand
bilden. Jedem Rollenpaar ist weiterhin noch eine Stützrolle 28 bzw. 23' zugeordnet,
die ebenfalls in dem Lagerblock 27 bzw. 27' gelagert ist und deren Achse senkrecht
zu den Achsen der Laufrollen des zugehörigen Paares verläuft. Die Stützrollen werden
durch das Gewicht des Transportwagens 1 und einer darauf befindlichen Last an die
untere Schiene 5 angedrückt, so daß die vertikale Wand 2 des Transportwagens ihre
senkrechte Stellung behält.
[0017] Die beiden Lagerblöcke 27 und 27' sind in einer Brücke 29 nahe den beiden Brückenenden
schwenkbar so gelagert, daß jedes Rollenpaar 25, 26 bzw. 25', 26' für sich um eine
erste Schwenkachse 31 bzw. 31', die den ersten Schwenkachsen 21 und 21' der beiden
Rollenpaare des oberen Rollensatzes 7 entspricht und die jeweils mittig parallel zu
den Achsen der Laufrollen des zugehörigen Paares verläuft, schwenken kann. Eine Schwenkbarkeit
der Rollenpaare um eine zweite Achse analog den Achsen 22 und 22' des oberen Rollensatzes
7 ist hier wegen des Vorhandenseins der Stützrollen 28 und 28' nicht erforderlich.
Damit der untere Rollensatz 8 aber ebenfalls Krümmungen folgen kann, sind dessen Laufrollen
nur an einem Ende prismenförmig ausgebildet und außerdem so lang bemessen, daß ausreichend
Bewegungsfreiheit des Rollenmantels in bezug auf die Schiene 5 bei einer Krümmung
der Schiene vorhanden ist. Die beiden Rollenpaare des unteren Rollensatzes 8 sind
jedoch wiederum wie die beiden Rollenpaare des oberen Rollensatzes 7 gemeinsam um
eine dritte Achse 33 schwenkbar, die dadurch gebildet ist, daß die Brücke 29 mittig
in der vertikalen Wand 2 des Transportwagens schwenkbar gelagert ist.
[0018] Durch diese ähnlich einer Kardanaufhängung in die drei Raumrichtungen schwenkbare
Anordnung der Rollenpaare für sich und der gesamten Rollensätze können die Rollen
sowohl starken Steigungen und engen Krümmungen als auch einer mit einer Krümmung überlagerten
Steigung folgen. So ist es beispielsweise möglich, eine Krümmung auf die Wand 2 zu
(negative Krümmung) mit einem Radius von einem Meter und eine Krümmung von der Wand
2 weg (positive Krümmung) mit einem Radius von 0,4 Meter zu befahren, und es kann
eine Steigung von maximal etwa 55° überwunden werden, wobei der Steigung noch eine
negative oder positive Krümmung mit den vorgenannten Werten überlagert sein kann.
Damit läßt sich das erfindungsgemäße Fördersystem an nahezu alle in der Praxis vorkommenden
Gegebenheiten anpassen, die durch das Gelände oder vorhandene Treppenanlagen vorgegeben
sind.
[0019] In den zur Fig. 3 zusammengefaßten Darstellungen sind schematisiert einige Betriebslagen
der beiden Rollenpaare 10, 12 und 10', 12' des oberen Rollensatzes 7 bei Geradeausfahrt
und bei Durchfahrt einer Steigung der Laufschiene 4 veranschaulicht. Dabei ist Fig.
3a die Normallage bei Geradeausfahrt, in der alle vier Rollen ohne jegliche Verschwenkung
um eine der Schwenkachsen 21, 21', 22, 22' und 23 eine symmetrische Lage zueinander
und zur vertikalen Wand des Transportwagens einnehmen. Fig. 3b zeigt den übergang
einer schwachen Steigung der Schiene 4 in eine erhöhte Steigung. In diesem Fall hat
das Rollenpaar 10, 12 eine leichte Schwenkung um seine erste Schwenkachse 21 und das
Rollenpaar 10', 12', das bereits in dem Bereich der größeren Steigung eingelaufen
ist, eine stärkere Schwenkung um seine erste Schwenkachse 21' erfahren. Außerdem haben
sich beide Rollenpaare um die ihnen gemeinsame dritte Schwenkachse 23 relativ zur
vertikalen Wand des Transportwagens verschwenkt, so daß dessen Plattform trotz dieser
Schwenkung ihre Horizontallage beibehält. In Fig. 3c befinden sich beide Rollenpaare
in dem Bereich mit der erhöhten Steigung, und sie nehmen hier wieder die symmetrische
Lage zueinander wie in Fig. 3a ein, jedoch ist nunmehr noch eine stärkere Schwenkung
um die gemeinsame dritte Achse 23 erfolgt.
[0020] Bei Durchfahrt einer Krümmung erfahren die beiden Rollenpaare 10, 12 und 10', 12'
des oberen Rollensatzes 7, wie Fig. 4 in stark schematisierter Draufsicht am Beispiel
einer engen positiven Krümmung der oberen Schiene 4 zeigt, eine Schwenkung um ihre
jeweilige zweite Achse 22 bzw. 22'. Wenn die Krümmung mit einer Steigung überlagert
ist, findet diese Schwenkung um die zweite Achse 22 bzw. 22' gleichzeitig mit den
anhand von Fig. 3 erläuterten Schwenkbewegungen der beiden Rollenpaare um ihre erste
Schwenkachse 21 und 21' bzw. um die gemeinsame dritte Schwenkachse 23 statt.
[0021] Die Betriebslagen der beiden Rollenpaare 25, 26 und 25', '26' des unteren Rollensatzes
8 sind bei Geradeausfahrt und bei Durchfahrt einer Steigung den Betriebslagen der
Rollen des oberen Rollensatzes 7 gleich, d.h. die beiden unteren Rollenpaare sind
ebenfalls entweder unverschwenkt oder entsprechend um ihre erste Schwenkachse 31 und
31' bzw. um die gemeinsame dritte Schwenkachse 33 verschwenkt. Bei Durchfahrt einer
Krümmung, sei es mit oder ohne überlagerung einer Steigung, tritt bei den beiden unteren
Rollenpaaren jedoch keine Verschwenkung analog Fig. 4 um eine der zweiten Schwenkachse
22 und 22' der oberen Rollenpaare entsprechende Schwenkachse auf, weil die beiden
unteren Rollenpaare infolge ihrer langen Mantelfläche in Verbindung mit den zugeordneten
Stützrollen 28 und 28' eine Krümmung unverschwenkt durchfahren können.
[0022] Um zu erreichen, daß die mit den Zähnen 6 der oberen Schiene 4 kämmenden Triebstockrollen
10 und 10' auch einem gekrümmten Schienenverlauf ohne Zwängung folgen, sind die Zapfen
11 in der aus Fig. 5 ersichtlichen Weise ballig so ausgebildet, daß ihr Durchmesser
von der Mitte zu den Enden hin abnimmt. Außerdem ist die Breite der Zähne 6 so bemessen,
daß sich die Zähne nur über den mittleren Bereich der Zapfen erstrecken. Hierdurch
ergibt sich eine nur etwa punktförmige Berührung zwischen den Zähnen 6 und den Zapfen
11, und bei Krümmungen tritt eine Abrollbewegung der Zähne auf den Zapfen ein, die
einen extrem geräuscharmen Lauf zur Folge hat.
[0023] Wenn - wie in Fig. 6a dargestellt - eine Last F auf der Plattform 9 exzentrisch zur
oberen dritten Schwenkachse 23 angreift, entsteht ein Drehmoment, welches den Transportwagen
1 um die Schwenkachse 23 zu drehen trachtet. Dieses Drehmoment wirkt sich normalerweise
nicht aus, weil die Verbindungslinie b zwischen der oberen dritten Schwenkachse 23
und der unteren dritten Schwenkachse 33, die dem vertikalen Schienenabstand a gleich
ist, infolge der umgreifenden Führung der Rollen auf den Schienen normalerweise nur
die Vertikallage einnehmen kann. In bestimmten kritischen Bereichen sind jedoch auch
nicht-vertikale Lagen für diese Verbindungslinie möglich, so daß das Drehmoment dann
zu einem unerwünschten seitlichen Kippen des Transpcrtwagens führen kann. Beispielsweise
kann sich bei einer Kuppe außer der Vertikallage der Verbindungslinie b auch eine
Schräglage b' einstellen, und weiterhin kann auch bei einem im wesentlichen horizontalen
Schienenverlauf (mit einer Steigung unter 10°) die Verbindungslinie b je nach dem
Spiel zwischen den Rollen und den Schienen mehr oder weniger stark von der Vertikallage
abweichen.
[0024] In solchen kritischen Bereichen des Schienenverlaufs läßt sich der Transportwagen
in der in Fig. 6b gezeigten Weise mit Hilfe einer zusätzlichen Führungsschiene 35
gegen ein seitliches Kippen stabilisieren. Diese Führungsschiene wirkt mit zwei Führungsrollen
36 zusammen, die im seitlichen Abstand c von der Verbindungslinie b an der vertikalen
Wand 2 des Transportwagens angebracht sind. Zweckmäßig sind diese Führungsrollen z.
B. analog dem Rollenpaar 10, 12 mit einem auf die Führungsschiene 35 abgestimmten
Achsabstand in einer nicht weiter dargestellten Verbindungsstrebe gelagert, die ihrerseits
mit einem Schwenklager 37 an der vertikalen Wand 2 befestigt ist. Die Führungsschiene
35, die mit einem Versatz um das Maß c den Schienen 4 und 5 folgt, beginnt kurz vor
jedem kritischen Bereich des Schienenverlaufs und endet kurz dahinter. Somit befinden
sich während der Durchfahrt eines kritischen Bereichs die Führungsrollen 36 in Eingriff
mit der Führungsschiene 35 und sichern den Transportwagen gegen ein seitliches Kippen.
[0025] Bei einem Fördersystem der beschriebenen Art ist nicht nur die schon erwähnte Fangbremse
als Sicherheit gegen eine unzulässig hohe Fahrgeschwindigkeit des Transportwagens
erforderlich, sondern es muß auch dafür gesorgt werden, daß sich der Transportwagen
bei abgeschaltetem Antriebsmotor auf Steigungsstrecken nicht von allein durch sein
Eigengewicht und das Gewicht der darauf befindlichen Last nach abwärts in Bewegung
setzen kann. Eine bekannte Maßnahme zur Arretierung des Transportwagens bei abgeschaltetem
Antriebsmotor besteht darin, zwischen dem Motor und der Antriebsrolle ein selbsthemmendes
Getriebe anzuordnen, z. B. ein Schneckengetriebe. Selbsthemmende Getriebe haben jedoch
den Nachteil eines sehr schlechten Wirkungsgrades, so daß der Antriebsmotor für den
normalen Fahrbetrieb eine erhebliche Leistung aufbringen muß, nämlich außer der Antriebsleistung
für die Bewegung der Last auch noch Leistung zur überwindung der GetriebeVerluste.
[0026] Die Erfindung sieht deshalb anstelle eines selbsthemmenden Getriebes zwischen dem
Antriebsmotor und der als Antriebsrolle dienenden Triebstockrolle eine neuartige Lastmomentbremse
vor, die so beschaffen ist, daß sich bei abgeschaltetem Antriebsmotor und einem von
der Lastseite her einwirkenden Drehmoment selbsttätig ein Bremseingriff einstellt,
der nur durch das Motor-Drehmoment wieder aufgehoben werden kann. Die übertragung
des Motor-Drehmomentes auf die Antriebsrolle erfolgt dabei im Formschluß aller Antriebsteile,
also praktisch verlustfrei. Dadurch wird ebenso wie mit einem selbsthemmenden Getriebe
erreicht, daß der Transportwagen bei abgeschaltetem Antriebsmotor sicher im Stillstand
gehalten wird und nur durch Einschalten des Motors aufwärts oder abwärts gefahren
werden kann, aber zusätzlich ergibt sich noch der Vorteil eines hohen Wirkungsgrades
(in der Größenordnung von 99%) für die übertragung des Motor-Drehmoments auf die Antriebsrolle.
[0027] In Fig. 7 ist ein erstes Ausführungsbeispiel einer solchen Lastmomentbremse dargestellt.
Die Antriebsrolle ist auf einer Welle 47 angeordnet, die sich durch ein ortsfestes
Gehäuse hinurch erstreckt. Innerhalb des Gehäuses, von dem in Fig. 7 nur die beiden
senkrecht zur Welle 47 verlaufenden Seitenwände 50 und 51 gezeigt sind, ist auf der
Welle 47 ein im wesentlichen zylindrischer Bremskörper 48 drehfest und axial verschieblich
gelagert. Der Bremskörper 48 bildet seinerseits ein Lager für einen Zahnring 42, der
auf dem Bremskörper sowohl in Axialrichtung als auch in Umfangsrichtung gleiten kann.
Die Zähne 44 dieses Zahnringes 42 stehen mit dem nicht weiter dargestellten Antriebsmotor
in Eingriff. Somit wirkt das Motor-Drehmoment auf den Zahnring 42 ein, während das
Last-Drehmoment an der Welle 47 angreift.
[0028] Der Bremskörper 48 ist an seiner einen Stirnseite mit vier sich in Umfangsrichtung
erstreckenden Ausnehmungen versehen, von denen nur die beiden Ausnehmungen 55 und
55' sichtbar sind. Diese Ausnehmungen können sich bis zum Außenumfang des Bremskörpers
48 erstrecken. Sie besitzen jeweils eine als Keilfläche 58 bzw. 58' ausgebildete (d.
h. schräg zur Mittelebene des Bremskörpers 48 verlaufende) hintere Führungsfläche
und enthalten jeweils einen Betätigungskeil 57 bzw. 57', der in Umfangsrichtung des
Bremskörpers frei beweglich ist. Jeder Keil weist dabei im wesentlichen die Form der
zugeordneten Ausnehmung auf und stützt sich mit seiner Rückenfläche an der Keilfläche
58 oder 58' dieser Ausnehmung ab, so daß er bei seiner Bewegung in Umfangsrichtung
zugleich eine Axialverschiebung relativ zum Bremskörper erfährt.
[0029] Die Keilflächen 58 und 58' der Ausnehmungen 55 und 55' (und damit natürlich auch
die Rückenflächen der Keile 57 und 57') besitzen einen gegensinnigen Verlauf, so daß
die jeweils langen Seitenflächen 53 bzw. 53' der beiden Keile einander zugekehrt sind
und der Bremskörper 48 dazwischen einen Steg 56 bildet. Zwischen dem Steg 56 und den
langen Keil-Seitenflächen 53 bzw. 53' ist zweckmäßig jeweils eine Feder 59 angeordnet,
welche den Keilen eine geringe Vorspannung vom Steg 56 weg in Richtung der kurzen
Keil-Seitenflächen 52 bzw. 52' erteilt. Auf der den kurzen Keil-Seitenflächen zugeordneten
Seite besitzen die Ausnehmungen 55 und 55' keine Seitenfläche. Stattdessen münden
die Keilflächen 58 bzw. 58' in eine Ringnut 54, die in der Stirnseite des Bremskörpers
angebracht ist. In diese Ringnut 54 ragt ein radialer Vorsprung 43 des Zahnringes
42 hinein.
[0030] Bevor nun die Wirkungsweise der soweit beschriebenen Lastmomentbremse erläutert wird,
muß noch darauf hingewiesen werden, daß die beiden weiteren, in Fig. 7 nicht sichtbaren
Ausnehmungen die gleiche Ausbildung haben wie die Ausnehmungen 55 und 55', ihnen jeweils
diametral gegenüber liegen und in gleicher Weise mit je einem Betätigungskeil bestückt
sind. Somit gelten die nachfolgenden Ausführungen zur Wirkungsweise der in den Ausnehmungen
55 und 55' angeordneten Keile 57 und 57' sinngemäß auch für ihre jeweils diametral
gegenüberliegenden Pendants.
[0031] Zur ErlÄuterung der Wirkungsweise sei zunächst der Fall betrachtet, daß sich der
Transportwagen bei abgeschaltetem Antriebsmotor auf einer Steigungsstrecke abwärts
bewegen will. Dabei wird eine solche Steigungsrichtung der Schienen 4 und 5 angenommen,
daß die Abwärtsbewegung des Transportwagens ein Drehmoment in Richtung des Pfeiles
62 auf die Welle 47 ausübt. Dadurch dreht sich der Bremskörper 48 in gleichem Sinne
in Richtung des Pfeiles 60. Der Betätigungskeil 57 folgt dieser Drehung jedoch nicht
oder jedenfalls nicht in vollem Ausmaß, sondern gleitet - unterstützt durch die Feder
59 - auf der Keilfläche 58 entlang von dem Steg 56 weg in Richtung der Ringnut 54.
Dabei schiebt sich der Keil 57 aus der Ausnehmung 55 heraus, bis er mit seiner Außenfläche
an der Gehäusewand 51 zur Anlage kommt und damit relativ zur Gehäusewand stillsteht.
Eine weitere Drehung der Welle 47 in Pfeilrichtung 62 führt dann dazu, daß sich der
Keil 57 noch weiter aus der Ausnehmung 55 herausschiebt und dadurch den Bremskörper
48 mit seiner rückwärtigen Fläche gegen die andere Gehäusewand 50 drückt, bis schließlich
der Bremskörper 48 zwischen den Gehäusewänden 50 und 51 verklemmt ist und jede weitere
Drehung der Welle 47 verhindert. Dies alles geschieht bereits bei sehr geringfügigen,
praktisch kaum wahrnehmbaren Drehbewegungen der Welle 47 in Pfeilrichtung 62.
[0032] Zweckmäßig sind den beiden Gehäusewänden noch Bremsscheiben 45 und 46 zugeordnet,
um den Reibungsschluß zwischen dem Bremskörper bzw. der Keil-Außenfläche einerseits
und den Gehäusewänden andererseits zu verbessern. Diese Bremsscheiben können aus Bremsmaterial
bestehen oder damit belegt sein und sind zweckmäßig so beschaffen, daß sie zugleich
eine Verstärkung der Gehäusewände im Wirkungsbereich des Bremskörpers bzw. der Keile
bilden. Es ist möglich, die Bremsscheiben an den Gehäusewänden zu befestigen, aber
normalerweise genügt es, sie als Ringscheiben auf der Welle 47 oder, wie zeichnerisch
dargestellt, auf einer Ringschulter 49 des Bremskörpers frei drehbar zu lagern.
[0033] Soll nun der Transportwagen gewollt nach abwärts in Bewegung gesetzt werben, wird
der Antriebsmotor so eingeschaltet, daß er den Zahnring 42 in Richtung des Pfeiles
65, also ebenfalls im Uhrzeigersinn, in Bewegung setzt. Hierdurch trifft der Vorsprung
43 am Zahnring 42 auf die kurze Seitenfläche 52 des Betätigungskeils 57 und nimmt
den Keil mit, bis seine lange Seitenfläche 53 an dem Steg 56 zur Anlage kommt. Dadurch
wird die Verkeilung in der Ausnehmung 55 aufgehoben, und stattdessen wird eine formschlüssige
Verbindung zwischen dem Zahnring 42 und dem Bremskörper 48 hergestellt. Solange der
Antriebsmotor eingeschaltet bleibt, sorgt sein Moment dafür, daß bei der Abwärtsfahrt
die Wirkung des Keiles 57 aufgehoben bleibt, bis sich bei Abschaltung des Antriebsmotors
wieder die Keilwirkung einstellt.
[0034] Wenn hingegen der Transportwagen aufwärts fahren soll, wird der Antriebsmotor so
angetrieben, daß er den Zahnring 42 entgegen der Richtung des Pfeiles 65 antreibt.
Hierdurch trifft ein Vorsprung am Zahnring 42, der dem Vorsprung 43 entspricht, auf
den Betätigungskeil 57' und nimmt diesen entsprechend seiner Drehung entgegen dem
Uhrzeigersinn mit, bis der Keil 57' auf den Steg.56 trifft, wodurch das antreibende
Moment entgegen der Pfeilrichtung 60 formschlüssig auf den Bremskörper 48 und von
diesem auf die Achse 47 übertragen wird.
[0035] Das bei abgeschaltetem Antriebsmotor auf die Welle 47 einwirkende Lastmoment muß
nicht unbedingt die Pfeilrichtung 62 haben, sondern kann bei umgekehrter Steigungsrichtung
der Schienen 4 und 5 auch umgekehrt gerichtet sein. Durch die gegensinnige Anordnung
der Keile 57 und 57' wird nämlich gewährleistet, daß die Bremse davon unabhängig ist,
ob eine Drehung der Welle 47, des Bremskörpers 48 und des Zahnringes 42 im Uhrzeigersinn
einer Abwärtsbewegung oder einer Aufwärtsbewegung des Transportwagens entspricht.
Generell ist bei jeder Drehung des Bremskörpers 48 im Uhrzeigersinn (Pfeilrichtung
60), sei sie durch ein an der Welle 47 in Pfeilrichtung 62 angreifendes Lastmoment
oder durch ein auf den Zahnring 42 in Pfeilrichtung 65 wirkendes Motormoment hervorgerufen,
stets nur der Keil 57 in der vorangehend beschriebenen Weise entweder bremsend oder
als formschlüssiges Bindeglied zwischen dem Zahnring 52 und dem Bremskörper 48 wirksam,
während der Keil 57' zum Steg 56 hin verschoben, also wirkungslos ist. Bei einer umgekehrten
Drehung des Bremskörpers 48 entgegen der Pfeilrichtung 60 ist dagegen der Keil 57'
in entsprechender Weise wirksam und der Keil 57 wirkungslos.
[0036] Die Fig. 8 zeigt in einem weiteren Beispiel die Ausführung der Lastmomentbremse als
Scheibenbremse, und zwar in einer gewinkelten Schnittansicht, deren Schnittebenen
etwa denjenigen beiden Ebenen entsprechen, in denen in Fig. 7 der Zahnring 42 geschnitten
dargestellt ist. Dieses Beispiel unterscheidet sich nur in konstruktiver Hinsicht,
nicht aber in der Funktion von dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7, so daß nachfolgend
die Funktion nicht noch einmal in allen Einzelheiten erläutert wird.
[0037] Auf der mit der Antriebsrolle verbundenen Welle 77 ist im Beispiel der Fig. 8 ein
Bremskörper 78 drehfest und axial verschieblich gelagert. Mit dem Bremskörper 78 ist
eine ebenfalls auf der Welle 77 axial verschiebliche Buchse 79 fest verbunden, beispielsweise
mit Hilfe mehrerer Senkschrauben, von denen eine bei 80 angedeutet ist. An dem der
Antriebsrolle abgelegenen Ende der Welle 77 ist an der Buchse ein Ringflansch 81 befestigt,
auf dem zum Bremskörper 78 hinweisend ein Bremsbelag 82 angebracht ist. Der Bremskörper
78 bildet also zusammen mit der Buchse 79, dem Ringflansch 81 und dem Bremsbelag 82
eine Baueinheit.
[0038] Auf der zum Bremsbelag 82 hinweisenden Seite des Bremskörpers 78 befinden sich vier
Ausnehmungen in der gleichen Anordnung wie in Fig. 7, die jeweils einen Betätigungskeil
enthalten. Davon sind in Fig. 8 nur die Ausnehmung 85' mit dem Betätigungskeil 87'
(entsprechend der Ausnehmung 55' mit dem Betätigungskeil 57' in Fig. 7) erkennbar.
Alle Keile sind zweckmäßig zur Reibungsverminderung über Wälzkugeln 88 (die ebenso
auch bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7 vorgesehen sein können) gegen die hintere
Keilfläche der Ausnehmungen abgestützt und auf ihrer Außenfläche mit einem Bremsbelag
84 versehen.
[0039] Zwischen dem Bremsbelag 82 am Ringflansch 81 und dem Bremsbelag 84 an den Keilen
erstreckt sich eine ortsfeste Bremsscheibe 75, die nahe der Buchse 79 mit einer kurzen
zylindrischen Hülse 76 verbunden ist. Diese Hülse 76 dient zur Lagerung der Welle
77 mit Hilfe von Nadellagern 74, die sich zwischen der Hülse 76 und der Buchse 79
befinden. Im übrigen ist analog dem Beispiel gemäß.Fig. 7 um den Bremskörper 78 herum
der mit dem Antriebsmotor verbundene Zahnring 72 angeordnet, der mit Vorsprüngen 73
in eine Ringnut 83 des Bremskörpers eingreift.
[0040] Im Betrieb der Bremse gemäß Fig. 8 werden bei einem auf die Welle 77 einwirkenden
Lastmoment die bei der betreffenden Drehrichtung wirksamen Keile (z. B. der Keil 87')
aus ihrer Ausnehmung heraus zur Bremsscheibe 75 hin verschoben, bis ihr Bremsbelag
an der Bremsscheibe zur Anlage kommt. Bei weiterer Verschiebung der Keile aus ihrer
Ausnehmung heraus wird dann der Bremskörper 78 von der Bremsscheibe 75 weggeschoben,
bis sich schließlich auch der dem Bremskörper zugeordnete Bremsbelag 82 des Ringflansches
81 an die gegenüberliegende Seite der Bremsscheibe 75 anlegt. Dieser Zustand entspricht
der Verkeilung des Bremskörpers 48 zwischen den beiden Gehäusewänden 50 und 51 im
Beispiel gemäß Fig. 7. Der positive Antrieb, d. h. die Übertragung des Motormoments
auf die Welle 77 erfolgt ebenso wie im Beispiel gemäß Fig.7 durch einen formschlüssigen
Eingriff der am Zahnring 72 angebrachten Vorsprünge 73, welche die zugeordneten Keile
in die wirkungslose Lage gegen die Stege 86 am Bremskörper 78 drücken.
[0041] Abschließend sei noch darauf hingewiesen, daß die am Beispiel der Fig. 7 und 8 beschriebene
Lastmomentbremse nicht nur für das spezielle Fördersystem gemäß Fig. 1 - 6 geeignet
ist, sondern grundsätzlich und ganz allgemein bei jeder Fördereinrichtung angewendet
werden kann, die eine ansteigende (bzw. abfallende) Zahnschiene enthält, welche mit
einem vom Transportwagen aus angetriebenen Antriebs-Zahnrad im Eingriff steht.
1. Fördersystem zur überwindung von Höhenunterschieden, mit einem Transportwagen,
der mittels eines Triebwerkes an einer Schiene aufgehängt und an dieser entlangbewegbar
ist, wobei das Triebwerk wenigstens eine oben auf der Schiene und wenigstens eine
unten auf der Schiene laufende Rolle enthält, von denen eine als Zahnrad ausgebildet
ist, das mit einer an der Schiene nach Art einer Zahnstange angebrachten Verzahnung
kämmt und mit einem Antriebsmotor verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Triebwerk
einen Rollensatz (7) aus zwei Rollen (12, 12') oberhalb der Schiene (4) und diesen
gegenüberliegend zwei Rollen (10, 10') unterhalb der Schiene umfaßt, von denen die
einander gegenüberliegenden Rollen (10, 12 bzw. 10', 12') je ein Paar mit einem auf
die Schiene abgestimmten Achsabstand bilden, wobei die Anordnung so getroffen ist,
daß jedes Rollenpaar für sich um eine erste Achse (21 bzw. 21') schwenkbar gelagert
ist, die parallel zu und in der Mitte zwischen den Achsen (13) des zugehörigen Rollenpaares
angeordnet ist, daß jedes Rollenpaar für sich um eine zweite Achse (22 bzw. 22') schwenkbar
gelagert ist, die senkrecht oder nahezu senkrecht zu den Achsen der Rollen des zugehörigen
Rollenpaares verläuft, und daß beide Rollenpaare gemeinsam um eine dritte Achse (23)
schwenkbar gelagert sind, die parallel oder nahezu parallel zu den Rollenachsen und
in der Mitte zwischen allen vier Rollenachsen liegt.
2. Fördersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollen jedes Rollenpaares
(10, 12 bzw. 10', 12') auf einer Verbindungsstrebe (14 bzw. 14') gelagert sind, welche
jeweils in der Mitte zwischen den Rollenachsen schwenkbar in einer bügelförmigen Traverse
(15 bzw. 15') gelagert ist und jede Traverse so angeordnet ist, daß die zweite Schwenkachse
(22 bzw. 22') jedes Rollenpaares die zugehörigen Rollenachsen (13) schne-idet und
in der Mittelebene dieser Rollen liegt, und daß beide Traversen (15 bzw. 15') an einer
Drehscheibe (17) angebracht sind, die drehbar an dem Transportwagen (1) gelagert ist.
3. Fördersystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils eine Rolle (10
bzw. 10') eines jeden Rollenpaares (10, 12 bzw. 10', 12') als Triebstockrolle ausgebildet
ist, wobei der Durchmesser ihrer Zapfen (11) von der Mitte zu den Enden hin abnimmt
und die Breite der Verzahnung (6) an der Schiene (4) so bemessen ist, daß die Zähne
sich nur über den mittleren Bereich der Zapfen (11) erstrecken.
4. Fördersystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß mit der einen Triebstockrolle
(10) der Antriebsmotor und mit der anderen Triebstockrolle (10') eine Fangvorrichtung
gekoppelt ist.
5. Fördersystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollen (10, 10',
12 und 12') als Prismenrollen ausgebildet sind.
6. Fördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer unterhalb der Schiene
und parallel zu dieser angeordneten zweiten Schiene und mit wenigstens einer an der
zweiten Schiene abrollenden, in einer vertikalen Wand des Transportwagens gelagerten
Stützrolle, dadurch gekennzeichnet, daß auch der zweiten Schiene (5) ein Rollensatz
(8) aus zwei Rollen (25 bzw. 25') oberhalb der Schiene und diesen gegenüberliegend
zwei Rollen (26, 26') unterhalb der Schiene zugeordnet ist, von denen die einander
gegenüberliegenden Rollen (25, 26 bzw. 25', 26') je ein Paar mit einem auf die Schiene
abgestimmten Achsabstand bilden, wobei die Anordnung so getroffen ist, daß jedes Rollenpaar
für sich um eine erste Achse (31 bzw. 31') schwenkbar gelagert ist, die parallel zu
und in der Mitte zwischen den Achsen des zugehörigen Rollenpaares angeordnet ist,
daß beide Rollenpaare gemeinsam um eine dritte Achse (33) schwenkbar gelagert sind,
die parallel zu den Rollenachsen und in der Mitte zwischen allen vier Rollenachsen
liegt, und daß jedem Rollenpaar noch eine zusätzliche Rolle (28 bzw. 28') zugeordnet
ist, deren Achse senkrecht zu den Achsen der Rollen des zugehörigen Paares.verläuft.
7. Fördersystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Schienen (4,
5) parallel zueinander angeordnet sind und ihr vertikaler Abstand (a) an jeder Stelle
der Fahrstrecke gleich ist, und daß in bestimmten Bereichen der Fahrstrecke eine zusätzliche
Führungsschiene (35) vorgesehen ist, die mit einem in seitlichen Abstand (c) von den
beiden Rollensätzen (7 und 8) am Transportwagen (1) angeordneten Paar von Führungsrollen
(36) zusammenwirkt, um die Horizontallage des Transportwagens zu stabilisieren.
8. Fördersystem zur überwindung von Höhenunterschieden, mit einem Transportwagen,
der mittels eines Triebwerkes entlang einer Schiene bewegbar ist, wobei das Triebwerk
ein auf der Schiene laufendes Antriebsrad enthält, das mit einem Antriebsmotor verbunden
ist, ggfs. in Verbindung mit einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Antriebsmotor und dem Antriebsrad eine Bremse angeordnet ist, deren
Bremswirkung selbsttätig durch ein vom Motor her wirkendes Antriebsmoment aufgehoben
und durch ein vom Antriebsrad her wirkendes Lastmoment wirksam gemacht wird.
9. Fördersystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremse so ausgelegt
ist, daß auch bei dem maximalen auf das Antriebsrad wirkenden Lastmoment der Transportwagen
im Stillstand gehalten wird.
10. Fördersystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß auf der mit dem Antriebsrad
verbundenen Welle (47, 77) ein im wesentlichen zylindrischer Bremskörper (48, 78)
drehfest, aber axial verschiebbar gelagert ist, der mit wenigstens zwei seitlichen,
jeweils eine in Umfangsrichtung verlaufende Keilfläche (58, 58') aufweisenden Ausnehmungen
(55, 55' bzw 85') versehen ist, wobei die beiden Keilflächen gegensinnig verlaufen,
daß in den Ausnehmungen je ein Betätigungskeil (57, 57' bzw. 87') angeordnet ist,
der eine entsprechende Keilfläche aufweist und in Umfangsrichtung innerhalb der Ausnehmung
beweglich ist, daß auf dem Bremskörper ein mit dem Antriebsmotor gekuppeltes ringförmiges
Rad (42, 72) frei drehbar gelagert ist, welches radial nach innen ragende Vorsprünge
(43, 73) aufweist, die gegen die jeweils kurzen Seitenflächen (52, 52') der Betätigungskeile
bewegbar sind, und daß der Außenfläche der Betätigungskeile sowie der davon abgelegenen
Außenfläche des Bremskörpers jeweils eine ortsfeste Bremsfläche (45, 46 bzw. 75) zugeordnet
ist.
11. Fördersystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß insgesamt vier seitliche
Ausnehmungen (55, 55') mit den zugehörigen Betätigungskeilen (57, 57') vorgesehen
sind, wobei in Umfangsrichtung aufeinanderfolgende Ausnehmungen einen gegensinnigen
Keilverlauf aufweisen.
12. Fördersystem nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den langen
Seitenflächen (53, 53') der Betätigungskeile (57, 57') und dem zwischen den Ausnehmungen
(55, 55') gebildeten Steg (56) im Bremskörper (48) jeweils eine in Umfangsrichtung
wirkende Druckfeder (59) angeordnet ist, welche die Betätigungskeile in Eingriffsrichtung
leicht vorspannt.