[0001] Die Erfindung betrifft eine elektrolytische Zelle für die Elektrolyse von wässrigem
halegonidhaltigem Elektrolyt mit monopolaren Anfangs- und Endeinheiten und jeweiligen
Stromführungselementen zwischen Stromsammelschienen und Anfangs- bzw. Endeinheiten
und mit einer Vielzahl von bipolaren Elektrodeneinheiten je mit einem anodischen und
kathodischen Teilelement als Elektrodenpaar in fluchtender, verbundener Anordnung,
wobei Anodenteilelement und Kathodenteilelement an den zugewandten Enden auf ihre
aktiven Länge mittels eines bipolaren Stromführungselementes elektrisch leitend verbunden
sind. Elektrolytische Zellen dieser Art werden verwendet, um aus dem Elektrolyt eine
wässrige Alkalimetallhydroxidlösung (Zellenflüssigkeit), Halogen und Wasserstoff herzustellen.
Insbesondere dienen diese Zellen der Elektrolyse von Natriumchloridlösungen.
[0002] Bei der Elektrolyse solcher Lösungen ist es erforderlich, an der Vielzahl der Kontaktstellen
für die Leitung des elektrischen Stromes beständige elektrische Verbindungen aufrecht
zu erhalten bei möglichst kurzen Verbindungswegen.
[0003] Es ist eine Elektrolysezelle aus DE-OS 30 25 662 bekannt, die aus .einer Vielzahl
von Anoden- und Kathodenteilelementen besteht und bei der jeweils ein Anoden- und
ein Kathodenteilelement in fluchtender Anordnung verbunden sind. Die Verbindung erfolgt
über eine bipolare Einheit, die an den senkrechtep Rahmenschienen des anodischen Teilelementes
und des benachbarten kathodischen Teilelementes hängt. Die bipolare Einheit, auch
als bipolares Element bezeichnet, steht gemäß Stand der Technik in Kontakt mit den
anodischen und kathodischen Teilelementen. Die Figur 10 der DE-OS 30 25 662 weist
im Schnitt der bipolaren Einheit 3 unterschiedliche Werkstoffe wie Titan- oder Gleichrichtermetall,
Kupfer und Eisen oder Stahl als Bandmaterial auf. Die Art der Verbindung bzw. Schaffung
des notwendigen Kontaktes wird nicht offenbart. Dabei ist bekannt, daß sich Kupfer
und Titan- oder Gleichrichtermetall nicht thermisch, so z.B. durch Schweißen, sondern
nur mechanisch verbinden lassen. Eine mechanische Verbindung ist jedoch nie vollflächig
und es besteht stets die Gefahr der Kontaktkorrosion. Darüber hinaus ist jede mechanische
Verbindung materialaufwendig.
[0004] Nach EPA-0 040 920 ist eine Elektrolysezelle bekannt, bei der Anoden und Kathoden
ebenfalls in fluchtender Anordnung elektrisch leitend miteinander verbunden sind und
zwar über eine bipolare elektrische Verbindung. Dabei wird zwar erwähnt, daß Anoden
und Kathoden verschraubt, verlötet oder verschweißt sein können, jedoch wird keine
Lehre gegeben, wie dies bei ansich unverschweißbaren Metallen erfolgen soll. Als beispielhafte
Darstellung wird lediglich eine verschraubte Verbindung aufgeführt mit je einem vorspringenden
Flansch an jeder Elektrode, wobei die Flansche sich überdecken müssen. Solche Verschraubungen
schaffen lediglich eine örtlich begrenzte Kontaktfläche im Bereich der Verschraubung
und lassen im übrigen Spaltbereich der Doppelflansche Bereiche frei für die Bildung
von Korrosionsprodukten, die eine einwandfreie elektrische Stromleitung verhindern.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, längs fluchtende Anoden- und Kathodenteilelemente
der beschriebenen Elektrolysezelle auf ihre gesamten aktiven Länge elektrisch leitend
miteinander zu verbinden.
[0006] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Stromführungselement, das eine Bimetalleinheit
ist, die durch plastische Verformung im Kontaktbereich der beiden Metalle hergestellt
ist und wobei die Bimetalleinheit in bekannter Weise mit den Anfangs- und Endeinheiten
und mit den jeweiligen beiden fluchtenden Teilelementen elektrisch leitend verbunden
ist.
[0007] Die Ausgestaltung der Erfindung erfolgt zweckmäßigerweise gemäß den Merkmalen der
Unteransprüche.
[0008] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die verschiedenartigen
Elemente der elektrolytischen Zelle elektrisch leitend und zwar auf der gesamten verfügbaren
Fläche verbunden werden können, ohne daß Spaltberührungen übrig bleiben, in denen
Korrosionen auftreten können. Dadurch werden Stromverluste durch mangelhafte Kontaktflächen
vermieden. Wegen des Fehlens von Kontaktspalten wird Korrosion vermieden. Der Materialaufwand
ist ebenfalls minimal, da Materialdoppelungen, wie Flansche etc. und Schrauben für
diese Flanschverbindungen nicht erforderlich sind. Die Nachteile bisher bekannter
elektrolytischer Zellen werden vollständig aufgehoben und sogar völlig neue Vorteile
erhalten. So kann die elektrolytische Zelle noch flacher gebaut werden. Infolge der
erfindungsgemäßen Bimetall- einheit lassen sich die anschließenden Zellenelemente
einwandfrei thermisch anschließen, d.h. Verschweißen, was die beste metallische Verbindung
darstellt.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1: ein Elektrodenpaar im Querschnitt
Fig. 2: vergrößert dargestellte Bimetalleinheit im Schnitt
Fig. 3: eine Bimetalleinheit in Queranordnung
Fig. 4: eine Modul-Membran-Elektrolysezelle mit mehreren Einzelzellen hintereinander
in Explosionsdarstellung.
Fig. 5: Anfangseinheit einer Elektrode mit Sammelschienenanschluß.
Fig. 6: Endeinheit einer Elektrode mit Sammelschienenanschluß.
[0010] Das Elektrodenpaar in Fig. 1 und Fig. 2 besteht aus der Anode 1, der Kathode 2 und
der Bimetalleinheit 3. Die Bimetalleinheit 3 mit dem Kontaktbereich 4 wurde erhalten
durch beispielsweise eine Sprengplattierung von Anodenmaterial 5 auf Kathodenmaterial
6. Der verwendete Bimetallstreifen 3 wurde erhalten aus einer Bimetallplatte, die
in Streifen geschnitten wurde. Die Bimetall- einheit mit dem Anodenmaterial 5 aus
Titan oder Gleichrichtermetall und dem Kathodenmaterial & aus Stahl, Edelstahl oder
Nickel wird an der einen Seite mit der Anode und an der anderen Seite mit der Kathode
verschweißt, so daß ein inniger, rein metallischer Kontakt erhalten wird. Das angewendete
Schweißverfahren ist dabei nicht Gegenstand des Schutzrechtsbegehrens. Die Membran
7 ist Trennglied zwischen Anodenfläche und Kathodenfläche.
[0011] Nach Fig. 3 kann die Bimetalleinheit 3 zwecks guter Stromverteilung auch quer angeschweißt
werden.
[0012] In Fig. 4 sind eine Vielzahl von bipolaren Elektrodeneinheiten sogenannte Elektrodenpaare
zusammen mit den entsprechenden Anfangs- und Endelektroden innerhalb einer Modul-Membran-Elektrolysezelle
aufgebaut. Dabei wird über die Sammelschiene 6 der Strom den Anoden 1 zugeführt. Vor.
diesen Anodenelementen fließt der elektrische Strom durch die Membran 7 in die Kathode
2, um dann über die Bimetalleinheit 3 in die nächste Anode zu gelangen. Im Innern
der Zelle sind eine Vielzahl von Elektrodenpaaren, in Stromfließrichtung versetzt,
jeweils durch eine Membrane getrennt, hintereinander angeordnet. Am Ende der Zelle
wird über die Kathode 2 und Sammelschiene 9 der elektrische Strom zur nächsten Modul-Membran-Elektrolysezelle
geleitet.
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[0013] Die Anfangs- bzw. Endeinheit, die entweder Anode 1 oder Kathode 2 ist, hat nach Figur
5, 6 einen direkten Kontakt über die Bimetalleinheit-Anode 10 bzw. Bimetalleinheit-Kathode
11 zu der Sammelschiene 8, 9.
[0014] Die Bimetalleinheit-Anode 10 besteht aus Titan oder Gleichrichtermetall und Kupfer,
die Bimetalleinheit-Kathode 11 besteht aus Stahl, Edelstahl oder Nickel und Kupfer.
Sie werden auf ihrer gesamten Länge mittels Schweißverfahren mit der Material-gleichen
Anode bzw. Kathode verbunden. Diese Art der Verbindung ist so gut, daß keine Widerstandserhöhung
eintritt. Der Anschluß der Bimetalleinheit Anode 10 bzw. Bimetalleinheit-Kathode 11
an die jeweilige Sammelschiene 8 oder 9 muß lösbar und flexibel sein und erfolgt daher
in bekannter Weise über Kupfer-Flexbänder 12 und Verschraubungen 13.
[0015] Je nach Größe und Leistung einer Modul-Membran-Elektrolysezelle kann eine Mehrzahl
von Anoden bzw. Kathoden am Anfang bzw. Ende der Zelleneinheit mit einer Sammelschiene
verbunden werden.
1. Elektrolytische Zelle für die Elektrolyse von wässrigem halogenidhaltigem Elektrolyt
mit monopolaren Anfangs- und Endeinheiten und jeweiligen Stromführungselementen zwischen
Stromsammelschienen und Anfangs- bzw. Endeinheiten und mit einer Vielzahl von bipolaren
Elektrodeneinheiten je mit einem anodischen und kathodischen Teilelement als Elektrodenpaar
in fluchtender, verbundener Anordnung, wobei Anodenteilelement und Kathodenteilelement
an den zugewandten Enden auf ihrer aktiven Länge mittels eines bipolaren Stromführungselements
elektrisch leitend verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stromführungselemente Bimetall-Einheiten (3) sind,
die durch plastische Verformung im Kontaktbereich (4) der beiden Metalle (5, 6) hergestellt
sind und daß die Stromführungselemente Bindeglieder sind zwischen den Stromsammelschienen
und den Anfangs- bzw. Endeinheiten und zwischen jeweils einem anodischen und kathodischen
Teilelement als Elektrodenpaar in fluchtender Anordnung.
2. Elektrolytische Zelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bimetall-Einheit
(10) für die anodische Endeinheit aus Titan- oder Gleichrichtermetall und aus Kupfer
besteht.
3. Elektrolytische Zelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bimetalleinheit
(11) für die kathodische Endeinheit aus Stahl, Edelstahl oder Nickel und aus Kupfer
besteht.
4. Elektrolytische Zelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bimetall-Einheit
(3) für die bipolaren Elektrodeneinheiten (1, 2) aus Titan- oder Gleichrichtermetall
und aus Stahl, Edelstahl oder Nickel besteht.
5. Elektrolytische Zelle nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bimetall-Einheiten
zweier oder mehrerer Endeinheiten mit einer ein- oder mehrteiligen Stromsammelschiene
verbunden sind.