[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verdichten von feuchten, gewellten Faserzementplatten,
die auf einer pressfesten, durchlässigen Pressunterlage liegen und mit dieser zwischen
einer oberen und einer unteren Pressform zum Verdichten der Faserzementmasse gepresst
werden, wobei das herausgepresste wässrige Filtrat über ein an der unteren Pressform
vorgesehenes, zu der durchlässigen Pressunterlage geöffnetes Kanalsystem abgeführt
wird.
[0002] Durch das Verdichten wird eine bessere Qualität des Produktes erreicht: Die Festigkeitswerte
werden erhöht und die Wetterbeständigkeit verbessert. Die vorgeformte Faserzementplatte
wird dabei um 10 bis 25 % dünner.
[0003] Dies erfolgt in einer Presse, in welche die Pressunterlage mit der vorgeformten.
feuchten, gewellten Faserzementplatte auf die untere
Pressform eingefahren wird. Die Pressunterlage ist eine der Wellenform der Faserzementplatte
entsprechend gewellte Lochblechtafel, deren Oberfläche mit einer Siebgewebelage, welche
die Löcher im Blech überbrückt, versehen ist. Die Oberfläche der unteren Pressform
weist Wellen auf, welche genau denen der unteren Seite der Pressunterlage entsprechen
. Die Pressungsfläche der oberen Pressform weist Wellen auf, welche der Wellform der
oberen Seite der verdichteten Faserzementplatte entsprechen.
[0004] Zwischen den Pressformen wird die Faserzementplatte unter Anwendung eines Pressdruckes
von 50 bis 200 kp/cm
2 (5 bis 20 MPa), welcher innerhalb von 2 bis 10 sec erreicht und weiter über 1 bis
20 sec aufrechterhalten wird, verdichtet. Während des Steigerns des Pressdrucks zu
dem Maximum fliesst aus der Faserzementmasse ein wässriges Filtrat durch das Siebgewebe
und die Löcher der Pressunterlage und wird durch ein Kanalsystem an der unteren Pressform
abgeführt. Nach dem vollendeten Verdichtungsvorgang werden die Pressformen auseinander
bewegt und die Pressunterlage mit der verdichteten Faserzementplatte aus der Presse
herausgefahren, anschliessend entladen, und eine weitere Pressunterlage, die inzwischen
mit einer weiteren, zu verdichtenden Faserzanentplatte beladen wurde, in die Presse
hineingefahren. Die entladene Pressunterlage kehrt zurück, um in einem Zyklus anschliessend
mit einer neuen, zu verdichtenden Faserzementplatte beladen zu werden. Es zirkulieren
eine Anzahl von Pressunterlagen in einem Kreislauf.
[0005] Die Homogenität der Faserzementplatte, die durch das Verdichten erreicht werden soll,
setzt ein gleichmässiges Pressen, unter Anwendung eines hohen Pressdruckes, und ein
gleichmässiges Entwässern der Masse voraus. Das wässrige Filtrat, das aus der Masse
herauszupressen ist, muss auch gleichmässig und schnell von der Masse abgeführt werden.
[0006] Dies ist bisher noch nicht verlässlich gelungen. Grosse Schwierigkeiten ergeben sich,
dass die bisher vorgesehenen Abführungswege für das Filtrat schon nach kurzer Betriebszeit
durch Verkrustungen ihr Durchflussvermögen verlieren, so dass sich Filtratsansanmlungen
bilden, die nach Abbau des Pressdruckes in die Masse zurückgesaugt werden. Daraus
ergibt sich eine ungleichmässige Rückbefeuchtung, welche während des Abbindens der
Faserzementplatten örtlich unterschiedliche Schwindungen verursacht. Davon entstehen
Festigkeitseinbussen und somit eine Qualitätsverminderung des Endprodukts. Diese Verkrustungen
ergeben sich aus der Beschaffenheit des Filtrats, das neben anderem eine beträchtliche
Kalkkomponente aufweist. Das führt schliesslich dazu, das die Produktion unterbrochen
werden muss, um die Wege zu reinigen bzw. zu entkrusten. Es ist nicht möglich, die
Wege nach Bedarf grosszügiger zu gestalten, denn damit würde die Festigkeit der unteren
Pressform oder der Pressunterlage beeinträchtigt, und diese würden dann den hohen
Arbeitsdrücken nicht standhalten. Es kommt auch vor, dass in die Masse harte Fremdkörper
geraten, die dann beim Pressen Schäden an den geschwächten Pressformen oder Pressunterlagen
verursachen können.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, für das anfangs beschriebene Verfahren Massnahmen zu
finden, die ein gleichmässiges, vollkommenes und störungsfreies Abführen des herausgepressten
Filtrats ermöglichen, mit Mitteln, die die notwendige Festigkeit bzw. Standfestigkeit
der betreffenden Einrichtung, insbesondere der unteren Pressform und der Pressunterlage
nicht beeinträchtigen. Dabei soll es auch möglich sein, mit einem Werkzeugsatz, d.h.
mit einer unteren und oberen Pressform und mit gleichformatigen Pressunterlagen Faserzementplatten
auch kleinerer Formate zu verdichten.
[0008] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass das Kanalsystem in Richtung
der Filtratsabfuhr mit einem Luftstrom aus einer Luftüberdruckquelle durchströmt wird,
welcher durch die Pressunterlage unter dem Pressdruck durchgesickerte Tropfen des
wässrigen Filtrats mitreisst, beschleunigt und transportiert. Damit ist es möglich,
gleichmässig, schnell und vollkommen die herausgepresste Menge des Filtrats durch
ein geeignetes Kanalsystem herauszutragen; dessen Wege die Festigkeit weder der unteren
Pressform noch der Pressunterlage beeinträchtigen. Bei genügender Geschwindigkeit
des Luftstromes bilden sich in den Wegen keine durch Verkrustungen verursachte Engpässe,
die die Abfuhr des Filtrats verhinderten, denn die Wände der Wege bleiben unbenetzt
bzw. trocken.
[0009] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens angegeben.
[0010] Im weiteren wird das erfindungsgemässe Verfahren und seine Vorteile näher beschrieben
und erklärt. Die Beschreibung bezieht sich auf eine Zeichnung, in der zeigen:
Figur 1 in einer Sicht auf Stirnseite,Teile einer oberen und einer unteren Pressform,
Figur 2 einen vergrösserten Teillängsschnitt durch die untere Pressform gemäss Linie
I-I in Figur 1,
Figur 3 einen vergrösserten Ausschnitt aus der Figur 1 und
Figur 4 in Seitensicht ein Schema einer der unteren Pressform angeschlossenen Druckluftquelle.
[0011] Das Verdichten einer Faserzanentplatte 3 geschieht in einem Raum 4 zwischen einer
unteren Pressform 1 und einer oberen Pressform 2. Die Pressformen sind in einer Presse
bekannter Konstruktion, die in der Zeichnung nicht gezeigt ist, eingebaut und sind
vertikal relativ zueinander mit bekannten, ebenfalls hier nicht gezeigten Mitteln
bewegbar. Eine zu verdichtende, feuchte, vorgeformte, d.h. gewellte Faserzementplatte
3 liegt dabei in einem Zwischenraum 4 zwischen den beiden Pressformen 1 und 2 auf
einer durchlässigen, pressfesten Pressunterlage 5. Diese ist aus einem Lochblech mit
Löchern 6 hergestellt. Die Pressunterlage 5 liegt auf der Wellen aufweisenden Oberfläche
der unteren Pressform 1, wobei das Wellengebilde der Pressform 1 und das Wellengebilde
der anliegenden Seite der Pressunterlage 5 zueinander angepasst sind, so dass die
Pressunterlage 5 auf der Oberfläche der Pressform 1 dicht anliegen kann. Die Oberfläche
der Pressunterlage 5 ist mit einem feinmaschigen Siebgewebe 7 versehen, das die Löcher
6 der Pressunterlage 5 überbrückt. Zwischen der Faserzementplatte 3 und dem Wellengebilde
der oberen Pressform 2 ist eine Trennschicht 8 vorgesehen, die ein Haften der Faserzementplatte
an der oberen Pressform 2 verhindert.
[0012] Mit Senken der oberen Pressform 2 zu der unteren Pressform 1 wird eine Presskraft
von Null auf ein Maximum gesteigert. Dadurch wird eine Flächenpressung zwischen den
Pressformen bewirkt, welche die Faserzementmasse der Faserzementplatte verdichtet.
Dabei wird ein wässriges Filtrat aus der Masse herausgepresst und sickert nach unten
durch die Maschen des Siebgewebes 7 und durch die Löcher 6 der Pressunterlage 5 in
ein an die Löcher 6 anschliessendes bzw. zu den Löchern 6 geöffnetes Kanalsystem an
der unteren Pressform 1.
[0013] Um einen gewünschten Verdichtungseffekt zu erzielen, muss die Flächenpressung im
Bereich 50 bis 200 kp/cm
2 (5 bis 20 MPa) erzeugt werden. Nachdem die gewünschte maximale Flächenpressung in
einer Zeit von z.B. 2 - 10 Sekunden erreicht ist, wird die entsprechende Presskraft
noch für einige Sekunden, z.B. 1 bis 20 Sekunden, aufrechterhalten. Danach werden
die Pressformen 1 und 2 auseinanderbewegt und die verdichtete Faserzementplatte mit
der Pressunterlage aus dem Raum zwischen den Pressformen herausgefahren.
[0014] Das an die Löcher 6 der Pressunterlage 5 anschliessende Kanalsystem zum Abführen
des herausgepressten Filtrats weist an der gewellten Oberfläche der unteren Pressform
1 nach oben, gegenüber den Löchern 6 offene Rillen oder Nuten 9 auf. Diese verlaufen
über die Breite der Pressform 1 den Fall-Linien gemäss jeweils von einem Wellental
10 über den Wellenberg 11 in das jeweils nächste Wellental 10 und sind der Länge der
Pressform 1 nach dicht nebeneinander angeordnet, wie es mittels Figur 1 im Quersicht
und in Figur 2 im Längsschnitt besonders deutlich gezeigt ist.
[0015] Die Teilung bzw. Verteilung der Rillen 9 an der Pressform 1 und die Teilung bzw.
Verteilung der Löcher 6 durch die Pressunterlage 5 sind so gewählt, dass jeweils eine
genügende Mehrzahl Löcher über den Rillen 9 liegt und nur eine Minderheit dieser über
den Stegen 12 zwischen den Rillen liegt. Zum Abführen des Filtrats aus den Rillen
9 sind in jedem Wellental 10 jeder Rille 9 eine vertikale Bohrung 13 vorgesehen, welche
in Sammelkanäle 14 führen, die der Länge der Pressform nach jeweils unter den Wellentälern
10 durch die Pressform verlaufen.
[0016] Parallel zu den Sammelkanälen 14 verlaufen unter den Wellenbergen 11 Verteilungskanäle
15, die an eine Druckluftquelle angeschlossen sind. Aus diesen Kanälen 15 führen zu
jedem Wellenberg 11 und in jede Rille 9 Bohrungen 16, durch welche die Druckluft jeweils
am Wellenberg 11 in die von der Pressunterlage 5 überbrückten Rillen 9 strömt und
durch diese zu den Wellentälern 10 und durch die Bohrungen 13 in die Sammelkanäle
14. Dieser Strömungsweg ist in Figur 1 und 3 mit den eingezeichneten Pfeilen dargestellt.
[0017] Die Querschnitte der Bohrungen 13 und 16 und der Querschnitt der Rillen 9 gleichen
ungefähr einander.
[0018] Eine genügende Luftstromgeschwindigkeit in den Rillen 9 liegt im Bereich von 15 bis
20 m/sec. Dies genügt dazu, dass die Tropfen des herausgepressten Filtrats von dem
durchströmenden Luftstrom mitgerissen, beschleunigt, in Teilchen zerteilt bzw. vernebelt
werden und mit dieser Geschwindigkeit durch die Rillen 9 und die Bohrungen 13 in die
Sammelkanäle 14 transportiert werden,ohne die Wände dieser relativ engen Strömungsprofile
zu benetzen. So bilden sich keine Verkrustungen und keine Ansammlungen des Filtrats,
nicht einmal in den Wellentälern 10 der Rillen 9, so dass,wenn der Pressdruck abgebaut
wird, kein Filtrat in die Faserzementmasse der bereits verdichteten Faserzementplatte
zurückgesaugt werden kann. Das Halten des Pressdruckes in der Schlussphase des Pressens
muss der Zeit entsprechen, die zum Abführen des Filtrats aus den Rillen notwendig
ist. In einigen Sekunden wird dies erbracht.
[0019] Wie eigens in Figur 4 dargestellt ist, sind an einer Stirnseite der unteren Pressform
1 alle durch die Pressform in Längsrichtung unter den Wellentälern 10 verlaufenden
Sammelkanäle 14 an eine Saugleitung 17 (rechts im Bild) angeschlossen, die über einen
Abscheider 18, zum Abscheiden des Filtrats von der Luft zu der Saugseite eines Ventilators
19 führt. Der Förderseite des Ventilators 19 sind über eine Druckleitung 20 (links
im Bild) alle Luftverteilungskanäle 15, die durch die Pressform in Längsrichtung unter
den Wellenbergen 11 jeweils verlaufen, angeschlossen. An der gegenüberliegenden Stirnseite
der Pressform 1 sind die Kanäle 15 zugedeckt. Entsprechend sind auch die Kanäle 14
an der der Saugleitung 17 gegenüberliegenden Stirnseite der Pressform 1 zugedeckt.
So strömt die Luft aus einer Luftüberdruckquelle, dem Ventilator 19 in die Luftverteilungskanäle
15, aus diesen durch die Bohrungen 16 zu den Wellenbergen 11, durch die Rillen 9,
wo die Tropfen des Filtrats mitgerissen, beschleunigt, vernebelt werden,und dieses
Luft-Filtrat-Gemisch strömt durch die Bohrungen 13 in die Sammelkanäle 14 und in den
Abscheider 18. Nach der Abtrennung von dem Filtrat in dem Abscheider 18 wird die Luft
wieder über den Ventilator 19 in die Luftverteilungskanäle 14 gefördert und so weiter
in dem beschriebenen Kreislauf.
[0020] Bei diesem Verfahren ist es wegen der intensiven Transportwirkung der kräftigen Luftströmug
möglich, alle Teilstrecken des beschriebenen Wegesystems in Dimensionen zu halten,
welche die untere Pressform festigkeitsmässig nicht beeinträchtigen, so dass die Pressform
den relativ hohen Betriebsdrücken standhält. Das gleiche gilt auch für die festigkeitsmässige
Anpassung der Pressunterlage 5 zu der Pressform 1. Es ist logisch, dass dieses Verhältnis
so gewählt werden muss, dass unter Umständen z.B. beim Eindringen von harten Fremdkörpern
in die zu verdichtende Faserzementmasse höchstens die Pressunterlage 5, aber nicht
die untere Pressform 1 beschädigt werden darf.
[0021] Zu diesem Zweck müssen die Breite der Rillen 9 und die Breite der zwischen den Rillen
9 vorgesehenen Stege 12 so gewählt werden, dass das Material der die Rillen 9 und
die Stege 12 überbrückenden Pressunterlage 5 unter dem normalen hohen Betriebsdruck
in die Rillen 9 nicht hineindrückt bzw. hineingetrieben wird, obzwar es eine niedrigere
Festigkeit aufweisen muss als das Material der Pressform 1. Dazu werden die Kanten
der Stege 12 scharf belassen, d.h. sie dürfen nicht abgerunden sein, dass das Material
der Pressunterlage 5 an den Stegen 12 unter dem Pressdruck nicht gebogen wird. Die
Rillen 9 können wie die Stege 12 nur einige Millimeter und beide ungefähr gleich breit
sein. In einer gleichen Dichte kann auch die Lochung der Pressunterlage 5 gewählt
werden, wobei die Löcher 6 an Spitzen eines gedachten gleichschenkligen Dreiecks mit
einer Seite von einigen Millimetern zueinander stehen. Falls in der Faserzementmasse
ein harter Fremdkörper vorkommt, kann bei gewisser Dicke des Fremdkörpers im Verhältnis
zur Dicke der zu verdichtenden Faserzementplatte der Pressdruck lokal so hoch ansteigen,
dass das Material der Pressunterlage 5, das dichtgelochte Blech, nicht mehr standhält
und örtlich in eine oder einige Rillen hineindringt. Die Pressform bzw. die Rillen
9 bzw. die Stege 12 bleiben unversehrt. Die eine dabei örtlich beschädigte Pressunterlage
wird aus dem Prozess ausrangiert und mit einer Reserve ersetzt. Die beschädigte Pressunterlage
kann einfach mit Einsetzen und Einschweisseneines entsprechenden Lochblechstückes
zum Wiedereinsatz repariert werden.
[0022] Der Querschnitt des jeweiligen längsverlaufenden Kanals 14 oder 15 entspricht etwa
der Summe der Querschnitte der oberhalb von ihm liegenden und mit ihm durch Bohrungen
13 bzw. 16 verbundenen Rillen 9, die mit der Pressunterlage 5 überbrückt sind, so
dass sie auf diese Weise Kanäle bilden. Hier, in den zugedeckten Rillen 9 herrscht
die erwähnte Strömungsgeschwindigkeit von etwa 15 bis 20 m/sec. In den Verbindungsbohrungen
13 bzw. 16 ist die Geschwindigkeit etwa doppelt so gross.
[0023] Da an den Wellenbergen 11 etwa gleich viel Luft in die Rillen 9 getrieben wird, wie
an den Wellentälern 10 abgesaugt wird, besteht nur ein sehr geringes Druckgefälle
zwischen diesen zwei Punkten. Das ganze System der Luft- bzw. Luft-Filtrat-Gemisch-Wege
ist ein halbgeschlossenes Kreislaufsystem, innert welchem die Verbindungsbohrungen
13 und 16 die Stellen mit dem grössten Druckgefälle sind. Damit ist selbsttätig sichergestellt,
dass in allen Teilstrecken aller Rillen 9 jeweils vom Wellenberg zum Wellental, etwa
die gleiche Strömungsgeschwindigkeit herrscht, unabhängig davon, ob eine Faserzementplatte
auf der Pressunterlage verdichtet wird, die die ganze Fläche der Pressunterlage abdeckt
oder eine kleinere. So ist es möglich, mit einer und derselben Einrichtung, d.h. mit
den Pressformen 1 und 2 und Pressunterlagen 5, die für ein grösstes in Frage kommendes
Format der Faserzementplatten ausgelegt sind, ohne zusätzliche Vorkehrungen bzw. ohne
Umrüsten, auch Faserzementplatten kleineren Formats, z.b. kürzere oder engere Formate,
nach Marktbedarf zu verarbeiten.
[0024] Bei der mit diesem Verfahren zwangsweise erzeugten Strömungsgeschwindigkeit werden
die durch die Pressunterlage 5 frei, bzw. sogar unter einer Saugwirkung in die kanalartigen
Rillen 9 einfliessenden Tropfen des Filtrats sofort mitgerissen und weggetragen. Dies
geschieht durch eine Vernebelung der Tropfen mit einem volumenmässigen Luftüberschuss
zum Volumen des abzuführenden Filtrats. Bei diesem Luftüberschuss kommt es zu keiner
bzw. nur minimalen Benetzung der Wandungen der Filtratsabfuhrwege, so dass keine die
Wege verengenden Verkrustungen sich bilden. Die Wege werden im wesentlichen ganz trocken
gehalten, so dass es nach Abstellen des Pressdruckes zu keinem Zurücksaugen des einmal
herausgepressten Filtrats zurück in die verdichtete Faserzementplatte kommen kann.
Eine gleichmässige Entfeuchtung der ganzen Fläche der Faserzementplatte ist damit
erreicht.
[0025] Aus fabrikatorischen Gründen kann die untere Pressform 1 in eine Anzahl von Längsabschnitten
geteilt sein. Eine solche Teilungslinie ist in Figur 2 mit 21 bezeichnet.
1. Verfahren zum Verdichten von feuchten, gewellten Faserzementplatten (3), die auf
einer pressfesten, durchlässigen Pressunterlage (5) liegen und mit dieser zwischen
einer oberen (2) und einer unteren (1) Pressform zum Verdichten der Faserzementmasse
gepresst werden, wobei das herausgepresste wässrige Filtrat über ein an der unteren
Pressform (1) vorgesehenes, zu der durchlässigen Pressunterlage (5) geöffnetes Kanalsystem
abgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Kanalsystem (9, 13, 14) in Richtung
der Filtratsabfuhr mit einem Luftstrom aus einer Luftüberdruckquelle durchströmt wird,
welche die bei dem Verdichten durch die Pressunterlage (5) durchgesickerten Tropfen
des wässrigen Filtrats mitreisst, beschleunigt und transportiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom mit einer
Geschwindigkeit und in einer Menge durch das Kanalsystem (9, 13, 14) getrieben wird,
die dazu genügen, die Tropfen des Filtrats in Teilchen zu zerteilen, um sie vernebelt,
ohne die Wände des Kanalsystems zu benetzen, mit dem Luftstrom durch das Kanalsystem
herauszutragen..
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft für den Luftstrom
durch ein in der unteren Pressform (1) vorgesehenes Luftkanalsystem (15, 16) getrieben
wird, welches in das Kanalsystem (9, 13, 14) für die Filtratsabfuhr mündet.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressunterlage (5)
mit der verdichteten Faserzementplatte (3) so lange zwischen den Pressformen (1 und
2) unter Druck gehalten wird, bis sämtliches bei dem Verdichten aus der Faserzementmasse
herausgepresste Filtrat aus dem Bereich un- terhalb der Pressunterlage (5) weggetragen ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bzw. 4, dadurch gekenn- zeichnet, dass zum Auffangen des durch die Pressunterlage (5) durchgesickerten
Filtrats ein auf der Oberfläche der unteren Pressform (1) vorgesehenes Netz von Rillen
(9) benutzt wird, wobei dieses Netz einerseits an das Luftkanalsystem (15,16) und
andererseits an das Kanalsystem (13, 14) für die Filtratsabfuhr angeschlossen ist,
so dass beim Betrieb zwischen den Anschlussstellen (16, 13) in den Rillen (9) ein
Luftstrom herrscht.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Auffangen des Filtrates
mittels Rillen vorgencmmen wird, die über die Breite der unteren Pressform (1) jeweils
vom Wellental (10) über Wellenberg (11) in das nächsten Wellental (10) verlaufen und
über die Länge der Pressform (1) dicht hintereinander angeordnet sind, wobei sie jeweils
am Wellenberg (11) an das Luftkanalsystem (15, 16) und am Wellental (10) an das Kanalsystem
(13, 14) für die Filtratsabfuhr angeschlossen sind, so dass in der Rille (9) beim
Betrieb ein Luftstrom vom Wellenberg (11) zum Wellental (10) herrscht.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Filtratstropfen, die
in die Rillen (9) beim Verdichten durchgesickert sind, mit Strömungsgeschwindigkeit
von 15 bis 20 m/sec in den Rillen (9) erfasst und weggetragen werden.
8. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine untere Pressform (1)
mit Rillen (9) und eine blecherne, gelöcherte Pressunterlage (5) benutzt werden, bei
welchen die Verteilung der Rillen (9) an der Pressform und die Verteilung der Löcher
(6) in der Pressunterlage (5) relativ zueinander so abgestimmt sind, dass
a) bei aufgelegter Pressunterlage (5) sich jeweils eine zum Abführen der Filtratsmenge
notwendige Anzahl der Löcher (6) über den Rillen (9) befindet,
b) die Breite, im Längsschnitt gesehen, der Rille (9) und der Stege (12) zwischen
den Rillen in Anbetracht der Festigkeit des Materials der Pressunterlage (5) so gewählt
sind, dass ein Eindringen des Materials der Pressunterlage in die Rillen (9) unter
Betriebsdruck verhindert ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass, im Längsschnitt gesehen,
die Stege (12) und die Rillen (9) ungefähr gleich breit sind, wobei die Stege (12)
eine gerade Oberfläche und zu den Rillen scharfe Kanten aufweisen.
10. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine untere Pressform
(1) benutzt wird, die mit in Längsrichtung durch die Pressform von Stirnseite zu Stirnseite
verlaufenden, unter jeden Wellenberg und jedem Wellental angeordneten Kanälen (14
bzw. 15) versehen ist, wobei von diesen Kanälen (14 bzw. 15) Bohrungen (13 bzw. 16)
zu jeder der oben verlaufenden Rillen (9) vorgesehen sind, die jeweils zu dem Wellenbergbereich
(11), bzw. zu dem Wellentalbereich (10) reichen, und wobei durch die unter den Wellenbergen
(11) verlaufenden Kanäle (15) Luft eingeblasen wird und durch die unter den Wellentälern
(10) verlaufenden Kanäle (14) das Luft-Filtrat-Gemisch weggeführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kreislaufsystem benutzt
wird, bei welchem die unter den Wellentälern (10) verlaufenden Kanäle (14) über einen
Abscheider (18) der Saugseite, und die unter den Wellenbergen (11) verlaufenden Kanäle
(15) der Förderseite eines Ventilators (19) angeschlossen sind.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine untere Pressform
(1) benutzt wird, bei der die Verbindungsbohrungen (13 und 16) zwischen den Rillen
(9) und den in Längsrichtung durch die Pressform (1) verlaufenden Kanälen(14 und 15)
und die Rillen (9) selber ungefähr einen gleichen Querschnitt aufweisen.
13. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des jeweiligen
in Längsrichtung durch die Pressform 1 verlaufenden Kanals (14 bzw. 15) der Summe
der Querschnitte der oberhalb des Kanals liegenden und mit ihm durch Bohrungen (13
bzw. 16) verbundenen Rillen (9) ungefähr gleicht.
14. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Weg der Strömung
durch die Kanäle (15), Bohrungen (16), Rillen (9), Bohrungen (13) und Kanäle (14)
die Bohrungen (13 und 16) die Stellen sind, in denen es das grösste Druckgefälle gibt.