[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schmieden von Kurbelwellen bestehend
aus einem Untergestell und einem über diesem Untergestell angeordneten und in Richtung
dieses Gestells hin und her beweglichen Kopfstück, wobei im Raum zwischen dem Kopfstück
und dem Untergestell zwei gegenseitig gekoppelte bewegliche Werkzeughalter angeordnet
sind, welche am Kopfstück senkrecht oder schräg zu seiner Bewegungsrichtung geführt
sind und welche mit einer aus Gelenkhebeln bestehenden Parallelogrammführung mit dem
Untergestell gekoppelt sind, wobei in den Werkzeughaltern zur Kurbelwangen-, Lagerzapfen-
und Kurbelzapfengestaltung dienende Werkzeuge befestigt sind.
[0002] Aus der GB-A-1 207 236 ist bereits eine Vorrichtung zum Schmieden von nichtkoaxialen
Werkstücken, insbesondere Kurbelwellen bekannt, bei welcher ein Paar von gegeneinander
in Preßrichtung bewegbaren Matrizen vorgesehen ist, in denen ein Stababschnitt so
gefaßt ist, daß seine Achse unter einem Winkel zur Preßrichtung liegt. Bei der gegenseitigen
Annäherung der Matrizen wird der Stababschnitt gestaucht, während sein Mittelteil
gleichzeitig seitlich versetzt wird. Dadurch wird ein Kurbelarm mit zwei dazugehörigen
Zapfen gebildet. Durch Wiederholung dieser Arbeitsvorgänge nach entsprechender Drehung
des Werkstücks wird die Kurbelwelle geschmiedet. Wegen der Winkelstellung des Rohlings
kann beim Stauchen nicht genügend Material angesammelt werden, um es in eine lange
Kurbelwange umformen zu können, so daß die Vorrichtung zum Schmieden langhubiger Kurbelwellen
nicht eingesetzt werden kann.
[0003] Zum Schmieden von Kurbelwellen auf Pressen ist es aus der DE-C-1 301 297 und der
DE-C-1 523 280 bekannt, einen zu schmiedenden angewärmten Stababschnitt an zwei in
einem festgelegten Abstand voneinander liegenden Stellen einzuspannen und den sich
zwischen den Einspannstellen befindenden Teil des Stababschnitts in Achsrichtung des
Stabs zu stauchen, wobei gleichzeitig quer zur Achsrichtung eine Biegung und Versetzung
erreicht wird. Am Anfang des Arbeitshubs ist die Stauchgeschwindigkeit größer als
die Biegegeschwindigkeit, am Ende des Arbeitshubs ist hingegen die Stauchgeschwindigkeit
kleiner als die Versetzungsgeschwindigkeit.
[0004] Bekannt ist ferner, zum Schmieden von Kurbelwellen durch gleichzeitiges Stauchen
und Biegen eines Stabes Vorrichtungen einzusetzen, wie sie aus der DE-C-2 823 799
und der EP-A-0 003 139 bekannt sind. Diese, in Schmiedepressen einbaubaren Vorrichtungen
haben ein Untergestell mit einem darüber angeordneten und in Richtung des Untergestells
hin und her beweglichen Kopfstück, wobei im Raum zwischen dem Kopfstück und dem Untergestell
zwei Paare von gekoppelten beweglichen Werkzeughaltern angeordnet sind, welche am
Kopfstück senkrecht oder schräg zu seiner Bewegungsrichtung geführt und welche mit
Hilfe einer aus Gelenkhebeln bestehenden Parallelogrammführung mit dem Untergestell
gekoppelt sind, wobei in den Werkzeughaltern zur Kurbelwangen-, Lagerzapfen- und Kurbelzapfengestaltung
dienende Werkzeuge befestigt sind. Zwischen den Stirnflächen dieser Werkzeuge ist
am Untergestell starr ein Biegewerkzeug befestigt, gegenüber dem am Kopfstück der
ihm zugeordnete und starr am Kopfstück befestigte Amboss angeordnet ist. Während des
Arbeitshubes wird die lotrechte Bewegung des Kopfstückes mit den Gelenkhebeln in quer
zu dieser Kopfstückbewegung verlaufende Bewegungen der geteilten Werkzeuge und deren
Haltern umgewandelt. Sie nähern sich gegenseitig, wobei der sich zwischen den Stirnflächen
der geteilten Werkzeuge befindliche Stababschnitt gestaucht wird. Die Größe der in
einer solchen Vorrichtung erzielbaren Stauchkraft kann aufgrund der folgenden Gleichung
annähernd berechnet werden:
in welcher
N
P - die Presskraft
α - den Neigungswinkel der Gelenkhebel und
µ - den Reibungskoeffizienten zwischen den gleitend gelagerten Teilen der Vorrichtung
bedeutet.
[0005] Das gestauchte Material wird gleichzeitig durch das Biegewerkzeug in Richtung des
Ambosses gebogen. Während des Arbeitshubes nimmt die Biegegeschwindigkeit im Verhältnis
zu der Stauchgeschwindigkeit zu, und zwar in dem Maße, wie nach und nach das Biegen
in ein Versetzen des Kurbelzapfenmaterials bezüglich des benachbarten Lagerzapfenmaterials
übergeht. In der Endphase des Arbeitshubes werden beide Kurbelwangen umgeformt.
[0006] Die bekannten Vorrichtungen eignen sich nicht zum Schmieden langhubiger Kurbelwellen,
insbesondere für Schiffsmotoren großer Leistung, da das Verhältnis der Länge des zwischen
den Stirnflächen der Stauchwerkzeuge zu stauchenden Stababschnittes zum Durchmesser
dieses Stabes große Werte annehmen müßte. Die Länge dieses Abschnittes hängt vom Volumen
des zur Umformung des ganzen Kurbelhubes (seiner beiden Kurbelwangen und des Kurbelzapfens)
nötigen Materials ab. Es besteht also die Gefahr einer Überschreitung des zulässigen
Schlankheitsgrades während des Stauchens. Eine solche Überschreitung kann eine fehlerhafte
Ausformung der Kurbelwangen und insbesondere einen unregelmäßigen Metallfaserverlauf
in der Kurbelwelle verursachen.
[0007] Die gegenwärtig größten Schmiedepressen weisen eine Presskraft von ca. 80 bis 120
MN auf. Auf solchen Pressen können unter Anwendung der oben erwähnten Verfahren Monoblockkurbelwellen
mit einem maximalen Hub von etwa 1200 mm geschmiedet werden. Diese Begrenzung resultiert
sowohl aus der benötigten Presskraft, wie auch aus dem zur Verfügung stehenden Raum
zwischen dem Stössel und dem Tisch, sowie zwischen den Säulen der Presse. Die größten
Kurbelwellen schwerer Schiffsmotoren haben dagegen einen Hub bis zu 2950 mm. Es besteht
also vorläufig keine Möglichkeit, Monoblockkurbelwellen mit einem Hub von mehr als
1200 mm zu schmieden. Die oben erwähnten langhubigen Kurbelwellen werden deswegen
als gebaute oder halbgebaute Wellen hergestellt, deren Teile durch Aufschrumpfen verbunden
werden.
[0008] Die Monoblockkurbelwellen weisen aber im Vergleich mit halbgebauten und gebauten
Wellen den Vorteil auf, daß aufgrund ihrer kleineren Ausmaße kleinere und leichtere
Motoren gebaut werden können. Bei großen Schiffsdieselmotoren hat man deshalb halbgebaute
Kurbelwellen durch Wellen ersetzt, in denen einzelne, mit halblangen Lagerzapfen geschmiedete
Kurbelkröpfungen durch Schweißen miteinander vereint werden. Das Schweißen ist jedoch
sehr zeitraubend und aufwendig, benötigt eine sehr genaue Kontrolle der Schweißnaht
usw.
[0009] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht deshalb darin, die Vorrichtung
der eingangs genannten Art (z.B. EP-A-003139) so auszubilden, daß eine wesentlich
kleinere Kraft zur Umformung benötigt wird und keine Gefahr einer Überschreitung des
zulässigen Schlankheitsgrades beim Stauchen in der ersten Schmiedephase besteht.
[0010] Diese Aufgabe wird ausgehend von der Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, daß in der Vorrichtung nur ein einziges Paar solcher gegenseitig gekoppelter
beweglicher Werkzeughalter vorgesehen ist, wobei am Untergestell mit welchem die aus
Gelenkhebeln bestehende Parallelogrammführung gekoppelt ist, ein zusätzliches während
des Arbeitshubes unbewegliches Werkzeughalterpaar starr befestigt ist, welches mit
einem dieses Werkzeughalterpaar schließenden Klemmwerk ausgerüstet ist und in diesem
unbeweglichen Werkzeughalterpaar außer den zur Kurbelwangen-, Lagerzapfen- oder Kurbelzapfengestaltung
dienenden weiteren Werkzeugen auch solche Werkzeuge angeordnet sind, welche zur Festlegung
gegenseitiger Winkelstellungen der benachbarten Kurbelwangen in der Kurbelwelle dienen.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung unterscheidet sich von den bekannten Vorrichtungen
zum Schmieden von monolytischen Kurbelwellen dadurch, daß erfindungsgemäß nur ein
einziges Paar solcher gegenseitig gekoppelter beweglicher Werkzeughalter vorgesehen
ist, wobei am Untergestell ein zusätzliches während des Arbeitshubes unbewegliches
zweites Werkzeughalterpaar starr befestigt ist, welches mit einem dieses Werkzeughalterpaar
schliessenden Klemmwerk ausgerüstet ist und in diesem unbeweglichen Werkzeughalterpaar
außer den zur Kurbelwangen-, Lagerzapfen- oder Kurbelzapfengestaltung dienenden Werkzeugen
auch solche Werkzeuge angeordnet sind, welche zum Festlegen gegenseitiger Winkellage
benachbarter Kurbelwangen in der Kurbelwelle dienen.
[0012] In der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann die Stauchkraft aufgrund der folgenden
Gleichung annähernd berechnet werden:
wobei N
P, α und µ die vorstehend genannte Bedeutung haben.
Die Stauchkraft ist also doppelt so groß wie bei den bekannten Konstruktionen. Zum
Schmieden können deshalb Pressen mit entsprechend kleinerer Presskraft angewandt werden.
Ein zweiter wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung beruht darauf,
daß sie in Pressen mit verhältnismäßig kleinem Arbeitsraum eingebaut werden kann.
[0013] Es ist vorteilhaft, wenn in der erfindungsgemäßen Vorrichtung das zusätzliche unbewegliche
Werkzeughalterpaar außerhalb des Raumes, welcher sich im Lot zwischen dem Kopfstück
und dem Untergestell befindet, angeordnet ist.
[0014] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn in der Vorrichtung das Untergestell aus zwei U-förmigen
Längsträgern besteht, wobei die oberen Arme jedes dieser Längsträger gegenseitig durch
einen Zuganker und die beiden Längsträger miteinander mit Traversen verbunden sind,
von denen eine an die Gelenkhebel angelenkt ist, welche mit dem Untergestell und den
beweglichen Werkzeughaltern ein Parallelogramm bilden, während die zweite Traverse
den unteren Teil des zusätzlichen unbeweglichen Werkzeughalterpaares bildet.
[0015] Es ist auch vorteilhaft, wenn in der erfindungsgemäßen Vorrichtung das das zusätzliche
unbewegliche Werkzeughalterpaar schließende Klemmwerk aus mindestens einem Haken besteht,
welcher am Untergestell angelenkt ist und bei geschlossener Stellung sich auf einer
Halbrolle stützt, die drehbar im oberen Teil des zusätzlichen unbeweglichen Werkzeughalterpaares
gelagert ist.
[0016] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Vorrichtung ist das zum Festlegen der
Winkellage benachbarter Kurbelwangen dienende Werkzeug geteilt und besteht aus einem
oberen Teil und einem unteren Teil, wobei in diesem Werkzeug eine Aussparung mit peripherischen
Ausnehmungen vorgesehen ist, welche am Umfang der Aussparung gemäß den verlangten
Winkellagen benachbarter Kurbelwangen der Kurbelwelle verteilt sind und in dieser
Aussparung eine Richtplatte mit einer Ausnehmung zum Ausrichten des Lager- bzw. Kurbelzapfens
in die gewünschte Lage angeordnet ist.
[0017] Vorteilhaft ist es auch, wenn die Vorrichtung ein Kopfstück mit vertikalen Führungsflächen
hat, welche während des Arbeitshubes an vertikale Führungsflächen anliegen, die am
Untergestell angeordnet sind.
[0018] Die Benutzung der Vorrichtung ist bequemer, wenn der obere Teil des zusätzlichen
unbeweglichen Werkzeughalters mit einer Hakenklaue ausgerüstet ist, welche ihn mit
dem Kopfstück während dessen Anhebens verbindet.
[0019] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist zum Schmieden einteiliger Kurbelwellen mit mehreren
Kurbeln vorgesehen. Die Vorrichtung eignet sich aber auch zum Umformen einzelner Kurbelkröpfungen
für halbgebaute Kurbelwellen. Es können auch einzelne Kurbelwangen geschmiedet werden,
welche an beiden Enden Halbzapfen aufweisen. Aus solchen Kurbelwangen kann die Kurbelwelle
durch Aneinanderschweißen der Halbzapfen gebaut werden.
[0020] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann entweder in eine Schmiedepresse eingebaut werden,
wobei in diesem Fall das Kopfstück an dem Pressestössel befestigt wird und das Untergestell
sich auf dem Pressetisch stützt, oder sie kann mit einem eigenen Antrieb ausgerüstet
sein.
[0021] Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung beispielsweise näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens im offenen Zustand, ohne Werkzeugeinlagen,
in der Seitenansicht;
- Fig. 2
- die Vorrichtung gemäß Fig. 1, im vertikalen Längsschnitt;
- Fig. 3
- die Vorrichtung mit den Werkzeugeinlagen im Moment der Einspannung des zu schmiedenden
Materials, welches für die zweite Kurbelwange einer Kurbelkröpfung bestimmt ist, in
der Seitenansicht;
- Fig. 4
- die Vorrichtung gemäß Fig. 3, im vertikalen Längsschnitt,
- Fig. 5
- die Vorrichtung mit den Werkzeugeinsätzen am Ende der Umformung der erwähnten zweiten
Kurbelwange, im vertikalen Längsschnitt;
- Fig. 6
- die Vorrichtung gemäß Fig. 1, in der Stirnansicht;
- Fig. 7
- die Vorrichtung mit den Werkzeugeinsätzen am Ende der Umformung der ersten Kurbelwange
einer Kurbelkröpfung, im vertikalen Längsschnitt;
- Fig. 8
- einen Schnitt längs der Linie A - A von Fig. 3;
- Fig. 9
- den Zuganker eines Längsträgers des Untergestells, in der Seitenansicht;
- Fig. 10
- den Zuganker in der Draufsicht;
- Fig. 11
- das Werkzeug zum Festlegen der gegenseitigen Winkellage benachbarter Kurbelwangen,
bei Vierzylinderkurbelwellen, ohne Richtplatte, im vertikalen Längsschnitt;
- Fig. 12
- ein zu Fig. 11 analoges Werkzeug zum Schmieden von Sechszylinderkurbelwellen, in
der Stirnansicht;
- Fig. 13
- ein zu Fig. 11 analoges Werkzeug zum Schmieden von Siebenzylinderkurbelwellen, in
der Stirnansicht;
- Fig. 14
- ein zu Fig. 11 analogen Werkzeug zum Schmieden von Achtzylinderkurbelwellen in der
Stirnansicht;
- Fig. 15
- eine Richtplatte für die Werkzeuge gemäß Fig. 11 bis 14, im vertikalen Längsschnitt;
- Fig. 16
- diese Richtplatte in der Stirnansicht;
- Fig. 17
- das Werkzeug zum Festlegen der gegenseitigen Winkellage benachbarter Kurbelwangen,
mit eingelegter Richtplatte, welche zum Schmieden der zweiten Wange einer Kurbelkröpfung
eingestellt ist, in der Stirnansicht bei fixiertem Lagerzapfen;
- Fig. 18
- das Werkzeug gemäß Fig. 17, wobei die Richtplatte zum Schmieden der ersten Wange
einer Kurbelkröpfung eingestellt ist und der Kurbelzapfen fixiert ist;
- Fig. 19
- das Werkzeug gemäß Fig. 17 oder 18, wobei die Richtplatte zum Schmieden der ersten
Wange einer Kurbelkröpfung an einer Welle eingestellt ist, an der die benachbarte
Kröpfung unter einem anderen Winkel ausgerichtet ist als in Fig. 18, wobei der Kurbelzapfen
fixiert ist;
- Fig. 20
- die Anordnung der Werkzeuge beim Klemmen des zu schmiedenden Materials zur Umformung
der ersten Kröpfung einer Kurbelwelle, im vertikalen Längsschnitt;
- Fig. 21
- ein Diagramm der momentanen Stauch- und Biegegeschwindigkeiten am Anfang des Arbeitshubes;
- Fig. 22
- die Anordnung der Werkzeuge am Ende der Umformung der ersten Kröpfung einer Kurbelwelle,
im vertikalen Längsschnitt und
- Fig. 23
- ein Diagramm der momentanen Stauch- und Versetzungsgeschwindigkeiten am Ende des
Arbeitshubes.
[0022] Die Vorrichtung ist in einer Presse mit einem Pressentisch 1 und einem sich vertikal
bewegenden Stössel 2 eingebaut, wobei das Kopfstück 3 am Stössel 2 befestigt ist,
und auf dem Pressentisch 1 die Längsträger 4 des Untergestells gestützt sind. Das
Kopfstück 3 hat horizontale Führungsflächen 3a, auf denen ein oberer Werkzeughalter
5 geführt ist. Das Kopfstück hat außerdem vertikale Führungsflächen 3b, welche an
vertikalen Führungsflächen 4a auf den Längsträgern anliegen. An dem Untergestell sind
die unteren Enden von vier Gelenkhebeln angelenkt, von denen die zwei äußeren in der
Zeichnung mit 6 und die anderen zwei inneren Gelenkhebel, welche näher zur Mitte der
Vorrichtung angeordnet sind, mit 7 bezeichnet sind. Die oberen Enden der Gelenkhebel
6 und 7 sind an dem unteren Werkzeughalter 8 angelenkt und bilden mit ihm und dem
Untergestell eine Parallelogrammführung. Der untere Werkzeughalter 8 hat einen Mitnehmer
8a, der ihn mit dem oberen Werkzeughalter 5 koppelt. Die Werkzeughalter 5 und 8 bilden
zusammen ein gegenseitig gekoppeltes Werkzeughalterpaar. Der untere Werkzeughalter
8 ist zusätzlich mit Laschen 9 mit dem Untergestell verbunden. Im oberen Werkzeughalter
5 ist die obere Hälfte 10 eines geteilten Werkzeuges zum Klemmen des zu schmiedenden
Materials befestigt. Die untere Hälfte 11 dieses Werkzeuges ist im unteren Werkzeughalter
8 befestigt.
[0023] Außer den genannten beweglichen Werkzeughaltern 5 und 8 und den in ihnen befestigten
Werkzeugen 10 und 11 ist die Vorrichtung mit einem zusätzlichen unbeweglichen unteren
Werkzeughalter ausgerüstet. Der untere Teil 12 dieses Werkzeughalters ist zwischen
den Längsträgern 4 angeordnet und bildet zugleich eine die genannten Träger verbindende
Traverse. In dem Teil 12 ist eine Aussparung 12a zum Einlegen von Werkzeugen ausgebildet.
Ähnlich sind in den Längsträgern 4 Aussparungen 4d zum Einschieben von Werkzeugen
gefertigt, die noch näher erläutert werden. In der Vorrichtung ist außerdem ein zusätzlicher
oberer Werkzeughalter 13 vorgesehen. Dieser obere Werkzeughalter 13 bildet zusammen
mit dem unteren Werkzeughalter, welcher aus dem Teil 12 und den Aussparungen 12a und
4d besteht, ein
zusätzliches Werkzeughalterpaar, welches während des Arbeitshubes unbeweglich ist.
Der zusätzliche obere Werkzeughalter 13 ist mit dem Kopfstück zwar nicht dauernd verbunden,
kann aber auf ihm beim Öffnen der Vorrichtung aufgehängt werden. Dies erleichtert
die Bedienung der Vorrichtung beim Einlegen des Rohstabes und beim Herausnehmen des
Schmiedestückes. Während des Arbeitshubes ist der zusätzliche Werkzeughalter 13 völlig
vom Kopfstück 3 unabhängig.
[0024] Im Untergestell sind auf Zapfen 14a zwei Haken 14 angelenkt. Der zweite obere Werkzeughalter
13 hat an seinen Seitenflächen Vorsprünge 13a, in denen zwei Halbrollen 15 drehbar
gelagert sind, auf welche die Haken 14 drücken, denn die Vorrichtung geschlossen ist.
[0025] Der zusätzliche obere Werkzeughalter 13 ist mit einem Zugband 16 ausgerüstet, das
zum Aufhängen am Stössel 2 dient. Die Hakenklaue 13b und das Zugband 16 erleichtern
die Handhabung des zweiten oberen Werkzeughalters 13 beim Öffnen der Vorrichtung.
[0026] Zwischen dem zusätzlichen unteren Werkzeughalter 12, 12a, 4d und dem zusätzlichen
oberen Werkzeughalter 13 ist das zur Festlegung der gegenseitigen Winkelstellungen
der benachbarten Kurbelwangen dienende Werkzeug angeordnet. Dieses Werkzeug besteht
aus drei Teilen. Sein unterer Teil 17 ist im zusätzlichen unteren Werkzeughalter 12,
12a, 4d gehaltert. Sein oberer Teil 18 ist im zusätzlichen oberen Werkzeughalter 13,
befestigt. In diesen beiden zusammengestellten Teilen ist eine Aussparung 19 gefertigt.
Im unteren Teil 17 des Werkzeuges ist am Umfang der Aussparung 19 eine Ausnehmung
19a gemacht, deren Mitte in der vertikalen Symmetrieebene der Vorrichtung liegt. Die
Ausnehmung 19a wird beim Schmieden der zweiten Kurbelwange jeder Kurbelkröpfung genutzt.
Außerdem befinden sich am Umfang der Aussparung 19 in beiden Teilen 17 und 18 weitere
Ausnehmungen 19b, 19c, 19d...19i, welche in verlangten Winkelstellungen entsprechend
der zu schmiedenden Kurbelwelle angeordnet sind.
[0027] Die Gestalt der Aussparung 19 und die Anordnung der Ausnehmungen 19a, 19b, 19c...19i
bei einer Welle mit sechs Kurbelkröpfungen ist in Fig. 12 gezeigt. In Fig. 13 ist
die für eine Welle mit sieben Kröpfungen, und in Fig. 14 für eine Welle mit acht Kröpfungen
gezeigt.
[0028] Den dritten Teil des Werkezeugs zur Festlegung gegenseitiger Winkelstellungen der
benachbarten Kurbelwangen in der geschmiedeten Kurbelwelle bildet eine Richtplatte
20, welche am Umfang eine Ausnehmung 20a hat. Die Richtplatte 20 hat zwei Oberflächen
20b, von denen jede die Gestalt eines Kegelstumpfsegmentes aufweist. Die Richtplatte
ist drehbar in der Aussparung 19 gelagert.
[0029] Zur Umformung der Kurbelwangen ist ein geteiltes Werkzeug vorgesehen, dessen oberer
Teil 21 an der Stirnwand des oberen beweglichen Werkzeughalters 5 angeordnet ist.
Der untere Teil 22 dieses Werkzeuges ist in dem zusätzlichen unteren Werkzeughalter
12, 12a, 4d befestigt. Die Stirnfläche 21a des oberen Werkzeugteiles 21 und die Stirnfläche
22a des unteren Werkzeugteiles 22 haben die Gestalt von Kegelstumpfsegmenten. Außerdem
ist im zweiten oberen Werkzeughalter 13 ein zweites Werkzeug 23 angeordnet, welches
zum Einspannen des zu schmiedenden Materials 24 und als Gegenwerkzeug für die obere
Arbeitsfläche 22b des unteren Werkzeugteiles 22 dient.
[0030] Da die Vorrichtung zum Schmieden insbesondere langhubiger Kurbelwellen bestimmt ist
und der verfügbare Raum in der Presse begrenzt ist, besteht das Untergestell der Vorrichtung
aus zwei Längsträgern 4 zwischen denen zwei Traversen 25 und 12 angeordnet sind, wobei
die zweite Traverse zugleich den unteren Teil des zusätzlichen Werkzeughalters bildet.
Sowohl die Traverse 25 wie auch der untere Teil 12 des zweiten Wekzeughalters haben
Seitenvorsprünge, welche in Fig. 6 mit 25a und in Fig. 1 mit 12a bezeichnet sind.
Diese Vorsprünge greifen in entsprechende Ausnehmungen in den Längsträgern 4 ein.
Das Ganze ist mit Querschrauben 26 zusammemgespannt.
[0031] Jeder Längsträger hat einen U-förmigen Umriss. Seine oberen Arme sind miteinander
mit einem doppel-T-förmigen Zuganker 27 verbunden, dessen mittlerer Teil 27a parallel
zum Längsträger 4 ist und in in Längsrichtung verlaufende Ausnehmungen in den oberen
Armen des Längsträgers eingreift. Die quer verlaufenden Endteile 27b des Zugankers
stützen sich an den Stirnflächen 4b und 4c des Längsträgers 4 ab.
[0032] Die Anwendung von durch Zuganker 27 verstärkten U-förmigen Längsträgern, welche Ausnehmungen
4d zur Befestigung von Werkzeugen aufweisen, sowie die Anordnung des unteren Werkzeughalterteiles
12 im Raum zwischen den Längsträgern 4, wie auch die Anlenkung der Haken 14 auf Zapfen
14a, deren Achsen vertikal zu den Längsträgern verlaufen, resultiert in einer kleinen
Breite B der Vorrichtung (Fig. 6), was wegen der begrenzten Distanz zwischen den Säulen
der Presse eine wesentliche Bedeutung hat.
[0033] Die Vorrichtung arbeitet folgendermaßen: Der Pressestössel wird in seine obere Lage
gehoben. Auf der Hakenklaue 3c des Kopfstückes ist die Hakenklaue 13b des zusätzlichen
oberen Werkzeughalters 13 aufgehängt, wobei dieser Halter auch durch das Zugband 16
mit dem Stössel 2 verbunden ist. Den unteren Werkzeughalter 8 und den oberen Werkzeughalter
5 schiebt man bis zum Anschlag nach links mit Hilfe in der Zeichnung nicht dargestellten
hydraulischen Zylindern. Bei dieser Lage sind die Gelenkhebel 6 und 7 zur Vertikalen
nach rechts geneigt, also in Richtung des zusätzlichen unteren Werkzeughalters 12,
12a, 4d. Die Haken 14 sind nach rechts geschwenkt.
[0034] Die meisten Schmiedepressen haben einen ausfahrbaren Pressentisch. Damit kann der
untere Teil der Vorrichtung außerhalb des Arbeitsraumes der Presse ausgefahren werden.
Dadurch wird das Einlegen des Rohstabes in die Vorrichtung sowie die Entnahme des
fertigen Schmiedestückes aus den Werkzeugen nach dem Arbeitshub erleichtert.
[0035] Beim Schmieden der ersten Kurbelwange an der ersten Kurbelkröpfung der Kurbelwelle
(Fig. 20 und 22) wird auf den unteren Teil 17 des zum Festlegen gegenseitiger Winkellagen
der benachbarten Kurbelwangen dienenden Werkzeuges das untere Teil 20c einer geteilten
Richtplatte, welche eine Klemme für das rechte Endteil des zu schmiedenden Materials
bildet, gelegt. Zum oberen Teil 18 des zum Festlegen gegenseitiger Winkelstellungen
der Kurbelwangen dienenden Werkzeugs wird das obere Teil 20d dieser geteilten Richtplatte
gelegt.
[0036] Auf den unteren Teil 11 des geteilten Klemmwerkzeuges für das Material, sowie auf
das untere Teil 22 des Schmiedewerkzeuges und auf das untere Teil 20c der Richtplatte
wird der vorgewärmte Rohstab 24 gelegt. Der Pressentisch mit den unteren Vorrichtungsteilen
wird in die Presse geschoben.
[0037] Die Presse wird in Gang gesetzt. Sobald das Werkzeug 23 und das obere Teil 20d der
Richtplatte den Rohstab berühren, wird die Presse stillgelegt und die Haken 14 nach
links geschwenkt. Sie drücken dann auf die Halbrollen 15, welche in den Vorsprüngen
13a des zweiten oberen Werkzeughalters drehbar gelagert sind. Dadurch wird dieser
Werkzeughalter 13 gegen den unteren Weikzeughalter 12, 12a, 4d gepreßt. Die Presse
wird wiederum in Gang gesetzt, wobei der Rohstab 24 mit den Werkzeugen 10 und 21 in
Berührung kommt, so daß sein linkes Teil eingeklemmt wird. Damit ist die Vorrichtung
geschlossen und der Rohstab ist sowohl auf der linken wie auch auf der rechten Seite
eingespannt. Der untere Werkzeughalter 8 ist durch seinen Mitnehmer 8a mit dem oberen
Werkzeughalter 5 gekoppelt.
[0038] Der zweite obere Werkzeughalter 13 ist somit automatisch vom Kopfstück 3 gelöst und
das Zugband 16 kann entfernt werden. Beim weiteren Lauf des Pressestössels nach unten
schwenken die Gelenkhebel nach rechts, wodurch der untere Werkzeughalter 8 zusammen
mit dem gekoppelten, auf den horizontalen Führungsflächen gelagerten oberen Werkzeughalter
5 nach rechts verschoben wird. In der ersten Phase dieser Bewegung wird der zwischen
den Stirnflächen der Werkzeuge 11, 21 und 22, 23 angeordnete Stababschnitt gestaucht
und gleichzeitig gebogen, was in Fig. 21 gezeigt ist. Dabei sind mit R die Länge der
Gelenkhebel 6 und 7, gemessen zwischen den Achsen der oberen und unteren Gelenke,
mit r der gesamte Weg des Biegens und Durchsetzens, mit S der gesamte Stauchweg, mit
α₁ der Neigungswinkel der Gelenkhebel 6 und 7 am Anfang des Arbeitshubes, mit Δ S₁
die momentane Anfangsgeschwindigkeit des Stauchens und mit Δ r₁ die momemtane Anfangsgeschwindigkeit
des Biegens und Versetzens bezeichnet. Aus Fig. 21 ergibt sich, daß die momentane
horizontale Stauchgeschwindigkeit Δ S₁ der beweglichen Werkzeughalter mit den in ihnen
befestigten Werkzeugen größer ist als die momentane vertikale Stauch- bzw. Versetzungsgeschwindigkeit.
Die vertikale Bewegungskomponente verursacht das Biegen bzw. das Durchsetzen des geschmiedeten
Materials. In den folgenden Phasen des Arbeitshubes nimmt die Stauchgeschwindigkeit
ab. Zugleich wächst die Biege- bzw. Versetzungsgeschwindigkeit, was in Fig. 23 gezeigt
ist, in welcher R, r und S die gleiche Bedeutung haben, und Δ S₂ die momentane Endgeschwindigkeit
des Stauchens, Δ r₂ die momentane Endgeschwindigkeit des Biegens bzw. Versetzens bedeuten.
Die Stirnflächen 21a und 22a der Werkzeuge 21 und 22 nähern sich gegenseitig. Zwischen
diesen Arbeitsflächen wird in der Endphase des Arbeitshubes die Kurbelwange geformt.
[0039] Während des ganzen Arbeitshubes der Presse gleiten die vertikalen Führungsflächen
3b des Kopfstückes 3 auf den vertikalen Führungsschienen 4a des Untergestells und
übernehmen die beim Verschieben des oberen Werkzeughalters 5 auf den horizontalen
Führungsflächen 3a entstehenden Reibungskräfte. Nach Beendigung des Arbeitshubes werden
die Haken 14 nach rechts mit in der Zeichnung nicht dargestellten hydraulischen Zylindern
geschwenkt. Der Pressestössel 2 wird so weit zurückgeführt, bis die Hakenklauen 3c
und 13b ineinandergreifen. In dieser Stellung wird die Presse angehalten. Das Zugband
16 wird zwischen dem oberen Werkzeughalter 13 und dem Stössel 2 gespannt, wonach der
Stössel bis zum Anschlag zurückgeführt wird. Das Schmiedestück wird aus der Vorrichtung
herausgenommen. Die Werkzeughalter 5 und 8 werden nach links mit in der Zeichnung
nicht dargestellten hydraulischen Zylindern in ihre Anfangslage zurückgestellt. Beim
Schmieden der zweiten Kurbelwange der ersten Kurbelkröpfung wird das entsprechend
angewärmte Schmiedestück, welches im ersten Arbeitshub erhalten wurde, ähnlich wie
oben beschrieben in die Vorrichtung eingelegt, mit dem Unterschied, daß der am Anfang
der ersten Kurbelwange angeordnete Zapfen in die untere Ausnehmumg 19a eingeführt
wird. In die Aussparung 19 wird nun die Richtplatte 20 so eingelegt, daß der Kurbelzapfen
in die Ausnehmung 20a trifft. Der weitere Schmiedevorgang ist analog zum Schmieden
der ersten Kurbelwange. Man erhält eine Welle mit einer Kurbelkröpfung.
[0040] Nach dem Öffnen der Vorrichtung, dem Entfernen des Schmiedestückes und der Zurückführung
der Werkzeuge in die Ausgangslage kann man mit dem Schmieden der ersten Kurbelwange
der zweiten Kurbelkröpfung beginnen. Dies verläuft analog zum Schmieden der zweiten
Kurbelwange, mit dem Unterschied, daß der im vorherigen Arbeitshub geschmiedete Kurbelzapfen
in diejenige der Ausnehmungen 19b, 19c... 19i eingeführt wird, welche dem verlangten
Winkel zwischen der ersten und der zweiten Kurbelkröpfung entspricht.
[0041] Nach dem Schmieden der ersten Kurbelwange der zweiten Kröpfung schmiedet man die
zweite Wange dieser Kröpfung analog zur zweiten Wange der ersten Kröpfung.
[0042] Während des Schmiedens der folgenden Kurbelwangen ist es vorteilhaft, die schon fertiggeschmiedeten
Teile der Kurbelwelle entsprechend zu stützen. Dazu dienen die Einlagen 28, 29 und
30, welche unerwünschten Verformungen der fertigen Kurbeiwellenteile entgegenwirken.
[0043] Mit der Vorrichtung ist es günstig, solche Kurbelwellen zu schmieden, in denen alle
Lagerzapfen und Kurbelzapfen die gleichen Ausmaße haben, da sie nacheinander in denselben
Werkzeugen geschmiedet werden können. Diese Forderung betrifft nur das Schmiedestück
selbst. Die fertige Kurbelwelle nach der Spanbearbeitung kann anders dimensionierte
Kurbel- und Wellenzapfen aufweisen. Man kann aber auch Kurbelwellen schmieden, in
denen die Lagerzapfen und Kurbelzapfen verschiedene Dimensionen haben. Dazu wird aber
ein größeres Sortiment von Werkzeugen benötigt.
[0044] Ein wesentlicher Vorteil der Vorrichtung beruht darauf, daß sie zwei Baugruppen verschiedener
Größe aufweist, wobei nur die Ausmaße der kleineren durch die Größe des Arbeitsraumes
in der Presse begrenzt ist. Die erste Baugruppe ist in der Zeichnung auf der linken
Seite der Vorrichtung angeordnet und befindet sich zwischen dem Pressestössel 2 und
den Teilen 4 und 25 des Untergestells. Diese Baugruppe ist kleiner (Höhe h in Fig.
7) und enthält die Vorrichtungsteile, welche während des Arbeitshubes beweglich sind,
also das Kopfstück und bloß ein Paar der gekuppelten Werkzeughalter 5 und 8, von denen
der eine auf den Führungsflächen 3a im Kopfstück 3 geführt ist, während der zweite
mit Gelenkhebeln 6 und 7 an dem Untergestell angelenkt ist.
[0045] In den in diesen Werkzeughaltern 5 und 8 befestigten Werkzeugen 10 und 11 ist der
linke Teil des Rohstabes 24 eingespannt. Die zweite Baugruppe der Vorrichtung ist
höher (Höhe H in Fig. 7). Diese Baugruppe liegt außerhalb des Lotrecht zwischen dem
Kopfstück 3 und den übrigen rechten Teilen des Untergestells sich befindenden Raumes.
Sie enthält die während des Arbeitshubes unbeweglichen Teile der Vorrichtung, und
zwar die zusätzlichen Werkzeughalter 12, 12a, 4d, 13 mit den in ihnen befestigten
Werkzeugen 22, 23, 17, 18 und 20 welche zum Formen der Kurbelwange und zum Festlegen
der Winkellage benachbarter Kurbelwangen dienen. In der zweiten Baugruppe sind auch
die fertiggeschmiedeten Teile der Kurbelwelle enthalten. Diese zweite Baugruppe befindet
sich nicht im Arbeitsraum der Presse, ihre Höhe H ist also nicht durch die Höhe des
Arbeitsraumes limitiert. Die Umformung der Kurbelwange kann deswegen außerhalb des
Raumes erfolgen, welcher sich zwischen dem Kopfstück und dem Untergestell befindet.
Dies ermöglicht es, langhubige Kurbelwellen auf solchen Pressen zu schmieden, deren
Arbeitsraum verhältnismäßig niedrig ist.
[0046] Ein weiterer Vorteil der Vorrichtung beruht darauf, daß anders als bei den bekannten
Vorrichtungen, alle Kröpfungen mit demselben Werkzeug 17, 18 und 20 zum Festlegen
der Winkellage benachbarter Kurbelwangen hergestellt werden können. Die Richtplatte
20 dieses Werkzeugs kann zum Schmieden aller Kurbelwellen desselben Typs, abgesehen
von der Zahl der Kröpfungen in der Kurbelwelle, dienen. Somit ist die Zahl der angewandten
Werkzeuge begrenzt, wodurch die Produktionskosten herabgesetzt sind.
1. Vorrichtung zum Schmieden von Kurbelwellen bestehend aus einem Untergestell (4, 25)
und einem über diesem Untergestell (4, 25) angeordneten und in Richtung dieses Gestells
hin und her beweglichen Kopfstück, wobei im Raum zwischen dem Kopfstück und dem Untergestell
(4, 25) zwei gegenseitig gekoppelte bewegliche Werkzeughalter (5, 8) angeordnet sind,
welche am Kopfstück senkrecht oder schräg zu seiner Bewegungsrichtung geführt sind
und welche mit einer aus Gelenkhebeln (6, 7) bestehenden Parallelogrammführung mit
dem Untergestell (4, 25) gekoppelt sind, wobei in den Werkzeughaltern (5, 8) zur Kurbelwangen-,
Lagerzapfen- und Kurbelzapfengestaltung dienende Werkzeuge (10, 11, 21) befestigt
sind, dadurch gekennzeichnet, daß in der Vorrichtung nur ein einziges Paar solcher gegenseitig gekoppelter beweglicher
Werkzeughalter (5, 8) vorgesehen ist, wobei am Untergestell (4, 25), mit welchem die
aus Gelenkhebeln (6, 7) bestehende Parallelogrammführung gekoppelt ist, ein zusätzliches
während des Arbeitshubes unbewegliches Werkzeughalterpaar (12, 4d, 13) starr befestigt
ist, welches mit einem dieses Werkzeughalterpaar schliessenden Klemmwerk (14, 15)
ausgerüstet ist und in diesem unbeweglichen Werkzeughalterpaar (12, 4d, 13) außer
den zur Kurbelwangen-, Lagerzapfen- oder Kurbelzapfengestaltung dienenden weiteren
Werkzeugen (22, 23) auch solche Werkzeuge (17, 18, 20) angeordnet sind, welche zur
Festlegung gegenseitiger Winkelstellungen der benachbarten Kurbelwangen in der Kurbelwelle
dienen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zusätzliche unbewegliche Werkzeughalterpaar (12, 4d, 13) außerhalb des Raumes,
welcher sich im Lot zwischen dem Kopfstück (3) und dem Untergestell (4, 12, 25) befindet,
angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ihr Untergestell aus zwei U-förmigen Längsträgern (4) besteht, wobei die oberen
Arme jedes dieser Längsträger gegenseitig durch einen Zuganker (27) und die beiden
Längsträger miteinander mit Traversen verbunden sind, von denen eine (25) an die Gelenkhebel
(6, 7) angelenkt ist, welche mit dem Untergestell und den beweglichen Werkzeughaltern
(5, 8) ein Parallelogramm bilden, während die zweite Traverse (12) den unteren Teil
des zusätzlichen unbeweglichen Werkzeughalterpaares (12, 4d, 13) bildet.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das das zusätzliche unbewegliche Werkzeughalterpaar (12, 4d, 13) schließende
Klemmwerk aus mindestens einem Haken (14) besteht, welcher an das Untergestell (4,
12, 25) angelenkt ist und bei geschlossener Stellung sich auf einer Halbrolle stützt,
die drehbar im oberen Teil 13 des zusätzlichen unbeweglichen Werkzeughalterpaares
gelagert ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zur Festlegung gengenseitiger Winkelstellungen der benachbarten Kurbelwangen
dienende Werkzeug geteilt ist und aus einen oberen Teil (18) und einem unteren Teil
(17) besteht, wobei in diesem Werkzeug eine Aussparung (19) mit peripherischen Ausnehmungen
(19a, 19b...19i) vorgesehen ist, welche am Umfang der Aussparung gemäß den verlangten
Winkelstellungen der benachbarten Kurbelwangen verteilt sind, und daß in dieser Aussparung
eine Richtplatte (20) mit einer Ausnehmung (20a) zum Ausrichten des Lager- bzw. Kurbelzapfens
in die gewünschte Lage angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein Kopfstück (3) mit vertikalen Führungsflächen (3b) welche während des Arbeitshubes
an vertikalen Führungsflächen (4a) anliegen, die am Untergestell (4, 12, 25) angeordnet
sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Teil (13) des zusätzlichen unbeweglichen Werkzeughalters mit einer
Hakenklaue (13b) ausgerüstet ist, welche ihn mit dem Kopfstück (3) während dessen
Anhebens verbindet.
1. Apparatus for forging crankshafts, consisting of a base frame (4, 25) and a head piece
arranged above this base frame (4, 25) and movable in a reciprocating manner in the
direction of this frame, two mutually coupled, movable tool holders (5, 8) being arranged
in the space between the head piece and the base frame (4, 25), which tool holders
(5, 8) are guided perpendicularly on the head piece or at an angle to its direction
of movement and which are coupled to the base frame (4, 25) by a parallelogram guide
consisting of articulated levers (6, 7), tools (10, 11, 21) being fastened in the
tool holders (5, 8) for the shaping of the crankwebs, bearing journals and crankpins,
characterised in that only a single pair of such mutually coupled, movable tool holders
(5, 8) is provided in the apparatus, an additional tool-holder pair (12, 4d, 13),
fixed during the working stroke, being rigidly fastened to the base frame (4, 25)
to which the parallelogram guide consisting of articulated levers (6, 7) is coupled,
which additional tool-holder pair (12, 4d, 13) is equipped with a clamping mechanism
(14, 15) closing this tool-holder pair, and, apart from the further tools (22, 23)
serving to shape the crankwebs, bearing journals and crankpins, such tools (17, 18,
20) which serve to fix mutual angular positions of the adjacent crankwebs in the crankshaft
are also arranged in this fixed tool-holder pair (12, 4d, 13).
2. Apparatus according to Claim 1, characterised in that the additional fixed tool-holder
pair (12, 4d, 13) is arranged outside the space which is located perpendicularly between
the head piece (3) and the base frame (4, 12, 25).
3. Apparatus according to Claim 1, characterised in that its base frame consists of two
U-shaped longitudinal members (4), the top arms of each of these longitudinal members
being mutually connected by a tie rod (27) and the two longitudinal members being
connected to one another by cross pieces, of which one (25) is linked to the articulated
levers (6, 7) which form a parallelogram with the base frame and the movable tool
holders (5, 8), while the second cross piece (12) forms the bottom part of the additional
fixed tool-holder pair (12, 4d, 13).
4. Apparatus according to Claim 1, characterised in that the clamping mechanism closing
the additional fixed tool-holder pair (12, 4d, 13) consists of at least one hook (14)
which is linked to the base frame (4, 12, 25) and, in the closed position, is supported
on a semiroller which is rotatably mounted in the top part (13) of the additional
fixed tool-holder pair.
5. Apparatus according to Claim 1, characterised in that the tool serving to fix mutual
angular positions of the adjacent crankwebs is split and consists of a top part (18)
and a bottom part (17), an aperture (19) having peripheral recesses (19a, 19b...19i)
being provided in this tool, which recesses (19a, 19b...19i) are distributed on the
periphery of the aperture in accordance with the required angular positions of the
adjacent crankwebs, and in that an orientation plate (20) having a recess (20a) for
orientating the bearing journal or crankpin into the desired position is arranged
in this aperture.
6. Apparatus according to Claim 1, characterised by a head piece (3) having vertical
guide surfaces (3b) which bear during the working stroke against vertical guide surfaces
(4a) which are arranged on the base frame (4, 12, 25).
7. Apparatus according to Claim 1, characterised in that the top part (13) of the additional
fixed tool holder is equipped with a hook claw (13b) which connects it to the head
piece (3) during lifting of the latter.
1. Dispositif pour forger des villebrequins, composé d'un banc (4, 25) et d'une tête
disposée sur ce banc (4, 25) et pouvant se déplacer en va-et-vient dans le sens de
ce banc, deux porte-outils (5, 8) mobiles couplés entre eux étant disposés dans l'espace
entre la tête et le banc (4, 25) et étant guidés sur la tête, perpendiculairement
ou obliquement par rapport à son sens de déplacement, lesdits porte-outils étant couplés
au banc (4,25) par un guide en forme de parallélogramme, composé de leviers d' articulation
(6, 7), des outils (10, 11, 21) étant fixés dans les porte-outils (5, 8) et étant
destinés au façonnage de bras de manivelle, de paliers et de manetons, caractérisé
par le fait que, dans le dispositif, il n'est prévu qu'une seule paire de ces porte-outils
(5, 8) mobiles couplés entre eux, une paire de porte-outils (12, 4d, 13) supplémentaire,
immobile pendant la course de travail, étant fixée rigidement au banc (4, 25), auquel
est couplé le guide en forme de parallélogramme composé de leviers d'articulation
(6, 7), laquelle paire est équipée d'un dispositif de serrage (14, 15) serrant cette
paire de porte-outils, et par le fait que, dans cette paire de porte-outils (12, 4d,
13) immobile, sont également disposés, outre les autres outils (22, 23) destinés au
façonnage des bras de manivelle, des paliers et des manetons, des outils (17, 18,
20) qui servent à la fixation des positions angulaires réciproques des bras de manivelle
adjacents sur le villebrequin.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la paire de porte-outils
immobile supplémentaire (12, 4d, 13) est disposée en dehors de l'espace qui se trouve,
à l'aplomb, entre la tête (3) et le banc (4, 12, 25).
3. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que son banc se compose
de deux longerons (4) en forme de "U", les bras supérieurs de chacun de ces longerons
étant reliés entre eux par un tirant (27) et les deux longerons étant reliés l'un
à l'autre par des traverses, dont l'une (25) est reliée, de manière articulée, aux
leviers articulés (6, 7), qui forment un parallélogramme avec le banc et les porte-outils
mobiles (5, 8), tandis que la seconde traverse (12) forme la partie inférieure de
la paire de porte-outils immobile supplémentaire (12, 4d, 13).
4. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le dispositif de
serrage serrant la paire de porte-outils immobile supplémentaire (12, 4d, 13) se compose
d'au moins un crochet (14), qui est relié, de manière articulée, au banc (4, 12, 25)
et s'appuie, en position fermée, sur un demi-rouleau qui est placé, de manière rotative,
dans la partie supérieure (13) de la paire de porte-outils immobile supplémentaire.
5. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que l'outil destiné à
la fixation de positions angulaires réciproques des bras de manivelle adjacents est
divisé et se compose d'une partie supérieure (16) et d'une partie inférieure (17),
un chambrage (19) à évidements périphériques (19a, 19b ... 19i) étant prévu dans cet
outil, lesdits évidements étant répartis sur le pourtour du chambrage selon les positions
angulaires désirées des bras de manivelle adjacents, une plaque d'orientation (20)
à évidement (20a) étant disposée, dans ce chambrage, pour l'alignement du palier ou
du maneton dans la position désirée.
6. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par une tête (3) à faces de guidage
(3b) verticales qui, lors de la course de travail, s'appuient contre des faces de
guidage (4a) disposées sur le banc (4, 12, 25).
7. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la partie supérieure
(13) du porte-outils immobile supplémentaire est équipée d'une griffe à crochet (13b),
qui la relie à la tête (3) pendant la levée de celle-ci.