[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Ab- oder Aufrollen von Papier,
Folien, Textilien oder ähnlichen bahn- oder bandförmigen Materialien.
[0002] Es sind bereits aus der EP-A-10869, der DE-B-2800098 und der DE-A-2312635 für Abrollungen
Drehkreuze mit zentralen Drehachsen bekannt. Für Aufrollungen sind ähnliche Vorrichtungen
aus der DE-B-1089257, der DE-A-3039716, der EP-A-26335 und der CA-A1003810 bekannt.
[0003] Alle hieraus bekannten Vorrichtungen enthalten eine Anordnung von Wickelwellen in
unterschiedlicher Anzahl in einem Wickelstern, wobei die Anzahl der Wickelwellen dadurch
fixiert ist, daß diese zumindest auf einer Seite fest in einem Wickelstern befestigt
sind und die Abstände der Wickelwellen zueinander nicht veränderbar sind.
[0004] Entscheidend ist ferner der Umstand, daß diese Wickelwellen über einen zentralen
Verschwenkantrieb nur gleichzeitig und mit gleichen Schaltschritten bewegt werden
können.
[0005] Hierbei ergibt sich die Situation, daß in definierten Zeiteinheiten nur definierte
Wegeänderungen vorgenommen werden können, da es nicht möglich ist, die Wickelwellen
im Rahmen der Schaltbewegung anders als nur in definierten Schritten zu bewegen. Änderungen
in der Anordnung der Wickelwellen zueinander und in den Bewegungsabläufen untereinander
sind demgemäß nicht möglich. Dies ergibt sich aus der Fixierung der Wickelwellen im
Wickelstern und der damit definierten Bewegung der Wickelwellen im Rahmen des Wickelsterns.
[0006] Der Nachteil dieser bekannten Lösungen ist, daß sich während der Schwenkvorgänge
die freien Bahnlängen zum Teil ganz erheblich verändern, da eine neue Wickelwelle
in die Position der vorherigen gebracht werden muß, wobei aber die vorherige Wickelwelle
zuerst entfernt werden muß. Diese freien Bahnlängen, bedingt durch die festen Wickelwellenabstände
zueinander, führen bei dehnfähigen Materialien zu Faltenbildungen, welche sich technisch
bedingt durch die Einschnürung des Materials ergeben. Bei klebefähigen Materialien,
ergibt sich das technische Problem, daß das freie Materialbahnstück nicht mehr aufgewickelt
werden kann.
[0007] Weiterhin ist aus der GB-A-757475 eine Aufrollvorrichtung mit zweiseitig in Schiebelagern
gelagerten Wickelwellen bekannt, wobei ein Wickelwellenmagazin vorgesehen ist und
die Wickelwellen in einer Führungsrichtung geführt werden. Diese Vorrichtung ist zum
einen nur zum Aufrollen geeignet, und es treten bei der Umstellung von der ersten
Aufrollphase zur zweiten Aufrollphase in unerwünschter Weise freie Bahnlängen auf.
[0008] Diese technisch bedingten Eigenheiten der bekannten Konstruktionen sind auch nicht
in der Lage, die technischen Probleme zu lösen, die sich daraus ergeben, daß alle
Rollen, gleichgültig ob Mutter- oder Fertigungsrolle, niemals in einem absoluten Sinne
zylindrisch oder glatt sind.
[0009] Vielmehr weisen alle Rollen, bedingt durch ihre Materialstruktur, nämlich Flächengewichtsschwankungen
und Feuchtigkeitsdifferenzen-Unterschiede auf, die zu Schwielen an der Oberfläche
führen. Darüber hinaus führen diese Unterschiede dazu, daß die Rollen zum Teil nicht
zylindrisch, sondern konisch ausgebildet sind. Technisch führt diese Ungleichmäßigkeit
dazu, daß bei frei wickelnden Rollen ein seitliches Verlaufen der Materialbahn unvermeidlich
ist. Diese Ergebnisse sind für eine einwandfreie Wicklung unerwünscht, da ein kantengenaues
Auf-und Abwickeln gefordert wird, weil ansonsten eine genaue Maßhaltigkeit des aufzuwickelnden
Materials nicht gewährleistet ist. Diese Probleme lassen sich mit dem derzeitigen
Stand der Technik nicht befriedigend lösen, da durch die definierte Stellung der Wickelachse
im Wickelstern in der Zeiteinheit immer gleiche Strecken zurückgelegt werden.
[0010] Dies führt dazu, daß bei unterschiedlichem Wickeldurchmesser sich erhebliche Bahndifferenzen
ergeben, die beim Trennen und Neuanwickeln der Bahnen zu unerwünschten Längenänderungern
führen. Die definierte Anordnung der Wickelwellen im Wickelstern führt dazu, daß,
je kleiner die Fertigrolle ist, um so größere Bahnlängen frei laufen und nachgewickelt
werden müssen.
[0011] Dies führt erfahrungsgemäß zu Faltenbildung und Kanterverlauf, also damit zur Ausschußbildung
der Fertigwickel.
[0012] Diese Nachteile schließen für eine Reihe von Materialien die Verwendung von vollautomatisch
arbeitenden Aufrollautomaten aus. Erinnert werden darf in diesem Zusammenhang daran,
daß bei einem großen Teil von technischen Anwendungsbereichen, z. B. Kopierautomaten,
eine absolute Kantengenauigkeit gefordert wird, weil andernfalls Störungen z. B. im
Kopierautomaten auftreten.
[0013] Ein weiteres technisches Problem ergibt sich daraus, daß die in ihrer Lage genau
definierten Wickelwellen es nicht ermöglichen, etwa unterschiedliche Wickellängen,
wie sie ggf. aus kaufmännischen und technischen Gegebenheiten gefordert werden, über
dieselbe Abschiebeebene abzuschieben. Bei unterschiedlichen Durchmessern ist es nicht
möglich, die gleiche Abschiebeebene in der Entnahmeposition zu verwenden. Vielmehr
muß insoweit die Abschiebeebene oder die Abschiebevorrichtung entsprechend dem Wickeldurchmesser
abgesenkt bzw. gehoben werderr. Dies erfordert erhebliche technische und konstruktive
Maßnahmen, die die wirtschaftliche Aufwicklung verschiedener Wickeldimensionen erschweren.
[0014] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, bei
der sich beliebige Bewegungsabläufe der Wickelwellen zueinander in beliebigen, nicht
synchronen Zeitabläufen durchführen lassen, so daß die Bewegungen der Wickelwellen
dergestalt gekoppelt werden, daß in beliebigen Zeiteinheiten beliebige Bewegungen
möglich sind, und den Wickelwellenabstarid so zu wählen, daß stets der geringstmögliche
Abstand zwischen Fertigwickel und neu zu übernehmender Wickelwelle erreicht wird und
unerwünschte Bahnlängenänderungen ausgeschlossen werden.
[0015] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine beliebige Anzahl von
Wickelwellen jeweils für sich in einem Schliebelager einseitig drehbar gelagert und
antreibbar sind und diese Schlebelager in einem Führungsrahmen einzelnbeweglich geführt
und positioniert werden können, die Wickelwellen in einer Wickelposition durch ein
weiteres Lager beidseitig gelagert sind, die Führungsrichtung der Schiebelager umkehrbar
und reversierbar ist und der Führungsrahmen aus zwei Führungsbahnen gebildet ist,
wovon jeweils zwei parallel angeordnet und kongruent sind, so daß sie ein Parallelepipedon
bilden.
[0016] Die Vorteile liegen insbesondere darin, daß die Wickelwellen untereinander mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten und Drehrichtungen bewegt werden können. Hierdurch können beliebige
Bewegungsabläufe in beliebigen Zeiteinheiten in nicht synchroner Form ablaufen im
Gegensatz zum Stand der Technik, der nur synchrone Schritte erlaubt. Durch die Führung
der Wickelwellen mittels Schiebelagern in einem Führungsrahmen besteht die Möglichkeit,
einzelnbeweglich geführte Wickelwellen in beliebiger Anzahl und in beliebiger Drehrichtung
sowie Bewegungsrichtung zu führen. Jede einzelne Wickelwelle kann nicht nur über eine
zentralen Antrieb, sondern über einen jeweils zu wählenden, individuellen Antrieb
mit beliebig wählbarer Drehrichtung angetrieben werden.
[0017] Die Bahnlängenänderungen reduzieren sich auf das Maß, das sich aus dem Halbmesser
der Fertigwicklung und dem Halbmesser der Wickelachse für die neue Wicklung ergeben.
Damit werden auch die freien Bahnlängen so klein wie möglich gehalten.
[0018] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Anspruch 1 angegebenen Vorrichtung möglich.
[0019] Als besonders vorteilhaft erweist es sich, daß ein weiterer Führungsrahmen neben
den Führungsrahmen angeordnet ist, wodurch die Wickelwellen zeitweilig im Schiebelager
einseitig und zusammen mit einem der weiteren Schiebelager des weiteren Führungsrahmens
beidseitig gelagert und geführt werden, wobei die weiteren Schiebelager axial bewegliche,
jeweils dem weiteren Lager entsprechende Zentrierlager tragen, welche zeitweilig die
Wickelwelle am freien Ende lagern, und der weitere Führungsrahmen so ausgebildet ist,
daß das zweite Schiebelager vom freien Ende der Wickelwelle entfernbar und wieder
zuführbar und beliebige Wickelwellen lagerbar sind. Besonders zweckmäßig erweist es
sich dabei, daß der Führungsrahmen an beliebigen Stellen offene oder verschließbare
Öffnungen aufweist, wodurch die Wickelwellen mit den Schiebelagern aus dem Führungsrahmen
herausführbar, an beliebiger Stelle wieder zuführbar und mit anderen, externen Führungssystemen
direkt verbindbar sind.
[0020] Die Wickelwellen können somit in beliebiger Weise dem Wickelsystem zugeführt und
entnommen werden, wobei die Fertigwickel über entsprechende Führungsbahnen einer Entnahmeposition
zugeführt werden und Leerwellen für beliebige Zwecke in beliebiger Dimension gespeichert
werden können. Hierdurch kann auf Wickelwellen verschiedener Dimension gewickelt werden,
ohne daß hierdurch eine Änderung des gesamten Wickelsystems notwendig ist. Die Zuführung
und Entnahme gleichartiger oder verschiedenartiger Wickelwellen kann zu beliebigen
Zeiten erfolgen, so daß beispielsweise defekte oder nicht mehr benötigte Wickelwellen
jederzeit herausgeführt werden können. Ansonsten hierfür erforderliche Stillstandszeiten
können dadurch vermieden werden.
[0021] Wickelwellen unterschiedlicher Durchmesser und Funktionsweisen können über eine gemeinsame
Entnahmebahn entnommen und unterschiedlichen Speicher- und Ablagepositionen zugeführt
werden.
[0022] Dadurch besteht die Möglichkeit, die freien Enden der Wickelwellen über Zentrierlager
ebenfalls in Schiebelagern zu lagern und somit in einem Führungsrahmen zu führen.
Der Umlaufzyklus der Schiebelager der übrigen Wickelwellen nimmt darauf keinen Einfluß.
Die in den Schiebelagern befindlichen Zentrierlager können über entsprechende Öffnungen
in den Führungsbahnen entsprechend den erforderlichen Wickelwellen jederzeit ein-
bzw. herausgeführt werden.
[0023] Es sei noch darauf hingewiesen, daß die Schiebelager auch dazu benützt werden können,
die Wickelwellen aus dem eigentlichen Wickelsystem herauszuführen und separaten Vorrichtungen,
beispielsweise zur Verpackung oder Palettierung, zuzuführen. Zum Beispiel kann durch
Abklappen der Wellen die fertige Wicklung so über einer Palette oder einem Transportfahrzeug
positioniert werden, daß nach Lösen der pneumatischen Halterung die fertigen Wickel
abgesetzt werden können.
[0024] Durch die Entkoppelung der Zeit- und Bewegungsabläufe eignet sich die erfindungsgemäße
Vorrichtung insbesondere auch als kombinierte Aufroll- und Abrollvorrichtung.
[0025] Ausführungsbeipiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine seitliche Ansicht des Führungsrahmens 21 für eine Aufrollung.
Fig. 2 zeigt eine seitliche Ansicht eines Führungsrahmens 21 für eine Abrollung.
Fig. 3 zeigt eine seitliche Ansicht der Vorrichtung als Aufrollung.
Fig. 4 zeigt eine seitliche, schematische Ansicht des Führungsrahmens 21 mit inneren
Führungsbahnen.
Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht der Vorrichtung als Aufrollung mit nichtkongruenten
Führungsbahnen.
Fig. 6 zeigt eine schematische, seitliche Ansicht von zwei übereinander angeordneten
Führungsbahnen mit einer Verbindungsführung.
Fig. 7 zeigt eine Seitenansicht der Vorrichtung als Aufrollung mit externen Führungsbahnen.
Fig. 8 zeigt eine Vorderansicht der Vorrichtung als Aufrollung mit waagerechten und
senkrechten Wickelwellen 10.
Fig. 9 zeigt eine Vorderansicht der Vorrichtung im Schnitt mit doppeltem Führungsrahmen.
Fig. 10 zeigt eine seitliche, schematische Ansicht des Führungsrahmens mit konstanter
Abtransportebene.
Fig. 11 zeigt eine schematische Seitenansicht der Vorrichtung als Aufwickler.
Fig. 12 dto.
Fig. 13 zeigt eine schematische Seitenansicht des Führungsrahmens mit vertikaler Längsschneider-Anordnung.
Fig. 14 zeigt eine seitliche Ansicht der Vorrichtung als Aufrollung.
Fig. 15 dto.
Fig. 16 zeigt eine schematische Darstellung eines Abschnittes des Führungsrahmens
21 mit Zusatzeinrichtungen.
[0026] Folgende Vorrichtungsmerkmale sind nachfolgend wie folgt beziffert worden :
1. Maschinenstuhlung rechts.
2. innere Stuhlung rechts.
3. Maschinenstuhlung links.
4. Brücke zur Verbindung von Stuhlung 1 + 2.
9. Materialbahn.
9a. Materialbahnstreifen.
9b. dto.
10. Wickelwelle.
11. aufwickelnde Rolle.
12. Fertigrolle.
-13. Palette.
14. Hülse.
15. Abtransportband.
17. Antriebsscheibe für Wickelrolle.
18. Antriebsriemen.
19. Schiebelager gekoppelt.
20. Schiebelager allgemein.
20R. Schiebelager rechts.
20L. Schiebelager links.
21. Führungsrahmen allgemein.
21 R. Führungsrahmen rechts.
21 L. Führungsrahmen links.
22. Verbindungsführung.
24. Führungsbahn waagerecht.
25. Führungsbahn senkrecht.
28. Schnittpunkt Führungsbahn.
30. Zentrierlager.
31. Geradführung für Wickelwelle.
32. Schwenklager Wickelwelle.
50. Umlenkwalze.
51. Untermesserwalze.
52. Obermesserwalze.
53. Breitstreckwalze.
54. Kontaktwalze.
55. Schneidestation.
60. Abschlagtrommel..
62. Leitblech.
63. Schieber.
64. Schieberführung.
65. Bürsten.
67. Leimdüsen.
68. Querschneidemesser.
70. externe Maschine.
[0027] Die Figur 1 zeigt die schematische Darstellung des Führungsrahmens als Aufroller
mit dem Materialbahn-Verlauf.
[0028] Die Materialbahn 9 läuft über eine Umlenkwalze 50, wird danach über eine Längsschneide-Walze
51 geführt, wo die Materialbahn geteilt werden kann durch Obermesser 52, danach wandert
die Materialbahn über eine Breitstreckwalze 53 und Kontaktwalze 54 zur Wickelstation
A im Führungsrahmen 21, wo sie auf eine Hülse 14, welche wiederum von der Wickelwelle
10 gehalten wird, aufgewickelt wird. Die fertige Wicklung 12 befindet sich in der
Ausschiebeposition in der Führungsbahn B-C. Die Wicklung 12 wird vom Transportband
15 in Längsrichtung gestützt, wobei die Höhe H des Transportbandes 15 bei allen Wicklungsdurchmessern
12 gleich ist. Das Schiebelager 20 nimmt entsprechend der Wicklungsdurchmesser eine
beliebige Lage in der Führungsbahn B-C ein.
[0029] In Pos. C befindet sich ein weiteres Schiebelager 20, welches die Wickelwelle 10
einseitig gelagert trägt und führt. In dieser Position können neue Hülsen 14 der Wickelwelle
10 zugeführt werden, was aber ebenfalls in Pos. D möglich ist. Wie in Fig. 9 dargestellt,
wird der Führungsrahmen 21 gebildet aus dem äußeren Ständer 1 und einem inneren Stuhlungsteil
2, welches mit der äußeren Stuhlung 1 über Brücken 4 verbunden ist. Die Wickelwellen
10 können mit den auskragenden Antriebsscheiben 17 im Führungsrahmen und durch die
Brücken frei umlaufen.
[0030] Die Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung des Führungsrahmens 21 als Abwickler.
Die Materialbahn 9 wird von der abgewickelten Mutterrolle 59 über eine Umlenkwalze
in Pfeilrichtung geführt, wobei das Schiebelager 20 in der Führungsbahn B-C eine Position
einnimmt, daß die Materialbahn 9 die volle Mutterrolle 60, welche in Pos. B vorbereitet
ist, nicht berührt ; die volle Mutterrolle 60 wurde zuvor in Pos. A gelagert. Nachdem
die abgewickelte Mutterrolle 59 in die dargestellte Position in der Führungsbahn B-C
verschoben wurde, kann die volle Mutterrolle 60 von Pos. A nach Pos. B verschoben
und dort fixiert werden. Während des Verschiebens der abgewickelten Mutterrolle 59
hat sich die freie Bahnlänge entgegen den bekannten Vorrichtungen nicht verlängert,
sonder verkürzt. Die Übernahme der Materialbahn von der abwickelnden Mutterrolle auf
die volle Mutterrolle 60 erfolgt in bekannter Weise durch Ankleben. Von Bedeutung
ist aber gegenüber den bekannten Vorrichtungen, daß bis zur Übernahme der Materialbahn
durch die volle Mutterrolle die abwickelnde Mutterrolle mit kurzer Bahnführung abläuft
und zum Tangieren der ablaufenden Materialbahn mit der vollen Mutterrolle ein ganz
kurzer Verstellweg nur erforderlich ist. Bei den bekannten Vorrichtungen verlängert
sich die freie Bahnlänge immer um mehr als das Doppelte, der erforderliche Verstellweg
zum Einschwenken der Mutterrolle ist ganz erheblich. Der Erfindungsgedanke läßt so
den Bahnweg vernachlässigbar klein, die zeitlichen Abläufe zur Übernahme der ablaufenden
Bahn verkürzen sich um ein mehrfaches.
[0031] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die durch die heute bekannte Systeme der
festen Wickelwellen-Abstände zueinander auch fixierten Achsabstände der Wickelwellen
zu verhindern und so-angepaßtan die jeweiligen Rollendurchmesser und Anwendungserfordernisse
- beliebige Wickelwellen-Abstände zu ermöglichen. In Figur 1 und Figur 2 ist dargestellt,
daß die Wickelwellen in Schiebelagern frei in einem Führungsrahmen 21 geführt werden
können. Diese freie Führung der Wickelwellen bietet entscheidende Vorteile gegenüber
den heute bekannten Möglichkeiten. Durch Erweiterung des Führungsrahmens 21 mit zusätzlichen
waagerechten und/ oder senkrechten Führungsbahnen können Wickelwellen im System geparkt
werden, während im Führungsrahmen 21 ohne Behinderung Wickelwellen umlaufen können.
In Figur 3 sind zusätzliche Führungsbahnen 24 und 25 dargestellt, welche die in Schiebelagern
20 gelagerten Wickelwellen 10 aufnehmen. Die Verbindung der zusätzlichen Führungsbahnen
zum Führungsrahmen 21 kann beliebig einseitig oder beidseitig sein. In Figur 4 ist
dargestellt, daß auch innerhalb des Führungsrahmens 21 zusätzliche Bahnen angeordnet
sein können, welche unterschiedlich genutzt werden können und dadurch die Anwendung
des vorgeschlagenen Systems vervielfachen.
[0032] In Figur 3 ist eine Lösung vorgestellt, wo in zusätzlichen Führungsbahnen Wickelwellen
10 parken. Diese können unterschiedliche Durchmesser als die umlaufenden Wickelwellen
aufweisen. Es können aber auch Reservewellen in Bereitschaft gehalten werden. Diese
völlig neuartige Möglichkeit gibt dem Betreiber von Aufwickeleinrichtungen die Möglichkeit,
Wickelwellen unterschiedlicher Durchmesser ohne langwierige Umrüstarbeiten aus der
Parkposition in Arbeitsposition zu bringen und umgekehrt. Auch bei Reparaturerfordernis
kann mit diesem System eine defekte Wickelwelle geparkt und eine ordnungsgemäße in
Funktion gebracht werden. Hierdurch verringern sich die heute bekannten Stillstandzeiten
zum Umrüsten oder Reparatur auf den Betrag des Ein- oder Ausparkens der Wickelwellen.
[0033] Figur 4 zeigt auf, daß die zusätzlichen Führungsbahnen aber nicht nur für vorgenannte
Aufgaben benutzt werden können. Wie dargestellt, kann gleichzeitig im Führungsrahmen
21 und der zusätzlichen Führungsbahn 24 eine Wickelwelle 10 geführt und positioniert
werden, wodurch die Materialbahn 9 in zwei Positionen aufgewickelt werden. Wie dargestellt,
wird die Materialbahn 9 über eine Untermesserwalze 51 geführt und dort längsgeteilt
über Obermesser 52. Die geteilte Materialbahn 9 wird über die Umlenkwalze 50 geführt,
wobei die Materialbahnen 9a im Führungsrahmen 21 und die Materialbahnen 9b im Führungsbahn
24 aufgewickelt werden. Dieses achsversetzte Wickeln ist erforderlich z. B. bei starken
Flächengewichtsschwankungen der Materialbahn. Gleichzeitig kann für beide Wickelpositionen
eine gemeinsame Abtransportebene des Führungsbandes 15 benutzt werden. Die Schiebelager
20 können beliebig herumgeführt und den Wickelpositionen zugeführt werden.
[0034] Die Möglichkeit des achsversetzten Wickelns bietet aber nicht nur der Führungsrahmen
21 mit zusätzlichen Führungsbahnen entsprechend Fig. 4. Wie in Figur 6 dargestellt,
können die Führungsrahmen auch übereinander angeordnet werden, womit eine Verdoppelung
der Funktionen erreicht ist und damit ebenfalls gleichzeitig achsversetzt in den Pos.
AA und AB gewickelt werden kann. Durch eine Verbindungsführung 22 ist wiederum eine
gemeinsame Abtransportebene möglich. Auch können durch diese Verbindungsführung die
Schiebelager mit den Wickelwellen beliebig geführt und getauscht werden.
[0035] Bei der Herstellung von kurzen Fertigrollen-Längen und damit in der Regel auch kleinen
Durchmessern ist die Wicklungszeit der Materialbahn 9 auf die Wickelwelle 10 sehr
kurz. Diese kurze Zeit reicht vielmals nicht aus, die fertige Wicklung 12 von der
Wickelwelle 10 abzustreifen und neue Hülsen zuzuführen, was zu einem schlechten Wirkungsgrad
an Aufwicklern führt. Die vorgeschlagene Erfindung soll auch hier diese bekannten
Nachteile beseitigen. Wie in Figur 5 dargestellt, weist der Führungsrahmen 21 einseitig
eine Verbreiterung auf, welche es zuläßt, daß - wie dargestellt - auch 2 Schiebelager
gemeinsam geführt werden können. Diese Möglichkeit bietet den Vorteil, daß auch 2
oder mehr Schiebelager gekoppelt werden können und damit gleichzeitig von 2 oder mehr
Wickelwellen 10 die Fertigrollen abgestreift und in gleicher Weise auch Hülsen zugeführt
werden können. Durch die Entkoppelung der Wicklungs- und Rüstzeiten (für Fertigrollen-Abschieben
und Hülsenschieben) kann der Wirkungsgrad an Aufwicklern 50 beträchtlich gesteigert
werden.
[0036] Bei den heute bekannten Systemen werden die Fertigrollen 12 immer zuerst von der
Wickelwelle entfernt und aus der Aufwicklung verbracht, bevor weitere Operationen
mit der fertigen Rolle 12 durchgeführt werden können. Es zeigt sich aber zunehmend,
daß die Fertigrollen sich weiteren Behandlungen wie Wiegen, Stempeln, Verpacken etc.
unterziehen müssen. Das vorgeschlagene System eröffnet die Möglichkeit, wie in Fig.
7 dargestellt, daß der Führungsrahmen 21 mit externen Führungsbahnen 24 verbunden
werden kann, wodurch die Schiebelager mit der Fertigwicklung IN-LINE mit anderen Maschinen
70 verbunden werden können. Hierdurch lassen sich verbundene Maschinensysteme realisieren,
welche die heute üblichen Transferstrassen und Transportbänder entfallen lassen können.
[0037] In großem Umfange werden Fertigrollen stirnseitig liegend auf Paletten verpackt.
Heute bekannte Lösungen führen die aus dem Aufwickler kommenden, waagerecht liegenden
Fertigrollen über Transportbänder Vorrichtungen zu, damit die Fertigrolle vertikal
aufgerichtet werden kann. Diese Lösungen sind kostenträchtig und platzraubend. Die
vorgeschlagene Erfindung will auch diese Mängel beseitigen und geeignete Lösungen
anbieten. In Figur 8 ist dargestellt, daß die im Schiebelager 20 geführten Wickelwellen
10 in einem Drehpunkt 32 schwenkbar gelagert sein können. Hierdurch kann die Fertigrolle
12 aus der Waagerechten in die vertikale Lage verbracht werden. Durch Führung des
Schiebelagers 20 in Pfeilrichtung, somit in Richtung von B nach Pos. C, wobei die
Führungsbahn in diesem Fall senkrecht angeordnet sein muß, kann die Wickelwelle 10
aus der fertigen Rolle 12 herausgezogen werden, während die Fertigrolle 12 auf der
Palette 13 stirnseitig aufliegt, ohne das weitere Hilfsmittel benötigt werden.
[0038] Zum Aufwickeln von Materialbahnen oder dgl. befindet sich in Pos. A eine Wickelwelle
10, welche in dieser Position A auf einer Seite mit einem Schiebelager 20 und auf
der anderen Seite mit einem axial beweglichen Zentrierlager 30 gemäß Figur 8 gelagert
ist. Der Antrieb erfolgt beispielsweise über eine Riemenscheibe 17, welche einen Riemen
18 zeitweilig in Eingriff hat gemäß Fig. 9.
[0039] In der Führungsbahn B-C befindet sich in einer Pos. B1 nach Fig. 15 die Fertigrolle
12, welche längsseitig vom Transportband 15 gestützt ist. In Pos. D befindet sich
ein Schiebelager 20 mit Wickelwelle 10, auf welcher bei Bedarf eine Hülse 14 schon
aufgesteckt ist. Nach Fertigstellung einer Rolle 12 wird das Zentrierlager 30 axial
aus der Wickelwelle 10 herausgezogen, wodurch die Wickelwelle 10 am freien Ende durch
die Geradführung 31 gehalten wird, wie in Fig. 8 und Fig. 14 dargestellt. Nachdem
das Zentrierlager 30 die Wickelwelle nicht mehr zentriert, wird die Fertigrolle 12
in der Führungsbahn A-B verschoben, wie in Fig. 14 dargestellt. Die Führung der Wickelwelle
erfolgt über Schiebelager 20 und Geradführung 31. Die Fertigrolle 12 wird gerade soviel
verschoben, daß die neue Wickelwelle 10 aus Pos. D in Pos. A geführt werden kann.
In Pos. A wird die neue Wickelwelle mit dem Zentrierlager 30 am freien Ende gelagert
und die Materialbahn manuell oder automatisch quer getrennt. Nach Befestigung der
Materialbahn an der Hülse 14 beginnt in Pos. A sofort eine neue Wicklung 11. Die Fertigrolle
12 wird nach Pos. B verbracht. Dort wird das längsseitig unter der Fertigrolle 12
angeordnete Transportband 15 aus der Ruheposition T in die Abschiebeposition H gehoben,
wobei die Fertigrolle 12 mit gehoben und längsseitig getragen wird. Das Schiebelager
20 kommt hierdurch gemäß Fig. 15 in Pos. B1, wobei das freie Ende der Wickelwelle
10 nicht mehr von der Geradführung 31 gehalten werden braucht, sodaß die Geradführung
31 von Pos. G nach Pos. G1 geführt und damit die Fertigrolle von der Wickelwelle 10
abgeschoben werden kann. In Pos. C kann während dieser Operationen eine neue Hülse
14 auf die Wickelwelle 10 aufgezogen werden und das Schiebelager 20 nach Pos. D geführt
werden. Wie in Fig. 14 erkenntlich ist, ist der Wickelwellenabstand = (Fertigrollen
+ Hülsendurchmesser) : 2, was die freien Bahnhängen auf ein Minimum reduziert. Durch
geeignete Zusatzeinrichtungen - wie in Fig. 16 dargestellt - ist zudem gewährleistet,
daß unabhängig vom Fertigrollendurchmesser 12 die freie Länge der Materialbahn 9 direkt
und gleichzeitig an die neue Hülse 14 und die Fertigrolle 12 befestigt wird.
[0040] Hierzu sind an einem Schieber 63, welcher in einer Führung 64 vertikal führbar ist,
längsseitig Bürsten 65 befestigt, welche bei einer Bewegung des Schiebers 63 in Pfeilrichtung
gleichzeitig Hülse 14 und Fertigrolle 12 tangieren, wobei hierzu die Fertigrolle 12
im Führungsrahmen 21 durchmesserabhängig geführt werden kann. Auf dem Schieber 63
ist parallel zur Wickelwelle 10 ein Leitblech 62 montiert, auf welchem mittels einer
nicht näher dargestellten Vorrichtung die Materialbahn 9 mit einem Messer 68 quertrennt
und gleichzeitig an beiden Schnittseiten mit Leimdüsen 67 eine Leimspur aufgetragen
werden kann.
[0041] Durch die tangentiale Führung der längsseitig angeordneten Bürsten 65 wird gleichzeitig
der Wicklungsanfang befestigt und auch die Fertigrolle verschlossen, was durch die
kurzen freien Bahnlängen ein glattes und sauberes Anlagen zuläßt.
[0042] Nach dem Abschieben der Fertigrollen 12 wird das zugeordnete Schiebelager 20 in Pos.
C verbracht. Nach Fertigstellung einer neuen Rolle in Pos. A wiederholen sich diese
Bewegungsabläufe kontinuierlich, wobei zum Hereinbringen der neuen Wickelwelle 10
in die Wickelposition A der Fertigwickel 12 in der Führungsbahn A-B durchmesserabhängig
nur soviel bewegt werden muß, daß die neue Wickelwelle - wie geschildert - geführt
werden kann.
[0043] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 wird in gleicher Weise gearbeitet, wobei
aber die Fertigrolle 12 zwischen den Pos. A und B zwischengelagert werden kann. Im
Ausführungsbeispiel werden in Pos. B zwei Schiebelager 20 zu einem gemeinsamen Schiebelager
19 gekoppelt, welches in den Führungsrahmen B-C und C-D gemeinsam geführt werden kann.
Nach Absteifen der Fertigrollen und Zuführen neuer Hülsen wird das Schiebelager 19
in der Führungsbahn C-D wieder getrennt.
[0044] Diese Ausführungsbeispiele betreffen Aufrollungen, wo der Fertigrollenwechsel bei
Stillstand der Materialbahn 9 erfolgt, da die Wickelwelle 10 nur in Pos. A beidseitig
für den Wickelvorgang fest eingespannt und gelagert ist.
[0045] Die Ausführungen gemäß den Fig. 11 und 12 zeigen Ausführungsmöglichkeiten des Erfindungsgedanken,
wo der Fertigrollenwechsel bei kontinuierlich durchlaufender Materialbahn 9 erfolgt.
Wobei es besonders auf geringste Längenänderungen der Materialbahn ankommt. Hierzu
ist der Führungsrahmen 21 vorteilhaft in geneigter Form ausgeführt. Die Wickelwelle
10 wird hierbei in der Pos. A nicht durch ein stationäres Lager am freien Ende gelagert,
sondern ist auch am freien Ende der Wickelwelle ein weiterer Führungsrahmen angeordnet,
in welchem ebenfalls Schiebelager geführt werden können, welche wiederum axial bewegliche
Zentrierlager 30 zur Lagerung der Wickelwellen am freien Ende tragen. In Figur 3 ist
dieser weitere Führungsrahmen 21 L dargestellt. Figur 9 zeigt einen Schnitt durch
die Führungsrahmen 21 R und 21 L mit den zugeordneten Schiebelagern 20R und 20L. Während
des Aufwickelns wird die Wicklung 12 über die Schiebelager parallel zur Abschlagwalze
60 verschoben. Zum Zeitpunkt der Materialtrennung und Übernahme der Materialbahn 9
durch eine neue Wickelwelle 10 wird die fertigwickelnde Rolle 12 gemäß Fig. 12 um
den Betrag des Durchmessers der neuen Wickelwelle von der Abschlagwalze 60 entfernt,
wodurch sich aber nur eine geringfügige Materialbahn-Freilänge ergibt. Die neue Wickelwelle
10 kann dann mit schneller Geschwindigkeit in die Wickelposition zur Materialübernahme
geführt werden, wobei die fertigwickelnde Rolle 12 eigenständig geführt ist und die
fertigwickelnde Rolle and die neue Wickelwelle freie Geschwindigkeit haben. Die Materialbahn
9 wird mittels der Abschlagwalze 60 quergetrennt und so der Wickelposition A zugeführt,
wo über eine nicht näher dargestellte Synchronisierung die neue Wickelwelle genau
dann die Abschlagwalze 60 tangiert, wenn die geschnittene Materialbahn anläuft. Die
Hülse 14 der neuen Wickelwelle 10 ist beleimt und übernimmt hiermit die Materialbahn
9, wobei ohne Unterbrechung weitergewickelt wird und der Mittelpunkt der neuen Wicklung
sich mit jeder Wicklungslage von der Abschlagwalze 60 entfernt. Entsprechend Fig.
3 wird das Schiebelager 20L nach Abtrennung der Materialbahn und Stillstand der Wickelwelle
10 von der Wickelwelle entkoppelt, indem das axial bewegliche Zentrierlager 30 aus
der Wickelwelle 10 herausgezogen wird. Das Schiebelager 20L wird danach eigenständig
geführt und in der Führungsbahn D-A wieder mit einer Wickelwelle gekoppelt. Gerade
bei den Non-Stop-Wicklern kann gemäß den Fig. 11 + 12 die Freilänge der Materialbahn
durchmesserabhängig von den Fertigrollen 12 gehalten werden, da die Fertigwickelnde
Rolle nur für den Durchmesser der neuen Wickelwelle Platz schaffen und der Mittenabstand
der Wickelwellen nur (Fertigrollendurchmesser und Hülsendurchmesser) : 2 zu sein braucht.
Durch die in unterschiedlicher Größenordnung gehaltenen Führungsrahmen kann die Wickelwelle
10 zeitweilig an freien Ende mit Schiebelagern parallel geführt werden, zeitweilig
aber auch nur einseitig gelagert im Führungsrahmen 21 R geführt werden.
[0046] Alle vorgenannten Ausführungsbeispiele zeigen Lösungen, wo die Schiebelager im Uhrzeigersinn
umlaufen. Figur 13 zeigt eine Lösung wo die Schiebeläger entgegen dem Uhrzeigersinn
umlaufen.
1. Vorrichtung zum Ab- oder Aufrollen von Papier, Folien, Textilien oder ähnlichen
bahn-oder bandförmigen Materialien, wobei eine beliebige Anzahl von Wickelwellen (10)
jeweils in einem Schiebelager (20, 20R) einseitig drehbar gelagert und antreibbar
sind und diese Schiebelager (20, 20R) in einem Führungsrahmen (21, 21 R) einzeln beweglich
geführt und positioniert werden können, die Wickelwellen (10) in einer Wickelposition
(A) durch ein weiteres Lager (30) beidseitig gelagert sind, die Führungsrichtung der
Schiebelager (20, 20R) umkehrbar und reversierbar ist und der Führungsrahmen aus 4
Führungsbahnen gebildet ist, wovon jeweils zwei parallel angeordnet und kongruent
sind, so daß sie ein Parallelepipedon bilden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein weiterer Führungsrahmen
(21 L) neben den Führungsrahmen (21 R) angeordnet ist, wodurch die Wickelwellen (10)
zeitweilig im Schiebelager (20L) des weiteren Führungsrahmens (21 L) geführt werden,
wobei die weiteren Schiebelager (20L) axial bewegliche, jeweils dem weiteren Lager
entsprechende Zentrierlager (30) tragen, welche zeitweilig die Wickelwelle (10) am
freien Ende lagern, und der weitere Führungsrahmen (21 L) so ausgebildet ist, daß
das zweite Schiebelager (20L) vom freien Ende der Wickelwelle entfernbar und wieder
zuführbar und beliebige Wickelwellen lagerbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mit den Führungsbahnen
des Führungsrahmens (21) zwei weitere senkrechte und waagerechte Führungsbahnen (24)
und (25) verbunden sind, die jeweils parallel und innerhalb und/oder außerhalb des
Führungsrahmens (21) angeordnet sind und wobei die Verbindung mit dem Führungsrahmen
(21) einseitig oder beidseitig ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Flächenbreite paralleler Führungsbahnen ungleich und die Flächenbreite der einen
Führungsbahn ein Doppeltes oder Mehrfaches der anderen Führungsbahn ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Führungsbahn waagerecht oder beliebig schräg angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Führungsrahmen (21) an beliebigen Stellen offene oder verschließbare Öffnungen
aufweist, wodurch die Wickelwellen (10) mit den Schiebelagern aus dem Führungsrahmen
(21) herausführbar, an beliebiger Stelle wieder zuführbar und mit anderen, externen
Führungssystemen direkt verbindbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß beliebige Schiebelager
(20) mit den Wickelwellen (10) in den weiteren Führungsbahnen (24 oder 25) positioniert
werden, während andere Schiebelager (20) im Führungsrahmen (21) umlaufen.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die einzelnen beweglich geführten Schiebelager (20) miteinander zu einem verbundenen
Schiebelager (19) gekoppelt sind, wobei die Anzahl der Schiebelager (20) beliebig
ist und die gekoppelten Schiebelager (19) im Führungsrahmen in beliebiger Richtung
geführt und positioniert werden.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Wickelwellen (10) schwenkbar gelagert und zeitweilig im Führungsrahmen (21) oder
in den weiteren Führungsbahnen (24 oder 25) horizontal und vertikal geführt sind.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Transportband (15) während des Abschiebens der Fertigrollen (12) von der Wickelwelle
(10) eine konstante Höhe (H) einnimmt, wobei die Schiebelager (20) mit den Wickelwellen
(10) entsprechend den Fertigrollendurchmessern (12) beliebige Positionen (B1-B3) in
einer Führungsbahn des Führungsrahmens (21) einnehmen.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Wickelwellen (10) in wenigstens einer Position (A) mittels einer stationär angeordneten
Zentrierspitze (30) beidseitig gelagert sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelwellen (10)
am freien Ende während des Verschiebens von dieser Position (A) in eine weitere Position
(B) mit einer Geradführung (31) gestützt werden, die beweglich zwischen zwei Positionen
(G, G1) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß bei mehrfachen Führungsrahmen
(21) eine mehrfache Anordnung von Geradführungen vorgesehen ist.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
eine der Wickelwellen (10) während des Aufrollens im Führungsrahmen (21) kontinuierlich
den Achsabstand zu einer Abschlagwalze (60) vergrößert.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
an einem Schieber (63) fixierte Bürsten (65) durch vertikale Verschiebung sowohl eine
das bahn-oder bandförmige Material aufwickelnde Hülse
(14) als auch eine Fertigrolle (12) tangieren, wobei die Fertigrolle (12) im Führungsrahmen
(21) mittels des Schiebelagers (20) so geführt ist, daß eine konstante Distanz zwischen
der Hülse (14) und dem Außendurchmesser der Fertigrolle (12) auch bei unterschiedlichen
Fertigrollendurchmessern gewährleistet ist.
1. A device for the unwinding and rewinding of paper, film, textiles and similar web
or tape materials, characterised in that any number of winding rollers (10) can be
independently rotatably cantilevered and driven in a sliding bearing (20, 20R), such
sliding bearings (20, 20R) being capable of individual guidance and positioning in
a guide frame (21, 21 R), that the winding rollers (10) are supported on both ends
by a further bearing (30) in one winding position (A), that the direction of guidance
of the sliding bearings (20, 20R) is reversible and that the guide frame consists
of four guide ways, of which two are parallel and two are congruent, thus forming
a parallelepiped.
2. A device according to Claim 1, characterised in that a further guide frame (21
L) is arranged adjacent to the guide frames (21 R) for the temporary guidance of the
winding rollers (10) in the sliding bearing (20L) of the second guide frame (21 L),
the additional sliding bearings (20L) each carrying axially movable locating bearings
(30) for the temporary support of the free end of the winding roller (10), and that
the further guide frame (21 L) is so designed that the second sliding bearing (20L)
can be removed from the free end of the winding roller and again moved towards it
and that any number of winding rollers can be supported.
3. A device according to Claim 1 or 2, characterised in that two additional vertical
and horizontal guide ways (24) and (25) are connected with the guide ways of the guide
frame (21), these being arranged parallel to and within and/or outside the guide frame
(21) and connected to the guide frame (21) either on one end only or on both ends.
4. A device according to any of the preceding claims, characterised in that parallel
guide ways are of unequal width, the width of one guide way being double or a multiple
of the other guide way.
5. A device according to any of the preceding claims, characterised in that one guide
way is horizontal or inclined at any angle.
6. A device according to any of the preceding claims, characterised in that the guide
frame (21) has openings which may be open or closed in various places, though which
openings the winding rollers (10) with the sliding bearings can be extracted from
the guide frame (21), inserted thereinto and directly coupled with other, external
guide systems.
7. A device according to Claim 3, characterised in that any number of sliding bearings
(20) with winding rollers (10) can be placed in the further guide ways (24 or 25),
while other sliding bearings (20) move in the guide frame (21).
8. A device according to any of the preceding claims, characterised in that the independently
guided sliding bearings (20) are coupled to form a compound sliding bearing (19),
whereby any number of sliding bearings (20) may be involved and the coupled sliding
bearings (19) may be guided and positioned in any direction in the guide frame.
9. A device according to any of the preceding claims, characterised in that the winding
rollers (10) are pivotably mounted and temporarily guided either in the guide frame
(21) or in further guide ways (24 or 25) in the horizontal and vertical directions.
10. A device according to any of the preceding claims, characterised in that a conveyor
belt (15) remains at a constant level (H) while finished reels (12) are removed from
the winding roller (10), the sliding bearings (20) with the winding rollers (19) adopting,
in dependence of the diameters of the finished reels, (12) any position (B1-B3) in
a guide way of the guide frame (21).
11. A device according to any of the preceding claims, characterised in that both
ends of the winding rollers, (10) are in at least one position (A) supported by means
of a stationary locating bearing (30).
12. A device according to Claim 11, characterised in that the free ends of the winding
rollers (10) are supported by a slide guide (31) movably mounted between two positions
(G, G1) during transfer from position (A) to position (B).
13. A device according to Claim 12, characterised in that a multiple arrangement of
silde guides is provided for multiple guide frames (21).
14. A device according to any of the preceding claims, characterised in that one of
the winding rollers (10) continuously increases the distance between its axis and
that of a stripper cylinder
(60) during the rewinding process in the guide frame (21).
15. A device according to any of the preceding claims, characterised in that brushes
(65) mounted on a slide (63) contact, by suitable vertical movement, both the core
(14) taking up the web or strip material and a finished reel (12), the finished reel
(12) being so guided in the guide frame (21) by means of the sliding bearing (20)
that a constant distance is maintained between the core (14) and the external diameter
of the finished reel (21) irrespective of variations in finished reel diameters.
1. Dispositif de déroulement ou d'enroulement de papier, feuilles, textiles ou matériaux
similaires en forme de nappes ou de bandes, dans lequel un nombre quelconque d'arbres
enrouleurs (10) sont montés rotatifs d'un côté et peuvent être entraînés dans un palier
coulissant respectif (20, 20R), ces paliers coulissants (20, 20R) pouvant être positionnés
et guidés individuellement avec faculté de mouvement dans un cadre de guidage (21,
21 R), les arbres enrouleurs (10) étant montés des deux côtés dans une position d'enroulement
(A), par l'intermédiaire d'un autre palier (30), la direction de guidage des paliers
coulissants (20, 20R) étant inversable et réversible, et le cadre de guidage étant
formé par quatre pistes de guidage dont deux respectives sont disposées parallèlement
et sont convergentes, de manière à former un parallélépipède. 2. Dispositif selon
la revendication 1, caractérisé par le fait qu'un autre cadre de guidage (21 L) est
disposé à côté des cadres de guidage (21 R), de sorte que les arbres enrouleurs (10)
sont guidés de temps à autre dans le palier coulissant (20L) de l'autre cadre de guidage
(21 L), les autres paliers coulissants (20L) portant des paliers de centrage (30)
qui sont mobiles axialement, correspondent à chaque fois à l'autre palier et assurent
de temps à autre le montage de l'extrémité libre de l'arbre enrouleur (10), l'autre
cadre de guidage (21 L) étant réalisé de telle sorte que le second palier coulissant
(20L) puisse être éloigné de l'extrémité libre de l'arbre enrouleur et puisse être
réintroduit, et que le montage de n'importe quels arbres enrouleurs puisse être assuré.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait que deux autres
pistes de guidage verticales et horizontales (24 et 25), reliées aux pistes de guidage
du cadre de guidage (21), sont respectivement disposées parallèlement et à l'intérieur
et/ou à l'extérieur du cadre de guidage (21), la liaison avec ce cadre de guidage
(21) étant établie d'un côté ou des deux côtés.
4. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que la largeur superficielle de pistes de guidage parallèles n'est pas identique,
et la largeur superficielle de l'une des pistes de guidage représente le double ou
un multiple de l'autre piste de guidage.
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
qu'une piste de guidage occupe une position horizontale ou n'importe quelle position
inclinée.
6. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que le cadre de guidage (21), présente à des emplacements quelconques des orifices
ouverts ou obturables, de sorte que les arbres enrouleurs (10) avec les paliers coulissants
peuvent être extraits du cadre de guidage (21), être réintroduits à n'importe quel
emplacement et être reliés directement à d'autres systèmes externes de guidage.
7. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé par le fait que n'importe quels
paliers coulissants (20) peuvent être positionnés avec les arbres enrouleurs (10)
dans les autres pistes de guidage (24 ou 25), tandis que d'autres paliers coulissants
(20) tournent dans le cadre de guidage (21).
8. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que les paliers coulissants individuels (20) guidés avec faculté de mouvement sont
accouplés mutuellement pour constituer un palier coulissant (19) formé par réunion,
le nombre des paliers coulissants (20) étant quelconque, et les paliers coulissants
accouplés (19) étant positionnés et guidés dans n'importe quelle direction dans le
cadre de guidage.
9. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que les arbres enrouleurs (10) sont montés pivotants et sont guidés de temps à autre,
horizontalement et verticalement, dans le cadre de guidage (21) ou dans les autres
pistes de guidage (24 ou 25).
10. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
qu'une bande transporteuse (15) prend une hauteur constante (H) lorsque les bobines
achevées (12) sont poussées hors de l'arbre enrouleur (10), les paliers coulissants
(20) avec les arbres enrouleurs (10) prenant alors, en concordance avec les diamètres
des bobines achevées (12), n'importe quelles positions (B1-B3) dans une piste de guidage
du cadre de guidage (21).
11. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que les arbres enrouleurs (10) sont montés de part et d'autre, dans au moins une position
(A), au moyen d'une pointe de centrage (30) installée stationnairement.
12. Dispositif selon la revendication 11, caractérisé par le fait que, au cours du
coulissement de cette position (A) à une autre position (B), les arbres enrouleurs
(10) sont soutenus à leur extrémité libre par un guidage rectiligne (31) monté mobile
entre deux positions (G, G1).
13. Dispositif selon la revendication 12, caractérisé par le fait qu'une disposition
multiple de guidages rectilignes est prévue en présence de multiples cadres de guidage
(21).
14. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que, au cours de l'enroulement, l'entr'axes de l'un des arbres enrouleurs (10) augmente
continûment, dans le cadre de guidage (21), par rapport à un cylindre séparateur (60).
15. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que des brosses (65) fixées à un coulisseau (63) sont tangentes, par coulissement
vertical, tant à une douille (14) d'enroulement du matériau en forme de nappes ou
de bandes, qu'à une bobine achevée (12), cette bobine achevée (12) étant guidée dans
le cadre de guidage (21), au moyen du palier coulissant (20), de telle sorte qu'une
distance constante soit garantie entre la douille (14) et le diamètre externe de la
bobine achevée (12), même en présence de diamètres différents de bobines achevées.