[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Trocknen und Krumpfen von
textilen Geweben, insbesondere textiler Maschenware, bei dem man die zu behandelnde
Ware in feuchtem und lockerem Zustand auf ein Transportband auflegt, und danach einer
Trocknung aussetzt, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens.
[0002] Es sind bereits verschiedene Verfahren zum Trocknen und Krumpfen von textilen Geweben
bekannt, die jedoch alle den Nachteil aufweisen, dass der erreichbare Krumpfungsgrad
noch höher sein dürfte als es mit diesen Verfahren möglich ist.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens mittels dem
eine stärkere und gleichmässigere Krumpfung als bisher erreicht werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäss
dadurch gelöst, dass man das zu behandelnde Gewebe nach dem Durchlaufen einer ersten
Trocknungsstation in lockerem Zustand mit Sattdampf behandelt und gleichzeitig mechanisch
stark in Vibrationen versetzt, und danach das derart behandelte Gewebe mittels einer
zweiten Trocknungsstation bis auf den gewünschten Endwert trocknet.
[0005] Zur Verbesserung der Trocknung und Krumpfung ist es zweckmässig, wenn man das zu
behandelnde Gewebe in Wellenform auf das Transportband auflegt.
[0006] Es ist vorteilhaft, wenn man das zu behandelnde Gewebe nach dem Durchlaufen der ersten
Trocknungseinheit während dem vibrationsvorgang einem Sattdampf, vorzugsweise mit
einer Temperatur von etwa 104°C, aussetzt.
[0007] Zur Erzielung einer optimalen Krumpfung ist es zweckmässig, wenn man das zu behandelnde
Material mit einer Frequenz von 20 bis 150 Hz, vorzugsweise von etwa 50 Hz, in Vibration
versetzt.
[0008] Ferner ist es vorteilhaft, wenn man Vibrationen mit einer Amplitude von 2 bis 15
mm, vorzugsweise von etwa 7 mm anwendet.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass zwischen mindestens zwei Trocknungsstationen
mindestens eine das zu behandelnde Gewebe in Vibrationen versetzbare Vibrations- und
Bedampfungsstation und zur Beförderung des zu behandelnden Gewebes ein alle Stationen
durchlaufendes, luftdurchlässiges, kontinuierlich umlaufendes endloses Transportband
vorgesehen ist.
[0010] Es ist zweckmässig, wenn in der Vibrations- und Bedampfungsstation ein in diesem
Behandlungsbereich einen Teil des oberen Trums des Transportbandes abstützender Vibrationstisch
vorgesehen ist, dessen Vibrationsfrequenz senkrecht zur 'Transportbandebene vorzugsweise
im .Bereich von 30 bis 80 Hz liegt. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die nach oben gerichtete
Abstützfläche des Vibrationstisches zur Durchleitung von Sattdampf nach oben in das
zu behandelnde Gewebe gelocht und vorzugsweise in Durchlaufrichtung des letzteren
gewellt ausgebildet ist.
[0011] Zur besseren Führung des zu behandelnden Gewebes auf seinem Behandlungsweg ist es
zweckmässig, wenn zur Bildung eines in vertikaler Richtung oben und unten begrenzten,
zur Aufnahme und vertikaler Abstützung des zu behandelnden Gewebes dienenden Transportkanals
dem unteren ersten Transportband ein oberes zweites, luftdurchlässiges, kontinuierlich
umlaufendes Transportband zugeordnet ist, und dass beide Transportbänder mit gleicher
Umfangsgeschwindigkeit angetrieben werden.
[0012] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die erfindungsgemässe Vorrichtung zur
wellenförmigen Abgabe des zu behandelnden Gewebes auf das untere Transportband an
der Abgabestelle mit einer vorzugsweise beheizten Förderwalze versehen ist, deren
Fördergeschwindigkeit grösser als die Umlaufgeschwindigkeit des unteren Transportbandes
ist, und diese Förderwalze an ihrer Abgabestelle mit einer stationären, oberhalb der
Auflagefläche des unteren Transportbandes angeordneten Gewebe-Sprungschanze zusammenwirkt.
Dabei ist es zweckmässig, wenn die Sprungschanze schuhförmig ausgebildet und vorzugsweise
beheizt ist.
[0013] Für spezielle Anwendungszwecke kann es vorteilhaft sein, wenn drei Trocknungsstationen
und zwischen je zwei Trocknungsstationen je eine Vibrations- und Bedampfungsstation
vorgesehen sind.
[0014] Nachstehend wird die Erfindung anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert. Es
zeigt
Fig.l einen Längsschnitt durch eine beispielsweise Ausführungsform einer erfindungsgemässen
Vorrichtung, und
Fig.2 einen Längsschnitt einer zweiten beispielsweisen Ausführungsform einer für eine
wie in Fig. l dargestellte Vorrichtung verwendbaren Sprungschanze zur wellenförmigen
Abgabe des zu behandelnden Gewebes auf das untere Transportband.
[0015] Wie aus Fig. l ersichtlich, weist die dargestellte Vorrichtung zwischen zwei auf
bekannte Weise ausgebildeten Trocknungsstationen 1 und 2 eine das zu behandelnde Gewebe
3 in vertikale Vibrationen versetzbare Vibrations- und Bedampfungsstation 4 auf.
[0016] Zur Beförderung des zu behandelnden Gewebes 3 durch alle Stationen 1,2 und 4 hindurch
ist ein erstes diese Stationen durchlaufendes, luft- und dampfdurchlässiges, kontinuierlich
umlaufendes endloses unteres Transportband 5 vorgesehen. Zur Bildung eines in vertikaler
Richtung oben und unten begrenzten, zur Aufnahme und vertikaler Abstützung des zu
behandelnden Gewebes 3 dienenden Transportkanals 6 ist dem unteren ersten Transportband
5 ein oberes zweites, ebenfalls luft- und dampfdurchlässiges, kontinuierlich umlaufendes
Transportband 7 zugeordnet. Beide Transportbänder 5 und 7 werden mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit
angetrieben.
[0017] Beide Trocknungsstationen 1 und 2 sind auf bekannte Weise mit seitlich voneinander
distanzierten, gegen den Transportkanal 6 zu gerichteten Heizdüsen 8 respektive 9
versehen, die sich quer zur Transportrichtung des Gewebes 3 über die gesamte Breite
der beiden Transportbänder 5 respektive 7 erstrecken. Zur besseren Trocknungswirkung
sind die oberen Heizdüsen 9 in Transportrichtung des Gewebes 3 gesehen gegenüber den.unteren
Heizdüsen 8 versetzt angeordnet. Zur optimalen Anpassung der Trocknungsleistung an
das zu trocknende Gewebe ist der Abstand der unteren und der oberen
Heizdüsen 8 beziehungsweise 9 gegenüber dem zu trocknenden Gewebe 3 verstellbar. Die
durch die auf das zu trocknende Gewebe gerichteten Heizluftströmungen erzeugten Vibrationen
des Gewebes beschleunigen den Trocknungsvorgang.
[0018] In der Vibrations- und Bedampfungsstation 4 ist ein in diesem Behandlungsbereich
einen Teil des oberen Trums des unteren Transportbandes 5 abstützender, vorzugsweise
hydraulisch oder pneumatisch angetriebener Vibrationstisch 10 vorgesehen, dessen Vibrationsfrequenz
in vertikaler Richtung etwa 30 bis 80 Hz, mit einer Amplitude im Bereich von etwa
2 bis 15 mm beträgt.
[0019] Die nach oben gerichtete, in Durchlaufrichtung des zu be
- handelnden Gewebes 3 gewellt ausgebildete Abstützfläche 11 des Vibrationstisches
10 ist zur Durchleitung von über die Zufuhrrohre 12, 13 mit einer Temperatur von etwa
104°C in das Innere des Vibrationstisches 10 eingeleitetem Sattdampf nach oben in
das zu behandelnde Gewebe 3 gelocht ausgebil
- det.
[0020] Zur wellenförmigen Abgabe des zu behandelnden Gewebes 3 z.B. Trikot, auf die Auflagefläche
des unteren Transportbandes 5 ist an der Abgabestelle 14 eine beheizte Förderwalze
15 vorgesehen, deren Fördergeschwindigkeit grösser als die Umlaufgeschwindigkeit des
unteren Transportbandes 5 ist. Diese Förderwalze 15 wirkt an ihrer Abgabestelle mit
einer stationären, oberhalb der Gewebeauflagefläche des unteren Transportbandes 5
angeordneten Gewebe-Sprungschanze 16 zusammen.
[0021] Die über die Heizdüsen 8 und 9 austretende Heissluft wird nach erfolgter Einwirkung
auf das zu behandelnde Gewebe 3 über die Luftfilter 17 und die Wärmeaustauscher 18
von den Ventilatoren 19 angesaugt und erneut aufgeheizt den Heizdüsen 8 und 9 zugeführt.
[0022] Durch die ausserordentlich starke Vibration des in der Vibrations- und Bedampfungsstation
4 zu behandelnden Gewebes wird verglichen mit den bisher üblichen Verfahren bei geringerem
Energieaufwand eine stark gesteigerte und gleichmässigere Krumpfung erzielt.
[0023] Diese Vorrichtung eignet sich auch sehr gut zur Behandlung von schlauchförmiger Maschenware.
[0024] In Fig.2 ist eine zweite Ausführungsform einer Anordnung zu wellenförmigen Abgabe
von Geweben 3 auf die Auflagefläche des unteren Transportbandes 5 dargestellt. Bei
dieser Ausführungsform ist die mit der beheizten Förderwalze 15 zusammenwirkende Sprungschanze
20 schuhförmig ausgebildet, so dass das mit Voreilung auf das untere Transportband
5 abzugebende Gewebe über einen grösseren Teil des Umfanges der Förderwalze 15 mit
dieser in Eingriff steht.
1. Verfahren zum kontinuierlichen Trocknen und Krumpfen von textilen Geweben, insbesondere
textiler Maschenware, bei dem man die zu behandelnde Ware in feuchtem und lockerem
Zustand auf ein Transportband auflegt und danach einer Trocknung aussetzt, dadurch
gekennzeichnet, dass man das zu behandelnde Gewebe nach dem Durchlaufen einer ersten
Trocknungsstation in lockerem Zustand mit Sattdampf behandelt und gleichzeitig mechanisch
stark in Vibrationen versetzt, und danach das derart behandelte Gewebe mittels einer
zweiten Trocknungsstation bis auf den gewünschten Endwert trocknet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man das zu behandelnde
Gewebe in Wellenform auf das Transportband auflegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man das zu behandelnde
Gewebe nach dem Durchlaufen der ersten Trocknungseinheit während dem Vibrationsvorgang
einem Sattdampf, vorzugsweise mit einer Temperatur von etwa 104°C, aussetzt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man das
zu behandelnde Material mit einer Frequenz von 20 bis 150 Hz, vorzugsweise von etwa
50 Hz, in Vibration versetzt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Vibrationen
mit einer Amplitude von 2 bis 15 mm vorzugsweise von etwa 7 mm anwendet.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen mindestens zwei Trocknungsstationen (1,2) mindestens eine das zu behandelnde
Gewebe (3) in Vibrationen versetzbare Vibrations- und Bedampfungsstation (4) und zur
Beförderung des zu behandelnden Gewebes (3) ein alle Stationen (1,2,4) durchlaufendes,
luftdurchlässiges, kontinuierlich umlaufendes endloses Transportband (5) vorgesehen
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der Vibrations- und
Bedampfungsstation (4) ein in diesem Behandlungsbereich einen Teil des oberen Trums
des Transportbandes (5) abstützender Vibrationstisch (10) vorgesehen ist, dessen Vibrationsfrequenz
senkrecht zur Transportbandebene vorzugsweise im Bereich von 30 bis 80 Hz liegt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die nach oben gerichtete
Abstützfläche (11) des .Vibrationstisches (10) zur Durchleitung von Sattdampf nach
oben in das zu behandelnde Gewebe (3) gelocht und vorzugsweise in Durchlaufrichtung
des letzteren gewellt ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur
Bildung eines in vertikaler Richtung oben und unten begrenzten, zur Aufnahme und vertikaler
Abstützung des zu behandelnden Gewebes (3) dienenden Transportkanals (6) dem unteren
ersten Transportband (5) ein oberes zweites, luftdurchlässiges, kontinuierlich umlaufendes
Transportband (7) zugeordnet ist, und dass beide Transportbänder (5,7) mit gleicher
Umfangsgeschwindigkeit angetrieben werden.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie
zur wellenförmigen Abgabe des zu behandelnden Gewebes (3) auf das untere Transportband
(5) an der Abgabestelle (14) mit einer vorzugsweise beheizten Förderwalze (15) versehen
ist, deren Fördergeschwindigkeit grösser als die Umlaufgeschwindigkeit des unteren
Transportbandes (5) ist, und diese Förderwalze (15) an ihrer Abgabestelle mit einer
stationären, oberhalb der Auflagefläche des unteren Transportbandes (5) angeordneten
Gewebe-Sprungschanze (16) zusammenwirkt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprungschanze (20)
schuhförmig ausgebildet und vorzugsweise beheizt ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass drei
Trocknungsstationen und zwischen je zwei Trocknungsstationen je eine Vibrations- und
Bedampfungsstation vorgesehen sind.