[0001] Die Erfindung betrifft einen Hartmetallkörper, insbesondere ein Hartmetall-Schneidwerkzeug,
mit Beschichtung auf Basis von Karbiden und/oder Nitriden von Elementen der IV. bis
VI. Nebengruppe des Periodensystems und mindestens einer weiteren Beschichtung auf
Basis von Aluminiumoxid und/oder Zirkoniumoxid.
[0002] Solche Werkzeuge finden vor allem in der spanabhebenden Material-, insbesondere Metallbearbeitung,
Verwendung, es seien z. B. Dreh-, Schneid-, und Fräswerkzeuge, Fräsköpfe, Bohrer,
Sägen und dgl. genannt. Sie können weiters auch für nicht spanabhebende Verformung,
wie z. B. als Matrizen, Düsen, Preßstempel, Gesenke od. dgl. Einsatz finden. Es ist
eine große Anzahl von beschichteten Hartmetallkörpern mit Grundkörper und meist mehrlagigen
Beschichtungen bekannt, wobei immer das Bestreben besteht, hohe Schnittgeschwindigkeiten
bei möglichst geringem Verschleiß zu erreichen und außerdem ein Werkzeug zur Verfügung
zu haben, welches auch hohen mechanischen Beanspruchungen, wie sie beispielsweise
bei unterbrochenem Schnitt auftreten, standhält. Alle Bestrebungen sind darauf ausgerichtet,
die Standzeit der Werkzeuge und den Bearbeitungskomfort immer noch zu erhöhen. So
ist z. B. aus der US-PS-40 18 631 bekannt, einen Schneidkörper mit Mehrfachbeschichtung
herzustellen, bei dem auf ein gesintertes Karbidsubstrat eine Karbid-, Nitrid- oder
Karbonitrid-Beschichtung aufgebracht wird, dann aus dem Grundkörper Elemente, wie
Wolfram und Kobalt, in den Überzug eindiffundieren gelassen werden, danach die Beschichtung
oxidiert wird und auf die so vorbehandelte Beschichtung eine oxidische Schicht aufgebracht
wird. Nachteil solcher Körper ist, daß die beim beschriebenen Vorgang gebildete Oxidschicht
zu Volumsexpansion neigt. Gemäß EP-PS 32 887 sollen solche Erscheinungen vermindert
sein, wenn dafür Sorge getragen ist, daß Sauerstoff-Einbringung zumindest in bestimmte
Bereiche der Grundkörper-Beschichtung vermieden wird, indem der Grundkörper zuerst
mit einer Karbid-Nitrid- oder Karbonitrid-Schicht versehen wird, danach Diffusion
vom Substrat in die Schicht oder umgekehrt erfolgt, wonach eine hochverschleißfeste
Beschichtung mit Oxid folgt. Bevor diese oxidische Schicht aufgebracht wird, kann
zur Verbesserung der Haftung, jedoch nur in einer das Substrat nicht erreichenden
Schichtdicke, die Zwischenbeschichtung von außen her anoxidiert werden.
[0003] Auch aus EU-A-0 083 842 ist eine mehrlagige Beschichtung bekannt, bei welcher eine
Bindeschicht aus Karbid oder Oxikarbidverbindungen oberflächlich oxidiert ist und
eine oxidische Verschleißschicht trägt. Durch die Oberflächenoxidation der Bindeschicht
soll auf dieser die Haftfestigkeit der oxidischen Außenschicht verbessert werden,
wobei auch eine Zwischenschicht zwischen Bindeschicht und Substrat also eine dritte
Beschichtung vorgeschlagen wird. Solche Körper können zwar eine auf der Bindeschicht
fest haftende Verschleißschicht aufweisen, in der Bindeschicht selbst oder in den
Zonen an der Substratoberfläche entstehen insbesondere durch die Sauerstoffdiffusion
bei thermischer Belastung spröde Schichten, die die Gebrauchseigenschaften der Werkzeuge
nachteilig beeinflussen. Weiters wird beispielsweise in EU-PA-0 083 043 eine Beschichtung
bekanntgemacht, die aus homogenen Einzelschichten mit abwechselnder Zusammensetzung
gebildet wird, wodurch die thermisch bedingten Spannungen verkleinert und eine Steigerung
der Verschleißfestigkeit bewirkt werden soll. Wenn auch die Einzelschichten im Wechsel
mit bis zu sieben Zwischenschichten aufgebracht sind, können im praktischen Gebrauch
Abplatzungen der Beschichtung aufgrund der resultierenden Belastung entstehen. In
Patent Abstracts of Japan, unexamined applications, Field C, Band 6, Nr. 186, 22.
September 1982; The Patent Office Japanese Government, Seite 7 C 126; Kokai-Nr. 57-98
670 (Sumitomo) ist ein Schneidwerkzeug aus beschichtetem Hartmetall bekanntgeworden,
bei welchem auf ein Substrat ein oder mehrere Titanverbindungen aufgebracht sind,
worauf sich eine Außenschicht aus A1
20
3 befindet. Die Titanverbindung(en) besteht(en) aus einem Titanoxid, wobei der Sauerstoff
teilweise durch Kohlenstoff und Stickstoff ersetzt ist. Derartige Zwischenschichten
führen bei höheren Arbeitstemperaturen, insbesondere durch die Sauerstoffdiffusion
zu spröden, das Abplatzen der Deckschicht begünstigenden Schichtbereichen, insbesondere
am Substrat, wodurch die Standzeit des Werkzeuges vermindert wird.
[0004] Es wurde nun gefunden, daß die Probleme, die infolge der unterschiedlichen physikalischen
und GebrauchsEigenschaften sowie Zweckbestimmung der einzelnen Lagen von Beschichtungen
von Hartstoffkörpern mit hochverschleißfesten oxidischen Außen-Beschichtungen auftreten,
weitestgehend ausschaltbar sind, wenn die auf dem Grundkörper bzw. Substrat befindliche
Beschichtung unter Einhaltung bestimmter Mengengrenzen mit einem Element, das in der
Außenbeschichtung anwesend bzw. mit ihm wesensverwandt ist, dotiert wird. Gegenstand
der Erfindung ist ein Hartmetallkörper, insbesondere ein Hartmetallschneidwerkzeug,
der eingangs genannten Art, das dadurch gekennzeichnet ist, daß unmittelbar auf dem
Substrat des Grundkörpers eine aus einer oder mehreren Lagen gebildete erste Beschichtung
mit zumindest einer 0,1 bis 2,5 Atom-% Aluminium und 0,1 bis 8,0 Atom-% Sauerstoff
aufweisenden Schicht aus Oxikarbid, Oxikarbonitrid oder Oxinitrid, zumindest eines
der Elemente Ti, Zr, Hf, V, Nb, Ta und Cr, aufgebracht ist, über welcher eine zweite,
oxidische Beschichtung aus einer oder mehreren Schichten aus Oxid von Aluminium und/oder
Zirkonium angeordnet ist, wobei die oxidische Schicht oder zumindest eine Schicht
der zweiten Beschichtung boridhältige Einlagerungen aufweisen kann. Die genannten
Einlagerungen weisen zumindest wesentliche Anteile Metallborid auf. Der Körper kann
gegebenenfalls hitzebehandelt und/oder kompaktiert sein.
[0005] Es wurde gefunden, daß der Einbau von Aluminium und Sauerstoff in den genannten kleinen
Mengen in die erste Beschichtung den Effekt eines praktisch stufenlosen Eigenschaftsüberganges
der Einzellagen der Beschichtung ineinander erbringt, sodaß sich die jeweils spezifischen
günstigen Eigenschaften von karbidischen und/oder nitridischen Schichten synergistisch
mit den ausgezeichneten Verschleißeigenschaften von oxidischen (Außen)Beschichtungen
kombinieren lassen. Nicht nur die Übergänge zwischen den beiden Haupt-Typen der Beschichtung,
sondern auch jener vom Substrat zu den Beschichtungen zeichnet sich durch Flexibilität
und hohe Haftung aus. Es wurde gefunden, daß eine Anwesenheit von Sauerstoff auch
in unmittelbar an das Substrat angrenzender Schicht unproblematisch ist. Mit den neuen
Hartmetallkörpern können hohe Schnittgeschwindigkeiten sowie hohe Bearbeitungsökonomie
bei gleichzeitig verbesserten Standzeiten erreicht werden.
[0006] Wenn das Oxikarbid, -karbonitrid oder -nitrid - besonders bevorzugt ist Oxikarbonitrid
- der ersten Beschichtung einen Gehalt an Aluminium von 0,5 bis 2 Atom-% und einen
Gehalt an Sauerstoff von 1 bis 5 Atom-% aufweist, ist besonders sicheres Haften der
beiden Beschichtungen gewährleistet, wobei anzumerken ist, daß auch bei Zirkonoxid
aufweisender zweiter Beschichtung Aluminium allein den günstigen Effekt zu bringen
imstande ist.
[0007] Hohe Standzeiten trotz ökonomisch hoher Schnittgeschwindigkeiten sind zu erzielen,
wenn die erste Beschichtung zwei oder mehrere Schichten mit Oxikarbid, Oxikarbonitrid
oder Oxinitrid, vorzugsweise Oxikarbonitrid, zumindest eines der oben genannten Elemente
aufweist, wobei der Aluminium-Gehalt der einzelnen Schichten von einer unmittelbar
an das Substrat grenzenden Schicht weg nach außen hin steigend ist.
[0008] In dieser Richtung weitere Verbesserungen können erzielt werden, wenn der Aluminium-Gehalt
der Schichten der ersten Beschichtung von der unmittelbar an das Substrat grenzenden
Schicht nach außen hin im wesentlichen linear steigend ist. Der Anstieg des Aluminium-Gehaltes
kann dabei stufenweise, oder praktisch kontinuierlich sein.
[0009] Es hat sich in der Praxis erwiesen, daß der Sauerstoff-Gehalt mit Konzentrationen
von 0,1 bis 8 Atom-%, vorzugsweise 1 bis 5 Atom-%, der Oxikarbid-, Oxikarbonitrid-,
oder Oxinitrid-Schicht(en) der ersten Beschichtung keinesfalls nachteilige Wirkung
hat.
[0010] Ähnlich wie das Vorhandensein von Aluminium, dessen Gehalt günstigerweise zusätzlich
nach außen hin ansteigend gehalten werden kann, ist es im Hinblick auf den Übergang
zum oxidischen Überzug hin weiters technisch vorteilhaft, wenn die erste Beschichtung
zwei oder mehr Schichten mit einem Oxikarbid oder Oxikarbonitrid oder Oxinitrid, vorzugsweise
Oxikarbonitrid, zumindest eines der oben genannten Elemente aufweist, wobei der Sauerstoff-Gehalt
der einzelnen Schichten von der unmittelbar an das Substrat grenzenden Schicht weg
nach außen hin steigend ist, wobei noch besseres Betriebsverhalten erzielbar ist,
wenn der Sauerstoffgehalt in der ersten Beschichtung von der unmittelbar an das Substrat
grenzenden Schicht weg nach außen, vorzugsweise im wesentlichen linear-steigend ist.
Dabei können auch sehr dünne Einzelschichten vorhanden sein, sodaß der Anstieg praktisch
kontinuierlich ist.
[0011] Für eine hohe Stabilisierung der oxidischen Beschichtung ist es vorteilhaft, wenn
diese bzw. zumindest einzelne von deren Schichten Zirkonium von 1 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise
von 2 bis 15 Gew.-%, aufweist bzw. aufweisen.
[0012] Wenn, wie gemäß einer weiteren Variante vorgesehen, die zweite Beschichtung zwei
oder mehr oxidische Schichten aufweist, wobei der Zirkonium-Gehalt der einzelnen Schichten
von einer unmittelbar an die erste Beschichtung grenzenden, gegebenenfalls zirkonium-freien
Schicht weg nach außen hin steigend ist, lassen sich u.a. die Abtragung an den verschleißbeanspruchten
Flächen und damit die noch ausstehenden Standzeiten der Werkzeuge abschätzen, wobei
auch in dieser Hinsicht ein im wesentlichen linearer - stufenweiser oder kontinuierlicher
- Anstieg des Zirkoniumgehaltes besonders günstig ist. Mit einer solchen Abschätzungsmöglichkeit
sind unbeabsichtigte Stillstandzeiten weitgehend vermeidbar.
[0013] Es hat sich gezeigt, daß die Dotation der ersten Beschichtung bzw. von deren Schichten
mit Aluminium an sich stabilisierend wirkt, sodaß Anwesenheit von Zirkonium an sich
nicht dringlich ist, es kann daher die an die erste Beschichtung unmittelbar angrenzende
oxidische Schicht der zweiten Beschichtung auch eine zirkonium-freie Schicht mit Aluminiumoxid
sein.
[0014] Weitere wesentliche Verschleißfestigkeitserhöhung läßt sich erreichen, wenn die in
der zweiten Beschichtung vorgesehenen boridhältigen Einlagerungen solche mit Aluminium-
und/oder Zirkoniumborid sind.
[0015] Insbesondere durch Wärmebehandlung oder durch ein vorteilhafterweise vorzusehendes
Heißpressen kann ein besonders inniger noch verbesserter Verbund der einzelnen Lagen
der Beschichtungen erzielt werden. Es ist also ein Körper gemäß der Erfindung besonders
bevorzugt, wenn Substrat und Schicht(en) der ersten und zweiten Beschichtung jeweils
untereinander Diffusionszonen aufweisen.
[0016] Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von wie bisher
beschriebenen Hartmetallkörpern, insbesondere Schneidwerkzeugkörpern, wobei der Körper
gegebenenfalls einer Wärme- bzw. Hitzebehandlung, vorzugsweise Thermodiffusionsbehandlung,
insbesondere bei Temperaturen von 900 bis 1600°C, vorzugsweise von 1100 bis 1500°C,
und/oder einem Nachverdichtungsvorgang, vorzugsweise einem isostatischen Heißpressen,
insbesondere bei Drücken von 500 bis 2500 bar, unterworfen wird.
[0017] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Beispielen mit Ergebnissen aus Testversuchen
mit den neuen Schneidkörpern erläutert.
Beispiel 1:
[0018] Schneidkörper aus Hartmetall (85 % WC, 9,5 % TiC + TaC, 5,5 % Co) werden in einem
Ofen unter Schutzgas bzw. Vakuum auf eine Temperatur von 1000°C aufgeheizt, und danach
60 min lang mit einem Gasgemisch mit 5 % TiCl
4, 80 % H
2, 5 % N
2, 5 % CH
4 und 5 % CO behandelt. Danach wird dem Gasgemisch AICI
3 in Mengen von 0,5 % (Versuchsreihe 1a) und 1 % (Versuchsreihe 1b) mit geringen Mengen
CO (jeweils 2 %) bezogen auf AICI
3 zugemischt.
[0019] Für Vergleichszwecke unterblieb die Zumischung von AICI
3. (Versuchsreihe 1c)
[0020] Der Gesamtdruck im Ofen beträgt während den Behandlungen 150 mbar. Nach einer Behandlungsdauer
von 210 min hat sich eine etwa 3 µm dicke, völlig dichte Oxikarbonitrid-Schicht gebildet,
die, jeweils im Mittel bei den Körpern der Versuchsreihe 1a mit 0,5 Atom-% AI und
bei jenen der Versuchsreihe 1 mit 1,4 Atom-% AI dotiert war.
Beispiel 2:
Versuchsreihe 2a
[0021] Schneidkörper aus Hartmetall (91 % WC, 2,5 % TiC + TaC, 6,5 % Co) werden in einem
Ofen unter Schutzgas oder Vakuum auf eine Temperatur von 1000° C aufgeheizt und danach
40 min lang mit einem Gasgemisch mit 8 % TiCl
4, 2 % ZrCl
4, 70 % Wasserstoff, 15 % N
2 und anfänglich 5 % C0
2 (Versuch A) behandelt. Danach wird in Intervallen von jeweils 10 min jeweils für
5 min das TiC1
4 durch AICI
3 ersetzt und kontinuierlich wird unter entsprechender Reduktion des H
2-Gehaltes der Gehalt an C0
2 von 5 auf 15 % gesteigert. Der Gesamtdruck im Ofen beträgt während dieser Behandlung
650 mbar. Nach 90 min hat sich eine etwa 2,5 µm dicke Oxinitrid-Schicht, in welcher
der Al-Gehalt durchschnittlich 0,9 Atom-% betrug, und der Sauerstoff-Gehalt vom Substrat
nach außen hin von 0,5 auf 3,5 Atom-% anstieg, ausgebildet.
Versuchsreihe 2b
[0022] Es wird in gleicher Weise vorgegangen, wie in Versuchsreihe 2a, jedoch wurden statt
15 % N
2 im Gasgemisch 7,5 % N
2 und 7,5 % CH
4 eingesetzt. Es wird eine ebenfalls etwa 2,5 µm dicke Oxikarbonitrid-Schicht mit im
wesentlichen ähnlichen Aluminiumgehalten und Sauerstoffgehalten, wie für Versuch 2a
angegeben, auf dem Substrat abgeschieden.
Versuchsreihe 2c
[0023] Bei dieser Versuchsreihe erfolgte keine Zudotierung von AICI
3, jedoch wurden die Behandlungsbedingungen gemäß Versuchsreihe 2a und 2b beibehalten.
Das erhaltene beschichtete Material enthielt in seiner Hartstoffschicht kein Aluminium.
[0024] Zu den mit Aluminium dotierten Proben gemäß 2a und 2b ist anzumerken, daß in der
direkt an das Substrat angrenzenden Schicht, in die an sich teilweise Aluminium von
der späteren Behandlung eindiffundieren kann, analytisch Aluminium an der Nachweisgrenze
lag.
Beispiel 3:
Versuchsreihe 3a
[0025] Schneidkörper aus Hartmetall (79 % WC, 10 % TiC + TaC, 11 % Co) werden in einem Ofen
unter Schutzgas bzw. Vakuum auf eine Temperatur von 1020°C aufgeheizt, und danach
90 min lang mit einem Gasgemisch mit 5 % TiCl
4, 70 % H
2 und 25 % CH
4 behandelt. Der Arbeitsdruck im Ofen beträgt 200 mbar. Danach wird die Temperatur
auf 1050°C erhöht und bei einem Arbeitsdruck von 150 mbar werden dann 120 min lang
dem Gasgemisch unter jeweils entsprechender Senkung des Wasserstoff-Gehaltes jeweils
5 % AICI
3 und 5 % CO
2 jeweils 5 min lang alternierend zugesetzt.
[0026] Nach einer Gesamtdauer von 150 min hat sich bei Versuchsreihe 3a ein Überzug ausgebildet,
der gegen die Außenfläche hin einen AI-Gehalt von 1,5 Atom-% AI und 6 Atom-% Sauerstoff
angereichert aufweist, während nahe am Substrat Al- und der Sauerstoff-Gehalt jeweils
unter 0,1 Atom-% liegen.
Versuchsreihe 3b
[0027] Hiebei wurde kein Aluminium zudotiert, jedoch wurden die sonstigen Bedingungen gemäß
Versuchsreihe 3a eingehalten.
Beispiel 4:
Versuchsreihe 4a
[0028] Schneidkörper gemäß den vorangegangenen Beispielen und Versuchsreihen werden in einem
Gasgemisch mit 10 % AICI
3, 80 % H
2, 5 % CO
2 und 5 % ZrCl
4 während 120 min bei einer Temperatur von 1020°C behandelt, währenddessen in regelmäßigen
Abständen von 8 min jeweils 2 min lang der Anteil an CO
2 reduziert und durch BCl
3 ersetzt wird. Es werden auf den Schneidkörpern oxidische Überzüge ausgebildet, welche
Einlagerungen von Boriden des Aluminiums bzw. Zirkoniums aufweisen.
Versuchsreihe 4b
[0029] Bei sonst gleichem Vorgehen erfolgt bei Beschichtung von Proben der Versuchsreihe
1a, 2a kein Zudotieren von BCl
3. Die Eigenschaften der erhaltenen Körper sind in einer Tabelle am Ende der Beispiele
zusammengefaßt.
Beispiel 5:
Versuchsreihe 5a
[0030] Schneidkörper gemäß den vorangegangenen Beispielen und Versuchsreihen werden in einem
Gasgemisch mit anfänglich 10 % AlCl
3, 70 % Wasserstoff, 12 % CO
2, 5 % ZrCl
4 und 3 % HCI bei 1030°C und einem Arbeitsdruck von 200 mbar derart behandelt, daß
der AlCl
3-Gehalt kontinuierlich während einer Zeit von 150 min auf 60 % des Anfangswertes reduziert
wird und gleichzeitig der Gehalt an ZrCl
4 entsprechend gesteigert wird, sodaß die Summe AlCl
3 + ZrCl
4 konstant bleibt. Es wird eine etwa 2 µm dicke Schicht mit Zr0
2-reicherer Außenzone erhalten.
Versuchsreihe 5b
[0031] Es werden die sonstigen Bedingungen gemäß Versuchsreihe 5a eingehalten, jedoch fehlte
in der Gasphase das ZrCl
4. Der AlCl
3-Gehalt betrug 12 % und H
2-Gehalt 73 %. Es wird ebenfalls ein etwa 1,5 bis 2 um dicker gleichmäßiger Aluminiumoxidüberzug
erhalten.
[0032] Die Ergebnisse von Tests auch nach diesem Beispiel hergestellter Schneidkörper sind
in der Tabelle zusammengefaßt.
[0033] Bei der Prüfung der Schneidkörper wurde die Biegebruchfestigkeit, sowie anhand von
Drehversuchen an Grauguß 235 HB mit 1000 N/mm
2 Festigkeit bei Testzeiten von 15 min mit Schnittgeschwindigkeit von 130 m min-
1, Spanquerschnitt a x s = 2,0 x 0,25 mm
2, die Verschleißmarkenbreite in mm, sowie an Stahl 34 Cr Ni Mo 6 bei Schnittgeschwindigkeiten
von 140 m min-
1, Spanquerschnitt a x s = 2,0 x 0,25 mm
2, die Standzeit in min jeweils als Mittel von 5 Probeschneidkörpern ermittelt.
[0034] Die Ergebnisse zeigen deutlich den positiven Einfluß einer Anwesenheit von AI in
der ersten Beschichtung sowie jenen von Sauerstoff. Verschleißeigenschafts-Verbesserungen
werden durch Einbau von Zirkon in die auf die erfindungsgemäß mit AI dotierte Grundbeschichtung
aufgebrachten oxidischen Überzüge erreicht, ebenso durch Einbau von Borid-Einlagerungen.
[0035] Besonders positiv ist die durch den Einbau von AI in die Grundschicht erreichbare
Flexibilität der Schichten und deren Haftung.

1. Hartmetallkörper, insbesondere Hartmetall-Schneidwerkzeug, mit Beschichtung auf
Basis von Karbiden und/oder Nitriden von Elementen der IV. bis VI. Nebengruppe des
Periodensystems und mindestens einer weiteren Beschichtung auf Basis von Aluminiumoxid
und/oder Zirkoniumoxid, dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar auf dem Substrat des
Grundkörpers eine aus einer oder mehreren Lagen gebildete erste Beschichtung mit zumindest
einer 0,1 bis 2,5 Atom-% Aluminium und 0,1 bis 8,0 Atom-% Sauerstoff aufweisenden
Schicht aus Oxikarbid, Oxikarbonitrid oder Oxinitrid, zumindest eines der Elemente
Ti, Zr, Hf, V, Nb, Ta und Cr, aufgebracht ist, über welcher eine zweite, oxidische
Beschichtung aus einer oder mehreren Schichten aus Oxid von Aluminium und/oder Zirkonium
angeordnet ist.
2. Hartmetallkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Beschichtung
zwei oder mehr Schichten mit Oxikarbid, Oxikarbonitrid oder Oxinitrid, vorzugsweise
Oxikarbonitrid, zumindest eines der im Anspruch 1 genannten Elemente aufweist, wobei
dem Aluminium-Gehalt der einzelnen Schichten von einer unmittelbar an das Substrat
grenzenden Schicht weg nach außen hin steigend ist.
3. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Aluminium-Gehalt der Schichten der ersten Beschichtung von der unmittelbar an
das Substrat grenzenden Schicht nach außen hin im wesentlichen linear steigend ist.
4. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die erste Beschichtung zwei oder mehr Schichten mit einem Oxikarbid oder Oxikarbonitrid
oder Oxinitrid, oder Oxikarbonitrid, zumindest eines der im Anspruch 1 genannten Elemente
aufweist, wobei der Sauerstoff-Gehalt der einzelnen Schichten von der unmittelbar
an das Substrat grenzenden Schicht weg nach außen hin steigend ist.
5. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Sauerstoffgehalt der Schichten der ersten Beschichtung von der unmittelbar an
das Substrat grenzenden Schicht weg nach außen hin im wesentlichen linear steigend
ist.
6. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schicht(en) der zweiten Beschichtung 1 bis 20 Gew.-% Zirkonium enthält (enthalten).
7. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die zweite Beschichtung zwei oder mehr oxidische Schichten aufweist, wobei der Zirkonium-Gehalt
der einzelnen Schichten von einer unmittelbar an die erste Beschichtung grenzenden,
gegebenenfalls zirkonium-freien, Schicht weg nach außen hin steigend ist.
8. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die an die erste Beschichtung unmittelbar angrenzende oxidische Schicht der zweiten
Beschichtung eine zirkonium-freie Aluminiumoxid-Schicht ist.
9. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
in der zweiten Beschichtung der Zirkonium-Gehalt von der an die erste Beschichtung
unmittelbar angrenzenden Oxid-Schicht weg nach außen hin im wesentlichen linear steigend
ist.
10. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die oxidische Schicht oder zumindest eine Schicht der zweiten Beschichtung boridhältige
Einlagerungen aufweist.
11. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die in mindestens einer Schicht der zweiten Beschichtung vorhandenen boridhältige
Einlagerungen durch Aluminium- und/oder Zirkoniumborid(e) gebildet sind.
12. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
der Körper Wärmebehandelt ist.
13. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
der Körper kompaktiert ist.
14. Hartmetallkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß
Substrat und Schicht bzw. Schichten der ersten und zweiten Beschichtung Diffusionszonen
aufweisen.
15. Verfahren zur Herstellung eines Hartmetallkörpers nach einem der Ansprüche 1 bis
14, dadurch gekennzeichnet, daß eine Wärmebehandlung, bei Temperaturen von 900 bis
1600°C und/oder eine Wärmebehandlung während des Beschichtungsvorganges angewendet
wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß ein Nachverdichtungsvorgang,
bei Drücken von 500 bis 2500 bar, angewendet wird.
1. A hard-metal body, in particular a hard-metal cutting tool, with a coating on the
basis of carbides and/or nitrides of elements of Sub-Groups IV to VI of the Periodic
System and at least one further coating on the basis of aluminium oxide and/or zirconium
oxide, characterized in that the substrate of the base body has directly applied to
it a first coating formed by one or more layers with at least one layer having from
0.1 to 2.5 atom % aluminium and from 0.1 to 8.0 atom % oxygen - of oxycarbide, oxycarbonitride
or oxynitride of at least one of the elements Ti, Zr, Hf, V, Nb, Ta and Cr, over which
a second oxidic coating of one or more layers of aluminium oxide and/or zirconium
oxide is applied.
2. A hard-metal body according to claim 1, characterized in that the first coating
has two or more layers with oxycarbide, oxycarbonitride or oxynitride, preferably
oxycarbonitride, of at least one of the elements named in claim 1, the aluminium content
of the individual layers increasing from a layer directly adjoining the substrate
towards the outside.
3. A hard-metal body according to one of claims 1 and 2, characterized in that the
aluminium content of the layers of the first coating increases substantially linearly
from the layer directly adjoining the substrate towards the outside.
4. A hard-metal body according to any one of claims 1 to 3, characterized in that
the first coating has two or more layers with an oxycarbide or oxycarbonitride or
oxynitride, or oxycarbonitride, of at least one of the elements named in claim 1,
the oxygen content of the individual layers increasing from the layer directly adjoining
the substrate towards the outside.
5. A hard-metal body according to any one of claims 1 to 4, characterized in that
the oxygen content of the layers of the first coating increases substantially linearly
from one layer directly adjoining the substrate towards the outside.
6. A hard-metal body according to any one of claims 1 to 5, characterized in that
the layers of the second coating contain(s) 1 to 20 % by weight of zirconium.
7. A hard-metal body according to any one of claims 1 to 6, characterized in that
the second coating has two or more oxidic layers, the zirconium content of the individual
layers increasing from a layer directly adjoining the substrate, and optionally being
zirconium-free, towards the outside.
8. A hard-metal body according to any one of claims 1 to 7, characterized in that
the oxidic layer of the second coating dirrectly adjoining the first coating is a
zirconium-free aluminium oxide layer.
9. A hard-metal body according to any one of Claims 1 to 8, characterized in that
in the second coating the zirconium content increases substantially linearly from
the oxide layer directly adjoining the first coating towards the outside.
10. A hard-metal body according to any one of claims 1 to 9, characterized in that
the oxidic layer or at least one layer of the second coating has boride-containing
inclusions.
11. A hard-metal body according to any one of Claims 1 to 10, characterized in that
the boride-containing inclusions present in at least one layer of the second coating
are formed by aluminium boride and/or zirconium boride.
12. A hard-metal body according to any one of claims 1 to 11, characterized in that
the body is heat-treated.
13. A hard-metal body according to any one of claims 1 to 12, characterized in that
the body is compacted.
14. A hard-metal body according to any one of claims 1 to 13, characterized in that
the substrate and the layer or layers of the first and second coating have diffusion
zones.
15. A method of producing a hard-metal body according to any one of claims 1 to 14,
characterized in that a heat treatment at temperatures of from 900 to 1600°C and/or
a heat treatment during the coating procedure is applied.
16. A method according claim 15, characterized in that a secondary compression procedure
at pressures of from 500 to 2500 bar is applied.
1. Corps en métal dur, en particulier outil de coupe en métal dur, avec un revêtement
à base de carbures et/ou de nitrures d'éléments du IVème au Vlème groupe secondaire
du Tableau Périodique, et avec au moins un autre revêtement à base d'oxyde d'aluminium
et/ou d'oxyde de zirconium, caractérisé en ce qu'est appliqué directement sur le substrat
du corps de base un premier revêtement, constitué d'une ou plusieurs couches, avec
au moins une couche, comportant de 0,1 à 2,5 % en atomes d'aluminium et de 0,1 à 8,0
% en atomes d'oxygène, d'oxycarbure, d'oxycarbonitrure ou d'oxynitrure d'au moins
l'un des éléments Ti, Zr, Hf, V, Nb, Ta et Cr, revêtement sur lequel est disposé un
deuxième revêtement d'oxydes, constitué d'une ou plusieurs couches d'oxyde d'aluminium
et/ou de zirconium.
2. Corps en métal dur selon la revendication 1, caractérisé en ce que le premier revêtement
comporte au moins deux couches d'oxycarbure, oxycarbonitrure ou oxynitrure, de préférence
oxycarbonitrure, d'au moins l'un des éléments mentionnés dans la revendication 1,
la teneur en aluminium des différentes couches augmentant vers l'extérieur à partir
d'une couche en contact direct avec le substrat.
3. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que
la teneur en aluminium des couches du premier revêtement augmente d'une manière essentiellement
linéaire, vers l'extérieur, à partir de la couche en contact direct avec le substrat.
4. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que
le premier revêtement comporte au moins deux couches d'un oxycarbure ou d'un oxycarbonitrure
ou d'un oxynitrure, ou d'un carbonitrure, d'au moins l'un des éléments mentionnés
dans la revendication 1, la teneur en oxygène des différentes couches augmentant vers
l'extérieur à partir de la couche en contact direct avec le substrat.
5. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que
la teneur en oxygène des couches du premier revêtement augmente d'une manière essentiellement
linéaire vers l'extérieur à partir de la couche en contact direct avec le substrat.
6. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que
la ou les couches du deuxième revêtement contiennent de 1 à 20 % en poids de zirconium.
7. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que
le deuxième revêtement comporte au moins deux couches d'oxyde, la teneur en zirconium
des différentes couches augmentant vers l'extérieur à partir de la couche, éventuellement
exempte de zirconium, en contact direct avec le premier revêtement.
8. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que
la couche d'oxyde du deuxième revêtement, en contact direct avec le premier revêtement,
est une couche d'oxyde d'aluminium exempte de zirconium.
9. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que,
dans le deuxième revêtement, la teneur en zirconium augmente d'une manière essentiellement
linéaire vers l'extérieur à partir de la couche d'oxyde en contact direct avec le
premier revêtement.
10. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que
la couche d'oxyde, ou au moins une couche du deuxième revêtement, présente des insertions
contenant un borure.
11. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que
les insertions contenant un borure, présentes au moins dans une couche du deuxième
revêtement, sont formées de borure(s) d'aluminium et/ou de zirconium.
12. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que
le corps est soumis à un traitement thermique.
13. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que
le corps est compacté.
14. Corps en métal dur selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que
le substrat et la ou les couches du premier et du deuxième revêtements présentent
des zones de diffusion.
15. Procédé pour la préparation d'un corps en métal dur selon l'une des revendications
1 à 14, caractérisé en ce qu'on utilise un traitement thermique à des températures
de 900 à 1600°C et/ou un traitement thermique pendant l'opération de revêtement.
16. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce qu'on utilise une opération
de recompression à des pressions de 500 à 2500 bar.