[0001] Die Erfindung betrifft eine Abfeuerungseinrichtung für eine zwei Waffen umfassende
Waffenanlage nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Insbesondere zwecks Schutz der Bedienungsmannschaft in einem Turm angeordnete Waffenanlagen
werden in der Regel mittels einer Fernbedienung betätigt, die jedoch von der ordnungsgemäßen
Funktion eines Energieversorgungssystems, z. B. einer elektrischen oder hydraulischen
Anlage, abhängig ist. Funktionsstörungen des Energieversorgungssystems führen dann
dazu, daß die Waffen nicht mehr einsetzbar sind.
[0003] Aus der DE-C-7 23 552 ist eine gattungsgemäße Abfeuerungsfeuerungseinrichtung für
mehrere Maschinenwaffen bekannt. Bei dieser Vorrichtung ist aber nachteilig, daß neben
einem gemeinsamen, manuell zu betätigenden Feuerauslösehebel für jede Waffe ein separater
Einzelwähler vorgesehen ist, wobei zusätzlich die Einzelwähler einer Waffengruppe
mit einem Gruppenwähler kombinierbar sind. Eine solche Vorrichtung, die zudem auf
das Energieversorgungssystem angewiesen ist, ist nicht als Notbedienung bei Ausfall
der Energieanlage zu verwenden und benötigt darüber hinaus einen großen Platzbedarf
für eine entsprechende Schalttafel, so daß sie insbesondere in einem Panzerturm mit
sehr beengten Raumverhältnissen nicht untergebracht werden kann.
[0004] Zwar ist auch aus der DE-C-7 50 323 eine Auslöseeinrichtung am Steuergriff für Flugzeuge
für wahlweise zu bedienende Bordwaffen bekannt, die u.a. relativ kleinbauend und mit
einer Vorwähleinheit zur selektiven Auslösung zweier Bordwaffen ausgerüstet ist. Diese
Vorrichtung wirkt jedoch ausschließlich auf elektrische Kontaktgeber zum Auslösen
der Bordwaffen, wobei die Kontaktgeber selbst im Steuerknüppel des Flugzeugs untergebracht
sind. Auch diese Vorrichtung ist vom £nergieversorgungssystem und damit auch von seiner
Funktion abhängig, so daß es als Notbedienung bei Ausfall des Energieversorgungssystems
nicht verwendet werden kann.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Abfeuerungseinrichtung für eine
zwei Waffen umfassende Waffenanlage, die insbesondere in einem Turm mit sehr beengten
Raumverhältnissen angeordnet ist, anzugeben. Die Abfeuerungseinrichtung soll dabei
eine Notbedienung der Waffen ermöglichen, wenn z. B. bei einem Ausfall des Energieversorgungssystems
der ordnungsgemäße Betrieb der Waffenanlage nicht mehr möglich ist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezug auf die Zeichnung näher erläurtert. Dabei
zeigt:
Fig. 1: eine Schnittdarstellung der Abfeuerungseinrichtung, wobei der Schnitt entlang
der Linie I - der Fig. 3 geführt ist;
Fig. 2: eine Seitenansicht der Abfeuerungseinrichtung mit Blickrichtung X nach Fig.
3;
Fig. 3: eine Aufsicht auf die z. T. im Schnitt dargegestellte Abfeuerungseinrichtung;
Fig. 4: eine Schnittdarstellung der Abfeuerungseinrichtung nach Fig. 3 entlang der
Linie IV - IV;
Fig. 5: eine Schnittdarstellung durch das Gehäuse des Bedienungsknopfs;
Fig. 6: eine Seitenansicht des den Bedienungsknopf aufnehmenden Gehäuses;
Fig. 7: eine Ansicht der Abfeuerungseinrichtung mit Blickrichtung Y aus Fig. 2.
[0009] Auf vorteilhafte Weise ermöglicht die nach der Erfindung ausgestaltete Abfeuerungseinrichtung
eine Notbedienung der zwei Waffen einer zwei Waffen umfassenden Waffenanlage, die
in einem Turm mit sehr beengten Raumverhältnissen lafettiert sind. Bei den zwei Waffen
handelt es sich um eine Maschinenkanone (MK) und ein Maschinengewehr (MG), die wahlweise
selektiv über ein beiden Waffen gemeinsames Betätigungsglied betätigbar sind.
[0010] Bei diesem Betätigungsglied handelt es sich um ein einziges Fußpedal 10, das - abhängig
von der Funktion eines später noch erläuterten Selektionsmittels bei Betätigung im
wesentlichen drei Funktionen erfüllt, nämlich "Abfeuern MK", "Abfeuern MG" und "Sicherstellung"
(Leerhub).
[0011] Das Fußpedal 10 der Abfeuerungseinrichtung 1 ist auf dem Boden 2 der ansonsten nicht
dargestellten Waffenanlage um eine waagerecht liegende Achse 12 drehbar gelagert.
Mit dem Fußpedal 10 sind drehfest verbindbar und um die gleiche Achse 12 schwenkbar
gelagert, die jeder Waffe 25, 26 (Fig. 2) zugeordneten Abfeuerungshebel 23, 24, die
ihrerseits bei Betätigung des Fußpedals 10 zum Abfeuern der Waffen, die als Bowdenzüge
25', 26' ausgestalteten Verbindungsmittel zwischen dem Betätigungsglied Fußpedal 10
und den Waffen 25, 26 mit einer Zugkraft beaufschlagen.
[0012] In der Zeichnung dargestellt ist jedoch die dritte Funktion oder Sicherstellung des
Fußpedals, in der bei Betätigung des Fußpedals 10 in Richtung des in Fig. 1 mit 10'
bezeichneten Pfeils keine der zwei Waffen 25, 26 in Funktion versetzt wird.
[0013] Bei den beiden anderen Funktionsmöglichkeiten des Fußpedals 10, die durch die Lage
eines Selektionsmittels bestimmt werden, wird bei Betätigung des Fußpedals 10 in Richtung
des in Fig. 1 mit 10' bezeichneten Pfeils entweder die Waffe 25 (MK) oder die Waffe
26 (MG) abgefeuert. Die jeweilige Lage des die jeweilige Funktion des Fußpedals 10
bestimmenden Selektionsmittels wird durch einen Bedienknopf 51 (Fig. 5, Fig. 6) vorgegeben,
der in Griffweite des Bedienungspersonals linear beweglich und in drei Raststellungen
61, 62, 63 fixierbar in einem Gehäuse 50 angeordnet ist. Im Gehäuse 50 ist eine Druckfeder
53 gelagert, gegen deren Kraft der Bedienknopf 51 in die zur Waffenbetätigung führenden
Raststellungen 62 u. 63 fortbewegt werden muß. Der Bedienknopf 51 ist vermittels eines
Bowdenzugs 16 mit dem die Funktion des Fußpedals 10 bestimmenden Selektionsmittel
verbunden. Bei diesem Selektionsmittel handelt es sich um einen drehbar gelagerten
Einstellhebel 15 (Fig. 1, Fig. 3, Fig. 7), der innerhalb seines Drehbereichs wahlweise
in einer bestimmten Drehlage bzw. Extremlage arretierbar ist. Die Arretierung des
Einstellhebels in einer bestimmten Drehlage wird über den Bowdenzug 16 durch die Raststellung
des Bedienknopfes 51 in einer bestimmten Raststellung 61, 62, 63 bestimmt. Der Einstellhebel
15 ist vermittels eines im Fußpedal 10 befestigten Bolzens 14 in einer parallel zum
fußpedal 10 sich erstreckenden Ebene drehbar gelagert.
[0014] In der durch die Zeichnung wiedergegebenen Situation, bei der die Betätigung des
Fußpedals 10 nur zu einem Leerhub des Fußpedals 10 führen würde, die Waffen 25 und
26 also nicht abgefeuert werden, ist der Einstellhebel 15 (Fig. 7) unter der Kraftwirkung
der Zugfeder 75 gegen den mit dem Fußpedal 10 verbundenan Anschlag 76 gedrückt. In
dieser Lage des Einstellhebels 15 fluchten seine diametral einander gegenüberliegenden
Mitnahmenocken 77, 78 nicht mit einem der mit den Abfeuerungshebeln 23, 24 verbundenen
Nocken 23', 35'. so daß - abgesehen von der Spannung der Zugfeder 13 (Fig. 1) - ein
Niedertreten des Fußpedals 10 in Richtung des Pfeils 10' keine weiteren Auswirkungen
hat.
[0015] Die beiden anderen Funktionen des Fußhebels 10, die zum Abfeuern der Waffe 25 oder
der Waffen 26 führen, werden im folgenden erläutert. Durch vorschieben des Bedienknopfs
51 (Fig. 5, Fig. 6) gegen die Kraft der Druckfeder 53 gleitet dieser aus der Raststellung
61 und gelangt in die Raststellung 62, die der Funktion "Abfeuern M K" entspricht.
Durch Vorschieben des Bedienknopfes und Einschwenken in die Raststellung 62 wird der
Bowdenzug 16 gespannt, der exzentrisch am Einstellhebel 15 (Fig. 7) angreift. Entgegen
der Kraft der Zugfeder 75 wird dadurch der Einstellhebel 15, der in Richtung des Doppelpfeils
15' drehbeweglich gelagert ist, im Gegenuhrzeigersinn verschwenkt (Fig. 7), so daß
er in dieser Zeichnungsdarstellung eine im wesentlichen senkrechte Lage einnimmt.
In dieser Position des Einstellhebels 15 liegt sein Mitnahmenocken 78 über dem Nocken
23', der seinerseits mit dem Abfeuerungshebel MK 23 verbunden ist. Beim Niedertreten
des Fußpedals 10 wird jetzt durch das Ineinandergreifen der Nocken 78 und 23' auch
der Abfeuerungshebel 23 hinuntergedrückt mit der Folge, daß über den Bowdenzug 25'
(Fig. 2) die Waffe 25, die in Fig. Fig. 2 lediglich schematisch dargestellt ist, abgefeuert
wird.
[0016] Zum Einschalten der Funktionsart "Abfeuern MG" wird der Bedienknopf 51 (Fig. 5, Fig.
6) aus der Raststellung 62 weiter in die vordere Raststellung 63 verbracht. Dies bewirkt
über den Bowdenzug 16 (Fig. 7) eine weitere Verdrehung des Einstellhebels 15 im Gegenuhrzeigersinn,
bis dessen Mitnahmenocken 77 über dem Nocken 35' des drehfest mit dem Abfeuerungshebel
24 MK verbundenen Mitnahmehebels 35 steht (Fig. 3, Fig. 7). Beim Hinuntertreten des
Fußpedals 10 wird jetzt über den Eistellhebel 15 bzw. den Mitnahmenocken 77 der Mitnahmehebel
35 über den Nocken 35' hinuntergedrückt. Über die 4-Kant-Klemmverbindung 42 (Fig.
4) wird die Welle 12 gedreht, die den Abfeuerungshebel 24 nach unten bewegt. Dadurch
wird der Baudenzug 26' (Fig. 2) gespannt und die Waffe 26 abgefeuert. Nach dem Freigeben
des Fußpedals 10 zieht die Feder 13 (Fig. 1) das Fußpedal in seine Ruhelage gegen
einen nicht in der Zeichnung dargestellten Anschlag zurück. Der Einstellhebel 15 wird
beim Ausrasten des Bedienknopfes 51 aus seinen Raststellungen 62 bzw. 63 durch eine
Zugfeder 75 (Fig. 7) gegen den Anschlag 76 zurückgestellt, so daß sich die Abfeuerungseinrichtung
1 wieder in der Funktionsart "Sicherstellung" befindet.
1. Abfeuerungseinrichtung (1) für zwei Waffen (25, 26) einer Waffenanlage, die ein
beiden Waffen (25, 26) gemeinsames Betätigungsglied, das über selektiv betätigbare
Bowdenzüge (25', 26') mit jeder Waffe verbunden ist, und die ein Selektionsmittel
zur Auswahl des jeweils zu betätigenden Bowdenzuges umfaßt,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) Das Betätigungsglied besteht im wesentlichen aus einem um eine waagerechte Achse
(12) drehbar gelagerten Fußpedal (10), mit dem, drehfest und um die gleiche Achse
(12) schwenkbar, die jeder Waffe (25, 26) zugeordneten Abfeuerungshebel (23, 24) verbindbar
sind, die ihrerseits bei Betätigung des Fußpedales (10) die Bowdenzüge (25', 26')
mit einer Zugkraft beaufschlagen;
b) das Selektionsmittel zur Auswahl des jeweils zu betätigenden Bowdenzuges (25' oder
26') besteht aus einem am Fußpedal (10) drehbar gelagerten Einstellhebel (15), der
innerhalb seines Drehbereiches wahlweise in einer bestimmten Drehlage bzw. Extremlage
arretierbar ist.
2. Abfeuerungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Einstellhebel (15) vermittels eines im Fußpedal (10)
befestigten Bolzens (14) in einer zum Fußpedal parallel sich erstreckenden Ebene drehbar
gelagert ist.
3. Abfeuerungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Einstellhebel (15) einander diametral gegenüberliegende
Mitnahmenocken (77,78) umfaßt, die wahlweise, je nach Drehlage des Einstellhebels
(15), zwecks Betätigung der Abfeuerungshebel (23, 24) je einem mit dem jeweiligen
Abfeuerungshebel (23, 24) verbundenen Nocken (23', 35') zugeordnet sind.
4. Abfeuerungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Einstellhebel (15) über einen Bowdenzug (16) mit einem
in einem Gehäuse (50) linear bewegbar gelagerten und wahlweise in einer bestimmten
Position rastbaren Bedienknopf (51) verbunden ist.
1. Firing device (1) for two weapons of a weapon system (25,26) comprising an actuating
member common to both weapons (25, 26) which is connected by selectively operable
Bowden cables (25', 26') to each weapon and a selection means forthe Bowden cable
to be selected, characterised by the following features:
a) the actuating member mainly comprises a foot pedal (10) which is mounted to rotate
about a horizontal axis (12) and through which, the firing levers (23,24) associated
with each weapon (25, 26) are connectable in a non-rotatable manner and pivotable
about the same axis (12), the said levers in their turn subjecting the Bowden cables
(25', 26') to a tractive force when the foot pedal (10) is operated;
b) the selection means for selecting the particular Bowden cable (25' or 26') to be
operated comprising an adjusting lever (15) which is mounted to rotate on the foot
lever and which within the range of rotation can be optionally locked in a certain
rotation position or extreme position.
2. Firing device in accordance with Claim 1, characterised by the fact that the adjusting
lever (15) by means of a bolt (14) secured in the foot pedal (10) is mounted so as
to be rotatable in a plane extending parallel to the foot pedal.
3. Firing device in accordance with one of Claims 1 and 2, characterised by the fact
that the adjusting lever (15) includes driving cams (77, 78) which are diametrically
opposite each other and which are optionally associated, according to the rotation
position of the adjusting lever (15), and in order to actuate the firing levers (23,
24) with one of the cams (23', 35') connected with the relevant firing lever (23,
24).
4. Firing device in accordance with one of Claims 1 to 3, characterised by the fact
that the adjusting lever (15) is connected through a Bowden cable (16) with an operating
knob (51) mounted in a housing (50) so as to be linearly movable and optionally lockable
in a certain position.
1. Dispositif de tir (1) pour deux armes (25, 26) d'un système d'armes, qui comprend
un organe d'actionnement commun aux deux armes (25, 26), qui est relié à chaque arme
par l'intermédiaire de câbles Bowden (25, 26) actionnables sélectivement, et un moyen
de sélection pour sélectionner le câble Bowden à actionner, caractérisé par les caractéristiques
suivantes:
a) l'organe d'actionnement comprend essentiellement une pédale (10) montée de façon
à pouvoir tourner autour d'un axe horizontal (12), avec laquelle, avec solidarité
en rotation et possibilité de pivotement autour du même axe (12), les leviers de tir
(23, 24) rattachés à chaque arme (25, 26) peuvent être reliés, lesquels appliquent
eux-mêmes une force de traction sur les câbles Bowden (25', 26') lors de l'actionnement
de la pédale (10);
b) le moyen pour sélectionner le câble Bowden (25' ou 26') à actionner comprend un
levier de réglage (15) monté de façon à pouvoir tourner sur la pédale (10), qui peut
être bloqué sélectivement à l'intérieur de son domaine de rotation dans une position
angulaire ou extrême déterminée.
2. Dispositif de tir selon la revendication 1, caractérisé en ce que le levier de
réglage (15) est monté de façon à pouvoir tourner dans un plan s'étendant parallèlement
à la pédale au moyen d'un boulon (14) fixé dans la pédale (10).
3. Dispositif de tir selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que
le levier de réglage (15) comprend des cames d'entraînement (77, 78) diamétralement
opposées, qui correspondent sélectivement, selon la position angulaire du levier de
réglage (15) pour l'actionnement des leviers de tir (23, 24), à une came (23', 35')
respective, reliée au levier de tir (23, 24) correspondant.
4. Dispositif de tir selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le
levier de réglage (15) est relié par l'intermédiaire d'un câble Bowden (16) à un bouton
de manoeuvre (51) monté dans un boîtier (50) de façon à pouvoir se déplacer linéairement
et pouvant être bloqué sélectivement dans une position déterminée.