[0001] Die Erfindung beschreibt ein Verfahren und eine zugehörige Vorrichtung zur Herstellung
eines Schön- und Widerdrucks auf Papierbogen, wobei eine Seite nach dem Offsetdruckverfahren
und die andere nach dem Verfahren des direkten Flachdrucks bedruckt wird. Eine Vorrichtung,
die nach einem Verfahren dieser Gattung arbeitet, wird in der DE-C-179 219 beschrieben.
[0002] Die Herstellung von zweiseitigen Drucken ist auf unterschiedliche Weise möglich.
An konventionellen Druckmaschinen müssen die Papierbogen nach dem Bedrucken der ersten
Seite umgestapelt werden, um in einem zweiten Durchgang von der Rückseite bedrucken
zu können. Wenn häufig zweiseitig bedruckt werden soll, ist dieser Aufwand aber nicht
zu rechtfertigen. Als weitere Möglichkeit gibt es die Bogenwendung innerhalb der Druckmaschine,
so daß zuerst die eine Seite des Papiers und anschließend nach dem Wendevorgang die
zweite Seite des Papiers im nächsten Druckwerk bedruckt werden kann. Der Aufwand für
die Wendeeinrichtung ist allerdings nicht unerheblich. Außerdem wird bei entsprechender
Farbigkeit eine größere Anzahl von Druckwerken benötigt. Drucktechnisch betrachtet
bedeutet es aber auch eine Schwierigkeit, daß das Papier nach dem Wendevorgang mit
der Hinterkante voran transportiert wird. Dadurch wird die Einhaltung des Registers
der Drucke erschwert und insbesondere ein zweiter Greiferrand benötigt. Der Bogentransport
ist also von relativ vielen Übergaben abhängig und auch auf allseitig exakt beschnittenes
Papier angewiesen. Es ist seit längerem versucht worden das Papier in einem Durchgang
zweiseitig zu bedrucken, indem das Papier in einer Druckzone von oben und unten gleichzeitig
mit einem Druck versehen wurde. Dazu sind schon sehr viele Verfahrensvarianten diskutiert
worden. Vor allem die Möglichkeit im Druck zwischen zwei Gummizylindern den gleichzeitigen
Schön- und Widerdruck zu erzeugen, ist sowohl im Bogenoffsetbereich als auch im Rollenoffsetbereich
praktisch ausgeführt worden. Ebenso sind Maschinen mit zwei nacheinandergeschalteten
kompletten Offsetdruckwerken bekannt geworden, die aber wieder eine Bogenübergabe
zwischen den Drucken auf der Vorder- und Rückseite des Papiers benötigen. Aus Gründen
der Vereinfachung ist daher schon die Möglichkeit genutzt worden, auch den im Offsetdruck
vorhandenen Druckzylinder mit einer oder mehreren Druckplatten zu versehen und durch
wechselnde Schaltung als Plattenzylinder und gleichzeitig als Gegendruckzylinder für
den Offsetdruck und auch als Plattenzylinder für den direkten Flachdruck zu verwenden.
[0003] Die DE-C-179 219 beschreibt eine Druckmaschine für gleichzeitigen Schön- und Widerdruck
mit zwei harten Druckformen und einem Gegendruck- bzw. Umdruckglied. Das Druckwerk
ist mit einem Umdruck- oder Gegendurckzylinder und zwei Formzylindern jeweils gleicher
Größe ausgerüstet. Jedem Formzylinder sind je ein Farb- und ein Feuchtwerk für Flachdruck
zugeordnet. Der Umdruckzylinder ist mit einer weichen Oberfläche versehen und zwischen
den beiden Formzylindern angeordnet. Das Papier wird zwischen dem Umdruckzylinder
und dem ersten Formzylinder durchgeführt. Dabei wird vom Umdruckzylinder das Druckbild
des zweiten Formzylinders, also indirekt, auf die Papierunterseite übertragen, wobei
der erste Formzylinder als Gegendruckzylinder für den indirekten Druck wirkt. Dagegen
wird die andere Papierseite vom ersten Formzylinder direkt bedruckt, wobei aus dieser
Sicht der Umdruckzylinder als weicher Gegendruckzylinder wirkt. Die Druckplatte auf
dem ersten Formzylinder muß entsprechend dem Druckverfahren seitenverkehrt zur Druckplatte
auf dem zweiten Druckzylinder kopiert werden.
[0004] In der DE-C-366 371 wird eine Rotationsdruckmaschine für lithografischen Druck beschrieben.
Sie weist einen kleinen mit einem Gummituch bespannten Zylinder und einen mehrfach
so großen zweiten Zylinder auf, wobei beide Zylinder mit Greifern ausgerüstet sind.
Je nach Betriebsart und Bauart kann der zweite Zylinder mit zwei oder drei Druckplatten
bespannt werden. Dem zweiten Zylinder ist dazu mindestens ein Farbwerk zugeordnet.
Bei einer entsprechenden Schaltung ist es möglich, zuerst die eingefärbte erste Platte
ohne Papierzufuhr auf dem Gummituch des ersten Zylinders abzudrucken. Wenn die zweite
Platte in die Druckzone kommt, ist auch ein Papierbogen zugeführt. Beim Durchlaufen
der Druckzone wird der Papierbogen dann vom kleinen Zylinder aus im Offsetdruck und
vom großen Zylinder aus im direkten Flachdruck bedruckt. Dabei wirken die beiden Zylinder
als Gegendruckzylinder für das jeweils andere Druckverfahren.
[0005] An den beschriebenen Druckmaschinen ist jeweils als richtige Erkenntnis verwirklicht,
daß ein Zylinder einer Druckmaschine nicht allein einem Zweck dienen muß. So sind
die Gegendurckzylinder mit Druckplatten bespannt und die Gummizylinder werden auch
als Gegendruckzylinder verwendet, Ebensorichtig ist die Erkenntnis, einen weich bespannten
Zylinder als Gegendruckzylinder für den direkten Flachdruck zu verwenden. In den genannten
Fällen tritt das Problem auf, daß der direkte und der indirekte Flachdruck bzw. Offsetdruck
unter den gleichen Bedingungen ablaufen müssen, d. h., die gewählte Maschineneinstellung
bezüglich Druckbeistellung und Zylinderaufzügen muß beiden Druckverfahren genügen.
[0006] Außerdem ist aus der EP-A-0 096 181 ein Druckwerk für eine Bogenoffsetrotationsdruckmaschine
bekannt, in dem der Druckzylinder zur Herstellung eines zusätzlichen einfarbigen Widerdrucks
mit einer flexiblen Flachdruckplatte versehen wird. Die Flachdruckplatte ist eine
sogenannte Dilitho-Platte. Das in dieser Druckmaschine mögliche Druckverfahren unterliegt
den gleichen mangelhaften Bedingungen wie sie vorhergehend bereits beschrieben wurden.
Auch hier müssen der Offsetdruck und der direkte Flachdruck unter gleichen Einstellbedingungen
durchgeführt werden. Dies ist nicht möglich ohne Qualitätsverluste hinzunehmen bzw.
die Druckplatte erhöhtem Verschleiß bis zur Zerstörung auszusetzen. Dieses Problem
wird auch nicht durch den Hinweis behoben, daß die Druckplatte für den direkten Flachdruck
mit einer elastischen Unterlage versehen werden soll. Auch dadurch wird keine gezielte
Abstimmung auf das jeweilige Druckverfahren im Bezug auf ihre Druckbeistellung möglich.
Vielmehr wird die Druckplatte dann sogar doppelt beansprucht, da sie sich auch noch
durchbiegt. Schließlich muß das Kettenabnahmesystem für den Bogentransport zum Ausleger
um den zweiten Gummizylinder geführt werden, um Platz für das an den Druckzylinder
anzustellende Farb-und Feuchtwerk zu schaffen. Dadurch wird der konstruktive Aufbau
unnötig kompliziert, weil der Bogen innerhalb des Druckwerks übergeben, dabei aber
doch sicher geführt werden muß. Zudem werden die Greifer auf dem Kettenabnahmesystem
mit dem vollen Bogenzug belastet.
[0007] Es ist bekannt, daß die Bedingung in der Druckzone für einen optimalen Ablauf des
Druckprozesses beim direkten Flachdruck anders sind als beim Offsetdruck. Dabei spielen
sicher viele Faktoren eine Rolle, am wichtigsten ist aber, daß die Papieroberfläche
im direkten Flachdruck mit einer harten, glatten Gegenfläche in Berührung kommt. Die
Papieroberfläche muß sich also der Oberfläche der Flachdruckplatte anpassen, während
sich beim Offsetdruck die Oberfläche des Gummituches der Papieroberfläche anpaßt.
Die Papieroberfläche muß demgemäß an die Plattenoberfläche angepaßt werden. Das kann
mit einem weichen Presseur oder einem Gummizylinder geschehen. Dazu ist eine relativ
hohe Druckspannung bzw. Druckbeistellung notwendig. Wenn der Gummizylinder aber gleichzeitig
zur Übertragung eines Druckbildes benutzt wird, wie es in den geschilderten Fällen
geschieht, werden sich zwangsläufig die Druckbedingungen beider Verfahren beeinflussen.
Auf der einen Seite wird bei dem Offsetdruck angepaßter Druckbeistellung die Druckspannung
für den direkten Flachdruck zu gering sein, d. h. der Druck kann unvollständig ausfallen,
da das Papier ungenügend an die Flachdruckplatte angepreßt wird. Die Vollständigkeit
und Gleichmäßigkeit des Druckbildes ist dabei von der Glätte des Papiers abhängig.
Im anderen Fall, daß die Druckbeistellung dem direkten Flachdruck angepaßt, also über
den Wert für den Offsetdruck hinaus erhöht wird, ist die Druckspannung für den im
Offsetverfahren ablaufenden Druck zu groß. Dabei wird die Druckfarbe zwischen dem
Gummituch und dem Papier auseinandergequetscht. Es kommt zu einer unerwünschten Punktverbreiterung.
Es tritt also eine auf den beiden Druckseiten
' in entgegengesetzter Richtung wirkende Verschlechterung der Druckqualität ein. Hier
muß also ein Mittelweg gefunden werden, bei dem beide Verfahren sich gegenseitig am
wenigsten beeinflussen. Dazu kommt, daß für den direkten Flachdruck spezielle Abwicklungsbedingungen
bestehen, da das Papier nicht auf der Druckplatte reiben darf. Dieser Fall kann bei
falsch eingestellten Bedingungen in der Druckzone eintreten, wo das Gummituch bzw.
der Presseur Walkbewegungen ausführt. Wenn dadurch Relativbewegungen des Papiers auf
der Druckplatte entstehen, ist diese innerhalb kurzer Zeit beschädigt oder sogar unbrauchbar.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und die zugehörige
Vorrichtung nach der beschriebenen Gattung zu schaffen, mit deren Hilfe in einem Greiferschluß
ein Schön-und Widerdruck erzeugt werden kann, ohne daß sich die spezifisch unterschiedlichen
Einstellbedingungen der beiden Druckverfahren gegenseitig beeinflussen.
[0009] Die Aufgabe wird gemäß dem Kennzeichen des Anspruchs 1 gelöst. Durch die Anwendung
der beschriebenen Drucktechnik in einer Bogenoffsetdruckmaschine in Fünfzylinder-Bauart
wird es möglich, beim Schön- und Widerdruck in je einer Farbe das erste Druckwerk
zur optimalen Einstellung auf den im direkten Flachdruck ablaufenden Widerdurck einzurichten.
Dadurch, daß der Widerdruck im ersten Druckwerk und der Schöndruck im zweiten Druckwerk
abläuft, können sich die beiden Druckverfahren nicht gegenseitig beeinflussen. Die
Einstellwerte können für jedes Verfahren unabhängig gewählt werden. Auf diese Weise
kann die an sich für zweifarbigen Schöndruck geeignete Druckmaschine unter optimalen
Bedingungen für Schön- und Widerdruck'genutzt werden. Die Gefahr, daß Druckfarbe von
einer Bogenseite auf einem Führungs- oder Gegendruckzylinder abschmiert, ist hier
nicht gegeben, da der Druck in einem Durchgang stattfindet. Registerschwierigkeiten
können nicht auftreten, da der Druckvorgang auch in einem Greiferschluß abläuft. Das
bedeutet, daß zusätzlich die Rollneigung des bedruckten Bogens minimiert werden kann,
da der Bogen in einem Durchgang nach beiden Seiten von einer eingefärbten Druckfläche
abgezogen werden muß.
[0010] Der Vorteil, eine Druckmaschine für Schöndruck mit Hilfe des direkten Flachdruckes
auf einfache Weise auch für Schön- und Widerdruck nutzen zu können, wird häufig durch
die geringere Lebensdauer und schlechtere Druckqualität der Druckplatte für den direkten
Flachdruck wieder aufgehoben. Das Verfahren gestattet nun mit der zugehörigen Vorrichtung
die Einstellung der Druckmaschine in Bezug auf die exakte Abwicklung für beide Druckverfahren
und die optimale Druckqualität besonders für den direkten Flachdruck. Die Umstellung
ist relativ einfach vozunehmen und erfordert keine zusätzlichen Maßnahmen, wenn die
Abwicklung für den direkten Flachdruck so gewählt wird, daß sie nach Umschaltung auch
für den zweifarbigen reinen Schöndruck unter Berücksichtigung der Drucklänge beider
Drucke gilt. Dies muß auch zwischen Schön- und Widerdruck eingehalten werden. Hier
ist wichtig, daß die Drucklänge im Widerdruck durch das direkte Abdrucken festliegt
und daß die Drucklänge im Schöndruck darauf abgestimmt werden kann. Das erfindungsgemäße
Verfahren berücksichtigt alle diese Bedingungen und stellt sicher, daß die beiden
Verfahren mit bestmöglichem Register, in guter Druckqualität, mit optimaler Standzeit
der Druckplatte für den direkten Flachdruck und mit geringstmöglichem zusätzlichem
Aufwand gemeinsam für Schön- und Widerdruck eingesetzt werden können. Die Vorteile
bei der Bedienung sind genauso offensichtlich wie die Vorzüge des relativ geringen
maschinellen Aufwandes.
[0011] Eine Vorrichtung sowie die Anwendung des Verfahrens wird anschließend anhand von
Zeichnungen beschrieben.
[0012] Im Einzelnen zeigt
Fig. 1 eine Übersicht über eine Druckmaschine der beschriebenen Gattung mit erfindungsgemäßen
Einrichtungen,
Fig. 2 eine schematische Darstellung für den Betrieb der Druckmaschine im zweifarbigen
Schöndruck,
Fig. 3 eine schematische Darstellung für Schön- und Widerdruck bei im ersten Druckwerk
abgestelltem Plattenzylinder,
Fig. 4 eine schematische Darstellung für Schön- und Widerdruck mit im ersten Druckwerk
als Stützzylinder angestelltem Plattenzylinder und abgekoppeltem Farbwerk, und
Fig. 5 die Verhältnisse in der Druckzone zwischen dem als Presseur wirkenden Gummizylinder
und dem Druckzylinder.
[0013] In Figur 1 ist eine Bogenoffsetdruckmaschine 1 schematisch dargestellt. Die Bogenoffsetdruckmaschine
1 ist in sogenannter 5-Zylinder-Bauart ausgeführt. Die Papierbogen 2 werden von einem
Anlegerstapel 3 durch die Druckmaschine 1 bis zum Auslegerstapel 4 gefördert und dort
mit Hilfe eines Kettenförderers 5 abgelegt. Die Papierbogen 2 werden dabei mit Hilfe
eines Vorgreifers 6 an Greifer 7 auf dem Druckzylinder 8 übergeben. Auf dem Druckzylinder
8 sind insgesamt zwei um 180 Grad zueinander versetzte Reihen von Greifern 7 angeordnet.
In Bogenlaufrichtung 9 kommt der Papierbogen 2 dann zunächst mit dem ersten Druckwerk
10 bis 13 in Berührung. Es besteht aus dem ersten Gummizylinder 10 und dem zugehörigen
ersten Plattenzylinder 11. An den ersten Plattenzylinder 11 sind ein Farbwerk 12 und
ein Feuchtwerk 13 angestellt. Das Farbwerk 12 ist über eine lösbare Kupplung 14 mit
dem Maschinenantrieb verbunden. Nach dem Durchgang durch die Druckzone zwischen dem
Druckzylinder 8 und dem ersten Gummizylinder 10 erreicht der Papierbogen 2 das zweite
Druckwerk 15 bis 18.
'Dieses besteht aus dem zweiten Gummizylinder 15, dem zweiten Plattenzylinder 16 und
an diesen angestellt, einem Farbwerk 17 und einem Feuchtwerk 18. Nach dem Durchgang
des Papierbogens 2 durch die Druckzone zwischen dem Druckzylinder 8 und dem Gummizylinder
15 wird er an den Kettenförderer 5 übergeben. Der Kettenförderer 5 legt den Papierbogen
2 dann auf dem Auslegerstapel 4 ab.
[0014] Zur erweiterten Nutzung des Druckzylinders 8 für den direkten Flachdruck ist dieser
mit Plattenspannvorrichtungen 20, 21' zur Aufnahme von Flachdruckplatten 19 versehen.
Die Plattenspannvorrichtungen 20, 21 bestehen aus einer Klemmvorrichtung 20 und einer
Spannvorrichtung 21. Da der Druckzylinder 8 den doppelten Durchmesser der zugehörigen
Gummi- 10, 15 bzw. Plattenzylinder 11, 16 hat, ist er auch mit jeweils zwei dieser
Plattenspannvorrichtungen 20, 21 versehen. Die Klemmvorrichtungen 20 sind jeweils
am vorderen Ende der Durckfläche unterhalb der Greifer 7 im Zylinderkanal 22 des Druckzylinders
8 angeordnet. Sie nehmen das vordere abgekantete Ende einer der Flachdruckplatten
19 auf. Das jeweils hintere Ende der Flachdruckplatten 19 wird von den Spannvorrichtungen
21, die ebenfalls im Zylinderkanal 22 angeordnet sind, gehalten. Mit den Spannvorrichtungen
21 werden die Plattenenden festgeklemmt und auf dem Druckzylinder 8 festgespannt.
Zur Einfärbung und Feuchtung der Flachdruckplatten 19 ist dem Druckzylinder 8 ein
Farbwerk 23 und ein Feuchtwerk 24 zugeordnet. Farbwerk 23 und Feuchtwerk 24 sind gemeinsam
in einer Baueinheit 25 angebracht. Mit Hilfe einer Verfahreinrichtung 26 können sie
radial zum Druckzylinder 8 bewegt und an diesen angestellt werden. Dabei wird über
eine Kupplung 27 eine Antriebsverbindung zwischen dem Farbwerk 23, dem Feuchtwerk
24 und dem Maschinenantrieb hergestellt. Der Anlegerstapel 3 ist soweit von den Druckwerken
der Bogenoffsetdruckmaschine entfernt angeordnet, daß das Feuchtwerk 24 bzw. das Farbwerk
23 ohne weiteres zur Einstellung zugänglich sind. Die Bedienungsmöglichkeiten an der
Bogenoffsetdruckmaschine sind günstig, weil die beiden Druckwerke oberhalb des Druckzylinders
8 so angeordnet sind, daß von einem Fußtritt am Auslegerstapel 4 aus die Plattenspannvorrichtungen
20, 21 auf dem Druckzylinder 8 zwischen den Druckwerken 10 bis 13, 15 bis 18 hindurch
ohne weiteres erreichbar sind.
[0015] Grundsätzlich ist diese Bogenoffsetdruckmaschine zur Herstellung von zweifarbigem
Schöndruck geeignet. Diese Betriebsweise ist in Fig. 2 schematisch dargestellt. Dazu
werden auf die Plattenzylinder 11 und 16 jeweils Offsetdruckplatten 28, 29 aufgespannt.
Wenn nun die beiden Druckwerke 10 bis 13, 15 bis 18 in an sich bekannter Weise eingestellt
werden, wird über die Gummizylinder 10, 15 beim Papierdurchlauf zwischen diesen und
dem Druckzylinder 8 ein zweifarbiger Druck auf der Oberseite des Papierbogens 2 hergestellt.
Bei der Einstellung der Druckverhältnisse muß darauf geachtet werden, daß die Druckbeistellung
zwischen den Gummizylindern 10, 15 und dem Druckzylinder 8 nicht zu hoch wird. E.;
besteht sonst die Gefahr, daß die von den Gummizylindern 10, 15 übertragene Druckfarbe
auf dem Papierbogen 2 auseinandergequetscht wird. Damit würde eine unerwünschte Punktverbreiterung
erzeugt werden. Im Betrieb als Zweifarbendruckmaschine wird die Baueinheit 25 mit
dem Farbwerk 23 und dem Feuchtwerk 24 vom Druckzylinder 8 abgefahren. Dabei ist auch
die Kupplung 27 ausgedrückt und es erfolgt kein Antrieb auf die unteren Werke. Bei
der Einstellung der Platten- 11, 16 bzw. Gummizylinder 10, 15 ist darauf zu achten,
daß die Drucklänge zwischen dem ersten und dem zweiten Druckwerk übereinstimmt. Außderdem
ist wichtig, daß die Drucke exakt übereinander liegen. Diese Einstellarbeiten können
durch Veränderung der Zylinderaufzüge und Verdrehen der Zylinder gegeneinander erledigt
werden.
[0016] Durch einfache Umstelloperationen können die in Fig. 3 und 4 gezeigten Betriebsweisen
für Schön- und Widerdruck eingeleitet werden. Auf die Maschine bezogen sind für den
Betrieb als Schön- und Widerdruckmaschine aber besondere Vorkehrungen zu treffen.
Zunächst müssen auf den Druckzylinder 8 Flachdruckplatten 19 für den direkten Flachdruck
aufgespannt werden. Diese Flachdruckplatten 19 sind an ihrer Vorderkante mit einer
Abkantung zu versehen, die zum Einklemmen auf dem Druckzylinder 8 dient. Die Abkantung
ist notwendig, um das vordere Plattenende in die Klemmvorrichtung 20 unterhalb der
Greifer 7 auf dem Druckzylinder 8 einschieben zu können. Ebenso muß jede Flachdruckplatte
19 an ihrem hinteren Ende in einer der Spannvorrichtungen 21 geklemmt und auf der
Oberfläche des Druckzylinders 8 festgespannt werden. Dabei ist es vorteilhaft, wenn
der Druckzylinder 8 in Bogenlaufrichtung 9 bei angestellten Gummizylindern 10, 15
und aufgelegten Flachdruckplatten 19 durchgedreht wird. Dadurch werden die Flachdruckplatten
19 glatt auf den Druckzylinder 8 aufgelegt und können mit den Spannvorrichtungen 21
problemlos gespannt werden.
[0017] Die erste Version dieser Betriebsweise ist in Figur 3 dargestellt. In dem Betrieb
im Schön- und Widerdruck genutzten Druckwerk wird auf den zweiten Plattenzylinder
16 eine Offsetdruckplatte 29 aufgespannt. Sie dient zur Erzeugung des Schöndruckes.
Das zweite Druckwerk 15 bis 18 wird in bekannter Weise an den Druckzylinder 8 angestellt.
Im ersten Druckwerk 10 bis 13 wird der Plattenzylinder 11 gemeinsam mit dem Farbwerk
15 vom Gummizylinder 10 abgerückt. Der Gummizylinder 10 selbst wird an den Druckzylinder
8 angestellt. Schließlich müssen noch das Farbwerk 23 und das Feuchtwerk 24 für den
direkten Flachdruck an den Druckzylinder 8 angefahren werden. Gleichzeitig wird die
Kupplung 27 eingekuppelt, über die eine Antriebsverbindung zwischen dem Maschinenantrieb
und dem Farbwerk 23 bzw. dem Feuchtwerk 24 hergestellt wird. Dann kann die Maschine
nun in Betrieb gesetzt werden. Für den Ablauf des Druckvorganges ist es selbstverständlich,
daß die Gummizylinder 10, 15 erst an den Druckzylinder 8 angestellt werden, wenn dieser
Papierbogen 2 führt. Ohne Papier würde die Druckfarbe von der Flachdruckplatte 19
auf die Gummizylinder 10, 15 und umgekehrt auch die Druckfarbe vom zweiten Druckwerk
15 bis 18 auf die Flachdruckplatten 19 übertragen. Der Druckzylinder 8 nimmt bei jeder
seiner Umdrehungen mit seinen Greifern 7 nacheinander zwei Papierbogen 2 und übergibt
sie nach dem Druckvorgang an den Auslegerkettenförderer 5. Der Papierbogen 2 liegt
dabei jeweils flach auf einer Flachdruckplatte 19 auf und wird von den Gummizylindern
10, 15 an diese angedrückt. Während vom Gummizylinder 10 kein Druckbild übertragen
wird, wird über den Gummizylinder 15 das Schöndruckbild auf der Oberseite des Papierbogens
2 abgedruckt. Von der Flachdruckplatte 19 aus wird direkt das Widerdruckbild auf die
Unterseite des Papierbogens 2 abgedruckt.
[0018] In der Druckzone zwischen dem Druckzylinder 8 und dem Gummizylinder 10 werden die
Druckverhältnisse anders eingestellt als in der Druckzone zwischen dem Druckzylinder
8 und dem Gummizylinder 15. Für den in der ersten Druckzone ablaufende Widerdruck
wird die Druckbeistellung so weit erhöht wie es für einen qualitativ hochwertigen
direkten Flachdruck notwendig ist. In der Druckzone zwischen dem Druckzylinder und
dem Gummizylinder 10 werden also gezielt Bedingungen für die Ausführung des Widerdruckes
im Verfahren des direkten Flachdruckes erzeugt. Nach dem Durchlaufen der ersten Druckzone
kann in der zweiten Druckzone zwischen dem Druckzylinder 8 und dem Gummizylinder 15
der Schöndruck im Verfahren des Offsetdrucks ohne Restriktionen erledigt werden. Die
Druckbeistellung kann dort optimal auf den Offsetdruck abgestimmt werden.
[0019] Da der Papierbogen 2 nach dem Durchlaufen der ersten Druckzone fest auf der Flachdruckplatte
19 haftet und beim Offsetdruck auch eine Anhaftung zwischen Papierbogen 2 und Gummizylinder
15 entsteht, werden sich nach der zweiten Druckzone die Kräfte zum Abziehen des Papierbogens
2 von den farbführenden Druckflächen gegenseitig reduzieren. In der Realität wird
die größere Haftkraft am Gummizylinder 15 um die an sich kleinere Haftkraft an der
Druckplatte 19 reduziert. Damit wird der Abrißwinkel am Gummizylinder 15 wesentlich
verkleinert bzw. der negative Effekt der Rollneigung durch das Abziehen des Papierbogens
2 vom Gummizylinder 15 oder der Flachdruckplatte 19 weitgehend beseitigt. Der gesamte
Druckvorgang läuft also in drei Stufen ab. Zuerst erfolgt der direkte Flachdruck,
dann der Offsetdruck und schließlich wird der Papierbogen 2 von den Druckflächen getrennt.
[0020] Die Bedeutung des Registers für den Schön-und Widerdruck ist bekannt und spielt hier
eine ganz besondere Rolle. Die Lage des Druckbildes aus dem direkten Flachdruck zum
Papier ist immer gleich, da der Papierbogen 2 direkt auf die Flachdruckplatte 19 aufgelegt
wird. Verändert werden kann demgegenüber aber sowohl die Lage als auch die Größe des
Druckbildes auf der Schöndruckseite. Diese sind von den Zylinderaufzügen und der Winkellage
am Gummizylinder 15 bzw. Plattenzylinder 16 abhängig. Es ist erforderlich, daß bei
Deckungsgleichheit der Drucke auf der Schöndruckseite und der Widerdruckseite jeweils
Druckbeginn und Drucklänge übereinstimmen. Die Lage des Druckbeginns ist in üblicher
Weise durch Maßnahmen im Antrieb zu verändem, wie sie auch aus Mehrfarbenmaschinen
bekannt sind und wie sie auch in dieser Maschine vorhanden sein müssen, um den Passer
zwischen dem ersten und dem zweiten Druckwerk herzustellen. Dabei wird etwa durch
Axialverschiebung schrägverzahnter Antriebszahnräder eine Änderung der Winkellage
des Zylinder erreicht. Die Abstimmung der Drucklänge zwischen Schöndruck und Widerdruck
ist dann über eine Veränderung der Zylinderaufzüge am Gummizylinder 15 oder am Plattenzylinder
16 oder am Druckzylinder 8 vorzunehmen. Dabei wird aber jeweils nur die Länge des
Schöndruckes verändert, während wie schon beschrieben, die Länge des Widerdruckes
immer gleich bleibt. Für diese Art des Schön- und Widerdruckes ergibt sich also die
Forderung, daß die Drucklänge des Schöndruckes auf die des Widerdruckes abgestimmt
werden muß. Eine Anpassung der Drucklänge des Widerdruckes an die des Schöndruckes
ist nicht möglich. Beim geschilderten Druckablauf ist vorgesehen, daß der Plattenzylinder
11 des ersten Druckwerkes zusammen mit seinem Farbwerk 12 und dem Feuchtwerk 13 vom
Gummizylinder 10 abgerückt wird. Es läuft also leer mit, ebenso wie das Farbwerk 12
und das Feuchtwerk 13 wenn diese nicht mit der Kupplung 14 angekuppelt sind. Das Farbwerk
12 muß mit einer Schmierflüssigkeit versehen werden, da sonst Walzenschäden nicht
vermeidbar sind. Im Feuchtwerk 13 wird im Stillstand häufig eine Walzentrennung vorgenommen.
[0021] In einer anderen Version der Betriebsweise für den Schön- und Widerdruck soll dies
nun vermieden werden. Dazu werden wie in Figur 4 dargestellt, das Farbwerk 13 und
das Feuchtwerk 14 im ersten Druckwerk vom Plattenzylinder 11 abgestellt und mit der
Kupplung 14 vom Antrieb der Bogenoffsetdruckmaschine 1 getrennt. Der Plattenzylinder
11 kann nun auch an den Gummizylinder 10 angestellt werden, der wie in der ersten
Version der Betriebsweise auch hier wieder an den Druckzylinder 8 angestellt wird.
Sinnvollerweise beläßt man nun eine alte Platte oder einen entsprechenden Aufzug auf
dem Plattenzylinder 11 und läßt diesen als Stützzylinder mit dem Gummizylinder 10
mitlaufen. Es sind zwar keine großen Auswirkungen bezüglich der radialen Durchbiegung
des Gummizylinders zu erwarten, die Maßnahme wird sich aber doch vorteilhaft auf die
Laufruhe des Druckwerkes auswirken. Das Farbwerk 13 und das Feuchtwerk 14 laufen im
Schön- und Widerdruckbetrieb nicht mehr mit und müssen von daher nicht in besonderer
Weise für den Trockenlauf ausgerüstet werden. Dadurch wird Antriebsleistung und Bedieungsaufwand
eingespart und Schäden werden sicher vermieden. Der Ablauf des Druckvorganges entspricht
der ersten Version der Betriebsweise. Die Einrichtung der Zylinderaufzüge ist ebenso
vorzunehmen wie dort. Die Steuerung der Maschine bzw. _die Schaltung zur Einleitung
des Druckvorganges wird hier etwas vereinfacht, da die Zylinder 10, 11 des ersten
Druckwerkes in üblicher Weise für den Druckvorgang zugeschaltet werden. Die Abwicklung
zwischen den Gummizylindern und dem Druckzylinder 8 muß nun noch näher betrachtet
werden. Sie spielt eine besondere Rolle für den Ablauf des direkten Flachdruckes.
Als Kriterium für den direkten Flachdruck ist einerseits zu beachten, daß die Druckfläche
durch Ungleichmäßigkeiten in der Papieroberfläche reduziert wird: Das erfordert eine
höhere Druckbeistellung, um ein ausreichend gutes Druckbild zu bekommen. Andererseits
spielt auch eine Rolle, daß beim Anstellen des Gummizylinders 10 an den Druckzylinder
8 eine Verformung des Gummituches 30 zustande kommt, die zu Walkbewegungen beim Druckablauf
führt. Es ist wichtig dafür zu sorgen, daß es nicht zu Relativbewegungen in der Druckzone
zwischen dem Papierbogen 2 und der Flach: druckplatten 19 kommt. Beide Bedingungen
wirken sich auf die Durchmesserverhältnisse zwischen dem Gummizylinder 10 und dem
Druckzylinder 8 aus. Um einen vollständigen und gleichmäßigen Ausdruck zu erzielen
ist es notwendig, den Gummizylinder 10 um wenigstens 0,1 mm stärker an den Druckzylinder
8 anzustellen als es im Offsetdruck üblich ist. Es wird sogar mit Druckbeistellungen
bis zu 0,35 mm gerechnet. Bei so großen Druckbeistellungen wird aber die Verformung
des Gummituches 30 und damit die scheinbare Durchmesserveränderung des Gummizylinders
10 im Bereich der Druckzone sehr groß. Damit ist die Gefahr gegeben, daß es zu Relativbewegungen
der Gummituchoberfläche gegenüber der Flachdruckplatte 13 kommt. Da das Gummituch
30 in diesem Fall den Papierbogen 2 mitnehmen würde, käme es also auch zu Relativbewegungen
zwischen dem Papierbogen 2 und der Flachdruckplatte 19. Papier ist als abrasiv wirkender
Stoff bekannt und würde deshalb die Flachdruckplatte 19 sehr schnell verschleissen
oder schon nach einigen wenigen Drucken unbrauchbar machen. Das muß unter allen Umständen
vermieden werden. Dazu ist es notwendig den Durchmesser d des Gummizylinders 10 auf
diese besondere Bedingungen gegenüber dem Durchmesser D des Druckzylinders 8 einzustellen.
In Versuchen hat sich gezeigt, daß eine Verkleinerung des Gummizylinderdurchmessers
d relativ zum Druckzylinderdurchmesser D um etwa 0,2 bis 0,4 mm die Gefahr der Relativbewegung
zwischen Papierbogen 2 und Flachdruckplatte 19 behebt.
[0022] In Fig. 5 sind die Verhältnisse zwischen Gummizylinder 10 und Druckzylinder 8 schematisch
dargestellt. Die Abflachung des Gummituches 30 in der Druckzone ist erkennbar und
auch durch die Bezeichnung der scheinbaren Durchmesservergrösserungen d1 in den Gummituchwülsten
dargestellt. Dieser scheinbar größere Gummizylinderdurchmesser d1 muß nun durch die
Verkleinerung des tatsächlichen Gummizylinders d ausgeglichen werden. Damit wird sichergestellt,
daß es an der Berührung zwischen dem Gummizylinder 10 und dem Druckzylinder 8 nur
zu einer Abrollung und zu keiner Relativbewegung bzw. Schlupfbewegung kommt.
[0023] Die Durchmesserverhältnisse zwischen dem Gummizylinder 8 sollen aber so gewählt werden,
daß bei einer Umstellung. der Bogenoffsetdruckmaschine 1 vom zweifarbigen Schön- und
Widerdruck keine Änderung der Abwicklung notwendig sind. Im Zusammenhang mit dem für
die unterschiedlichen Betriebsweisen gesagten wird klar, daß dieses ohne weiteres
möglich ist, da ja Änderungen der Drucklänge noch über die Veränderung des Aufzuges
am Plattenzylinder 11 des ersten Druckwerkes möglich sind. Der Durchmesser des Druckzylinders
8 sollte also in einen Bereich gelegt werden, der es erlaubt, daß die von den Plattenzylindern
11, 16 der beiden oberen Druckwerke 10 bis 13, 15 bis 18 erzeugten Drucklängen einfach
aufeinander abgestimmt werden können. In der Praxis bedeutet das, daß eine Korrektur
der Drucklänge hauptsächlich über die oberen Plattenzylinder 11, 16 und weniger durch
unterlegen der Flachdruckplatten 19 auf dem Druckzylinder 8 vorgenommen werden sollte.
Wenn man davon ausgeht, daß beim reinen Schöndruck lediglich die Flachdruckplatten
19 vom Druckzylinder 8 entfernt werden, ergäbe sich im Verhältnis zum Schön- und Widerdruck
eine Druckbildveränderung. Diese Druckbildveränderung ist im ersten Druckwerk durch
die Verringerung des Gummizylinderdurchmessers und dem zweiten Druckwerk durch die
Verringerung des Gummizylinderdurchmessers und dem zweiten Druckwerk durch die Verringerung
des Plattenzylinderdurchmessers berücksichtigt. Der Plattenzylinderdurchmesser im
zweiten Druckwerk muß verringert werden, um die Drucklängenveränderung durch das Aufspannen
der Flachdruckplatten 19 auf den Druckzylinder 8 im Schön- und Widerdruck auszugleichen.
Die Abwicklung läßt sich vollends vereinfachen, wenn bei Umstellung der Bogenoffsetdruckmaschine
1 die verbrauchten Flachdruckplatten 19 auf dem Druckzylinder 8 belassen werden. Damit
wäre für beide Betriebsweisen der gleiche Durchmesser vorhanden. Unter diesen Bedingungen
ist ein einfaches Umstellen der Druckmaschine vom Schön- und Widerdruck möglich, ohne
daß dazu besondere Wendeeinrichtungen oder getriebliche Maßnahmen für die Steuerung
der Maschine notwendig wären. Der Druck läuft in beiden Betriebsweisen in einem Greiferschluß
ab. Die Druckprozesse unterstützen sich insbesondere bei der Auswirkung auf die Rollneigung
der Papiere gegenseitig und haben auf diese Weise keinen negativen Einfluß auf den
Passer bzw. das Register der Drucke.
[0024] Die Ausführungen des beschriebenen Verfahrens bzw. der Druckmaschine in der dieses
Verfahren angewendet wird, unterliegt keinen Beschränkungen in Bezug auf detaillierte
Maßangaben. Es ist lediglich zu berücksichtigen; daß die Verhältnisse der Durchmesser
zueinander und die Beistellung des Zylinder aneinander konstant gehalten werden. Die
Ausführung der dazu notwendigen Maschinenelemente liegt im Rahmen der konstruktiven
Tätigkeit des Druckmaschinenfachmanns und muß daher nicht näher erläutert werden.
Es ist also etwa auch möglich für die erste Version der Betriebsweise im Schön- und
Widerdruck über die Kupplung 14 das Farbwerk 12 und das Feuchtwerk 13 auszukuppeln,
wenn sie kein Farb- bzw. Feuchtmittel fördern sollen.
1. Verfahren zur Herstellung eines Schön- und Widerdrucks auf Papierbogen, bei dem
eine Seite nach dem Offsetdruckverfahren und die andere Seite nach dem Verfahren des
direkten Flachdrucks bedruckt wird und wobei in einer Bogenoffsetdruckmaschine (11)
in Fünfzylinder-Bauart auf dem Druckzylinder (8) entsprechend seinem Größenverhältnis
zu den Gummizylindern (10, 15) eine oder mehrere für den direkten Flachdruck geeignete
Druckplatten (19) aufgespannt werden, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Druckwerk
(10 bis 19) so umgestellt wird, daß es kein Druckbild überträgt, wobei der Gummizylinder
(10) aber an den Druckzylinder (8) angestellt wird, daß dazu der effektive Durchmesser
(d) des ersten Gummizylinders (10) geringfügig kleiner eingestellt wird als es dem
Verhältnis zum Druckzylinder (8) .entspricht und die Druckbeistellung zwischen dem
ersten Gummizylinder (10) und dem Druckzylinder (8) größer eingestellt wird als im
zweiten für Offsetdruck eingerichteten Druckwerk (15 bis 18), wobei der Druckprozeß
in an sich bekannter Weise gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser (d) des
ersten Gummizylinders (10) im Verhältnis zum effektiven Durchmesser (D) des Druckzylinders
(8) mit aufgespannter Druckplatte (19) und Unterlagebogen und im Verhältnis zum zweiten
Gummizylinder (15) um 0,2 bis 0,4 mm geringer eingestellt wird, daß die Druckbeistellung
zwischen dem ersten Gummizylinder (10) und dem Druckzylinder (8) um mindestens 0,1
mm gegenüber der Druckbeistellung zwischen dem zweiten Gummizylinder (15) und dem
Druckzylinder (8) erhöht wird, wobei in das erste Druckwerk (10 bis 19) keine Druckfarbe
oder Feuchtmittel eingeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Plattenzylinder
(11) mit seinem Farb- (12) und Feuchtwerk (13) vom ersten Gummizylinder (10) abgestellt
wird und daß der erste Gummizylinder (10) unabhängig davon an den Druckzylinder (8)
angestellt wird, so daß er als Presseur für den im direkten Flachdruck erfolgenden
Widerdruck wirkt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Farb- (12) und
Feuchtwerk (13) vom ersten Plattenzylinder (11) abgestellt und über eine Kupplung
(14) vom Antrieb der Bogenoffsetdruckmaschine (1) abgekuppelt wird, daß der erste
Plattenzylinder (11) mit einer Offsetdruckplatte (28) bespannt an den ersten Gummizylinder
(10) angestellt wird und daß der erste Gummizylinder (11) an den Druckzylinder (8)
angestellt wird, so daß der erste Gummizylinder (10) als Presseur für den im direkten
Flachdruck erfolgenden Widerdrück und der erste Plattenzylinder (11) als Stützzylinder
für den ersten Gummizylinder (10) wirkt.
5. Druckmaschine zur Durchführung eines Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 4, wobei der Druckzylinder (8) der Bogenoffsetdruckmaschine (1) mit einer oder
mehreren Greiferreihen zum Transport von Druckbogen und der Druckzylinder mit einer
der Anzahl der Reihen von Greifern (7) entsprechenden Anzahl von Plattenspannvorrichtungen
(20, 21) zum Klemmen und Spannen von Flachdruckplatten (19) versehen ist und daß am
Druckzylinder (8) ein Farb- (23) und ein Feuchtwerk (24) angeordnet sind, die als
Baueinheit (25) gemeinsam an den Druckzylinder (8) angestellt und angekuppelt werden
können, dadurch gekennzeichnet, daß Einrichtungen am ersten Druckwerk (10 bis 13)
vorgesehen sind, um es bei an den Druckzylinder (8) angestelltem Gummizylinder (10)
so zu schalten, daß est im Druckprozeß kein Druckbild überträgt.
6. Druckmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckzylinder (8)
den doppelten Durchmesser der Gummizylinder (10, 15) hat, daß am Druckzylinder (8)
zwei Reihen von Greifern (7) und zwei Plattenspannvorrichtungen (20, 21) zum Klemmen
und Spannen vorgesehen sind, daß die Baueinheit (25) des Farb- (23) und Feuchtwerks
(24) auf einer radial zum Druckzylinder ausgerichteten beidseitig wirkenden Verfahreinrichtung
(26) am Gestell der Bogenoffsetdruckmaschine (1) verschiebbar befestigt ist und daß
im Antrieb des Farb- (14) und Feuchtwerks (13) am ersten Druckwerk eine schaltbare
Kupplung (14) und im Antrieb der Farb- (23) und Feuchtwerke (24) in der Baueinheit
(25) eine schaltbare Kupplung (27) angeordnet ist.
1. Process for producing a perfect print on paper sheets in which one side is printed
in accordance with the offset printing process and the other side printed according
to the direct planographic printing process and wherein in one sheet offset printing
press (1) of five cylinder construction on the impression cylinder (3) corresponding
to its size ratio with respect to the blanket cylinders (10, 15) one or more printing
plates (19) suited for direct planographic printing are clamped, characterised in
that the first printing unit (10 to 19) is so changed over that it transfers no printed
image, while the blanket cylinder (10) is however set against the impression cylinder
(8), that in addition the effective diameter (d) of the first blanket cylinder (10)
is set slightly smaller. than corresponds to the ratio with respect to the impression
cylinder (8) and the pressure setting between the first blanket cylinder (10) and
the impression cylinder (8) is set larger than in the second printing unit (15 to
18) adjusted for offset printing, wherein the printing process is controlled in a
fashion known per se.
2. Process according to Claim 1, characterised in that the diameter (d) of the first
blanket cylinder (10) is set in proportion to the effective diameter (D) of the impression
cylinder (8) with a printing plate (19) and packing sheets tensioned thereon and in
respect to the second blanket cylinder (15) less by around 0.2 to 0.4 mm, that the
pressure adjustment between the first blanket cylinder (10) and the impression cylinder
(8) is increased by about 0.1 mm with respect to the pressure setting between the
second blanket cylinder (15) and the impression cylinder (8), wherein, in the first
printing unit (10 to 19), no printing ink or damping agent is introduced.
3. Process according to Claim 1 and 2, characterised in that the first plate cylinder
(11) with its inking (12) and damping unit (13) is set off from the first blanket
cylinder '(10) and that the first blanket cylinder (10) is independently thereof set
against the impression cylinder (8) so that it acts as presser for the second side
print resulting by direct planographic printing.
4. Process according to Claim 1 and 2, characterised in that the inking (12) and damping
unit (13) are set off from the first plate cylinder (11) and via a clutch (14) decoupled
from the drive of the sheet offset printing press (1), that the first plate cylinder
(11) with an offset printing plate (8) clamped on it is set against the first blanket
cylinder (10) and that the first blanket cylinder (11) is set against the impression
cylinder (8), so that the blanket cylinder (10) acts as presser for the second side
print resulting by direct planographic printing and the first plate cylinder (11)
as support cylinder for the first blanket cylinder (10).
5. Printing press for carrying out a process according to one or more of Claims 1
to 4, wherein the impression cylinder (8) of the sheet offset printing press (1) is
provided with one or several rows of grippers of transporting printed sheets and the
impression cylinder with a number of plate clamping devices (20, 21) corresponding
to the number of series of grippers (7) for clamping and tensioning planographic printing
plates (19) and that on the impression cylinder (8) an inking (23) and damping unit
(24) are arranged which can be set as a constructional unit (25) together against
the impression cylinder (8) and can be coupled thereto, characterised in that apparatus
is provided on the first printing unit (10 to 13) in order that, with a blanket cylinder
(10) set against the impression cylinder (8), no printed image 'is transferred in
the printing process.
6. Printing press according to Claim 5, characterised in that the impression cylinder
(8) has double the diameter of the blanket cylinders (10, 15), that on the impression
cylinder (8) there are provided two rows of grippers (7) and two plate clamping units
(20, 21) for clamping and tensioning, that the constructional unit (25) of the inking
(23) and damping unit (24) is slidably fixed to a process unit (26) guided on both
sides radially with respect to the impression cylinder on the frame of the sheet offset
printing press (1) and that in the drive of the inking (14) and damping unit (13)
on the first printing unit there is arranged a switchable clutch (14) and in the drive
of the inking (23) and damping unit (24) in the constructional unit (25) there is
arranged a switchable clutch (27).
1. Procédé pour réaliser une impression à retiration sur des feuilles de papier, dans
lequel un côté est imprimé selon le procédé d'impression offset et l'autre côté selon
le procédé d'impression à plat directe, et pour lequel, dans une machine imprimante
offset à feuilles (1), du type à cinq cylindres, une ou plusieurs plaques d'impression
(19), appropriées pour l'impression à plat directe, sont tendues sur le cylindre d'impression
(8) conformément à sa proportion par rapport aux .cylindres porte-blanchet (10, 15),
caractérisé en ce que le premier groupe d'impression (10 à 13) est réglé de sorte
qu'il ne transfère aucune image imprimée, le cylindre porte-blanchet (10) étant cependant
placé contre le cylindre d'impression (8), en ce que, à cet effet, le diamètre effectif
(d) du premier cylindre porte-blanchet (10) est légèrement plus petit que cela est
conforme à sa proportion par rapport au cylindre d'impression (8) et le réglage de
la pression entre le premier cylindre porte-blanchet (10) et le cylindre d'impression
(8) est plus grand que dans le second groupe d'impression (15 à 18) prévu pour l'impression
offset, le processus d'impression étant commandé de façon connue en soi.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le diamètre (d) du premier
cylindre porte-blanchet (10) par rapport au diamètre effectif (D) du cylindre d'impression
(8) avec la plaque d'impression (19) tendue et des feuilles d'habillage et par rapport
au second cylindre porte-blanchet (15) est plus faible de 0,2 à 0,4 mm, en ce que
le réglage de la pression entre le premier cylindre porte-blanchet (10) et le cylindre
d'impression (8) est augmenté d'au moins 0,1 mm par rapport au réglage de la pression
entre le second cylindre porte-blanchet (15) et le cylindre d'impression (8), de l'encre
d'imprimerie ou du milieu de mouillage n'étant pas introduit dans le premier groupe
d'impression (10 à 13).
3. Procédé selon les revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le premier cylindre
porte-plaque (11) avec son unité d'encrage (12) et son unité de mouillage (13) est
séparé du premier cylindre porte-blanchet (10), et en ce que le premier cylindre porte-blanchet
(10), indépendamment de cela, est placé contre le cylindre d'impression (8), de sorte
qu'il agit en tant que presseur pour la retiration ayant lieu en impression à plat
directe.
4. Procédé selon les revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que l'unité d'encrage
(12) et l'unité de mouillage (13) sont séparées du premier cylindre porte-plaque (11)
et découplées de l'entraînement de la machine imprimante offset à feuilles (1) par
l'intermédiaire d'un embrayage (14), en ce que le premier cylindre porte-plaque (11)
recouvert d'une plaque d'impression offset (28) est placé contre le premier cylindre
porte-blanchet (10) et en ce que le premier cylindre porte-blanchet (10) est placé
contre le cylindre d'impression (8), de sorte que le premier cylindre porte-blanchet
(10) agit en tant que presseur pour la retiration ayant lieu en impression à piat
directe et le premier cylindre porte-plaque (11) agit en tant que cylindre d'appui
pour le premier cylindre porte-blanchet (10).
5. Machine imprimante pour la mise en oeuvre du procédé selon une ou plusieurs des
revendications 1 à 4, dans laquelle le cylindre d'impression (8) de la machine imprimante
offset à feuilles (1) est muni d'une ou plusieurs rangées de pinces pour le transport
de feuilles d'impression et le cylindre d'impression est muni d'un nombre, correspondant
au nombre des rangées de pinces (7), de dispositifs de serrage de plaques (20, 21)
pour serrer et tendre des plaques (19) d'impression à plat, des unités d'encrage (23)
et de mouillage (24) étant agencées sur le cylindre d'impression (8), lesquelles peuvent
être couplées et placées ensemble contre le cylindre d'impression (8), en tant qu'unité
modulaire (25), caractérisée en ce que des dispositifs sont prévus sur le premier
groupe d'impression (10 à 13), pour y agir lorsque le cylindre porte-blanchet (10)
est placé contre le cylindre d'impression (8), de sorte qu'il ne transfère aucune
image imprimée dans le processus d'impression.
6. Machine selon la revendication 5; caractérisée en ce que le cylindre d'impression
(8) a un diamètre double de celui des cylindres porte-blanchet (10, 15), en ce que,
sur le cylindre d'impression (8), sont prévues deux rangées de pinces (7) et deux
dispositifs de serrage de plaques (20, 21) pour serrer et tendre, en ce que l'unité
modulaire (25) des unités d'encrage (23) et de mouillage .(24) est fixée, de façon
déplaçable, sur un dispositif mobile (26) agissant dans les deux sens, orienté radialement
par rapport au cylindre d'impression, sur le bâti de la machine imprimante offset
à feuilles (1), et en ce que, dans l'entraînement des unités d'encrage (12) et de
mouillage (13) du premier groupe d'impression, est agencé un embrayage (14) et, dans
l'entraînement des unités d'encrage (23) et de mouillage (24) dans l'unité modulaire
(25), est agencé un embrayage (27).