[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Messen-des Innendrucks eines
betriebsmäßig eingebauten Vakuumschalters, der aus Vakuumschaltrohr mit Schaltkammer
und Schaltkontakten sowie zugehörigem Antrieb besteht, unter Ausnutzung einer Kaltkathodenentladung
(Penning-Effekt) mit gekreuzten elektrischen und magnetischen Feldern, wobei das elektrische
Feld zwischen wenigstens einem der Schaltkontakte und der metallischen Wand der Schaltkammer
bzw. eines dazwischenliegenden Kondensationsschirmes angelegt wird und wobei zur Magnetfelderzeugung
Permanentmagnete verwendet werden.
[0002] Bei der Fertigung von Vakuum-Schaltröhren ist es notwendig, den Innendruck der evakuierten
Vakuumschaltgehäuse zu messen. Dazu wird beispielsweise die gesamte Schaltröhre in
eine konzentrisch zur Schalterachse angeordnete Elektromagnetspule eingebracht, die
ein magnetisches Feld erzeugt. Gleichzeitig wird ein elektrisches Feld an elektrisch
leitende Bauteile der Schaltröhre derart angelegt, daß zumindest in Teilbereichen
des Innenvolumens der Schaltröhre das elektrische und das magnetische Feld senkrecht
aufeinanderstehen. Durch Ausnutzung des sogenannten Penning-Effektes kann eine Kaltkathodenentladung
und damit ein Ionenstrom erzeugt werden, dessen Wert dem Innendruck der Schaltröhre
im Druckbereich von 10
-8 bis 10
-3 mbar proportional ist.
[0003] Bei den bekannten Meßanordnungen wird im allgemeinen davon ausgegangen, daß die Schaltröhre
als allseitig frei zugängliches Einzelbauteil zur Verfügung steht. Dies ist beispielsweise
in der US-PS 32 63 162 vorausgesetzt, wobei dort bei offenen Schaltkontakten das elektrische
Feld zwischen einem Schaltkontakt und der notwendigen, in der Schaltkammer liegenden
Dampfabschirmung angelegt wird und das Magnetfeld durch eine Spule erzeugt wird. Alternativ
dazu ist es aus der US-PS 28 64 998 auch bekannt, beispielsweise einerseits das elektrische
Feld zwischen den geschlbssenen Kontakten und der metallischen Dampfabschirmung anzulegen
und andererseits für die Erzeugung eines kreuzenden Magnetfeldes Permanentmagnete
zu verwenden. Speziell bei der in der US-PS 28 64 998 beschriebenen Vorrichtung stehen
die Feldlinien der elektrischen und magnetischen Felder nur in Teilbereichen senkrecht
aufeinander, so daß insgesamt vergleichsweise große Feldstärken notwendig werden.
[0004] Es wäre wünschenswert, den Innendruck von Vakuumschaltröhren während der gesamten
Lebensdauer, also auch im Schaltbetrieb überprüfen zu können. Es ist jedoch schwierig,
zuverlässige Innendruckmessungen an Schaltröhren, die mit zugehörigem Antrieb in Schaltanlagen
eingebaut sind, vorzunehmen, da die Zugänglichkeit erheblich eingeschränkt ist und
insbesondere das Einbringen der Vakuumschaltröhre in eine koaxiale Zylinderspule nicht
mehr möglich ist. Zwar ist in der EP-OS 0 056 722 eine Vakuumschaltröhre beschrieben,
die bereits ein sogenanntes 'On line'-Vakuumüberwachungssystem beinhaltet. Dabei wird
ebenfalls der Penning-Effekt ausgenutzt und durch dem Vakuumschaltrohr fest zugeordnete
Komponenten das notwendige Magnetfeld erzeugt. Diese Komponenten können entweder magnetfelderzeugende
Spulen oder Permanentmagnete sein, die innerhalb oder außerhalb der Schaltkammer angeordnet
sind. Insbesondere kann ein Permanentmagnet ringförmig um die Schaltkammer gelegt
sein.
[0005] Insbesondere letztere Anordnung mit integrierten Komponenten für eine 'On line'-überwachung
ist vergleichsweis aufwendig. Sie kann für die Verwendung bei üblichen Vakuumschaltern
Nachteile haben, da durch das Magnetfeld der Permanentmagnete das Schaltverhalten
beeinflußt wird.
[0006] Aus Gründen der Betriebsüberwachung soll jedoch der Innendruck von im Schalterantrieb
befindlichen Vakuum-Schaltröhren im Druckbereich von etwa 10
-8 bis 10
-3 mbar gemessen werden. Dabei soll diese Messung fakultativ im Prüffeld oder auch beim
Anwender möglich sein, ohne daß das Schaltrohr aus dem Antrieb ausgebaut werden oder
aufwendige mechanische Einstellarbeiten am Antrieb - beispielsweise Hubverstellungen-notwendig
werden.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu
schaffen, die mit Permanentmagneten arbeitet und sich leicht für die unterschiedlichen
Bedürfnisse der Praxis anwenden läßt.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Permanentmagnete stabförmig
ausgebildet sind und derart ausgeformte Polschuhe aufweisen, daß sie zur Messung jeweils
in Längsrichtung an einen Umfangsabschnitt der zylinderförmigen Schaltkammer des im
Schalterantrieb eingebauten Vakuumschalters anlegbar sind, wobei die Polschuhe der
Permanentmagnete Metallformteile der Schaltkammer umgreifen und gleichermaßen die
Magnetanordnung an der Schaltkammer für die Messung fixieren.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen Anordnung ist wenigstens ein Permanentmagnet notwendig;
vorzugsweise sind jedoch zwei oder vier Permanentmagnete vorhanden, wobei die Polschuhe
jeweils halbkreisförmige Ausformungen bilden. Damit lassen sich die Grundplatten der
Schaltkammer jeweils vollständig umschließen und die Magnete für die Messung fixieren.
Vorteilhaft ist immer,daß auch bei eng nebeneinanderliegenden Vakuumröhren einer kompletten
Schaltanlage mit zugehörigem Schalterantrieb aufgrund der geringen Bauhöhe der separaten
Magnetanordnungen die Zugänglichkeit gewährleistet ist.
[0010] Aufgrund der Ausbildung der Permanentmagnet-Anordnung lassen sich Messungen mit vergleichsweise
geringen Feldstärken durchführen. Dabei ist der erwünschte Druckbereich von 10
-8 bis 10-3 mbar erfaßbar, wozu ein axiales Permanentmagnetfeld in der Mitte der Vakuumröhrenachse
etwa 10-2 Tesla betragen sollte. Durch Optimierung der Polschuhe läßt sich erreichen,
daß die Magnetfeldminderung auch bei gegebenenfalls einzigen, einseitig angebrachten
Permanentmagneten, auf dem dem Magneten gegenüberliegenden Rand nicht mehr als 75
% beträgt. Wenn vorzugsweise bei geschlossenen Schaltkontakten gemessen wird und die
Kontaktanordnung auf Anodenpotential und das metallische Gehäuse der Schaltkammer
auf Kathodenpotential gelegt wird, kann mit elektrischen Feldern zwischen einem und
4 kV, vorzugsweise aber bei 2 kV, gearbeitet werden.
[0011] Für die Auslegung der elektrischen Meßeinheiten können übliche Mittel des Standes
der Technik verwendet werden: Der Ionenstrom fließt über einen Meßwiderstand, wobei
der Spannungsabfall über ein geeignetes Extremwertvoltmeter registriert werden kann.
Durch Kalibrierung oder Testmessungen lassen sich die geeigneten Kennlinien für die
jeweils benutzte Magnetanordnung ermitteln. Als Permanentmagnete sind übliche Stabmagnete
verwendbar, die aus bekannten Werkstoffen bestehen. Werden Hochleistungsmagnete aus
AlNiCo verwendet, ist es möglich, aufgrund deren geringen räumlichen Ausdehnung einzelne
Stabmagnete über dem gesamten Umfang zu verteilen, wobei jeweils zwei Gruppen von
Magneten durch Verbindung über gemeinsame'Polschuhe mit halbkreisförmigen Ausnehmungen
zusammengehören.
[0012] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Figurenbeschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Patentansprüchen.
Es zeigen:
FIG 1 das Prinzip des Meßverfahrens anhand einer Schnittdarstellung eines Vakuumschaltrohres
mit angelegtem Permanentmagnet und schaltbildmäßig angedeuteten elektrischen Meßeinheiten.
[0013] Die Figuren 2 bis 4 jeweils in perspektivischer Darstellung in der Meßstellung am
Vakuumschaltrohr drei verschiedene Ausführungsformen der Anordnung von Permanentmagneten
mit zugehörigen Polschuhen.
[0014] In den Figuren sind identische Teile, insbesondere die Teile der Vakuumröhre, mit
den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0015] In FIG 1 bedeutet 1 einen Vakuumschalter, der im wesentlichen aus einem Vakuumschaltrohr
mit Schaltkammer und darin fest angeordneten ersten Schaltkontakt sowie einen demgegenüber
beweglich angeordneten zweiten Schaltkontakt besteht. Im einzelnen kennzeichnet 2
die eigentliche Schaltkammer, die aus einem metallischen Hohlzylinder mit jeweiligen
ringförmigen Metallformteilen besteht, in die beidseitig jeweils Keramikisolatoren
3 und 4 vakuumdicht verbunden sind. In FIG 1 ist im unteren Isolator 3 ein erster
Kontaktbolzen 5 starr eingefügt, während im anderen Isolator 4 ein zweiter Kontaktbolzen
6 mittels eines flexiblen Metallbalges 7 demgegenüber verschiebbar angeordnet ist.
Die Kontaktbolzen 5 und 6 tragen auf ihren einander zugewandten Seiten jeweils Kontaktstücke
8 und 9, auf deren Aufbau und Material hier nicht weiter eingegangen zu werden braucht.
[0016] Bei der Herstellung des beschriebenen Vakuumschalters wird die Schaltkammer nach
Aufbau und vakuumdichten Verbinden der Einzelteile evakuiert und durch Abquetschen
des Pumprohres von der Vakuumpumpe getrennt. Eine Prüfung der Vakuumdichtigkeit sowie
Messung des nach Herstellung des Kontaktes erreichten Enddruckes schließt sich im
Normalfall dem Herstellungsverfahren an. Nachfolgend wir ein Meßaufbau für eine Messung
unter Ausnutzung des Penning-Effektes beschrieben, mit dem auch bei anschließend in
eine Schaltanlage eingebautem Vakuumschaltrohr gemessen werden kann.
[0017] In FIG 1 bedeutet 10 ein Stabmagnet, der tangential an einem Umfangsabschnitt der
zylinderförmigen Schaltkammer 2 angelegt ist. Wie aus der Schnittdarstellung der FIG
1 ersichtlich ist, sind beidseitig an den Polen der Stabmagneten, dessen Länge exakt
auf die Zylinderhöhe der Schaltkammer 2 abgestellt ist, Polschuhe 11 und 12 aus Weicheisen
angebracht. Die Polschuhe 11 und 12 greifen vom Nord- und Südpol des Stabmagnetens
10 über die Grundflächen des Vakuumschaltrohres 1 und umschließen die Schaltkammer
2 an den übergängen zu den Isolatorstrecken 3 und 4 ringförmig.
[0018] In FIG 1 sind die durch den Magneten 10 mit Polschuhen 11 und 12 erzeugten Magnetfeldlinien
schematisch angedeutet. Durch die spezielle Ausbildung der Polschuhe ist gewährleistet,
daß die Magnetfeldverminderung auch bei einem einseitig angebrachten Magneten auf
der dem Magneten gegenüberliegenden Seite der Schaltkammer 2 nicht mehr als 75 % des
Ausgangsfeldes beträgt. Bei Wahl geeigneter Permanentmagnete läßt sich erreichen,
daß in der Mittelachse der Schaltkammer 2 ein Magnetfeld von 10 Tesla vorhanden ist.
[0019] Das Magnetfeld verläuft also im wesentlichen axial oder in dazu parallelen Richtungen.
Elektrisch ist die Schaltkammer 2 so geschaltet, daß bei geschlossenen Kon- : takten
8 und 9 gemessen wird. Dabei werden die Kontakte auf Anodenpotential und der dem gegenüberliegenden
metallischen Mantel der Schaltkammer 2 auf Kathodenpotential gelegt. Die elektrische
Spannungsversorgungs-und Meßanordnung ist mit 15 bezeichnet. Sie besteht im einzelnen
aus einer Gleichspannungsquelle 16, deren positiver Ausgang an den Kontaktbolzen 6
und deren negativer Ausgang an die Wand der Schaltkammer 2 gelegt ist. Dadurch wird
ein radiales elektrisches Feld erzeugt, welches im gesamten Bereich weitgehend senkrecht
zum erzeugten Magnetfeld liegt.
[0020] Durch die Beschaltung der Gehäusewand 2 mit negativem Potential wird eine optimal
große Kathode gebildet, die als Kaltkathode zur Emission von Elektronen dient. Das
elektrische Feld kann etwa zwischen 1 und 4 kV liegen und beispielsweise 2 kV betragen.
[0021] Die emittierten Elektronen gelangen aufgrund des gekreuzten elektrischen und magnetischen
Feldes nicht unmittelbar zur Anode, sondern führen in etwa Spiralbahnen aus. Damit
ist die Laufstrecke genügend weit verlängert, um auch im niedrigen Druckbereich eine
ausreichende Ionisierung noch vorhandener Gasmoleküle zu erreichen. Der Ionenstrom
ist dann als Maß für den Druck erfaßbar. Dieses Meßverfahren ist in der Vakuumtechnik
hinreichend bekannt.
[0022] Während aber im Normalfall bei Ausnutzung des beschriebenen Penning-Effektes elektrische
Spannungen zwischen 1000 und 20 000 V und Magnetfelder zwischen 0,2 und 0,35 Tesla
zur Zündung einer Entladung benötigt werden, konnte anhand umfangreicher Untersuchungen
gezeigt werden, daß bei der beschriebenen Anordnung bereits die angegebenen niedrigeren
elektrischen Spannungen und niedrigen Magnetfeldstärken genügen.
[0023] Dem elektrischen Schaltkreis ist ein Widerstand 17 mit dem Wert R
m in Reihe geschaltet, an dem mittels eines parallelgeschalteten Extremwertvoltmeters
18 der Spannungsabfall gemessen werden kann. Aus dem Spannungsabfall wird bei bekannten
R
m der Strom ermittelt und eine Kalibrierung des Ionenstroms in Abhängigkeit des Druckes
im Vakuumschaltrohr 1 vorgenommen. Aus der jeweiligen Kalibrierkurve, die vom Schaltrohrtyp
abhängig ist, kann nach Messen des Ionenstroms auf den Innendruck des betriebsmäßig
eingebauten Vakuumschalters geschlossen werden.
[0024] In den Figuren 2 bis-4-bedeutet jeweils 2 die zylinderförmige Schaltkammer mit den
von außen angedeuteten Isolatoren 3 und 4 sowie den Schaltbolzen 5 und 6. Aus den
perspektivischen Darstellungen ist nun insbesondere die Ausbildung der für die Stabmagneten
verwendeten Polschuhe im einzelnen ersichtlich.
[0025] In FIG 2 bedeuten 21 und 22 zwei Stabmagnete, die an einem Umfangsabschnitt der Schaltkammer
2 benachbart nebeneinander angeordnet sind. Jeder der Magnete 21 und 22 hat an seinen
gegenüberliegenden Enden identisch ausgebildete Polschuhe 25 bis 28, die ausgehend
von der Magnetquerschnittsfläche in etwa je eine halbe Ringscheibe bilden. Dabei ergänzen
sich die beiden zueinander spiegelbildlich ausgebildeten Ringscheiben der beiden Magnete
21 und 22 zu einem Gesamtring, der die Isolatoransätze vollständig umschließt.
[0026] In FIG 3 sind Stabmagnete 31 bis 32 vorhanden, die aber an zwei gegenüberliegenden
Umfangsabschnitten der Schaltkammer 2 liegen. Vier den Magnetpolen zugeordneten Polschuhe
35 bis38 bilden jeweils wieder je einen Halbring, wobei je ein Magnet mit zwei Polschuhen
eine Einheit bildet. Durch ein spiegelbildliches Zusammenfügen der beiden Teileinheiten
wird wieder ein Komplettumschluß des Vakuumschaltrohres am Isolatoransatz gebildet.
[0027] Bei den anhand der Figuren 2 und 3 beschriebenen Anordnungen der Permanentmagnete
mit Polschuhen ist jeweils durch die vergleichsweise flache Bauform und getrennte
Handhabungsmöglichkeit der spiegelbildlich zueinander ausgebildeten Einheiten sichergestellt,
daß diese auch um solche Schaltröhren legbar sind, welche in Schaltanlagen eng benachbart
nebeneinander eingebaut sind. Allerdings läßt sich bei den üblichen magnetischen Werkstoffen
(Eisenoxide) und den vorgegebenen Randbedingungen eine bestimmte Querschnittsfläche
der Stabmagnete nicht unterschreiten. Insofern werden dann bei Wahl von mehr als zwei,
z.B vier, Magneten die einzelnen Magnete jeweils gruppenweise gegenüberliegen müssen.
[0028] Es sind jedoch auch magnetische Werkstoffe hoher Wirksamkeit bekannt, die es ermöglichen,
einzelne Stabmagnete wesentlich schlanker auszuführen. In diesem Fall ist es möglich,
das gesamte Schaltgehäuse 2 mit einer Mehrzahl von Einzelmagneten zu umgeben, was
im einzelnen in FIG 4 dargestellt ist. Es bedeuten 40 identische Stabmagnete aus AlNiCo
700, die mit Abstand rund um das Schaltgehäuse gelegt sind. Mit 45 bis 48 sind jeweils
wieder die oberen und unteren Polschuhe bezeichnet, die entsprechend den Figuren 2
und 3 aufgebaut sind, aber in diesem Fall keine Ausbuchtungen enthalten brauchen.
Durch beide Teilanordnungen werden jetzt jeweils halbzylinderartige Gebilde geformt,
welche bei Bedarf für eine Vakuummessung nach dem Penning-Effekt um eine Schaltröhre
legbar sind.
[0029] Für die praktische Anwendung der beschriebenen Vorrichtung kann eine problemangepaßte
Zahl von Permanentmagneten gewählt werden. Für Testmessungen in vergleichsweise schlechten
Vakuum kann in der Praxis ein einziger Magnet ausreichen. Soll jedoch über einen größeren
Meßbereich bei vergleichsweise guten Vakuum gemessen werden und wird eine lineare
Kennlinie angestrebt, so ist die Zahl der stabförmigen Permanentmagnete entsprechend
zu erhöhen, da insbesondere im untersten Druckbereich die Zündgrenze der Gasentladung
stark abhängig vom Verlauf des magnetischen Feldes ist. In allen Fällen ist durch
die Erfindung erreicht, daß mit optimal niedrigen elektrischen und magnetischen Feldern
auch bei betriebsmäßig in Schaltanlagen eingebauten Vakuumschaltern gemessen werden
kann.
1. Vorrichtung zum Messen des Innendrucks eines betriebsmäßig eingebauten Vakuumschalters,
der aus Vakuumschaltrohr mit Schaltkammer und Schaltkontakten sowie zugehörigem Antrieb
besteht, unter Ausnutzung einer Kaltkathodenentladung (Penning-Effekt) mit gekreuzten
elektrischen und magnetischen Feldern, wobei das elektrische"Feld zwischen wenigstens
einem der Schaltkontakte und einer metallischen Wand der Schaltkammer bzw. des dazwischenliegenden
Kondensationsschirmes angelegt wird und wobei zur Magnetfelderzeugung Permanentmagnete
verwendet werden, dadurch gekennzeichnet , daß die Permanentmagnete (10; 21, 22; 31,
32;40) stabförmig ausgebildet sind und derart ausgeformte Polschuhe (11, 12, 25 -
28, 35 - 38, 45 - 48) aufweisen, daß die Magnetanordnung zur Druckmessung des in eine
Schaltanlage eingebauten Vakuumschaltrohres (1) direkt in Längsrichtung an einen Umfangsabschnitt
der zylinderförmigen Schaltkammer (2) anlegbar ist, wobei die Polschuhe (11, 12, 25
- 28, 35 - 38, 45 - 48) Metallformteile der Schaltkammer (2) umgreifen und gleichermaßen
die Magnetanordnung an der Schaltkammer (2) für die Messung fixieren.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß ein einziger Permanentmagnet
(10) vorhanden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß zwei Permanentmagnete
(21, 22) vorhanden sind, die jeweils Polschuhe (25 - 28) mit halbkreisartigen Ausformungen
aufweisen, wobei bei nebeneinanderliegenden Permanentmagneten (21, 22) die Schaltkammer
(2) vollständig umschlossen wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß zwei Permanentmagnete
(31, 32) vorhanden sind, die gegenüberliegend über Polschuhe (35 - 38) mit halbkreisförmigen
Ausnehmungen verbunden sind, wobei jeweils zwei dieser Anordnungen die Schaltkammer
(2) vollständig umschließen.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
die Permanentmagnete (10; 21, 22; 31, 32) aus üblichen Magnetwerkstoffen, beispielsweise
Eisenoxiden, bestehen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß eine Vielzahl
von dünnen stabförmigen Permanentmagneten (40) vorhanden ist, von denen jeweils zwei
Gruppen über Polschuhe (45 - 48) mit halbkreisförmigen Ausnehmungen verbunden sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß die Permanentmagnete
(40) aus AlNiCo-Legierungen bestehen.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
die Polschuhe (11, 12; 25 - 28; 35 - 38; 45 - 48) aus Weicheisen bestehen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Schaltkontakte (8,
9) auf Anodenpotential und die Wandung der Schaltkammer (2) auf Kathodenpotential
liegt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet , daß die Potentialdifferenz
zwischen 1 und 4 kV, vorzugsweise 2 kV beträgt.