(19)
(11) EP 0 151 681 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.08.1985  Patentblatt  1985/34

(21) Anmeldenummer: 84109411.3

(22) Anmeldetag:  08.08.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A63G 31/12, A63B 67/00, B63B 35/86
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 25.02.1984 DE 8405823 U
17.04.1984 DE 3414468
08.06.1984 DE 3421382

(71) Anmelder: Müller, Paul
D-8011 Putzbrunn (DE)

(72) Erfinder:
  • Müller, Paul
    D-8011 Putzbrunn (DE)

(74) Vertreter: Dorner, Jörg, Dr.-Ing. et al
Patent- und Rechtsanwaltsbüro KUHNEN, WACKER & PARTNER Alois-Steinecker-Str. 22
85354 Freising
85354 Freising (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Spiel- und Sporteinrichtung zur Anordnung auf Wasserflächen, vorzugsweise in Schwimmbädern


    (57) 57 Die Spiel- und Sporteinrichtung besteht aus einer Laufbahn (1) aus Kunststoff, auf der Hindernisse (2-10) unterschiedlichster Raumform angeordnet werden können. Die Hindernisse (2-10) sind entweder einstückig mit der Laufbahn (1) ausgebildet oder lösbar auf ihr angeordnet. Die Laufbahn (1) kann geradlinig, S-förmig oder kreisringförmig verlaufen und einschließlich der Hindernisse (2,4-7,9,10) aufblasbar oder aüsgeschäumt sein.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Spiel- und Sporteinrichtung zur Anordnung auf Wasserflächen, die aus einer Laufbahn aus einem ein- oder mehrlagigen Kunststoffmaterial besteht. Zur Erzielung einer hohen Reißfestigkeit werden derartige Sporteinrichtungen auch aus kunststoffkaschiertem Gewebe hergestellt und/oder im Hinblick auf geringstem Materialbedarf bei ausreichend hohem Auftrieb aufblasbar gestaltet.

    [0002] Aufblasbare Bahnen aus Kunststoff werden beispielsweise als Elemente für provisorische Brücken zur trockenen Überquerung von Wasserflächen für Mensch und Material genutzt (The Military Engineer, March-April 1969, S.104). Da diese bekannten Brückenelemente ein sicheres überqueren z.B. eines Flusses durch Kraftfahrzeuge ermöglichen sollen, erfordern sie relativ starre und unhandlich große Konstruktionen. Den gleichen Nachteil besitzt der aus der DE-OS 26 2° 787 bekannte Schwimmkörper mit Aufbauten zur Unterbringung von Personen und Material.

    [0003] Demgegenüber kommt es bei Spiel- und Sporteinrichtungen der vorgeschlagenen Art darauf an, daß diese eine gewisse Nachgiebigkeit bzw. Elastizität besitzen und auch labile Lagen im Wasser einnehmen können, so daß für den Nutzer immer wieder eine den Spielreiz bewirkende Gefahr des Inswasserfallens erzeugbar ist (vgl. luftgefüllte Ringschläuche, Luftmatrazen u.ä). Außerdem müssen diese Einrichtungen einfach zu handhaben und in Schwimmbädern zu installieren sein.

    [0004] Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, eine gattungsgemäße Laufbahn mit einfachen Mitteln so weiterzubilden, daß ein abwechslungsreiches Wassersportgerät entsteht,

    [0005] Mit der Erfindung wird für den Wassersport eine neue Attraktion geschaffen, durch die weitere Besucher für Freizeiteinrichtungen gewonnen werden können. Die Attraktivität der Spiel- und Sporteinrichtung ergibt sich durch die Anordnung von Hindernissen entlang der Laufbahn, durch welche das Durchlaufen der auf dem Wasser liegenden Bahn erschwert und die Gefahr, daß der Nutzer in das Wasser fällt, vergrößert wird. Dieser Umstand erzeugt im Nutzer den Anreiz zu immer erneuten Versuchen die Bahn erfolgreich zu überwinden.

    [0006] Durch die Verwendung von Hindernissen unterschiedlicher Form und Farbe ist die Möglichkeit gegeben, abwechslungsreiche Laufbahnen zu gestalten und im Falle von lösbar auf der Laufbahn befestigten Hindernissen von Zeit zu Zeit den Charakter der Bahn zu verändern. Beispielsweise können die Hindernisse nur aus Bällen oder zylindrischen Rollen oder aus beiden Raumformen bestehen. Auch kann die Laufbahn mit Bergen und Tälern, also wellenförmiger Lauffläche, versehen sein. Die Hindernisse können ferner durch Aussparungen in der Laufbahn gebildet werden.

    [0007] Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit der erfindungsgemäßen Spiel- und Sporteinrichtung ergibt sich durch einen von der geraden Erstreckung abweichenden kurvigen Verlauf der Bahn, wobei die S-Form und die Kreisring-Form besonders zweckmäßig sind.

    [0008] Die Befestigung der Hindernisse auf der Laufbahn kann fest oder lösbar ausgebildet sein, wobei die feste Anbringung durch Kunststoffschweißen, -kleben oder durch Nähen, die lösbare Anbringung durch Knöpfen, Binden, Reiß- oder Klettverschluß erfolgen kann. In einigen Fällen kann auch die einstückige Ausbildung der Hindernis-Laufbahn vorteilhaft sein.

    [0009] Ein niedriges Gewicht ist besonders bei der aufblasbaren Ausgestaltung der Laufbahn und/oder der Hindernisse erreichbar, weil der Auftrieb der Bahn im wesentlichen durch das einfüllbare Luftvolumen vorgebbar ist und das Material für die Laufbahn und die Hindernisse nur im Hinblick auf eine ausreichende Reißfestigkeit dimensioniert zu werden braucht. Nach Ablassen der Luft aus den Kammern der Laufbahn bzw. der Hindernisse, lassen sich die Laufbahnelemente kompakt zusammenlegen und mit geringem Platzbedarf während der Nichtnutzung lagern.

    [0010] Zur Befestigung der Laufbahn im Wasser befinden sich an deren Rändern, vorzugsweise den längsseitigen, ausreichend viele Ösen, in die z.B. elastische Leinen eingehängt werden, welche bei Schwimmbecken mit dem festen Beckenrand oder im Falle natürlicher Gewässer mit im Wasser befindlichen Pfählen oder Bojen verbindbar sind und so eine nur im Rahmen der Elastizität der Laufbahn und der Leinen schwankende Fixierung der Laufbahn auf der Wasserfläche ermög- lichen.

    [0011] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.

    [0012] Es zeigt

    Figur 1 eine erfindungsgemäße Spiel- und Sporteinrichtung in Seitenansicht,

    Figur 2 eine Draufsicht der Laufbahn nach Figur 1 mit gerader Erstreckung,

    Figur 3 eine Draufsicht der Laufbahn nach Figur 1 mit S-förmiger Erstreckung,

    Figur 4 eine erfindungsgemäße Spiel- und Sporteinrichtung mit kreisringförmigem Bahnverlauf in seitlicher Ansicht und

    Figur 5 eine Draufsicht der Spiel- und Sporteinrichtung nach Figur 4.



    [0013] Auf der Laufbahn 1 sind gemäß Figuren 1 bis 3 Hinderniselemente verschiedener Raumform hintereinander angeordnet. Mit 2 sind quader- oder kastenförmige, mit 3 lochförmise, mit 4 wellenförmige und mit 5 und 6 zylindrische liegend bzw. stehend angeordnete Hindernisse bezeichnet. Die Laufbahn 1 wird mittels Leinen 11 am Rand eines Schwimmbeckens befestigt.

    [0014] Wie Figur 1 zeigt, kann die Laufbahn 1 so elastisch ausgebildet sein, daß diese beim Betreten im Belastungsbereich 12 nachgibt und unter die Wasseroberfläche absinkt. Diese Nachgiebigkeit der Laufbahn stellt große Anforderungen an das Bewahren des Gleichgewichts beim Laufen und erschwert zudem das schnelle Abdrücken des Standbeines des Läufers.

    [0015] Die Ausführungsbeispiele nach den Figuren 2 und 3 unterscheiden sich lediglich durch die gerade und die S-förmige Erstreckung der Laufbahnen. Beide Bahnformen eignen sich in jeweils mehrfacher paralleler Anordnung für Wettkampfspiele und zwar sowohl für Einzel- als auch für Mannschaftswettbewerbe.

    [0016] Die Spiel- und Sporteinrichtung nach Figur 4 und 5 ist kreisförmig gestaltet. Sie weist die auch bei den Ausführungen der Figuren 1 bis 3 verwendeten Hindernisse 3 bis 5 auf. Zusätzlich befinden sich noch kugelförmige, tunnelförmige und reifenförmige Hinderniselemente 7,9 und 10 auf der Laufbahn. Neben kreisrunaen Aussparungen 3 sind in der Laufbahn auch langlochförmige Aussparungen 8 vorgesehen. Diese sog. Ringinsel wird bevorzugt als Spieleinrichtung eingesetzt werden.


    Ansprüche

    1. Spiel- und Sporteinrichtung zur Anordnung auf Wasserflächen, vorzugsweise in Schwimmbädern, bestehend aus einer Laufbahn aus einer selbstschwimmenden ein- oder mehrlagigen Kunststoffplane, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufbahn(1) entlang ihrer Erstreckung Erhebungen (2,4-7,9,10) einer oder unterschiedlicher Raumform und/oder Aussparungen(3,8) aufweist.
     
    2. Spiel- und Sporteinrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Erhebungen(2, 4-7,9,10) wellenförmig(4), reifenförmig (10 ), in Form von Kugeln(7), Quadern(2), Tunneln(9), liegenden oder stehenden zylindrischen Rollen(5,6) ausgebildet und jeweils für sich oder untereinander kombiniert auf der Laufbahn(1) angeordnet sind.
     
    3. Spiel- und Sporteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhebungen(2,4-7, 9,10) durch aufblasbare oder ausgeschäumte in die Laufbahn(1) integrierte oder lösbar auf ihr befestigbare Kunststoffolien gebildet sind.
     
    4. Spiel- und Sporteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufbahn(1) eine gerade, S-förmige oder kreisringförmige Erstreckung besitzt.
     
    5. Spiel- und Sporteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Aussnarungen(3) kreisförmige Löcher von mindestens 30 cm Durchmesser bilden.
     
    6. Spiel- und Sporteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zaufbahn(1) in sich so elastisch ist, daß zumindest der im wesentlichen ebene Teil der Bahn in den bereichen(12), in denen sie vom Körpergewicht eines Läufers unmittelbar belastet wird, unter die Wasseroberfläche absinkt.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht