[0001] Die Erfindung betrifft eine höhenverstellbare Standsäule für Sitzmöbel nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Eine solche Standsäule ist bekannt z.B. aus dem DE-GM 7238997. Dort wird,die Verriegelung
der zwei Teleskoprohre gegeneinander durch Kugeln vorgenommen. Diese Arretierelemente
haben den Nachteil, dass durch die auftretenden Gebrauchslasten bzw. die daraus resultierenden
Prüfbedingungen von den einzelnen Bauteilen sehr hohe punktförmige Belastungen aufzunehmen
sind. Die Mechanik ist daher verschleiss- und störanfällig. Der Ausgleich des Stuhlgewichtes
wird durch eine Druckfeder vorgenommen. Diese hat den systembedingten und auch durch
den zu geringen Einbauraum verursachten Nachteil, dass ihre Kraft mit zunehmendem
Weg rasch abnimmt, während das auszugleichende Oberteilgewicht des Sitzmöbels jedoch
gleich bleibt, so dass sich Kompensationsprobleme ergeben. Ausserdem wird als Bedienungselement
ein Bowdenzug seitlich durch das sitzmöbeltragende Innenrohr geführt. Durch das seitliche
Anschneiden des Rohres wird seine Dauerhaltbarkeit aber extrem eingeschränkt und muss
nach dem heutigen Erkenntnisstand als nicht mehr vertretbar bezeichnet werden.
[0003] Aus der DE-OS 2035950 ist eine Konstruktion bekannt, bei welcher die kugelförmigen
Verstellelemente in ein lochblechähnliches Aussenrohr einrasten, und die gegenseitige
Verschiebung der Rohre blockieren. Neben sehr hohen Punktbelastungen durch die Verriegelungskugeln
tritt hier das Problem auf, dass beim Verdrehen der Säulen im nicht blockierten Zustand
die-Kugeln ausserhalb der Ausnehmungen zum Anliegen kommen können. Dies hat zur Folge,
dass Innen- und Aussenrohr nicht mehr miteinander verriegelt werden und der unwissende
Benutzer nach unten durchsackt. Weiterhin ist das - Lochblech fest mit dem äuseeren-Rohr
verbunden, welches seinerseits die Verbindung zum Fusskreuz darstellt. Dies hat den
Nachteil, dass die Absetzkräfte nicht federnd gedämpft werden. Andererseits kann das
Innenrohr im blockierten Zustand nicht gegen das Aussenrohr verdreht werden. Das bedeutet,
dass das Sitzmöbel nur über die Rollen am Fusskreuz drehbar ist, d.h. die Drehsäule
erfüllt ihren Zweck nicht mehr.
[0004] Aus der DE-PS 2317149 und der DE-OS 3125302 sind Lösungen bekannt, bei welchen die
Verklemmung beider Teleskoprohre durch entsprechende Reibelemente vorgenommen wird.
Diese haben den systembedingten Nachteil, dass sich bei grossen Gebrauchslasten oder
entsprechenden Prüflasten die Rohre gegeneinander verschieben, da die Reibkraft nicht
ausreicht. Da die Reibkraft in Korrelation zur Bedienungskraft steht, die notwendig
ist, um den Reibschluss aufzuheben, um den Stuhl verstellen zu können, kann sie nicht
gross genug gewählt werden. Ausserdem sind solche Lösungen äusserst teile-und kostenintensiv.
[0005] Weiterhin sind eine Reihe von Rastermechaniken gebräuchlich, bei denen ein Rasthebel
oder ähnliches Arretierteil in der Innenbohrung des inneren Teleskoprohres gelagert
ist. Dieser Rasthebel greift durch die Wandung des inneren Teleskoprohres hindurch
in Bohrungen ein, die sich stufenartig in der Wandung des äusseren Teleskoprohres
befinden. Systembedingter Nachteil ist, dass beide Rohre ständig miteinander verbunden
sein müssen, damit sie sich nicht radial gegeneinander verdrehen können, wenn die
Verriegelung gelöst und dabei z.B. das Stuhloberteil verdreht wird. Weiterer Nachteil
ist, dass die Abstufungen nicht wünschenswert fein genug vorgenommen werden können.
Die notwendige Dicke des Rasthebels und der notwendige Lochabstand verhindern dies.
[0006] Generell kann zum bisher bekannten Stand der Technik festgestellt werden, dass die
Höhenverstellung bei Sitzmöbeln heute üblicherweise über Rastermechaniken oder blockierbare
Gasdruckverstellelemente vorgenommen wird. Bei. reinen Rastermechaniken ist der Sitzmöbelbenutzer
gezwungen, das Stuhloberteil anzuheben bzw. abzusenken. Die Gasdruckverstellelemente
nehmen das Anheben des Stuhles ab, bieten aber beim Absitzen nicht den Federungskomfort,
und sind insbesondere wegen der Blockiereinrichtung störanfällig und relativ teuer.
Spektakuläre Unfälle in jüngerer Zeit haben noch andere Schwächen gezeigt.
[0007] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die bekannten höhenverstellbaren,
vorzugsweise drehbaren Standsäulen für Sitzmöbel derart zu verbessern, dass sie einerseits
ein Höchstmass an Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit, Gebrauchs- und Prüffestigkeit
aufweisen, andererseits aber mit einem Minimum an Kosten herstellbar sind. Insbesondere
soll die Höhenverstellung möglichst feinstufig sein und in Sitzhaltung durchgeführt
werden können, und soll die Säule im Sinne eines Baukastensystems je nach Kundenwunsch
in einfacher Weise mit Ausgleichsfedern auszurüsten sein oder nicht. Daraus ergeben
sich wichtige Produktionsvorteile. Bei fehlender oder fehlerhafter Ausgleichsfeder
muss eine Sicherung gegen schlagartiges Durchsacken bei irrtümlichem Entriegeln bestehen.,
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 gekennzeichnete Erfindung gelöst.
[0008] Das die Rastsegmente umlaufende Sperrelement, das vorzugsweise eine Ringfeder ist,
kann durch Auf- oder Abbewegung des Rastkonus in einfacher Weise in die' Nuten des
Führungsrohres ein-, bzw. aus diesen ausgerastet werden. Im eingerasteten Zustand
wird damit zwischen Spindel-und Führungsrohr eine formschlüssige Verbindung hergestellt,
bei der sich auch unter extremen Sitzbelastungen weitaus geringere Flächenpressungsdrücke
ergeben als beispielsweise bei den bekannten kugelförmigen Sperrelementen. Damit können
relativ bescheidene Feder- und damit auch Nutquerschnitte vorgesehen werden, wodurch
dann die Nuten in geringem Abstand angeordnet werden können, und damit eine bisher
nicht erreichbare Feinstufigkeit der Verstellung erzielt wird. Gleichzeitig erfüllt
die den Formschluss und damit die Höhenverriegelung bewirkende Ringfeder auch die
Funktion, auf die Rastsegmente - eine kontrahierende Kraft, entgegen der Spreizwirkung
des Rastkonus, auszuüben, was produktionstechnisch und kostenmässig von grossem Vorteil
ist. Wenn statt der umlaufenden Ringfeder eine an die Rastsegmente angeformte Nase
vorgesehen ist, entfällt zwar die kontrahierende Kraft, aber bei der Herstellung wird
ein Teil gespart.
[0009] Aufgrund der prinzipiell einfachen Konstruktion ist die erfindungsgemässe Standsäule
nicht nur kostengünstig herstellbar und auch leicht zu warten, sondern auch in verschiedenen
Varianten auszugestalten. So wird bei der Variante nach Anspruch 2 der Rastkonus zur
Entriegelung aus den Rastsegmenten nach unten herausgedrückt und bei der Variante
nach Anspruch 3 zur Entriegelung in die Rastsegmente hineingezogen. Bei der letzteren
Variante sind in vorteilhafter Weise weniger Bauteile erforderlich, jedoch ist die
erstere Variante für gewisse Sitzmöbelmodelle geeigneter, weil bei beengten Raumverhältnissen
unter dem Sitz ein auf Zug beanspruchter Betätigungshebel weniger leicht unterzubringen
ist. Des weiteren können beide Varianten in einfacher Weise sowohl mit Druckfedern
als auch mit nicht blockierbaren Gasfedern als Ausgleichsfedern gegen das Oberteilgewicht
ausgerüstet werden, was zwar den Preis des Sitzmöbels, aber auch den Benutzerkomfort
erhöht.
[0010] Durch Neigung der Konen im Bereich der Selbsthemmung wird ein Höchstmass an Sicherheit
bei der Verriegelung erreicht,- durch geeignete Ausbildung der Rastsegmente hinsichtlich
ihres Zusammenwirkens mit dem Spindelrohr eine Sicherung gegen irrtümliches Entriegeln
und eine weitere Senkung der Bauteilebelastung.
[0011] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung .ergeben sich aus den nachstehend
anhand von Figuren beschriebenen Ausführungsbeispielen. Dabei zeigt:
Fig.l eine Standsäule nach der Erfindung mit Druckentriegelung und ohne Ausgleichsfeder,
Fig.2 eine Standsäule mit Druckentriegelung und einer Druckfeder als Ausgleichsfeder,
nicht blockierbaren
Fig.3 eine Standsäule mit Druckentriegelung und einer nicht blockierbaren Gasfeder
als Ausgleichsfeder,
Fig.4 die Anordnung und Ausgestaltung eines Rastsegmentes in einer ersten Form,
Fig.5 eine Anordnung und Ausgestaltung eines Rastsegmentes in einer zweiten Form,
Fig.6 eine Standsäule mit Zugentriegelung ohne Ausgleichsfeder,
Fig.7 eine Standsäule mit Zugentriegelung und einer Gasfeder als Ausgleichsfeder,
Fig.8 eine Standsäule mit Zugentriegelung und einer Druckfeder als Ausgleichsfeder,
und
Fig.9 eine Ausgestaltung eines Rastsegmentes mit umlaufender, angeformter Nase.
[0012] In den Figuren sind zwei teleskopartig ineinanderlaufende Rohre, das Führungsrohr
6 aussen und das Spindelrohr 7 innen, in an sich bekannter Weise längsverschiebbar
angeordnet. Da die Säule drehbar sein soll, wird vorzugsweise Rundrohr verwendet.
Auch die anderen entsprechenden Teile sind, wie üblich, rotationssymmetrisch.
[0013] Mit dem Führungsrohr 6 fest verbunden, z.B. verschweisst, ist in bekannter Weise
der Federhalter 34, der seinerseits die als Sitzfeder wirkende Druckfeder 23 beaufschlagt.
Sitzfeder 23 und Führungsrohr 4 einschliesslich Spindelrohr 7 und alle übrigen innen
liegenden Teile werden bei der Montage in bekannter Weise in das Standrohr 18 eingeschoben,
in dem sich bereits die untere Führung 20 befindet. Die obere Führung 19, die zuletzt
eingeschoben und mit dem Standrohr 18 fest verbunden, z.B. verschraubt, wird, hält
das Führungsrohr 6 fest in der Standsäule und lagert es drehbar. Die eigentliche Drehbewegung,
die vorzugsweise zwischen der Sitzfeder-23 und der festsitzenden unteren Führung 20
stattfindet, kann durch ein spezielles Dreh-Achsiallager 22 erleichtert werden.
[0014] Das Spindelrohr 7 ist mit einem Sitzträger 30, welcher das Stuhl- oder Sesseloberteil
trägt, fest verbunden, z.B. verschweisst. In diesem Sitzträger 30 befindet sich in
bekannter Weise ein Betätigungshebel 24, der, wenn man ihn am äusseren Ende nach oben
zieht, eine Kraft in der Standsäulenmitte ausübt, die sogenannte Auslösekraft. Dazu
ist der Betätigungshebel drehbar durch einen gesicherten Lagerbolzen 26 mit dem Sitzträger
30 verbunden.
[0015] In den Figuren 1 bis 5 und 9 sind am unteren Ende des Spindelrohres 7, jeweils in
einer Oeffnung 33 des Spindelrohres 7 schwenkbar gelagert, konzentrisch wirkende Rastsegmente
1 angeordnet. Es können zwei, vorzugsweise drei Stück, aber auch mehr sein. In den
Figuren 1 bis 5 werden die Rastsegmente 1 am freien Ende von einem ringförmig wirkenden
Federelement, einer Ringfeder 12 umschlossen, die aussen in eine umlaufende Nut 31
der Rastsegmente 1 eingebettet und gehalten ist, so dass ein beträchtlicher Teil des
Querschnittes der Ringfeder 12, etwa die Hälfte, in der Nut 31 liegt. Die Ringfeder
12 kann eine Spiralfeder, die am Ende geschlossen wird, oder ein am Ende offener Rund-
oder Vierkant-Federring sein. Sie greift mit ihrer Aussenseite in ringförmig übereinander
eingebrachte Nuten 32 entsprechenden Querschnittes im Führungsrohr 6 ein und bewirkt
damit eine formschlüssige Verbindung zwischen dem teleskopartig ineinanderlaufenden
Führungs- und Spindelrohr.
[0016] Schon die ringsum verlaufende Spiralfeder, aber noch mehr der Rund- oder Vierkantdrahtfederring
ergeben wesentlich geringere Flächenpressungsdrücke auch unter extremen Sitzbelastungen
als Kugeln, da sie gegenüber den Punktauflage
- flächen der Kugeln eine um ein Vielfaches grössere Auflagefläche haben. In vorteilhafter
Weise werden die Oeffnungen 33 für die Haltenasen 21 der Rastsegmente 1 so gewählt,
dass die Unterkante des Spindelrohres 7 die Benutzerlast auf die entsprechend geformten
Rastsegmente 1 überträgt, so dass auch hier die grösstmögliche Kontaktfläche einen
geringen Flächenpressungsdruck ergibt.
[0017] Die Ringfeder 12 ist so ausgelegt, dass im entriegelten Zustand die Rastsegmente
1 zusammengezogen werden, bis sie gegenseitig anliegen. Im verriegelten Zustand wird
das vom Rastkonus 5 verhindert. Dieser kann in vorteilhafter Weise als rotationssymmetrisches
Teil kostengünstig hergestellt werden, z.B. auf Drehautomaten. Er ist in dem Abschnitt,
welcher den Rastsegmenten 1 benachbart liegt, konisch ausgeführt, wobei die Konusneigung
vorteilhafterweise im Bereich der Selbsthemmung, also bei 5° bis 10° liegt. Gleich
konisch ausgeführt ist teilweise der innere Teil der Rastsegmente 1, und zwar vorteilhaft
derjenige, der ungefähr der Ringfeder 12 gegenüberliegt.
[0018] Die Ringfeder 12 greift nur mit einem Teil ihres Querschnittes, der im günstigsten
Fall knapp die Hälfte des Durchmessers betragen, aus Toleranz- und anderen Gründen
jedoch geringer sein kann, in die Nuten 32 des Führungsrohres 6 ein. Es wird damit
zwar immer ein zuverlässiger Formschluss erreicht, jedoch bewirkt ein runder Querschnitt
der Ringfeder eine Kraftzerlegvng aus der einwirkenden Absitzkraft zum Zentrum der
Stuhlsäule hin.
[0019] Um zu verhindern, dass dadurch der Rastkonus 5 nach unten herausgedrückt werden kann,
ist es vorteilhaft, die Konen der Rastsegmente 1 und des Rastkonus 5 teilweise kreiszylindrisch
auszubilden. Das muss auf dem letzten Teil des Verriegelungsweges wirksam werden,
nachdem der Rastkonus 5 die Rastsegmente 1 gespreizt hat..Eine zylindrische Verriegelung
kann durch radiale Kräfte nicht herausgedrückt werden. Der runde Querschnitt der Ringfeder
12 begünstigt geometrisch das selbsttätige Einrasten in die Nut 32 des Führungsrohres
6. Der rechteckige Querschnitt hat keine zentrisch wirkende Kraftzerlegung zur Folge.
Diese Tatsachen sind besonders gut anhand der Figuren 4 und 5 zu erkennen, wo die
kreiszylindrischen Teile der Konen des Rastsegments 1 und des Rastkonus 5 aufeinander
liegen.
[0020] In Fig.9 weisen die Rastsegmente 1 statt einer umlaufenden Ringfeder eine angeformte
Nase 12' auf. Nase 12' und Nut 32 vorzugsweise auch weisen oben und vorzugsweise auch
unten Schrägungen auf. Dadurch wird die Nase und werden damit die Rastsegmente 1 bei
einer Auf- und Abbewegung der Rastsegmente 1 im entriegelten Zustand aus der Nut 32
herausgedrückt. In diesem Fall entfällt zwar die Kontraktionswirkung der Ringfeder
12, aber in für die Herstellung vorteilhafter Weise wird ein separates Bauteil gespart.
[0021] Die Rastfeder 17 zieht den Rastkonus 5 zwischen den Rastsegmenten 1 nach oben, so
dass diese infolge des Verstärkungseffektes des Konus zuverlässig nach aussen gespreizt
werden und bleiben. Liegt der Konuswinkel unterhalb des Reibungswinkels, so ergibt
sich verriegelt eine zuverlässige Selbsthemmung.
[0022] Der Rastkonus 5 ist an seinem oberen Ende mit der Rastfederhülse 8 fest verbunden,
z.B. über eine umlaufende Nut. Die Rastfederhülse 8 wird von der Federauflagescheibe
2, die nach unten im Spindelrohr 7 fest, z.B. an ausgeprägten Noppen, aufliegt, vom
unteren Ende zentrisch geführt. Die Rastfeder 17 liegt unten auf der Federauflagescheibe
2 auf und übt vorgespannt
einen ständigen Druck gegen den obenliegenden Flansch der Rastfederhülse 8 aus, und
bewirkt so, dass, wie beschrieben, der Rastkonus 5 nach oben gezogen wird und eine
Verriegelung bewirkt. Ueber dem Flansch ist die Rastfederhülse buchsenartig ausgebildet.
In diese Buchse ist die Druckhülse 13 eingeführt. Sie kann ein dünnwandiges Rohr sein,
z.B. aus Stahl oder Kunststoff oder dergl. Sie wird von oben vom Druckstopfen 4 beaufschlagt.
Dieser greift mit zwei "Segmenten am oberen Rastclip 10 vorbei und ist benachbart
mit dem Betätigungshebel 24 als Zapfen ausgebildet. Der Druckstopfen 4 kann aus Metall
oder Kunststoff sein und lässt sich kostengünstig als Kunststoffspritzteil herstellen.
Der obere Rastclip 10 bildet den oberen Anschlag der Druckhülse 13. Er bewirkt über
die Rastfederhülse 8, dass die Rastfeder 17 stets unter Vorspannung gehalten wird.
[0023] Zum Lösen der Verriegelung wird der Betätigungshebel 24 aussen angehoben, wodurch
der Druckstopfen 4 nach. unten gedrückt wird. Diese Bewegung überträgt sich über die
Druckhülse 13 und die Rastfederhülse 8 auf den Rastkonus 5 entgegen der Kraftwirkung
der Rastfeder 17. Der Rastkonus 5 gibt daraufhin zentrisch den Weg frei, so dass die
Rastsegmente 1 durch die Ringfeder 12 zusammengezogen werden. Die Verriegelung zwischen
Führungsrohr 6 und Spindelrohr 7 ist gelöst. Das Oberteil kann angehoben oder abgesenkt
werden. Es kann dabei gegenüber dem Unterteil beliebig verdreht werden. Wird der Betätitungshebel
24 losgelassen, so werden die Rastsegmente 1 wieder durch den Rastkonus 5 nach aussen
gespreizt. Spindelrohr 7 und Führungsrohr 6 verriegeln sich selbsttätig in der gewählten
Höhe in der nächstliegenden Nut 32 des Führungsrohres 6.
[0024] Da die Ringfeder 12 im Durchmesser mit ca. 2 bis 4 mm klein gehalten werden kann,
können die Abstände der einzelnen Nuten 32 im Führungsrohr 6 ebenfalls so gering gehalten
werden, dass sie die Grenze des menschlichen Unterscheidungsvermögens erreichen und
die Höhenverstellung einer stufenlosen Verstellung gleichkommt, wie sie von blockierbaren
Gasfedern her bekannt ist, freilich ohne deren Nachteile zu besitzen.
[0025] Um zu verhindern, dass sich das Oberteil vom Unterteil lösen kann, wenn die Verriegelung'aufgehoben
und der Stuhl nach oben gezogen wird, ist der Höhenanschlagsstab 16 vorgesehen. Druckhülse
13 und Rastfederhülse 8 sind erfindungsgemäss innen hohl ausgeführt, desgleichen auch
der Rastkonus 5. Dadurch kann der Höhenanschlagsstab 16 zwischen dem Führungsrohr
6 unten und dem Spindelrohr 7 als zentrisch angeordneter Stab und als einfach herzustellendes
Teil aus Rundmaterial, z.B. Stahl, ausgeführt werden. Der Höhenanschlagsstab 16 ist
unten über den unteren Rastclip 11 und den in zwei gegenüberliegenden Bohrungen gehaltenen
Querbolzen 15 fest mit dem Führungsrohr 6 verbunden. Das obere Ende des Höhenanschlagsstabes
16 trägt eine Sicherungsscheibe 28 oder ein anderes ortsfestes Teil, welches den Weg
des Spindelrohres 7 nach oben begrenzt, wenn es an der Rastfederhülse 8, bzw. einer
auf diese aufgelegten Höhenanschlagsscheibe 3 zur Anlage kommt.
[0026] In dem Raum, den die Druckhülse 13 bzw. die Rastfederhülse 8 und der
Rastkonus 5 im Inneren belassen, kann erfindungsgemäss auch eine Oberteil-Gewichtsausgleichsfeder
9 bzw. 35 vorgesehen sein. Dies ist in Fig.2 und 3 dargestellt. Dabei kann es sich
sowohl um eine nichtblockierbare, einfache Gasfeder 9 wie in.Fig.3, als auch um eine
Druckfeder 35, z.B. aus Federstahldraht, wie in Fig.2 handeln. Die Feder 9 bzw. 35
wirkt am oberen Ende auf den oberen Rastclip 10 ein, der mit dem Spindelrohr 7 fest
verbunden ist.
[0027] Die Druckfeder 35 wirkt auf die Sicherungsscheibe 28 des Höhenanschlagsstabes 16,
der sich seinerseits auf den Querbolzen 15 abstützt. Der untere Rastclip 11 hält sowohl
die Kolbenstange 14 der Gasfeder 9, wie auch das formgleiche untere Ende des Höhenanschlagsstabes
16 in Position. Wegen der flachen Federkennung, bezogen auf das gleichbleibende Oberteilgewicht,
wird die einfache und relativ kostengünstige Gasfeder 9 bevorzugt. Da sie ganz ausgezogen
einen Endanschlag hat, bedarf es in diesem Fall keines Höhenanschlages.
[0028] Fallen die Operteil-Gewichtsausgleichsfedern 9 bzw. 35 aus irgendeinem Grund aus,
was speziell bei der Gasfeder 9 der Fall sein kann, wenn sie undicht wird, dann hat
die übrige Höhenverstellmechanik erfindungsgemäss immer ihre gesamte Restfunktion
- diejenige einer Mechanik ohne Oberteil-Gewichtsausgleich - wie sie für die einfacheren
und leichteren Stühle vorgesehen ist. Erfindungsgemäss wird durch Austausch des Teiles
Höhenanschlagsstab 16 mit Sicherungsscheibe 28 gegen Gasfeder 9 bzw. Druckfeder 35
der Anspruch erfüllt, nur durch Zufügen oder Weglassen von Teilen einen kleineren
oder grösseren Komfort (Oberteil-Gewichtsausgleich) zu bieten. Alle übrigen Teile
bleiben gleich im Sinne eines Baukastens.
[0029] Montagemässig ist die erfindungsgemässe Standsäule ausserordentlich vorteilhaft gehalten:
alle Teile der Mechanik werden nur zusammengesteckt. Sie lassen sich dadurch rasch
und kostengünstig montieren. Das gilt auch für den unteren Rastclip 11 und oberen
Rastclip 10, die vorteilhaft aus Federstahl hergestellt werden und unten auf dem Querbolzen
15 verbunden sind, bzw. oben in entsprechenden Bohrungen im Spindelrohr 7 fest einschnappen.
Sie besitzen ihrerseits wiederum federnde Haltezungen, welche die entsprechend gestalteten
Enden der Gasfedern 9 oder des Höhenanschlagsstabes 16 aufnehmen. Es können zunächst
alle Teile, die innerhalb des Spindelrohres 7 liegen, vormontiert werden. Das vormontierte
Spindelrohr 7 wird dann in das Führungsrohr 6 eingeschoben, und das Ganze durch den
Querbolzen 5 miteinander verbunden. Danach wird die komplette Säule in das Standrohr
18 eingebracht wie eingangs erwähnt.
[0030] Die Rastfederhülse 8 hat keine Kräfte an der Sitzbelastung oder aus der Gewichtsausgleichsfeder
9 bzw. 35 aufzunehmen. Nicht zuletzt deshalb kann sie sehr vorteilhaft als kostengünstiges
Kunststoff-Spritzteil ausgeführt werden.
[0031] Insbesondere bei der Mechanik ohne Oberteil-Gewichtsausgleichsfeder kann der Benutzer
mit dem Stuhloberteil nach unten durchsacken, wenn er irrtümlich die Entriegelung
auslöst. Er wird zwar von der zentralen Sitzfeder 23 aufgefangen, es bleibt jedoch
die Verunsicherung. Wenn die Ringfeder 12 mit Rechteck-Querschnitt ausgeführt ist,
wird dies
verhindert, weil die Haftreibung zwischen der Feder und der unteren Fläche der Nut
32 des Führungsrohres 6 bei einwirkendem Benutzergewicht grösser ist als die konzentrische
Entriegelungskraft der Feder.
[0032] Bei rundem Querschnitt ist aufgrund der radialen Kraftkomponenten die Gefahr, dass
der Benutzer durchsackt, vorhanden. Deshalb kann erfindungsgemäss die untere Kante
des Spindelrohres 7 von innen nach aussen in einem Winkel schräg nach oben ausgeführt
werden. Die korrespondierende Ausnehmung der Rastsegmente 1 wird ebenso ausgeführt.
Es ergibt sich dann eine Hinterschneidung der beiden Teile, die damit durch das Sitzgewicht
des Benutzers form- und kraftschlüssig gehalten werden. Betätigt dieser unabsichtlich
den Auslösemechanismus, bleiben die Rastsegmente 1 in ihrer verriegelten Position,
da die Ringfeder 12 zu schwach ist, Form- und Kraftschluss zu überwinden. Erst wenn
der Benutzer das Sitzgewicht vermindert oder aufhebt, was gleichzeitig eine Willensäusserung
ist, die Sitzhöhe zu verstellen, wird die Rasterung ausgelöst.
[0033] Die Ausführung in Fig.5 zeigt eine gegenüber der in Fig.4 noch stärker ausgeprägte
Hinterschneidung.
[0034] In Figuren 6, 7 und 8 sind Ausführungsformen dargestellt, bei denen die Entriegelung
durch eine Aufwärtsbewegung des Rastkonus 5' erfolgt. Bei diesen Ausführungsformen
werden die Anzahl der Teile und damit die Kosten erheblich reduziert, und wird aufgrund
besonders günstiger Hebelverhältnisse die Verriegelungskraft erhöht.
[0035] Der Rastkonus 5' wirkt am unteren Ende der Rastsegmente 1'. In Höhe der Haltenasen
21 der Rastsegmente 1
1 und ihrer Aufnahmeöffnungen 33' im Spindelrohr 7 liegt eine gegen Herausfallen gesicherte
Scheibe 36. Sie verhindert, dass die Rastsegmente 1
1 an dieser Stelle sich nach innen bewegen können, lassen ihnen jedoch sonst eine gewisse
Bewegungsmöglichkeit. In einem gewissen Abstand darunter erfolgt die Verriegelung
zwischen Rastsegment 1' und. Führungsrohr 6 in beschriebener Weise. Wieder in einem
gewissen Abstand darunter weisen die Rastsegmente 1' den angeformten Gegenkonus gegen
den umgekehrt von oben nach unten wirkenden Rastkonus 5' auf. Die genannten Abstände
können sich wie 1 : 1 verhalten. Der Rastkonus 5' wird von der Rastfeder 17', die
zwischen der Scheibe 36 und der oberen Fläche des Rastkonus 5' wirkt, nach unten gedrückt.
[0036] Wird die Verriegelung durch Zug auf den Rastkonus 5' aufgehoben, so bewirkt die Vorspannung
der Ringfeder 12 in beschriebener Weise, dass die Verriegelung aufgehoben wird. Der
Zug erfolgt über die Zughülse 37, die mit dem Rastkonus 5' fest, z.B. durch Kleben
oder Löten, verbunden ist und aus einem Rohr besteht, das am unteren Ende etwas zugebördelt
ist. In ihm befindet sich der Höhenanschlagsstab 16, der hier aus dünnem Rundmaterial,
z.B. Draht hergestellt sein kann. Er hat am oberen Ende eine Verdickung, ähnlich einem
Nagelkopf, und am unteren Ende eine angebogene Ringöse. Durch diese Ringöse wird der
Querbolzen 15' geschoben, der wie beschrieben mit dem Führungsrohr 6 verbunden ist.
[0037] Die Zughülse 37 kann direkt in den Betätigungshebel 24 eingehängt sein. Der Betätigungshebel
24 ist derart gelagert, dass er eine Bewegung von unten nach oben ausführt, wenn man
ihn aussen nach obervzieht. Er wirkt also gleichsinnig.
[0038] Bei den erfindungsgemässen Varianten nach Figur 6, 7 und 8 können in vorteilhafter
Weise Teile wie z.B. die Rastclips 10 und 11, die Rastfederhülses 8, der Druckstopfen
4 entfallen.
[0039] Der Einbau einer Oberteil-Gewichtsausgleichfeder ist möglich, wenn die Zughülse 37
breit genug ausgebildet ist, um die Feder aufzunehmen. Eine Ausführung mit Gasfeder
9 ist in Fig.7 dargestellt. Statt der nicht blockierbaren Gasfeder kann auch eine
Druckfeder 35, z.B. aus Federdraht oder anderen Materialien, eingesetzt sein, wie
in Fig.8 dargestellt. Anordnung und Wirkungsweise sowohl der Gasfeder als auch der
Druckfeder entsprechen den in Figuren 2 und 3 dargestellten Ausführungsformen, und
werden deshalb insoweit nicht nochmals beschrieben.
Bezugszeichenliste
[0040]
l, l' Rastsegmente
2 Federauflagescheibe
3 Höhenanschlagscheibe
4 Druckstopfen
5, 5' Rastkonus
6 Führungsrohr
7 Spindelrohr
8 Rastfederhülse
9 Oberteil-Gewichtsausgleichfeder (Gasfeder)
10 oberer Rastclip
11 unterer Rastclip
12 Ringfeder
12' angeformte Nase
13 Druckhülse
14 Kolbenstange (der Gasfeder)
15, 15' Querbolzen
16, 16' Höhenanschlagstab
17 Rastfeder
18 Standrohr
19 obere Führung
20 untere Führung
21 Halteorgan
22 Drehaxiallager
23 Sitzfeder (Druckfeder)
24 Betätigungshebel
26 Lagerbolzen
28 Sicherungsscheibe (am Höhenanschlag)
30 Sitzträger
31 Nut (am Rastsegment 1)
32 Nut (im Führungsrohr 6)
33, 33' Aufnahmeöffnungen (im Spindelrohr 7)
34 Federhalter
35 Oberteil-Gewichtsausgleichsfeder (Druckfeder)
36 Spreizelement
37 Zughülse
1. Höhenverstellbare Standsäule für Sitzmöbel, mit einem den Sitzträger (30) tragenden
Spindelrohr (7), welches in einem Führungsrohr (6) teleskopartig verschiebbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das untere Ende des Spindelrohres (7) konzentrisch mindestens zwei mit dem Spindelrohr
(7) formschlüssig verbundene Rastsegmente (1, l') umfasst,
- die Rastsegmente (1, 1') ihrerseits einen Rastkonus (5, 5') umfassen,
- die Rastsegmente (1, 1') an ihren Innenflächen und/oder der Rastkonus (5, 5') an
seiner Aussenfläche konisch ausgebildet sind,
- der Rastkonus (5, 51) mit seiner Aussenfläche auf der Innenfläche der Rastsegmente (1, 1') gleitet,
- die Rastsegmente (1, 1') aussen ein umlaufendes Sperrelement (12')aufweisen,
- das Führungsrohr (6) an seiner Innenfläche mehrere in axialer Richtung aufeinanderfolgende,
zur Aufnahme des Sperrelementes (12) ausgebildete Nuten (32) aufweist, und
- der Rastkonus (5, 5') innerhalb der Rastsegmente (1, 1') über eine Mechanik (8,
13, 4; 37) gegen eine Rastfeder (17, 17') durch Betätigung eines von ausserhalb der
Standsäule bedienbaren Betätigungshebels (24) auf und ab bewegbar ist.
2. Standsäule nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das umlaufende Sperrelement
(12) eine Ringfeder ist, vorzugsweise ein am Ende offener Vierkant-Federring.
3. Standsäule nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das umlaufende Sperrelement
(12) eine an die Rastsegmente (1) angeformte Nase ist, und die Nase und die zu ihrer
Aufnahme bestimmten Nuten (32) schräge Ober- und Unterflächen aufweisen, derart, dass
bei einer Auf- oder Ab-bewegung die Nase aus der Nut herausgedrückt wird.
4. Standsäule nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rastkonus (5) mit
einer Rastfederhülse (8), und diese mit einer Druckhülse (13) in formschlüssiger Verbindung
steht, wobei die Rastfederhülse (8) durch die sich am Spindelrohr (7) abstützende
Rastfeder (17) eine nach oben-gerichtete Kraft erfährt, und die Druckhülse (13) mittels
des Betätigungshebels (24) entgegen dieser Kraft nach unten bewegbar ist.
5. Standsäule nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastsegmente (1')
innen im oberen Teil ein Spreizelement (36) aufweisen, die Ringfeder (12) die Rastsegmente
(1') im unteren Teil aussen umgreift, der Rastkonus (5') formschlüssig mit einer Zughülse
(37) verbunden ist und unter der nach unten gerichteten Kraft der sich an den Rastsegmenten
(1') abstützenden Rastfeder (17') steht, und die Zughülse (37) mittels des Betätigungshebels
(24) entgegen dieser Kraft nach oben bewegbar ist.
6. Standsäule nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Rastkonus (5,
5') sowie die Rastfederhülse (8) und die Druckhülse (13), bzw. die Zughülse (37) innen
einen Höhenanschlagstab (16, 16') aufweisen, an dessen oberem Ende ein Anschlag (28)
vorgesehen ist, der den Rastkonus (5, 5') festhält, und der Höhenanschlagstab (16,
16') an seinem unteren Ende am Führungsrohr (6) befestigt ist.
7. Standsäule nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Anschlag (28) und dem Sitzträger (30)
als Oberteil-Gewichtsausgleichsfeder eine Druckfeder (35) vorgesehen ist.
8. Standsäule nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Rastkonus (5,
51) sowie die Rastfederhülse (8) und die Druckhülse (13), bzw. die Zughülse (37) innen
eine nicht blockierbare Gasfeder (9, 9') aufweisen, deren Kolbenstange (14) am unteren
Ende des Führungsrohres (6) befestigt ist.
9. Standsäule nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Neigung der Konen der Rastsegmente (1, 1') und des Rastkonus (5, 51) im Bereich der Selbsthemmung, vorzugsweise bei 5° bis 10° liegt, und/oder die Konen
der Rastsegmente (1, 1') und des Rastkonus (5, 5') auf dem letzten Teil des Verriegelungsweges
in einen kreiszylindrischen Teil auslaufen.
10. Standsäule nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Rastsegmente (1, 11) mittels Haltenasen (21) in Oeffnungen (33) am unteren Ende des Spindelrohres (7)
eingehängt und die Oeffnungen (33) derart gestaltet sind, dass im verriegelten Zustand
das Spindelrohr (7) mit seiner untersten Kante auf den Rastsegmenten (1, 1') aufsitzt,
und diese Kante mit dem Rastsegment (1, 1') eine Hinterschneidung bildet.